Credit: Jensa Koestlmaier

12.01.2022

Fanny Steben: "Wenn die Mondphase nicht passt, schließe ich den Salon"

Die Öffnungszeiten in Fanny Stebens Salon richten sich nach dem Mond. Denn nur an bestimmten Tagen werden Haare geschnitten, Dauerwellen gemacht oder Bärte gestutzt. Sie gibt einen Einblick in die Praxis als Mondphasen-FriseurIn.

Im Interview mit Juliane Krammer
 

Fanny, du bietest Friseurbehandlungen an, die abgestimmt auf die Mondphasen sind. Wie kam es dazu?

Fanny Steben: Ich war zuvor Trainerin bei Schwarzkopf Professional und jetzt mit meinem 13m2 kleinen Salon auf unserem Bauernhof biete ich Behandlungen zu günstigen Mondzeiten an. Früher hatte ich das alles nicht so ernst genommen, bis meine Osteopathin meinte, ich sollte das einmal probieren. Der ausschlaggebende Punkt war damals, als ich eine Färbung machte und das Ergebnis nicht so wurde, wie ich es gewohnt war. Nach einem Check im Kalender sah ich, dass das kein optimaler Zeitpunkt zum Färben war.
Jetzt halte ich mich daran und auch meine KundInnen sagen, dass ihr Haar voller und schöner geworden ist.

Wie handhabst du die Kraft des Mondes als Friseurin? 

"Ein zunehmender Mond ist für Farbe günstig. Schneiden ist unabhängig vom Färben. Aber es gibt Tage, an denen man weder Schneiden noch Färben sollte."

FS: Ich trage in meinem Kalender extra die Mondtage ein, damit ich bei der Terminvereinbarung weiß, was sich wann eignet. Ein zunehmender Mond ist für Farbe günstig. Schneiden ist unabhängig vom Färben. Aber es gibt Tage, an denen man weder Schneiden noch Färben sollte. Ansonsten notiere ich mir noch die Haupttage wie Jungfrau, Löwe etc. Denn auch diese haben Auswirkung auf das Ergebnis.

Schließt du dann deinen Salon?

FS: Es gibt KundInnen, denen sind die Mondphasen egal. Die kommen auch dann, wenn die Mondphase nicht passend ist, aber ansonsten habe ich meinen Salon geschlossen.

Was war bei der Umstellung das Feedback deiner KundInnen? Wurdest du belächelt?

FS: Ja, anfangs schon. Ich musste meine Herangehensweise öfters erklären, aber jetzt richten sich viele KundInnen danach.

Welche Tipps hast du für KollegInnen, die sich auch mit dem Thema befassen möchten?

"Fische- und Krebs-Tage sind sehr ungünstig. Dann sollten keine Haare geschnitten werden, denn diese wachsen dann nicht gut nach. Wenn man aber Ohren oder Nasenhaare hat, sind diese Termine wiederum perfekt."

FS: Ich empfehle die App „Moony“, die ist super. Auch KundInnen nutzen diese schon. Wie schon gesagt, adjustiere ich meinen Kalender, um bei der Terminvergabe zu wissen, was sich wann eignet.
Ansonsten gibt es Eckpunkte, die man wissen sollte: Bei zunehmendem Mond hält die Farbe länger und ist intensiver. Bei abnehmendem Mond wäscht sich diese schneller raus. An Jungfrau-Tagen kann vermehrt Dauerwelle gemacht sowie geschnitten werden für mehr Längenzunahme. Löwe Tage bringen mehr Fülle in das Haar. Und vor allem: Fische- und Krebs-Tage sind sehr ungünstig. Dann sollten keine Haare geschnitten werden, denn die wachsen dann nicht gut nach. Wenn ein Kunde allerdings Ohren oder Nasenhaare hat, sind diese Termine wiederum perfekt für die Entfernung.
Außerdem bedeutet ein zunehmender Mond einen guten Bart-Tag. Widdertage aber sind schlecht, denn sonst kommt es zu kahlen Stellen.

Und betreust du auch Bräute, wie sieht es hier aus?

FS: Stecken mache ich an allen Tagen. Da hab ich für mich noch keinen Unterschied entdeckt. Da bin ich nicht so dogmatisch. Ich sage immer: Ihr habt die Wahl, denn ich bin da auch Dienstleisterin.

Vielen Dank für dieses interessante Gespräch und alles Gute für die Zukunft, liebe Fanny!

Fanny Steben betreibt ihren Salon Fanny Steben Schönheit Natur und Haare im deutschen Rosien in Niedersachsen. Der 13m² kleine Salon befindet sich in einem ehemaligen Hühnerstall am Rosenhof. Dort wird ein gesamtes Programm mit Permakulturgarten, Bauernhof sowie Friseursalon angeboten.