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20.02.2026

Schwarzarbeit-Statistik 1.Halbjahr 2025 im Friseurhandwerk

886 Arbeitgeber und 9.196 Personen wurden breites im ersten Halbjahr 2025 überprüft. Die Ergebnisse des Arbeitsberichts der Finanzkontrolle Schwarzarbeit, kurz FKS…

Kurzüberblick

  • 886 Arbeitgeberprüfungen in Friseur- und Kosmetiksalons (1. Halbjahr 2025)
  • 9.196 Personenüberprüfungen
  • Top-4 der meistgeprüften Branchen
  • 982 Strafverfahren eingeleitet
  • 989 Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet
  • 107.875 € Geldstrafen
  • 424.516 € Buß-/Verwarnungsgelder
  • 1.205.718 € Schadenssumme

Quelle: Generalzolldirektion, Statistik 1. Halbjahr 2025, Stand 19.02.2026

Was prüft die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS)?

Die FKS prüft auf Grundlage des Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetzes (SchwarzArbG) ob Beschäftigung rechtmäßig ausgeübt wird. Dazu kontrolliert sie unter anderem, ob Arbeitgeber ihre Beschäftigten korrekt zur Sozialversicherung angemeldet haben, mögliche Fälle unrechtmäßigen Sozialleistungsbezugs, das Vorliegen erforderlicher Arbeitsgenehmigungen bzw. Aufenthaltstitel bei ausländischen Beschäftigten, ob Mindestlöhne eingehalten werden und gegebenenfalls Hinweise auf ausbeuterische Arbeitsbedingungen.

Dabei werden Personenüberprüfungen und Arbeitgeberprüfungen durchgeführt. Arbeitgeberprüfungen sind Geschäftsunterlagenprüfungen, darunter unter anderen Unterlagen der Lohnbuchhaltung, Finanzbuchhaltung, Auftragsbuchhaltung und Personalakten, aus denen Beschäftigungsverhältnisse abgeleitet werden können Personenüberprüfungen beziehen sich auf Personen, die anhand der Geschäftsunterlagen überprüft wurden, sowie durchgeführte Personenbefragungen.

Durchgeführte Hygienekontrollen werden in der Statistik des Zolls nicht erfasst, hierfür sind die Gesundheitsämter zuständig. 

Friseur & Kosmetik viert meist geprüfte Branche

Im ersten Halbjahr 2025 wurden 886 Arbeitgeberprüfungen in Friseur- und Kosmetiksalons durchgeführt. Dabei wurden 9.196 Personen (Mitarbeitende, Geschäftsführer, etc.) im Friseur- und Kosmetikgewerbe befragt oder anhand der Geschäftsunterlagen überprüft. Einen besonderen Ausschlag gaben die Schwerpunktkontrollen im April. ImSalon berichtete: Massive Schwerpunktaktion Schwarzarbeit: Über 500 Salons kontrolliert.

Die Friseur- und Kosmetikbranche lag damit im ersten Halbjahr 2025 auf Platz 4 der bundesweit am häufigsten geprüften Branchen, einen Platz höher als imJahresbericht 2024. Mehr Betriebe wurden lediglich im Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe, im Baugewerbe und im Speditions-, Transport- und damit verbundenen Logistikgewerbe geprüft.

Durchgeführte Prüfungen in Friseur- & Kosmetiksalons 1. Halbjahr 2025 nach Bundesland

BundeslandPrüfungen
Arbeitgeber
Prüfungen
Personen
Baden-Württemberg1291.183 
Bayern1901.739 
Berlin29263
Brandenburg21217
Bremen6101
Hamburg42398
Hessen45561
Mecklenburg-Vorpommern9221
Niedersachsen60989
Nordrhein-Westfalen2021.859 
Rheinland-Pfalz34308
Saarland20123
Sachsen39403
Sachsen-Anhalt16260
Schleswig-Holstein19267
Thüringen23290
nicht zuzuordnen214
Gesamt8869.196 

In den Bundesländern Brandenburg, Hamburg, Rheinland-Pfalz, Saarland und Sachsen-Anhalt wurden im ersten Halbjahr 2025 bereits mehr Kontrollen durchgeführt als im gesamten Jahr 2024.

Die Aufnahme der Friseure in das Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz zeigt, die Politik hat die Lage der Friseure und Barbershops erkannt und will mehr Fokus auf die Friseur- und Kosmetikbranche legen. Was die Aufnahme ins SchwarzArbG für Friseure bedeutet Hier.

Ob die Friseurbranche auch noch der Großaktion im Frühjahr weiter im Fokus der Behörden blieb und 2025 mehr kontrolliert wurde als im Vorjahr, bleibt abzuwarten. Die Jahresdaten sind voraussichtlich ab Juni 2026 verfügbar.

Strafverfahren und Ordnungswidrigkeiten

982 Strafverfahren und 989 Ordnungswidrigkeitenverfahren wurden im ersten Halbjahr in der Friseur- und Kosmetikbranche eingeleitet.
Hierbei handelt es sich um die Anzahl der Verfahren, nicht die Anzahl der beschuldigten Personen.

Eingeleitete Strafverfahren 1. Halbjahr 2025 – Friseur- & Kosmetiksalons

KategorieBezeichnungEingeleitete
Strafverfahren
Arbeitsgenehmigung
und Aufenthaltstitel
Beschäftigung v. Ausl. ohne ArbG oder AT
und zu ungünstigen Arbeitsbedingungen
2
Erwerbstätigkeit v. mehr als 5 Ausländern
ohne ArbG od. AT
2
Beitragsbetrug Beitragsvorenthaltung - Arbeitnehmerbeiträge288
Beitragsvorenthaltung - Arbeitgeberbeiträge32
Illegaler AufenthaltAufenthalt ohne Pass und Ausweisersatz51
Illegaler Aufenthalt ohne Aufenthaltstitel424
Illegale Einreise2
Einschleusen von Ausländern39
LeistungsmissbrauchBetrug (Leistungsmissbrauch)114
Steuerstrafrecht Steuerhinterziehung5
Übrige StraftatenSonstige Straftaten10
Menschenhandel2
Urkundenfälschung2
Unerl. Erwerbstät. eines Asylbew. mit Verpfl. zum Wohnen in Aufnahmeeinrichtung9
Gesamtsumme 982

Die meisten Strafverfahren standen im Zusammenhang mit illegalem Aufenthalt (53 %), dicht gefolgt von Beitragsbetrug (33 %). Hinzu kamen 114 Strafverfahren (12 %) wegen Betrugs durch Leistungsmissbrauch, 5 (1 %) wegen Steuerhinterziehung und 4 wegen fehlender Aufenthaltstitel oder Arbeitsgenehmigungen. Zudem wurden erneut wurden 2 Verfahren wegen Menschenhandels eingeleitet.

Die Generalzolldirektion gibt darüber hinaus an, dass im ersten Halbjahr 2025 insgesamt 748 Strafverfahren erledigt wurden.  

Eingeleitete Ordnungswidrigkeitsverfahren 2024 - Friseur- & Kosmetiksalons

ArbeitnehmerentsendegesetzAufzeichnungspflicht1
ArbeitnehmerüberlassungsgesetzEntleih von einem Verleiher ohne Erlaubnis zur
Arbeitnehmerüberlassung
1
Arbeitsgenehmigung/ AufenthaltstitelBeschäftigung (Arbeitgeber) ohne ArbG bzw. AT243
Arbeitnehmer ohne ArbG bzw. AT276
unerlaubte selbständige Tätigkeit eines Ausländers1
LeistungsmissbrauchMitteilungspflichtverletzung7
Mitteilungspflichtverletzung Alg II15
MindestlohngesetzAnmeldung, Änderungsmeldung, Versicherung6
Aufzeichnungspflicht159
Bereithaltung von Unterlagen2
Nicht rechtzeitige oder Zahlung unter
des Mindestlohns
98
Übrige OrdnungswidrigkeitenSonstige Ordnungswidrigkeiten2
Meldepflichtverletzung/118
Sofortmeldepflichtverletzung
Mitwirkung Prüfung u. Duldung Betreten
Grundstück/Geschäftsraum
45
Duldungs- und Mitwirkungspflichten
eines privaten Auftraggebers
1
Aussonderung und Übermittlung von Daten2
Leichtfertiges Vorenthalten und
Veruntreuen von Arbeitsentgelt
12
Gesamtsumme 989

520 der 989 (53 %), der eingeleiteten Ordnungswidrigkeitsverfahren standen im Zusammenhang mit fehlenden Arbeitsgenehmigungen oder Aufenthaltstiteln. Weitere 22 Verfahren (2 %) wurden im Zusammenhang mit Leistungsmissbrauch und 265 (27 %) wegen Verstößen gegen das Mindestlohngesetzes eingeleitet.

Laut Generalzolldirektion wurden im ersten Halbjahr 2025 587 Ordnungswidrigkeitenverfahren erledigt.

Die Zahlen beziehen sich auf eingeleitete und erledigte Verfahren. Diese stellen keine Schuldsprüche dar. Erledigt bedeutet nicht zwangsläufig eine Verurteilung; hierbei kann es sich auch um einen Freispruch oder die Einstellung des Verfahrens handeln.

108tsd € Geldstrafe, 425tsd € Bußgelder

Aufgedeckte Verstöße in der Friseur- und Kosmetikbranche zogen auch strafrechtliche Konsequenzen nach sich. Im ersten Halbjahr 2025 wurden 107.875 Euro an Geldstrafen verhängt.

Zusätzlich zu den rund 108.000 Euro Geldstrafe wurden 424.516 Euro an Verwarnungs- und Bußgeldern sowie an Einziehungs- und Verfallbeträgen gegen Friseur- und Kosmetiksalons festgesetzt.

Da nicht jedes eingeleitete Verfahren im selben Auswertungszeitraum abgeschlossen wird, wie es eingeleitet wurde, und nicht jedes Verfahren Verwarnungs-, Bußgelder, Geld- oder Freiheitsstrafe nach sich zieht, z.B. bei Verfahrenseinstellung, lässt sich kein kausaler Zusammenhang zwischen den 2025 eingeleitet Verfahren und den verhängten Strafen oder festgesetzten Verwarnungs-, Bußgelder, Einziehungs- Verfallbeträge feststellen.

Schaden: 1,2 Millionen Euro

Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit stellte bei ihren Ermittlungen eine Schadenssumme von 1.205.718 Euro fest. Diese umfassen unter anderem nicht oder zu wenig gezahlte Sozialversicherungsbeiträge, Schäden durch die Nichtzahlung von Mindestlöhnen sowie Steuerschäden. 69.678 Euro entfallen dabei auf Ordnungswidrigkeiten (nach Verfahrensabschluss). Die Strafschadenssumme betrug 1.137.040 Euro.

Quelle: Generalzolldirektion, Statistik 1. Halbjahr 2025, Stand 19.02.2026, Zoll online - Statistikveröffentlichung