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18.07.2025

Die neuen Beschäftigtenzahlen im Friseurhandwerk sind da

Die Beschäftigtenzahlen im deutschen Friseurhandwerk 2024 nach Geschlecht, Staatsangehörigkeit, Beschäftigungsausmaß und Alter im Detail…

Nach Jahren des Rückgangs stabilisieren sich die Beschäftigtenzahlen im Friseurhandwerk. Ende 2024 waren 149.833 Menschen in der Branche tätig – nur 0,2% weniger als im Vorjahr. Auffällig: Der Männeranteil steigt weiter, während weniger Deutsche im Friseurgewerbe arbeiten. Teilzeit und Minijobs gewinnen an Bedeutung, und nach langer Durststrecke gibt es wieder mehr Auszubildende.

Stagnation bei den Beschäftigtenzahlen im Friseurhandwerk

Seit 2017 sinken die Beschäftigtenzahlen im deutschen Friseurhandwerk stetig. 2024 kann man erstmals seit 8 Jahren von einer Stagnation sprechen. Im Dezember 2024 gab es im deutschen Friseurgewerbe insgesamt 149.833 Beschäftigte im Friseurgewerbe – ein Unterschied von 0,2% zum Vorjahr.

116.701 Personenwaren sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das sind knapp 1% weniger als im Vorjahr. Die Veränderungsraten zum jeweiligen Vorjahr lagen zwischen 2020 und 2023 deutlich höher, bei durchschnittlich -5%.

33.132 Personen waren geringfügig beschäftigt – ein Zuwachs von knapp 2% zum Vorjahr.

Beschäftigte im Friseurhandwerk im Detail (2021-2024)

Beschäftigte nach Geschlecht: Trend setzt sich fort - mehr Männer, weniger Frauen

Unter allen 149.833 Beschäftigten im Friseurgewerbe lag der Frauenanteil Ende 2024 bei 76,8%. Mit 115.041 Frauen ging die Zahl der weiblichen Beschäftigten in der Branche um 3,2% zurück; während die Anzahl der Männer (34.792) um 11,3% anstieg. Damit liegt der Männeranteil im Gesamten bei 23,2%.

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte

Das Friseurhandwerk ist weiterhin ein von Frauen dominiertes Handwerk. Der Frauenanteil sinkt jedoch von Jahr zu Jahr, während die Anzahl der Männer weiter steigt. Von 2023 auf 2024 gab es einen Zuwachs von 9% männlicher sozialversicherungspflichtig Beschäftigter im Friseurgewerbe – ein Anteil von 21,7%. Im selben Zeitraum ging die Zahl der weiblichen Beschäftigten um 3,2% zurück. Der Frauenanteil lag damit bei 78,3%.

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte1 in Berufen des FriseurgewerbesGesamtMännerFrauen
2021128.11020.686 (16,1%)107.424 (83,9%)
2022121.44121.583 (17,8%)99.858 (82,2%)
2023117.61923.229 (19,7%)94.390 (80,3%)
2024116.70125.330 (21,7%)91.371 (78,3%)

1 inkl. Auszubildende
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, 2025

Geringfügig Beschäftigte

Unter den geringfügig Beschäftigten liegt der Männeranteil deutlich über Durchschnitt, bei 28,9%. Die Anzahl geringfügig beschäftigter Männer im Friseurgewerbe wuchs um 17,9% gegenüber dem Vorjahr. Auch hier ging die Zahl der Frauen um etwa 3% zurück. Damit lag der Frauenanteil unter den geringfügig Beschäftigten bei 71,4%.

Geringfügig Beschäftigtein Berufen des FriseurgewerbesGesamtMännerFrauen
202132.4446.098 (18,8%)26.346 (81,2%)
202231.9606.661 (20,8%)25.299 (79,2%)
202332.5178.023 (24,7%)24.494 (75,3%)
202433.1329.462 (28,6%)23.670 (71,4%)

Quelle: Bundesagentur für Arbeit, 2025

Beschäftige nach Staatsangehörigkeit: Mit ausländischen Fachkräften gegen den Fachkräftemangel

Ende 2024 erfasste die Bundesagentur für Arbeit 111.867 Deutsche, die im Friseurgewerbe beschäftigt waren – 3,3% weniger als 2023. Dem gegenüber standen 37.966 Beschäftigte mit ausländischer Staatsangehörigkeit. Mit einem Anstieg der ausländischen Beschäftigten von 10% liegt die Verteilung bei 74,7% mit deutscher Staatsbürgerschaft und 25,3% mit ausschließlich ausländischer. Damit ist ein Viertel der Beschäftigten im deutschen Friseurhandwerk ausländisch.

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte

Der Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Friseurhandwerk mit deutscher Staatsangehörigkeit sank 2024 um 3,5%. Aktuell haben 75,75% Sozialversicherten im Friseurgewerbe die deutsche Staatsangehörigkeit. Die Anzahl der Beschäftigten mit ausländischer Staatsangehörigkeit stieg dagegen um 7,7% und machte 2024 einen Anteil von 24,25% aus.

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte1 in Berufen des FriseurgewerbesGesamtDeutschAusland
2021128.110104.109 (81%)24.000 (19%)
2022121.44196.711 (79,64%)24.730 (20,36%)
2023117.61991.605 (77,88%)26.014 (22,12%)
2024116.70188.400 (75,75%)28.301 (24,25%)

1 inkl. Auszubildende
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, 2025

Geringfügig Beschäftigte

Unter geringfügigen Friseurinnen und Friseuren ist ein Rückgang an Beschäftigten mit deutscher Staatsbürgerschaft von 1,47% erkennbar. Der Rückgang der deutschen Minijobber flacht damit ab. Die Zahl Geringfügiger mit ausländischer Staatsbürgerschaft wuchs um 13,8%, und der Anteil lag damit drei Prozentpunkte über dem Vorjahr bei 29,2%.

Geringfügig Beschäftigtein Berufen des FriseurgewerbesGesamtDeutschAusland
202132.44426.048 (80,29%)6.396 (19,71%)
202231.96024.851 (77,76%)7.109 (22,24%)
202332.51724.024 (73,88%)8.493 (26,12%)
202433.13223.467 (70,83%)9.665 (29,17%)

Quelle: Bundesagentur für Arbeit, 2025

Beschäftigte nach Alter: Mehr ältere FriseurInnen

2024 erlebte die Zahl der Auszubildenden im Friseurhandwerk erstmals seit 16 Jahren wieder einen Aufschwung. Im September 2024 gab es laut Bundesagentur für Arbeit 14.064 Auszubildende im Friseurhandwerk. Zum Jahresende waren es 13.743 Azubis, die 12,78% der sozialversicherten Beschäftigten im Friseurhandwerk ausmachten.

Der Nachwuchsmangel der vergangenen Jahre zeigt sich auch in der Alsterstruktur der Beschäftigten. 16,76% aller Beschäftigten im Friseurgewerbe sind jünger als 25. 64,38% sind zwischen 25 und 54 und 18,85% sind 55 Jahre und älter.

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte

Der über Jahre starke Rückgang an Auszubildenden hinterließ seine Spuren in der Altersgruppe der unter 25-jährigen. Die Altersklasse, zwischen 25 und 54 Jahren, erfuhr den höchsten Rückgang. Minus 2,25% zum Vorjahr. Zuwachs bekam, wie im Vorjahr, nur die Gruppe der über 55-Jährigen. Diese machten Ende 2024 15,85% der sozialversicherten Beschäftigten aus. 1.098 Friseurinnen und Friseure waren im Dezember 2024 mit 65+ Jahren noch im Beruf tätig. Der Rückgang in den jüngeren Altersgruppen ist aber nicht nur den sinkenden Azubizahlen zuzuschreiben. Neben dem demographischen Wandel der deutschen Bevölkerung ►verlassen viele ausgelernte Friseure den Beruf und immer mehr machen sich mit eigenem Salon selbstständig.

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte1 in Berufen des FriseurgewerbesUnter 2525 bis 5455 und älter
202124.763 (19,3%)87.233 (68,1%)16.114 (12,6%)
202222.421 (18,46%)82.279 (67,75%)16.741 (13,79%)
202321.427 (18,22%)78.619 (66,84%)17.573 (14,94%)
202421.278 (18,23%)76.921 (65,91%)18.502 (15,85%)

1 inkl. Auszubildende
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, 2025

Geringfügig Beschäftigte

Auch bei den geringfügigen lohnt sich ein Blick auf die Altersverteilung. So waren Ende 2024 11,57% unter 25 Jahre alt. 59% (19.548) Personen waren zwischen 25 und 54. Drei Viertel davon waren ausschließlich geringfügig tätig. Die über 55-Jährigen machten 29% der geringfügig Beschäftigten aus.

Geringfügig Beschäftigtein Berufen des FriseurgewerbesUnter 2525 bis 5455 und älter
20212.467 (7,6%)20.188 (62,22%)9.789 (32,17%)
20222.557 (8,0%)19.745 (61,78%)9.658 (30,22%)
20233.153 (9,7%)19.711 (60,62%)9.653 (29,69%)
20243.835 (11,57%)19.548 (59,0%)9.479 (28,61%)

Quelle: Bundesagentur für Arbeit, 2025

Beschäftigungsausmaß nach Arbeitszeiten: Zuwachs bei Teilzeitkräften

Der Trend weg von Vollzeitbeschäftigung hin zu Teilzeit setzt sich fort. Die Anzahl Vollzeitbeschäftigter ist weiterhin rückläufig, während Teilzeitbeschäftigung erneut gestiegen ist.

Hat der Rückgang der Vollzeitbeschäftigten im Friseurgewerbe im vergangenen Jahr noch bei 5,95% gelegen, lag die Veränderungsrate 2024 leicht abgeschwächt bei -2,9%. Die Anzahl der Vollzeitbeschäftigten ist weiterhin rückläufig, der Verlust schwächt jedoch langsam ab.

Stand es 2021 noch 50/50 Vollzeit zu Teilzeit, haben seitdem beide Beschäftigungsausmaße Rückgänge an Personal erlebt. Mit einem Plus von 1,1% bekamen die Teilzeitbeschäftigten jedoch 2024 wieder Zuwachs. Ende 2024 lag der Anteil Teilzeitbeschäftigter damit bei 54%.

Der Trend zeigt weiter weg von Vollzeitbeschäftigung und hin zur Teilzeit. Die Verteilung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsausmaße liegt Ende 2024 bei 46% in Vollzeit- und 54% in Teilzeitbeschäftigung.

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte1 in Berufen des FriseurgewerbesGesamtIn VollzeitIn Teilzeit
2021128.11064.000 (50%)64.110 (50%)
2022121.44158.741 (48,37%)62.700 (51,63%)
2023117.61955.247 (46,97%)62.372 (53,03%)
2024116.70153.641 (45,96%)63.060 (54,04%)

1 inkl. Auszubildende
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, 2025

Berücksichtigt man alle Beschäftigungsgrade, ergibt sich folgende Verteilung:

35,8% Vollzeit | 42,1% Teilzeit | 22,1% geringfügig

Anforderungsniveau und Berufsbildung

Unter allen 149.833 Beschäftigten im Friseurgewerbe Ende 2024 waren 133.742 zertifizierte Fachkräfte – das entspricht einem Anteil von 89,2%. 23.621 (17,7%) dieser FriseurInnen sind geringfügig angestellt. 19.156 befanden sich ausschließlich in geringfügiger Beschäftigung.

71,8% der Beschäftigten im deutschen Friseurhandwerk haben eine anerkannte Berufsausbildung abgeschlossen.

Das Friseurhandwerk zeigt Anzeichen einer leichten Stabilisierung, bleibt jedoch im Wandel. Der Trend weg von Vollzeit, hin zu Teilzeit- und Minijobs setzt sich fort. Mehr Männer und ausländische Fachkräfte betreten die Branche, während der Frauenanteil und die Zahl deutscher Beschäftigter weiter sinken. Der demografische Wandel und der Fachkräftemangel bleiben zentrale Herausforderungen, auch wenn die leicht steigenden Azubizahlen Hoffnung machen. Mehr zu den Entwicklungen des deutschen Friseurhandwerks 2024.

Quellen:
Bundesagentur für Arbeit, 2025

Alle genannten Werte beziehen sich, außer anderweitig ausgewiesen, auf den Stichtag 31.12. des jeweiligen Jahres.

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