

16.01.2026
54 % der vorzeitigen Vertragslösungen im 1. Ausbildungsjahr
Die allgemeine vorzeitige Vertragslösungsquote im Ausbildungsberuf FriseurIn lag 2024 bei 49,0 % und damit unter dem Vorjahr. Rückgänge zeigen sich insbesondere bei Frauen. Alle Details…
Kurzüberblick
- Vertragslösungsquote Friseurhandwerk: 49,0 %
- neunthöchste Lösungsquote unter allen 329 dualen Ausbildungsberufen
- 37 % der Lösungen innerhalb der Probezeit (1.452 von 3.927)
- 54 % der Lösungen im 1. Ausbildungsjahr (2.123)
- Lösungsquote höher bei Männern: 52,1 %
- Rückgang der Lösungsquote bei Frauen
Was bedeutet "vorzeitige Vertragslösung"?
Ein vorzeitig gelöster Ausbildungsvertrag bedeutet, dass ein Ausbildungsvertrag vor Ablauf der Ausbildungsdauer gelöst wurde. Ein vorzeitiges Beenden der Ausbildung durch Bestehen einer Abschlussprüfung ist hier nicht gemeint, und fließt nicht in die Erhebung ein. Zudem werden Vertragslösungen vor Antritt der Ausbildung nicht berücksichtigt. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) weist darauf hin, dass eine Vertragsauflösung nicht immer einen Ausbildungsabbruch bedeutet. Vertragslösungen können verschiedene Gründe haben, wie zum Beispiel einen Betriebswechsel. Zudem bedeutet ein Ausbildungsabbruch nicht automatisch eine vorzeitige Vertragslösung. Mehr dazu finden Sie im Artikel ► Vorzeitige Ausbildungsvertragslösungen im Friseurhandwerk.
Die Vertragslösungsquote beschreibt den Anteil vorzeitig gelöster Ausbildungsverträge an allen begonnenen Ausbildungsverhältnissen im dualen System.
Vorzeitige Ausbildungsvertragslösungen im Detail
Je nach Ausbildungsberuf schwankten die Lösungsquoten 2024 zwischen 0,0 % und 59,6 %.
Mit 49,0 % lag die Friseurausbildung auf Platz 9 der höchsten Vertragslösungsquoten der insgesamt 329 dualen Ausbildungsberufe. Die Zahl der vorzeitig gelösten Ausbildungsverträge im Friseurhandwerk lag bei 3.927 (nahezu unverändert). Gleichzeitig sank Lösungsquote gegenüber dem Vorjahr um knapp einen Prozentpunkt.
Zeitpunkt der Vertragslösung
Von 3.927 vorzeitig gelösten Ausbildungsverträgen wurden 1.452 innerhalb der Probezeit gelöst (37 %). Weitere 1.287 Ausbildungsverträge wurden nach der Probezeit, aber innerhalb der ersten 12 Monate aufgelöst (33 %). Innerhalb des zweiten Jahres nach Vertragsantritt wurden 870 Verträge vorzeitig gelöst (22 %). 7 % wurden im dritten Jahr nach Vertragsantritt gelöst, und 39 Ausbildungsverträge wurden nach mehr als 36 Monaten gelöst (1 %).
| Zeitpunkt | Anzahl | Anteil |
| In der Probezeit | 1.452 | 37% |
| Nach Probezeit, innerhalb 12 Monaten | 1.287 | 33% |
| Nach 13 bis 24 Monaten | 870 | 22% |
| Nach 25 bis 36 Monaten | 282 | 7% |
| Mehr als 36 Monate | 39 | 1% |
Vorzeitige Lösungen nach Ausbildungsjahr
Die meisten vorzeitigen Vertragslösungen betreffen Auszubildende im ersten Ausbildungsjahr (2.123) und nehmen mit steigendem Ausbildungsfortschritt ab. 2024 entfielen 54% der vorzeitigen Ausbildungsvertragslösungen auf das 1. Ausbildungsjahr, 30% auf das 2. und 16% auf das 3. Ausbildungsjahr.
Lösungsquoten nach Geschlecht
Die Lösungsquote bei weiblichen Friseur-Azubis lag 2024 bei 47,5%, ein leichter Rückgang zum Vorjahr (48,6 %). 2.496 Ausbildungsverträge wurden vorzeitig von Frauen gelöst, 3,9% weniger als im Vorjahr.
Die Anzahl der von Männern vorzeitig gelösten Ausbildungsverträge nahm hingegen zu. Mit 1.431 vorzeitig gelösten Verträgen (+9,2 %) lag die Lösungsquote männlicher Friseurazubis bei 52,1 %.
Damit lag die Lösungsquote der Männer 4,6 Prozentpunkte höher als jene der Frauen.
Lösungsquote nach Staatsangehörigkeit
Nach Staatsbürgerschaft zeigten sich, wie schon im Vorjahr, rückläufige Lösungsquoten bei deutschen und ausländischen Auszubildenden.
Die Zahl der von deutschen Auszubildenden vorzeitig gelösten Verträge (2.397) ging 2024 um 2,6 % zurück. Die Quote vorzeitig gelöster Ausbildungsverträge lag damit, knapp einen Prozentpunkt unter dem Vorjahr, bei 48,0%. Unter denen ohne deutsche Staatsbürgerschaft ging die Lösungsquote ebenfalls um beinahe einen Prozentpunkt zurück, und lag damit bei 51,3%.
Ausstieg nach der Ausbildung
Trotz erfolgreich abgeschlossener Ausbildung verlassen viele junge Menschen das Friseurhandwerk. Laut einer Erhebung von BIBB und BAUA haben 62% der befragten Personen mit abgeschlossener Friseurausbildung im Jahr 2018 in einem Beruf gearbeitet, dessen Tätigkeiten sich vollständig vom erlernten Friseurberuf unterscheiden. Mehr zum ► Berufswechsel im Friseurhandwerk.
Quellen:
Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2025, Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)
Alle dualen Ausbildungsberufe (ggf. inkl. Vorgänger) mit ausgewählten Indikatoren zur dualen Berufsausbildung 2024, Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) - abgerufen 15.01.2026,
Datensystem Auszubildende, Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), Abgerufen 15.01.2026



