

19.01.2026
„Messe hat immer weniger mit Produkten allein zu tun“
Rebecca Kandler, Chefredakteurin der TOP HAIR, verrät im Interview, warum 2026 ganz im Zeichen von Community und Education steht – mit neuen Hands-on-Masterclasses, frischem Look & Feel, kostenfreiem Messezugang für Azubis am Sonntag und einer großen Party.
Raphaela Kirschnick im Gespräch mit Rebecca Kandler, Chefredakteurin TOP HAIR.
2026 ist noch jung, es sind nur noch ein paar Wochen bis zur Top Hair Messe in Düsseldorf. Wie laufen die Vorbereitungen?
Rebecca Kandler: Die Vorbereitungen für die TOP HAIR Messe laufen eigentlich das ganze Jahr über. Kaum ist die Halle der letzten Messe aufgeräumt, geht die Planung fürs Folgejahr los. Wir sind aber guten Mutes, dass das auch 2026 wieder eine schöne, tolle, lohnende und aufregende Veranstaltung wird.
„Alle Welt wartet darauf,
dass jemand anderer genau weiß,
wie das Neue auszusehen hat.“
Seit Corona ist das Messegeschäft kein leichtes mehr. Vielfach wird gefordert, etwas anderes als Messe ins Leben zu rufen - Messe ja, aber keine Messe. Wie geht man mit diesem Paradoxon um?
RK: Ich kenne die Aussage natürlich: Alle wollen etwas Neues. Wenn dann jemand nachfragt: ‚Wie genau soll das Neue denn aussehen?‘, wird es schon schwieriger. Die ganz großen Ideen fehlen ja überall: ob Messe, Wirtschaft oder Weltpolitik. Alle Welt wartet darauf, dass jemand anderer genau weiß, wie das Neue auszusehen hat. Wir werden die Messe nicht neu erfinden, aber wir arbeiten an spannenden Neuigkeiten und sind bemüht, mit den Erwartungen Schritt zu halten.
„Was wir erleben, ist, dass Messe
immer weniger mit Produkten allein zu tun hat …“
Was sind denn konkrete Erwartungen?
RK: Was wir erleben, ist, dass Messe immer weniger mit Produkten allein zu tun hat, sondern dass es ums Zusammenkommen, die Inspiration und vor allem um die Community geht. Das war in den letzten Jahren auch schon so, in diesem Jahr legen wir deshalb den Fokus noch stärker auf Community. Zusätzlich wollen wir Mehrwerte schaffen, die man mit nach Hause nehmen kann und von denen das ganze Team etwas hat: etwas, das man wirklich haben will.
„Zusätzlich wird es zwei Hands-on Master-Class-Bereiche geben …“
Mehrwert klingt gut, wie sieht dieser konkret aus?
RK: Es geht um Education! Es gab immer schon Workshop-Bühnen, die waren beliebt, aber es spielte sich eben alles auf den Bühnen ab. Es wird diese auch weiterhin geben, zusätzlich wird es zwei Hands-on Bereiche geben, wo man TOP HAIR Master-Classes mit den Branchen-Stars ihres Faches buchen kann. Man kann dann AkteurInnen nicht nur auf der Bühne bewundern, sondern diese aus allernächster Nähe erleben und mit ihnen direkt in Interaktion treten.
Gibt es schon Namen von den, die diese Master-Classes machen werden?
RK: Erarbeitet wurde das Konzept gemeinsam mit Christoph Filser, der ja sehr nah am Markt ist und viel wertvollen Input geben konnte. So kann ich jetzt schon verraten, dass Patrick Cameron dabei sein wird, er hat seit Jahren eine sehr treue und große Fangemeinde. Balayage-Spezialist Fabian Maier kommt, Lockenprofi Mona Haase, Maya Reckgert zeigt moderne Blow-out Techniken und Cat wird die Barberszene begeistern. Die Liste steht noch nicht komplett, aber sie wird prominent sein.
Wie lange werden Sessions sein? Und werden diese etwas kosten?
RK: Wir arbeiten noch Details aus, in den kommenden Wochen werden diese sukzessive veröffentlicht. Die Master-Classes müssen separat zugebucht werden und kosten auch extra.
„Erstmals laden wir Azubis und SchülerInnen kostenlos ein…“
Welche Friseure erwartet ihr vor Ort?
RK: Wir wollen etwas für die gesamte Branche tun. Aus diesem Grund laden wir sonntags erstmals Azubis und SchülerInnen vor der Berufswahl kostenlos ein. Junge Leute kennen häufig nur ihren eigenen Salon oder den um die nächste Ecke. Die Branche bietet jedoch so viel mehr und ich bin überzeugt: Es gibt keine bessere Gelegenheit, sich vom Glam & Glow der Branche zu überzeugen als auf der TOP HAIR in Düsseldorf.
Werden Business-Themen auch ihren Raum finden?
RK: Ja freilich! Wir haben eine Speakers Stage, früher war das der Kongress. Dort wird es Themenblöcke geben, die von Heiko Schneider moderiert werden. Die Einheiten werden zeitgemäß strukturiert und kürzer sein.
Wer moderiert in diesem Jahr die Hauptbühne?
RK: Daniel Golz, darauf freut sich eine ganze Branche. Er wird das Geschehen auf der Mainstage zwei Tage lang live begleiten.Kaum jemand kennt die Branche von innen heraus so gut und hat zudem eine klare Meinung. Die Taktung wird auf der Hauptbühne schneller sein, insgesamt soll es mehr Festival-Feeling versprühen.
Du meintest zu Beginn unseres Gespräches weg von Produkten hin zu Community. Wie äußert sich das?
RK: Wir werden Community-Zones haben, in denen man sich austauschen, was trinken, andere Gleichgesinnte kennenlernen kann.
Also auch optisch mehr Party-Charakter?
RK: Ja, wir haben das komplette Look & Feel der Messe geändert. Es gibt keine lila Teppiche mehr, da müssen jetzt viele tapfer sein. Es wird alles heller, moderner, freundlicher. Es gibt ein neues Logo, ein neues Visual, all das wird die Atmosphäre positiv beeinflussen.
Was dürfen wir auf Ausstellerseite erwarten?
RK: Es sieht gut aus im Sinne von “Es sind viele da” und die Hallen werden gut gefüllt sein, es sind sogar etwas mehr Aussteller als im letzten Jahr. Natürlich wird es auch in diesem Jahr Unternehmen geben, die Pause machen, aber das war in den Vorjahren auch schon so und wird auch so bleiben. Die Aussteller sind ein gutes Abbild der Branche.
Was wird denn das Abendshow-Highlight sein?
RK: Es wird keine Abendshow geben, denn nach der TOP Salon Preisverleihung werden wir mit allen Emotionen direkt in diegroße Party übergehen.
Sehr cool, da warten alle drauf und das fördert ja auch den Community-Gedanken. Rebecca, ich danke dir und wünsche dir viel Energie für den Endspurt, wir sehen uns in Düsseldorf.

