

19.09.2025
+1,5 %: Umsatz wächst leicht – Preiserhöhung als Treiber
Der Umsatz im Friseurhandwerk lag im ersten Quartal 2025 1,5 % über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der Zuwachs liegt jedoch unter der Inflationsrate.
Mit einem vorläufigen Indexwert von 116,0 im ersten Quartal 2025 liegt der nominale Umsatz im Friseurhandwerk 16 Punkte über dem Basiswert von 2020. Dies ist ein Plus von 1,5 % im Vergleich zum Vorjahresquartal (Jan. – Mär. 2024).
Traditionell fällt der Umsatz deutscher Friseursalons im ersten Quartal etwas schwächer aus – so auch im Jahr 2025. Gegenüber dem Vorquartal (Okt. – Dez. 2024) gab es einen Rückgang von 5,6 %. Im längerfristigen Vergleich liegen die vorläufigen Werte für 2025 jedoch über den Werten der ersten Quartale der vergangenen Jahre. Für den seit 2022 stetig steigenden Umsatz im Friseurhandwerk lässt daher auch für 2025 ein weiteres Plus zum Vorjahr erwarten.
Jahresprognose
Der Prognose des ifo Instituts zufolge soll die Inflationsrate 2025 etwa 2,2 % betragen. Die deutsche Wirtschaft steckt weiter in der Krise. Laut ifo berichten Unternehmen aus allen Wirtschaftsbereichen weiterhin über schwache Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen. Der private Konsum der Deutschen erholt sich nur langsam. Das Umsatzplus der deutschen Friseurunternehmen liegt mit 1,5 % unter der Inflationsrate von 2,2 %. Wie sich der Umsatz im weiteren Jahresverlauf 2025 entwickelt und ob hier Erholung ansteht, bleibt abzuwarten. Experten sind dennoch vorsichtig positiv gestimmt und rechnen mit einer Erholung in den kommenden Jahren.
Hochgerechnet ergibt sich für 2024 ein Jahresumsatz von etwa 7,67 Milliarden Euro. Sollte sich der positive Trend aus dem Vorjahr fortsetzten, wäre für 2025 ein Umsatz über 7,85 Milliarden zu erwarten.
Besonderheit: Kleinunternehmen im Friseurhandwerk
Die oben gezeigte Umsatzentwicklung berücksichtigt nur steuerpflichtige Unternehmen. Umsätze von knapp 20.000 umsatzsteuerbefreiten Kleinunternehmen (mehr dazu ►hier) fehlen. Hochgerechnet bleiben damit rund 422 Millionen Euro unberücksichtigt - eine Summe, die angesichts der ab 2025 angehobenen Umsatzsteuergrenze und Prognosen weiterer Zunahmen an Kleinunternehmern künftig weiter wachsen dürfte.
Wachstum durch Preise, nicht durch Kunden
Trotz steigender Umsätze berichten viele Salons von rückläufiger Besuchshäufigkeit und sinkender Ausgabebereitschaft der Kundschaft. Angesichts dieser und weiterer ►Entwicklungen im Friseurmarkt - wie stagnierender Betriebszahlen, rückläufiger Unternehmensgründungen und sinkender Mitarbeiterzahlen - sind die aktuellen Zuwächse vor allem auf Preiserhöhungen zurückzuführen, nicht auf steigende Nachfrage.
Quellen:
Statistisches Bundesamt (Destatis), 2025Genannter und für Berechnungen verwendeter Umsatz = Umsatz ohne Umsatzsteuer, ohne Preisbereinigung, ohne Umsatz von Kleinunternehmen (< 22.000€)
Ifo-Institut Konjunkturprognose, 2025



