Step 3 | Das Haar über dem rechten Ohr in drei gleich dicke Strähnen abteilen.

Step 4 | Die linke über die mittlere Strähne und die rechte über die linke Strähne legen.

 

 

India Aufinger ist Blond-Spezialistin im Karlsruher Salon BEKY und Freelancerin für Revlon Professional. Spezialisierung ist in der Corona-Zeit nicht einfach, denn vielen steht nach Neuem kaum der Kopf.

Im Gespräch mit Raphaela Kischnick
 

„Blond bleibt die Königsdisziplin.“

„Wenn du BEKY sagst, dann meinst du blond!“ ist euer Motto – wie kam es dazu, dass ihr euch auf Blond spezialisiert habt?
India Aufinger:
Wir arbeiten alle sehr theoretisch und da begeistert uns blond sehr.
Blond bietet ein extrem weites Spektrum, welches sehr viel Wissen benötigt. Wir sind allesamt kreative Köpfe und haben diese Theorie stark verinnerlicht.  Bevor wir irgendetwas machen, wird das jedem Mitarbeiter weitergegeben.

"Mir war seit Beginn meiner Selbstständigkeit besonders wichtig, dass meine Salons laufen und auch ohne mich funktionieren."

Janina, du bist schwanger. Welche unternehmerischen Vorbereitungen bzw. Organisation im Team hast du veranlasst?
Janina Ehrenberg:
Mir war seit Beginn meiner Selbstständigkeit besonders wichtig, dass meine Salons laufen und auch ohne mich funktionieren. Deswegen habe ich Verantwortungsbereiche abgegeben und Aufgaben verteilt. Einer trainiert Azubis, der andere macht Bestellungen, der nächste kümmert sich um die Ordnung im Salon, usw. Notfallnummern, Elektriker-Kontakt, etc., sind gesammelt und liegen für den Fall bereit.

"Da mein Team mit den eigenen Kunden sehr ausgelastet ist, wollte ich meine frei werdende Stelle besetzen. So können wir alle Kunden behalten."

Auf Instagram hast du eine neue Mitarbeiterin angekündigt, die deine Kundschaft übernehmen wird …
JE
: Glücklicherweise hatte ich bis jetzt wenig Probleme mit dem Personal. Da aber mein Team mit den eigenen Kunden sehr ausgelastet ist, wollte ich meine frei werdende Stelle besetzen. So können wir alle Kunden behalten. Eine ehemalige Kollegin konnte ich für meinen Salon gewinnen. Sechs Wochen lange werde ich mit ihr gemeinsam im Salon sein, bis ich mich in den Mutterschutz verabschiede. Im Hintergrund kümmere ich mich lediglich noch um die Buchhaltung und werde da sein, um meinem Team den Rücken zu stärken.

Wie lange willst du dir eine Elternauszeit nehmen?
JE
: Aktuell plane ich, ein halbes Jahr zu Hause zu bleiben. Da ich momentan noch direkt über meinem 2. Salon wohne, könnte ich so wieder schneller einsteigen. Meine Eltern sind in der Nähe und stehen als unterstützende Kinderbetreuung zur Verfügung. Ich habe aber auch noch Plan B und C, wenn ich doch ein Jahr zu Hause bleibe.

"Seit 20 Jahren arbeite ich 6 Tage die Woche, eine Auszeit habe ich mir noch nie genommen. Für die bevorstehenden Monate habe ich vorgearbeitet."

Bist du privat versichert oder bei der staatlichen Gesundheitskasse?
JE:
Ich bin privat versichert, bekomme hier aber nur minimal Geld. Aktuell kläre ich ab, ob ich Elterngeld bekomme, was ich aber nicht glaube. Ich kann das aber gut überbrücken.
Seit 20 Jahren arbeite ich 6-7 Tage die Woche, eine Auszeit habe ich mir noch nie genommen. Für die bevorstehenden Monate habe ich vorgearbeitet. Außerdem ist es wichtig, dass ich mein Team weiterhin stärke und so ausgelastet bin, dass ich davon leben kann. Ich mache mir trotzdem Gedanken, was ich noch machen kann, um das Haus nicht verlassen zu müssen, damit Umsatz generiert wird und ich nicht untätig bin.

"Ich mache mir trotzdem Gedanken, was ich noch machen kann, um das Haus nicht verlassen zu müssen, damit Umsatz generiert wird und ich nicht untätig bin."

Hast du eine weitere Zusatzversicherung, um für den Mutterschutz und das Krankengeld abgesichert zu sein?
JE:
Nein, ich bekomme kaum etwas von meiner privaten Versicherung, aber ich bin ein sehr sparsamer Mensch und wiege mich finanziell gerne in Sicherheit. Deshalb war meine oberste Priorität, immer gut zu wirtschaften und einen finanzielles „Sicherheitspolster“ zu haben. 

"Ich habe mit einer Schwangerschaft gewartet, bis ich beruflich viel erreicht hatte und meine Karriere am Laufen war."

War dir vor der Schwangerschaft bewusst, dass du dich finanziell absichern musst?
JE:
Mich verwundert nichts, denn für Unternehmer gibt es fast nie etwas. Es ist so schade, dass es jemandem, der viel arbeitet und Arbeitsplätze schafft, so schwer gemacht wird. Ich habe mit einer Schwangerschaft gewartet, bis ich beruflich viel erreicht hatte und meine Karriere am Laufen war. Jetzt passt es perfekt, ich bin gefestigt.

Johanna Röhl ist selbstständige Unternehmerin (friseursalon-roehl.de) und aktiv im Vorstand der Landesinnung und des Landesverbands der Friseure Rheinland.

Das Gespräch führte Raphaela Kirschnick

"Solostylistin: Ich liege gut über 22.500 €, zahle Gewerbesteuer, ..."

Johanna, du bist schwangere Unternehmerin. Kurz zu deiner Situation…
Johanna Röhl:
Ich bin seit 10 Jahren selbstständig, die meiste Zeit mit Angestellten. Meine letzte Mitarbeiterin wurde vor 2,5 Jahren schwanger und ist nicht aus der Elternzeit zurückgekommen. Seither arbeite ich allein im Salon, den ich in unser Haus reinbauen konnte. Das war ein Traum von mir und hat das Thema Familienplanung einfacher gemacht.

“Dann bekomm eben keine Kinder, wenn es Dich so stört!” Nochmal bitte was? Ich soll lieber kein Kind bekommen, anstatt dass sich Deutschland endlich mal was für Unternehmer mit Uterus einfallen lässt? Fassungslos lehne ich mich zurück. Ich bin selten sprachlos, doch jetzt japse ich nach Worten.

Sanft streichle ich mir über meinen Bauch. Mein Wunder, mein kleiner Regenbogen.

Ich war damals im 5. Monat schwanger. Und das mit besten Bedingungen. Zwar schon Teilzeitunternehmerin, aber immer noch im festen Sattel einer Teilzeitanstellung. Ab der 12. Schwangerschaftswoche ging für mich im Salon nichts mehr. Maske tragen und Dauerübelkeit waren einfach meine Feinde. Dankbar ließ ich mich von meinem Arzt ins Beschäftigungsverbot schicken. Seitdem arbeite ich zu 100% an Schönsein.

Schwanger & inmitten von Corona

Es ist Dezember und meine Entscheidung steht fest. Ab Januar bin ich zu 100% selbstständig. Während dieser hochsensiblen Zeit, schwanger und inmitten von Corona, musste ich genau diesen Schritt gehen.

“Hättest Du Dich mal lieber noch auf der Anstellung ausgeruht!”

Klar, hätte ich machen können. Meine Chefin hat immer hinter mir gestanden, und dafür bin ich ihr heute noch dankbar. Doch ich hatte das Gefühl wachsen zu müssen. Nicht nur ich selbst zu einer Kugel, nein, eben auch als Unternehmerin.

Kristin: "Nehmt euch die Zeit für euch selbst"

Ich selbst habe den Mutterschutz vor der Entbindung nicht so ernst genommen. Ich habe meine Stunden hinter dem Stuhl in der Schwangerschaft nach und nach reduziert, das würde ich auch wieder so machen, denn das lange Stehen war zum Ende hin wahnsinnig anstrengend. Ich hatte zwar keinen riesengroßen Bauch, dennoch war er schwer und während der Arbeit oft hart. Deswegen, liebe werdende Mamas, genießt die letzten Wochen vor der Entbindung, nehmt euch die Zeit für euch selbst und tut euch etwas Gutes... Wenn das kleine Wunder erstmal da ist, liegt euer Fokus ganz woanders.

Eva: "Nach 8 Wochen kam der Hilferuf im Betrieb"

Mir ging es bei beiden Schwangerschaften super. Bei der ersten habe ich bis zwei Wochen vor der Geburt gearbeitet — meine erste "zu-Hause-Woche" war die Woche des Donnerstags, den 9.-11., deshalb weiß ich es noch genau. Nach 8 Wochen kam der Hilferuf wegen Krankheitsfällen im Betrieb. Ich habe dann halbtags angefangen, mit Arbeit- und Kindertausch halbtags mit meiner Mama. Die Kleine hatte auch viel Unterhaltung... Sie ist jetzt 22,5 Jahre alt. Bei der zweiten Tochter war ich 6 Wochen zu Hause, auch 50% Mama und ich im Wechsel. Die Kinder hatten deutlich mehr Unterhaltungsprogramm als mit mir alleine zu Hause. Der Papa war damals mit dem LKW unterwegs. Als er bemerkte, was ihm alles "entgeht" mit seinen Mädels, hat er den LKW-Dienst aufgegeben. Die zweite ist jetzt auch schon 19 Jahre alt. Beide Mädels haben wohl genügend Friseurluft bekommen... Die "Große" studiert jetzt — nach ihrer Meisterprüfung: Wirtschaftspsychologie, die jüngere ist aktuell im Gesellenprüfungsfieber.

Sofia Vergara gehört zu den bekanntesten Schauspielerinnen Hollywoods. International gefeiert wurde sie vor allem durch ihre Rolle als „Gloria“ in der Emmy-nominierten Sitcom „Modern Family“. Chris Appleton, der Hairstylist der Stars wie Kim Kardashian und Jennifer Lopez, ist bekannt für seine beeindruckenden Hairstyles, die regelmäßig sowohl auf dem roten Teppich als auch in internationalen Modemagazinen zu sehen sind. Zusammen mit Schwarzkopf Professional rücken sie den 'Lived-in Blonde'-Look ins Rampenlicht und zeigen, dass dieser Look sowohl auf dem roten Teppich als auch im Alltag funktioniert.

Unsere Redakteurin Birgit Senger, selbst Friseurin mit einem Salon in Berlin, trifft Salonunternehmerin und Jung-Innungsmitglied Melina Petroglou zum Talk über Female Empowerment im Innungsvorstand Essen und über Bahnen, die es aufzubrechen gilt – denn gerade zu Beginn der Friseurausbildung sollten die Anforderungen für die Prüfung Auszubildende begeistern und nicht verschrecken.

Frischer Wind und Female Empowerment im Innungsvorstand in Essen

Im Friseurhandwerk arbeiten deutlich mehr Frauen,wie empfindest du die Sichtbarkeit der Frauen im Handwerk?
MP:
Ich beobachte in Fachzeitschriften und auf den Bühnen einen deutlichen Zuwachs an tollen Frauen, vor allem auch Unternehmerinnen. Zum Glück halten wir in der Branche nicht mehr so stark am alten Konkurrenzdenken fest, sondern vernetzen uns stärker und bieten uns gegenseitig eine Bühne.

Welche Entwicklung für Frauen nimmst du wahr?
MP:
Ich beobachte deutlich mehr Unterstützung, gerade auch durch die Medien! Ich finde es toll, wenn, wie von euch, Themen wie Mutterschutz für Selbstständige aufgenommen werden. Auch das positive Feedback, als ich auf sozial Media bekannt gegeben habe, dass ich in den Vorstand der Innung gewählt wurde, war groß.

Weshalb sollten junge Unternehmerinnen und Unternehmer der Friseurinnung beizutreten?
MP:
Ich finde es sehr hilfreich, in jeder Situation einen Ansprechpartner zu haben. Als ich vor vier Jahren gestartet bin, war ich ständig mit Neuerungen und einer super schwierigen Zeit konfrontiert. Ob bei Rechtsbeistand, Fragen zu Tarif- und Ausbildungsverträgen, Arbeitsschutz oder bei der Umsetzung aktueller Auflagen. Für all das hatte ich in der Innung immer eine Ansprechperson. Wir haben aktuell zwei Auszubildende im Salon, dementsprechend bin ich in Bezug auf die Überbetrieblichen Lehrgänge oder Lehrlingsverträge bestens informiert und kann meinen Azubis die vollumfängliche Ausbildung bieten.

Ist blond denn noch immer Königsdisziplin?
IA:
Ja, auf jeden Fall! Das ist diese große komplexe Theorie, die ich meine und die noch immer viele Friseure nicht beachten. Corona hat das besonders deutlich gemacht. Viele Kunden haben DIY-mäßig Youtube Videos genutzt. Die Rettungsaktionen, die wir nach dem Lockdown vor allem rund um Blondunfälle hatten, haben einmal mehr bestätigt, Blond bleibt die Königsdisziplin.

Wo bildest Du dich weiter?
IA: 
Wir bilden uns viel im Salon weiter, helfen uns aber auch gegenseitig. Als Freelancer für Revlon Professional sind wir immer auf dem neusten Stand. Viel Inspiration holen wir uns in Sozialen Plattformen und Fachzeitschriften.

„Viel Reden und immer mit Bildern arbeiten ist das Allerwichtigste“

Wie verkauft ihr Blondspezialisierung und Theorie euren Kunden?
IA:
Meistens kommt Kundin mit einem Bild in den Salon. Gerade Kunden kennen sich mit Fachbegriffen nicht aus und Blond ist für jeden etwas ganz anderes. Viel Reden und immer mit Bildern arbeiten ist das Allerwichtigste.

Können Kunden etwas mit den ständig neuen Namen wie Earth-, Dessert oder Mangoblond anfangen?
IA:
Das ist ganz witzig zu beobachten. Manchmal kommen da Begriffe, da frage ich mich schon, wie da überhaupt jemand draufkommt, wie neulich, da las ich von Mushroom-Blond? Ganz oft ist es aber tatsächlich so, dass die Kunden das lesen und auch verlangen, obwohl sie meist keine Idee davon haben, wie es aussieht.
Mit Balayage ist das so, jeder stellt sich darunter etwas anderes vor. Deswegen ist es wichtig mit Bildern zu kommunizieren, so dass alle vom Gleichen sprechen.

Du sagst Balayage sieht jeder anders. Welche Techniken sind deine Lieblingstechniken?
IA:
Das ist Fall-abhängig. Tendenziell benutze ich gerne mehrere Techniken. Wichtig ist stets ein weicher Verlauf, dafür arbeite ich viel mit dem Color-Board.
Im Konturenbereich setze ich auf die gute altbewährte Strähnen-Technik, manchmal toupiere ich, manchmal nicht. Es ist wirklich sehr unterschiedlich.

Wie viele Blondtöne braucht man deiner Meinung nach?
IA: 
Viele, denn das macht das Leben einfacher. Man kann 5 Kundinnen im Salon haben und alle zeigen das gleiche Bild, dennoch benötigen alle andere Blond-Nuancen, je nach  Naturfarbe, Haarstruktur und individueller Pigmentierung.

Welchen Blondtrend findest Du spannend?
IA:
Man geht stark weg vom aschigen silberblond hin zu wärmeren Tönen. Das eröffnet ein schönes großes Spektrum.

„Wir arbeiten tatsächlich mit 160 unterschiedlichen Blondtönen“

Mit wie vielen unterschiedlichen Blondtönen arbeitet ihr?
IA:
Es sind tatsächlich ungefähr 160. Wir arbeiten mit dem gesamten Revlonissimo Blondsortiment von Revlon Professional.

Was sind für euch Entscheidungskriterien bei der Farbmarke?
IA:
Vielseitigkeit ist uns wichtig, Haarfarben für unterschiedliche Zielgruppen zu haben. Die einen Kunden wünschen hohe Deckkraft, die anderen legen Wert auf ammoniakfreie Farbe wie bei Color Sublime. Im Salon setzen wir auf Vielseitigkeit, aber auch verständlich aufgebaute Farbsysteme. Das Allerwichtigste jedoch ist Zuverlässigkeit. Wenn ich die Theorie verstanden habe, dann weiß ich bei der Revlonissimo-Farbe, das kommt dabei heraus. Es gibt nichts Schlimmeres, als zitternd in der Mixecke zu stehen und sich zu fragen „Ich hoffe das wird was.“

Du bist Freelancerin und u. a. bei Wella als Top-Akteurin tätig. Was verändert sich hier mit der Schwangerschaft?
JE:
Vor allem im 1. Trimester war es besonders hart für mich, 15 geplante Einsätze nicht wahrzunehmen. Es fällt mir schwer, Vereinbartes abzusagen. Ich war körperlich aber nicht dazu in der Lage. Da geht Geld natürlich verloren, denn diese Einnahmequelle fällt weg.

Hast du Tipps für Unternehmerinnen, was im Falle einer Schwangerschaft zu berücksichtigen ist?
JE:
Du musst organisiert sein, Aufgaben abgeben und sinnvoll verteilen. Dein Unternehmen sollte ein Jahr ohne dich klarkommen können. So habe ich es organisiert. Du kannst für jeden Bereich im Unternehmen jemanden einstellen, jedoch ist eine gewisse Unternehmensgröße notwendig, ansonsten bleibt am Ende des Monats zu wenig übrig. Deshalb mache ich die Buchführung weiter, so behalte ich den Überblick und kann reagieren, falls mir eine Entwicklung nicht gefällt. Mein Tipp ist: Wirtschafte gut und gestalte deine Preise dementsprechend, so dass du deine Mitarbeiter gut bezahlen und auch du davon leben kannst!

Haben es Unternehmerinnen mit großem Team leichter, sich in Elternzeit zu verabschieden als Solo-Selbstständige?
JE:
Wenn du, wie in meinem Fall, zwei Salons leitest und ein großes Team hast, läuft hier ein riesiger Kostenapparat mit. Allerdings verteilt sich die Arbeit auf mehreren Schultern und es werden trotzdem Einnahmen generiert. Wogegen jemand, der allein im Salon ist, einfach die Türen abschließt und sobald es man will, wieder aufsperrt. Allerdings werden hier gar keine Einnahmen generiert und einige Kosten laufen im Hintergrund weiter, da man sie nicht so einfach einstellen kann So hat jede Größe seine Herausforderungen und seinen Blickwinkel. Ich bin ein absoluter Teamplayer und liebe es, gemeinsam mit meinem grandiosen Team zu arbeiten.

Danke, Janina, für den Einblick und alles Liebe für deine Zukunft!

Johanna Röhls Salon

Den Salon im eigenen Haus ohne Mitarbeitende, das weckt bei vielen den Verdacht der Schwarzarbeit. Bist du Kleinstunternehmerin und liegst unter 22.500€ Jahresumsatz?
JR:
Nein, ich liege gut darüber. Mein Gewerbe ist ganz normal angemeldet und ich zahle Gewerbesteuer, etc,. Und ganz ordnungsgemäß habe ich auch eine Nutzungsordnungsänderung fürs Haus machen müssen.

Parallel bist du in der Innung.
JR:
Ja, ich bin seit 10 Jahren in der Innung Rhein-Hessen und auch seit vielen Jahren im Vorstand des Landesverbands Rheinland.

"Wenn ich als Solo-Selbstständige keine Einnahmen habe, sind am Ende des Tages null Euro in der Kasse, die Kosten laufen aber weiter."

Du bist schwanger geworden als Unternehmerin und fühlst dich benachteiligt als Frau und zukünftige Mutter. Beschreibe die Situation.
JR:
Ich bin auf eine Petition gestoßen: „Mutterschutz für alle“ – von der Tischlermeisterin Johanna Röh, mit über 120.000 Unterschriften ist sie zum Bundestag gegangen. Da ist mir zum ersten Mal so richtig bewusst geworden „Krass, wir bekommen als Unternehmerin ja gar nichts!“.
Unsere Familienplanung war damals schon präsent, aber das Thema, dass ich als Selbstständige keine Unterstützung erhalte und keinen gesetzlichen Anspruch auf Mutterschutz habe, das wurde mir erst durch diese Initiative bewusst. Das hat unserer Planung keinen Abbruch getan, wir kriegen das schon irgendwie hin.

Dennoch ist es nicht fair, dass man sich als Frau, egal in welcher Situation, Gedanken, um ihre Existenz machen muss. Das finde ich schade, dass selbstständige Frauen an diesen Punkt kommen. Fairness muss man auch im Auge behalten – jeder sollte die gleichen Rechte haben.

Mir war klar, dass ich keinen Mutterschutz haben werde. Spätestens ab dem Zeitpunkt, als ich in die private Krankenversicherung wechselte. Um hier „Mutterschutz“ via Krankentagegeld zu erhalten, muss man 8 Monate Mitglied sein. Dafür war ich eindeutig zu spät dran und mir dessen vor der Entscheidung bewusst.

Im Gegensatz zu meinen Kolleginnen im Salon und hinter dem Stuhl musste ich jedoch nicht den ganzen Tag stehen, mit Chemikalien hantieren und mich körperlich anstrengen. Ich konnte ganz einfach an meinem Schreibtisch sitzen. Dann ist doch arbeiten bis kurz vor der Geburt echt kein Thema. „Hab Dich nicht so“, murmelte ich mir damals ständig zu.

Schwangerschaftsmatsch im Kopf

Bis mein Hirn das Arbeiten aufgab. Eindeutiger Fall von Schwangerschaftsmatsch im Kopf. Die letzten 5 Wochen brauchte ich nicht mal an Arbeiten denken. Und sind wir ehrlich, ich hätte es wohl beim Aufstehen auch gleich wieder vergessen.

Nach der Geburt war ich alles, nur nicht fit. Doch ich hatte mir die Zeit eingeplant. Meine Kunden informiert. Alle Rechnungen vorher geschrieben. Anträge ausgefüllt und war bereit, Mama zu sein. Kein Business für mindestens 4 Monate, Kundenbetreuung erst wieder zum nächsten neuen Jahr (nach 8 Monaten).

Elterngeld - Rückzahlung!

Gemeinsam mit einem Anwalt habe ich mir alles berechnen lassen. Wild kalkulierend, denn Mutterschutz und die finanzielle Absicherung waren ja ausgeschlossen.

So verließ ich mich auf das Elterngeld. (Ja, ich hatte auch Rücklagen.) Als Unternehmerin und Einzelkämpferin waren keine Gewinne für 8 Monate geplant, alles fein säuberlich in die Anträge geschrieben und mein Finanzleben auf umständlichste Art und Weise offen gelegt.

Mein Tipp, liebe werdende Mamas: Nehmt euch Hilfe!

Mir wurde der Höchstsatz prophezeit. Knapp darunter sind wir am Ende gelandet. Also immer noch genug für Miete, Einkäufe, Krankenversicherung, Rente und ein paar Babyaccessoires.

Was mir in meinem Hirnmatsch wohl durch die Lappen gegangen ist (und mit all der überschwänglichen Instamotivation von „so wird das was mit dem Elterngeld“), Elterngeld ist wie eine Coronahilfszahlung.

Kannst Du bekommen, zahlst du unter Garantie zurück und verstehen tut es keiner.

Ich war nach 8 Monaten Mama-Sein so glücklich, endlich wieder Geld zu verdienen. Und schon kommt der Schlag in die Magengrube.

Rückzahlung! 5.500 Euro einmal Retour bitte. Und weil es noch nicht wild genug ist, packen sie gleich auch noch diverse Drohungen von Haftstrafen bei Nichtzahlen zum Ende des Monats mit rein.

Ähhh, was?

Wozu bekommt man denn Elterngeld? Damit man es sich auf das Konto legt und ja nichts ausgibt davon? Wovon sollen denn oben genannte Kosten weiter gezahlt werden? Vom Mann? Wo leben wir denn bitte? Warum steht es mir als Frau nicht zu, ein Kind zu bekommen und mich zu ernähren? Ohne Ernährer?

Keine Elternzeit? Kein Mutterschutz? Keine Zeit mit dem Kind in dieser wirklich bezaubernden und mega anstrengenden Phase?

Was bitte will die Politik damit erreichen?! Etwa, dass wir dann eben keine Kinder bekommen, wenn es uns stört?

Der Kampf ist lang, die Glaubenssätze dazu noch länger. Und auch wenn das Elterngeld noch eine weitere Katastrophe im Strudel abwärts ist, ist das doch ein anderes Thema. Genau wie Sternengeburten und der Umgang damit.

Mutterschutz vor und nach der Geburt und der finanzielle Ausgleich sollten ein Recht für jeden Unternehmer mit Uterus sein!

Meine Geschichte ist wahrlich noch entspannt. Ich habe von zu Hause aus gearbeitet. Doch mein Respekt geht an all die Mamas da draußen, die sich kurz nach der Geburt wieder ihrem anderen Kind widmen: Dem Salon. Und dort auch präsent am Stuhl sind.

Ihr seid meine Heldinnen und für euch will ich laut sein. Weil jede Mama diese besondere „Pause“ von der Arbeit hat.

Annemarie Graf hat auch mit anderen Unternehmerinnen aus ihrem Schönsein Club über die Schwangerschaft und Elternzeit gesprochen - ihr findet die Mini-Interviews ► hier: Ungehörte Stimmen - Unternehmerinnen teilen ihre Mutterschutz-Erfahrungen

Annemarie Graf - Schönsein.Blog
(Business Beratung und Marketing Agentur für Friseure)

Früher: Friseurmeisterin, Leiterin von 2 Friseursalons und internationale Trainerin für eine bekannte Marke.
Heute: Business- und Marketingberaterin für Friseurunternehmer*innen, Autorin, Bloggerin, Podcasterin und Mutter einer kleinen Tochter.

Fabienne: "Mit einem weinenden Herzen im Geschäft stehen"

Ich habe bis einen Monat vor der Geburt meines ersten Kindes gearbeitet und musste dann aufgrund von Mitarbeiterproblemen nach zwei Monaten – mit einem weinenden Herzen – wieder im Geschäft stehen. Daher habe ich die Coronazeit auch sehr genossen. Bei Kind Nr. 2 habe ich zwei Monate früher aufgehört zu arbeiten und eine viermonatige Babypause eingelegt. In der Schweiz erhalten wir einfach drei Monate Entschädigung, die unseren Lohn ersetzen, was auch vollkommen in Ordnung ist. Wir müssen auch nichts zurückzahlen.

Angi: "Die perfekte Gelegenheit für einen richtigen Neustart"

Bei meiner ersten Schwangerschaft habe ich bis 4 Wochen vor der Geburt gearbeitet. Da es mir soweit gut ging, war das kein Problem. Wahrscheinlich hätte ich ebenfalls noch länger gearbeitet, wenn wir nicht die Woche darauf umgezogen wären. Ich habe dann nach 3,5 Monaten mit einer 3-Tage-Woche wieder zu arbeiten begonnen. Das war ziemlich schlimm für mich, da meine Tochter ein ziemliches Bauchweh-Kind war (9 Monate lang). Die Zeit hat mich ziemlich zerrissen. Auch ich hatte dann das "Glück" der Corona-Zwangspause. Wobei die finanziell eine ziemliche Katastrophe war. Jetzt bei meiner zweiten Schwangerschaft läuft es ein wenig anders. Gesundheitlich geht es mir im Endspurt leider nicht mehr ganz so gut. Deswegen habe ich meine Termine reduziert. Ich werde 4 Wochen vor Termin in den Mutterschutz gehen und bin dann tatsächlich ein Jahr raus. (Eure Erzählungen und Meinungen dazu hatten tatsächlich auch Einfluss auf diese Entscheidung!) Da ich aber eh nicht so glücklich bin und gerne etwas ändern möchte, sehe ich das Jahr Auszeit als die perfekte Gelegenheit an, einen richtigen Neustart hinzulegen. Das macht mir zwar unwahrscheinlich viel Angst, aber ich denke, dass es für mich gerade der richtige Weg ist. Mein Vorteil ist, dass ich allein arbeite und deswegen keine Rückzahlungen befürchten muss, da ja absolut kein Gewinn generiert wird. Auch ich finde, dass wir Selbständigen da voll die Arschkarte gezogen haben. Wir sollten auch mehr unterstützt werden! Man fühlt sich leider eher bestraft, wenn man sich für eine Familie entscheidet.

Claudia "Unterstützung für Selbstständige unter aller Sau"

Ich habe bis 2 Wochen vor der Geburt gearbeitet, bin nach 7 Wochen wieder arbeiten gegangen, zunächst auf 30 Stunden für zwei Monate, dann wieder Vollzeit. Der Vater des Kindes hat sieben Monate Elternzeit gemacht. Aufgrund von "ich kann ja den Salon nicht alleine lassen", haben wir das so entschieden. Würde ich glaube nicht wieder genauso machen, sondern davor und danach länger die Zeit genießen und mich in Ruhe erholen. Ohne Stress und Gehetztheit. Die Zeit bekommt man nicht zurück. Daher habe ich mich jetzt dazu entschieden, weniger zu arbeiten, um meinen Sohn im ersten Schuljahr mehr zu unterstützen und für ihn da zu sein. Auch wenn einem da auch keiner unterstützt. Zeit mit dem Kind ist wertvoller als jedes Geld der Welt. Ich finde, dass eine selbstständige Person genauso wie eine Angestellte die 6 Wochen davor und die 8 Wochen danach haben sollte, diese unterstützend vom Staat. Ich finde, dass das viel zu wenig ist und auch die grundsätzliche Unterstützung für Selbstständige ist unter aller Sau. Und überhaupt sollte man sich weniger Gedanken machen müssen, ohne schlechtes Gewissen! Man wird direkt in Schubladen gesteckt und man bekommt indirekte Vorwürfe, dass man als Mama nicht für das Kind da ist, weil die Arbeit wichtiger ist. Das ist einfach nicht schön und sollte keine Mama/Unternehmerin durchmachen müssen.

Nadine "Niemand meiner Kundinnen hat mir dafür gedankt"

Bei allen Kids hatte ich aus gesundheitlichen Gründen einen geplanten Kaiserschnitt, weshalb ich auch bis zum Tag der Geburt gearbeitet habe. Nach 4/5 oder 8 Wochen bin ich jeweils wieder im Salon gestanden, erstmal nur stundenweise. Bei meinem ersten Kind war dann meine Mama mit im Salon, damit ich zwischendurch stillen konnte. War für mich ab Kind Nr. 2 nicht mehr machbar. Für mich kam der Lockdown 2020 wie gelegen, denn damit konnte ich ein paar Wochen MAMASEIN genießen, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Elterngeld kann man leider in die Tonne kicken, was will ich mit 300€ groß erreichen? Echt schade, dass man als Mama bestraft wird. Ich liebe meinen Laden, aber ich weiß nicht, ob ich es immer wieder so machen würde. Denn im September stand ich mit einem 4 Wochen alten Baby da, meine 2,5 Jahre alte Tochter kam in die Krippe und ich habe eine Woche später wieder mit dem Arbeiten begonnen. Was die Eingewöhnung nicht leichter machte, bzw. habe ich mein Baby ab da "abgeben" müssen, wenn auch nur in der Familie. Aber ehrlich gesagt hat es sich einfach falsch angefühlt. Denn mir ging es nach dem Kaiserschnitt noch nicht gut, und ich hätte gerne Zeit zum Erholen gehabt. Ich bin außerdem TÄGLICH im Zeitdruck, dass ich es pünktlich zum Arbeiten schaffe. Und ehrlich gesagt hat mir niemand meiner Kundinnen und Kunden dafür gedankt, dass ich direkt nach der Geburt jedes Mal wieder im Salon stand.

Carmen "...andererseits ist der Salon auch mein Baby"

Ich habe bis 2 Wochen vor der Geburt gearbeitet. Zum Glück ging es mir gut und ich konnte auch, wie ich wollte. Nach 8 Wochen war ich wieder im Laden gestanden, weil ich leider die falschen Mitarbeitenden hatte (bis auf eine), die das Team im Stich gelassen haben. Vom Elterngeld will ich gar nicht anfangen, sobald der Laden weiterläuft und das auch noch gut, bist du als selbstständige Mama der Arsch der Nation! Mindestsatz habe ich bekommen, möchte aber gar nicht wissen, wie viel ich zurückbezahlen muss, da ich noch offiziell in Elternzeit bin. Im Nachhinein betrachtet, wäre ich lieber für meine Tochter da gewesen, denn die Zeit bringt mir keiner zurück und kein Kunde wird sich bei einem bedanken, dass man sein Neugeborenes abgibt! Andererseits ist der Salon eben auch mein „Baby“, womit ich mein Leben finanziere, es ist einfach eine schwierige Situation. Man würde sich mehr Unterstützung wünschen!

Mandy "Dann kam Corona und hat mir die Zeit geschenkt"

Ich habe bis zuletzt gearbeitet, am nächsten Morgen war dann mein kleiner Mann da und nach acht Wochen habe ich wieder angefangen, stundenweise zu arbeiten. Dadurch, dass meine Familie über den Salon wohnt, ging das und da ich nicht stillen konnte... Die Zeit mit dem Kleinen hat mir trotzdem gefehlt und ich hätte gerne etwas Elternzeit genossen, dann kam Corona und hat mir die Zeit geschenkt, die ich mir sonst nicht genommen hätte, daher war an Corona nicht alles schlecht. Obwohl die Angst weiterhin da war, nicht genügend Geld zu haben. Hätte ich eine längere Elternzeit gehabt, dann hätte ich das Geld für die Corona-Zeit nicht gehabt.

Annemarie Graf hat auch ihre eigenen Erfahrungen aus dem Mutterschutz geteilt - ► hier geht es zu ihrere aktuellen Kolumne!

Du suchst auch nach einem persönlichen Austausch mit anderen Unternehmerinnen?
Dann schau Dir Annemarie Grafs Schönsein Club mal genauer an!

Credit: Schwarzkopf Professional

Chris Appleton: „Farbe war schon immer ein sehr wichtiger Teil für ein ganzheitliches schönes Haar und einen ikonischen Look. Ich bin loyal gegenüber Produkten, die es mir ermöglichen, kreativ zu sein, gleichzeitig aber auch den Zustand des Haares respektieren und dem Kunden die besten Ergebnisse liefern. Deshalb vertraue ich Schwarzkopf, besonders bei Blond."

Sofia Vergara: "Schwarzkopfs globale Markenbotschafterin zu werden, passt perfekt zu meiner sich weiterentwickelnden Karriere. Es geht nicht nur darum, für Haarprodukte zu werben, sondern mit einer Marke zusammenzuarbeiten, die meine Vision teilt, die Kraft sich selbst auszudrücken und des Selbstbewusstseins anzunehmen und zu feiern, während ich aufregende neue Wege entdecke."

Kannst du das ohne Innungsmitgliedschaft nicht auch? Ich dachte, man zahlt dann halt nur mehr für die Auszubildenden?
MP: 
Du zahlst mehr, hast aber nicht die Möglichkeit schnell mal was nachzufragen. Klarer Vorteil für alle Innungsmitglieder ist, dass du quasi per Knopfdruck Informationen erhältst.

Wie hast du es so schnell in den Vorstand der Innung geschafft?
MP:
Ich habe mit meinem Vater viele Innungsversammlungen besucht. Irgendwann bekam ich einen Anruf „Wir brauchen junges Blut, würdest du dich für den Innungsvorstand aufstellen lassen?“ Ich habe die Chance ergriffen und freue mich sehr, dass ich gewählt wurde. Teil des Innungsvorstandes zu sein, gibt mir die perfekte Plattform, um meine Interessen und meine Motivation an viel Kolleginnen und Kollegen weiterzugeben.

Was steht auf deiner Agenda, was möchtest du in der Innung erreichen?
MP:
Stärker an den Trends zu arbeiten und Social Media stehen auf meiner Liste ganz oben. Ich würde gerne eine Verbindung schaffen zwischen dem, was die Firmen an Trends zeigen und dem, was die Innung vorgibt. Ich halte es für super wichtig, auch als Innung junge Talente stärker anzusprechen. Wir sollten darauf fokussieren, was junge Leute und junge Betriebe benötigen und welche Unterstützung wir als Innung zusätzlich zu den ‚Klassikern‘, anbieten können.

An welche Maßnahmen denkst du da?
MP:
An Weiterbildungsangebote, um die Sichtbarkeit im Social Media Bereich zu pushen. Oder daran, die Angst vor Konflikten und Herausforderungen in der Ausbildung zu nehmen und z.B. mit der Kompetenz des Lehrlingswarts herauszufinden, woran es liegt, wenn es im Salon zu Unstimmigkeiten zwischen Ausbildungsbetrieb und Auszubildenden kommt.

"Ich freue mich über die Möglichkeit, mitgestalten zu können, um junge Leute anzusprechen."

Ich verstehe vollkommen was du sagst, leider höre ich oft, dass man mit dem aktuellen Ausbildungsplan oder der Mode des Zentralverbands die jungen Menschen wenig begeistern kann, sondern oft sogar verschreckt. Wie siehst du das?
MP:
Genau aus diesem Grund wäre es cool, stärker an den Trends zu arbeiten! Als Fachtrainerin kenne ich auch die Firmenseite. Ich sehe es als meine Aufgabe, meine Erfahrungen im Innungsvorstand einzubringen und der Innung Essen neuen Input zu geben. Ich freue mich über die Möglichkeit, mitgestalten zu können, um gerade die jungen Leute anzusprechen.

Sollte sich eine Innung nicht mehr um politische und rechtliche Belange kümmern und Mode anderen überlassen? Könnte man die Zeit und das Geld nicht lieber in andere Maßnahmen stecken und die Mode komplett der Industrie überlassen?
MP:
Ich finde, wir haben ein super ganzheitliches Handwerk, weil es nun mal auf Trends, Techniken und Mode basiert. Aus diesem Grund finde ich es nicht gut, wenn eine Innung, die unter der Handwerkskammer die Branche vertritt, da außen vor bliebe.
Bei uns im Salon ist es so, dass vor allem die jungen Mitarbeitenden gern die Zeitschriften anschauen, sich über Trends informieren und froh sind, dass diese bei der Modelinie des Zentralverbands die passenden Farbtechniken fachlich aufbereitet und erklärt werden. Auch zur Vorbereitung auf anstehende Prüfungen orientieren sie sich gern an den Trends.

Ok, da ist was dran. Auch wenn es bei mir lange her ist, habe ich mich in den ersten Jahren im Friseurbusiness genau an diesem Material bedient und gelernt, anhand einer Fotografie die angewandte Farbtechnik zu erkennen.
Wie attraktiv ist der aktuelle Ausbildungslehrplan, sollte aus deiner Sicht etwas ergänzt werden?
MP:
Ich liebe natürlich Farbe und weiß als Farb- und Techniktrainerin, wie viel man da noch machen kann. Aktuell sind es Module, die man dazu buchen kann. Ich fände es toll, wenn beispielsweise Farbkorrektur mit integriert werden könnte. Vor allem in der ersten Hälfte der Ausbildung sollten modernere Techniken platziert werden anstatt klassisch Dauerwelle und Façon anzubieten.  Es wäre super, wenn Azubis während der ersten Prüfung schon richtig Spaß am Beruf haben könnten.

Lobenswert ist, dass bei uns Augenbrauenfärben in die Prüfung integriert wurde. Wimpern färben, Augenbrauenfärben und mittlerweile Augenbrauenlifting gehören für uns zum Salonalltag und hier finde ich es wichtig, im Friseurhandwerk up to date zu sein.

"Wir brauchen Techniken, die uns helfen, die Auszubildenden für den Beruf motivieren zu können."

Ist Augenbrauenlifting schon Teil des Lehrplans?
MP:
Noch nicht, aber bei uns im Salon haben wir eine Auszubildende im ersten Lehrjahr, die das herausragend gut macht und wahnsinnig motiviert bei der Sache ist. Und genau das meine ich: Wir brauchen Techniken, die uns helfen, die Auszubildenden für den Beruf motivieren zu können ...

… was der Dauerwelle, als alter Klassiker im Lehrplan, nicht so gut gelingt, oder?
MP:
Ich kann das nachvollziehen, da die Dauerwelle sicherlich zu den eher schwierigeren und nicht so modernen Arbeiten unseres Handwerks zählt. Obwohl mittlerweile Papilloten-Wickler verwendet werden können, sehe ich die Herausforderung ein Modell zu finden, als eher schwierig. Vor allem, da es im Moment auch noch vorgeschrieben ist, dass auf einem Frauenkopf gewickelt wird. Warum können wir das nicht deutlich diverser machen? Wie wär‘s mit: „Hey, dass ihr eine Dauerwelle wickelt, ist für eure Fingerfertigkeit ein tolles Training und wichtig, um den chemischen Prozess einer Dauerwellbehandlung zu beherrschen und verstehen zu können. Wenn also jetzt gerade bei Herren die Dauerwelle angesagter ist, dann zeigt die Technik am Herrenmodel.“

Und macht es einen Unterschied, ob 2/3 des Kopfes oder ein geringerer Teil gewickelt werden, um zu zeigen, dass die Technik grundsätzlich beherrscht wird? Mit etwas mehr Offenheit  kann man die Dauerwelle im Ausbildungslehrgang lockerer gestalten und für Azubis attraktiver machen.

Was sollte sich die Branche immer vor Augen halten?
MP:
Wir bewegen Menschen in kürzester Zeit nicht nur zu einem tollen Aussehen, sondern auch zu einem neuen Lebensgefühl. Welche Branche kann das schon von sich behaupten?

Vielen Dank, Melina, und viel Erfolg!

„Nach Neuem steht kaum einem der Kopf“

Corona Zeit – Ist Spezialisierung in dieser Zeit schwieriger?
IA:
Ja, schon! Erstens finden kaum Seminare statt auf denen man Fachwissen vertiefen kann.
Aber auch das Kaufverhalten unserer Kunden hat sich im Corona-Jahr verändert, der Anspruch ist gesunken. Hauptsache man hat einen Termin und die Haare gemacht. Es fehlt derzeit dieses „Hey, lass uns mal wieder was Neues ausprobieren“, nach Neuem steht kaum einem der Kopf.

Was kostet eine Blondbehandlung bei Dir?
Das ist ganz unterschiedlich, zwischen 140 und 250 €, je nach Haarlänge und Zustand der Haare.

Welche Innovationen wünschst Du dir für Blond?
Ich wünsche mir eine Hellerfärbung mit der ich einen schönen kühlen aschigen Blondton hinbekomme.

Deine schlimmsten Blonderlebnisse?
Wir haben immer wieder dieses ‚von Schwarz auf Blond‘. Das ist ein langer Weg und kein Schongang für die Haare.
 

Wie geht ihr damit um?
Es ist wichtig ehrlich zu sein.  Auch ich habe schon mal vor grünen Haaren gestanden, seitdem spreche ich mit einer Kundin alles an, was in den letzten Jahren mit den Haaren gemacht wurde. Nur so kann man wirklich wissen, was zu tun ist.
Es ist verdammt wichtig, dass man ehrlich ist, Ehrlichkeit strahlt Kompetenz aus. Ein Pokerface und die Hoffnung darauf, es wird schon werden, damit hat man danach nur viel schlimmere Diskussionen.

Liebe India, vielen Dank und weiterhin viel Spaß in der schönen Blondwelt

Wie trifft dich das als Solo-Selbstständige?
JR:
Es macht nochmal einen Unterschied, ob ich zehn Mitarbeiter habe, die Einnahmen machen und die laufenden Kosten decken. Wenn ich als Solo-Selbstständige keine Einnahmen habe, sind am Ende des Tages null Euro in der Kasse, die Kosten laufen aber weiter. Ohne Einnahmen kann ich die nicht bezahlen und da reden wir noch nicht mal davon, dass ich in dieser Zeit auch von etwas leben muss.

Welche Möglichkeiten bieten die Krankenkassen?
JR:
In der Grundversicherung hat man keinen Anspruch auf Krankengeld. Eine Aufstockung kostet sehr viel Geld im Monat. Anspruch auf Krankengeld hat man auch erst 6 Wochen nach der Geburt.
Bei angestellten Schwangeren beginnt der Mutterschutz 6 Wochen vor errechneten Geburtstermin und endet 8 Wochen nachher. Sie bekommt volles Gehalt vom Arbeitgeber, der es bei der Krankenkasse komplett zurückfordern kann.

Credit: Schwarzkopf Professional

Für euch die Farbrezeptur von Sofia Vergaras Look kreiert von Chris Appleton

Colour 1 - Foils: 
IGORA ROYAL HIGHLIFTS 12-0 + 12-1 (1:1) + IGORA ROYAL DEVELOPER OIL 12% | 30 VOL. (1:2) 

Colour 2 - Face Frame:
BLONDME PREMIUM LIGHTENER 9+ + BLONDME PREMIUM DEVELOPER 2% | 7 VOL. (1:2)

Colour 3 - All Over:
IGORA VIBRANCE 5-4 + 7-4 + 6-0 (1:1:1) + IGORA VIBRANCE ACTIVATOR LOTION 1.9% | 6 VOL. (1:1) 

Colour 4 - Toner on Face Frame:
BLONDME PASTEL TONER ICE IRISE + BISCUIT (2:1) + BLONDME PREMIUM DEVELOPER 2% | 7 VOL. (1-1)

Über Melina Petroglou

  • Salon Inhaberin | Friseur Georg P, Essen | 6 Mitarbeitende, 2 Auszubildende
  • Fachtrainerin & Stage Artist
  • Prüferin HWK, seit 2024 Mitglied des Innungsvorstandes (Kreishandwerkschaft Essen)

Der 'Lived-In Blonde'-Look, sehr beliebt bei Celebrities und häufig zu sehen in Fashion Hotspots wie London und Paris, definiert Blond auf eine neue Art. Sanfte Highlights, die mit einem nahtlosen Übergang von dunkleren Ansätzen zu helleren Spitzen kombiniert werden, ergeben einen Blondton, der jeder Frau schmeichelt und ihr ein natürliches, sonnengeküsstes Aussehen verleiht. 'Lived-in Blonde' bietet die perfekte Kombination aus Natürlichkeit und Eleganz.

How to "Lived In Blonde"-Seminarreihe

Erfahren Sie alles über den angesagten Farbservice, der von Prominenten getragen wird, und bringen Sie diesen Trend in Ihren Salon. Entdecken Sie mit unseren Blond Experten Damian Tworuschka (Blonde.ID / Frankfurt) und Alexander Fehrenbach-Voit (hairconcept / Berlin), wie Sie mit den neuesten Techniken und Styles nicht nur Ihre Kunden begeistern, sondern auch Ihren Umsatz steigern können.

Termine: 
03.06.2024 Auerbach
17.06.2024 München
24.06.2024 Hamburg
01.07.2024 Bonn

Weitere Details als .pdf-Download (siehe unten!)

"Im Wochenbett, da sollte keine Mutter arbeiten müssen. ... Bei Selbstständigen ist das dein Privatvergnügen."

Schutzbedarf mit zweierlei Maß?
JR:
Das ist die besondere Situation: Die Schwangere braucht einen besonderen Schutz und darf nicht benachteiligt werden. Sie bekommen volles Geld, obwohl sie nicht arbeiten. Die Frau soll sich auf die Geburt vorbereiten, Kraft tanken und schonen. 8 Wochen danach ist das Wochenbett, da sollte keine Mutter arbeiten müssen. Das gilt aber nur, wenn du angestellt bist. Bei Selbstständigen ist das dein Privatvergnügen. Da musst du schauen, wovon du in dieser Zeit lebst.

Johanna Röhls Salon

Gibt es irgendeine Versicherung, die du abschließen könntest?
JR:
Es gibt bestimmt für alles eine Versicherung, aber die Frage ist doch, wer kann sich das leisten und weshalb ist es bei jedem Angestellten in der Basisversicherung abgedeckt, bei Selbstständigen aber nicht. Ich zahle jeden Monat fast 600€ Krankenversicherung und da ist nichts Spezielles drin. Für einen jungen Mensch, der sich das Leben gerade erst aufbaut, ist das eine echte Herausforderung.   
Klar, ich kann alles absichern, davon leben ja auch die Versicherungen, aber ist das fair? Dass sich angestellte Frauen um gar nichts kümmern müssen und Selbstständige jeden Monat in eine Kasse einbezahlen müssen, nur damit wir in diesen 12 Wochen Geld bekommen?

Man bekommt das Krankengeld erst 6 Wochen nach der Geburt?
JR:
Korrekt, durch die ersten 6 Wochen muss man finanziell auch erstmal durch. Das ist ein ganz schön langer Urlaub. Jede Selbstständige weiß, wie schwer es ist, auch nur 2 Wochen Urlaub zu machen.

Wie sieht es denn dann mit der Elternzeit aus?
JR:
Das Elterngeld bekommt man auch als Selbstständige, aber erst 8 Wochen nach der Geburt. Man erhält vom monatlichen Durchschnittseinkommen des Vorjahres 65%.

Deine Forderung an die Politik?
JR:
Frauen sollen sich in der Zeit, in der sie ein Kind bekommen, keine Gedanken machen müssen, ob der eigene Betrieb es schafft. Ich möchte keine Angst um meine Existenz haben, wenn ich gerade das Schönste in meinem Leben erleben darf. Die Politik spricht immer von Frauenrechten, will die Frau als Unternehmerin fördern und dann schafft sie, es Cannabis zu legalisieren, aber nicht die Frauenrechte.

Frauen sollen Chancen haben, sich selbstständig zu machen. Es herrscht hier eine unglaubliche Benachteiligung gegenüber Männern und Arbeitnehmerinnen.

Was empfiehlst du jungen Frauen, die sich selbstständig machen?
JR:
Ich war mit 23 selbstständig, da hab‘ ich nicht über Familie nachgedacht. Dann kommt man an den Punkt, hättest du das gemacht, wenn du das gewusst hättest? Oder wäre es einfacher, jetzt angestellt zu sein, in einer guten Position? Das sollte man als junger Mensch zumindest durchdenken und sich dann entscheiden.
Und es ist ja nicht nur das eigene fehlende Gehalt einzukalkulieren, sondern auch sämtliche Betriebskosten, die anfallen, z.B. Miete, Energie, Versicherungen,…

Deine nächsten Schritte?
JR: 
Manchmal geht es auch darum, ein bisschen Lärm zu machen! Ich spreche es jetzt auf jeder Tagung an, vor allem bei Politikern, vor Kurzem bei Andrea Nahles. Ich hoffe es wird hier etwas passieren.

Johanna, ich danke dir für dieses offene Gespräch und wünsche dir eine wundervolle Schwangerschaft und viele erfolgreiche politische Kontakte.

Nadine Zeiler, Inhaberin Friseursalon 'Your Style' Pleiskirchen, 4 Mitarbeiterinnen (2 Voll-/ 2 Teilzeit), im Gespräch mit Raphaela Kirschnick

Du bist in den vergangenen Jahren in eine für dich problematische Lage gerutscht. Was ist passiert?
Nadine Zeiler:
Als ich mitten in der Corona-Zeit schwanger wurde, musste ich mir oft die Frage stellen, wie es weitergeht. Ich wollte meinen Mädels im Salon ihren Arbeitsplatz nicht wegnehmen. Mit Coronahilfen und Ersparnissen ging es dann irgendwie.

Wie lief es, als das Baby da war?
NZ:
Im August 2021 kam meine Tochter zur Welt. Ich habe bis zum Tag der Geburt gearbeitet und bin nach 3 Wochen wieder zurück in den Salon, obwohl es mir gar nicht gut ging. Aber eine Kollegin fiel wegen Krankheit aus und es musste Umsatz rein. Dann hatte mein Papa einen schweren Unfall und ich musste aussetzen, um mich um ihn zu kümmern. Wenn man selbst nicht mitarbeiten kann, geht einiges an Umsatz ab. Dann kam die Soforthilferückzahlung.

Das sind viele Schicksalsschläge. Du hast dich in dieser Situation bei der Hilfsaktion Wella-Fonds beworben. Ist es dir leicht gefallen, um Hilfe zu bitten?
NZ:
Nein, wirklich nicht.

Was hält einen da zurück?
NZ:
Was denken denn dann die anderen über dich! Denkt jetzt jeder, ich bin dem nicht gewachsen? Das beschäftigt einen, das Gerede, das kommen könnte. Eigentlich blöd, denn es geht ja so vielen so, wenn man dann darüber spricht.

„Wenn etwas eine Herzensangelegenheit ist,
dann gibt man nicht so schnell auf.“

Was hat dich davon abgehalten, deinen Salon aufzugeben?
NZ:
Meine Mädels wohnen ja alle in der Nähe, es ist so schön mit ihnen. Das ist meine Hauptmotivation, ihnen einen guten Arbeitsplatz zu bieten. Wenn etwas eine Herzensangelegenheit ist, dann gibt man nicht so schnell auf.

Du erhältst im Rahmen des Wella-Fonds nun für ein Jahr Produkte bis zu einem Warenwert von 15.000 € gratis. Wie war es, als du die Nachricht erhieltst?
NZ:
Ich hab’s gar nicht glauben können. Ich hatte es nicht wirklich erwartet und hab mich voll gefreut, man kann diese Erleichterung gar nicht beschreiben.

Jodie Palmer im Interview mit Celina Roth

Jodie, du bist International Educator bei Evo und bekannt für deinen „Hair Tan“. Wie funktioniert dein Haarfarben-Trend "Hair Tan"?
Jodie Palmer:
"Hair Tan" ist eine Haarfarbe-Philosophie. Was "Hair Tan" von traditionellen Highlighting-Techniken unterscheidet, ist, dass wir dieses jugendliche Urlaubshaar erschaffen wollen. Also das Haar, dass wir mit vierzehn im Urlaub hatten, bevor wir anfingen, mit all den tollen Produkten herumzuspielen und ein paar Fehler zu machen. Es verleiht diesen sehr, sehr natürlichen, sehr sonnenverwöhnten Look, fast so, als wäre dein Haar gebräunt worden.

Wie entscheidest du, wo du die Highlights setzt?
JP:
Ich lebe in Barcelona, bin von schönem Wetter umgeben und sehe viel natürliches Haar. Dabei habe ich beobachtet, wo sich das Haar natürlich aufhellt. Um den Haaransatz herum wird es hell, schön und blond, auch die Spitzen. Ich konzentriere mich auch sehr auf die Person vor mir, weil wir Haarfarbe als Highlight verwenden können, wie Make-up. Je nach Kundenwunsch, kann ich zum Beispiel ein Gesicht schlanker wirken lassen, indem ich einige Bereiche dunkler lasse, ich kann einen Hals schlanker machen oder einen Wangenknochen oder Augenfarbe aufhellen.

Und was ist der Unterschied zum Balayage?

JP: Der große Unterschied zwischen natürlichem Licht und Balayage ist, dass Balayage an den Längen und Spitzen funktioniert, aber natürliches Licht am Oberkopf passiert. Wenn du dir den Kopf von Skaterboys ansiehst, haben diese immer hellblonde Kronen. Also habe ich die Platzierungen ein wenig umgekehrt, damit es so aussieht, als hätte die Sonne all die Arbeit getan.

Du setzt Highlights und was passiert dann mit dem übrigen Haar?

„Eine Haarfarbe sollte sich genauso sehr um das Haar drehen, dass du nicht färbst, wie um das Haar, dass du färbst.“

JP: Ich lasse viel natürliches Haar. Eine Haarfarbe sollte sich genauso sehr um das Haar drehen, dass du nicht färbst, wie um das Haar, dass du färbst. ‘You can use it or lose it‘. Wenn jemand viel natürliches Haar hat, bin ich mehr als glücklich, es zu belassen, denn es geht darum, die Schönheit des natürlichen Haares hervorzuheben. Die Highlights sind das Accessoire und nicht umgekehrt.

1 Jahr keinen Wareneinsatz. Wie optimistisch schaust du nach vorne und was planst du mit dieser Ersparnis?
NZ:
Grundsätzlich möchte ich wieder ein bisschen was auf die Seite legen, denn nach Corona war alles Ersparte weg. Und ich möchte meine Mitarbeiter halten und leistungsgerecht zahlen.

Wie läuft das Geschäft insgesamt?
NZ:
Ich darf mich nicht beschweren, wir haben eine gute Stammkundschaft und seit Mitte Februar sind wir wieder gut ausgebucht, das passt.

Dein zweites Kind kommt bald. Was sind deine Pläne?
NZ:
Ich würde gerne zwei Monate zu Hause bleiben, um ein wenig Pause mit dem Kind zu haben. Danach muss ich schauen, wie es weitergeht.

Wie ging es dir als Selbstständige in der Schwangerschaft?
NZ:
Als Schwangere Unternehmerin ist man extrem benachteiligt und meine Forderung an die Politik wäre sich diese Ungleichbehandlung einmal anzuschauen. Was ist für mich als Frau anders als für eine Arbeitnehmerin. Ich zahle meine Krankenversicherungsbeiträge und bin dennoch nicht abgesichert wie eine schwangere Mitarbeiterin. Das gehört geändert. Selbstständigen Frauen sollte das Gleiche zustehen wie einer Arbeitnehmerin.

Nadine, alles Liebe dir und wir werden das Thema Selbstständigkeit in der Schwangerschaft auch politisch mit auf.

Mit welchen Produkten arbeitest du?
JP: Ich nutze vor allem die demi-permanenten ►Farben von hue-verse, da diese den Naturton des Haars nicht angreift. Sie behält den Naturton des Haars bei, lässt es aber strahlen und ermöglicht es mir, die Haare so zu färben, wie ich es möchte und gleichzeitig sicherzustellen, dass das Haar natürlich rauswächst.

Welche Nuancen benutzt du am liebsten?
JP:
Es hängt komplett vom Haar ab, an dem ich arbeite. Aber wenn du an eine Bräune denkst, ist sie warm, nie kalt, also verwende ich warme Töne, viel Gold. Ich mag viel Beige. Warm ist immer mein Favorit!

Wie oft benötigt der „Hair Tan“ ein Fresh-Up?  
JP:
Ich empfehle in jeder Farbsituation alle drei Monate. Mehr als das ist übermäßig. Ich denke, mit dem Budget und der Zeit, die wir haben, ist alle sechs Wochen ein wenig absurd, also alle drei Monate. Es muss auch zu den Jahreszeiten passen. Wir können es im Sommer aufhellen und es im Winter etwas dunkler lassen.

Hair Tan | Credit: Jodie Palmer | New Flag

Wie gehst du bei Locken vor?
JP:
Wir alle wissen, dass jedes lockige Haar einzigartig und anders ist. Also denke ich, es ist sehr wichtig, wann immer ich an einem lockigen Kunden arbeite, ihr Haar so zu sehen, wie es ist, wie es gemacht ist, wie sie es tragen, und dann wähle ich, wo ich die Farbe platziere, viel mehr visuell als technisch. Weil Locken sich bewegen können, arbeite ich sehr visuell, aber auch vorsichtig, wenn es um Textur geht, weil lockiges Haar von Natur aus trockener ist. Also neige ich dazu, sanft zu arbeiten und mit den Platzierungen freier umzugehen.

Wie gestaltest du deine Preise?
JP: Das ist ein wenig sensibel. Ich bin transparent gegenüber meinen Kunden, spreche aber ungerne über Preise, weil sie immer individuell sind. Aber es handelt sich definitiv um einen Premium-Service im High-End-Bereich. Wenn jemand in dieser Technik ausgebildet wurde, würde ich den Preis erhöhen und ihn auf Augenhöhe mit einem Balayage setzen.

Gibt es einen „Hair Tan“-Unterschied bei den Geschlechtern?
JP:
Ich mache keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern. Ich gehe nach ihrem Typ. Nationalität, Geschlecht, Hautfarbe sind völlig unerheblich, weil der Service auf dem natürlichen Unterton einer Person basiert und weil er so natürlich ist.

Welche Altersgruppe nimmt den Service in Anspruch?
JP: Jede. Ich arbeite nicht mit Minderjährigen, weil Haare so lange wie möglich natürlich sein sollten, aber ich arbeite mit Personen im Alter zwischen 19 und 60 Jahren. Ich arbeite auch mit grauem Haar, ich denke, die Technik passt sehr gut zu Haaren, die in den Winter des Lebens kommen. Es sieht immer noch jugendlich aus, ohne zu zeigen, dass es gefärbt ist.

Welche Farbtrends beobachtest du? Was erwartet uns deiner Meinung nach in nächster Zeit?

JP: Rot kommt nicht, es ist bereits da, worüber ich superglücklich bin. Ich sehe viel geschlechtsneutrales Haar. Ich sehe Cowboy Copper, Mullets, das Abschneiden der Haare. Viele Mädchen schneiden ihr langes Haar ab. Ich sehe Locken, viel mehr Menschen lernen es, ihre natürlichen Locken zu lieben. Und was die Farbe betrifft: Ich hoffe, dass der Natural Look nicht aufhört, aber ich sehe nicht, dass natürliche, elegante Haare jemals aus der Mode kommen. Es wird immer ein Trend sein. Ich sehe auch dunkles Braun, irgendwie fast schon Emo. Ich denke, es macht Spaß und die Leute haben gerade mehr Spaß mit ihren Haaren.

Danke Jodie für das tolle Gespräch und alles Liebe für die Zukunft!

"Wenn wir keinen Spot haben, um uns auszutauschen und auch auszukotzen, wo soll das sonst passieren?"

Cihan Bulut im Interview mit Juliane Krammer

Cihan, du bist ganz neu der Innung beigetreten. Wie kam es dazu?
Cihan Bulut:
Ich habe schon lange mit dem Gedanken gespielt, Innungsmitglied zu werden. Das war damals schon, als ich mich selbstständig machte, jedoch verspürte ich damals keine Benefits für mich und meinen Salon. Mir ist nun aber klar: Wenn alle so denken, haben wir Friseure keine Lobby und es wird nichts passieren. Wenn wir keinen Spot haben, um uns auszutauschen und auch auszukotzen, wo soll das sonst passieren? Es braucht Raum für alle Gedanken und Meinungen! Nur Herumsitzen und Beschweren geht nicht!

… und dann wurdest du Mitglied?
CH
: Ich habe mich zu Beginn mit Innungsmitgliedern getroffen, über Probleme gesprochen und meine Gedanken geteilt. Danach fiel mir die Entscheidung leicht, denn ich hatte Lust und Power, Teile der Branche zu erreichen und zu begeistern, damit wir gemeinsam Veränderung schaffen. Aktuell finde ich mich in dieser Rolle ein und bis jetzt habe ich zwei Shows für die Innung gemacht, zwei weitere folgen jeweils im Juli und Oktober.

Wie waren die Innungs-Veranstaltungen für dich?
CH:
Die Innung ist mutiger geworden. Sie laden Leute ein, die anders denken, nicht die Norm sind. Ich zähle mich hier dazu. Es geht auch darum, eine andere Zielgruppe zu erreichen. Die Hoffnung ist, damit die jungen Friseure anzusprechen und ich hoffe, dass ein paar coole Kollegen nachziehen.

Warum hat dich die Innung jetzt erreicht, aber nicht als du als Jungunternehmer gestartet hast?
CH:
Als Unternehmer, der sich für die Innung interessiert, glaubte ich lange, dass man da nicht wahrgenommen bzw. nicht als wichtig genommen wird. Das muss von Seiten der Innung besser gespielt und an den Friseur gebracht werden. Aber auch Friseure müssen offener sein, denn alles was bequem ist, ist ungesund! Beide müssen sich ins Zeug für unsere Branche legen.

"Ich will das nun 4-5 Jahre probieren und wenn es gut weiter geht – wunderbar! Ich habe nichts zu verlieren, kann dazulernen und wachsen, aber jederzeit auch wieder gehen. Diese Branche hat mir so viel gegeben, da will ich nichts „unprobiert“ liegen lassen. Ich bin es dem Handwerk schuldig.

Welche Erwartungen hast du an dich in dieser neuen Position?
CH:
Ich will das nun 4–5 Jahre probieren und wenn es gut weiter geht – wunderbar! Ich habe nichts zu verlieren, kann dazulernen und wachsen, aber jederzeit auch wieder gehen. Diese Branche hat mir so viel gegeben, da will ich nichts „unprobiert“ liegen lassen. Ich bin es dem Handwerk schuldig.
So wie in jeder Verbindung, die man eingeht, müssen sich beide Partner kennenlernen und in der Phase befinde ich mich gerade. Ich möchte nun herausfinden, was ich verändern kann. Mit meiner Expertise und meinem Wissen versuche ich, den Nachwuchs zu erreichen, aber auch diejenigen, die schon 20–30 Jahre mit dabei sind. Diese Gruppe wird oft vergessen. Die müssen wieder abgeholt und im Talk zusammengebracht werden.

"Eine Innungsmitgliedschaft ist teilweise sehr negativ behaftet. Ich gebe Positives rein und bekomme auch viel zurück."

Was hat sich verändert, seitdem du Teil der Innung bist?
CH:
Es spricht sich natürlich rum, dass man den Schritt wagt. Viele fragen mich, was ich davon habe oder tun es als Zeitverschwendung ab. Eine Innungsmitgliedschaft ist teilweise sehr negativ behaftet. Ich gebe Positives rein und bekomme auch viel zurück. Zum Beispiel dieses Interview jetzt und auch meine Kunden merken, dass sich ihr Friseur um die Branche kümmert.

"Die Innung muss raus aus den alten Schuhen! ...  das passiert aber nur, wenn Leute da sind, die sich diese neuen Schuhe anziehen."

Was sagst du, wenn jemand der Meinung ist, dass die Innung veraltet ist?
CH
: Es liegt an einem selbst, was man einbringt. Es stimmt auch nicht, dass man nicht modern sein darf. Ich blieb bei den Shows meinem Stil treu und war sehr laut! Und es hat gefruchtet. Über 400 Azubis waren dabei. Die haben mir anschließend auf Instagram geschrieben, andere haben sich sogar beworben. Die Innung und auch die Friseure müssen über ihren Schatten springen und die neue Verbindung wagen. Man muss sein Ego herunterschrauben und schauen, wovon man wirklich profitiert. Aber allen voran brauchen wir eine Lobby! Es hilft auch nichts, wenn man sich als Salon an Trends aus dem Ausland orientiert. Letztendlich sind unsere Salons in Deutschland und da muss ich ansetzen, um Dinge zu verbessern. Ich weiß, es ist eine Monsteraufgabe und allein schaffe ich das nicht, deswegen schreie ich es raus, damit sich Leute anschließen.

Welche Erwartungen hast du von Seiten der Innung?
CH:
Die Innung muss raus aus den alten Schuhen! Das ist schon seit meiner Lehrzeit so, das passiert aber nur, wenn Leute da sind, die sich diese neuen Schuhe anziehen. Außerdem erwarte ich mir Wertschätzung den Künstlern und Artists gegenüber. Alle müssen mit ins Boot genommen werden und es müssen Benefits da sein, denn niemand macht etwas ohne Vorteil.

Danke, Cihan, für das spannende Gespräch und alles Gute für die Zukunft!

Kristina Baumgartner im Interview mit Juliane Krammer

Schwarzarbeit ist ein großes Thema und wird oft mit Billig-Barbershops in Verbindung gebracht. Ist das ein Thema, das dich beschäftigt?
Kristina Baumgartner:
Tatsächlich mache ich mir diesbezüglich keine Gedanken. Ich konzentriere mich auf meine Kunden, die das Service schätzen und faire Preise bezahlen. Aber es gab schon mal die Situation, dass ein Kunde meine Mitarbeiterin gefragt hat, ob sie auch privat Haare schneidet.

Raphaela Kirschnick im Gespräch mit Stephen Moody, Artistic Director Paul Mitchell

Stephen, seit August 2022 bist du Artistic Director bei Paul Mitchell. Von Sassoon zu Paul Mitchell. Wie war dein Entscheidungsprozess?
Stephen Moody:
Ich habe 32 Jahre mit Vidal Sassoon gearbeitet und dann weitere 10 Jahre mit Wella. Danach wollte ich mich eigentlich voll und ganz auf mich konzentrieren und definitiv nicht mehr mit einem großen börsennotierten Konzern. Und dann kam der Kontakt mit dem Familienunternehmen Paul Mitchell zustande. Nach allen Gesprächen wusste ich, dieses Unternehmen ist anders. Wir haben einen Präsidenten, der selbst Friseur ist und das macht einen großen Unterschied.

Was suchst Du?
SM:
Beständigkeit! Und was mich super freut, Paul Mitchell investiert in den Friseur. Es gibt ein großes Projekt in Santa Monica, dort entsteht eine Art Education Mekka für Friseurprofis und das ist ‚amazing‘.

Kolumne von Elisabetta Giannattasio

Ein Blick durchs Schaufenster reicht meist schon aus, um zwischen Konzept-Salon oder Gemischtwarensalon zu unterscheiden. Damit meine ich nicht Tomaten oder Wurstwaren, sondern klebrige Stylingprodukte quer durch die Branche und eine Backbar in der Silbershampoos und Plexe wild verpaart werden.

Warum aber ist es wichtig, sich mit einem Lieferanten zu schmücken oder aber noch viel besser, sich von einem Lieferanten schmücken zu lassen?

Klar ist, der Salon sollte für sich stehen und nicht hinter einem Markenbild verschwinden. Wie passt beides nun zusammen? Oder soll man sich entscheiden? Keine Sorge, diese Entscheidung gilt es nicht zu fällen, sondern die, welche Marke genau das mitbringt, was zu Deinem Salon passt.

Die Designfrage

Angefangen beim Design, denn schön sollte es sein, zur Einrichtung passen und den eigenen Stil widerspiegeln. 

Was Haare wollen

Alle haarigen Bedürfnisse sollten abgedeckt werden und die Werte des Salons geteilt.

Die Menschen dahinter

Am besten mag man jetzt auch noch die Menschen, die für die Produkte stehen und fast schon hat man ein perfektes Match.

Wie seid ihr mit der Situation umgegangen?
KB:
Meine Mitarbeiterin hat ihm gesagt, dass für sie Schwarzarbeit nicht in Frage kommt. Der Kunde kam anschließend nicht mehr. Was mir aber nur recht ist, denn so jemanden will ich nicht im Barbershop haben. Ich will, dass mein Job und die Professionalität respektiert werden.

Viele klagen über Friseurinnen*, die neben ihrem Job noch privat Haare schneiden …
KB:
Ich lege viel Wert auf Kommunikation innerhalb des Teams und mir ist es sehr wichtig, dass es allen gut geht. Da gehört die richtige Entlohnung dazu und dass der Spaß in der Arbeit vorhanden ist. Wenn die Faktoren passen, kommt man nicht auf die Gedanken, zu Hause ein Stübchen einzurichten und dort Haare zu schneiden.

Nicht ohne mein Team

Richtig rund wird es aber erst dann, wenn alle Mitarbeiter die eigene Begeisterung teilen. Oft der schwierigste Punkt in solch einer Entwicklung. Versucht daher Eure Kolleginnen und Kollegen mit in die Entscheidungsfindung einzubeziehen und erklärt ihnen Eure Beweggründe. Nur wer versteht, was passiert, wird den Weg mit offener Einstellung begleiten.

Dann einmal auf Tauchgang in die neue Welt, Kollektionen, Veranstaltungen und Produktneuheiten, nehmt alles mit, was es Euch ermöglicht Euren neuen Partner besser kennenzulernen.

Berühmte Beziehungsbildung

Wie wäre ein Vergleich mit einer Beziehung? Zu Beginn ist es das Verliebtsein, das einem Auftrieb gibt. Dies wird dann zur Gewohnheit, die wiederum fühlt sich vertraut an und gibt Sicherheit. Wie es aber in Beziehung so ist, muss man daran arbeiten, langweilig soll es ja schließlich nicht werden. 

Auch überdenkenden sollte man das Ganze hin und wieder. Bin ich noch der Salon, der ich bei der Entscheidung war? Hier ist Aufmerksamkeit gefordert, denn ein schleichendes Ende einer einst intakten Partnerschaft gilt es unbedingt zu vermeiden.

Ein bisschen hiervon ein bisschen da mal probieren und neue Farbe nur nicht für Frau Müller, Sibylle mag nur dieses Haarspray.... ZACK, ehe man sich versieht, wird aus dem einstigen Konzept-Salon ein Gemischtwarensalon.

Dieser Zustand spiegelt sich dann schnell in der Optik und noch viel schneller in der Kasse wider.  

Ausschau nach Neuem

Schau Dich gut um, die Branche hat für jeden was zu bieten. Veranstaltungen und Messen sind im übertragen Sinne Speeddating-Möglichkeiten, um den perfekten Partner zu finden. Eine Metapher zu einem netten One-Night-Stand fällt mir leider keine ein, daher bitte nur nach "an Beziehung interessierten Partnern" Ausschau halten.

Nutz die Vielfalt, bleib authentisch und reflektiere hin und wieder wer zu Dir passt. 

Hast Du den richtigen Partner gefunden, nutzt dessen Werbebudget, denn das ist erfahrungsgemäß sehr viel größer als Deins. Am Ende partizipieren alle voneinander und Dein Salon wird in seiner Einzigartigkeit hervorgehoben

Elisabetta Giannattasio ist Friseurin und Brand Managerin bei Frigon.

Raphaela & Stephen | Credit: Markus Schmidt

Wie entfaltet sich damit dein Weg?
SM:
Ich wurde in eine Friseurfamilie geboren, im Salon großgezogen und mit 13 Jahren wurde ich Friseur. Meine Mom war ein Educataholic und so habe ich von klein auf erlebt, wie dich Weiterbildung und das konstante Investment in deine Skills erfolgreich machen. Und so folgte meine 42 Jahre lange Karriere als Friseur und Ausbildner. Die Entscheidung für Paul Mitchell war eine logische Entwicklung. Persönlich begeistert mich der Gedanke einem jungen Stylisten den Kopf zu öffnen und ganz viel Schneide-, Färbe-, Salonbusinesswissen hineinzugeben.

Deine Leidenschaft ist Schnitt oder Farbe?
SM:
Well, bei Sassoon musst du dich für Farbe oder Schnitt entscheiden, du kannst nicht beides machen. Ich fühlte mich immer stärker zu Shapes, Texture und Architektur hingezogen, meine Leidenschaft ist Schneiden, das kann ich am besten und noch besser bin ich darin, diese Kunst zu vermitteln. ABER! Der beste Schnitt ist nichts ohne die perfekte Farbe und hier kommt Colin Caruso ins Spiel, großartig, wie wir uns hier ergänzen.

Ist Sassoon noch wichtiger Bestandteil deines Stylisten-Daseins?
SM
: ‚Very much‘ und das wird niemals enden.

Was hat sich in deiner Arbeit als Trainer seither verändert?
SM:
1980 begann ich als Trainer, 2024 ist eine neue Ära, die heutigen 22-Jährigen sind komplett andere Wesen. Als Educator bin ich nicht nur fasziniert vom Haareschneiden, sondern davon, eine Verbindung mit diesen jungen ‚Hairdressern‘ aufzubauen und diese zu inspirieren, denn deren Gedankengänge, deren Inspirationsquellen und deren Aufmerksamkeitsspanne ist fundamental anders im Vergleich zu 1980. Das fordert auch mich als Educator heraus, denn ich muss mich an mein Publikum anpassen. Ich muss mich hier ändern.

"Auf meinem Grabstein sollen einmal zwei Wörter stehen: Share & Stick!"

Wie lautet deine Education-Mission?
SM:
Auf meinem Grabstein sollen einmal zwei Wörter stehen: Share & Stick! Ich teile (share) Information, Inspiration, Wissen und ich möchte, dass dieses kleben (stick) bleibt. Das ist mein Mission-Statement und ich hoffe, dass Menschen, mit denen ich vor 10, 20 Jahren trainiert habe, sich alle heute noch an mich und das Erlernte erinnern, das ist mein Ziel.

Du begleitest das Handwerk seit Jahrzehnten. Was ist für dich die relevanteste Änderung?
SM:
Speed! Und ich meine damit nicht, schneller Haare zu schneiden. Es dauerte 5 Jahre für die Beatles es nach Afrika zu schaffen. Heute kommt eine neue Band mit ihren Songs in den Satelliten und eine halbe Sekunde später ist sie in der ganzen Welt. Neue Looks, Produkte … Fingerschnippen!

Wie oft wachst du morgens auf und denkst dir, wow, das ist neu?
SM:
Ständig! Wenn ich im Flieger sitze, umgeben von 150 Menschen, dann gehe ich in meinem Kopf 150 Haarschnitte durch. Ich beobachte immer und ständig, sehe konstant Ideen. Ich verknüpfe Beobachtungen, sehe ein Kid, dass sich selbst die Haare gefärbt hat und das ist ‚raw‘, nicht schön, aber ‚raw‘ und dann entwickle ich das weiter und es entsteht etwas in meinem Kopf, ein neuer Look, eine Idee.

"Als Friseur bist du eine Batterie ..."

Was motiviert dich?
SM:
Meine Mutter sagte immer als Friseur bist du eine Batterie, du gibst und gibst und gibst, jeden Tag all deinen Klienten so viel. Aber irgendwann bist du leer. Und dann komme ich als Educator und helfe ihnen, diese Batterie wieder aufzufüllen.  

Du hast viele Awards gewonnen, bist NAHA 2021 Educator of the Year und auch in diesem Jahr wieder NAHA Finalist. Was bedeutet dir das?
SM:
Natürlich schmeichelt das, aber eigentlich ist es ‚Bullshit‘. Man darf sich auf diesen Auszeichnungen nicht ausruhen und so konzentriere ich mich sehr fokussiert auf das Heute und die Möglichkeiten, die der Tag und die neuen Menschen in meiner Klasse bringen. Ich bin nur so gut wie meine letzte Seminargruppe, das ist die einzige Auszeichnung, die wirklich zählt.

Kristina Baumgartner mit ihrem Barbershop-Team | Credit: Pixeltyp

Hast du ausschließlich Vollzeit-Angestellte?
KB:
Nein, ich habe aktuell zwei Vollzeit-Mitarbeiter, zwei in Teilzeit und seit einem Jahr unsere Friseurgesellin, die auch bei uns die Ausbildung gemacht hat.

Ein Azubi im Barbershop?
KB
: Ja, ich glaube sogar, sie ist die erste in Bayern, die die Friseurgesellenprüfung abgelegt hat. Eine Freundin führt einen klassischen Salon und sie freute sich über den Support im Geschäft und unser Lehrling konnte so alles für die Prüfung Notwendige lernen.

Wie arrangiert man sich mit einem Partner-Salon?
KB
: Die offene Kommunikation, ist wichtig. Natürlich könnte sich der Azubi dazu entscheiden, doch zum Partnersalon zu wechseln, aber sie wollte unbedingt in einem Barbershop lernen und arbeiten. Wie so einige junge Mädels, die sich bei mir beworben haben.

Andere klagen über fehlende Azubis. Woran liegt das, dass es bei dir im Salon anders ist?
KB:
Ich glaube, dass es an dem System der Friseurlehre liegt. Es ist veraltet und langweilig. Kürzlich sprach ich mit einer 19-jährigen, die ihre Friseurlehre abbrach. Der Grund: Es ist zu altmodisch und langweilig. Die wollte nicht nur Dauerwelle wickeln und Hochsteckfrisuren machen, die keiner trägt. Bei uns im Barbershop ist alles anders. Wir haben ein komplett anderes Paket, sind am Puls der Zeit, machen unser eigenes Ding. In vielen Friseur-Salons geht das unter. Was ich damit sagen will: Ein klassischer Friseur, ohne Spezialisierung tut sich in puncto Nachwuchs bestimmt schwerer.

Wen siehst du hier in der Verantwortung? Welche Forderungen hast du?
KB:
Sowohl Handwerkskammer als auch die Innung müssen mehr Interesse für das Männer-Thema aufbringen, um mehr zu bewegen und verändern - vor allem in der Berufsschule. Ich fordere, dass das Barber-Handwerk endlich bei den Friseuren ankommt und nicht immer zweigeteilt wird. Auch auf der Messe in Düsseldorf habe ich es hautnah erlebt. Kollegen schütteln die Köpfe, wenn Barber-Themen aufgegriffen werden. Das verstehe ich nicht. Man gehört doch zusammen. Ich bin doch auch gelernte Friseurin und Barber. Aber aufgrund der Ignoranz der Innung fühlt es sich nach zwei separaten Bereichen an.

Dein Lieblingslook heute?
SM: ‚
I love French Bobs‘ und ich liebe Mullets. Die mache ich jetzt seit 10 Jahren und bin froh, dass diese ‚Layered Looks‘ wieder Mainstream werden. Für Friseure ist das ‚Good News‘, denn Haare werden kürzer und brauchen Form. Junge Menschen wollen anders als ihre Eltern aussehen und darauf hat jeder Friseur Antworten.

Das Friseurhandwerk leidet am massiven Nachwuchsschwund. Was beobachtest du weltweit und was sollte passieren?
SM: 
Ich sehe diesen Trend leider überall auf der ganzen Welt und das beschäftigt mich sehr. Als ich ins Friseurhandwerk kam, da war es cool ein Friseur zu sein, die fuhren große Autos, waren erfolgreich, hatten Geld und die Frauen. Das waren ‚amazing times‘. Heute ist das der Tattoo Artist. ABER, wie wir wissen, gehen Trends in ‚Circles‘ und kommen zurück. Es gibt eine große Schicht an Menschen, die haben alle Tattoos, die nächste Generation wird keine Tattoos mehr wollen. Warum? Weil ihre Eltern welche haben…  Ich bin verdammt optimistisch, dass wir bald wieder einen Return der jungen Menschen in unseren Beruf haben.

Lieber Stephen, ich danke dir für diesen optimistischen Ausblick und wünsche dir weiterhin viel Spaß und Erfolg als Educationaholic.
 

"Männer haben Lust auf Service."

Was wünschst du dir von der Innung?
KB:
Dauerwelle und Co können kleiner gehalten werden, auch das Augenbrauenfärben muss nicht so viel Raum einnehmen. Das schafft man in einer Schulung nebenbei zu erlernen, aber das Barber-Thema ist so groß: Schnitte, Bartformen, Gesichtsformen, Pflege sowie auch Rasur und Hygiene sind wichtig! Männer haben Lust auf Service. Ich habe 13 Jahre Salon-Erfahrung gesammelt, bevor ich mich selbstständig machte, da wurden Männer zwischen Haarfarbe und Damenschnitt schnell geschnitten. Das vermittelt auch die Berufsschule. Herren-Service muss mehr in den Fokus rücken. Seht doch mal auf Instagram: Die Barber-Reels explodieren! Und nun meine Frage: Warum sprießen überall die Billig-Barber? Weil der Friseur, dieses Feld nicht bedient. Die Industrie hat das Potenzial Herren seit vielen Jahren schon entdeckt. Es braucht aber ein Umdenken der Friseure, erst wenn die das Potenzial Herren erkennen, wird die Innung nachziehen und reagieren. Herren wollen ihren Platz, ihr eigenes Service und nicht zwischen Damenkunden warten, damit sie dazwischen eingeschoben werden.

" ... warum sprießen überall die Billig-Barber? Weil der Friseur, dieses Feld nicht bedient."

Wann hast du das Barber-Handwerk für dich entdeckt?
KB:
Friseur ist für mich der geilste Beruf der Welt und einer der ältesten Berufe. Mit dem Barber-Handwerk hat alles gestartet. Schon als Gesellin nervten mich die 10 Minuten-zwischendurch Schnitte für den Mann. Ich habe gerne Herren-Kunden bedient und so entstand auch die Idee, meinen eigenen, auf den Herren abgestimmten, Salon zu eröffnen.

" ... du kannst nicht vor der Konkurrenz sitzen und schauen, ob die etwas falsch machen."

Viele sind der Meinung, dass Schwarzarbeit durch ausschließliche Kartenzahlung eingedämmt werden kann. Wie stehst du dazu?
KB:
Wenn jemand schwarzarbeiten will, macht er das. Als Friseur musst du dich davon lösen, du kannst nicht vor der Konkurrenz sitzen und schauen, ob die etwas falsch machen. Aber es kann schon sein, dass mit ausschließlicher Karten-, Paypal-, Apple Pay-Bezahlung das an der Kasse-vorbei-arbeiten reduziert wird.

Euer Salon ist in einer eher ländlichen Gegend. Gibt es dort viele Billig-Barber?
KB:
Nein. Wir sind in einem Städtchen mit 9000 Einwohnern. Die nächste Stadt ist 30km entfernt, da fängt das Thema langsam an. Das, was mich tangiert, sind die Nachrichten, die gefühlt alle Barber über einen Kamm scheren. Das vermittelt das Gefühl, dass alle Barber schlecht und billig arbeiten, sich Hautpilz verbreitet, etc. – in meinem Umkreis sehe ich das zum Beispiel nicht. Wir sind ein etablierter Barbershop, uns gibt es seit 9 Jahren. Billig-Barber machen auf und wieder zu.

Vielen Dank für das spannende Gespräch und alles Gute für die Zukunft!

Credit: Markus Schmidt

Über Stephen Moody

Friseurlegende und weltweit bekannter Ausbilder Stephen Moody ist seit Juli 2022  Artistic Director bei John Paul Mitchell Systems. Er leitet die Entwicklung innovativer Ausbildungsprogramme für Salonpartner auf der ganzen Welt. 
Als Leiter der Vidal Sassoon Academy hat Stephen die Ausbildung weltweit über 30 Jahre lang maßgeblich geprägt und zur Produktentwicklung beigetragen. Er wurde mit dem prestigeträchtigen Intercoiffure Hair Cutting Icon Award in NYC und von Intercoiffure Mondial in Paris, Frankreich, mit dem Knight Award in Anerkennung seiner Beiträge zur Haarschneideausbildung ausgezeichnet. Als Ausbilder des Jahres wurde er 2021 zum „Haarschneider des Jahres“ gewählt. In Zusammenarbeit
haben Stephen und das Team kürzlich die Entwicklung des neuen Paul Mitchell® Pro Haircutting-Zertifizierungsprogramms vorangetrieben. Stephen ist gebürtiger Brite und lebt mit seiner Familie in Malibu, Kalifornien.

Wir haben mit Ralph-Joachim Hoffmann gesprochen – er ist Geschäftsführer bei Scissorys Friseure in Heilbronn und hat dieses Verbot in seinen Mitarbeiterverträgen schon seit langem integriert.

Im Gespäch mit Katriina Janhunen

imSalon: Ein Verbot von Schwarzarbeit im Vertrag juristisch ein herausforderndes Thema, denn wie soll man etwas, das ohnehin gesetzlich strafbar ist, nochmal verbieten?
Ralf-Joachim Hoffmann:
Ja, Schwarzarbeit ist ohnehin schon strafbar, aber sowohl Kundinnen als auch Kolleginnen sehen es immer noch als Kavaliersdelikt. „Ist ja nicht so schlimm“, heisst es da. Mir ist es aber wichtig, dass es ganz klar festgelegt ist, was ich vom Mitarbeiter erwarte und was er von mir erwarten kann. Nur so kann das Zusammenarbeiten gut funktionieren.

Sie haben seit fast 20 Jahren folgenden Absatz im Vertrag stehen:
"Der/die Arbeitnehmer/in darf Nebenbeschäftigungen nur mit ausdrücklicher schriftlicher Zustimmung des Arbeitgebers ausüben. Während der Dauer des Arbeitsverhältnisses darf der/die Arbeitnehmer/in weder ein Friseurgewerbe betreiben noch sich an einem solchen finanziell oder ideell beteiligen. Unerlaubte Ausübung des Friseurhandwerks (Schwarzarbeit) ist grundsätzlich untersagt und begründet die fristlose Kündigung des Arbeitsverhältnisses." 
Wie reagieren Mitarbeiterinnen*Mitarbeiter darauf?
RJH:
Ich gehe immer jeden Punkt des Vertrages nochmal ganz genau durch, denn mir ist es wichtig, dass sie das wirklich verstehen. Tatsächlich sagen sie immer, dass das doch ganz klar ist und selbstverständlich.  

Haben Sie schon mal jemanden wegen Schwarzarbeit gekündigt?
RJH:
Ja, einmal. Ein Kollege hat sich in seinem Haus ein Zimmer mit einem kleinen Friseurstudio eingerichtet. Ich habe ihn dabei erwischt, wie er einem Kunden im Salon gesagt hat, er könne doch für viel weniger Geld zu ihm nachhause kommen. Ich habe ihn fristlos gekündigt. Zuerst habe ich ihn darauf angesprochen und er hat es abgestritten. Später habe ich gesehen, dass er sogar am Auto einen Sticker als Werbung für seinen Salon hatte. Das war dann aber auch durch, er hat es verstanden und hingenommen.

Wie haben die Kolleginnen reagiert?
RJH:
Die waren völlig entsetzt, wie man so dreist sein kann. Es waren alle voll auf meiner Seite.

Welche Konsequenzen das juristisch hätte, ist nicht ganz klar, wenn wer in einem solchen Fall auf Wiedereinstellung klagt. Wie sehen Sie das?
RJH:
Klar wäre ich in der Beweislast, aber nachdem es ja tatsächlich gesetzlich verboten ist, denke ich schon, dass es durchgehen würde. Ich kann den Mitarbeiter ja auch beim Zoll anzeigen. Möglichkeiten, damit umzugehen, gäbe es genug.

Melina Stog im Interview mit Juliane Krammer

Die Zeiten, in denen eine Dauerwelle nur für Frauen war, sind vorbei. Beim Inspiration Day demonstrierte Peter Schaider zusammen mit seinem Team von Intercoiffeur Strassl-Schaider, hair-fair und The Hairstyle by Schaider eine aufregende Neuinterpretation eines Klassikers der Friseurkunst: „Airwave by Schaider“. Diese innovative Technologie verspricht eine neue Ära der Dauerwelle, die sowohl Frauen als auch Männer gleichermaßen begeistern wird und auch die widerspenstigen Haare in trendige Locken verwandeln soll.

Denken Sie, dass viele Chefs Schwarzarbeit dulden, weil sie auf die gute Mitarbeiterin nicht verzichten können?
RJH:
Gerade in Zeiten mit Mitarbeitermangel akzeptieren es sicher viele mit knirschenden Zähnen, weil was mach' ich, wenn er nicht mehr da ist? Was ist schlimmer, die Pest oder die Cholera?

Wie eng sehen Sie das mit der Schwarzarbeit z.B. bei Familienmitgliedern?
RJH:
Das ist ein Bereich, den ich nicht kontrollieren und nicht verbieten kann. Ich bitte meine Mitarbeiter, das im engsten Familienkreis zu halten und vielleicht noch die beste Freundin und die Oma, die aufs Kind aufpasst. Die Grenzen sind aber fließend, da muss ich meinen Mitarbeitern auch Vertrauen entgegenbringen.

Und am Ende des Tages ist es auch wichtig, die Leute ordentlich zu bezahlen, dann müssen sie nämlich nicht in ihrer Freizeit schwarz arbeiten. Die wollen ja genauso lieber frei haben. Die Gefahr ist einfach größer, wenn das Gehalt am Ende vom Monat nicht stimmt.

Vielen Dank, Herr Hoffmann, für Ihre Zeit und den spannenden Input!

"Mich nervt aktuell das Herumgestöhne, dass es unserem Handwerk so schlecht geht und dass nur die Politik etwas ändern kann."

Du wünschst dir mehr Sichtbarkeit von Jungunternehmerinnen auf Bühnen! Welche Themen werden übersehen, die die neue Generation der Salonunternehmerinnen betrifft?
Melina Stog:
Mich nervt aktuell das Herumgestöhne, dass es unserem Handwerk so schlecht geht und dass nur die Politik etwas ändern kann. Wenn wir nicht innerhalb der Branche etwas ändern, wird auch nichts passieren.

Statt der klassischen Wickeltechnik setzt die „Airwave by Schaider“ auf einen speziellen „Waver“, der das Haar von innen heraus harmonisiert. Möglich wird dies durch Warmluftschläuche, die von innen heraus für eine harmonische Wellenbildung sorgen. Das Ergebnis sind voluminöse, natürlich glänzende Locken, die den Eindruck einer natürlichen Welle erwecken.

Ob lässige Beach-Waves, einen Wob (Wavy Bob) oder elegante Locken - die Airwave eröffnet neue Möglichkeiten für fast jedes Haar, ob gefärbt, gesträhnt oder Natur. „Die Airwave verkörpert die Zukunft der Dauerwelle und setzt neue Maßstäbe in der Friseurbranche“, so Peter Schaider. Die „Airwave by Schaider“ ist ab sofort bei Intercoiffeur Strassl-Schaider erhältlich.

Wenn man etwas in der Branche verändern will, ist es nicht naheliegend, in der Innung tätig zu sein?
MS
: Mit der Innung Berlin habe ich nur schlechte Erfahrungen gemacht.

Kannst du das näher ausführen?
MS:
Das war, als ich meinen Meister machte: Ich habe wirklich sehr viel Geld gezahlt, aber es war für mich gefühlt eine Katastrophe – von den Räumlichkeiten, bis zu den Kosten, … Es war alles so altmodisch und schlecht aufgestellt, da vergeht einem als Jungunternehmerin die Lust und auch die Hoffnung schwindet, dass dort eine Veränderung der Branche stattfindet. Beim Zukunftskongress habe ich niemanden von der Innung Berlin gesehen. Ja, es war die ZV-Präsidentin da, aber das ist für mich zu wenig.
Da die Innung als Sprachrohr für mich keinen Sinn macht, habe ich mich an euch gewandt, um mir als junge Unternehmerin Gehör zu verschaffen.

"Es braucht nachhaltige Arbeitsmodelle, mit mehr Pausen, mehr Freizeit – und ja, der Lohn muss dabei trotzdem nach oben."

Vielen Dank für dein Vertrauen und dass du imSalon als Sprachrohr der nächsten Generation wahrnimmst. Wie siehst du die Zukunft der Friseurbranche?
MS:
Die ganze Negativität hat keinen Sinn. Natürlich gibt es Themen, die wichtig sind, aber anstatt 7 % MwSt. zu fordern, sollten endlich Löhne angehoben werden – von Unternehmer*innen und Angestellten. Das muss deutlich nach oben gehen. Unser Beruf ist immer noch viel zu schlecht bezahlt! Es braucht nachhaltige Arbeitsmodelle, mit mehr Pausen, mehr Freizeit – und ja, der Lohn muss dabei gleichzeitig nach oben. Es muss uns Unternehmer*innen und auch den Angestellten gut gehen. Sonst will doch keiner mehr diesen Job machen.

"Mich ärgert Schwarzarbeit, weil ich weiß, wie hart der Weg ist, eine sehr gute Friseurin zu werden. Ich habe so viel Zeit, Geld und Fleiß investiert und das muss entsprechend honoriert werden."

Schwarzarbeit ist ein aktuell großes Thema, wie stehst du dazu?
MS:
Ich persönlich finde es ganz schön frech, in welchen Formen Schwarzarbeit ausgeführt wird. Ob zu Hause im Privaten oder auch bei diversen Salon-Konzepten. Da muss man stärker dagegen vorgehen. Ich denke aber nicht, dass wir dadurch mehr Kund*innen bekommen. Mich ärgert Schwarzarbeit, weil ich weiß, wie hart der Weg ist, eine sehr gute Friseurin zu werden. Ich habe so viel Zeit, Geld und Fleiß investiert und das muss entsprechend honoriert werden.

"Hier in Berlin werden Meisterbriefe verliehen oder verkauft, ..."

… und wie nimmst du das konkret in Berlin wahr?
MS:
Hier in Berlin werden Meisterbriefe verliehen oder verkauft, um kleine Shops zu eröffnen. Das nervt mich! Aber Kunden werden weiterhin zu Leuten gehen, die schwarz Haare schneiden, weil es schlichtweg günstiger ist und ich glaube auch nicht, dass wir das in den nächsten Jahren eindämmen können. Die Schere von Arm und Reich wird weiter auseinandergehen.

Du warst beim Zukunftskongress für Friseure in Berlin …
MS:
Der Zukunftskongress war sehr spannend, aber es geht doch um die Zukunft, um uns junge Menschen, ... ich war schockiert, wie wenig junge Leute vor Ort waren – im Publikum und auf der Bühne.

Woran glaubst du, lag die Unterrepräsentation der jungen Leute?
MS:
Ich vermute, dass es einfach weniger junge Unternehmer*innen gibt. Das ist aber trotzdem kein Grund dafür …

"Wir müssen von den „Älteren“ mehr gehört werden!"

Gibt es Wünsche und Themen, die du als Jungunternehmerin an die „Erfahrenen“ in der Branche hast?
MS:
Wir müssen von den „Älteren“ mehr gehört werden! Wir werden als junge Menschen oft belächelt und nicht ernst genommen. Es macht doch Sinn, gegenseitig voneinander zu lernen! Ich wünsche mir mehr Zusammenarbeit aller Friseurgenerationen! Aber es liegt auch an uns jungen Leuten, dass wir uns mehr Gehör verschaffen und so die älteren Leute unsere Gedanken zwangsweise mitbekommen.

Welche Themen wünschst du dir für den nächsten Zukunftskongress?
MS:
Nachhaltiges Arbeiten! Damit meine ich gesundes Arbeiten, dazu gehört eine gesunde Wochenstundenzahl, eine gesunde Preiskalkulation. Dinge, die auf den ersten Blick wir Kleinkram wirken, aber am Ende dafür sorgen, dass es uns gut geht. Viele Chefs haben das noch immer nicht verstanden. Eine gesunde Arbeitsatmosphäre muss mehr in den Fokus gerückt werden.

Welche Vorträge wünschst du dir konkret?
MS:
Es braucht keine Präsentation einer Abwasser-Recycling-Anlage, die sich keiner leisten kann, sondern Themen, die sofort umgesetzt werden können, wie nachhaltige Umhänge, ordentliches Recycling, von zum Beispiel verwendeter Alufolie oder leeren Haarspray-Dosen. Neben nachhaltigem, gesundem Arbeiten finde ich das Thema Nachwuchs super wichtig! Man muss darüber sprechen, wie Ausbildung moderner gestaltet werden kann.

"Ich finde das System genial, denn damit können wir unsere Qualitätsstandards in Deutschland schaffen. Aber so wie es aktuell ist, kann es nicht bleiben."

Wie stehst du zur dualen Ausbildung?
MS:
Ich finde das System genial, denn damit können wir unsere Qualitätsstandards in Deutschland schaffen. Aber so wie es aktuell ist, kann es nicht bleiben. Es braucht eine Überarbeitung der Inhalte! Es kann doch nicht sein, dass man noch immer eine Bombage schneiden oder Einlegefrisuren machen muss. Da ist doch klar, dass junge Leute keinen Bock auf diesen Beruf haben.

Danke, Melina, für das ehrliche Gespräche und alles Gute für die Zukunft!

Melina Stog führt gemeinsam mit Chris-Ole Denniger das Salonkonzept "The Colored Cut" in Berlin. Nachhaltigkeit wird im Friseursalon der beiden großgeschrieben. Deswegen setzen sie auf Produkte, die aus recyceltem Material hergestellt werden und tierversuchsfrei sind, aber auch die Reduzierung von Salon-Müll sowie das richtige Recycling sind ein Fixum in ihren Salon-Alltag. 

Wir trafen den SP Markenbotschafter zum Talk über seine Anfänge, Lernen außerhalb der Arbeitszeit und männliche Kommunikation.

Markus Salm ist einer der Innovativsten, wenn es um das Thema Mann geht. Seit mehr als 20 Jahren ist er "SP-Frontman" und als dieser Welt-Botschafter in Sachen Herrenstyling und maskuliner Ästhetik.

Das "Haus Salm" in Bonn ist sein kreatives Refugium, hier werden gemeinsam mit Bruder Thomas internationale Maßstäbe gesetzt. Nicht nur in Sachen Mode, Dienstleistung und Business, sondern auch beim Salondesign sind die Brüder top. Ihre neogotische Villa bietet auf über 500 Quadratmetern Platz für Exklusivität und Kreativität. Separés, integrierte Bar und Stühle in Krokooptik - Markus Salm wäre unglaubwürdig, wüsste er nicht, was Männer wollen.

Im Gespräch mit Katja Ottiger

imSalon: Markus, was immer auch Männer in Sachen Trends wollen, du scheinst es zu wissen. Was wolltest du eigentlich werden als du ein heranwachsender Mann warst?
Markus Salm: Wie jeder normale Junge wollte ich Fußballprofi werden! Aber meine Eltern hatten einen Frisiersalon und haben mich irgendwann einmal mit auf die Messe nach Frankfurt genommen. Dort hab ich beim Preisfrisieren zugeschaut, war begeistert und wollte nicht eher gehen, bis ich wusste, ob mein Favorit einen Preis gewinnt.

Und, hat er?
MS: Ja, er wurde Deutscher Meister und ich hatte ein neues Ziel: Deutscher Meister der Friseure!

Was ist daraus geworden?
MS: Ich habe mit 14 die Lehre bei meinen Eltern begonnen, war mit 17 Geselle und hab fleißig für die Meisterschaften trainiert. Im Herrenfach. 

Damals schon die Männer?
MS: Das hat sich so ergeben. Mein Vater war ja auch aktiver Preisfriseur, ebenfalls im Herrenfach. Das hat mich motiviert. Ich war dann erst Vize-, später dann Deutscher Meister und internationaler Grand Prix Gewinner. Nach dem „Wunschtitel“ war das Thema Preisfrisieren für mich dann abgehackt. 

"Beim Mann muss das auf den Punkt gebracht werden, einfach und klar kommuniziert."

Die Friseure Salm sind Markus und Thomas Salm. Im Rampenlicht stehst aber du.
MS: Ja. Thomas will nicht ins Rampenlicht. Der möchte im Salon stehen und von morgens bis abends Haare machen. Und er kümmert sich um das Büro, die Steuer… 

Wie entstand deine Affinität zum Mann?
MS: Ich habe Ende der 80er in Mailand in einem Frauensalon gearbeitet und von morgens bis abends Haare geglättet. Irgendwann bin ich zu einem kleinen Barbier geflüchtet. Dort lernte ich richtiges Rasieren und klassische Männertechniken und -Dienstleistungen kennen und schätzen.

Dreht sich bei dir alles ausschließlich um den Mann?
MS: Natürlich machen wir auch Damenstylings. Unser Laden ist klar unterteilt: Barbershop, Hochstecken und Make-up, Damenschnitte, Langzeitfarbbereich mit extra verhängbaren Spiegeln.

Habt ihr extra Männerfriseure?
MS: Bei uns machen alle alles. Männer und Frauen zusammen. 

Stellt das Thema Mann besondere Anforderungen an die Mitarbeiterinnen?
MS: In erster Linie zählt die Fachlichkeit. Zweitens gilt: Je attraktiver, desto besser ;-)

Zweiteres ist als Scherz zu verstehen?
MS:In erster Linie zählt natürliche das fachliche Können! ;-)

Gut, lassen wir das so stehen :) Sind Männerstylings für Friseure auf Dauer nicht langweilig?
MS: Nee, überhaupt nicht! Wir machen jedes Jahr so viele verschiedene Schnitte, bringen regelmäßig unsere Kollektionen raus. Wir haben einen Männeranteil von 50%. Die geben sehr viel Geld aus, um gut auszusehen und gewollt sind hier nicht mehr nur die klassischen Schnitte. Wir haben einen Männerfarbanteil von 34% im Salon! Der Durchschnitt liegt im einstelligen Bereich. Männershadings sind sehr beliebt, frei zu mischen und qualitativ sehr hochwertig. Wir haben hierfür auch einen extra Farbbereich für den Mann.

Und was ist derzeit Trend im Salon? 
MS: Das was verkaufbar ist.

Der Kunde bestimmt den Trend?
MS: Wir steuern das durch Beratung und entsprechende Fotos. Das Visuelle ist bei Männern besonders wichtig. Die wollen idealerweise ein fertiges Bild worauf genau zu erkennen ist, wie das alles hinterher aussieht. Schnitt, Farbe, Styling. Beim Mann muss das auf den Punkt gebracht werden, einfach und klar kommuniziert. Bein Mann sollte man nicht von Farbe, sondern von Volumen oder Naturtonausgleich sprechen.

Weiterbildung - wie wird die im Hause Salm gelebt?
 MS:1x die Woche Training intern, alle 4 Wochen externe Trainer. 

Innerhalb der Arbeitszeit?
MS: Außerhalb der Arbeitszeit. 

"Bei uns bewerben sich diejenigen, die etwas werden wollen."

Macht das keine Probleme bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern?
MS: Die machen das freiwillig. Sie bewerben sich genau deswegen auch bei uns. Weil sie wissen, sie zahlen nix für Weiterbildung und werden bei uns durch nationale und internationale Akteure bestens aus- und weitergebildet.

Welche Fragen stellt ihr im Bewerbungsgespräch?
MS: Die üblichen. Bei uns bewerben sich diejenigen, die etwas werden wollen. Sie sind motiviert, denn sonst würden sie nicht zu uns kommen.

 In welchem Preissegment findet man die Friseure Salm?
MS: Eher hochpreisig. 

Hat wer eine „Kratze“ für Herrn Zopf? Wenn ja, hat er dafür die ein oder andere Friseur-Anekdote parat! Denn Herr Zopf, ist Sammler, Historiker, Friseur, ehemaliger Berufsschullehrer und Friseurgeschichtenerzähler. Und all das im Herr Zopf´s friseurmuseum in der ►deutschen friseurakademie Neu-Ulm … 

Das Gespräch führte Katja Ottiger

imSalon: Herr Zopf, unter den Tausenden von Ausstellungsstücken - welches war Ihr erstes?
Heinz Zopf:
So genau kann ich das heute gar nicht mehr sagen. Das waren wohl Geräte zum Haare wellen und ondulieren sowie Öfen und Erhitzer für diese. Es ging einfach von einem ins andere über. 

"Als Lehrer wollte ich den Unterricht nicht mit an die Wand geworfenen Bildern gestalten."

Als Lehrer wollte ich den Unterricht nicht mit an die Wand geworfenen Bildern gestalten, sondern meinen Schülern das Vibrieren von Motoren, den Geruch und den Geschmack der Geräte näherbringen.

Also begannen Sie all diese Dinge zusammenzutragen und zur Verfügung zu stellen?
HZ:
 Ja. Ich wollte im Fach Berufskunde das Arbeiten mit berufsbezogenen Geräten methodisch und anschaulich gestalten. Denn soll ein Kind etwas verstehen, muss es mit Sinnen begreifen und angreifen. Hier bei mir im friseurmuseum ist nichts weggesperrt, alles darf berührt und bestaunt werden. Die Sachen, die wirklich nicht angefasst werden sollen, habe ich natürlich weggeschlossen. 

"Der Barber funktionierte damals genauso wie heute als Auskunftsgeber."

Sie sind bekannt für Ihre Anekdoten. Haben Sie eine für uns?
HZ:
 Ich habe mal grob gegoogelt, es gibt wohl an die 2000 Gedichte und Erzählungen zu Friseuren, Badern, Barbern. Aber folgende setzt den Friseuren bis heute einen Stempel auf: Einer der antiken Könige ging in seinem Stadtstaat zum Barbier, um sich wieder einmal rasieren zu lassen. Auf die Frage „Wie schneiden wir denn heute?“, antwortete der König: „Ach, in Ruhe und in aller Stille.“ Meiner Ansicht nach eine treffende Bezeichnung für alle Barbiere und Friseure! Denn nicht der Barbier war redselig, sondern der Kunde! Wenn man in der Antike in eine neue Stadt kam, dann ging man zuallererst einmal zum Barbier, um sich reinigen, säubern und waschen zu lassen, aber auch, um die Neuigkeiten zu erfahren, denn ein Barbier wusste einfach alles! Der Barber funktionierte damals genauso wie heute als Auskunftsgeber.

Fehlt Ihnen noch etwas in Ihrer Sammlung? 
HZ:
 Hm, eine schwierig zu beantwortende Frage, denn die zentrale Aussage eines Sammlers ist doch: Es gibt diese Dinge, von denen man als Sammler keine Ahnung hat, dass man sie braucht. Und manchmal weiß man um sie, aber nicht, wie man an sie herankommt. Was ich weiß, das mir noch fehlt, ist die Spiralwicklung von Karl Nesslers Heißdauerwelle. Da wurden die Haare senkrecht nach oben auf Spiralen gebunden und dann mehr oder weniger gekocht.

Oder etwas aus der Zeit des Rokoko: Wenn es unter der Perücke mal juckte, kam die „Kratze“ zur Anwendung. Eine Metallhand mit einem nach obenstehenden Zeigefinger. So eine hätte ich gern. 

"Generell fehlen uns Produktbehälter und Dosen aus den 20er und 30er Jahren."

Und generell fehlen Produktbehälter und Dosen aus den 20er und 30er Jahren, die durch die Zeit des Nationalsozialismus und des Weltkrieges verloren gingen.

Worauf kommt es beim Sammeln an?
HZ: 
Man muss immer im Kopf haben, was man sammeln möchte und was es noch so geben könnte. Wissen Sie, ich habe ungefähr 17 Jahre nach einer Linkshänder-Barttasche gesucht. So etwas kriegen Sie nur dann, wenn es auf dem Markt ist und Sie zur rechten Zeit am richtigen Platz sind und das entsprechende Kleingeld dabeihaben. Wichtig beim Sammeln ist ja auch, dass Sie schon vorher wissen müssen, ob das Objekt sinnvoll ist.

Ein Beispiel: Der Kopfhaarwaschtisch aus dem 15. Jahrhundert. Den Tisch fand ich bei Mannheim, aber es fehlte die dazugehörige Zwaghschüssel für die verdünnte Seifenlauge. Das allerdings wusste ich nur, weil ich im Kopf das Bild eines Kupferstiches von Jost Amman aus dem 15. Jahrhundert hatte, auf dem ein solcher zu sehen ist. Die Schüssel gab es schließlich bei Duisburg an der dänischen Grenze. 

Worin sehen Sie die wichtigste Aufgabe des Museums?
HZ:
 Das ist eine einfache Sache: Ich mache das Ganze aus Spaß, Interesse und Leidenschaft. Ich bin nicht nur Pädagoge und Historiker, sondern auch Friseur und Sammler. Ich beschaffe, sammle und pflege die Geräte und wissenschaftlichen Anschauungsstücke, die dazu dienen, anderen Freude zu machen und einfach anschaulich Wissens zu vermitteln. 

Was wünschen Sie sich in der Zukunft für Ihres Museum? 
HZ:
 Auch das ist einfach: ewigen Bestand. Hier wird die dfa, allen voran Harald Gloning, sicherlich dafür sorgen. 

Wie finanzieren Sie das Museum? 
HZ: 
Über Eintrittsgelder, nicht zu wenig, aber auch nicht zu viel: 7,50 Euro pro Person mit einem 2 Stunden Vortrag meinerseits. Am besten ist es, sich hier anzumelden, damit nicht zwei Gruppen zusammenkommen, denn gerade von Schulen wird es gern besucht.

Sie sind mittlerweile in Rente?
HZ: 
Ja, gesundheitsbedingt seit beinahe 20 Jahren. Das hat mir die Chance gegeben, mich ausgiebig mit dem Museums-Job zu beschäftigen. 

Herr Zopf, ich wünsche Ihnen persönlich alles Gute und dem Sammler in Ihrem Herzen spannende Erträge!
HZ:
 Ich verabschiede mich mit einem Spruch, der nicht von einem Friseur kommt, sondern vom Karikaturisten Ulli Stein: „Ich habe mich gefreut, Sie kämmen gelernt zu haben.“ 

Ganz meinerseits :))

Neugierig geworden? Dann besucht Herrn Zopf's friseurmuseum in Neu-Ulm !

Im Interview mit Katja Ottiger
 

Cigdem Wieczorek im Interview mit Juliane Krammer

Cigdem, du warst beim Zukunftskongress für Friseure in Berlin. Was hat dich dazu bewegt, bei dieser Veranstaltung mit dabei sein?
Cigdem Wieczorek:
Das Konzept Zukunftskongress hat mich sehr angesprochen, weil mir unser Handwerk wichtig ist. Ich wollte herausfinden: Wo stehe ich mit meinen Gedanken?

Über Markus Salm:

  • Salonunternehmer seit 1998
  • 36 Mitarbeiter | 500 m2 | 30 Schneideplätze
  • Global Male Consultant für SP Professional
  • Internationale Seminare, u.a. Mailand, New York, Paris, Barcelona, London
  • Auszeichnungenor: Deutscher Meister, Vizemeister, Grand Prix
  • zahlreiche Fotokollektionen, TV Auftritte und mediale Präsenz

Was durftest du vom Zukunftskongress für dich mitnehmen?
CW:
Ich wurde bestärkt, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Das tat gut!

Kannst du das konkreter ausführen?
CW:
Mein Salon ist in einer 80.000 Einwohner-Stadt und meine Preise werden als teuer im Vergleich zu anderen Friseuren in Bayreuth wahrgenommen. Ich höre oft: Wir sind hier nicht in München oder Hollywood! Aber es ist doch egal, wo mein Salon ist, was zählt ist meine Arbeitsleistung.

„Im Premiumbereich ist es wichtig, beides zu haben: Barber und Herrenfriseur.“

Die Bezeichnungen „Barber“ und „Herrenfriseur“ – gibt es da für dich einen Unterschied?
Markus Salm: Die Konzepte unterscheiden sich inhaltlich: In seinem Ursprung spezialisierten sich klassische Barber auf den Service der Rasur und Bartpflege. Der klassische Herrenfriseur wiederum konzentrierte sich auf die männlichen Kunden bzw. deren Haarschnitte. Heute merken wir allerdings, dass männliche Kunden nicht nur das eine oder das andere wollen: Gerade im Premiumbereich ist es wichtig, beide Ausbildungen zu haben um „Wasch-, Schneide-, Styling-, - und Bartservices in einem Expertensalon zu erhalten.

Du warst viele Jahre Aushängeschild für SP Men. Warum der Wechsel zu STMNT?
MS:  Als die Anfrage kam, ob ich mit STMNT arbeiten möchte, habe ich mich dazu entschieden, weil wir gemeinsam als Partner etwas bewegen wollen. STMNT ist eine junge Marke, sehr modern gestaltet, die den Puls der Zeit trifft. Ich bringe meine langjährige Erfahrung in der Männerbranche und -Education mit und freue mich, einen spannenden Markenaufbau mitgestalten zu dürfen.

Gemeinsam stehen wir für damit für mehr als nur hervorragende Produkte. Wir möchten unser Netzwerk an Salons dabei unterstützen, das volle Potential ihrer männlichen Kundschaft auszuschöpfen: durch Serviceaufwertung und Beratungskonzepte, Schnitt- und Stylingservices sowie durch erweiterte Fachkenntnisse und Trendschulungen. Denn das ist der Schlüsselpunkt der Zukunft: konzeptionell mit Männern zu arbeiten.

„Wir müssen aufhören, zwischen Barber und Friseur zu trennen.“

STMNT ist keine Barbermarke im klassischen Sinn. Soll diese Marke auch sogenannte „Barber“ überzeugen?
MS:
STMNT ist eine Marke, die stark vom „Newschool“ Barbertrend in L.A. inspiriert wurde, primär aber für die Spezialisierung im Männerbereich steht. Ich denke wir müssen aufhören, strikt zwischen „Barber“ und „Friseur“ zu trennen. Das Konzept der Marke ist, dass beide Bereiche verschwimmen.
Durch eine vermehrte Premiumisierung und Upselling im Männerbereich wandert genau dieser Trend auch in klassische Salons. Dieses Dienstleistungskonzept ist etwas, dass ich seit Jahrzehnten bei mir im Salon lebe und in meinen Seminaren weitergebe: Services zelebrieren und Zusatzservices anbiete. Zusatzservices, die vom Barbertrend inspiriert wurden, wie Ohren Waxing, warme und kalte Kompressen. Und zeitgleich biete ich Farbservices für Männer an.

Ob man sich nun als Barber oder auf Männer spezialisierter Friseur bezeichnet - eines beobachte ich bei allen: Der Trend geht weg von Billighaarschnitten und mehr in Richtung Premiumausrichtung. Das beginnt bei der Inszenierung für Männer am Touchpoint Salon und der Bewusstseinsentwicklung. Zahlreiche Studien zeigen, dass Männer eigentlich viel weniger preissensibel sind als Frauen und eine sehr hohe Marken- und Produktloyalität mitbringen.

Welche Auswirkungen hat der Wechsel zu STMNT auf deine Education-Konzepte?
MS:
Ich habe mein Education-Konzept weiterentwickelt und kann schon mal so viel verraten: Das Portfolio ist deutlich größer geworden ist, weil ich den Aufbau-, den Trend- sowie den Barberbereich integriere. Der Schwerpunkt liegt darauf, eine moderne Männerwelt im Salon zu schaffen.

„Ich spreche das Thema Farbe nie an, sondern kommuniziere den Nutzen.“

Ihr habt in eurem Salon einen Farbanteil von 30 Prozent bei den Männern. Wie gelingt euch das?
MS:
Wir nutzen bei uns im Salon ein einheitliches Farbkonzept für Männer. Wir haben vier unterschiedliche Blending Services, die alle männergerecht sind und sich auch „männerspeziell“ in den Farben ausdrücken. Bestes Beispiel: Ein Service zum Thema Grey Blending. Die (visuelle) Beratung ist natürlich der Schlüssel: Wie spreche ich mit dem Mann? Wie berate ich ihn? Hier gehört beispielsweise auch dazu, dass ich das Thema Farbe nie wirklich direkt anspreche, sondern eher den Nutzen kommuniziere.Von Heights und Depths, Smokey Quartz Blending, Shadow roots bis Grey Blending wird so alles abgedeckt.

"In den meisten Salons rackern Friseure von früh bis spät, damit die Kunden nicht jammern und am Ende des Tages zählen sie die Cents."

Wie kann mit diesem Mindset gebrochen werden?
CW:
Alles verändert sich! Generationen, Preise, Social Media Trends, … warum nicht wir Friseure? Ich bin als Trainerin in vielen Salons unterwegs und sehe, dass sich der Großteil unter seinem Wert verkauft. In den meisten Salons rackern Friseure von früh bis spät, damit die Kunden nicht jammern und am Ende des Tages zählen sie die Cents. Ein Döner kostet mittlerweile 10 Euro, wie kann es dann so günstige Haarschnitte geben? Die, die ihren Wert erkennen, werden überleben! Ich weiß, dass ich Arbeitsplätze biete, wo man gut verdienen kann. Waschen, schneiden, föhnen kostet 120 Euro – nicht weniger! Kunden, die das nicht einsehen, werden später Schlange stehen.

Aber was ist die Lösung? Wie kommen Friseure aus dieser Spirale raus?
CW: I
ch bin in der Innung aktiv, tausche mich aus, denn ich weiß, wir sitzen allen im selben Boot. Aber vor allem Frauen liegen mir sehr am Herzen. Unsere Branche ist zu 85% weiblich. Es braucht mehr Unterstützung für berufstätige Frauen und Mütter. Die meisten können sich nur mit dem Geld ihrer Partner über Wasser halten, aber uns Frauen steht Gleichberechtigung zu! Ich sehe mich nicht nur als Friseurin, sondern auch als Unternehmerin.

Du hast drei kleine Kinder …
CW:
… von 9 Monate bis 5 Jahre. Mein Mann ist zu Hause und übernimmt die Kinderbetreuung. Ich liebe meinen Job und will erfolgreich sein. Um eine 5-köpfige Familie zu ernähren wusste ich, dass ich nur gut verdienen kann, wenn ich meinen Beruf ernst nehme. Dafür habe ich vor 7 Jahren mit Persönlichkeitsentwicklung begonnen, denn als Chefin bin ich Vorbild und ich darf die Professionalität trotz Hürden nie verlieren.

Frauen haben mit festgefahrenen patriarchalen Strukturen täglich zu kämpfen. Wurdest du emanzipiert erzogen, um da zu sein, wo du jetzt bist?
CW:
Nein, das Gegenteil ist der Fall. Ich war bereits mit 21 Jahren selbstständig und das ging nach drei Jahren in die Hose, war verschuldet und habe weitergekämpft, denn mein Traum war, einen Familienbetrieb zu schaffen. Ich fand das schon immer toll, wenn Kinder die Möglichkeit haben, in einen Betrieb einzusteigen.

"Mittlerweile nehmen sich meine Kunden für einen Termin bei mir frei."

Wie ist es möglich, aus einem gescheiterten Betrieb wieder mit vollem Elan durchzustarten?
CW:
Ich eröffnete einen zweiten Salon, der super lief, hatte aber schon immer den Plan einen Luxus-Salon zu eröffnen, in dem ich mir Zeit für meine Kunden nehme. Deswegen stellte ich mich komplett neu auf, ging mit den Preisen hoch, habe Kunden verloren und neue gewonnen. Mittlerweile nehmen sich meine Kunden für einen Termin bei mir frei.
Es ist so schade, dass so viele dieses Potenzial nicht erkennen. Ich habe Geld als Friseurin! Das geht! Und es funktioniert auch mit wenigen Mitarbeitern. Weniger ist hier oft mehr. Lieber mit den richtigen Personen vorankommen, als sich mit vielen Personen immer im Kreis zu drehen.

"Ich habe Geld als Friseurin! Das geht! Und es funktioniert auch mit wenigen Mitarbeitern. Weniger ist hier oft mehr. Lieber mit den richtigen Personen vorankommen, als sich mit vielen Personen immer im Kreis zu drehen."

Wie groß ist dein Team?
CW:
Aktuell habe ich vier Mitarbeiter. Zwei neben mir im Salon, eine ist aktuell in Karenz und mein Mann macht für ein paar Stunden Controlling und die Buchhaltung.
Ich habe alles erreicht, was ich wollte, aber beim Thema Mitarbeiter hakt es aktuell noch bei mir.

Wo liegt deiner Meinung nach das Problem?
CW:
Das habe ich vom Zukunftskongress mitgenommen: Gibt es ein Problem, muss man sich in anderen Branchen umsehen, wie die das lösen. Mir ist klar geworden, dass ich klare Ziele definieren und Aufgaben verteilen muss. Es bringt nichts, Personen einzustellen und sie einfach arbeiten zu lassen. Das schafft nur Chaos.

Bildest du aus?
CW:
Ich habe ausgebildet, bin aber nicht mehr bereit, junge Menschen zu erziehen, dafür habe ich drei Kinder zu Hause. In meinem Luxus-Salon machen nur Fachkräfte Sinn, die mit den Kunden umgehen können. Es gibt so viele Personen, die dieses Handwerk erlernt und aus diversen Gründen an den Nagel gehängt haben. Ich möchte Wiedereinsteigern die Chance geben, sich neu im Friseurberuf zu erfinden und gut zu verdienen. Genauso sind Quereinsteiger willkommen - wir sind in der Beauty-Branche, die boomt! Ob Haare, Nägel, Wimpern, Make-up – Angst vor der Zukunft habe ich nicht!

Was wünschst du dir vom Zukunftskongress 2025?
CW:
Ich wünsche mir Speaker, die das Thema Persönlichkeitsentwicklung und zwischenmenschliche Kommunikation aufgreifen. Vor allem die jungen Leute wissen oft gar nicht, wie sie kommunizieren sollen. Wir sind keine Maschinen. Das ist unser absolutes Plus, deswegen müssen wir lernen, wie wir mit unserem Gegenüber umgehen.

Danke, Cigdem, für das spannende Gespräch und alles Gute für die Zukunft!

Was sind die Trends bei euren Männerkunden?
MS:
Bei uns im Salon werden bei Männern alle Haarschnitte und Trends abgedeckt. Aufgrund unseres Namens gibt es natürlich viele unserer Kunden, die sich modisch orientieren und dadurch bereit sind, Neues zu probieren. Allgemein geht es aber wieder in längere Formen, die natürlich genau so cool und maskulin wirken sollen, wie die kürzeren Frisuren. Hierbei sind die Beratung und das Wissen der Umsetzung natürlich ausschlaggebend.

Wie kalkulierst du deine Preise?
MS:
Der Männerhaarschnitt ist auf eine halbe Stunde ausgelegt, dafür kalkuliere ich 50 Euro.

Was hältst du von Unisex-Preisen?
MS: Wir haben die gleichen Schnittpreise für Frauen und Männer. Natürlich ist bei Frauen der Föhnaufwand höher – daher gibt es hier einen Zuschlag im Stylingbereich.

Ihr bietet beim Paket „Haarschnitt & Styling“ auch Haar- und Kopfhautdiagnose an. Ist das beliebt bei Männern?
MS:
Bei Männern gehen wir direkt auf diese Themen ein. Wir kommunizieren beim Waschen ganz klar, welches Produkt wir anwenden. Im Anschluss erfolgt eine Kopfmassage, abgestimmt auf die Bedürfnisse des Kunden. Das ist das, was der Mann bei uns im Salon am meisten genießt und was sich im Verkauf widerspiegelt, weil ich automatisch das dazugehörige Produkt mit verkaufe. Ich nutze die Zeit, ihm den ganzheitlichen Weg aufzuzeigen.

Über Markus Salm 

  • 1 Salon in Bonn: „Friseure Markus & Thomas Salm“
  • 30 Mitarbeiter*innen
  • 9 Auszubildende

Im Gespräch mit Katja Ottiger

Ihr habt fast 400 m2 Salonfläche und nutzt sie auch für Events  - wie lange musstet ihr nach der passenden Immobilie suchen?
Wir haben sehr lange gesucht und schließlich hat uns der Zufall geholfen. In einer Reutlinger Bar haben wir eines Abends einen alten Freund getroffen, der Immobilienmakler ist. Im Gespräch kristallisierte sich heraus, dass er vor kurzem ein altes Fabrikgebäude in sein Portfolio aufgenommen hat, welches sich sehr interessant anhörte. In den darauf folgenden Tagen sahen wir uns das Objekt an, waren sofort fasziniert und konnten nicht anders als zuzuschlagen.

"In Paris, Mailand, London.. aber nicht in Reutlingen"

Rund um euren Salon und eure Events baut ihr einen richtigen Lifestyle und ein frisches Lebensgefühl auf. Wie kommt das bei euren Kunden an?
Bisher sehr gut und das freut uns natürlich wahnsinnig, denn es ist uns immer ein Anliegen nicht nur durch unser Handwerk zu überzeugen, sondern den Kunden auch eine Atmosphäre zu schaffen, in der sie sich wohlfühlen. Bei Neukunden, die zum ersten Mal bei uns sind, ist es immer wieder schön zu sehen, dass sie wirklich sehr erstaunt sind und durchweg positiv auf das Ambiente und Gesamtkonzept reagieren. Einige meinten auch, sie hätten solch einen Salon in Paris, Mailand, London oder wo anders auf der Welt erwartet, aber nicht in Reutlingen (Lachen)

Ihr lebt ein richtig schönes Salonkonzept – in eurer alten Fabrik, mit den Events und der schönen Einrichtung.. Woher kam die Idee zu diesem Salon?
Fast könnte man sagen, nachts an der Bar (Lachen). Durch das Gespräch über die Location hatten wir direkt schon viele Ideen und Einfälle, wie man dieses puristische Konzept umsetzten könnte. Dabei ist weniger oft mehr und so haben wir mit minimalistischen Elementen gearbeitet, die sowohl clean, als auch etwas anders sind. Unsere neueste Umsetzung sind robuste Schiffstaue, die als Abtrennung dienen und genau zu unserem Konzept passen.

Ist es schwierig Mitarbeiter zu finden, die wirklich zu euch passen?
Bisher konnten wir dies nicht feststellen und haben mit unserem Team immer tolle Leute gefunden, die ähnlich wie wir ticken und mit denen die Zusammenarbeit sehr kreativ ist und uns bereichert. Wir können uns zu einhundert Prozent auf jeden Einzelnen verlassen, was natürlich generell ein schönes Arbeitsklima darstellt. Auch liegt uns das Thema Weiterbildung sehr am Herzen, da wir zwei auch für TIGI gerne als Educator arbeiten und Neuerungen und Trends natürlich auch super für den eigenen Salon umsetzen können. 

Warum habt ihr euch für TIGI entschieden?
TIGI ist für uns die Marke, die von Friseuren für Friseure entwickelt wurde. Ob es die Qualität, das Image oder das Design ist, alles ist perfekt abgestimmt und wir sind davon absolut überzeugt. Das spiegelt sich auch bei der Salonarbeit oder in ganz alltäglichen Situationen wieder – wir sind überzeugt und können dies auch mit gutem Gewissen an unsere Kunden kommunizieren und weitergeben.  

"Wir haben als Brüder ein schönes Ganzes geschaffen"

Wie ist es, als Brüderpaar ein Geschäft zu führen? Geht es da besonders harmonisch zu oder fliegen da auch mal die Fetzen? 
Es ist nicht immer einfach, so viel steht fest. (Lachen). Bei zwei Meinungen und letztendlich nur einer Entscheidung braucht man auch manchmal etwas länger, um zu einem Ergebnis zu kommen. Aber wir haben ein ehrliches und offenes Verhältnis, was vieles vereinfacht. So ist es oft auch so, dass etwas, das der eine nicht kann, der andere wieder wett macht und wir uns so sehr gut ergänzen. Fazit für uns: nach 10 Jahren Zusammenarbeit würden wir es sofort wieder tun. Denn jeder von uns alleine hätte vielleicht nur einen Teil geschafft und so haben wir ein schönes Ganzes geschaffen mit dem wir beide super zufrieden sind. 

Wolltet ihr immer schon gemeinsam einen Salon führen, oder hat sich das so ergeben?
Wir konnten uns das früher nie vorstellen, denn grundsätzlich sind wir sehr verschieden. Aber dies ist eine Einstellung, die viele Geschwister in ihren jungen Jahren mit uns teilen. Heute können wir sagen, dass die Zeit uns schlauer und entspannter gemacht hat und man Dinge nicht mehr ganz so verbissen sieht, wie dies vielleicht früher der Fall war.

"Für uns ist es kein Beruf, sondern eine Berufung"

Wünsche an die Branche?
Generell ist die Anerkennung und das Feingefühl immer ein wichtiges Thema. Zwar hat sich innerhalb der Branche schon einiges zum Positiven gewendet; dennoch: eine Weiterentwicklung hin zu dem Verständnis der Vielschichtigkeit und Möglichkeiten, die der Beruf mit sich bringt, liegt uns sehr am Herzen. Denn für uns ist es kein Beruf sondern eher Berufung! Jeder Tag ist anders, genau wie jeder Kunde verschieden ist. Die Kreativität, das Handwerk und die daraus resultierende Begeisterungsfähigkeit eines glücklichen Kunden ist für uns eine tolle Sache, die diesen Beruf ausmacht. 

Tom Kroboth ist gebürtiger Österreicher, Wahlberliner mit Noch-Wohnsitz in Hamburg und Friseur mit Leidenschaft. Stationen seines von Kreativität und Inspiration geprägten Lebensweges: 

Der Kreativgeist im Gespräch mit Raphaela Kirschnick

„Sassoon habe ich erst richtig begriffen, als ich es anderen beigebracht habe …“

Raphaela: Tom, ich kenne dich vor allem von kreativen Höhenflügen, jetzt lädst du zum Seminar „Haareschneiden mit mir“. Bist du ruhiger geworden?
Tom: Ach zur Ruhe bin ich nicht gekommen (winkt ab). Aber ich habe mich seit meiner Sassoon Zeit als Künstler verstanden. Irgendwann bin ich dahinter gekommen, dass ich ohne meine fundierte Ausbildung nicht da wäre, wo ich jetzt bin. Das klassische Handwerk ist ja die Basis für alles.
Und die SASSOON Technik habe ich erst richtig begriffen, als ich begonnen habe sie anderen beizubringen.

Wo einst fast 40 Jahre lang Nachtschwärmer bis in die Morgenstunden in der "Dachpavillon"-Szenekneipe feierten, können sich die Gäste nun ihre Haare stylen und frisieren lassen und aus dem Alltag in eine andere Welt flüchten.

Die SCISSORYS Friseure bezogen im Jahr 2017 ihren Salon, mit dem sie ihren Kundinnen*Kunden für die Zeit ihres Aufenthaltes ein kuscheliges Wohnzimmer zum Abschalten bieten möchten. Und das mit einem wahrhaftig einmaligen Ausblick über die Dächer der Stadt.

Die Dachterrasse lädt an warmen Tagen zum Verweilen ein. Außerdem ist der Salon so konzipiert, dass er im Handumdrehen zur Eventlocation mutiert. Die rollbaren Bedienplätze lassen sich schnell entfernen und schaffen Platz für Veranstaltungen aller Art.

Die Innenräume, gehalten in schwarz-gold, wurden nach dem stimmigen Konzept des Geschäftsführers Ralph-Joachim Hoffmann und dem Innenarchitekten Robert Ducherow (Teamwork Salondesign) eingerichtet. Grandezza und Glamour bilden hier eine Einheit.

Beim Wettbewerb "Best Salon Design-Award & What's up Paris-Award" des Fachmagazins "ESTETICA Magazine" und der "MCB by Beauté Sélection" wurde der Salon mit dem ersten Platz gekürt.

Bei den No-Color Color-Looks heißt es „weniger ist mehr“. Der Farbtrend 2024 ermöglicht Haarfarben, die wirken, als wäre das Haar nicht gefärbt. Aber warum will Kundschaft das?

In den letzten Jahren geht der Trend immer mehr zurück auf Natürlichkeit. Das heißt allerdings nicht zwingend Haare natürlich zu belassen, sondern äußert viel mehr den Wunsch die eigene Persönlichkeit mit einer Leichtigkeit zu unterstreichen. Kundschaft will den Natural Look, der mühelos und einfach aussieht.

Founderin Petra Mair hat für ihren Beauty & Concept Store Mooi Beauty ein wunderschönes neues Zuhause gefunden. Im frisch renovierten Gründerhaus in der Josefstadt finden alle Design-Addicts und Beauty Lovers auf 150m² den perfekten Ort zum Zurücklehnen und Wohlfühlen.

Seinem Motto ist das Mooi treu geblieben – im Mittelpunkt stehen nach wie vor Behandlungen mit natürlichen Beautyprodukten sowie eine feine Auswahl an innovativen Wohnaccessoires, Design- und Schmuckstücken. Neu im Angebot und zur Freude aller Stammkundinnen*kunden sind wohltuende Kosmetik & Laser Treatments.

Pietro Macri, PAM Hair Design Team, im Gespräch mit Katja Ottiger

"Wir müssen die Verantwortung übernehmen, Kunden zu führen und zu Veränderungen zu ermutigen."

Worin siehst du die Zukunft in der Friseurdienstleistung?
Pietro Macri:
Im guten, handwerklichen Können und in der Beratung. Wir müssen die Verantwortung übernehmen, Kunden zu erkennen und sie der Lebensumstände, der Haarqualität, dem Körperbau und dem Lifestyle entsprechend zu führen und für Veränderungen zu ermutigen. 

Was genau meint du damit?
PM:
Die Menschen sind in den letzten Jahren einfach nicht mehr gewöhnt, zu experimentieren, so wie ich das in den 90er Jahren erlebt und gelernt habe. Junge Menschen waren damals experimentierfreudig. Ob rot, grün oder gelb, ob Punk, ob Psych, ob Classic, Dauerwelle oder Strähnen - da wurde das ganze Repertoire gewählt. Im Moment stelle ich fest - ob Mutter oder Tochter, ob Teenie oder Best-Ager - beide haben gleichermaßen Extensions, Wimpern-Lashes und gewisse Tunings, so dass es keine Differenzierung mehr gibt. Und das ist unsere große Herausforderung: mit unserem fachlichen Wissen und unserer Menschenkenntnis Kunden abzuholen und zu begleiten.

Woran erkennst du, ob jemand gut Haare schneiden kann?
PM:
Das erkenne ich daran, wie jemand das Haar aufteilt und seinen Schneideplan verfolgt. Nach ein paar wenigen Linien ist klar, ob derjenige oder diejenige sauber arbeitet oder Proportionen ins Leere betreibt.

Credit: AUDE GUERRUCCI / REUTERS / picturedesk.com

Promis wie Billie Eilish oder Jenna Ortega machens vor: Der Kitty Cut trendet. Aber warum Kitty? Ganz einfach, weil er die softere, elegantere Version des Wolf Cuts ist, der bereits letztes Jahr ein Comeback erlebte. Zwar orientiert sich der Kitty Cut am Wolf Cut, ist aber weniger stark durchgestuft und wuschelig. Vor allem bei mittellangen Haaren bietet sich der Trendlook an. Die Spitzen enden dabei auf den Schultern oder dem Schlüsselbein. Wichtig zu beachten beim Schnitt: Sanfte Stufen am Rücken oder rund um den Hals.

Damian Tworuschka im Interview mit Juliane Krammer

Du hast dich in letzter Zeit öfters kritisch gegenüber dem bestehenden Dualen Ausbildung-System in Deutschland geäußert. Was fehlt diesem System deiner Meinung nach bzw. was braucht es?
Damian Tworuschka:
Die Themen Ausbildung und Auszubildende sind von drei unterschiedlichen Faktoren abhängig. Zum Ersten Handwerkskammern und Innungen mit dem Sprachrohr Zentralverband. Das sind diejenigen, die die politische Ebene erreichen sollten. Zweitens hast du den Friseursalon und drittens kommen äußere Umstände, wie z.B. Social Media, hinzu. Und diese drei für das Friseurhandwerk essenziellen Parteien ziehen nicht am selben Strang.

Lena Kühn im Interview mit Juliane Krammer

"Die Friseurausbildung ist wie Lottospielen."

Deine Lehrzeit ist jetzt noch nicht so lange her. Wie siehst du die Duale Ausbildung – ist sie ein Schatz, der gehütet werden soll oder braucht es Veränderung?
Lena Kühn:
Ich bin nun seit 5 Jahren ausgelernt und begleite Azubis in der Berufsschule bei den überbetrieblichen Lehrgängen in Theorie und Praxis. Erst da wurden mir die massiven Unterschiede des jeweiligen Leistungsstands bewusst. Die Friseurausbildung ist wie Lottospielen.

Wer braucht schon ein Fitnessstudio, wenn Traumbody im Salon auch so geht? Die mit Abstand beste Friseur-Work-Out Idee der Woche stammt von Daniel Golz.

Fitness-Friseur-Muffel haben jetzt keine Ausrede mehr! Chefs, was eure Mixecke nun wirklich braucht, ist eine Stange mit Gewichten und los kann es gehen. Wie? Na schaut euch das Video von Daniel an und dann ab an die Bürste.

 

 

Raphaela: Nach abwechslungsreichen Stationen: Sassoon – Aveda – Schwarzkopf – Salon hast du wieder eine neue Aufgabe angenommen – was reizt dich an C:ehko?
Tom: Ich habe mich immer gerne Herausforderungen gestellt und begleite Marken gerne auf neuen Wegen. C:ehko fasziniert mich! Es ist eine Marke, die sich gerade neu erfindet, nach 75 Jahren, und alle Produkte sind komplett „Made in Germany“ – das ist doch toll (ist super stolz). In einigen asiatischen Ländern sind wir sogar Marktführer und bald kommt unser neues Baby ‚ME Mademoiselle‘ und das wird dann das Chanel No5 der Friseurbranche. 

Raphaela: Und deshalb warst du gerade in Vietnam unterwegs? 
Tom: Das war der Wahnsinn! Es gibt dort ganz tolle Friseure und die lieben Sassoon Schneidetechniken. Die allerbesten Friseure haben dort kleine chaotische Salons, zum Teil arbeiten fünf Leute an einem Kopf gleichzeitig. Alle sind bemüht und emotional, was bei Shows enorm motiviert. 

Raphaela: Seminare finden meist auf Puppenköpfen statt. Ein Problem für dich.
Tom: Nein! Meine Lieblingspuppenköpfe sind von Bergmann oder L’Image. Gerade beim Demonstrieren von Basishaarschnitten sind Puppenköpfe perfekt, denn man kann mit ihnen machen was man will und immer wieder von oben unten und Seiten den Schnitt betrachten, die Unterschiede erkennen. Die Teilnehmer können die Köpfe dann mit nach Hause nehmen und den Schnitt immer wieder nachvollziehen. 
Bei Salonschulungen präferiere ich allerdings schon das lebende Modell. Denn da kommt es ja auch auf den Umgang und die Beratung der Kundin an.

Raphaela: Gibt es Produkte, die dich dein Leben lang im Friseurköfferchen begleiten?
Tom: Brisk – Männerfrisiercreme. Schon vor 30 Jahren hat mich mein Mentor im Herrenfach - Kurt Bischof bei Ossig in Wien - davon abhängig gemacht. Soll ich dir ein Geheimnis verraten?
Raphaela: Jaaaaaa!
Tom: Ich arbeite mit ME Mademoiselle an einem sehr ähnlichen Produkt, kommt aber erst im Herbst (grinst über beide Ohren) 

Raphaela: Du bist seit 30 Jahren Friseur?
Tom: Ist das nicht schrecklich! Zum Glück werde ich immer jünger geschätzt. Aber jetzt wo ich mit 46 quasi auf die 50 zugehe, da frag ich mich manchmal schon ob ich mir ´ne Creme kaufen soll. Gott sei Dank habe ich viel Erfahrung gesammelt. Ich denke man darf sich nicht dem Jammern hingeben, dann wird alles gut.

Raphaela: Warum solltest du denn Jammern?
Tom: Naja, so die kleinen Wehwehchen (verdreht die Augen), aber dann nehme ich Thomapyrin mit Wodka (grinst), das hilft immer. Früher hab ich das mit Jägermeister gemacht, aber jetzt bin ich halt erwachsener geworden (lacht).

„Ich bin das Chaos und er mein Excel-Sheet ...“

Raphaela: Gibt es denn wichtige Menschen, die dich in dieser Zeit begleitet haben?
Tom: Ich gehöre zu den glücklichen Menschen, die von vielen Personen gefördert wurden.
Und ich habe mit Sascha Rohn den besten Assistenten der Welt hinter mir. Er ist mir schon durch meine halbe Karriere gefolgt – erst zu Sassoon, dann zu Aveda und jetzt ist er International Artistic Director bei C:ehko. Ich bin das Chaos und er mein Excel-Sheet.

Raphaela: Was für eine Liebeserklärung!
Tom: Ich gebe halt gerne weiter, in Seminaren und an Kollegen und je mehr man gibt, desto mehr erhält man zurück. Und es ist doch beflügelnd, kaum gibt man ein Geheimnis preis ist man angehalten sich ein anderes zu suchen.

Raphaela: Und wer hat dich auf den Weg gebracht?
Tom: Meine Familie, vor allem mütterlicherseits. Zwei Tanten sind Friseurinnen und 2 Onkel sind Künstler, einer Maler, der andere Grafikdesigner. Die sind mit mir als Kind in Museen gegangen, das hat mich sehr geprägt.

Raphaela: Gibt es etwas, dass du bedauerst?
Tom: Ich kann leider nicht malen!

Raphaela: Ich sehe viel auf Facebook von dir, wie nutzt du das Internet?
Tom: Ich finde es erstaunlich, was das Internet bewegt, bin aber eigentlich ein Online-Muffel. Ich verbeiße mich zu oft in Seiten und komm nicht vom Lesen weg, da muss ich noch lernen Zeit zu kürzen. Ich bin auf Facebook und nutze hairbrained und freue mich immer auf euren imSalon Newsletter.

Raphaela: Das musst du jetzt ja sagen!
Tom: Nein, wirklich. Ich finde es klasse wenn mir Nachrichten zugetragen werden. 

Raphaela: Dein schönstes Kompliment?
Tom: „Mensch, du bist ja ganz normal“ von anderen Friseuren und Seminarteilnehmern zu hören. 
Bei all dem Wahnsinn, den das Reisen von Show zu Show mit sich bringt, bin ich immer wieder froh auch zur Ruhe kommen zu können und auf dem Boden bleiben zu können, Freunde helfen mir dabei.

Raphaela: Hamburg – Berlin! Wo findest du mehr Inspiration?
Tom: In Hamburg fehlt mir der kreative Input. Egal wo man in Berlin sitzt, die Menschen, die an dir vorbeigehen, da passiert so viel. In Hamburg sind die Menschen alle schön und sauber, aber es passiert halt nichts.
Kreative Inspiration hole ich mir halt im Straßenleben.

Raphaela: Und vermisst du Wien?
Tom: Die Mehlspeisen und das Essen vermisse ich sehr. Ich liebe Wien, meine ganze Familie ist ja dort. Und ich bin begeistert das Wien sich auf die ganzen Änderungen die Conchita mit sich gebracht hat eingelassen hat. Überhaupt liebe ich Conchita Wurst, ich kenne ihn sogar persönlich. Er ist super nett und ein ganz toller Mensch.
Dennoch, ich freue mich auch immer wieder zurück nach Hause zu kommen.

DANKE Tom für das tolle Gespräch und jetzt scheint sogar die Sonne!

Vorgelegt hat die Beauty-Branche mit den No-Make-up Make-up-Looks. Dabei setzt man zwar auf die Verwendung von Foundation, Blush, Countoring und Co. doch im Vordergrund stehen lediglich leichte, kleine Veränderungen, die dem Gesicht schmeicheln, es aber natürlich erscheinen lassen sollen, denkt an Pamela Andersons "nicht geschminkten Look" auf dem roten Teppich.

Der Trend geht jetzt weiter, und zwar mit den No-Color Color-Looks: Die Kunst besteht darin, einen Look zu schaffen, der authentisch und mühelos wirkt. Man arbeitet daher mit Haarfarben, die wirken, als wäre das Haar nicht gefärbt.

►Wella Professionals erweitert passend zum Trend die Farbpalette der Illumina Color um vier neue Trendnuancen.

Pietro Macri beim International Masterclass Seminar in Mannheim im Januar 2024 | Credit: Andrea Ganshorn imSalon

Du educatest die Kunst der präzisen Haarschnitte. Viele Hairdresser haben großen Respekt davor. Worin liegt für dich die Magie im guten Schnitt?
PM
: Der Respekt vor präzisen Linien ist wirklich sehr groß. Das liegt wohl daran, dass wir gelernt haben, immer aus dem Bauch heraus zu arbeiten und zu sagen, du musst das so machen, weil es eben so ist! Während lange oder fedrig geschnittene Haare, die das Gesicht umspielen, als Weichzeichner dienen, haben Linien die Eigenschaft, das Auge zu fesseln und die Person in den Mittelpunkt zu stellen. Egal, ob sie auf das Kinn, das Jochbein, die Lippen oder die Nase zeigen, ob sie waagerecht oder diagonal verlaufen. Linien können Menschen zum Strahlen bringen - und das ist für mich die Magie vom präzisen Haarschnitt.

Was macht für dich ein gutes Seminar aus und worauf legst du besonders Wert?
PM:
Die Menschen, die zu uns ins Seminar kommen, sollen Spaß haben und unglaublich viel für sich mitnehmen können. Sie erlernen Philosophie und Technik, denn ein Haarschnitt ist kein Zufallsprodukt. Er ist jedes Mal wieder aufs Neue anspruchsvoll, er ist technisch planbar, zu analysieren und zu optimieren, weil der Lebensumstand einer Kundin so veränderlich ist wie das Haar in unterschiedlichen Lebensphasen auch.

Uns geht es immer auch um das Bewusstsein für Haarqualität und Haarbeschaffenheit, um Spannung und Gewichtsverlagerung, um interne und externe Linien. Wir sind große Verfechter von Simple und Basic, denn alles was wir tun, kommt aus einem ganz tiefen Fundament, das uns Sicherheit und Stabilität verschafft.

Über DIE LIGA

  • 2004 von Michael und Frank Senner gegründet
  • 1 Salon | 10 Mitarbeiter | 3 Auszubildende
  • hauseigenes Fotostudio für Lookbook Shoots und Kollektionen
  • Arbeiten für die Berlin Fashion Week, GQ Style Night ...

Wer das ganze noch toppen möchte, kann noch ►McDonalds oder Curtain Bangs schneiden. Dabei soll ein Rahmen ums Gesicht geschaffen werden, der die Wangenknochen und Gesichtskonturen betont. Lest mehr zu dem ►Hair-Hype Bangs.

Für welche Kundschaft eignet sich der Look? Für alle, die einen eleganten, aber doch edgy Look bevorzugen. Wem der Bob zu kurz ist, kann sich ebenfalls mit dem Kitty Cut zufriedengeben. Kundinnen mit feinerem, dünnerem Haar, denn der Look schafft Volumen und Bewegung im Haar. Zudem ist die Frisur leicht zu stylen – daher ideal für Kundinnen, die beim Styling fauler sind.

Kannst du das näher ausführen?
DT:
Jeder macht sein eigenes Ding, trotzdem beschweren sich alle, dass es keine Azubis gibt. Alle reden von der 4-Tage-Woche, Work-Life-Balance, … ich glaube, das ist nicht der richtige Ansatz, jemanden für unseren Beruf zu begeistern.
Wie finden Azubis überhaupt einen Salon? Heutzutage über Social Media! Azubis folgen Influencern und sehen, dass die in coolen Salons sind, … das wiederum kann ein Anreiz für junge Menschen sein, diesen Influencern einmal in einem Lifestyle-Salon, die Haare zu machen. Dabei wird eine Beauty-Blase aufgebaut und der junge Mensch ist motiviert, diesen Beruf zu ergreifen, aber dann kommt die Realität, die die Beauty-Blase platzen lässt und diese Realität heißt: Duales System.  

Lottospielen?
LK:
Ich hatte sehr viel Glück, war in einem guten Salon, habe viel gelernt und durfte rasch Eigenverantwortung übernehmen. Es fühlte sich oft nach „ins kalte Wasser springen an“, was aber besser war, als nichts zu lernen. Das meine ich mit Lottospielen: Die einen lernen viel und werden unterstützt, bei den anderen ist das Gegenteil der Fall.

Warum gibt es so gravierende Unterschiede?
LK:
Wenn man so jung ist, macht man sich nicht zu große Gedanken darüber, worauf man beim zukünftigen Ausbildungsplatz achten muss. Ich will auch nicht sagen, dass diese Salons es nicht richtig machen wollen, aber sie können aus diversen Gründen keine gute Ausbildung bieten. Natürlich beeinflusst das auch unsere dramatischen Ausbildungszahlen: Läuft die Ausbildung nicht optimal, brechen viele ab und wollen gar nicht in einen anderen Friseur-Betrieb wechseln. Sie nehmen an, es ist überall gleich.

Noch mehr Daniel Golz?

Ob auf Facebook, Instagram oder YouTube begleitet euch der humorige Friseur-Vlogger durch den manchmal tristen Salon-Alltag. Mit seiner Dating-App DateYOURbeauty ermöglicht er eurer Kundschaft die perfekte Friseurin basierend auf Vorlieben zu finden. Gleichzeitig unterstützt dise Friseure dabei, persönliche Dienstleistungen anzubieten und ihr Salonkonzept optimal zu präsentieren. 

Neugierig geworden? ►Hier geht es zu dem Artikel.

Service-Tipp

Der Wella Professionals Global Ambassador Cenk Yesil (@cenkinz) entwarf zur Inspiration für die No-Color Color Looks die Kreation „Illumina Blush“. Diese unterstreicht auf subtile Weise die natürliche Schönheit des Haars und schafft dank Details und Farbschichten ein makelloses Finish. Für diesen No-Color Color Look erfolgt nach dem ersten Schritt der Aufhellung eine harmonisierende Kombination zweier Rezepturen, um Lowlights sowie Reflexe im Haar zu setzen. Durch Color Melting wird der Look im Anschluss finalisiert. 

 

Mooi bietet ein erweitertes Dienstleistungsspektrum in einem modernen, urbanen Ambiente. Unter der Leitung von Petra Mair und in Zusammenarbeit mit Daniel Hora von .MEGATABS wurde das Ladenkonzept mit Elementen wie Kupfer, Stein und Beton aufgefrischt, während die ursprüngliche Mooi DNA erhalten blieb.

Daniel Hora über seine Arbeit am Store: „Wichtig war uns, natürliche Materialien zu verwenden, die dennoch ein Farbenspiel zuließen. So entschieden wir uns für ein Terrazzokonglomerat aus verschiedenfarbigen Basaltsteinen in einer „Mooi-grünen“ Füllmasse. Das reine Kupfer mit seiner metallischen Spiegelung setzten wir als Schmucktupfen ein, um dem Raum einen edlen Schliff zu verleihen. Als ruhige Basis für ein klares Organisieren und Zonieren in den verschiedenen Funktionsbereichen des Stores dienen die gewellte Betonwand und die Betonbodenbeschichtung. Die Industrieelemente der Glastrennwand und die verschiedenen Lichtobjekte an der Decke, Wand und an den Möbeln verkörpern den jungen, dynamischen und professionellen Charakter von Mooi.“

Über Tom Kroboth:

  • Wien: Ossig | Grecht
  • Hamburg: SASSOON Academy
  • Berlin: European Artistic Director für AVEDA
  • Hamburg: Global Creative Director Schwarzkopf Professional
  • NEU - Berlin: 
  • International Artistic Director für C:ehko, Keen 
  • Global Ambassador ME Mademoiselle
  • Mehrfacher Gewinner des German Hairdressing Awards, Hall of Fame – Mitglied
  • AIPP: Ernennung weltbester Friseur 2008

Wie geht ihr das mit den höheren Preisen an?
PM:
Unser erstes Ziel sollte sein, genderneutrale Preise zu haben. Uns liegt das am Herzen, wir heben seit Jahren sukzessive unsere Herren Haarschnitte an, um irgendwann auf ein gemeinsames Level zu kommen. Ein Haarschnitt sollte bei über 100 Euro liegen und ich gehe davon aus, dass wir in den nächsten fünf Jahren bei 120 Euro sind, bis wir im Idealfall bei der Spitze von 150 Euro ankommen.

Wie kann ich einen Haarschnitt für die Kundin interessant machen?
PM:
Es ist wichtig, die Kundin richtig anzuschauen, sie sprechen zu lassen, um ihre Wünsche, Erwartungen und Ziele abzustecken und zu erfahren, wie viel Lust auf welche Veränderungen sie hat und losgelöst von all dem, sich ganz neutral all ihre Proportionen anzuschauen.

Ich denke, dies setzen Kunden voraus. Was ist deine persönliche Strategie?
PM:
Ich schaffe der Kundin ein neues Szenario: Ich nehme sie aus ihrer Sitz-Position heraus und lasse sie aufstehen, damit sie selbst ihre Gesamterscheinung wahrnehmen kann. Dabei drehe ich sie seitlich, nehme die Haare aus dem Gesicht, um die Profillinie und den Nacken anzuschauen und bespreche ein, zwei, drei mögliche Szenarien mit ihr. Das schafft bei der Kundin das Bewusstsein, dass Friseure Designer sind. Denn Designer machen nichts anderes: Sie ziehen den Stoff an deiner Schulter, zuppeln am Hosenbein … mit Haaren machen wir nichts anderes.

"Über Jahre hinweg ist eine Blase entstanden, welchen Lifestylecharakter der Friseur-Beruf hat, dann kommt man in die Berufsschule und dort ist die Praxis konträr zu dem, was auf Social Media vermittelt wird."

Welche Punkte stören dich besonders am dualen System, die deiner Meinung nach diese Beauty-Blase platzen lassen?
DT:
Mir ist schon klar, dass das Handwerk gewisse Fingerfertigkeiten benötigt, aber wenn ich in der heutigen Zeit von Beach Waves, Undone Looks, Foilyage, Balayage, Air Touch, Texture Lights, … immer noch ein Modell für Dauerwelle, zum Legen und Ausfrisieren finden muss, wird es immer schwieriger, junge Leute für diesen Beruf zu begeistern. Über Jahre hinweg ist eine Blase entstanden, welchen Lifestylecharakter der Friseur-Beruf hat, dann kommt man in die Berufsschule und dort ist die Praxis konträr zu dem, was auf Social Media vermittelt wird. Das Duale System ist in meinen Augen veraltet. Es fehlt Fach-Englisch, das gelehrt werden sollte. Ich vermisse Social Media Kurse. Warum kooperiert man nicht mit Experten wie z.B. Maximilian Grüneberger, um Azubis auf die Zukunft vorzubereiten?

"Vor allem als Session Stylist ist es sogar wichtig, solche Techniken zu erlernen, aber das wird den jungen Menschen in der Berufsschule nicht vermittelt – was man mit altbewährten Techniken, modern umsetzen kann."

Du kritisierst die noch immer bestehende Dauerwelle im Lehrplan. Was ist die Alternative?
DT:
Das Schlimmste ist doch, dass die Dauerwelle noch immer an Modellen gewickelt werden soll. Es kann Bestandteil der Prüfung bleiben, aber ob du auf einem Übungskopf oder einem Modell wickelst, macht doch keinen Unterschied. Vor allem als Session Stylist ist es sogar wichtig, solche Techniken zu erlernen, aber das wird den jungen Menschen in der Berufsschule nicht vermittelt – was man mit altbewährten Techniken, modern umsetzen kann. Stattdessen ist man stolz darauf, dass die permanente Glättung in die Ausbildung integriert wurde. Der Trend geht aber weg von permanenter Dauerwelle oder Glättung. Stattdessen will man wieder gut geföhnte Haare, aber selbst das ist nicht mehr Bestandteil der Ausbildung.

"Das große Defizit ist aber mit der Zeit herangewachsen. (...) Nach wie vor wird man als Azubi durch dieses veraltete System durchgeschleust und auf die reale Kunden-Welt nicht vorbereitet."

Hast du die Duale Ausbildung zu deiner Azubi-Zeit schon so wahrgenommen oder erst seitdem du einen Salon führst? Wann war für dich der Knackpunkt, dass dich dieses System so sauer aufstoßen lässt?
DT:
Ich hatte das Glück, die Ausbildung in einem Salon zu machen, in dem meine Chefs Trainer waren. Ich durfte gleich in die spannende Seite des Friseurberufs eintauchen und bei Messen und Shows mit dabei sein. Da habe ich gesehen, was man außerhalb des Salons noch erreichen kann. Auch wenn meine Ausbildungszeit nun 22 Jahre her ist, fand ich es damals schon veraltet und habe Inhalte wie fachspezifisches Englisch vermisst. Das große Defizit ist aber mit der Zeit herangewachsen. Balayage oder Social Media gab es damals noch nicht, das fehlt heute erst recht. Nach wie vor wird man als Azubi durch dieses veraltete System durchgeschleust und auf die reale Kunden-Welt nicht vorbereitet.

Erschwert diese Tatsache, dass aktuelle Trends in der Dualen Ausbildung nicht gelehrt werden, den Salons das Ausbilden?
DT:
Das wäre zu einfach gedacht, auch Salons sind in der Bringschuld. Wenn sich ein Salon dazu entscheidet, auszubilden, bedeutet das, Verantwortung zu übernehmen und auf die Bedürfnisse der Endverbraucher zu schulen. Die Azubis müssen selbstbewusst am Kunden arbeiten können. Die Inhalte des Lehrplanes sind die eine Sache, aber der Salon muss auch Zeit investieren und gegenwartsnah ausbilden.

"Ich brauche meine Azubis nicht zum Putzen oder Kaffeebringen. Ich will, dass sie Spaß haben, am Kunden zu arbeiten und selbst kreieren zu können."

Bildest du aus?
DT:
Ja, mit unserer Auszubildenden machen wir regelmäßig Übungsabende. In den ersten drei Monaten soll sie Glossings machen, vernünftig Föhnen lernen, dann geht es zur Haarfarbe über, danach zu Strähnen- und Balayage-Techniken usw. Ich brauche meine Azubis nicht zum Putzen oder Kaffeebringen. Ich will, dass sie Spaß haben, am Kunden zu arbeiten und selbst kreieren zu können.

"Die Schule gibt dir die Basis, aber erst mit der Salon-Praxis wächst man."

Wie bereitest du deine Auszubildende nun auf die Realität der Dualen Ausbildung vor? Hast du Sorge, sie deswegen zu verlieren?
DT:
Ich suche das Elterngespräch, egal ob sie schon 19 sind und erkläre, wie es bei mir im Salon abläuft. Es gibt viel zusätzliche Weiterbildungen und auch Trainingseinheiten, wo Zeit geopfert werden muss, aber ich kann durch meine Erfahrung und durch meine Kontakte Türen öffnen, um außerhalb des Salons weiterzukommen. Die Schule gibt dir die Basis, aber erst mit der Salon-Praxis wächst man.

Du schulst Friseure weltweit. Könntest du dir vorstellen in deutschen Berufsschulen zu unterrichten oder Prüfungen abzunehmen?
DT:
Ich komme aus der Sassoon-Schule und habe das Konzept der Bauchhaarschneider nie wirklich verstanden. Bei Prüfungskommission habe ich bereits ausgeholfen, wurde aber danach nicht mehr eingeladen, weil ich zu streng kontrollierte. Auf die Frage, warum überhaupt Arbeiten kontrolliert werden, war die Antwort, dass der Prüfling aus einem Salon kommt, der viele Azubis ausbildet und sehr engagiert sei.Aber das ist doch kein Freifahrtsschein! Jetzt spielen wir das mal durch: Dieser Schüler kommt durch und wenn dieser Azubi vom Ausbildner nicht übernommen wird, hat der nächste Salon das Problem.

Dein Fazit?
DT:
Ja, ich wäre bereit, zu unterrichten oder Prüfungen abzunehmen, aber wenn ich bei Prüfungen ein Auge zudrücken muss, bin ich raus.

"Ein großes Problem sehe ich im Zentralverband und bei den Innungen. Die Personen, die etwas zu sagen haben und im Vorstand sind, wollen nichts ändern und halten an dem fest, wie es schon immer war."

Wunschkonzert Duale Ausbildung. Wie sollte diese deiner Meinung nach aussehen?
DT: 
Ein großes Problem sehe ich im Zentralverband und bei den Innungen. Die Personen, die etwas zu sagen haben und im Vorstand sind, wollen nichts ändern und halten an dem fest, wie es schon immer war. In mir macht sich dann immer ein Gefühl von einem Kegelclub breit, wenn ich diese Personen vor mir sehe. Es wird nichts getan, nichts vorangetrieben, nichts geändert. Siehe Duales System: Das Duale System ist nicht verkehrt, aber komplett überholt! Es hapert hierbei schon an der Basis. Denn in jedem Bundesland ist die Basis-Ausbildung komplett unterschiedlich. Und wenn die Basis nicht stimmt, wie soll dabei etwas Gutes herauskommen? Man braucht ein einheitliches System, damit überhaupt ein Standard gewährleistet ist, um darauf mit der kreativen Ausführung aufzubauen. Alles andere ist fatal für die Zukunft.
Was ich mir wünsche? Neben den bereits genannten Faktoren wie eine zeitgemäße Anpassung des Lehrplans sollte man ab dem 2. oder 3. Lehrjahr eine Spezialisierung einschlagen können. Genauso bin ich für eine einjährige Ausbildung von Nicht-EU-Bürgern, die bereits als Friseure oder Coloristen gearbeitet haben.
Aber auch wenn man als Salon-Inhaber gefrustet ist: Nicht ausbilden ist keine Option und schon gar nicht für die, die sich beschweren.

Danke Damian für dieses spannende Gespräch und alles Gute für die Zukunft.

Hast du einen Lösungsansatz für ein besseres Ausbildungssystem?
LK:
Um den Fortbestand des Dualen Systems zu sichern, bin ich für eine Umlagefinanzierung der Ausbildungsbetriebe! Egal, ob ein Salon ausbildet oder nicht - es soll in die Azubi-Zukunft investiert werden. Das ist sicherlich ein Anreiz für Salons auszubilden und Ausbildungsbetriebe sind nicht gefrustet, weil sie auf den Kosten sitzen bleiben.
Einjährige Lehrverträge finde ich eine gute Idee, um unterschiedliche Lehrbetriebe kennenzulernen und die Ausbildung vielfältiger zu gestalten.Genauso ist es unerlässlich Ausbildungsbetriebe ordentlich zu prüfen, denn alle Azubis brauchen die gleichen Voraussetzungen. Wenn ich sechs Schüler in einem Lehrgang habe, die alle die gleiche Aufgabe erhalten und die einen mit einem guten Ergebnis in einer halben Stunde fertig sind und die anderen 1,5h Stunden benötigen, ist das fatal für das gesamte Handwerk.

"Leider haben viele Friseure kein Interesse daran, etwas politisch zu bewegen und einen „Man kann nichts mehr machen“-Modus aktiviert. Wir sind doch eine riesige Gemeinschaft und müssen uns zusammenschließen!"

Wie siehst du die Zukunft des Friseurhandwerks?
LK:
Ich verdiene sehr gut, aber es gibt Nachholbedarf. Es tut sich viel in puncto Arbeitszeitmodelle, etc., aber wir Friseure müssen alle an einem Strang ziehen und uns politisch engagieren. Leider haben viele Friseure kein Interesse daran, etwas politisch zu bewegen und einen „Man kann nichts mehr machen“-Modus aktiviert. Wir sind doch eine riesige Gemeinschaft und müssen uns zusammenschließen!

Wie engagierst du dich politisch?
LK:
Ich bin in der ver.di-Tarifkommission und auch für die Innung im Modeteam Niedersachsen bzw. Deutschland tätig.

Wie ist es möglich, sowohl bei ver.di sowohl als auch beim ZV aktiv zu sein?
LK:
Ich will mich für das Friseurhandwerk engagieren und als Angestellte bot sich an, in der Gewerkschaft tätig zu sein. Dass ich bei ver.di als auch der Innung tätig bin, war für die jeweilige Partei anfangs schwierig zu verstehen. Ich habe das aktiv aus dem Weg geräumt, in dem ich mit höheren Mitgliedern des Landesverbandes und ZVs gesprochen habe.

Wie lautete deine Erklärung?
LK:
Das Friseurhandwerk muss froh darüber sein, wenn sich junge Menschen für ihre berufliche Zukunft starkmachen. Wir verfolgen alle das gleiche Ziel. Wir wollen ein besseres Friseurhandwerk-Image, steigende Ausbildungszahlen und Gehälter, sodass Mitarbeiter zufrieden sind. Dafür braucht es aber junge Menschen, die für das Handwerk einstehen, aber auch Unterstützung der Erfahrenen und keinen Generationenkampf.

Danke, Lena, für das spannende Gespräch und alles Gute für die Zukunft.

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Frau Visnjic, Sie waren zu Gast beim ARD-Format Hart aber Fair. Wie kam es zur Einladung?
Zuhra Visnjic: Als ich meinen Salon eröffnete, hat ein Journalist für ein Printmagazin mit mir Kontakt aufgenommen und mir angeboten, über mein Studio zu berichten. Dadurch wurden diverse Sender wie ZDF oder auch RTL auf mich aufmerksam. Leider war ich mit der RTL-Produktion damals nicht sehr glücklich. Ich kam da rüber, als ob ich betteln würde. Da merkt man, dass das Endergebnis immer davon abhängt, wer den Artikel schreibt oder eine Sendung produziert.

Waren Sie zufrieden, wie Ihre Situation bei „hart aber fair“ dargestellt wurde?
ZV: Mir war es vor allem wichtig, darauf aufmerksam zu machen, wie es Unternehmern aktuell geht. Ich habe das Gefühl, dass sich mein Beruf bald finanziell nicht mehr lohnt. Gerne hätte ich noch mehr Themen platziert, aber man ist bei einer Live-Sendung doch nervös und bei eloquenten, medial geschulten Politikern hatte ich Schwierigkeiten, überhaupt zu Wort zu kommen.

Ich bin aber sehr froh, es gemacht zu haben, denn durch die Sendung wurde ich bekannter. Diese Aufmerksamkeit schlägt sich auch auf meinen Salon nieder. Es war wie eine Werbeaktion.

Was hätten Sie gerne in der Sendung noch los werden wollen?
ZV:
Das Thema Mindestlöhne sowie das Chaos bei den Corona-Soforthilfen hätte mir noch unter den Nägeln gebrannt.

Gab es im Vorhinein ein Briefing oder eine Vorbereitung auf die Sendung?
ZV:
Nein. Ich erfuhr auch erst zwei Tage vor der Show, wer mir gegenübersitzt. Vor der Sendung kam der Moderator zu mir und erklärte mir den Ablauf. Er sagte, dass ich auch keine Kunden zitieren oder politische Meinungen vertreten, sondern ganz bei mir bleiben soll. Die erste Frage, die mir live gestellt wurde, hat er mir vorab mitgeteilt.

Im Januar 2025 findet der nächste Zukunftskongress für Friseure statt. Werden Sie mit dabei sein?
ZV:
Ich bin auch bei der Friseur-Innung tätig und der Meinung, wenn Politik mit der Friseurbranche zusammengebracht wird, gehört das unterstützt.

 Vielen Dank, Frau Visnjic, für Ihre Zeit und alles Gute für die Zukunft.

 

hart aber fair vom 29.01.2024 hier nachsehen:

Ja, richtig gelesen. Inga Holtz bietet Haar-Wellness in Perfektion an, hat eine Mitarbeiterin und das alles in einem Container, den sie sich nach ihren Wünschen und Bedürfnissen erstellt hat.

Er ist Visagist, Friseur Trainer, Image-Berater und nach wie vor ein Publikumsmagnet. Seit über 30 Jahren unterhält Serge Moreau mit seinen Vorträgen und Workshops in Sachen emotionale Kommunikation, zumeist für L’Oréal Professionnel. Aber längst setzen nicht nur Friseursalons auf das Image-Know-how des Franzosen mit einem Salon im französischen Soufflenheim, sondern auch Modegeschäfte, Kosmetiksalons, Optiker oder auch mal eine Architektenschule. Weltweit ist er unterwegs – von Kanada bis in die Türkei, von Südkorea und Australien bis Südamerika. In über 30 Ländern schätzt man seine Expertise - trotz kultureller Unterschiede.
 

Inga Holtz, die Friseurin hinter dem Salon-Container | Credit: Kristina Becker - photovisionen

In kompletter Eigenregie ist dieses Tiny-House Projekt entstanden. Zwei Fragen waren für sie bei der Planung des Salon-Containers vorrangig:

1. Was brauche ich, um für mich den perfekten Arbeitsplatz zu schaffen?
und
2. Was möchte ich auf gar keinen Fall mehr an meinem neuen Arbeitsplatz?

Dabei entstand ein besonderer, übersichtlicher Arbeitsraum, dem aber nichts an ästhetischem Design fehlt. Beim Interior wurden alte Elemente wiederverwendet, die bei der Wohnhaus-Sanierung weichen mussten. So sind alte Schuppenfenster oder -Türen nun Fixbestandteil der Salon-Inneneinrichtung. Auch eine alte Werkbank wurde zur Ablage für Kundinnen und Kunden umfunktioniert.

Serge Moreau im Gespräch mit Katja Ottiger

"Ich frisiere keine Haare, ich frisiere den Menschen."

Serge, wenn du es herunterbrechen kannst: Was ist das Besondere an deinem Beratungskonzept?
Serge Moreau:
In der Beratung interessiert mich immer die Person, die Kundin als solche. Ich frisiere keine Haare, ich frisiere den Menschen. Und um den Menschen in den Vordergrund zu setzen, brauche ich Haare. Die Schale, die wir über unseren Körper werfen - Haare, Kleidung, Brille, Schmuck - ist unsere persönliche Entscheidung und da werden mitunter viele Fehler gemacht.

Die Beratung einer Kundin beginnt für dich nicht, nachdem die Kundin den Salon betreten hat, sondern …?
SM:
… morgens im Badezimmer! Wenn du dich vor den Spiegel stellst und dich fragst, was mache ich heute aus mir? Wie frisiere ich mich, was ziehe ich an? Der Gedanke dahinter: Du musst der Kundin Lust auf dich, auf deine Arbeit und auf deine Kreativität machen, in dem Moment, in dem sie den Salon betritt. Sie kauft sich ihr Ergebnis bereits nach 5 Minuten Beratung! Und dann möchte sie nicht wissen, wie ihre Haare aussehen, sondern wie SIE aussieht, als Person, wenn sie zwei Stunden später den Salon verlässt. Eine gute Beratung ist essenziell. Friseure sind heute im Fachlichen sehr gut geschult, können aber manchmal mit Kunden nicht richtig kommunizieren

Das liegt woran?
SM:
Weil die Sprache, die in den Schulen gelehrt wird, zu alt ist. Wir müssen aufhören, zu denken wie früher. Da muss sich etwas ändern. Wir können nicht immer die alten Bücher rausholen. Ein Steuerberater von heute rechnet nicht mehr mit Kügelchen, sondern verwendet dafür Technologien. Es war immer schon so, dass sich neue Berufe schneller entwickelt haben. In vielen Handwerksberufen sind die alten Strukturen noch vorhanden, aber keiner sagt, dass wir die ewig behalten müssen.

"Wenn ich heute einen talentierten Friseur habe, dann lasse ich den bei mir arbeiten, egal, ob er eine Prüfung hat oder nicht."

Du bildest seit 30 Jahren nicht mehr aus. Warum?
SM: Weil das System nicht mit meinen Erfahrungswerten zusammengeht. Durch meine internationalen Reisen habe ich viele Sachen gesehen und erlebt. Wenn ich heute einen talentierten Friseur habe, dann lasse ich den bei mir arbeiten, egal, ob er eine Prüfung hat oder nicht. Natürlich bin ich dafür, dass es Prüfungen gibt, auch die Meisterprüfung und dass die Innungen da sind.

Der Friseurberuf müsste neugestaltet werden. In den Berufsschulen werden die „alten“ Systeme erhalten. Aber die jungen Friseure von heute sind so kreativ. Jugendliche können heute Hochsteck- oder Flechtfrisuren machen, die richtig gut sind, obwohl sie keine Friseure sind. Sie lernen schneller, nutzen das Internet mit allen Angeboten. Es gibt Leute, die in sechs Monaten Friseur sein können, wenn man sie gleich arbeiten ließe. Die sind motiviert. Aber die Schule bremst sie ein. Nichts gegen die Dauerwelle, nur wie oft macht die der durchschnittliche Friseur noch? Ich sage: Die Jugend ist talentiert, die muss man machen lassen!

Digitalisierung: "Wir müssen wissen, was auf uns zukommt."

Du sagst von dir selbst, acht Stunden am Tag im Internet unterwegs zu sein …
SM:
Ich bin immer auf der Suche nach Neuigkeiten. Wir müssen wissen, was auf uns zukommt. Chat GPT beispielsweise. Das ist doch auch toll! Wenn ich heute Briefe schreiben möchte, frage ich Chat GPT und bekomme einen ganzen Text. Die Technologien sind da, also sollten wir sie verwenden! Das ist vielleicht am Anfang kompliziert, aber wenn du dich damit auseinandersetzt … Man muss an sich arbeiten. Immer, das ist nun mal so!

Inga Holtz schaffte so für ihre Gäste einen Ort der Entspannung, da diese Dank der großen Fenster während der Behandlung den Blick in den Garten genießen können.

Container-Konzept - gut für Geldbörse und Umwelt

Inga Holtz hat ihren Container mit Herz mithilfe von Partner, Freunden und Familie direkt in den Garten ihres Hauses integriert. Dabei spart sie Mietkosten und natürlich auch in puncto Arbeitsweg. 

Container mit Herz

Da Inga Holtz während ihrer Planungsphase des Tiny-Salons nicht nach einem passenden Anbieter fündig wurde, hat sie kurzerhand mit Freunden „Container mit Herz“ gegründet. Jetzt unterstützt sie Unternehmerinnen und Unternehmer, die sich dazu entscheiden, auf kleinem Raum großartigen Service anzubieten.

Inga Holtz ist Saloninhaberin ihres gleichnamigen Salons in Ribnitz-Damgarten (Mecklenburg-Vorpommern) und Dozentin bei der Handwerkskammer.

Bei einer imSalon-Umfrage, die wir unter deutschen Friseurunternehmen gemacht haben, geben 64 Prozent der Friseurinnen und Friseure an, negativ in die Zukunft zu blicken. Wie siehst du das?
SM:
Die Frage ist doch: Was machst du dagegen? Ich sage: Tu was! Beweg dich – und das jeden Tag immer ein Stück weiter! Wenn ich höre, dass Friseure sagen, sie verdienen zu wenig, dann sage ich: Mach etwas anderes! Du musst Spaß haben! Jeden Tag!

Was die Zukunft bringen wird, ist, wie wir mit Menschen umgehen. Ich behaupte nicht, dass meine Beratung die richtige ist, es gibt unzählige Konzepte ... Aber mein Konzept hat mein ganzes Privatleben geändert, weil ich eine andere Einstellung Menschen gegenüber habe. Ich hatte das Glück, viele Kulturen kennenzulernen und andere Visionen und damit Menschen zu bewegen. Eigentlich wollte ich aufhören, Seminare zu geben. Ich stehe schon lange nicht mehr am Stuhl und mit über 70 muss man irgendwann mal sagen, dass es gut ist. Aber so lange ich immer noch Anfragen bekomme, bin ich dabei!

Serge, vielen Dank, dass du dir spontan Zeit für uns genommen hast!
 

Im Gespräch mit Katja Ottiger

Michelle, du bist in Amerika geboren, deine Friseurausbildung hast du in Deutschland gemacht, bist immer wieder viel in den USA unterwegs. Amerika vs. Deutschland - was sind die Unterschiede?
Michelle Barnes:
In Amerika haben Hairstylisten keine Angst, Geld entsprechend ihrer Arbeit zu verlangen. Das können bei einer Farbe schon mal ein paar Hundert Dollar sein.

Sie verdienen entsprechend besser?
MB:
In amerikanischen Salons arbeiten Friseure als Angestellte sowie auf Stuhlmiete. Angestellte bekommen ein Grundgehalt und arbeiten auf Provision, teilweise sind das bis zu 50 Prozent. Und das ist sehr verlockend, um entsprechend Gas zu geben.

Was sind in deinen Augen die positiven Aspekte in Deutschland?
MB
: Stabilität und keine Angst, den Job zu verlieren! Beim „hire and fire system“ in Amerika, kannst du jederzeit ohne Job dastehen.

Und natürlich die Lehre! Deine Ausbildung in Amerika zahlst du selbst! 1.700 Stunden Unterricht (ca. 3 Jahre, Anm.) kosten dich da schon mal 20.000 – 30.000 Dollar, es sei denn, du hast einen Salon, der so nett ist und dich in dieser Zeit bezahlt. Du entscheidest dich für eine Schule oder eine Firma. Großkonzerne haben Akademien, beispielsweise wie Paul Mitchell, an denen sie eigene Techniken unterrichten. Dort lernst du die Theorie im Allgemeinen, denn es gibt ein grundlegendes System, und du machst auch Prüfungen.

Du gibst im Jahr um die 160 Seminare für Paul Mitchell, was sind deine Lieblingsthemen?
MB
: Farbe! Tatsächlich hat sich das über die Jahre entwickelt. Für mich ist das richtige Mindset der Teilnehmenden das Wichtigste. Ich möchte in deren Kopf und dass sie gemeinsam mit mir analysieren. Wenn das Verständnis, wozu ich etwas tue, fehlt, kann die Technik nur schwer verstanden werden.

„Der Beruf ist mehr als waschen, schneiden, föhnen, Kunde kommt, Kunde geht …“

Die Herausforderung dabei?
WB
: Die unterschiedlichen Level. Die ‚Natural-Macher‘ sehen etwas und setzen es sofort um, der ‚Sachtyp‘ zerdenkt und hat Schwierigkeiten in der schnellen Umsetzung. Die Herausforderung ist, dass alle ins Handeln kommen, die Angst überwinden, einfach mal schauen, was passiert und daraus lernen. Der Beruf ist mehr als waschen, schneiden, föhnen, Kunde kommt, Kunde geht, Kunde kommt. Es steckt so sehr viel mehr dahinter.

Kommentar von Elisabetta Giannattasio

Definition Sachet: Kleinste lieblose Variante designter Produkte, die sich zu Müllbergen summiert. So die Realität.

Warum aber fragen dennoch so viele Friseure danach?

Beratungsversteck

Meiner Beobachtung zur Folge liegt es daran, dass die Verteilung von Sachets einen miesen Verkauf mit „ich hab's ja versucht“ entschuldigen soll und ein prima Versteck für all diejenigen ist, die sich mit Ihren Produkten nicht beschäftigen möchten.

Mob-Wife-Bob Style

Robert Holz, Friseur-Coach und Salonunternehmer, im Gespräch mit Juliane Krammer

imSalon: Du hast die Kosten eines Salonbesuchs in Deutschland analysiert. Welche Schlüsse hast du für dich und deinen Salon gezogen?
Robert Holz:
2015 bin ich in den Salon meiner Frau miteingestiegen, weil sie ein Burnout hatte. Wir haben festgestellt: Wir haben sehr motivierte Mitarbeiter, aber der Durchschnittsbon war damals branchenüblich, da wusste ich, der muss rauf.

In Altdorf bei Landshut hat sich Erika Ploum für einen speziellen Salon-Stil entschieden. Was auf den ersten Blick nach Almhütte aussieht, ist ein hochwertiges Salon-Konzept aus Holz mit Überraschungseffekt.

Du arbeitest rechts- und linkshändig …
WB: Ich bin Rechtshänderin, aber arbeite tatsächlich mit beiden Seiten. Denn wenn ich die rechte Seite mit rechts nach hinten föhne, muss ich die linke Seite eigentlich mit der Linken föhnen. Das ist etwas, das ich mir über die Jahre antrainiert habe. Das ist Disziplin und bedeutet, aus der Komfortzone herauszugehen. Wenn dein Gehirn etwas mehrmals macht, speichert es das ab und irgendwann wird es normal, mit der linken Hand zu föhnen. Es gibt Leute, die haben gelernt, mit der linken Hand zu schneiden, obwohl sie Rechtshänder sind, weil der Ausbilder Linkshänder ist. 

Auf der Bühne für die ►deutsche friseurakademie Anfang der Woche in Ulm hattest du eine Färbe-Pinseltasche dabei, die bei den Kolleginnen gut ankam.
MB:
Ja, die ist geil, die habe ich über die Wild Beauty gekauft. Wenn du mit dieser Tasche zum Kunden gehst, und vor deren Augen den Pinsel herausnimmst, wertest du damit als Künstlerin alles auf. Ich arbeite gern mit unterschiedlichen Pinseln. Früher sind meine Pinsel im Koffer herumgeflogen, jetzt sind sie sortiert. Ich kann es auch überhaupt nicht ab, wenn die Pinsel beim Arbeiten quer über der Farbschale liegen, dann ist alles verpappt und die Pinsel sehen aus, als hätten sie eine wilde Nacht hinter sich, das ist grausam.  

Schließlich ist es einfacher, etwas zu verschenken, als eine ordentliche Beratung durchzuführen.

Mir als Friseurin ist es wichtig, dass meine Kunden auch ohne meine täglichen Eingriffe durch schöne Haare auffallen. Es ist die erfolgreichste Werbung, die ich schalten kann.

Damit meine Kunden das erreichen, liegt es ganz klar an mir, ihnen die richtigen Produkte mit an die Hand zu geben. Das sollte zu Beginn des Besuchs Teil der Beratung sein, dann kann die Kundin klar entscheiden, ob sie die Frisur oder Farbe unter den Gegebenheiten tragen möchte.

Wir sind schließlich in keiner schlechten Vorher/Nachher Show, bei der Kundinnen, die bis dato mit Ihrer täglichen Hygiene maßlos überfordert waren, nun mit Extensions klarkommen müssen.
Da schreit mich der Filzknoten bereits vorurteilsvoll aus dem Fernseher heraus an!

Expertise ist also gefragt, beim Match aus den richtigen Produkten, abgestimmt auf die Bedürfnisse Eurer Kunden.
 

Haare, Hände, Seele

Damit diese Produkte nicht nur funktional sind, sondern auch noch ein „Gesicht“ bekommen, gibt es Designer, die alles so verpacken, dass nicht nur unsere Haare, sondern auch unsere Hände und unsere Seele sich dabei gut fühlen.

Dieses „Gesicht“ wird in Form von Sachets zur Grimasse und ist eine Beleidigung an jeden Produktdesigner. Stellt euch vor, ihr erarbeitet eine wunderschöne Dauerwelle und die Kundin bürstet gleich darauf ihre Haare. 
Schöne Arbeit, aber entwertet.

So also geht es Produktinhalten von Luxusgütern am Boden von Handtaschen. Meist sehen sie das Tageslicht nie wieder.
 

Rückgaberecht statt Zweifel

Hier mein Vorschlag: Verkauft die Produkte immer in ihrer schönsten Form und wenn ihr doch mal zweifelt, dann bietet ein Rückgaberecht an. 
Habt ihr eure Arbeit gut gemacht, braucht ihr euch nicht zu sorgen, je etwas zurückzubekommen.

Ach ja, und von jenen Sachet-Jäger-Kundinnen oder Kunden, die das ausnutzen, lasst eh die Finger, egal ob mit oder ohne Sachet.

 

Die Clean Girls mit ihren Sleak Looks wurden nun – auf TikTok – entthront. Es ist anzunehmen, dass demnächst auch in den heimischen Salons die neue Trend-Ästhetik einkehrt: Mob Wife! Als Vorlage dienen Mafia-Ehefrauen aus Hollywood-Produktionen, wie Michelle Pfeiffer, die ihren Flick-Bob in Scarface trug.

Überhaupt ist der Bob ein beliebter Cut für die Mob-Wife-Ästhetik, egal ob Blunt Bob oder Long Bob – das Hauptaugenmerk liegt auf dem Styling. Dabei spielen Lockenwickler in diversen Varianten oder Lockeneisen eine große Rolle, oder die gute alte Föhnbürste, die Schwung in das Haar bringt.

Wo der Scheitel gewählt wird, ist irrelevant. Hauptsache schöne Rundungen, die das Gesicht umspielen, hält das Endstyling parat. Viele Mob-Wife Looks lassen jetzt stumpf geschnittene Pony-Partien wiederaufleben, aber auch Curtain Bangs feiern ihr Comeback.

Wie hoch ist euer Durchschnittsbon jetzt?
RH:
Aktuell liegt der branchenübliche Durchschnitt bei 80 Euro, bei uns liegt dieser heute bei 210 Euro und bei Spitzenleuten weit über 300 Euro. Man sieht, dass da noch Potenzial ist.

Wie steigert man sich von 80 Euro auf 210 Euro?
RH:
Wir haben unseren Fokus auf Tressen gelegt (Katrin.Meier Tressen, Anm.) und sind damit Problemlöser geworden. Je größer das Problem ist, das wir lösen können, umso größer ist die Akzeptanz im Preis. Sprich: Wenn du wirklich unglücklich mit deinem dünnen, feinen Haar bist, bist du bereit, für volles Haar einen gewissen Preis zu zahlen.

Wie viel geben eure Tressen-Kundinnen aus?
RH:
Zwischen 300 bis 3000 Euro. Da diskutiert auch niemand darüber.

Michelles Färbepinsel-Tasche | Credit: Sandra Vitting imSalon

Wie viele Färbepinsel hast du denn?
MB:
Zwei weichere, einen härteren, einen breiten, einen zum Federpinseln, einen angewinkelten Pinsel und einen Schwamm.

Du wolltest eigentlich keine Friseurin werden, das war eher Zufall. Wie könnte die Branche Berufs-unentschlossene Jugendliche auf sich aufmerksam machen?
MB:
Ich hatte mich für verschiedenes beworben, als Raumausstatterin und Stewardess, aber nichts bekommen. Bei mir war es dann das typische ‚Dann werd ich halt Friseurin!‘. Im Nachhinein war es das Beste, was mir passieren konnte. Ich denke, es ist wichtig, Jugendliche hinter die Türen schauen zu lassen. Durch Social Media und die Pandemie haben Friseure einen anderen Status bekommen und den müssen wir uns bewahren. Gerade jetzt ist es umso wichtiger, Gas zu geben und nicht stehen zu bleiben.

Was wäre deine Idee?
MB:
Aktiv werden. Auf Veranstaltungen, Konzerten oder auch unter der Woche in die Schulen … einfach mal hingehen und zeigen, was man in Kürze mit Haaren machen kann, schnell begeistern und die Jungen auf die Idee bringen, einfach einmal Friseure zu besuchen.

Elisabetta Giannattasio ist Friseurin und Education Managerin bei fpe Friseur- und Kosmetikbedarf.

Mob Wife Style für langes Haar

Sharon Stones Look in "Casino" oder Edie Falco als Carmela Soprano in der Gangster Serie “Sopranos” – sie beide dienen aktuell als Haar-Ikonen auf TikTok. Um diese Looks auch für Kundinnen anzubieten, ist es wichtig, den Eindruck von vollem Haar entstehen zu lassen. Hier können Extension Aushilfe schaffen, um den Mob Wife Look zu perfektionieren. Die trashige Vintage Version mit langen Haaren wird meist im Seitenscheitel interpretiert. Der Mittelscheitel lässt den Style klassischer wirken.

Wie Samtwickler zu coolen Ergebnissen und einer Neuinterpretation des Mob-Wife Haartrends führen können, zeigt Christine Wegscheider in ihrer aktuellen Kollektion ► Große Samtwickler sind zurück

Übrigens, wer wissen will, wie der Name Mob-Wife entstanden ist: Gangster und Mafiabosse werden auch als „Mobster“ bezeichnet und deren Partnerinnen sind die "Mob-Ehefrauen".

"Viele Friseure sind oft so gut, dass sie 12 Wochen im Vorhinein ausgebucht sind – und es kommt bei den meisten nicht die Idee, die Preise anzuheben, sondern Öffnungszeiten erweitern, mehr zu arbeiten."

Jetzt nehme ich an, trotz Spezialisierung, dass der Großteil eurer Dienstleistung im Salon Schnitt und Farbe ist und nicht Haarverdichtung. Wird bei diesen Preisen diskutiert?
RH:
Hier muss ich ausholen: Viele Friseure sind oft so gut, dass sie 12 Wochen im Vorhinein ausgebucht sind – und es kommt bei den meisten nicht die Idee, die Preise anzuheben, sondern Öffnungszeiten zu erweitern, mehr zu arbeiten. Aber die offensichtliche Lösung ist, die Preise anzuheben, bis eine gesunde Auslastung vorherrscht. Wenn Kunden ihre Haarfarbe wollen, sind sie bereit, in unserem Salon 200 Euro mehr dafür auszugeben, als 20 Wochen auf einen Termin zu warten.

"Und ja, auch wir haben uns von sehr lieben Kunden verabschieden müssen, weil sie sich unseren Service nicht mehr leisten konnten. Das ist zwar traurig, aber wir Friseure sind nicht verantwortlich für das Einkommen der anderen."

Wie nimmt man den Friseurunternehmerinnen* die Angst, genau solche Maßnahmen zu setzen?
RH:
Wenn ein Friseur jetzt seine Rente ausrechnet, ist das leider oft sehr dramatisch, denn er kann kein unabhängiges Leben führen und landet in einer Altersarmut. Das muss man sich im Hier und Jetzt ansehen und diese Entscheidung für sich treffen.
Und ja, auch wir haben uns von sehr lieben Kunden verabschieden müssen, weil sie sich unseren Service nicht mehr leisten konnten. Das ist zwar traurig, aber wir Friseure sind nicht verantwortlich für das Einkommen der anderen. Es gibt aber auch Kunden, die wollen sich ein Haarservice um diesen Preis nicht leisten, obwohl das Geld vorhanden ist. Von diesen kann man sich gerne auch verabschieden, denn ohne Wertschätzung, kein Service.

"Das ist der Preis, den ihr nehmen müsstet, um das Leben zu führen, das ihr euch wünscht."

Du bist Coach. Wie vermittelst du dieses Mindset an Salon-Chefinnen* ?
RH:
Wir müssen den Menschen bewusst machen, dass sie sich jetzt dafür entscheiden können, welches Leben sie führen können. Ich rechne dann vor: Das ist der Preis, den ihr nehmen müsstet, um das Leben zu führen, das ihr euch wünscht. Das ist der Preis, den ihr heute nehmt – und da ist eine große Strecke dazwischen.

Der erste Eindruck, noch vor Betreten von Erikas Haarstudio, vermittelt ein gemütliches, einladendes Alm-Feeling. Betritt man den Salon, entpuppt sich die vermeintliche Apres-Ski-Hütte als Wellness Oase für das Haar.

Ich bemerke bei Jugendlichen in meinem privaten Umfeld, dass bei der Jobwahl der Verdienst immer bedeutender wird, eine wichtige Stellschraube …
MB:
Das große Thema beim Friseur wird immer der Preis sein. Viele Salons merken, dass sie mitziehen müssen und dass sie mehr Gewinn machen, wenn sie 60 statt 30 Euro für einen Haarschnitt verlangen. Sie bemerken aber auch, dass Leute bereit sind, das zu zahlen. Es gibt immer weniger arbeitende Friseure – warum? Das Gehalt! Du kannst nur mehr verdienen, wenn die Preise dementsprechend sind. Ein Rattenschwanz! Und so lange das nicht verstanden wird, wird es auf Dauer so sein, dass Leute, die gut arbeiten und nicht angemessen verdienen, woanders hingehen. Ja, es werden immer weniger Friseure, dafür aber qualitativ bessere und preislich höhere.

In Vorarlberg (Österreich) hast du Auszubildenden gecoacht und gemeinsam mit ihnen die New Talent Hairshow erarbeitet - als andere Form des Lehrlingswettbewerbes. Wie war das?
MB: Ooh, das war eine tolle Premiere! 20 Auszubildende auf einer Bühne, eine Show mit komplettem Script, das war unbeschreiblich! Der Boden hat gebebt, die Leute haben gejubelt. Die Lehrlinge, mit denen ich an fünf Sonntagen zuvor gearbeitet und die Show erstellt habe, sind bis heute hin und weg und ich habe bis heute Kontakt zu ihnen. Sie konnten mit Spaßfaktor lernen und einfach machen, was sie wollten, auch wenn mal etwas schiefgeht, egal, am Ende des Tages sind es nur Haare. Das könnte ein Startschuss für etwas Neues sein ...

... eine Erneuerung oder eine Konkurrenz zu den Lehrlingsbewerben?
MB:
Vielleicht. Denn hier geht es nicht darum, der oder die Beste zu sein und in Konkurrenz zu treten, sondern als Team auf der Bühne zu agieren und das Glücksgefühl mit nach Hause zu nehmen. Friseure sollten keine Konkurrenten sein!  

Du arbeitest eng mit ►Michi Jung zusammen, er führt seinen Salon in Hamburg, du in Schwerin. Gibt es bei euren Preisen ein Ost-West-Gefälle?
RH:
Unsere Preisniveaus sind ähnlich. Ein Haarschnitt kostet bei uns zwischen 89 und 103 Euro, was für Ostdeutschland sehr viel ist. Die Unterschiede, die es gibt: Für Michi in Hamburg ist es leichter, aus dem direkten Umfeld Personen zu finden, die bereit sind, den Preis für das Service zu zahlen. Ich muss einen größeren Kreis um Schwerin ziehen, muss dafür super positioniert sein.
Genauso unterscheiden sich unsere Salons in Bezug auf Mitarbeiter: In Hamburg sind die Mitarbeiter bereit, 40 Stunden zu arbeiten. Unsere Mitarbeiter in Schwerin wollen nur 30 Stunden arbeiten, da die Lebenserhaltungskosten in Schwerin nicht so hoch sind, wie in Hamburg. Bei den Salonkosten unterscheiden sich Michis und mein Salon ausschließlich im Bezug auf die Mieten.

Du bist kein gelernter Friseur, stimmt das?
RH:
Ich komme aus der Gastronomie, bevor ich bei Katrin in den Salon eingestiegen bin, führte ich eine Diskothek in Schwerin.

Ich habe ein ► Interview mit Samantha Schüller geführt, die der Meinung ist, dass unternehmerisches Denken am Stuhl verloren geht. Ist das der Erfolgsweg für dich und deine Frau Katrin, die die Friseurin im Salon ist?
RH:
Man braucht den Raum dafür, die unternehmerischen Dinge machen zu können, ob das jemand wie ich ist, der aus der Gastro kommt oder eine Friseurin, die für die Unternehmensführung genügend Platz einräumt, ist irrelevant. Ich bin aber nicht der Meinung, dass man den Friseurinnen alles abnehmen muss, damit sie einen Salon führen können. Hier sind wir wieder beim Punkt Preisanpassung. Wenn du deine Preise dementsprechend erhöhst, hast du auch genügend Zeit, dich mit deinem Unternehmen zu beschäftigen. Genau das ist bei meiner Frau der Fall. Sie hat jetzt mehr Zeit, den Salon-Alltag zu beobachten, Dinge zu adaptieren, effizienter machen.

Ihr bildet im Salon aus. Wie hebt sich eure Ausbildung von anderen Salons ab?
RH:
Jeder Azubi hat einen eigenen Coach, einen Buddy, der beim Lernen supportet. Die Gen Z ist in einem großen Watteball groß geworden, das erfordert auch eine andere Ausbildung. Teilweise können diese jungen Menschen nicht mit Kritik umgehen oder werden das erste Mal in der Ausbildung damit konfrontiert. Wir haben dafür einen festen Saloncoach, den jeder Mitarbeiter, jeder Azubi in Anspruch nehmen kann.

Das imSalon Stimmungsbarometer ergab, dass ► 64 % der Friseurunternehmer die Zukunft negativ sehen. Wie siehst du die Friseurzukunft?
RH:
Wir können vieles nicht beeinflussen, außer die Laune in unserem Umfeld. Jedes Problem, das auf uns zukommt, ist eine weitere Aufforderung, eine Lösung zu suchen. Und ja, natürlich gibt es Tage, die sich richtig scheiße anfühlen. Aber es muss klar sein: Wenn der Chef die Zukunft negativ sieht, wie soll der Mitarbeiter positiv drauf sein? Ich fordere die Kollegen auf: Legt den Pessimismus ab und schaut optimistisch nach vorne!

Vielen Dank für das Gespräch und alles Gute für die Zukunft!

Robert Holz führt mit seiner Frau Katrin Meier den Salon Madcut in Schwerin. Gemeinsam mit dem Hamburger Salonunternehmer Michi Jung hat er Rock your Salon gegründet. Robert war ursprünglich Diskothekenbetreiber und ist nun Salonunternehmer sowie Coach für Friseurunternehmerinnen*.

Hell und freundlich ergänzt sich das Holz mit den weißen Decken und Wandelementen. Der graue Boden in Betonoptik, die runden Spiegel sowie Metall-Elemente, wie beim Geländer, das zum Lagerraum führt, brechen mit dem traditionellen „Almen-Stil“ und bringen einen „Modern Cabin Style“.

Eyecatcher in Türkis

Trotz Holz-Stil wirkt der Innenraum nicht zu überladen und reduziert. Dafür hat sich Erika Ploum mit ihrem Team dazu entschieden, den Produkten genügend Raum zu bieten. Mit Gieseke und ► Moroccanoil als Produkt-Partner sind die türkisen Packagings die bunten „Highlights“ im Salon. Das volle Commitment zur Marke Moroccanoil spiegelt sich auch im Team-Outift – in Form von türkisen Shirts – sowie den Handtüchern in Türkis wider. Beides hebt sich vom sonst farblich schlicht gehaltenem Ambiente besonders ab. 

Michelle Branes mit Paul Kent live für die deutsche friseurakademie Neu-Ulm ►Zur Berichterstattung

Über Michelle Barnes

  • Geboren in den USA, Wahlheimat Stuttgart
  • Friseurausbildung in Deutschland
  • seit über 20 Jahren Educatorin bei Paul Mitchell (Wild Beauty)

Samantha Schüller, Kopfsache Düsseldorf, im Gespräch mit Juliane Krammer

Du hast dir deine eigene Rentenversicherung angesehen. Welche Conclusio hast du für dich gezogen?
Samantha Schüller:
Ich bin seit über 15 Jahren in diesem Beruf und mit meiner Rente stehe ich aktuell bei 1.396 Euro.

Viele würden hier sagen: „Das klingt gar nicht so wenig. Du hast ja noch ein paar Jahre vor dir …“
SS:
Nach 10 Jahren Selbstständigkeit und der ganzen Verantwortung, die man für Mitarbeiter*innen und Arbeitsplätze trägt, steht das in keinem Verhältnis.

"Viele haben auch den Glaubenssatz: Geld ist nicht alles und der Beruf ist unsere Leidenschaft. Aber in Bezug auf die eigene Zukunft und auch die Zukunft der Mitarbeiter*innen ist das sehr kontraproduktiv."

Was können Unternehmende machen, die dieselben Gedanken haben?
SS:
Jetzt gibt es immer noch sehr viele Friseurunternehmer*innen, die große Angst davor haben, Kund*innen zu verlieren, wenn sie Preise erhöhen. Viele haben auch den Glaubenssatz: Geld ist nicht alles und der Beruf ist unsere Leidenschaft. Aber in Bezug auf die eigene Zukunft und auch die Zukunft der Mitarbeiter*innen ist das sehr kontraproduktiv.

"Es ist zwar nett, dass wir mit dem Portemonnaie der Kundschaft denken, aber wir tragen Verantwortung für unser Leben und die Mitarbeitenden."

Warum gibt es so eine Einstellung vermehrt im Friseurhandwerk?
SS:
Wir sind sehr nah am Kunden und emotional mit der Person am Stuhl vor uns verbunden. Es ist zwar nett, dass wir mit dem Portemonnaie der Kundschaft denken, aber wir tragen Verantwortung für unser Leben und die Mitarbeitenden. Wir müssen unternehmerischer denken, auch um uns finanziell abzusichern.

"Meine Leute bekommen eine Lebensversicherung obendrauf, die sie sich später auszahlen lassen können."

Als du dich selbstständig gemacht hast, welche Vorstellungen einer perfekten Rente hattest du?
SS:
Ich habe mich mit 21 Jahren selbstständig gemacht. Damals hatte ich mich mit dem Thema Rente nicht direkt auseinandergesetzt. Jetzt aber unterschreibe ich, wenn jemand sagt: „Denk früh genug an deine Rente“. Das lernt man erst mit dem Alter. Wie lange ich arbeiten will, war für mich damals noch sehr weit weg. Erst seit ich in der Geschäftsführung bin – ich arbeite nämlich gar nicht mehr am Stuhl – habe ich mehr Zeit und Kapazitäten mir wirklich Gedanken zu machen. Als Arbeitgeberin habe ich nicht nur die Möglichkeit meinem Team mehr Gehalt zu ermöglichen … Meine Leute bekommen eine Lebensversicherung obendrauf, die sie sich später auszahlen lassen können. Das ist die Verantwortung, die ich trage. Das übersehen viele Chefs.

„Eigentlich wollte ich Maskenbildnerin werden. In der Ausbildung musste ich auch Haarteile knüpfen und da merkte ich, wie kreativ man als Friseurin sein kann. Damit war mein Schicksal besiegelt“, lacht Ulrike Grüttner, fragt man sie nach den Anfängen ihrer Karriere.

Woran liegt es, dass solch ein finanzieller Support für Mitarbeiter nicht erfolgt?
SS:
Als Arbeitnehmer*in ist es oft schwer, einen Chef bzw. eine Chefin zu finden, die so etwas ermöglicht, weil viele selbst eher Friseur*in sind. Das ist im Grunde nicht falsch, aber das unternehmerische Denken geht, durch das viele Arbeiten am Stuhl, verloren.

Wie kann ich das Ruder für meinen Salon noch rumreißen, wenn ich meinen Mitarbeitenden finanziell mehr bieten will?
SS:
Das unternehmerische Dahinter ist das Wichtigste plus effizientes Arbeiten. Es geht vor allem darum, das Bewusstsein zu schaffen, dass man auch später gut Leben will. Die Problematik, die ich dahinter noch sehe: Als Friseur-Handwerker*in muss ich 18 Jahre lang in die gesetzliche Rentenversicherung zahlen. Als Selbstständige habe ich einen unglaublich hohen gesetzlichen Rentenanteil. Das sind bei mir fast 700 Euro. Das würde ich viel lieber in eine private Versicherung zahlen. Da ist im System doch auch etwas verkehrt. Wir wissen alle, dass Handwerker nicht den höchsten Lohn haben, warum muss diese Berufsgruppe länger in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen?

Ulrike Grüttner und ihr Team | Credit: Stefan Wendt

Die Saloninhaberin ist seit 1982 Friseurin, seit 1988 Meisterin. Ihren neuen Salon „Intercoiffure Ulrike Grüttner“ eröffnetet sie 2023. In Kreuztal, einer 60.000-Seelen-Stadt in Nordrhein-Westfalen, machen Ulrike und ihr 4-köpfiges Team Kundinnen und Kunden glücklich. „Auf meiner Webseite steht ‚Ein Team mit Leidenschaft‘ und genau so sehe ich uns – immer mit Leidenschaft für Haare und Menschen im Einsatz, um für unsere Kunden das Beste zu geben.“

Unsere Branche ist vorwiegend weiblich. Bei Frauen ist Altersarmut ein großes Thema. Welche politischen Forderungen hast du?
SS: Ich stehe hinter einem bedingungslosen Grundeinkommen, weil Handwerker*innen nicht die größte Gewinnmarge haben. Egal, wie gut wir kalkulieren und egal, wie effizient wir arbeiten. Die Gewinnmarge hat irgendwann ein Ende. Das ist Fakt. Mit einem Grundeinkommen wäre der Druck raus. Es wäre schön, wenn der Mutterschutz abgesichert wäre. Wir Selbstständigen kämpfen da ums Überleben. Dafür muss es doch eine Lösung geben, denn wir schaffen Arbeitsplätze, zahlen sehr viel Steuern! Es muss ein Auffangnetz für Selbstständige und auch Mitarbeitende geben.

"Ich glaube, dass sich viel wegrationalisiert, was wir jetzt aushalten müssen. Corona war hier gar nicht das schwarze Schaf, sondern die aktuelle Inflation. Jetzt wird entschieden, wer unternehmerisch denkt und sein Unternehmen nach vorne bringen und verändern möchte."

Wie siehst du die Friseurzukunft?
SS:
Ich bin ein sehr konstruktiver Mensch. Der Zukunft des Friseurhandwerks sehe ich positiv entgegen. Ich glaube, dass sich viel wegrationalisiert, was wir jetzt aushalten müssen. Corona war hier gar nicht das schwarze Schaf, sondern die aktuelle Inflation. Jetzt wird entschieden, wer unternehmerisch denkt und sein Unternehmen nach vorne bringen und verändern möchte. Man muss flexibel sein und sich auch anpassen können. Ich glaube, dass das Handwerk sehr exklusiv sein kann. Man sieht das in den USA, dort werden gute Friseure wie Stars behandelt und für Haarschnitte wird viel mehr als in Deutschland bezahlt.

"Wir sind in der freien Wirtschaft und können uns aussuchen, an wem wir was verdienen wollen."

Viele sagen, der Haarschnitt darf nicht Luxus werden …
Ja, es ist ein Luxusgut, aber so nah wie wir, arbeitet kaum jemand in der Dienstleitung am Menschen. Man merkt immer noch, dass der Friseur den Stempel billiger Dienstleitung aufgedrückt bekommt. Als wären wir wie in der Pflege verpflichtet alle zu bedienen. Wir sind in der freien Wirtschaft und können uns aussuchen, an wem wir was verdienen wollen.

In den Zeiten des Umbruchs. Wie hat sich dein Coaching-Zugang bzw. die Bedürfnisse der Friseurunternehmenden verändert?
SS:
Man merkt, es ist ein Umschwung. Die Leute brauchen mehr Bestärkung und Austausch. Es formieren sich Communitys. Früher hat man den Friseur um die Ecke beobachtet, jetzt fragt man nach: „Wie ist es bei dir?“.

Danke Samantha, für das spannende Gespräch und alles Gute für die Zukunft!

Der Salon selbst lädt dazu ein, einen Termin zu buchen: Mit der Neueröffnung im April 2023 – aus dem alten Salon mussten sie raus, da das Haus verkauft werden sollte – konnte das Team zeitgemäße Einrichtung im Industrial Chic umsetzen. Betonwände, eine separate Waschlounge, schwarze Decken und großzügiger Einsatz von gezielt platziertem Licht schaffen eine „Wohlfühl-Atmosphäre der gehobenen Klasse“, sagt Ulrike Grüttner.

Samantha Schüller führt in Düsseldorf ihren Salon Kopfsache auf 207m² mit 8 Mitarbeiter*innen. Außerdem leitet sie die Kopfsache Akademie, wo Seminare und auch Unternehmens-Coaching stattfinden. Außerdem ist die laufend unterwegs und hält spannende Vorträge, wie im Februar in Frankfurt oder im April in Leipzig, München oder Düsseldorf ►Strong Female Leadership mit Samantha Schüller - Wella Professionals.

Nachhaltiges Engagement und Auslandserfahrung 

Bevor sich Ulrike Grüttner 2011 selbstständig machte, war sie bei einem Intercoiffure-Salon in Namibia und arbeitet dort mit. Eine spannende Zeit, die ihr für ihren Start als Friseurunternehmerin nicht nur neue Aspekte im fachlichen Wissen mitgab, sondern sie auch zwischenmenschlich prägte.

Daher ist es für sie auch heute noch selbstverständlich über den Tellerrand zu schauen und Möglichkeiten zu erkennen, um zu helfen. Sei es der Umwelt oder Mitmenschen wegen. „Als Friseurin verkaufe ich Glück – so sehe ich das. Etwas Schöneres kann ich mir nicht vorstellen. Dennoch ist mir bewusst, dass wir mehr tun müssen, um unseren ‚grünen‘ Fußabdruck auf dieser Welt zu hinterlassen. Wir spenden Haar-Reste an die Organisation ►HAIR HELP the Oceans, um unsere Meere zu säubern. Wir recyceln unsere Alufolien und versuchen, so energiesparend wie möglich im Salon zu arbeiten.“

Diese umweltschonende Einstellung „auf ganzer Linie“, hat Ulrike schließlich auch für Paul Mitchell® begeistert: „Ammoniakfreie Farben, vegane Produkte in hervorragender Qualität, soziales Engagement in der Region und weltweit – mit einer Marke zusammenzuarbeiten, die ebenso tickt wie mein Team und ich, ist unheimlich wertvoll. Sie kennt Paul Mitchell® schon seit den 80ern, als es die Produkte in Deutschland noch gar nicht gab. „Bei Paul Mitchell® und der Wild Beauty GmbH bin ich als Kunde eine Person und nicht ein Salon von vielen.“, ist Ulrike Grüttner nach wie vor begeistert.

Alexander Mäckl und ►Ramona Lesny liegt die Tabaluga-Charity am Herzen und gemeinsam mit einem engagierten J.7 group Haarschneide-Ensemble packen sie regelmäßig Friseurinstrumente und Geschenke ein und machen sich auf den Weg, Gutes zu tun. Für die Kinder, die durch die Tabaluga Stiftung betreut werden, sind sie Wellness-Tag-Veranstalter, Glücklichmacher und Freunde. Wir finden top und haben mal bei Alexander Mäckl nachgefragt.

Im Gespräch mit Katja Ottiger
 

imSalon: Alexander, ähnlich wie die ►Barber Angels, die Obdachlosen mit Haarschnitten und Gesprächen ihre Selbstachtung zurückgeben, unterstützt ihr als J.7 group die Tabaluga Kinderstiftung. Wie?
Alexander Mäckl: Wir fahren 2-3 mal jährlich mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zum Tabalugahof nach Peißenberg, um dort die Kinder mit Haarschnitten, Make-up und Stylings glücklich zu machen. Und auch, um die Freundschaften zu ihnen zu pflegen.

"Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verzichten am umsatzstarken Samstag vor dem Weltkindertag auf ihre Provision."

Wie ist es zu dieser Kooperation gekommen?
AM: Seit der Gründung von J.7 unterstützen wir soziale Projekte, spenden seit Jahren Geld zum Weltkindertag. Dafür verzichten unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am umsatzstarken Samstag vor dem Weltkindertag auf ihre Provision! Der Umsatz kommt Kindern in Not zugute. 2010 sind wir dann auf die Tabaluga Kinderstiftung gestoßen. Und mit der ersten Scheckübergabe ist ein Projekt entstanden, das für beide Seiten etwas Neues und gleichzeitig auch ein Versuch war.

Inwiefern ein Versuch?
AM: 
Wir durften als erste und einzige Spender mit den Kindern direkt in Kontakt treten. Wir wollten ja nicht nur Geld spenden, sondern uns aktiv für die Kinder und Pädagoginnen einsetzen und sie mit Haarschnitten und neuen Haarfarben glücklich machen. Wichtig war für uns auch, dass unsere Franchise-Partnerinnen und Partner sowie Salon-Manager sehen, was mit den Spendengeldern passiert und wem es zugutekommt.

Was macht die Tabaluga Kinderstiftung eigentlich genau?
AM: 
In den Tabaluga Kinderprojekten werden pro Jahr ca. 500 sozial benachteiligte, traumatisierte und schwer erkrankte Kinder und Jugendliche individuell betreut. Verlust des Elternhauses, familiäre Krisen, körperliche und sexuelle Gewalt, schwere Krankheiten sind deren zentrale Lebenserfahrungen. Tabaluga bietet ihnen einen geregelten und beschützten Alltag und ein breites Spektrum an Therapien.

"Es gibt Kinder, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. (...) Wir schenken Zeit, Vertrauen und Wertschätzung."

Was bedeutet euch das?
AM: 
Es schafft das Bewusstsein, dass es Kinder gibt, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Jeder Besuch ist eine schöne und gute Erfahrung. Wir schenken Zeit, Vertrauen und Wertschätzung.

Was macht das emotional mit euch und euren Mitarbeitern?
AM:
Die meisten stellen sich das anfangs nicht so schön und so positiv vor und sind sehr dankbar für diese Erfahrung. Vielen wird auch bewusst, dass unsere eigentlichen Probleme, die wir glauben jeden Tag zu haben, gar keine Probleme sind. Den Kindern geht es durch die Spenden sehr gut und sie haben eine richtige Familie.

Ich kann mich z.B. noch gut an eine Auszubildende erinnern, die mich in den Arm genommen und sich für diese unvergessliche Erfahrung bedankt hat. Sie sagte: 'Ich werde mich nie wieder beschweren, dass ich mal nur 40 Minuten Mittagspause hatte oder eine halbe Stunde länger arbeiten musste. Das sind keine Probleme! Das, was diese Kinder in ihrem Leben schon erleben mussten, das sind Probleme' - das hat mich sehr berührt.

Ihr seid auf der Suche nach weiteren Glücklichmachern? 
AM: 
Ja, wir möchten dieses Projekt so oft wie möglich unterstützen. Wir haben uns mit der Tabaluga Kinderstiftung auf 2-3 Besuche pro Jahr geeinigt. Diese müssen gut geplant werden, optimal sind die Schulferien. Um den „Wellness-Tag“ - wie ihn die Kinder selbst nennen - bestens zu kreieren, brauchen wir 20-25 Friseurinnen und Friseure. Wir schneiden an diesem einen Nachmittag 80-100 Kindern und 20 Betreuerinnen die Haare. So kann jeder 4-5 Kinder glücklich machen.

"Mit der Zeit sind Freundschaften zwischen Friseur*innen und Kindern entstanden."

Vor dem ersten Einsatz wird sich jeder "Neue" Gedanken machen. Was sind Bedenken?
AM: Oftmals vielleicht „Angst“, dass die Kinder sich merkwürdig verhalten oder weinen könnten. Die Kinder haben zwar schreckliche Erfahrungen gemacht, aber es geht ihnen sehr gut. Man merkt ihnen nicht sofort an, welches Leid sie erlebt haben, sie sind während unseres Besuchs fröhlich und heiter. Mit der Zeit sind sogar richtige Freundschaften zwischen Friseurinnen und Friseuren und den Kindern entstanden.

So ein Projekt kostet natürlich auch. Habt ihr unterstützende Partner?
AM: 
Ein großer Partner ist Goldwell (Kao Germany, Anm.). Wir bekommen Styling- und Pflegeprodukte sowie Geschenke zur Verfügung gestellt. Die Kinder freuen sich unglaublich darüber und ich bin jedes Mal überrascht, wie diszipliniert und dankbar sie sind. Ich habe noch nie erlebt, dass die Kinder die Geschenke als selbstverständlich angesehen haben.

Ramona und ich organisieren dieses Event seit vielen Jahren und freuen uns wirklich über jeden, der Lust hat, mitzukommen! Es ist unser Baby und liegt uns sehr am Herzen und wir wollen dieses Projekt vergrößern, um noch mehr Menschen glücklich zu machen.

UNSER TIPP: 
Die Termine finden regelmäßig statt, bei Interesse also gern mit J.7 Kontakt aufnehmen:
group@j-7.de | 0711 24838583  

Keine Feier ohne große, wallende, bewegte Riesenlocken. Große Samtwickler sind zurück!

Topcurlistin Christine Wegscheider bedient sich bei ihren aktuellen ►Herbst/Winter-Looks der alt bewahrten Methode…

Die einen sagen Flockwickler, die anderen Samtwickler – beides ist richtig.

Flockwickler: Der Name lässt sich von Flocken herleiten. In der Textilindustrie bedeutet flocken, Textilien oder Stoffe mit Flockfasern zu beschichten. Flockfasern sind kurze, feine Fasern, die auf die Oberfläche eines Stoffes aufgebracht werden, um ihm ein samtiges oder samtartiges Aussehen und Gefühl zu verleihen. Letzteres führt zu dem Namen Samtwickler.

Balayage Experte Fabian Maier ist Inhaber des ersten auf die erfolgreiche Färbetechnik spezialisierten Balayage-Salons in Deutschland. Er unterstützt Stylistinnen* als Shades EQ Gloss Boss Awards-Mentor.

Sein Anliegen: Balayage ist für jeden! Seine ganz eigene „Sea Salt Balayageist eine Technik, die von ihm entwickelt und inzwischen auch geschützt wurde. Freihand werden die Lichteffekte eingezeichnet und so gezielt mit Kontrasten gespielt. Dadurch entsteht der moderne Look.

Gerade diese Freihandtechnik war bei der internationalen „Masters of Balayage“-Convention in Nashville (USA) im Herbst dieses Jahres absolut gefragt – Neben dem Thema „Best Ager“ Balayage.

imSalon fragt Mandy Bosch-Macri, PAM Mannheim Hair Design Team, nach ihren Visionen für die Zukunft und ihre Erwartung in Richtung Politik

Mandy, wo siehst du die Zukunft für Friseure in Deutschland?
Mandy Bosch-Macri: Die Zukunft der Friseure sehe ich geprägt von drei Dingen.

  1. von technologischen Fortschritten, wie z.B. KI
  2. bei noch stärker am Kunden orientierten und individualisierten Dienstleistungen und
  3. beim nachhaltigen Arbeiten für die Menschen.

Wie hilft KI weiter?
MBM: Digitale Tools können dabei helfen, den Salon effizient zu führen und bei Verwaltungsaufgaben zu unterstützen. 

Wie kann die Kundenarbeit zukunftsfähiger gemacht werden?
MBM:
Das Verständnis der Kundenwünsche und die Fokussierung auf deren Bedürfnisse spielt in der „Servicewüste Deutschland“ eine zunehmende Rolle. Ein wachsendes Umweltbewusstsein führt außerdem dazu, dass nicht nur von den Kunden, sondern auch von den Mitarbeitern ein nachhaltiges und umweltfreundliches Handeln erwartet wird. Dies führt zwangsläufig zu einer stärkeren Differenzierung in der Friseurbranche.

Welche Differenzierungen?
MBM: Auf der einen Seite wird es solide Handwerksleistungen zu erschwinglichen Preisen geben, während auf der anderen Seite spezialisierte und hoch qualifizierte Hair-Artisten mit Fokus auf Qualität und Design ihre Dienstleistungen anbieten werden. 

In letzter Vision der Zukunft spielen Lifestyle und Luxusaspekte eine bedeutende Rolle. Hierbei geht es um die Verbindung von hochwertigen Dienstleistungen und Produkten mit einem individuellen Friseurerlebnis. Das Ambiente, eine Wohlfühlatmosphäre und zwischenmenschliches Vertrauen auf professioneller, emotionaler und qualitativer Ebene und Wellness setzen in Friseursalons neue Maßstäbe für die Kunden und bieten Erlöspotentiale.

"Unverwechselbarkeit führt zu überdurchschnittlichen Gehältern"

Wodurch werden sich einzelne Salons unterscheiden?
MBM:
Unser Salonkonzept verleiht unserer Marke eine Unverwechselbarkeit, was wiederum zu einer langfristigen Kundenbindung führt und die Bereitschaft schafft, höhere Preise zu zahlen.

Die daraus resultierende Wirtschaftlichkeit ermöglicht es uns, die Mitarbeiter am Umsatz zu beteiligen, Provisionen zu zahlen, was zu überdurchschnittlichen Gehältern führt. Dies wiederum steigert die Zufriedenheit und Mitarbeiterbindung. Wir brauchen eine Nische, in der Schwarzarbeit, gepaart mit staatlichen Leistungen, keine Option darstellt.

Sonja Thale, Inhaberin Haareszeiten Haarlounge in Münster, im Zukunftsgespräch mit imSalon

Was glaubt Ihr, braucht es als Friseurunternehmen, um auch in Zukunft erfolgreich sein zu können?
Sonja Thale:
Das Leben eines Friseurs ist wie das Bergmotiv auf einer Toblerone Schokolade. Wir als Unternehmen müssen uns einzelne, wichtige Spitzen bzw. Höhen auf dieser Schokolade heraussuchen. Auf diese müssen wir uns fokussieren. Der Beruf ist so komplex geworden, dass es heute unmöglich ist, als Friseurunternehmerin* alles gleichzeitig zu machen. Um auch in Zukunft erfolgreich zu sein, braucht es Spezialisierung, Arbeitsteilung und Fokussierung auf das Wesentliche.

Was oder wer unterstützt dich dabei am meisten?
ST:
Natürlich sind wir fachlich bestens aufgestellt und können sagen, dass wir gute Handwerkerinnen mit Meistertitel sind. Trotzdem haben wir damit noch lange kein BWL-Studium oder Kenntnisse im Bereich Mitarbeiterführung sowie Marketing. Ich kann wirklich sagen, dass ich heute nicht da wäre, wo ich bin, wenn ich nicht über Jahre hinweg die Unterstützung von meinem Industriepartner Kao bekommen hätte.

Philipp Seethaler, Mitinhaber Seethaler Friseure, im Zukunftsgespräch mit imSalon

Hohe, verdrehte, straffe Dutts mit einem glatten Finish im Stil der 90er im Trend sind zurück! Der glänzende Knotenstil ist super geeignet für trendbewusste Kundinnen*Kunden oder all diejenigen, die festliche Frisuren suchen.

Total Look des Eröffnungskomitees

Hannes Steinmetz entwickelte ein genau durchdachtes Frisurenkonzept und einer Schritt-für-Schritt Anleitung. Warum ist das wichtig? Nicht alle Debütantinnen nutzen den Steinmetz-Bundy Privatsalon für ihr Styling, aber über diese Step by Step Technik kann jede Stylistin und jeder Stylist in Wien nutzen und genau erfahren, wie man die Swarovski-Tiara 2024 für den Wiener Opernball fixiert und die Frisur im einheitlichen Look frisiert. 

Die Step-by-Step-Anleitung für die Umsetzung der Frisur in zehn Schritten:

Im Mittelpunkt des Opernballs 204 steht für Hannes Steinmetz hochgestecktes Haar. Denn für die Inszenierung der Swarovski Tiara ist eine Hochsteckfrisur der perfekte Rahmen für den glamourösen „Total Look“ der Debütantinnen bei der Eröffnung.

J.7 school Seminare

Das Team der J.7 school macht Lust auf persönliche und fachliche Weiterentwicklung und beflügelt euren Salonalltag.

Seminarprogramm

Alle Termine mit Filtermöglichkeit
 

Arbeiten bei J.7 Company!

Offene Jobs auf JOKIRA.de

Warum Samt?

Der Hauptgrund, warum Samtwickler, bzw. Flockwickler in der Welt des Haarstylings wieder im Trend liegen, ist der samtige Bezug. Dieser Bezug besteht normalerweise aus Samt oder Velours und bietet mehrere Vorteile: Er sorgt nicht nur für ein angenehmes Gefühl auf der Haut, sondern bietet auch eine bessere Griffigkeit. Dies ermöglicht es den Wicklern, das Haar sicherer zu fixieren, damit Locken oder Wellen länger halten.

Alle Vorteile auf einen Blick

  • Schonend: Samtwickler, bzw. Flockwickler bieten eine sanfte und schonende Methode, um Locken oder Wellen zu erzeugen, ohne das Haar zu gefährden. Die Wickler verursachen keine Hitzeschäden und sind daher eine großartige Option für alle, die gesundes Haar anstreben.
  • Haltbar: Aufgrund des samtigen Bezugs bieten Samtwickler, bzw. Flockwickler eine bessere Griffigkeit, wodurch die Locken oder Wellen länger halten. Dies führt zu zufriedeneren Kundinnen*Kunden, die ihr Styling länger genießen können.
  • Vielseitig: Samtwickler, bzw. Flockwickler sind in verschiedenen Formen und Größen erhältlich, um unterschiedliche Locken- oder Wellenstile zu kreieren. Von kleinen Wicklern für enge Locken bis hin zu großen Wicklern für weiche Wellen – die Vielfalt eröffnet eine Welt voller Styling-Möglichkeiten.

Holt euch Samtwickler, bzw. Flockwickler in den Salon. Beim Fachhandel Hair Haus und Euro Friwa werden beflockte Metallwickler in verschiedenen Ausführungen angeboten.

 

Für welches Haar?

Samtwickler, bzw. Flockwickler sind für die meisten Haartypen geeignet, vor allem für Kundinnen mit feinem oder dünnem Haar. Der samtige Bezug sorgt dafür, dass das Haar sicher gehalten wird, ohne es zu beschädigen oder zu knicken.

Bevor ihr Samtwickler, bzw. Flockwickler verwendet, ist es wichtig, die Haare mit passenden Produkten richtig vorzubereiten. Schaut dazu gerne bei unseren ►Styling-Highlights vorbei.

Fabian Maier ist der Experte, wenn es um das Thema Balayage geht. Im Mai 2020 eröffnete Fabian Maier seinen spezialisierten Salon in Stuttgart. Dabei setzt der Balayage-Profi auf Perfektion. Seine Looks, ob Freihand- oder Folientechnik, stehen für höchste Präzision, ein außergewöhnliches Gespür für Farben und Spaß am Beruf –für ihn eine Berufung. Zusammen mit seinem Team ist er ganzjährig für große Unternehmen sowie für individuelle Salonschulungen im Einsatz. Seinen Stil zeichnen Balayage-Looks aus, die durch neueste Techniken einen natürlichen, hochwertigen Verlauf und somit eine beeindruckende Optik schaffen.

Interview zu Spezialisierung mit Fabian Maier

Fabian Maier hat zu Coronazeiten Deutschlands ersten reinen Balayage-Salon eröffnet – Spezialisierung, in der Nische? Zu verrückten Zeiten? Und daraus ein anerkanntes Business zu machen? Er weiß, wie es geht.

Mit Charme und Expertise ist er inzwischen bei großen Marken als Workshopleiter gefragt, beim Redken Shadeseq Gloss Boss Award ist er Mentor, vor allem aber ist er passionierter Friseur und liebt es, sein Wissen mit anderen Kolleginnen*Kollegen zu teilen.

►So sieht der Fabian Maier Balayage Salon aus 

Würdest du den Bundeskanzler treffen, was würdest du ihm sagen?
MBM:
Wenn ich die Gelegenheit hätte, den Bundeskanzler zu treffen, wäre mein erstes Anliegen Wettbewerbsgleichheit und Planungssicherheit einzufordern. Förderversprechen z.B. für digitale Entwicklung oder Energiesparmaßnahmen dürfen nicht erst gemacht und dann wieder zurückgezogen werden. Friseurbetriebe brauchen Planungssicherheit. Gerade für kleine Betrieben kann dies schnell existenzbedrohend sein. Das Gleiche gilt für Wettbewerbsverzerrungen durch Umsatzsteuerbefreiung von bestimmten Betrieben.

Durch meine persönliche Erfahrung in einem sozialistischen Staat (DDR) weiß ich, wie wichtig persönliche Freiheit und Entwicklung sind. Als Selbstständige schätze ich diese freien und kreativen Möglichkeiten und Gestaltungen meiner Ideen und ich liebe unsere Individualität geschäftlich, wie privat. Mein Wunsch an den Bundeskanzler wäre nicht, durch mehr Bürokratie die Branche zu retten, sondern sicherzustellen, dass Selbstständige ihre Geschäfte fair gestalten können und die Arbeitnehmer vor prekären Beschäftigungsverhältnissen geschützt werden. Das schließt eine Regelung gegen Schwarzarbeit und eine für die Kunden transparente Umsatzsteuer-Ausweisung ein. 

Und mein Abschlusssatz wäre: "Gemeinsam als Friseurunternehmer und Team sind wir bereit, den Rest in die Hand zu nehmen und aktiv zum Erfolg beizutragen. Nicht dass Ich, sondern dass Wir damit anfangen, es zu tun."

Liebe Mandy, wir danken dir für deine offenen Gedanken und wünschen euch für 2024 alles Gute!

Es gibt immer weniger Ausbildungsbetriebe, ihr gehört dazu. Was ist dabei die größte Herausforderung?
ST:
Ich habe das große Glück, dass meine Tochter Vanessa an meiner Seite ist. Sie hat die fachliche Leitung und den Part der Ausbildung komplett übernommen. Sie ist auch diejenige, die den Weg zurück in die Innung gegangen ist, und dort mittlerweile Prüfungen abnimmt. D.h. wir wissen genau, warum und vor allem wie wir weiter ausbilden wollen. Aber es funktioniert nur, wenn sich einer dem Thema Ausbildung voll annimmt. Ein bisschen Ausbildung geht nicht.

Was motiviert euch auch weiterhin auszubilden?
ST:
Ich finde es einfach wichtig, Verantwortung zu übernehmen und zu zeigen, wie man diesen schönen Beruf erfolgreich weitergeben kann. Wir können gute Arbeitszeiten haben; wir können auch gutes Geld verdienen und wir machen Menschen mit unserem Tun glücklich. Was gibt es denn da noch Schöneres?

Wie findet ihr Nachwuchs?
ST:
Um Nachwuchs zu finden, habe ich die Ausbildungshomepage www.friseur-ausbildung-muenster.de ins Leben gerufen. Die Seite ist mittlerweile im Raum Münster fest etabliert. Jeder, der Friseurausbildung / Münster eingibt, kommt an dieser Seite nicht mehr vorbei. Darüber hinaus haben wir letztes Jahr die Talentschmiede® ins Leben gerufen. Hier präsentieren unsere Youngstars ihr Können. Sie bekommen eine Plattform, um ihre Fähigkeiten zu verbessern und noch mehr praktische Erfahrungen zu sammeln. Junge Leute wollen etwas lernen und das müssen wir ermöglichen, indem wir als Unternehmer*innen echte Ausbildung bieten. Niemand möchte drei Jahre lang Haare fegen! Im Rahmen der Talentschmiede ist Instagram unser Kommunikationskanal Nr. 1. Darüber können wir sehr viele Neukund*innen Kontakte generieren.

„‘So haben wir das immer gemacht‘ funktioniert schon länger nicht mehr“

Bewundernswert, wie ihr euch für den Nachwuchs einsetzt. Die nächste große Herausforderung ist dann diese, wie auch die Mitarbeitenden zu halten. Was macht ihr hier?
ST:
Wir als Friseure müssen heute wahnsinnig anpassungsfähig sein, ein „so haben wir das immer gemacht“ funktioniert schon länger nicht mehr. Es gibt große Herausforderungen und davon nicht zu wenige. Wir als Unternehmen müssen uns auf die höchsten Peaks, also die größten Herausforderungen konzentrieren und diese bearbeiten. Uns war klar, dass wir uns im Team über Work-Life-Balance und Arbeitszeiten Gedanken machen mussten. Deshalb haben wir vor über einem Jahr die 4-Tage-Woche eingeführt. Für uns gehört es zu den Grundwerten des Unternehmens, die Wünsche der Mitarbeitenden ernst zu nehmen und Wertschätzung im Alltag zu leben.

„Brow-Bars liegen derzeit total im Trend“

Was wünschen sich Mitarbeitende noch?
ST:
 Wir haben auf Wunsch der Nachwuchskräfte auch kosmetische Dienstleistungen im Angebot. Brow-Bars liegen derzeit total im Trend, natürlich bieten wir dann unterschiedliche Augenbrauen- oder Wimpernservices an. Mit diesen angesagten, neuen Services und Angeboten können wir auch in Zukunft bei unseren Kundinnen punkten und uns als Salon vom Wettbewerb differenzieren.

„Mit E-Shop … Mitarbeitenden ein Stück des Verkaufsdrucks nehmen.“

Ihr setzt auf zielführende Webprojekte für den Nachwuchs. Wie sieht es sonst mit Digitalisierung aus?
ST:
Wir haben schon 2012 ein Onlinebuchungssystem eingeführt. Damals habe ich für die Idee noch rollende Augen kassiert. Das Tool ist eine enorme Entlastung im Salonalltag. Aktuell arbeiten wir an der Entwicklung eines eigenen E-Shops, der über die Homepage von HaaresZeiten® erreichbar sein wird. Damit können wir unseren Mitarbeitenden ein Stück des Verkaufsdrucks nehmen. Das ganze koppeln wir an ein Beratungstool im Salon. Und natürlich, aber das würde ich gar nicht mehr großartig erwähnen, weil es für uns eine Selbstverständlichkeit ist: Wir nutzen aktiv Social Media und Google bzw. Suchmaschinenmarketing, um unterschiedliche Zielgruppen zu kommunizieren.

Vielen Dank für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg!

Am 15.1.2024 kämpfen wir gemeinsam für die Zukunft der Friseurinnen und Friseure, seid dabei beim ► Zukunftskongress!

 

Was glaubst Du, braucht es als Friseurunternehmer, um auch in Zukunft erfolgreich sein zu können?
Philipp Seethaler:
Für mich sind das in erster Linie eine klare Positionierung sowie eine gute Kommunikation mit meinen Mitarbeitenden sowie mit jedem Gast. Nur wenn wir alle genau wissen, wofür stehen und was uns besonders macht, können wir das über alle unsere nach außen tragen.

… und was braucht ein Salon, um für die Zukunft gewappnet zu sein?
PS:
Seethaler Friseure und People eint der hohe Anspruch an Qualität. Über Dienstleistungs- und Beratungsqualität, gepaart mit einer einzigartigen Salon-Atmosphäre, wollen wir auch in Zukunft etwas erschaffen, was unseren Gästen als besonders im Kopf bleibt. Wir müssen die Bedürfnisse der nachwachsenden Generationen von Stylist*innen verstehen. Hier ist u. a. Empathie ein wichtiger Punkt. Offen bleiben - nicht nur in Bezug auf die Bedürfnisse der Nachwuchskräfte. Wenn wir unsere Salons auch in Zukunft erfolgreich führen wollen, müssen wir auch offen gegenüber neuen Konzepten, Innovationen und Ideen bleiben. Das Tempo von Veränderungen hat sich einfach enorm erhöht.

Step by Step zum Look

  • Besprühe jede Haar-Sektion mit Hitzeschutzspray und positioniere eine Finishing-Bürste ganz nah am Kopf. Föhne dann die Haare trocken, um ein sleek, tight, high-polish Finish zu erzielen. Es drückt das Haar nah an die Kopfhaut und glättet die Schuppenschicht.
  • Führe die Haare an den Seiten hoch (höher als die Wangenknochen), um ein schmeichelhaftes Ergebnis zu erzielen.
  • Teile dann die Haare in mehrere Pferdeschwänze auf, um sie danach zusammenzuführen. Das erzeugt eine straffe, kontrollierte Form.
  • Verwende ein elastisches Band und einen einfachen Knoten, um einen bump-free tight Ponytail zu erhalten.
  • Twiste die zwei Abschnitte des Pferdeschwanzes in entgegengesetzte Richtungen, bevor sie um den Ponytail gewickelt werden. Das verleiht dem Look mehr Details.

Sanfte Schwünge im Haar symbolisieren die Bewegung der Debütantinnen beim traditionellen Donauwalzer. Perfektes Friseurhandwerk sorgt dafür, dass sowohl die Form der Frisur als auch die der Tiara beim Tanzen sicher hält. „Den Opernball mitzugestalten ist eine ehrenvolle Aufgabe, der wir uns mit all unserer Kreativität stellen. Bei der Umsetzung der Debütantinnen-Frisur kommt unsere ganze handwerkliche Perfektion zum Einsatz, denn Hochsteckfrisuren gelten als „Meisterklasse der Frisierkunst“ zeigt sich Hannes Steinmetz begeistert.

Und so entsteht die Opernball-Frisur 2024 in zehn Schritten: 

Was wünschst Du Dir von der Politik?
PS
: Von der Politik wünsche ich mir, dass sie sich stärker für faire Wettbewerbsverhältnisse durch homogene Steuersätze einsetzt. Durch eine Mehrwertsteuersenkung könnten wir mehr in die Weiterentwicklung unserer Betriebe investieren. Und natürlich wünsche ich mir auch eine Unterstützung für ausbildende Betriebe wie uns.

"Für die Zukunft braucht es aber auch weiterhin Top Performance Produktneuheiten als Basis für erstklassige Servicequalität und eine weitere Vereinfachung mit Hilfe von z.B. KI-basierten Beratungstools."

Was erwartest Du dir von Industriepartnern?
PS:
Auf unserer Mission Qualitätsoffensive ist Education natürlich ein ganz wichtiger Punkt. Kao Salon hat ein tolles Angebot für jegliche Kernbereiche des Salons. Darüber hinaus wünsche ich mir von meinem Industriepartner einen sehr engen Austausch und ein partnerschaftliches Verhältnis, in dem wir uns gemeinsam geschäftlich und persönlich weiterentwickeln können. Für die Zukunft braucht es aber auch weiterhin Top-Performance Produktneuheiten als Basis für erstklassige Servicequalität und eine weitere Vereinfachung mithilfe von z. B. KI-basierten Beratungstools.

Schritt 1: Das Haar wird an der höchsten Stelle des Kopfes – an der sogenannten B-Achse – mit einem Scheitel von Ohr zu Ort abgeteilt. Dabei ist es wichtig, mit einem kurzen Check zu prüfen, ob die Swarovski-Tiara an dieser Stelle sicher ihren Schwerpunkt findet und gut am Kopf aufliegt.

Schritt 2: Im zweiten Schritt wird ein diagonaler Scheitel von der äußeren Ecke der linken Augenbraue bis zum Querscheitel abgeteilt. Wichtig ist, darauf zu achten, dass alle Befestigungsstege der Tiara unsichtbar bleiben.

Schritt 3: Die vorderen Partien werden jetzt passéweise über einen Lockenstab – z.B. den curve tong von ghd – eingedreht. Zum Abkühlen werden die Locken jeweils mit einem kleinen Clip fixiert.

Schritt 4: Um dem Look eine harmonische Bewegung zu verleihen, wird den übrigen Haaren mit einer warmen Bürste – z.B. der ghd hot brush – oder einem Styler ein leichter Schwung verpasst.

Wie schafft ihr es, Nachwuchs zu finden und Mitarbeiter zu binden?
PS:
Wir haben in den letzten Jahren viel Zeit in den Aufbau unserer eigenen Salon-Community gesetzt. Dazu zählen unsere Mitarbeitenden, die Auszubildenden, unsere Gäste und wir als Salonunternehmer. Wir kommunizieren auf Augenhöhe mit den Nachwuchstalenten und zeigen Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten klar auf. Als Familienunternehmen seit 1984 tun wir natürlich alles dafür, dass dieser Beruf auch für Topstylisten wieder attraktiver wird.

„Wir legen viel Wert auf neue, qualitativ hochwertige Produkte und Tools. Das richtige Arbeitsumfeld macht auch Lust auf den Job.“

Wie hat sich das Unternehmen in puncto Mitarbeiterführung in den letzten 40 Jahren verändert?
PS:
Grundsätzlich nehmen wir alle Mitarbeitenden und die individuellen Bedürfnisse stets ernst. So haben wir flexible Arbeitszeitmodelle schon länger erfolgreich implementiert. Wir zeigen Karrieremöglichkeiten klar auf und entwickeln die Leute in unterschiedlichsten Richtungen weiter. Eine gute Aus- und Weiterbildung ist die Grundlage für eine hochwertige Dienstleistung im Salon, die wiederum zu einem individuellen Erlebnis für den Gast sorgt. Dafür sind die Leute bereit, mehr Geld auszugeben. So können wir wiederum faire Löhne bezahlen. Wir investieren in eine gute Arbeitsatmosphäre. In den letzten 10 Jahren haben wir kontinuierlich Salons renoviert und modernisiert. Zudem legen wir viel Wert auf neue, qualitativ hochwertige Produkte und Tools. Das richtige Arbeitsumfeld macht auch Lust auf den Job.

Digitalisierung ist für uns ein wichtiges Tool in Zeiten, in denen Mitarbeiterkosten und überhaupt Mitarbeiter allgemein ein so großes Thema sind. Wir machen 60% der Bookings online."

Wie setzt ihr Digitalisierung heute schon im Salon um, wo seht ihr Potenzial für die Zukunft?
PS:
Digitalisierung ist für uns ein wichtiges Tool in Zeiten, in denen Mitarbeiterkosten und überhaupt Mitarbeiter allgemein ein so großes Thema sind. Wir machen 60 % der Bookings online. Ohne Daten geht nichts mehr. Wir investieren viel Zeit in Auswertungen, Statistiken und Kennzahlen von Pre-Bookings bis Auslastung. Social-Media-Marketing, SEO Marketing und Education sind aus unserem Alltag überhaupt nicht mehr wegzudenken und Teil unseres Erfolgs. Für die Zukunft sehe ich großes Potenzial von KI in der Beratung. Da gibt es enormes Potenzial bei der Visualisierung von Vorstellungen und Wünschen, die wir gut in unsere Prozesse einbinden können. 

Vielen Dank für deine Zeit und das spannende Gespräch!

Am 15.1.2024 gestalten wir gemeinsam die Zukunft der Friseurinnen und Friseure! Seid dabei beim ► Zukunftskongress!

Schritt 5: Nun wird der hintere Teil der Haare, mit Beginn an der höchsten Stelle, bis über das Hinterhauptsbein stark antoupiert. Der Nacken muss nicht toupiert werden. Dafür empfiehlt sich eine Narrow Dressing Brush.

Schritt 6: Jetzt wird die Oberfläche sauber frisiert und danach werden alle Haare des hinteren Teiles zu einem Zopf gebunden. Dieser soll in der Mitte des Hinterkopfes liegen. Achtung: Der Zopf soll nicht im Nacken liegen, das wäre zu tief unten!

Schritt 7: Die Stelle des Abbundes wird nun versteckt.

Schritt 8: Indem die Bügelenden der Swarovski-Tiara in den toupierten Teil gesteckt werden, wird die Tiara platziert. Die gute Nachricht: Wenn die Abteilungen richtig gewählt sind, behält die Tiara fast schon von alleine ihre Position.

Mit ausreichend Schiebespangen wird die Tiara nun an den dafür vorgesehenen Stegen festgesteckt. Dabei gilt es, zuerst auf die exakte Platzierung an der höchsten Stelle zu achten – und zwar symmetrisch mittig. Denn Achtung, wenn die Tiara zu weit am Hinterkopf platziert wird, ist sie bei erhobenem Kopf nicht optimal sichtbar sein. Wichtig ist: Alle Spangen müssen unsichtbar bleiben. Bevor weiter frisiert wird, muss unbedingt der feste und sichere Halt kontrolliert werden.

Über Seetahler Friseure: 

  • 2 Salons in München und Dachau
  • 12 Mitarbeiterinnen*Mitarbeiter

www.seethaler-friseure-muc.com

Schritt 9: Jetzt wird der Zopf getwistet und hochgeschlagen. Im Anschluss wird der getwistete Zopf mit einem schönen Schwung hinter der Tiara festgesteckt.

Schritt 10: Beim Finale des Stylings werden die Locken geöffnet. Danach wird das Haar leicht durchgebürstet und zuerst die linke Seite hochgeschlagen und festgesteckt. Wichtig: Dabei ist zu beachten, dass der Unterbau der Tiara abgedeckt ist – aber alle Kristalle gut sichtbar sind. Danach wird mit der rechten Seite ebenso verfahren. Bei ausreichender Haarlänge werden im Finish die Enden unter dem Abbund nach links frisiert und die Enden unsichtbar festgesteckt.

PROFI-TIPP: Die Swarovski-Tiara sollte während der Anwendung von Haarspray mit einer Papierserviette abgedeckt werden, damit die Tiara dem Haarspray nicht ausgesetzt wird und alle Kristalle optimal funkeln können.

Service-Tipp „Beauty to Go“ am Opernball

Wer den Namen "Opernball Styling Team" trägt, ist nicht nur bevor das Tanzparkett eröffnet wird im Einsatz, sondern auch direkt am Opernball vertreten. Unter der Leitung von Hannes Steinmetz und Vanessa Steinmetz-Bundy sind die Privatsalon-Styling-Experten in der Wiener Staatsoper vor Ort und helfen bei allfälligen Frisuren-Pannen und bieten die Möglichkeit, für ein Last-Minute-Finish bzw. Styling Fresh-up während der rauschenden Ballnacht.

„Be Yourself“ ist das Motto der aktuellen Frisurentrends von ► Hairstylistin Christine Wegscheider. Bei ihren neuen Herbst/Winter-Looks geht es um eine coole Mischung aus jugendlichem Leichtsinn und trendiger Eleganz.

Bei den Looks bedient sie sich einer alt bewahrten Technik, die man noch aus der Ausbildung kennt: Langes Haar wurde auf große Samtwickler gedreht. Sie schaffen luftige, divenhafte Wellen.

Credit: kizuneko | Adobe Stock

Peach Fuzz 2024

Pantone’s Farbe des Jahres, Peach Fuzz 13-1023, fordert uns dazu auf Wärme zu genießen. Die Aura dieses samtigen, weichen Pfirsichtons, tut unserem Körper, unserer Seele und unserem Geist gut. Peach Fuzz soll den Wunsch in uns erwecken, sich um uns selbst und andere zu kümmern.

Sie lenkt den Fokus auf die Bedeutung von Gemeinschaft und Zusammenkunft. Gleichzeitig vermittelt sie die Freude, die entsteht, wenn wir uns selbst erlauben, eins zu sein mit dem, was wir sind, und stille Augenblicke der Selbstreflexion zu genießen.

ASTRID GAYE, Inhaberin M2 Hair Culture, im Zukunftsgespräch mit imSalon

Was glaubst du, braucht es als Friseurunternehmer, um auch in Zukunft erfolgreich sein zu können?
Astrid Gaye:
Um in der Branche auch in Zukunft erfolgreich zu sein, braucht es mehr denn je ein positives Mindset, Mut, fachliche Stärke, Offenheit für Veränderungen, Selbstbewusstsein und ganz viel Liebe für Menschen und natürlich Haare.

Das ist eine sehr gute Basis. Du führst ein sehr erfolgreiches Salonkonzept, welche Aktivitäten setzt ihr aktiv, um euch zukunftsorientiert aufzustellen?
AG:
Wir hinterfragen uns selbst und den aktuellen Zeitgeist permanent. Wir warten nicht darauf, bis bei uns die Luft brennt. So haben wir z.B. schon 2023 die Öffnungszeiten angepasst. 2024 werden wir auf eine 4-Tage-Woche in einem Wechselmodell umstellen. Eine Woche arbeiten wir Dienstag bis Freitag. Die andere Woche, Mittwoch bis Samstag. So können wir jeden zweiten Samstag für Kundinnen und Kunden da sein und das Team hat alle zwei Wochen vier Tage frei. Alle haben Spaß daran, etwas Neues auszuprobieren.

„Von der Politik wünsche ich mir eine Senkung der Mehrwertsteuer, da die Wettbewerbsverzerrung durch die vielen Mikrobetriebe eine unfaire Ausgangslage ist.“

Was liegt nicht in eurer Hand und wo würdet ihr euch mehr Unterstützung seitens der Politik wünschen?
AG:
Von der Politik wünsche ich mir eine Senkung der Mehrwertsteuer, da die Wettbewerbsverzerrung durch die vielen Mikrobetriebe eh schon eine unfaire Ausgangslage ist. Außerdem finde ich, dass Schwarzarbeit definitiv konsequenter verfolgt und bestraft werden muss. Ein Hebel zur Verhinderung von Schattenwirtschaft in Salons sehe ich in der Abschaffung von Bargeld.

Was ist Crimping?

Glattes Haar und voluminöse Wellen – Crimping vereint das Beste aus beiden Welten! Der Begriff kommt von "crimp" (wellig) und beschreibt damit genau das, was diesen Look so einzigartig macht.

 

Sarah Lehner, Kopfsache, im Interview mit Juliane Krammer

Sarah, du führst einen Barber-Shop, warum?
SL:
Ich habe bereits in meiner Lehre die Liebe zum Herren-Service entdeckt. Schon als Lehrling hatte ich fixe Kunden, die ausschließlich von mir die Haare geschnitten bekommen wollten. Ich bin schon immer sehr direkt, war nie schüchtern und mit den männlichen Kunden war ich immer auf einer Wellenlänge.

Und nach der Lehre hast du dich dazu entschlossen, einen Barber-Shop zu eröffnen?
SL:
Ganz und gar nicht. Vor 10 Jahren habe ich das Geschäft gekauft und drei Jahre lang war das ein klassischer Friseur-Salon, mit 4 Angestellten und immer ausgebucht. Vor acht Jahren, als das Thema Bart so langsam bei uns aufschlug, sah mein Mann – damals schon mit Bart – einen Mangel an Bartpflegeprodukten. Gemeinsam setzten wir einen Onlineshop, spezialisiert auf Bartpflege, um.

ACHIM ROTHENBÜHLER, J.7 GROUP DIRECTOR und Kao Artist, im Zukunftsgespräch mit imSalon

Was glaubst Du, braucht es als Friseurunternehmer, um auch in Zukunft erfolgreich sein zu können?
Achim Rothenbühler:
Professionalität in unserem Business ist wichtiger denn je, und damit meine ich in allen Bereichen. Ein handwerklich guter Friseur zu sein, wird zukünftig nicht mehr reichen. Betriebswirtschaftliche Kenntnisse sind gerade in Zeiten, in denen das Geld knapp wird, unabdingbar. Gleichzeitig muss ich mehr denn je für die Sichtbarkeit meines Unternehmens sorgen. Das bezieht sich auf die Endverbraucher, aber vor allem auf die Arbeitgebermarke.

Was ist für dich die wichtigste Maßnahme, um Sichtbarkeit zu gewährleisten?
AR:
Der Salon, inklusiver seiner Persönlichkeiten, muss in meiner Region wahrgenommen werden. Eine kontinuierliche Social Media Präsenz auf allen wichtigen Kanälen ist für mich ein absolutes Muss.

Auch für die Arbeitgebermarke?
AR:
Wenn ich in Zukunft weiterhin erfolgreich sein will, muss ich mich als Ausbildungsbetrieb, den sich ändernden Herausforderungen des Arbeitsmarktes stellen.

Flexible Arbeitszeitmodelle, faire Bezahlung und eine teamorientierte Atmosphäre sind die Grundvoraussetzung, um als Arbeitgeber attraktiv zu sein. Die Zeiten, wo Übungsabende nach Feierabend stattfinden, oder Überstunden als selbstverständlich gelten, sind schon lange vorbei.

„Wer darauf wartet, dass es wieder so wird, wie vor 5 Jahren hat verloren.“

Damit tun sich noch immer viele schwer!
AR:
Was wir jetzt vor allem brauchen, sind Führungskräfte, die positiv eingestellt sind und sich den aktuellen Herausforderungen mit Kreativität stellen. Wir müssen diese Energie unserer Gründungszeit wieder abrufen und jetzt mit einem Neustart in die Zukunft gehen. Wer darauf wartet, dass es wieder so wird, wie vor 5 Jahren hat verloren.

„Es sind keine lauten Insolvenzen, es sind leise Schließungen.“

Es gibt viel, das wir dafür als Branche selbst lösen müssen. Es gibt aber auch Forderungen an die Politik, welche hättest Du dabei?
AR:
Von der Politik erwarte ich schon lange nichts mehr! Am meisten würde ich mir wünschen, dass wir als mittelständische Unternehmen wieder wahrgenommen werden.

Die meisten von uns waren in den guten Zeiten fleißige Steuerzahler, aber seit der Pandemie fehlt es an der notwendigen Unterstützung, um vernünftig durch diese Krisenzeit zu kommen. Ja, es sind keine lauten Insolvenzen, es sind leise Schließungen. Aber hinter jedem Salon, der aufgeben muss, hängen persönliche Schicksale und Existenzen.

Pantone’s Color of the Year strahlt Wärme und Einladung aus. Sie drückt Mitgefühl und Empathie aus und hat eine angenehme Sensibilität, die Menschen miteinander verbinden kann. Diese Farbe spiegelt die Nostalgie vergangener Zeiten wider, als alles einfacher erschien, und verleiht gleichzeitig einen modernen Touch. Mit ihrer sanften Helligkeit und luftigen Präsenz ermutigt sie uns, positiv in die Zukunft zu blicken.

Wie kommt es zur Color of the Year?

Unter sorgfältiger Recherche und auf Basis zahlreicher Trendanalysen halten die Farbexperten des Pantone Color Institute jedes Jahr Ausschau nach Farbeinflüssen. Inspirierenden Branchen, aber auch die Natur werden unter die Lupe genommen, um herauszuspüren, wo der gemeinsame (Farb-)Nenner liegt. Da wird unter anderem in der Unterhaltungs- und Filmbranche, in Kunstsammlungen und Werken neuer Künstler, in der Mode, in allen Designbereichen, an beliebten Reisezielen sowie in neuen Life- und Playstyles analysiert. Aber auch Technologien, Materialien, Oberflächenstrukturen gehören dazu. Die Pantone-Jahresfarbe soll einen holistischen Einfluss ausüben und in allen Bereichen Ausdruck finden können. 

Welche Unterstützung wünschst du dir darüber hinaus von deinem Industriepartner?
AG:
Von der Industrie, ich arbeite eng mit Kao, wünsche ich mir auch in Zukunft Produkte, die dem Zeitgeist entsprechen. Das ist für mich beispielsweise ein Produkt wie Elumen mit seinem überirdischen Glanz. Darüber hinaus ist Education Key. Weiterbildung ist für mein Team ein absolutes Muss!

Die Industrie sollte sich noch stärker damit auseinandersetzen, wie man Lerninhalte langfristig im Kopf der Generation Z verankert. Und ich wünsche mir verstärkt Community Events. In schwierigen Zeiten müssen wir uns noch enger austauschen und voneinander lernen. Wir brauchen diese persönlichen Anknüpfungspunkte, um zu zeigen, wie cool unser Beruf ist.

Cooler Beruf … wie schafft ihr es Nachwuchs zu finden?
AG:
Da hat sich in den letzten Jahren die Situation komplett gedreht. Wir finden nicht mehr den Nachwuchs, sondern der Nachwuchs findet uns, und zwar maßgeblich über Social Media. Wir haben keinen riesigen Account mit absurd hohen Like Zahlen, aber wir kommunizieren offensichtlich die richtigen Dinge, die die richtigen Leute auf uns aufmerksam machen.

„Es liegt in unserer Verantwortung, auszubilden, um gute Mitarbeiter zu bekommen.“

Habt ihr auch schon mit dem Gedanken gespielt, nicht mehr auszubilden?
AG:
Für mich ist das keine Alternative. Wir sind jetzt seit 24 Jahren auf dem Markt. Es war auch schon früher so, dass uns der Markt nicht immer passgenau Leute geliefert hat. Es liegt in unserer Verantwortung, auszubilden, um gute Mitarbeiter zu bekommen. Da sind wir froh über neue Kommunikationsmittel, wie z.B. Social Media.

„Seit 2022 gibt bei uns das digitale Trinkgeld …“

Wie setzt ihr Digitalisierung heute schon im Salon um, wo seht Ihr Potenzial für die Zukunft?
AG:
Wir sind in den sozialen Medien bei Facebook, Instagram und TikTok und nutzen jeden Kanal für die Außendarstellung innerhalb unserer Community. Je nach Kanal natürlich immer etwas anders. Schon seit 2014 arbeiten wir mit einem Online-Buchungssystem, das wir 2016 durch eine Buchungssystem-App ergänzt haben. Seit 2022 gibt bei uns das digitale Trinkgeld. Ich sehe für uns weiterhin großes Potenzial bei den sozialen Medien. Ich kann für uns sagen, dass es M2 Hair Culture ohne Social Media wahrscheinlich so nicht geben würde. Das ist essenziell, wenn es um Nachwuchs und die Kommunikation mit (z.B.) Salonkunden geht.

Astrid, wir danken dir für das Gespräch.

Der Stil war in den 80er Jahren äußerst beliebt und wurde von vielen Prominenten und Modeikonen getragen. Die Grundidee hinter dem Look ist, glattes Haar mit Textur und Volumen zu versehen, um einen auffälligen und lebendigen Stil zu kreieren. Um diesen Effekt zu erzielen, werden spezielle Crimping-Eisen verwendet, die das Haar in gleichmäßige Wellen oder Rillen pressen. Das verleiht dem Haar eine einzigartige Textur und ein auffälliges Volumen.

Der Styling-Look ist vielseitig und kann auf verschiedene Arten gestylt werden. Ob mit voluminösem Haar, bei Hochsteckfrisuren oder mit Pferdeschwänzen kombiniert - das Styling bietet unendlich viele Möglichkeiten.

Wie entschließt man sich, vom gutgehenden klassischen Friseur-Salon zu trennen, um einen Barbershop zu eröffnen?
SL:
Auf Rockabilly-Events oder auch Tattoo-Conventions stellten wir unsere Bartpflege-Produkte vor und immer mehr Interessierte kamen mit uns ins Gespräch wollten wissen, ob sie in meinen Salon zum Bartservice kommen können. Ich hatte aber keine Kapazitäten. Im Spaß sagte ich zu meinem Mann Andi, dass er das Barber-Handwerk erlernen muss, um diese Sparte zu bedienen. Er war damals Bauleiter bei einer Dachdecker-Firma, aber nach wiederholten Anfragen von potenziellen Kunden, probierten wir es aus.

Wie wird ein Bauleiter zum Top-Barber?
SL:
Andi war jeden Tag nach der Arbeit noch 3h bei mir im Salon und dort lernte ich ihm das Herren-Handwerk. So lief das fast ein ganzes Jahr. Den Abschluss machte er in Rotterdam bei Schorem, einer Oldschool Barber Academy. Jetzt führen wir gemeinsam Kopfsache und den Onlineshop.

Ihr bildet noch aus und gehört damit zu den nur noch 11 % der Betriebe, die ausbilden. Was muss hier geschehen, um wieder mehr Betriebe für die Ausbildung zu motivieren?
AR:
Ausbildung ist für uns ein Muss und eine Absicherung der Zukunft unserer eigenen Salons.

Natürlich wird es auch für uns von Jahr zu Jahr schwieriger, an gute Auszubildende zu kommen. Fair fände ich es, wenn die wenigen Betriebe, die noch ausbilden, in irgendeiner Form Unterstützung bekämen. Und die Ausbildungsvergütung im Friseurhandwerk muss dringend Richtung 1.000 Euro korrigiert werden, dann bewegen wir uns im Mittelwert der Ausbildungsberufe. Die Signalwirkung, die vom Image des am schlechtesten bezahlten Ausbildungsberuf ausgeht, ist wettbewerbstechnisch verheerend.

Wie schafft Ihr es, Nachwuchs zu finden?

Natürlich sind wir sehr aktiv auf Kanälen wie Facebook, Instagram und auch TikTok. Wir gehen allerdings auch direkt an Schulen, um die Schüler und Schülerinnen sehr früh für unseren Beruf und unser Unternehmen zu begeistern. Wir konnten uns über die Jahre hinweg mit unseren Standorten so als gute Arbeitgeber und attraktive Ausbildungsmarke positionieren.

Und wie motiviert ihr?
AR:
 Kontinuierliche Trainings an der eigenen J.7 school sowie der Kao Salon Academies für unsere Mitarbeitenden sind für uns ein absolutes Muss. Wir fördern unsere Mitarbeiter auch gezielt im Bereich Kommunikation und Persönlichkeitsentwicklung und geben unseren jungen Mitarbeitenden alle Möglichkeiten an die Hand, erfolgreich auf hohem Niveau zu arbeiten. Dazu gehört natürlich auch, dass wir inzwischen sehr flexibel bezüglich verschiedener Arbeitszeitmodelle sind.

Was kann die Industrie bewegen?
AR:
Von der Industrie würde ich mir aufgrund ihrer Größe und Möglichkeiten wünschen, uns dabei zu helfen, mehr Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit zu erzielen.

Außerdem benötigt diese Branche dringend mehr innovative Produkte und Dienstleistungen.

Gerade die großen Player haben auch Marken aus anderen Beauty Bereichen unter ihrem Dach. Welche Trends und Dienstleistungen kann man von dort in unsere Branche übertragen?

Und welche Möglichkeit gibt es, den Wareneinsatz in den Salons durch moderne Warenorderprogamme zu reduzieren?

Wie setzt Ihr Digitalisierung heute schon im Salon um, wo seht Ihr Potenzial für die Zukunft?
AR: 
Digitalisierung ist auch bei uns ein großes Thema. Die Onlineterminierung ist heute aus unseren Salons nicht mehr wegzudenken. Auch in der Kommunikation untereinander und mit unseren Kunden setzen wir immer mehr auf das Digitale, in Form von Newslettern oder eben über Social Media. Aber auch im Education Bereich setzen wir verstärkt auf digitale Formate, weil wir damit Mitarbeitenden deutlich flexibler Weiterbildung ermöglichen können und digitale Formate natürlich auch von mehr Leuten gleichzeitig in Anspruch genommen werden können.

Danke lieber Achim, wir sehen uns beim Zukunftskongress

Credits:
Foto: Tarima Darim
Hair: Christine Wegscheider
Make-Up: Sigrid Thaler
Body-Art: Birgit Mörtl
Styling: John Eric Hegemann

 

Am 15.1.2024 kämpfen wir gemeinsam für die Zukunft der Friseurinnen und Friseure, seid dabei beim ► Zukunftskongress!

Barbra Streisand als Vorreiterin

Barbra Streisand war Vorreiterin der einzigartigen Frisur und brachte Crimping auf die Weltbühne. Ihr markanter Look zeichnete sich durch die gleichmäßig gezackten vollen Haare aus und avancierte den Divenlook an die Stelle der Most Wanted Hairdesigns. Mit dem Siegeszug des Looks  kam das Crimpingiron. Damit wurde die Stylingzeit massiv gekürzt. Dieser zeitlose Stil beeinflusst auch heute noch viele Menschen und ist eine wichtige Inspirationsquelle für den Crimping-Trend 2024.

Was ist aus deinem alten Salon geworden?
SL:
Von dem habe ich mich getrennt, um mich mit Andi voll und ganz auf Kopfsache inklusive Schulungen sowie unseren Online-Shop zu konzentrieren. Außerdem sind wir erfolgreich mit ASMR-Videos und ► verdienen mit Barber-Shop Geräuschen Geld.

Am 15.1.2024 kämpfen wir gemeinsam für die Zukunft der Friseurinnen und Friseure, seid dabei beim ► Zukunftskongress!

Warum Samtwickler?

Der Clou bei Lockenwicklern aus Samt liegt in ihrem samtartigen Bezug, der normalerweise aus Samt oder Velours besteht. Dieser Bezug sorgt nicht nur für ein angenehmes Gefühl auf der Haut, sondern hat auch einen praktischen Nutzen. Der samtige Stoff bietet eine bessere Griffigkeit, was bedeutet, dass die Haarsträhnen sicherer fixiert werden können. Dadurch bleibt die Locke oder Welle länger erhalten.

Alles, was ihr über Samt-/Flockwickler wissen müsst, erfahrt ihr ►hier.

Im Interview erzählt Hochsteckprofi Christine Wegscheider, wie Instagram aktuell Brautstyling beeinflusst.

 

So gelingt der Look

  • Vorbereiten: Beginnt mit sauberem, trockenem Haar und verwendet ein Hitzeschutzspray, um das Haar vor möglichen Schäden zu schützen.
     
  • Haare teilen: Teilt das Haar in kleine Abschnitte auf, um sicherzustellen, dass jede Strähne bearbeitet werden kann.
     
  • Tools verwenden: Verwendet ein Crimping-Eisen, um sanfte Wellen ins Haar zu zaubern. Beginnt am Ansatz und arbeitet euch bis zu den Spitzen vor.

Crimping benötigt das richtige Equipment! ►Mit diesen Tools wird Crimping leicht gemacht

  • Volumen hinzufügen: Um das charakteristische Volumen des Crimping-Looks zu erreichen, kann einen Texturierungsspray oder Haarschaum verwendet werden, um das Haar aufzulockern und Fülle zu schaffen.
     
  • Fertigstellen: Wenn ihr mit dem Crimpen fertig seid, könnt ihr das Haar nach Belieben weiter frisieren. Es kann glatt gekämmt oder in Wellen noch etwas aufgelockert werden. Oder ihr habt die Basis für einen besonderen Hochstecklook geschaffen, perfekt für die bevorstehende Ballsaison

Wieviel zahlt Mann durchschnittlich pro Besuch?
SL:
Das ist unterschiedlich. Es ist keine Seltenheit, dass das große Relax Treatment um 300 Euro gebucht wird. Haarschnitt und Bartservice kosten 85 Euro, ein Haarschnitt ohne Waschen 46 Euro. Kunden kommen im Normalfall alle 4-5 Wochen wieder.

Warum habt ihr euch für eine Cash only Bezahlung entschieden?
SL:
Uns ist es unglaublich wichtig, das Bargeld zu behalten und es physisch in der Hand zu haben.

"Wir lieben unseren Beruf und wir stehen im Salon, weil es kein Hobby ist, sondern weil ich damit meinen Lebensunterhalt bestreite. Das muss die ganze Branche verstehen, nur so kann die Wertigkeit der Arbeit besser werden."

Bis 24h vor Termin ist die Stornierung kostenlos. Wieviel müssen Kunden bei zu später Absage oder Nichterscheinen zahlen?
SL: 100 %! Es kommt vor, dass sich jemand um eine halbe Stunde vertan hat und zu spät in den Salon kommt. Die Summe wird dann trotzdem voll gezahlt. Wer nicht persönlich vorbeikommt, erhält per Mail eine Rechnung. Die Kontaktdaten haben wir, weil sich jeder mit einem Kundenkonto registriert. Haarservice ist eine One on One Dienstleitung, wenn mein Kunde nicht da ist, verdiene ich kein Geld. Wir lieben unseren Beruf und wir stehen im Salon, weil es kein Hobby ist, sondern weil ich damit meinen Lebensunterhalt bestreite. Das muss die ganze Branche verstehen, nur so kann die Wertigkeit der Arbeit besser werden.

Was hättest du gerne zu Beginn deiner Ausbildung gewusst?
SL:
Es ist wichtig, dass man sich seine eigene Persönlichkeitsmarke aufbaut und sich selbst verkaufen muss. Eigen-Marketing ist das Um und Auf. Man soll zeigen können: Das sind meine Arbeiten, das ist mein Wert, das kann ich, … mit Social Media ist das heutzutage sehr einfach.

"Schau, dass deine Fähigkeiten so sind, dass du den Kunden nach jetzigen Standards zufriedenstellen kannst."

Wo siehst du die Zukunft der Friseur-Ausbildung?
SL:
In den Berufsschulen muss sich viel tun und wenn das nicht passiert, dann wird es für die Branche schwierig. Zu viele Lehrlinge können nicht das vorweisen, was in der heutigen Zeit relevant ist. Nach ihrer Ausbildung sind sie zwar am Blatt fertig, aber sobald sie in einen Salon wechseln, der nach jetzigen Standards arbeitet, können sie nicht mithalten. Als Betrieb musst du noch einmal von vorne beginnen, sie auf deinen Stand zu bringen. Wir sind immer noch die kreativste und innovativste Branche am Beauty Markt, dass man in der Berufsschule immer noch nicht lernt, wie man einen Verlauf mit der Maschine schneidet, dafür aber wie man Wellen legt, ist doch Irrsinn. Dass man Fertigkeiten lernen muss, ist logisch, aber neben der Haarschneide-Schere gibt es im Jahr 2023 viele andere Faktoren. Die Berufsschule bildet noch immer für den Kunden vom Jahr 2000 aus – es ist jetzt aber 23 Jahre später. Folgendes ist wichtig: Schau, dass deine Fähigkeiten so sind, dass du den Kunden nach jetzigen Standards zufriedenstellen kannst.

Danke Sarah, für das spannende Gespräch und alles Gute für die Zukunft.

Filiz Erdogu im Gespräch mit Birgit Senger

„Es ist gut, dass Mitarbeitende Forderungen stellen. Das sollte uns Arbeitgeber aber nicht davon abhalten, Leistungen einfordern zu können."

Im Moment gibt es eine große Bereitschaft, sehr viel in seine Mitarbeitenden zu investieren. Wie ist das bei euch?
Filiz Erdogu:
Kaum ein anderer Beruf lebt so stark von ständiger Aus- und Weiterbildung. Allerdings zu viele Arbeitgeber kümmern sich mehr um das Wohl ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als um ihr eigenes. Dass Arbeitnehmer heute Forderungen stellen, finde ich gut. Das sollte uns Arbeitgeber aber nicht davon abhalten, Leistungen einfordern zu können.

Was wünschst du der Friseurbranche für die Zukunft?
FE:
Nicht von Ängsten geprägt zu sein und selbstbewusster, vor allem in der Preisgestaltung, zu werden. Preise müssen endlich die Wertigkeit unserer Arbeit widerspiegeln, branchenweit.

Wie haben eure Kundinnen und Kunden auf die letzte Preiserhöhung reagiert?
FE:
Gar nicht. Null.

Viele Unternehmerinnen und Unternehmer haben vor regulierten Reaktionen Angst.
FE:
Ich glaube, bevor man eine Preiserhöhung macht, muss man wissen, wie man mehr Wert in Dienstleistungsprozesse bringt. Eine Preiserhöhung von 5% oder 10%, ohne etwas am Qualitätsstandard zu verändern, halte ich für schwierig.

Welche Skills braucht man heute, um erfolgreich zu sein?
FE:
Für mich ist Klarheit der Schlüssel zum Erfolg.Wer erfolgreich werden möchte, sollte sich zuerst die Frage stellen: „Wer bin ich? Sich unter die Lupe zu nehmen lohnt sich, denn mein Unternehmen ist immer das Spiegelbild meiner selbst. Wem Klarheit fehlt, der ist in seinem Handeln unsicher. Und Unsicherheit weckt Ängste. Je klarer ich bin, umso sicherer kann ich mein Team führen, umso fester stehe ich mit beiden Beinen auf der Erde und komme in schwierigen Situationen nicht ins Schwanken.

Hast du eine Routine, diese Ruhe und Klarheit im Alltag zu halten?
FE:
Ich halte mir stets vor Augen, nicht nur dafür zu sorgen, dass es den anderen gut geht, sondern auch, dass es mir gut geht. Da helfen gesunde Ernährung, Sport, eine gute Beziehung und ein stabiler Freundeskreis.

Alles spricht von Spezialisierung, wie kann man sich als Salon mit seinem Angebot in Zukunft abgrenzen?
FE:
Ich glaube nicht, dass wir uns in Zukunft über schöne Läden abgrenzen können. Auch allein durch gute fachliche Leistung wird es schwierig, denn die hat in den letzten Jahren in vielen Salons deutlich zugenommen. Wer zum Friseur geht, setzt voraus, dass er einen guten Schnitt und eine gute Farbe bekommt. Wurden wir vor 10 Jahren noch gefragt, was Trend ist, kommen Kundinnen heute gut informiert in die Salons. Sie sind aufgeklärter, erwarten mehr und haben höhere Ansprüche. Um dem gerecht zu werden, müssen wir nicht nur fachlich top sein, sondern auch eine starke Persönlichkeit haben. Je ausgeprägter die Persönlichkeit, umso erfolgreicher wird ein Friseur in Zukunft sein.

„All das, was an der persönlichen DNA feilt, sind Themen, die wir vermehrt brauchen.“

Gibt es hierfür schon genügend Unterstützung in Form von Aus- und Weiterbildung?
FE:
Im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung würde ich mir etwas mehr Futter wünschen. Das Feedback, das ich von unseren Mitarbeitenden kürzlich nach dem Trainerkolleg bei Wella bekommen habe, war eindeutig: Den Teil, in dem es um Persönlichkeit geht, fanden sie spannender als den über Schnitt und Farbe. Themen wie Rhetorik, wie wirke ich auf andere, wie kann ich meine Sprache verändern - all das, was an der persönlichen DNA feilt, sind Themen, die wir vermehrt brauchen.Als Arbeitgeberin werde ich in Zukunft Erfolg haben, wenn ich die Leute individuell fördern kann. Nicht nur fachlich, sondern auch in ihrer Persönlichkeit.

Wie hat sich dein Leben als Unternehmerin in den letzten Jahren verändert?
FE:
Heute muss ich viel schneller entscheiden können. Früher habe ich mich für Frisurentrends interessiert, das tue ich natürlich heute auch noch, aber heute ist für mich zukunftsweisender, wohin wir als Gesellschaft gehen.

Welche Veränderung in der Gesellschaft nimmst du im Moment wahr?
FE:
Die Leute haben ihre Ängste, aber gleichzeitig wird ihnen ihr Aussehen und Beauty immer wichtiger. Wir merken, dass unsere Kunden heute gute Qualität von schlechter viel besser unterscheiden können als früher.Dadurch ist es für uns einfacher geworden, im Luxussegment Geld zu verdienen.

Was würdest du am Ausbildungssystem ändern wollen?
FE:
Viel! Was in den Berufsschulen gelehrt wird, ist massiv veraltet. Für mich ist das der Hauptgrund, dass die Ausbildung im Friseurhandwerk nicht attraktiver wird.
Wir haben in unseren Salons derzeit 13 Auszubildende, von denen im ersten Lehrjahr eine Dauerwelle am Modell mit Ausfrisieren verlangt wird. Nehme ich alle unsere drei Salons zusammen, haben wir aktuell zwei Dauerwellkundinnen. An wem sollen die Auszubildenden ihr Dauerwelle Know-how anwenden? Warum bringen wir heute den Auszubildenden nicht im ersten Lehrjahr eine Farbtechnik bei, damit könnten sie sich eher profilieren?

Im Friseurberuf gelingt uns die Integration von Menschen aus unterschiedlichen Nationen gut, ihr lebt das vor. Was ist dir wichtig, wenn es um Zuwanderung und Integration geht?
FE:
Wir haben in Deutschland Fachkräftemangel. In unseren Salons beschäftigen wir Menschen aus 12 unterschiedlichen Nationen. Ein gutes Beispiel dafür, dass sich in der Beautybranche Menschen aus unterschiedlichen Kulturen wohlfühlen können. Jeder muss die Werte übernehmen wollen, für die das Land steht, in dem man lebt, und jeder muss bereit sein, Pflichten übernehmen zu wollen.

Was kann der Staat tun, damit sich Menschen in Deutschland besser integrieren können.
FE:
Meine Aufgabe ist es, mein Unternehmen so aufzustellen, dass es profitabel ist. Dafür brauche ich faire Rahmenbedingungen. Was ich vom Staat erwarte ist, dass er die Schwarzarbeit kontrolliert und allen Menschen nach ihrer Ankunft in Deutschland Sprachkurse zur Verfügung stellt. Da sind Politik und Kommunen gefragt.

Filiz, ich freue mich, dich im Januar auf dem imSalon Zukunftskongress zu sehen. Bis dahin viel Erfolg im Weihnachtsgeschäft!
 

Friseure brauchen Zukunft!

#Neue Wege im Friseurhandwerk
Um die Zukunft des Friseurhandwerks mitzugestalten, lädt imSalon zum Zukunftskongress nach Berlin und bietet damit DIE Plattform, um die Herausforderungen der Friseurbranche gemeinsam zu adressieren und Lösungen zu finden. 

Unter Einbeziehung von Politik, Verbänden, wichtigen Partnern aus der Industrie/ Handel und Presse zielt dieser Kongress darauf ab, Chancen für das Friseurhandwerk zu erkennen und die Branche aktiv zukunftsfähig zu gestalten. JETZT dabei sein und Tickets sichern! Mehr dazu ... 

Erdogu - die Friseure

  • 3 Salons in Marburg, Giessen und Bad Nauheim
  • Über 50 Mitarbeiternnen*Mitarbeiter, davon 13 Auszubildende

Im Gespräch mit Raphaela Kirschnick
 

Steven, herzlichen Glückwunsch zur Wiederwahl ins Modeteam des Zentralverbandes! Mit ►Manuela Härtelt-Dören habt ihr nun die erste weibliche Präsidentin an der Spitze. Was erwartest du Dir vom Führungswechsel?
Steven Meth:
Ich bin sehr froh nun eine Frau an der Spitze des Zentralverbandes zu haben, schließlich sind wir eine Branche mit weit über 80% Frauenanteil. Ich habe Manuela Härtelt-Dören als eine taffe Frau mit Durchsetzungs- und Durchhaltevermögen, aber auch mit einem stets offenen Ohr und Empathie kennengelernt, dass kann unserem Verband nur guttun. Ich weiß, dass sie vieles auf der Agenda hat und einiges verändern wird. Sicher wird nicht jedem immer alles gefallen, aber ich denke der Kurs von Manuela ist der Richtige.

"Ich bin 43 (...) Ist das jung genug? Sicher nicht!"

Kaum gewählt, schon wurde in den Sozialen Netzwerken die „Altersfrage“ diskutiert. Was entgegnest du den Kritikern?
SM:
Ich bin 43 und einer der Jüngsten im Amt. Haben wir uns verjüngt? Ja, an vielen Stellen schon. Ist das jung genug? Sicher nicht! Aber es ist ein Schritt in die richtige Richtung. Man kann aber eben auch nur aus dem auswählen, was im Angebot ist. Wenn wir ehrlich sind, mangelt es auch an Nachwuchs. Das fängt in den Innungen an, geht über die Landesverbände und endet schließlich im Zentralverband. Es gibt leider immer weniger junge Leute, die bereit sind, ihre Energie und ihre Freizeit ehrenamtlich zu opfern.

Das ist ein Kreislauf…

Die Verbandsarbeit erscheint nicht unbedingt sexy, aber wenn man nichts tut wird sich auch nichts ändern!

„Wir brauchen ganz dringend frischen Wind und innovative Ideen. Genauso braucht es aber auch Erfahrung und Diplomatie.“

Können nur „Junge“ für „Junge“ Politik machen?
SM:
Das denke ich nicht. Kompetenz hat für mich nichts mit Alter zu tun. Ich denke, es ist einfach wichtig, eine gute Mischung zu haben. Wir brauchen ganz dringend frischen Wind und innovative Ideen. Genauso braucht es aber auch Erfahrung und Diplomatie.

Nun ist der Nachwuchsmangel eines der dringlichsten Themen, der Rückgang der Auszubildenden seit 10 Jahren jährlich rasant sinkend. In der Tat ist bisher wenig geschehen, das hier entgegengewirkt hat. Was denkst du muss geschehen, um diese Entwicklung zu stoppen, beziehungsweise um wieder einen Zuwachs zu erzielen?
SM:
Der Nachwuchsmangel ist wirklich eines der größten Probleme in der Branche. Auch bei uns im Verband ist das eines der Kernthemen. Vergangenes Wochenende war das neben der Wahl unser Hauptthema. Ich kann sagen, dass verschiedene Dinge getan wurden und vor allem getan werden. Leider ist es eben sehr schwierig, den richtigen Ansatz zu finden, es gibt ja viele Faktoren die da zusammen kommen: Image, Vergütung, Arbeitszeiten, demografischer Wandel, Ausbildungssystem…

Hier gibt es leider kein Allheilmittel. Umso mehr freut es mich, dass gerade bei diesem Thema, die Ausschüsse des Verbandes zukünftig deutlich enger zusammenarbeiten werden.

In dieser Saison steht ein ganz besonderer Farbtrend im Rampenlicht: Kupfer! Diese atemberaubende Farbnuance verleiht dem Haar nicht nur eine warme Note, sondern auch ein lebendiges, jugendliches Strahlen. Ja richtig – Kupfer ist das Geheimnis für müheloses Anti-Aging.

Joico macht den Farbtrend vor und zeigt euch anhand von zwei Looks wies, geht...

 

Du arbeitest bei „die Lobby Kublick & Friseure“ in Gotha. Bildet Ihr aus? Was ist eure Erfahrung mit Lehrlingen, was wünscht ihr euch?
SM:
Ja, wir bilden aus. Ich kann nur sagen, dass ich hier schon die unterschiedlichsten Erfahrungen gemacht habe. Aktuell haben wir drei wirklich tolle Azubis im Unternehmen, aber das war auch schon anders. Meiner Meinung nach wird es immer wichtiger, individuell auf die jungen Leute einzugehen und nicht einfach nach Schema F auszubilden. Das muss man sich aber auch leisten können. Und die aktuelle Situation zwischen Hoffen und Bangen macht es Ausbildungsbetrieben eben auch nicht unbedingt leichter.

In den Sozialen Netzwerken wird die Innungsarbeit regelmäßig kritisiert. Was entgegnest du Kritikern?
SM:
Sicher gibt es Innungen in denen wenig oder auch gar nichts mehr passiert. Aber ganz ehrlich, was soll auch passieren, wenn eine Innung nur noch 5 oder 6 Mitglieder hat? Jetzt kann man danebenstehen und meckern, oder man kann in die Innung eintreten und etwas tun und etwas verändern. Wir haben Innungen die wirklich tolle Arbeit leisten, aber das geht eben auch nur, wenn genügend Leute sich einbringen und gemeinsam etwas tun.

"Es muss einiges anders und moderner werden. Und da kommt es nun mal auf jeden an."

Was reizt dich an deiner Aufgabe im Zentralverband?
SM:
Ich engagiere mich ganz sicher nicht im Verband, weil ich alles, was da passiert, ganz großartig und richtig finde. Nein, ich mache das, weil ich denke, es muss einiges anders und moderner werden. Und da kommt es nun mal auf jeden an. Auch hier kann ich nur sagen: Macht mit, gestaltet mit, denn sonst kann sich auch nichts ändern.

Anti-Aging Caramel Glow

Im Mittelpunkt stehen ein verjüngender Stufenschnitt und eine Paintingtechnik, die harmonisch zusammenwirken, um Textur und Leuchtkraft zu erzeugen. Der Face-Framing Pony sorgt für wundervollen Schwung. Für den karamelligen Glanzton wurde mit Blonde Life Color und LumiShine Youthlock Colorgearbeitet. So entsteht ein warmer Look, der die Gesichtszüge weicher zeichnet und eine einladende Ausstrahlung verleiht.

Was wünschst Du Dir für Deine Arbeit für die Branche? Wie würdest Du was gerne als nächstes verändern?
SM:
Oh, da gibt es sicher Einiges! Am meisten würde ich mir ein Zusammenrücken der Branche wünschen. Ein Miteinander, für uns und unser Handwerk!

Was meine Arbeit im Verband angeht, würde ich mir manchmal etwas mehr Spielraum wünschen. Ich mache da ja zusammen mit ►Antonio Weinitschke die Kollektionen. Da wäre es manchmal toll, wenn man freier arbeiten könnte, ohne immer das Budget oder die Massenkompatibilität im Rücken zu haben. Aber ich denke, wir haben hier schon Einiges auf den Weg gebracht und werden auch weiterhin daran arbeiten.

Steven, vielen Dank für das offene Gespräch und weiterhin viel Erfolg für Deinen Einsatz.
 

Über Steven Meth:

Friseur seit 1999, aus Gotha, Creative Director bei die Lobby Kublick & Friseure, stellvertretender Art Director im Zentralverband des deutschen Friseurhandwerks.

 

Credit: Joico

Soft Copper Glow

Bei dieser Frisur geht es um eine Stufungs-und Faceframing-Schnitttechnik, die zu weichen, ineinanderfließenden Strähnen führt. Das Ergebnis: Ein Look, der die Essenz der Weiblichkeit definiert! Die Magie hinter diesem faszinierenden Kupferton liegt in der perfekten Verbindung von Blonde Life Color und Vero K-Pak Color. Diese Profi-Haarfarben ermöglichen eine akkurate Personalisierung von Farbformulierungen.

Annerose Cutivel ist Salonunternehmerin, Seminaranbieterin und Akteurin. Ihr Engagement in Innung und Handwerkskammer zeugt von Leidenschaft und dem festen Willen, Branchennachwuchs und Image zu fördern. Und weil ihr das nicht genug scheint, hat sie mehrere Bücher zu ihrem persönlichen Steckenpferd publiziert und steht regelmäßig auf Workshopbühnen, um zu tun, was ihr Lebenselixier ist: Haare zaubern. 

Im Gespräch mit Katja Ottiger

imSalon: Das Friseurhandwerk liegt bei Ihnen in der Familie. Hätten Sie je andere Pläne gehabt? 
Annerose Cutivel: Nein, denn ich bin eindeutig mit Leib und Seele Friseurmeisterin, liebe die Kreativität des Berufes und die Konversationen mit den Kunden. Meiner Familie sind in 4 Generationen 37 Friseure entsprungen, es war für mich selbstverständlich in diese Fußstapfen zu treten. Ich hatte immer ein positives Bild vom Friseurberuf. Auch durch das verpflichtende Praktikum in meiner Schulzeit hat mich in dieser Meinung bestärkt.

Im Telefongespräch mit Lea Werry

Der dritte Lockdown wurde verlängert. Wie geht es dir damit?
Andrea Jung: Naja, das ist für mich eine ganz einfache Geschichte: Wähle deine Einstellung! Ich kann es doch eh nicht ändern, was soll ich dann rumjammern? Mein Motto lautet: Sei positiv, bleib negativ!

Was machst du mit deinen MitarbeiterInnen?
AJ: Im Dezember verbrauchten alle ihren Resturlaub, da gab es dann nochmal normales Gehalt. Jetzt musste ich sie wieder in Kurzarbeit schicken. Außer meine zwei Azubis, die können ja erst ab der 6. Woche in Kurzarbeit, deswegen sind sie jetzt im Zwangsurlaub. Einmal in der Woche haben wir eine Telefonkonferenz – da merken wir immer wieder: uns fehlt der Umgang mit KundInnen und KollegInnen.  

„Je nach Bedarf und Nachfrage, reagiere ich dann individuell“

Und wie beschäftigst du deine Azubis momentan?
AJ: Also erst mal haben die beiden Berufsschule, also Home-schooling. Dann müssen sie lernen, bald stehen ja die Zwischenprüfungen an. Je nach Bedarf und Nachfragen, reagiere ich dann individuell: seien es Schwierigkeiten in der Sprache oder fachliche Fragen. Jeden Donnerstag treffen wir uns, um gemeinsam an Trainingsköpfen zu üben – natürlich alles unter Beachtung der Hygieneregeln. Das ist unser „Lockdown-Training“. Außerdem haben wir Berichthefte, die sie immer wieder auf Vordermann bringen müssen.

Wie hältst du momentan zu deinen KundInnen Kontakt?
AJ:
Was soll ich mit unseren KundInnen machen? Natürlich ist der Kontakt wichtig, aber ich kann ja nicht entertainen, das ist mir zu blöd. Mit Social Media versuchen wir unsere KundInnen auf dem Laufenden zu halten und sie über den aktuellen Status zu informieren. Wir bekommen auch Anrufe in den Salon, die wir zeitnah beantworten, aber mehr können wir fürs Erste nicht machen. 

Erhöhst du 2021 die Preise?
AJ: Wir haben zwei Mal im Jahr eine Preiserhöhung. Einmal die handwerklichen Dienstleistungen und zum zweiten die „chemischen“. Auch 2021 werden wir erhöhen. Allerdings nicht in dem Maße wie es betriebswirtschaftlich sein müsste. Wenn wir die Preise jetzt reell kalkulieren würden, hätten wir eine Erhöhung, welche der Markt derzeit nicht akzeptieren würde und die Kunden genauso wenig. Aber unfair wäre das alles nicht, das ist nur eine Frage der Akzeptanz!

Wie möchtest du deine MitarbeiterInnen entlasten, wenn ihr wieder öffnen dürft?
AJ: Wir stellen eine Studentin an die Rezeption für die Terminvergabe ein – zusätzlich bekommen wir auch einen Online-Terminkalender, so dass die Kunden selbst buchen können. Außerdem müssen wir unsere MitarbeiterInnen optimiert einsetzen, es kann ja nicht jeder im Laden stehen. Aber das wird dann intern besprochen und organisiert.

„Es ist immer ein Learning by Doing.“

Was nimmst du aus dem letzten Corona-Jahr mit?
AJ: Heute nehme ich die Lage viel entspannter wahr. Vor allem im ersten Lockdown gab es so viele Unsicherheiten. Keiner wusste wirklich, wie es weiter geht. Jetzt haben wir Erfahrungen gesammelt, uns eine Routine aufgebaut und Konzepte ausgearbeitet. Von der Hygiene bis hin zur Koordination – wir haben einen Plan und wissen nun wie. Es ist ein Learning by Doing.

Und was nimmst du dir für dieses Jahr vor?
AJ: Naja, erst mal heißt es abwarten. Wer weiß, ob wir wirklich im Februar aufsperren dürfen. Planen heißt derzeit, immer wieder Veränderungen einbauen. Wir haben verschiedenes vor, aber ....
Wichtig ist mir, dass die Stimmung im Team gut ist. Denn bei den Mitarbeitern gibt es Ängste und darauf gilt es einzugehen. Sicherheit geben ist wichtig. Zum einen für den Job zum anderen für die Gesundheit. Ich denke ein weiteres anstrengendes Jahr liegt vor uns.

Danke für das Gespräch, ich wünsche viel Erfolg und ganz viel Durchhaltevermögen für 2021!

Andrea Hecker im Gespräch mit Raphaela Kirschnick

Andrea, wir haben vor 8 Monaten ein Interview über deinen Covid-bedingten Haarausfall geführt, das auf sehr viel Resonanz gestoßen ist. Was ist seitdem für dich passiert?
Andrea Hecker:
Einiges! Gott sei Dank ist mein Haarausfall gestoppt und regeneriert sich. Meine größte Panik, ich wusste, dass sie wiederkommen. Aber ich wusste nicht wie, also in welcher Textur, oder Farbe. In meinem Alter kann es ja durchaus passieren, dass sie unpigmentiert kommen. Sie haben mir aber wirklich einen Gefallen getan und sind so gekommen, wie ich sie gerne wieder hätte. Ich bin guter Dinge.

Hast du jetzt Farbe im Haar?
Andrea:
Nein. Nur eine kleine Strähne.

"Kundinnen sind so unsagbar dankbar, wenn du mit ihnen ... über deren Kopfhaut sprichst."

Du stehst für Farbe, wirst du dich selbst auch wieder färben?
Andrea:
Ich werde wieder blond werden, denn mein Herz ist blond und denkt blond. Der dunkle Ton vom Ansatz tut mir da gut, denn das sorgt optisch für mehr Volumen.

Kolumne von Annemarie Graf

Durchatmen und einen Schluck von meinem viel zu süßen Fruity-Spritz nehmen. Endlich Ruhe, endlich Me-Time. Ich sitze in einem Familienhotel in Kroatien und kann es kaum glauben. Mein früherer persönlicher Horror wird gerade zu meinem ersehntesten Traum.

Ein Spieleparadies am nächsten und dazwischen kleine Ruheoasen für gestresste Eltern, die einfach mal abschalten wollen und nebenbei dem Nachwuchs das maximale Entertainment bieten möchten.

Doch das hier soll kein Urlaubsbericht werden, sondern eine Reise durch einen Gedankenblitz, der mir soeben mit meinem Spritz prickelnd durch den Kopf gefahren ist.

Was Friseure und Hotels gemeinsam haben

Hotels und Friseure haben vieles gemeinsam. Der erste Punkt ist glasklar, es gibt einfach viele davon.

Ich könnte also in jedes Hotel fahren und würde dort immer eine Übernachtung bekommen. Ich könnte zu jedem Friseur gehen und würde dort immer einen Haarschnitt und eine Farbe bekommen.

Und doch gibt es diese Hotels, die einfach unwahrscheinlich beliebt und ständig ausgebucht sind. In denen mich der Vibe einfach an jeder Stelle mitnimmt und ich auf Gleichgesinnte treffe.

Genauso gibt es die Salons, in denen man einfach ankommt, sich wohlfühlt und mit dem Gefühl geht, welches man erwartet hat.

"Ich suche mir mein Hotel nach meinen Bedürfnissen und nach meiner Lebenssituation aus."

Egal ob Familienhotel, Adults Only, kleine Pension, Sporthotel oder was auch immer. Ich suche mir mein Hotel nach meinen Bedürfnissen und nach meiner Lebenssituation aus.

Kinderlos in dieser Spielhölle, das macht einfach keinen Sinn. Schwarzhaarig in einem Blond-Salon genauso wenig.

Hotels machen uns vor, was so langsam bei Friseuren in Deutschland und Österreich ankommt: Sie spezialisieren sich.

Uns wird eine Welt von vorne bis hinten geboten, die uns eintauchen lässt und uns zum ultimativen Urlaubserlebnis führt.

Warum haben wir Friseure davor so viel Angst uns zu positionieren?
 

 Petra Brockmann im Gespräch mit Birgit Senger

Für Orgaenic Haircutting sind Kundinnen*Kunden bereit höhere Preise zu zahlen. Warum ist das so?
Petra Brockmann:
Bei einer lizenzierten ‚Orgaenic Haircutting Friseurin‘ haben sie die Garantie, dass sich in der Ausbildung mit der Beschaffenheit und Physikalität der Haare beschäftigt wurde. Die Ausbildung, die man bis zur Lizenz durchläuft, kann im Grunde genommen einem tiefgreifenden Studium entgegensetzen werden. Orgaenic Haircutting garantiert maßgeschneiderte Haarschnitte für Endverbraucher*innen

Trifft das nicht auf alle Haarschnitte zu?
PB:
Beim Orgaenic Cutting gibt nicht die Optik des Haarschnitts die Technik vor, sondern die Physikalität des Haares – beispielsweise seine Hygroskopizität, also Wasseraufnahmefähigkeit – und die Proportionalität der Trägerin. Das macht den Unterschied zu vielen anderen bekannten Haarschneidetechniken.

Physikalität des Haares, was heißt das genau?
PB:
Ein maßgeschneiderter Haarschnitt bezieht alle natürlichen Komponenten im Schaffensprozess mit ein. Hierzu zählen die Proportion des Körpers, das Eigenvolumen, sowie Verteilung und Dichte des Haares und deren momentane Beschaffenheit. Haarschnitt ist definitiv auch gleich Frisur. Unsere Kund*innen spüren, dass während der Erarbeitung des Haarschnitts eine perfekt auf sie und ihr Haar zugeschnittene Frisur entsteht. Was Kund*innen in den Wochen nach dem Friseurbesuch zugutekommt, da aufwendiges Styling entfällt.

"Für länger anhaltende Qualität sind Kund*innen bereit, höhere Preise zu zahlen"

Wie lange hält dieses Mein-Haar-fällt-von-allein-in-Form Gefühl?
PB:
Ein organischer Haarschnitt hält nachweislich bis zu viermal länger als ein klassischer Haarschnitt. Für länger anhaltende Qualität sind Kund*innen bereit, höhere Preise zu zahlen.  

Wie viel zahlen Kund*innen im Schnitt für einen Haarschnitt bei lizenzierten ORGÆNIC Friseuren?
PB:
Aktuell bieten 21% unserer Lizenznehmer*innen einen Schnitt für 170 - 250 Euro an, 67% liegen mit ihrem Preis zwischen 100 – 169 Euro und nur noch 12% zwischen 79 - 99 Euro

Euer Bestreben nach langer Haltbarkeit und hohe Qualität bedeutet aber auch, dass Kunden seltener in den Salon kommen?
PB:
Genau! Unseren wirtschaftlichen Erfolg haben wir nicht mehr dadurch, dass der Kunde häufig zu uns kommt, sondern durch Qualität, die sich herumspricht. Heutzutage schaut Verbraucher auf Notwendigkeit, Sinnhaftigkeit und Werthaltigkeit und suchen für sich den Mehrwert. Die Suchanfragen nach Orgaenic Haircutting sind deutlich angestiegen, weil wir diesen Mehrwert in vielerlei Hinsicht bieten. Umso organischer das Haar, umso mehr kann er weglassen, weil vieles nicht mehr gebraucht wird.

"Erst abliefern, dann Preis erhöhen! Preise zu erhöhen, ohne den Wert der handwerklichen Dienstleistung anzuheben, finde ich unmöglich"

Wo seht ihr noch Raum für Preiserhöhungen?
PB:
Erst abliefern, dann Preis erhöhen! Preise zu erhöhen, ohne den Wert der handwerklichen Dienstleistung anzuheben, finde ich unmöglich. Viele Salons erhöhen aufgrund der Gegebenheiten ihre Preise. Die Aufwendungen für Friseurunternehmer* innen sind gestiegen: Energie, Material, Personalkosten, Miete etc. Was der Kunde jedoch im Salon merken muss, ist in allererster Linie, dass die Frisur zu ihm gehört. Eine Frisur kann fachlich exzellent gearbeitet sein und trotzdem nicht zum Kunden gehören. Der zweite Aspekt, wonach die Kundin den Wert unserer Arbeit erkennt, ist die Haltbarkeit und Komfort im täglichen Styling. Wenn die Kund*innen merken, dass sie länger als gewohnt mit Schnitt, Styling und Farbe zurechtkommen, dann ist der Punkt der Preiserhöhung gegeben.

Inwieweit hilft die Lizenz bei der Preisgestaltung?
PB:
Diese Lizenz ist manchmal das i-Tüpfelchen, um den Preis auf die gewünschte Höhe zu bringen. Die Preissteigerung ist in der Regel schon auf dem Weg zur Lizenz entstanden. Die Lizenz hilft dem Verbraucher sich zu orientieren, wo finde ich im Salon Orgaenic Haircutter*innen.  Den Lizenznehmer*innen selbst hilft es in der Eigendarstellung und Kommunikation nach außen.

"Eine Premium Haarschere macht aus Dir nicht automatisch einen Premium Friseur."

Wie wichtig ist eine gute Schere für gutes Handwerk?
PB:
Eine Premium Haarschere macht aus Dir nicht automatisch einen Premium Friseur.  Genauso, wie ein teurer Sportwagen Dich nicht automatisch zum guten Autofahrer macht. Ich könnte dir auch mit einer Nagelschere einen organischen Haarschnitt machen. Scheren aus der Orgaenic Premium Collection, die wir gemeinsam mit Tondeo seit Jahren entwickeln, erleichtern mir mein handwerkliches Können und sind so entwickelt, dass sie höherer Beanspruchung standhalten und meine Handbewegung und Schnittführung unterstützen. Eine Schere, die im wahrsten Sinne des Wortes gut abschneidet, ist brillant, aber natürlich muss ich das als Fachmann auch erst mal einsetzen können.

Wann investiere ich am besten in eine passende Schere?
PB:
Wir empfehlen unseren Seminarteilnehmenden in unserer Academy erst einmal mit ihren gewohnten Scheren zu schneiden. Verfeinern sie dann Gespür und Technik, wächst automatisch auch der Anspruch an die Haarschneideschere. An diesem Punkt empfehlen wir den Umstieg zu Orgaenic Line, Orgaenic Zero, - One oder - Two. Diese Scheren vereinen handwerkliche Höchstleistung von Orgaenic Haircutting mit innovativer Technologie „Made in Solingen“ von der Traditions-Scheren--Manufaktur TONDEO, mit der wir seit 2007 eine Kollaboration gestartet haben.

Jüngstes Ergebnis dieser Kooperation ist die neue Blattschere ORGAENIC Line in außergewöhnlichem Design, was steckt dahinter?
PB:
Die neuen Blattschere ORGAENIC Line ermöglicht hochpräzise, saubere Linien. Hier ist uns ein Maximum an Minimalismus und Effizienz mit der Ästhetik eines zeitlosen Kunstwerks gelungen. Sie liegt leicht und geschmeidig in der Hand und ordnet sich dem Rhythmus der Handbewegung und der Logik jeden Haares unter.

"Ich glaube nicht, dass wir mit Kunden über den Preis unserer Haarschneidescheren sprechen sollten."

Rechtfertigt eine Premium Haarschneideschere aus deiner Sicht einen höheren Schnittpreis?
TB:
Nein, eine teure Schere zu haben, macht nicht automatisch meine Haarschnitte teurer. Ich glaube nicht, dass wir mit Kunden über den Preis unserer Haarschneidescheren sprechen sollten. Wir legen sehr viel Wert darauf, wie wir unser Handwerksmaterial im Arbeitsalltag präsentieren. Viele sagen, wir präsentieren unsere Scheren so, als würden wir OP-Besteck bereitlegen. So lassen wir unsere Arbeit für sich sprechen.

Im Gespräch mit Birgit Senger
 

„Ich zähle zu den wenigen, die noch bereit sind, in die Ausbildung zu investieren.“

Viele beklagen den Fachkräftemangel, du nicht?
Jutta Gsell:
Ich habe in diesem Jahr mehr als genug Bewerbungen auf meine Ausbildungsplätze bekommen. Das liegt weniger daran, dass ich so toll bin und alle in meinem Unternehmen ausgebildet werden wollen, sondern hat wohl eher damit zu tun, dass ich zu den wenigen zähle, die noch bereit sind, mehrere tausend Euro in Ausbildung zu investieren. Mit der Bocklosigkeit der Auszubildenden, mit anfallenden Krankheitstagen und anderen Herausforderungen will sich kaum noch jemand beschäftigen. Aber wie sollen wir Fachkräfte bekommen, wenn wir nicht weiter ausbilden?

Kann ich geringe Aufmerksamkeitsspanne, Digitalisierung und Emotion so in Dreiklang bringen, dass ein Salonkonzept der Zukunft entsteht? Geht!, weiß Sabrina Poser.

Im Gespräch mit Birgit Senger

Warum braucht es neue Strukturen und das Denken in Upgrades?
Sabrina Poser
: Wir haben eine ganz niedrige Aufmerksamkeitsspanne, das sehe ich nicht nur bei den jungen Leuten, sondern auch bei mir selbst. Entweder catcht mich etwas in der ersten Minute -oder nicht. Die Zeiten, in denen man Mitarbeitenden lange Vorträge hielt, sind vorbei. Heute muss alles kurz und knackig sein, ich muss es spielerisch verpacken und am besten mit digitalen Inhalten mischen.

„Das Denken in Upgrades schafft Erlebnisse und Emotionen.“

Denken in Upgrades, was bedeutet das für Sie als Unternehmerin?
SP:
Das Denken in Upgrades schafft Erlebnisse und Emotionen. Ich habe mich in meinem Salon darauf spezialisiert, Strukturen zu gestalten, die in unserer Arbeit die Empfindungen der Kunden genauso miteinbindet, wie ich als Führungskraft die Emotionen meiner Mitarbeitenden in meine Art zu führen, miteinbeziehe. Auch die Industrie muss sich neu ausrichten, um uns Friseurinnen und Friseure emotional mitnehmen zu können.

Sie sind absolute Langhaarspezialistin. Was hat diese Leidenschaft in Ihnen geweckt?
Ich hatte das große Glück, dass meine Chefin und Lehrmeisterin langes Haar hatte und sie mich jeden Morgen animierte, ihre Haare hochzustecken. Dabei überließ sie mir die Entscheidungsfreiheit, komplett nach meinen eigenen Vorstellungen neue Kreationen auszuprobieren. Das weckte meine Begeisterung für langes Haar. Ich bin ihr heute noch dankbar, dass sie mich in jeder Hinsicht unterstützt hat. Sie war einfach eine hervorragende Friseurin, die mich menschlich und fachlich geprägt hat.

"Ideen habe ich immer, sie gehen mir nie aus."

Wenn man Ihre Posts auf Facebook verfolgt oder sich durch Ihre Bücher „wühlt“, hat man das Gefühl, Ihr Ideenreichtum für langes Haar ist unerschöpflich. Woher holen Sie sich Ideen?
AC: Ideen habe ich immer, sie gehen mir nie aus. Wo ich auch bin, mein Kopf sprudelt nur so vor Einfällen und es kommen mir stets neue Kreationen in den Sinn. Natürlich informiere ich mich auch fortwährend in den Medien über die neuesten Trends. Da auch meine beiden Kinder den Friseurberuf erlernt haben und ebenfalls sehr erfolgreich und kreativ sind, lasse ich mich auch gerne von ihnen inspirieren. Wir stehen in regem Kontakt und unterstützen uns gegenseitig.

Gerade arbeiten Sie an einem Buch über Flechtfrisuren für Kinder. Wieso ein Kinderbuch? 
AC: Kinder sind unsere Kunden von morgen! Generell liebe ich Kinder und es macht mir unglaublich viel Spaß, aus jungen Mädchen Prinzessinnen zu zaubern. Die meisten Mädchen sind stolz auf ihre langen Haare und wünschen sich hübsche Frisuren. Oft wollen sie sich schon morgens vor der Schule und am Wochenende stylen. Gerade zu 
diesen Zeiten ist ein Friseurbesuch natürlich nicht möglich. Deshalb dachte ich mir, dass gerade ein Buch mit einfachen Step-by-step Anleitungen eine ideale Unterstützung für Mütter wäre, um sie „auf die Schnelle“ zu verwandeln. 

Viele fanden das Thema Kopfhaut superspannend. Ich habe aber das Gefühl, dass sobald es ans Eingemachte geht, das Kopfhaut in vielen Salons schnell wieder zum Fremdwort wird.
Andrea:
Wobei es mit der Skinification-Bewegung sehr trendy geworden wäre. Ich bin da auch immer ein bisschen ratlos, weil es so wichtig ist. Kundinnen sind so unsagbar dankbar, wenn du mit ihnen darüber sprichst.
Friseure sollten sich viel mehr Gedanken darüber machen. Du musst den Nährboden des Haares gut machen und das ist die Kopfhaut. Diese kannst du von außen aufbauen und natürlich auch von innen unterstützen. Die junge Generation ist da bereits viel aktiver.

Inwiefern?
Andrea:
Auf TikTok gibt es so viele Live-Hacks rund um Haarausfall und Haarwachstum. Die Jungen beschäftigt, wie kann ich fülligeres, volleres Haar bekommen. Die setzen dafür ihr eigenes Rosmarinwasser an. Das ist ein ganz großer Trend. Sie sprühen sich das jeden Morgen und jeden Abend auf die Kopfhaut. Wenn du Rosmarinwasser oft genug anwendest, dann dunkelt das auch und dadurch sehen die Haare sofort fülliger aus. Und damit wird aber auch in der Früh und am Abend die Kopfhaut massiert. Und unter uns gesagt, wenn man seine Kopfhaut so konsequent massiert, dann passiert natürlich was …

Hast du jetzt auch Dinge in deinen Salonleistungen geändert?
Andrea:
Tatsächlich sind Kunden wirklich dankbar für jeden Strohhalm. Als Friseur nimmst du Veränderungen am Kopf deiner Kundin wahr. Da musst du sofort einsteigen und Empfehlungen aussprechen: von Kopfhautbehandlung über Farbe bis hin zu Nahrungsergänzungsmitteln. 

Hast du denn Nahrungsergänzungsmittel im Programm?
Andrea:
Nein, aber ich weiß, welche gut sind und empfehle die auch meinen Kunden.
Ich verkaufe überhaupt keine Produkte bei mir im Salon. 

Du hast dir aufgrund deiner eigenen Betroffenheit viel Wissen angeeignet, was waren deine Quellen?
ANDREA:
Ich habe natürlich gute Menschen an meiner Seite, die sich um mein gesundheitliches Wohlergehen kümmern. Ich habe sehr viel gelesen und einige Blutauswertungen gemacht und mich damit auseinandergesetzt. Ich arbeite schon immer viel mit Chemie und habe unabhängig von Long Covid schon immer meine Entgiftungsorgane unterstützt. Daran halte ich mich.  

Du verkaufst keine Produkte, arbeitest du mit Haaranalysegeräten?
Andrea:
Nein, ich muss ja immer schauen, was zu meinem Salon passt, aber ich bin überzeugt, dass das eine riesige Nische ist. Wenn sich da jemand gut aufstellt, dann hat man eine unfassbare Wertschätzung von seinen Kunden und ein gutes Businessmodell. Balayage hat uns einen großen Push gegeben. Aber was, wenn die Luft mal raus ist, was kommt dann. Ich bin jemand, ich möchte darauf vorbereitet sein. Ich beschäftige mich viel mit Trends und breche das auch auf meine Branche runter.

"Kunden brauchen meine fachliche Expertise"

Dein Core-Geschäft ist Farbe. Wie entwickelt sich das aktuell?
Andrea:
Auch ich merke, dass ich weniger Farbe mache und einige Kundinnen entfärbe. Viele Kolleginnen finden das schlimm. Meine Erfahrung ist jedoch, dass meine Kunden, die ich entfärbt habe, öfter kommen als sie noch gefärbt wurden. Detox ist groß angesagt. Grau und Silber müssen immer strahlen, damit es toll aussieht. Kunden brauchen meine fachliche Expertise dafür. Graue Haare musst du pflegen, genau wie blond, sonst sieht's nicht gut aus. Da geht eine Tür zu, dafür gehen drei andere auf.

Als wir damals das Interview gemacht haben, gab es ja viel Resonanz, auch für dich. Wofür haben sich denn hauptsächlich Friseure interessiert?
Andrea:
Überwiegend ging es um die Nahrungsergänzung, was kann ich präventiv tun. Ich denke im Akutfall, wenn es ganz schlimm ist, musst du dir helfen lassen. Ansonsten rate ich auch Kunden schon präventiv bewusster zu sein. Gerade wenn man sieht, wie immer mehr Lebensmittel industriell verändert werden, ist das Thema Ernährung ein ganz wichtiges. Ich hoffe, dass die Friseure beginnen, Kopfhaut in ihren Service aufzunehmen und in den Salon-Alltag integrieren. Im Salon sollte es einen Kopfhaut-Experten geben, das Potenzial dafür ist groß.

"Ich finde es aber schlichtweg erschreckend, dass noch immer die Männer die Platzhirsche auf den Bühnen und Podien sind. Es gibt so viele tollen Frauen in unserer Branche, auf geht’s ... "

Du bist viel auf Veranstaltungen und Seminaren. Welche Entwicklungen beobachtest Du?
Andrea:
Mir fehlen die Frauen, die Diversität. Wir Mädels müssen Gas geben, und uns noch immer stärker einbringen, um sichtbar zu sein. Ich finde es aber schlichtweg erschreckend, dass noch immer die Männer die Platzhirsche auf den Bühnen und Podien sind. Es gibt so viele tollen Frauen in unserer Branche, auf geht’s ...  

Liebe Andrea, ja, das ist tatsächlich schade, um so wichtiger für uns auch vielen tollen Frauen eine Plattform zu bieten.

 

Warum sind wir immer noch der Meinung, einfach alles anzubieten, was Friseure nun mal anbieten müssen?

Und warum regen wir uns dann morgens auf, wenn wir in den Terminkalender schauen und Frau xyz steht mit einer Dauerwelle drinnen, obwohl das für uns der pure Hass ist?

Weil man das einfach so macht?!

Wenn ich in den letzten Jahren als Businessberaterin für Friseure eins gesehen und gelernt habe, dann ist es:
Konzentriere Dich auf die EINE Sache, die Du machen / ausstrahlen willst.

Und nein, ich spreche hier nicht darüber, dass wir uns alle auf Balayage und Blond spezialisieren müssen. Nirgends ist hier die Rede davon nur eine Dienstleistung zu wählen, es sei denn es ist Deine EINE Sache.

Vielleicht ist es für Dich auch:

  • Meine Kunden sollen hier eine ruhige und entspannte Atmosphäre haben.
  • Familien sollen sich bei mir wohlfühlen.
  • Oder Du bietest Businessmenschen einen Platz für Beauty und Arbeit.

Was immer Deine EINE Sache ist. Spezialisiere und Positioniere Dich dazu!

Denn nur so hast Du die Chance genau die Kunden anzuziehen, die Dich wirklich jeden Tag glücklich machen. Die Deine Leidenschaft und Deine Berufung sowie den Ort, den Du für sie geschaffen hast, wertschätzen.

Ganz einfach gesagt, Deine Positionierung führt sicherlich auch zu Verlusten und das kann Angst machen. Vor allem führt sie Dich aber zu Gewinnen. Du gewinnst an Fokus, an Sicherheit und an klarer, starker Kommunikation.

Umsätze steigern, ohne sich zu verbrennen

Das wiederum zieht eine verbesserte Leistungsmöglichkeit im Salon mit sich. Und wer hätte es gedacht, es steigert Deine Umsätze, ohne Dich zu verbrennen.

Wir können als Friseure nicht alle glücklich machen. Auch wenn wir uns das als Herzensmenschen doch so sehr wünschen. In erster Linie müssen wir lernen, uns selber glücklich zu machen. Das ist unsere Kraftquelle, um jeden Tag mit Begeisterung und voller Kraft hinterm Stuhl zu stehen.

Was hält Dich also von Deiner Neu-Positionierung ab?

 

Annemarie Graf - Schönsein.Blog
(Business Beratung und Marketing Agentur für Friseure)

Früher: Friseurmeisterin, Leiterin von 2 Friseursalons und internationale Trainerin für eine bekannte Marke.
Heute: Business- und Marketingberaterin für Friseurunternehmer*innen, Autorin, Bloggerin, Podcasterin und Mutter einer kleinen Tochter.

 

Ihr erweitert euer Geschäft in den Vereinigten Arabischen Emirate, weshalb gerade dort?
PB:
Wir merken doch alle, dass sich die Friseurbranche verändert. Wir befinden uns in einer Transformation. Die Vereinten Arabischen Emirate gelten als eines der am weitesten entwickelten Länder der Welt, mein Mann (Thomas Brockmann Knödler) hat sich in den letzten Jahren den Friseurmarkt in UAE angeschaut und unser Business dort aufgebaut. Die Menschen geben hier viel Geld für Dienstleistungen und Beauty aus. Das mitzuerleben bereichert auch unsere Arbeit in Europa.

Ihr bewerbt Remote arbeiten! Ist das auf eurem Qualitätsniveau möglich?
PB:
Unser Kund* innen machen es eigentlich vor. Sie sind beruflich Remote unterwegs und arbeiten mal hier, mal da. Hier hat sich schon ein Netzwerk gebildet, und wir merken, dass unter den Orgaenic Haircutter*innen geswitcht werden kann. Die Signatur eines Orgaenic Haircutters ist einzigartig, die Kund*innen bekommen vielleicht mal einen anderen Haarschnitt, die Qualität der Haltbarkeit und Personalisierung sind gleichwertig. Und ich meine echte Personalisierung, nicht nach einem Trend abgeleitet ist, sondern immer von der Persönlichkeit der Trägerin oder des Trägers. Remote arbeiten sollte auch für Friseur*innen möglich sein. Handwerker sind früher schon auf die Walz gegangen. Wir müssen uns also fragen, welche Bedingungen können wir schaffen, um dies wieder zu ermöglichen. Die Orgaenic Lizenz macht es nicht nur Kund*innen möglich auf Reisen an unterschiedlichen Orten gleiche Qualität zu finden, sondern auch Mitarbeiter*innen profitieren davon. Einige unserer Lizenznehmer*innen ermöglichen ihren Mitarbeitenden eine Zeit lang in einem anderen Salon zu arbeiten. Das spannende: nicht nur die Mitarbeitenden entwickeln sich dadurch enorm weiter, sondern auch die Kolleg*innen in den Salons profitieren von der Erfahrung. 

►Wasseraufbereitungsanlage im Salon, Vereinigte Arabische Emirate, ► eigene Scheren, die Liste eurer innovativen Moves wird immer länger. Hast du bereits Ideen, woran ihr als Nächstes arbeitet?
PB:
Natürlich haben wir schon neue Ideen, aber es sind im Moment nur Ideen. Ihr dürft natürlich gespannt sein.

Wir bleiben dran. Ich habe die Zeit mit euch in Solingen sehr genossen.  Vielen Dank für den Austausch und weiterhin viel Erfolg.

Du beobachtest, dass immer mehr Unternehmen nicht mehr ausbilden wollen?
JG:
Mich ärgert, was auf Facebook von mittlerweile immer mehr namhaften Kolleginnen und Kollegen gepostet wird. Einer nach dem anderen bekennt sich, nicht mehr auszubilden.
Die Situation ist, wie sie ist: Dem Nachwuchs fehlt Durchhaltevermögen und Motivation, dann noch die Work-Life-Balance … das alles kenne ich auch. Was aber leben wir ihnen vor? Wir lassen uns für‘s Upgraden feiern und reden davon, uns nur noch auf das Wesentliche konzentrieren zu wollen? So leben wir niemandem vor, Verantwortung zu übernehmen. Das macht mich wütend, wir jammern über Fachkräftemangel, aber keiner ist mehr bereit, auszubilden. Ich möchte kein Gejammere, ich möchte Lösungen.

Wie setzen Sie das im Salon um?
SP:
In unserer Upgrade-Beratungsstruktur arbeiten wir mit einem Analysetool der Firma Schwarzkopf. Mit diesem messen wir vor jeder Beratung die Haarstärke und die Haargesundheit der Kundin, können so den Haaraufbau von innen sehen und ermitteln, welche Verbesserung des Haarzustandes wir durch Pflege erzielen. Die Kundin binden wir in den digitalen Prozess mit ein und schaffen ein Erlebnis, das sie zur "kleinen" Expertin für ihr Haar macht. Auf dieses bauen wir die Beratung auf. Aber Vorsicht: So großartig das Analysetool als Grundlage ist, so wichtig ist es, die Beratung mit unserer eigenen Expertise zu füllen. Der Gedanke, dass ich ihr etwas verkaufen möchte, kommt gar nicht auf, denn sie sieht selbst die Notwendigkeit, etwas für ihr Haar tun zu wollen. Geringe Aufmerksamkeitsspanne, Digitalisierung und Emotion so in einen Dreiklang zu bringen und damit ein Erlebnis zu schaffen, ist für mich eine spannende Sache.

Seit wann praktizieren Sie ihr Upgrade Konzept im Salon und was war für Sie hier der Gamechanger?
SP:
Vor vier Jahren habe ich erstmals mit der Unternehmensberaterin Christiane Geuting zusammengearbeitet. Dort ging es nicht um Zahlen, Daten, Fakten, sondern um den Unternehmenswert Mensch. Ich habe mich unter anderem zur „Trinität der Persönlichkeit“ (Managementtraining, Anm.) ausbilden lassen und ich habe einen zwanzigjährigen Sohn. Aus diesen Erfahrungen und Lernprozessen profitiere ich und habe neue Strukturen, wie unser digitales Onbording-System entstehen lassen. Hier geht es nicht darum, neue Mitarbeitende auszufragen, sondern um sie zu verstehen und Arbeitsstrukturen zu schaffen, die auf sie zugeschnitten sind.

imSalon: Bieten Sie Flechtfrisuren für Kinder im Salon an? Und wenn ja, für welche Anlässe? (z.B. als 
Zusatzdienstleistung, während auf die Mama gewartet wird?
AC: Schon heute kommen viele Mädchen jeden Alters in meinen Salon und wünschen sich eine schöne Frisur zur Einschulung, zur Kommunion oder Konfirmation, zum Abschlussball der Tanzschule und, nicht zu vergessen, zum Abiball. Selbstverständlich bieten wir auch Flechtfrisuren bei einem regulären Friseurbesuch an, wenn das die 
kleine Kundin wünscht oder während sie auf die Mama wartet.

"Ich verwende gerne Echthaarteile."

ImSalon: Nicht alle Ihrer Langhaarkundinnen werden von Natur aus langes, dichtes Haar haben. Welche Tricks haben Sie hier auf Lager? 
AC: Alles, was für die Kreation einer schönen Frisur notwendig ist. Bei Kundinnen mit sehr feinem oder kurzem Haar arbeite ich gerne Haare ein, um mehr Volumen oder mehr Länge zu erreichen. Dazu verwende ich gerne Echthaarteile damit das Erscheinungsbild auf jeden Fall natürlich aussieht und für Dritte nicht zu erkennen ist. Vom modischen Aspekt können natürlich auch farbliche Akzente mit Kunststrähnen gesetzt werden.

Interessiert an Weiterbildung und Spezialisierung mit der ORGÆNIC Academy?

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„Wenn ich heute nur mit Waschen, Schneiden, Farbe an den Start gehe, bin ich sehr schnell austauschbar.“

Welche Strukturen sind überaltet?
SP:
90 % der Friseure wurden in den letzten Jahren darauf trainiert, Termine abzuarbeiten: 60 Minuten Waschen, Schneiden, Föhnen, vielleicht noch eine kleine Stylingberatung, ein Produkt verkaufen und Tschüss! Wenn ich heute nur mit Waschen, Schneiden, Farbe an den Start gehe, bin ich sehr schnell austauschbar. Vor ein paar Jahren war eine Spezialisierung auf Blond noch etwas Besonderes, mittlerweile ist jeder zweite Blondspecialist. Den Mehrwert für Kunden sehe ich in einer ganz simplen Frage: Was macht die Person, die vor mir sitzt, schöner und warum? Die Kundinnen kommen zu uns, weil sie schöne Haare haben wollen. Wenn ich diese frage: „Haben Sie Interesse zu hören, was ich für Sie das Beste finde?“, sagt niemand, Nein.

Sie haben im Salonablauf einen digitalen Eincheckprozess integriert. Lohnt sich das?
SP:
Ich nenne diesen Beratungsprozess meinen ersten Filter. Das Ausfüllen der digitalen Check-in-Card dauert für die Kundin etwa 3-5 Minuten und dient uns als erster Fokus für die Beratung. Da wünscht eine Kundin, von der man das nie gedacht hätte, beispielsweise eine Make-up-Beratung. Warum? Wahrscheinlich, weil sie es nicht kann! Also brauche mich nicht „überwinden“ in die Beratung zum Thema Make-up zu gehen, schließlich wünscht sie sich die Beratung! Die Kundin setzt eine gute Schnitt- und Farbberatung voraus - was sie nicht voraussetzt, ist das Umfassende, den ganz anderen Blick auf sie selbst. Und wenn ich aus einer geplanten 60-minütigen Waschen, Schneiden, Föhnen Dienstleistung für 80-100 Euro das Dreifache mache, lohnt sich der Einsatz.

Wie kann ich Mitarbeitende langfristig motivieren?SP: Um Mitarbeitende langfristig zu motivieren, braucht es Sinnhaftigkeit. Für junge Menschen sind Nachhaltigkeit und Ethik wichtige Themen und es ist bedeutend, für wen man arbeitet und für wen das, was ich tue, einen Sinn hat. Mitarbeitende brauchen Erfolgserlebnisse, um in die Kraft und in die Motivation zu kommen. Als Unternehmerin sehe ich die Aufgabe als sehr wichtig an, Strukturen zu schaffen, die Erfolgserlebnisse ermöglichen. Ich möchte behaupten, dass 25-30 % der unternehmerischen Tätigkeiten mittlerweile im Mitarbeiterbereich liegen.

Ihr Team hat auf der Fashionweek in Berlin und New York gearbeitet, nächstes Jahr steht Miami an. Nach welchen Kriterien wird ausgewählt, wer aus dem Team dabei sein kann?
SP:
Die Entscheidung wird nach unserem Wertesystem und nicht nach Umsatz getroffen. Mitarbeiterinnen aus meinem Team entscheiden darüber: Wer hat was fürs Team getan? Wer ist wie selbstverständlich eingesprungen? Und wer ist dem Druck gewachsen, der fachlich und mental bei solchen Jobs gefordert wird?

Wie gelingt es Ihnen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über Jahre in ihrem Team zu halten?
SP:
Ich schaffe alle Voraussetzungen, dass sich meine Mitarbeitenden fragen können: Wo habe ich solch ein Teamspirit? Wo habe ich tolle Kundinnen? Wo habe ich die Möglichkeit, mich im Premiumbereich verwirklichen zu können? Wo verdiene ich das Geld? Wo habe ich die Freiheiten, meine Arbeitszeiten frei zu wählen? Wo kann ich international tätig sein? Wo kann ich von den Besten lernen?

„Um junge Menschen zu gewinnen, müssen wir ein exzellentes Ausbildungssystem schaffen.“

Was sollten wir ändern, um junge Menschen für eine Ausbildung im Friseurhandwerk zu gewinnen?
SP:
Um junge Menschen zu gewinnen und über die dreijährige Ausbildung im Beruf zu halten, müssen wir ein attraktives und fachlich exzellentes Ausbildungssystem schaffen. Die Investitionen pro Ausbildungsplatz, so schätze ich, liegen bei 50.000 Euro. Ich finde es einen sehr guten Ansatz darüber nachzudenken, eine Ausbildungsabgabe für alle Betriebe einzuführen. In Bremen wird dies nach meiner Information schon praktiziert. Ja, das System ist umstritten, da einige der Betriebe, die nicht ausbilden, es als ungerecht empfinden. Aber wer genau darüber nachdenkt, wird merken, dass auch Betriebe, die nicht ausbilden, irgendwann auf Mitarbeiter zurückgreifen müssen, die irgendwo anders gut ausgebildet wurden. Wer langfristig und globaler denkt, müsste diese Idee befürworten.

Wieviel Zeit und Geld investiert Ihr Unternehmen in die Teamentwicklung?
SP:
3-5 % des Jahresumsatzes investiere ich in Weiterbildung. Bei einer Auslastung von 80 % habe ich 20 % ungenutzte Zeit, die ich für Weiterbildung nutzen kann. Durch die Corona-Zeit habe ich keine Verlustangst mehr. Wenn ich an einem Tag den Salon für eine Schulung schließe, gehen meine Kundinnen und Kunden ja nicht gleich zu einem anderen Friseur. Selbstverständlich hole ich aus dem Tag das Bestmögliche raus, bereite alles perfekt vor, poste von der Weiterbildung auf Social Media, plane in Anschluss eventuell Trainingseinheiten fürs Team ein. Die Investition muss sich natürlich auch amortisieren.

„Ich werde 2024 mein Buch herausbringen: Mein Praxisleitfaden zum Upgraden im Salon.“  

Welches Projekt beschäftigt Sie im Moment?
SP:
Ich bin viel in der Branche unterwegs und treffe immer häufiger auf Unternehmerinnen und Unternehmer, die erschöpft und ausgebrannt sind. Überall bekommen wir gesagt, was wir alles tun sollen, aber selten wird uns erklärt, WIE! Ich werde im ersten Quartal 2024 mein Buch veröffentlichen, welches gut und schnell lesbar sein wird und erklärt, wie wir mit unserem Team die Emotionen nutzen, um erfolgreich und glücklich zu werden: „Mein Praxisleitfaden zum Upgraden im Salon“.

Vielen Dank für das ausführliche Gespräch! Das klingt spannend und ich freue mich sehr, dass wir Sie am 15. Januar auf dem Zukunftskongress der Friseure in Berlin auf der Bühne sehen werden:

Welche Accessoires zum Hochstecken haben Sie immer dabei? 
AC: Alles, was zum Typ der Trägerin passt, z.B. Blumen, Bänder, Curlies, Strass, je nach Anlass und natürlich alles, was derzeit modern ist und dem Trend entspricht.

Wo finden Sie passende Accessoires?
AC: Ich halte immer die Augen offen, wenn ich unterwegs bin auf Messen, beim Shopping oder auch im Urlaub. 

"Ich favorisiere langes, dichtes Haar."

Sie bieten Hochsteck- und Flechtseminare für alle Level an, Sie hier trainieren hier an Puppenköpfen. Was zeichnet einen guten Langhaar-Puppenkopf aus? 
AC: Generell bevorzuge ich es, an Übungsköpfen zu arbeiten, damit die Teilnehmer die gleichen Voraussetzungen haben und ich einschätzen kann, auf welchem Stand sie sind. Ich favorisiere langes, dichtes Haar. Bei Flechtseminaren ist helleres Haar vorteilhaft, da die Flechtelemente besser zu erkennen sind; jedoch bei klassischen Hochsteckfrisuren, 
wie z.B. dem Evitaknoten, ist auch dunkles Haar verwendbar. Ein freundliches Gesicht und schöne, weibliche Schultern des Moduls nehme ich dabei gerne in Kauf.

Wie lang brauchen Sie für Ihre schnellste Flecht-/Hochsteckfrisur?
AC: Bei einfachen Flechtfrisuren ca. 5 Minuten.

Haben Sie handwerkliche Vorbilder?
AC: Ja, meine Tochter Denise (Bredtmann, Anm.). Dann selbstverständlich noch die beiden australischen Koryphäen auf dem Gebiet des Hochsteckens: Sharon Blain und Patrick Cameron.

Sie sind sehr aktiv in Innung und Handwerkskammer, unterstützen Lehrlinge in den Prüfungsvorbereitungen, bieten Seminare an. Was wünschen Sie sich zur Verbesserung des Branchenimages von Ihren Kollegen?
AC: Ich wünsche mir von meinen Kollegen, dass sie sich ständig weiterbilden und ihre dazu Mitarbeiter motivieren, dass sie Lehrlinge ausbilden und sie durch die Teilnahme an Seminaren unterstützen. 
Ich denke, es hat sich schon einiges gebessert, aber es muss wirklich noch mehr getan werden, um unser Image aufzuwerten.

Die Kosten und die Verantwortung, Nachwuchs zu garantieren, sollte von allen Friseurunternehmen gemeinsam getragen werden.“

Was wäre deine Lösung?
JG:
Alle Friseurbetriebe zahlen einen Beitrag zur Nachwuchsförderung oder Mitarbeitergarantie - wie auch immer wir dies nennen. Die Kosten und die Verantwortung, Nachwuchs zu garantieren, sollte von allen Friseurunternehmerinnen und -Unternehmern gemeinsam getragen werden, egal ob sie Mitarbeiter haben oder soloselbständig sind.

Wie würdest du diesen Beitrag staffeln?
JG:
Nach Größe und Umsatz des Unternehmens. Dieses Geld würde zukünftig die Ausbildung finanzieren.

Eine Idee: „Ausbildungsbetriebe, werden von den Innungen für die Ausbildung bezahlt.“

Die Ausbildung einer Fachkraft bei mir im Salon kostet zwischen 36.000 € und 40.000 €. Nachdem meine Mitarbeitenden gut ausgebildet sind und Umsatz erbringen, muss ich allerdings befürchten, dass sich ein Unternehmen aus meinem Umfeld denkt: `Die Jutta bildet gut aus, ich spare mir den Stress und das Geld und biete ihrer Mitarbeiterin 500 € oder 700 € mehr im Monat.` Wer das Geld für Ausbildung spart, kann natürlich leichter attraktivere Einstiegsangebote machen und ich als Ausbilderin verliere meine Investition an ein fremdes Unternehmen. Ich denke, viele in der Branche kennen das. Gäbe es in Zukunft nur noch qualifizierte Ausbildungsbetriebe, die von den Innungen für die Ausbildung bezahlt werden, ließe sich das umgehen.

Du möchtest die Innungen für die Durchführung und die Organisation der Ausbildung verantwortlich machen?
JG:
Wir brauchen bessere Qualität und wir brauchen mehr Nachwuchs! Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass wir in den letzten Jahren zugeschaut haben, wie Ausbildungsbetriebe und Innungen nicht besser, sondern schlechter geworden sind. Damit könnten wir die Bedeutung und Aufgabe der Innung neu aufsetzen. Viele schimpfen über die Innung, daran müssen wir etwas ändern!

„Wer im Handwerk ausgebildet wird, soll seine Ausbildung nur noch bei den Besten der Branche bekommen.“

Worin siehst du die Rolle der Innungen?
JG:
Die Aufgabe der Innung sollte in Zukunft darin bestehen, Auszubildende zu bezahlen und für deren Ausbildung nur die besten Ausbildungsbetriebe zuzulassen. Das würde sich herumsprechen und wäre ein Anreiz für junge Menschen, sich für eine Ausbildung in der Beautybranche zu bewerben. Zusätzlich hätte es den Effekt, den Kontakt zwischen Betrieb, Innung und Berufsschule zu stärken. Wer im Handwerk ausgebildet wird, soll seine Ausbildung nur noch bei den besten der Branche bekommen. DAS würde unserem Image guttun.

Warum bist du so sicher, dass der Friseurberuf in Zukunft an Bedeutung gewinnen wird?
JG:
Weil wir nicht durch künstliche Intelligenz ersetzbar gemacht werden können. Unsere Dienstleistung kann nicht online geshoppt werden. Wir brauchen zukünftig keinen Steuerberater mehr treffen, sondern werden per Knopfdruck unsere Steuererklärung erstellen. Es werden weniger Anwälte gebraucht, weil die KI schnell beantworten wird, wie mein Fall rechtlich einzustufen ist. Für viele wird es die regelmäßigen Besuche bei einem vertrauten Arzt nicht mehr geben, weil Sprechstunden online abgehalten werden.

„Friseurinnen und Friseure werden ein wichtiger Offline-Faktor sein.“

In dieser Online-Welt werden wir Friseurinnen und Friseure ein wichtiger Offline-Faktor sein. Wir schaffen mit unserer Arbeit positive Emotionen und kontinuierliche Erlebnisse direkt am Menschen. Das wird es in Zukunft immer weniger geben.

„Wir dürfen Ausbildung nicht den Klitschen überlassen, sondern nur jenen Salons, die von der Innung zertifiziert sind!“

Wie gelingt es dir, junge Menschen für den Beruf zu interessieren?
JG:
Beauty, vor allem Haare, fasziniert sie alle! Als Arbeitgeberin bin ich durch meine Schichtarbeit attraktiv, meine Mitarbeitenden arbeiten nicht jeden Samstag und ich biete eine gute Ausbildung. Daher halte ich es für so wichtig, dass wir die Ausbildung nicht den kleinen ‚Klitschen‘ überlassen, sondern nur noch jenen Salons, die von einer Innung dafür zertifiziert sind. Das könnte auch von anderen Gewerken im Handwerk übernommen werden. Wenn man im Handwerk nur noch von den Besten der Branche ausgebildet wird, sehe ich in der Zukunft für unser Handwerk viel Potenzial.

Liebe Jutta, vielen Dank für das Gespräch. Ich bin gespannt, was unsere Community von deinen Vorschlägen hält. Weiterhin viel Erfolg!


Friseure brauchen Zukunft!

#Neue Wege im Friseurhandwerk
Um die Zukunft des Friseurhandwerks mitzugestalten, lädt imSalon zum Zukunftskongress nach Berlin und bietet damit DIE Plattform, um die Herausforderungen der Friseurbranche gemeinsam zu adressieren und Lösungen zu finden. 

Unter Einbeziehung von Politik, Verbänden, wichtigen Partnern aus der Industrie/ Handel und Presse zielt dieser Kongress darauf ab, Chancen für das Friseurhandwerk zu erkennen und die Branche aktiv zukunftsfähig zu gestalten. JETZT dabei sein und Tickets sichern! Mehr dazu ... 


Frauen im Friseurhandwerk - DIE LISTE

Sabrina Poser ist eine der vielen, tollen Frauen in unserer Branche, die mit ihrem Know-how und ihrem Spirit das Friseurhandwerk strahlen lassen, die sich für Image, Ausbildung und Vorankommen einsetzen - ob als Unternehmerin, Ausbilderin oder Trainerin, ob als Entwicklerin, Verantwortliche in der Industrie, Obermeisterin einer Innung oder als Business-Speakerin. 

Stöbert in unserer Liste und gebt uns Tipps, wen wir noch auf diese Liste setzen können! ►Frauen im Friseurhandwerk - DIE LISTE

Über Annerose Cutivel:

  • seit 1985 Friseurunternehmerin
  • seit 2003 Seminaranbieterin: 
  • Flechten, Hochstecken, Mak-up und Visagistik
  • 1 Salon in Worms | 3 Mitarbeiter
  • Publikationen u.a. in folgenden Magazinen: Meine Brautfrisur, Friseurwelt, Clips
  • Herausgeberin und Autorin von 
  • "Die Kunst des Flechtens 1-3", "Flechtfrisuren", "Die Kunst des Hochsteckens 1-2"
  • tätig in Innung und Handwerkskammer
  • 24 Jahre Gesellenprüfungsausschuss, 10 Jahre Meisterprüfungsausschuss

Im Interview mit Katja Ottiger
 

Im Interview mit Juliane Krammer

Lena, erzähl einmal, du bist Friseurin und sehr engagiert, Veränderung in die Branche zu bringen. Wie kam es dazu?
Lena Kühne:
Ich habe 2016 mit meiner Lehre begonnen und mochte den Job, dachte aber nicht, nach der Ausbildung Friseurin zu bleiben. Mit der Gesellenprüfung hat sich alles geändert: Die hatte ich mit Auszeichnung bestanden und damals durfte ich hautnah miterleben, wie negativ gegenüber Friseuren agiert wird: Ich wurde bei meiner Gesellenvergabe nicht geehrt.

Kannst du das näher erklären?
LK:
Als ein Anruf von der Kammer kam, ich hätte mich damit für den Landeswettbewerb qualifiziert, meinte die Kreishandwerkschaft daraufhin nur, dass das nicht sein kann, dass Friseure mit Auszeichnung bestehen. Dann dämmerte es mir: Die haben einfach die Sparte Friseur ausgelassen … Das hat mich angespornt:Ich habe mich dann zur Bundesmeisterschaft qualifiziert und auch gewonnen. Da war es mir klar: Handwerk ist viel mehr, als „ich mache das und  gehe nach Hause“.
Vor 1,2 Jahren habe ich mich dann bewusst dafür entschieden, dass ich versuchen möchte, das Image der Branche umzugestalten. Jetzt will ich was verändern.

Jetzt bist du in der Tarifkommission Mitglied …
LK:
Ja, ich mache mittlerweile viel ehrenamtlich … aber eines meiner Herzensprojekte ist die ► Tarifkommission. Da ich Arbeitnehmerin bin, nahm ich den Rat eines lieben Kollegen an und wurde zuerst stilles Mitglied bei verdi. Dann kam im Sommer der Brief: Eine neue Tarifkommission wird gewählt und ich dachte: „Das ist meine Chance“.

… und dann wurdest du gewählt?
LK: Vier Wochen nach meiner Bewerbung bekam ich die Info, dass ich Tarifkommissions-Mitglied sei. Warum? Weil sich leider so wenig Personen gemeldet haben, dass es gar nicht zu einer Wahl kam. Es hätte 8 Plätze gegeben. Vier Personen haben sich gemeldet, jedoch haben die anderen ihr Amt wieder niedergelegt.

Das Interview führte Katriina Janhunen

imSalon: Eva, du hast auf Twitter über einen eigenen Raum geschrieben, für Kunden  die beim Friseur Ängste oder Scham haben. Darauf gab es sehr viele emotionale Reaktionen über negative Erlebnisse im Salon. Hast du damit gerechnet?
Eva Kahrmann:
Nein, gar nicht. Es wurden viele sehr unterschiedliche Gründe genannt, warum wer nicht zum Friseur geht oder wofür man sich schämt. z.B. weil viele Leute von Friseuren richtig kleingemacht wurden. 

Was meinst du mit "kleingemacht"?
EK:
Das Mädchen, um das es in meinem Tweet ging, hatte Angst vor Vorwürfen, weil sie so verfilzte Haare hatte. So etwas darf nicht passieren! Ich kann als Friseurin meinen Kunden keine Vorwürfe machen. Damit stellt man sich nur über ihn, statt auf Augenhöhe zu kommunizieren. 

„Du entscheidest, was du mit deinem Kopf machst, nicht ich!“

Auf Twitter gab es viele Friseur-Kund*innen, die Angst hatten, sich rechtfertigen zu müssen…
EK:
Die Kunden entschuldigen sich oft, z.B. wenn sie selber den Pony geschnitten haben. Ich denke: "Das ist dein Kopf – du entscheidest, was du damit machst. Selbst wenn du deine Haare mit Salatsauce wäschst, ist das deine Entscheidung." Die Kundin bringt die IST-Situation mit - wie diese entstanden ist, ist für die Qualität meiner Arbeit völlig unerheblich. 

Welcher Kommentar hat dich am meisten berührt?
EK:
Eine Frau ist mir Gedächtnis geblieben, die seit 20 Jahren nicht mehr beim Friseur war, weil sie von der Friseurin niedergemacht wurde, dass sie so splissige Haare habe und sich nicht um sich selbst kümmere. Warum hat sie nicht das Positive verstärkt: „Wir kriegen das gemeinsam hin!“ Eine blöde Bemerkung kann eine Kundin für immer vertreiben. Wir geben dem Kunden ein Gefühl mit und wir können entscheiden, ob es ein gutes oder ein schlechtes Gefühl ist. 

Du nennst die Kunden mit Ängsten „unsichtbare Zielgruppe“ . Was meinst du damit?
EK:
Es kann im Grunde jeder sein. Man kennt die Erfahrungen nicht, die jemand gemacht hat und Ängste können unterschiedlichste Gründe haben: Psychische Krankheiten, Kopfhautprobleme, Haarausfall. Auch Transgender ist ein Thema und die Angst sich öffentlich zu präsentieren. 

Wieso ist Transgender ein Thema beim Friseur?
EK: Es ist für diese Kunden ein Riesenschritt, neben dem Outing, sich optisch zu wandeln. Haare sind in der Hinsicht oft der erste machbare Schritt. Aber jemanden, der vom Körper und Gesicht männlich gelesen wird, zu einer weichwelligen Langhaarfrisur zu verhelfen - oder einer zarten, weiblichen Gestalt den Clipper anzusetzen - das erfordert Vertrauen und Verständnis.

Welche unsichtbaren Zielgruppen gibt es noch?
EK:
 z.B. Armutsbetroffenheit führt dazu, dass Kunden häufig wechseln oder selten zum Friseur gehen. Viele trauen sich nicht nein sagen und fühlen sich verpflichtet etwas zu kaufen, das sie sich gar nicht leisten können. Ich kläre zuerst ab, ob jemand überhaupt zu Produkten beraten werden möchte. Wenn der Kunde sich sicher sein kann, dass ihm nichts aufgeschwatzt wird, muss er keine Angst vor unangenehmen Situationen haben. Mit etwas Fingerspitzengefühl fühlen sich alle ernstgenommen. Das fängt ja schon damit an, dass ich Fragen kann, ob jemand am Fenster sitzen möchte. 

Wie könnte man der unsichtbaren Zielgruppe entgegenkommen?
EK:
Es wäre schön, wenn man Termine per Mail ausmachen könnte, weil z.B. mit Depressionen ist es sehr schwer zu telefonieren und Termine zu vereinbaren. Man könnte eine Möglichkeit schaffen, vor dem Termin Probleme zu thematisieren.

Ist man als Friseurin auch immer ein wenig Psychologin?
EK:
Ich kann nicht für alle Kunden herausfinden, was sie stört oder beeinträchtigt. Ich möchte auch niemanden therapieren oder wie ein rohes Ei behandeln. Als Friseurin will ich nur nicht verstärken, dass der Kunde sich unwohl fühlt. 

Wo könnte man ansetzen, um deine Kollegen zu sensibilisieren?
EK: Wenn ich an meine Ausbildung zurückdenke, war sie immer sehr darauf ausgerichtet, dass ICH sage, was für den Kunden gut ist. Ich glaube nicht, dass das der richtige Weg ist. Wir müssen sensibler werden, denn der Kunde und sein Gefühl müssen in den Mittelpunkt. Das Endergebnis muss mir nicht gefallen, sondern der Kunde muss glücklich sein, wenn er rausgeht und sich wohlfühlen. Egal, wie er aussieht. 

Vielen Dank, Eva, für deinen Input und die Sensibilisierung für das Thema! 

In der Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2022 jährt sich die „Jahrhundertflut-Katastrophe“ in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz zum ersten Mal. Auch Salon Schmitz in Olzheim in der Eifel war vom Hochwasser betroffen, ►imSalon berichtete. Wie sieht es heute, ein Jahr später dort aus?

Michael Schmitz im Gespräch mit imSalon
 

Im Interview mit Juliane Krammer

Herr Ries, welche Neuigkeiten gibt es rund um die Entschädigungsklage bezüglich der Soforthilfe?
Bernhard Ries: 
Die Revisionsverhandlung vor dem BGH findet am 11.5. in Karlsruhe statt. Mehr kann ich dazu derzeit nicht sagen. Es wäre nicht besonders klug, vor der eigentlichen Verhandlung hierzu Informationen preiszugeben.
Zwischen der 2. Instanz der Verfassungsklage und der jetzigen Revisionsklage ist sehr viel Zeit vergangen und viel passiert: In NRW verlor das Land die 1. und 2. Instanz vor den Verwaltungsgerichten. Das ist auch ein Hinweis dafür, dass die Verwaltungsgerichte einen hohen Bedarf sehen, dass die politischen Entscheidungen und Verordnungen überprüft werden sollten. Da jedes Bundesland seine eigenen Verordnungen erlassen hat, gibt es ein großes Durcheinander. Das zeigt sich seit November 2022 auch in Bayern. Da sollen nun Überprüfungen stattfinden und Unternehmer ihren Liquiditätsengpass melden - über ein digitales Medium, das vom Wirtschaftsministerium online gestellt wurde. Davon war Mitte des letzten Jahres noch keine Rede. Es laufen so viele Dinge falsch. Ich sehe hier klar, die Aufgabe des Bundesverfassungsgerichts, sich das alles einmal anzusehen.

"Es geht völlig an dem vorbei, was eigentlich bewirkt werden soll: Die Betriebe, die ausbilden und Arbeitsplätze zur Verfügung stellen, werden nicht unterstützt, sondern die, die ohnehin schon bevorteilt sind – Kleinstunternehmer mit Mehrwertsteuer-Befreiung."

Apropos Bayern: Hier wurde vor ein paar Tagen verkündet, dass ein ► Erlass der Soforthilfe-Rückzahlung für bestimmte Personen gelten soll. Sehen sie das als Erfolg?
BR:
Grundsätzlich begrüße ich es, dass sich etwas bewegt, aber so wie das alles abgewickelt werden soll, deutet das eher auf ein billiges Wahlkampfmanöver von Herrn Söder hin. In Bayern sind ja schließlich im Herbst Wahlen. Da erhofft sich die Regierung durch solche Versprechen zusätzliche Wählerstimmen.

Friseuren, die unter 25.000 Euro Jahresgewinn haben, soll die Rückzahlung erlassen werden. Einzelunternehmer, die vor der Aufgabe ihrer Existenz stehen, sollen die erhaltenen Hilfen behalten können. Man muss sich das vorstellen: 25.000 Euro Jahresgewinn. Das ist für mehr als 50 % der deutschen Friseurbetriebe der angegebene offizielle Gewinn. Wenn die Bayerische Staatsregierung dieses Wahlkampfgeschenk umsetzen möchte, belohnt sie damit nur Kleinbetriebe. Alle Betriebe, die ausbilden und Mitarbeiter beschäftigen, werden natürlich nicht unter 25.000 Euro bleiben und haben dann keine Chance auf den Erlass der Rückzahlung. Es geht völlig an dem vorbei, was eigentlich bewirkt werden soll: Die Betriebe, die ausbilden und Arbeitsplätze zur Verfügung stellen, werden nicht unterstützt, sondern die, die ohnehin schon bevorteilt sind – Kleinstunternehmer mit Mehrwertsteuer-Befreiung.

Die Geschäftsführung des LIV Bayern, Doris Ortlieb, begrüßte per Facebook, die Entscheidung …
BR:
Die Verbände und der ZV wollen ihre guten Kontakte zur Politik nicht aufs Spiel setzen und gehen daher einer mit Nachdruck geführten Diskussion aus dem Weg, da sie auch noch andere Dinge bewirken wollen.

Wieder zurück zu Ihrer Initiative. Sie bieten mit ihrer neuen Webseite Unterstützung für Friseur-Betriebe, …
BR:
Ja, wir sind mit der neuen Webseite ► www.friseure-fuer-gerechtigkeit.de online. Unser Ziel war, ursprünglich über eine Verfassungsklage die Änderung des IFSG (Anm. der Red. Infektionsschutzgesetz) zu erreichen, dafür haben wir eine Facebook-Gruppe gegründet. Viele Mitglieder haben sich bei uns gemeldet und um Hilfe z.B. auch bei den Liquiditätsmeldungen gebeten und so sind wir auch in dieses Thema eingestiegen und haben die Webseite neu gestaltet.

Anmerkung der Redaktion: Das Interview mit Guido Wirtz wurde im September 2022, nach Abschluss des neuen Tarifvertrags für Friseure in Rheinland, geführt. Nun gibt es, fast ein Jahr später, für die Friseure im Rheinland Neuigkeiten:13 Euro Mindestlohn ab September für Friseure im Rheinland allgemeinverbindlich

Gutscheintrend Ja- aber bitte mit Strategie

Seit Jahren beobachte ich einen Trend im Gutscheinverkauf der Salons. Mit Corona hat sich dieser Trend gefestigt und zu sämtlichen Aktionen im Jahr einfach wieder aus der Schublade geholt. Und weil ich jetzt schon wieder einige Postings auf Instagram gesehen habe, die genau das anpreisen, möchte ich unbedingt mit euch darüber reden.

Lasst mich mit einer Geschichte anfangen, so wird das Thema am deutlichsten.

Die Geschichte von Maria: Eine treue Kundin

Stell dir Maria vor, eine treue Kundin, die deinen Salon liebt. Maria schätzt die Qualität deiner Dienstleistungen und kommt regelmäßig, um sich von deinem Team verwöhnen zu lassen.

Weihnachten rückt näher und Maria hat dank Deiner guten Beratung die perfekte Geschenkidee für Familie und Freunde. Und nicht nur das! Dir als Ihrem Lieblingsfriseur macht sie damit ja auch ein Geschenkt. Sie kauft Gutscheine für alle! Warum? Weil Du ein, für sie, wirklich geniales Angebot hast.

Du verkaufst Gutscheine mit einem gewissen Wert plus Bonus. Also zum Beispiel 200€ müssen bezahlt werden und 250€ stehen auf dem Gutschein drauf. Das klingt für Deine Kunden verlockend und in Deinem Kopf ist das „schnelle“ Geld mit hochpreisigen Gutscheinen.

Der Gedanke an sich ist ja gar nicht so übel. ABER…

Im Gespräch mit Katja Ottiger 

Bei dir hat sich einiges verändert, du hast einen neuen Salon, den du mit einem Angestellten betreibst. Mit interessanter Namenswahl, wie ich finde ...
FH:
Ja (lacht), der heißt „BESTN“. Ich wollte wenig Geld für Google ausgeben und habe mich gefragt, wie ich heißen könnte, damit ich gut gefunden werde. Wenn die Leute „bester Barbershop Köln“ eingeben, dann bin ich die Nummer eins und das bringt tatsächlich sehr viele Neukunden (lacht).  

„Toupets können eine gute Alternative zur OP sein.“

Deiner Live-Performance beim gfh Zweithaar Event mit ►Contact Skin habe ich entnommen, dass Toupets bei deinen Kunden bisher kein Thema waren?
Felix Hohleich:
Auch bei mir waren Toupets kein Thema. Ich kenne Toupets eher von TikTok-Videos aus dem asiatischen Raum und hatte bisher überhaupt keine Berührungspunkte damit. Ich war immer für Transplantationen, ich selbst habe super Ergebnisse von Transplantationen gesehen und auch meine eigene ist sehr, sehr gut geworden. Aber ich muss sagen: Toupets könnten eine gute Alternative zu einer OP sein.

Schöne, nachhaltige Begrünung rücken Natur und Entspannung in den Mittelpunkt. Durchdachte Holzelemente und Naturmaterialien versprühen Wärme und Gemütlichkeit, die coolste Garderobe der Stadt lässt Mäntel und Jacken schick hängen. Zwischen DJ Pult und hochwertigen Davines-Produkten macht der neue Salon richtig was her, vereint stylishe Einrichtung mit High Quality Dienstleistungen.

Kommentar von Elisabetta Giannattasio

Schon merkwürdig, dass in unserer so bunten, weiblichen und vielfältigen Branche oft Gegenteiliges das Zepter in Händen hält. Dabei möchte ich mit dieser Kolumne weder gegen Herren noch gegen das Alter meine Stimme erheben, sondern gegen den Typus des unantastbaren, fehlerfreien Mannes.

Frauen dieser Spezies sind mir bislang nur sehr selten begegnet, dürfen sich gerne der Fairness halber ebenfalls angesprochen fühlen.

Woher aber kommt diese Situation? Meines Erachtens liegt es an einer Kombination aus erstens, dem Phänomen des Rückwärtsruhms und dem, was wir dazu beisteuern.

Ein eigener Azubisalon – wie kam es dazu?
Corina Hahn: Obwohl das immer einer meiner Träume war, war es jetzt doch Zufall. Ich habe ein Geschäft Wand an Wand zu unserem Salon dazu mieten können. Im Zeichen von C (Corona, Anm.) hatten wir immer wieder Platzprobleme, die wir damit lösen konnten. Und um unsere Platzerweiterung optimal auszunutzen, wird der Salon von Montag bis Donnerstag zum Azubisalon.Denn wir möchten ein neues Ausbildungskonzept etablieren, bei dem sich Jungstylisten nach der Ausbildung ein halbes Jahr oder länger im „Rookie-Salon“ austoben und entwickeln können. Denn ein schüchterner Mensch braucht eine Bühne zum Tanzen, um mit der Zeit wachsen zu können.

Wie soll der Azubisalon praktisch ablaufen?
CH: Wir haben zehn Leute in Ausbildung, verteilt auf drei Salons. Ab dem 2. Lehrjahr geht es für jeden Lehrling regelmäßig in den „Azubisalon“. Zwei Jungstylisten, die jetzt ihre Prüfung haben, werden feste Mitarbeiter sein und dort als Leader die Jungen unterstützen. Ihnen zur Seite steht eine Ausbilderin, wechselnd aus unseren anderen Salons. Das 1. Lehrjahr bleibt in den Salons für die Basics und die Assistenzen, denn wir terminieren mit den Azubis.

Und die Aufgabengebiete im eigenen Azubisalon?
CH: Wir wollen, dass sie das Lernfeld „Salonorganisation“, dass sie in der Berufsschule haben, bei uns von der Theorie in die Praxis umsetzen und damit lernen, Verantwortung für alle Bereiche zu übernehmen. So können sie sich selbstständig organisieren, Termine vereinbaren, später auch die Kasse machen und unter Anleitung der Leader eigene Prozesse festlegen. Kurzum alles bis hin zum Wareneinkauf.

Birgt dieses System finanzielle Anreize für Auszubildende?
CH: Im Moment zahlen wir unsere Lehrlinge nach Tarif, unsere Friseure bekommen Leistungslohn. Vielleicht wäre das aber ein Konzept bei den Rookies.

Was sagen die Azubis zum eigenen Salon?
CH: Die einen freuen sich, andere haben etwas Angst, ab dem zweiten Lehrjahr bereits am Kunden zu arbeiten.

„Ich führe, in dem ich meine Mitarbeiter in ein Gefühl führe.“

Corona war auch für Lernende eine Herausforderung. Was hat sich bei den Azubis verändert?
CH:
Sie sind sensibler in der Wahrnehmung geworden, ihren Arbeitsplatz verlieren zu können. In der Berufsschule haben sie teilweise mitbekommen, dass Lehrlinge anderer Salons entlassen wurden. In unserem Unternehmen lebe ich eine große Transparenz. Ich führe, in dem ich meine Mitarbeiter in ein Gefühl führe. Ich nehme sie mit und zeige auch die Zahlen auf: Denn wir sitzen in einem 16-er Ruderboot und müssen zusammen ans Ziel in der gleichen Richtung.

Sind Azubis mit solchen Erfahrungen engagierter?
CH:
Das ist eine gute Frage, über die ich wirklich nachdenken muss ...
Ich bemerke bei jedem Schritt, den sich machen, dass sie besser und selbstbewusster und damit automatisch auch fleißiger werden.

Immer weniger Unternehmer bilden aus. Wie finden Sie das?
CH: Ich verfolge immer wieder diese Diskussionen egal ob bei Vereinen oder Verbänden und natürlich auch bei Social Media. Dass viele keinen Bock mehr haben auszubilden, ist ja kein neues Problem. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es ganz viele Enttäuschungen, aber auch viele „Magic Moments“ bei den Entwicklungen der Jugendlichen gibt. Ich finde, es balanciert sich immer wieder aus. Ausbildung ist Freud und Leid und mit viel Arbeit  und Kosten verbunden.

Wie geht es Ihnen, wenn ausgelernte Azubis von Salons abgeworben werden, die das Geld, statt in Ausbildung, lieber ins Einstiegsgehalt fertiger Jungstylisten stecken?
CH: Das ärgert mich nicht mehr. Es ist, wie es ist. Mein Ego ist da nicht mehr so groß. Wenn das Catching in den Berufsschulen losgeht … ich kann es nicht verhindern! Ich sehe es eher mit Stolz, dass jemand meinen Lehrling haben will. Auch wenn das leichter klingt, als es ist.

Ein Azubi, der den Salon freiwillig verlässt - nimmt man das persönlich?
CH:
In der Tat! Früher gab es Momente, in denen ich mich wieder kultivieren und zurücknehmen musste. Vor allem dann, wenn man glaubt, dass es besonders gut läuft und einem jemand ans Herz gewachsen ist. Natürlich kann ich niemanden an mich binden.

Ver.di fordert eine ►Umlagefinanzierung für die, die nicht ausbilden. Was halten Sie davon?
CH: Alle über einen Kamm scheren, ist schwierig. Es gibt verschiedene Gründe, warum die Leute nicht mehr ausbilden. Manche haben keine Meisterprüfung, andere kein Interesse oder können aus gesundheitlichen Gründen nicht ausbilden. Oder sie bekommen keine Bewerbungen. Die Bocklosen unter denen werden Sie nie herausfiltern können.
Ich würde sagen, in diesem Jahr hatten wir Glück, denn im Herbst werden wir vier neue Lehrlinge aufnehmen.

Wie läuft es denn mit den Bewerbungen?
CH:
In den letzten Jahren habe ich folgende Erfahrungen gemacht: Wenn die Bewerbungszeit losgeht und alle Unternehmer mit den Hufen scharren und auf den Bewerberregen warten, ist zumeist nicht das richtige dabei. Bei uns sind es die kurzfristigen Bewerber Ende Mai, Anfang Juni. Allerdings auch nicht mehr so viele wie in früheren Jahren. Da waren es im Januar manchmal 70 Bewerbungen, jetzt sind es vielleicht 10. Und ich bin nüchtern genug, die Probezeit abzuwarten, erst dann zählen wir nach. Denn ich bin robuster geworden und möchte keine Schlaftabletten mehr durchzuziehen.

Sie sind Intercoiffeurin und seit kurzem im Vorstand der Intercoiffure Deutschland. Wir gratulieren!
CH: Vielen Dank! Ich bin eine leidenschaftliche Friseurin mit einer großen Liebe für die Branche und seit fast 20 Jahren Intercoiffeurin. Jetzt habe ich die Gelegenheit bekommen, in den Vorstand aufzusteigen. Wahrscheinlich hätte ich mich nie von allein beworben, aber ich wurde empfohlen. Für mich war immer klar, dass ich, wenn wir etwas bewegen können, ein Teil davon sein möchte. Im Moment laufen die Vorbereitungen für das ►Intercoiffure Festival im September.

Wie hilft Ihnen das Netzwerk der Intercoiffure?
CH: Die Intercoiffeure haben mich im ersten Lockdown getragen und aufgefangen. Was unser Präsident Markus Herrmann mitin dieser Zeit auf die Beine gestellt hatte, ist beeindruckend. Anfangs haben wir uns jeden Morgen online getroffen, später dann wöchentlich. Mitzubekommen, dass alle ähnliche Problematiken hatten, formt eine Gruppe nachhaltig. Solch eine Unterstützung hätte ich weder bei der Handwerkskammer noch in der Innung noch beim Zentralverband bekommen und bin sehr dankbar für diese Gemeinschaft.

Was machst du aktuell in der Tarifkommission?
LK:
Das erste Projekt an dem ich mitwirke, ist, die Tarif-Verträge der Azubis zu verbessern. Uns ist bewusst, dass der Tarifvertrag der Azubis um so viel schlechter dasteht, im Vergleich zum eigentlichen Handwerk (aktuelle Infos dazu ► hier) . Da die Entlohnung aber im Tarifvertrag geregelt ist, gilt dieser. Wir haben den Tarifvertrag für Azubis gekündigt und im nächsten Schritt werden wir mit der Innung in Diskussion treten. Unser gemeinsames Ziel: Es sollen wieder mehr Azubis zum Friseur-Handwerk finden. Bisher ist es noch nicht zur Verhandlung gekommen, weil uns Mitglieder fehlen. ► Sascha Tietz und ich kämpfen alleine für alle MitarbeiterInnen in Niedersachsen und Bremen.

"Unser größtes Problem sind die zu wenigen Mitglieder. Diese braucht es bei der Tarifkommission, damit wir handeln können."

Was kann man als Friseurin tun?
LK:
Unser größtes Problem sind die zu wenigen Mitglieder. Diese braucht es bei der Tarifkommission, damit wir handeln können.
Ich bin in so vielen Gruppen und Kreisen unterwegs: Alle können sich immer nur beschweren und sagen, es könnte sich was verbessern. Es ist so traurig. Wenn ich frage: „Bist du in der Gewerkschaft oder was machst du dafür?“, bekomme ich als Antwort: „Nein, das ist verschwendetes Geld.“ Aber wie sollen wir so etwas erreichen?

Ist die Mitgliedschaft mit Zeitaufwand verbunden? 
LK: Ich habe verstanden, dass nicht jeder seine Freizeit opfern kann und möchte. Als Mitglied ist ein kleiner Betrag zu zahlen, sonst muss man nichts machen. So würde unsere Durchsetzungskraft steigen und wir hätten mehr Möglichkeit, etwas zu erreichen.

Wie kann man unterstützen?
LK:
Ganz einfach: Gewerkschaftsmitglied werden. Man kann sich bei verdi melden oder gerne auch bei mir und ich helfe dabei.

Wie kann man deine Branchen-KollegInnen motivieren, dich hier zu unterstützen?
LK:
Wir kämpfen für eine ganze Branche und, dass alle fair bezahlt werden. Ich verdiene sehr gut, bin angestellt und meine Chefin weiß, was sie an mir hat. Ich muss nicht für mich kämpfen. Das ist nicht meine Motivation. Ich möchte anderen Friseuren zeigen, was möglich wäre. Ich hoffe einfach, dass sich so viele Leute wie möglich mitreißen lassen.

Gibt es noch etwas, dass du zum Thema los werden möchtest?
LK:
Ich bin total sauer, wenn ich auf der imSalon-Instagram Seite Kommentare lese, von Personen, die sich nur beschweren, aber selbst nichts machen. Es gibt Leute, die etwas bewegen könnten, weil sie eine große Masse erreichen. Die aber finden es bequemer, sich zu beschweren. Es schockiert mich, wie viele Leute ihren Senf zu einem Thema abgeben und nichts für eine Veränderung tun. Ich finde: Man sollte nur meckern, wenn man auch irgendwas tut, um die Situation zu ändern.

Vielen Dank für das Gespräch, Lena, und alles Gute für deine Zukunft!

Friseursessel, Regale und Spiegel vor einer Ziegelmauer | Credit: Privat
Salon Schmitz Ersatzsalon in einer alten Werkstatt | Credit: Privat

Herr Schmitz, wie geht es Ihnen ein Jahr nach der Katastrophe?
Michael Schmitz:
Wir arbeiten immer noch im Ersatzsalon, den wir in einer alten Werkstatt eingerichtet haben. Unser Salon ist immer noch im Rohbauzustand und die Arbeiten stehen derzeit mehr oder weniger still. Unser Salon stand zwar „nur“ 10 cm unter Wasser, aber es musste vieles neu gemacht werden. Die Wände, Boden und der Estrich wurden ausgebaut und die komplette Elektroinstallation, die Lüftung sowie die Heizung müssen erneuert werden.

Warum stehen die Arbeiten still?
MS:
Wir warten auf den Elektriker und bis der kommt, kann es August bis September werden.

Wie sieht es mit der Übernahme der Kosten aus? Sprang die Versicherung ein?
MS:
Da hatten wir keine Probleme. Wir sind bei der Signal Iduna mit einer Meisterpolice versichert. Das ist schon eine wirklich gute Sache!

Im Rheinland wurden vier Lohngruppen von jeweils 13,00 Euro bis 17,50 Euro beschlossen. Der neue Lohn- und Gehaltsvertrag kommt zum 1. Oktober 2022, ist unabhängig vom Zentralverband und soll ein wichtiges Zeichen zur Wertigkeit der Branche setzen.

Es gibt einen eigenen Mitglieder-Bereich, bei dem man sich anmelden kann. Was sind die Voraussetzungen, um Mitglied zu werden?
BR:
Wir haben für die Verfassungsklage über viele Monate Geld gesammelt und das sollte bis zum Verfassungsgericht reichen. Da wir hier in ein laufendes Verfahren einsteigen konnten, haben wir uns Geld gespart und das ist nun der Grundstock für die weiterführenden Soforthilfe-Prozesse.
Wir haben 2.800 Mitglieder in unserer Facebook-Gruppe und davon haben uns leider die wenigsten mit  einem finanziellen Beitrag unterstützt. Alle wollen Informationen und Unterstützung, aber das kostet Geld. Um unsere ehrenamtliche Arbeit finanzieren können, haben wir uns für einen internen Mitgliederbereich entschieden. Jeder, der uns mit einem entsprechenden Betrag unterstützt, kann sich dort registrieren. Mit einem einmaligen Mindestspendenbeitrag von 60€ kann man unseren Support nutzen. Hierzu einfach auf den Reiter „Mitmachen“ gehen, sich registrieren, ein Foto von der Überweisung übermitteln und schon kann man den Mitgliederbereich nutzen.

Warum soll ich Mitglied werden? Welche Informationen bekommen ich dafür?
BR:
Es wird nach Ländern unterschieden, weil, wie schon erwähnt, jedes Land seine eigenen Verordnungen erlassen hat. Derzeit sind das Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Es gibt spezifische Inhalte wie Informationen und Downloads. In Bayern gibt es aktuell z.B. einen Aufruf des Landesinnungsverbandes, um einen Brief an die Herren Söder und Aiwanger zu schreiben, in dem die persönliche Situation dargestellt wird. Das wird dann gesammelt an den Landesinnungsverband übermittelt und von dort am 24. April Herrn Söder bzw. seinem Staatssekretär überreicht.
Oder auch wichtige Informationen für die digitale Rückmeldung bis zum 30.6. und wie man hier verfahren muss, erfährt man hier online. Es gibt eine erste Einschätzung von Anwälten bezüglich der digitalen Rückmeldung und den Erfolgschancen bei einer evtl. Klage … etc. Das sind Infos, die in der Öffentlichkeit nicht preisgegeben werden. Die Personen, die solche Informationen erhalten wollen, können sich bei uns anmelden und erhalten dann Zugang zu diesem Mitgliederbereich.
Wir müssen unsere Anwälte bezahlen und das können wir nicht aus der eigenen Tasche finanzieren. Der Mehrwert, der für die zahlenden Mitglieder entsteht, ist um ein Vielfaches größer als die gespendeten 60 Euro, die man einmalig aufwenden muss.

Sie sprachen von Downloads. Welche Musterschreiben stehen zur Verfügung?
BR:
Aktuell gibt es zum Thema „Rückmeldung zur Überprüfung der erhaltenen Corona-Soforthilfen“ eine Vorlage zum Ausdrucken oder wenn es so weit ist eine „Fristwarte-Klageschrift“, damit, wenn die Bescheide erlassen werden, man innerhalb der 4-Wochenfrist zügig eine Klage in Bayern absenden kann und vieles mehr.

Warum braucht es den Mitglieder-Bereich? Warum stellen sie nicht einfach alle Inhalte online zur Verfügung?
BR:
Der Mitgliederbereich ist notwendig, damit sich Trittbrettfahrer, an den ehrenamtlich zusammengestellten Informationen, nicht einfach bedienen können. Wir brauchen Geld, damit wir die besten Anwälte einschalten können. Das ist notwendig, da die Landesregierungen erfahrungsgemäß immer mit einer großen Anwaltskanzlei aufwarten, wenn es zum Prozess kommt. Wir brauchen daher dringend die Unterstützung, um so gut wie möglich arbeiten zu können.

Vielen Dank für Ihre Zeit und viel Erfolg!

Die versteckte Herausforderung

Nachdem Maria die Gutscheine erworben hat, freut sie sich darauf, ihre Liebsten mit diesem besonderen Geschenk zu überraschen und Dir dabei was Gutes zu tun.

Doch hier lauert ein Problem, das viele Friseursalons übersehen: Diese Gutscheine sind zeitlich unbegrenzt gültig und enthalten keine klaren Bedingungen.

Das bedeutet, dass Maria und die von ihr Beschenkten die Gutscheine zu einem späteren Zeitpunkt einlösen können, ohne sich Gedanken über Fristen machen zu müssen.

Die unerwarteten Verluste

Einige Monate später, nach den Feiertagen, trudeln die Beschenkten nach und nach in deinen Salon, um ihre Gutscheine einzulösen. Maria hatte die besten Absichten, doch nun siehst du dich einem unerwarteten Dilemma gegenüber.

Du musst Dienstleistungen im Wert von 250€ erbringen, aber die Einnahmen, die du ursprünglich durch den Verkauf der Gutscheine erzielt hast, belaufen sich nur auf 200€. Das bedeutet, dass du unerwartet 50€ Verlust machst – und das pro Gutschein!

Denn natürlich werden diese Kunden Dienstleistungen im Wert von 250€ einfordern. Du hast dabei aber vergessen, dass diese Dienstleistungen auch 50€ mehr Kosten verursachen. Die Arbeitszeit, Produkte, Provisionen?!

Also nochmal! Du machst 50€ pro Gutschein Verlust.

Jetzt kannst Du Dir das gerne schön reden. „Dafür habe ich neue Kunden gewonnen.“ „Die lösen den ja auch auf 2 oder 3 Mal ein.“ Und so weiter. Rechne mal bitte kurz was das bedeutet, wenn Du 30 solcher Gutscheine verkaufst? Dann sind das 1500€, die Du verschenkt hast. Wenn Du super kalkuliert hast oder großzügig bist. Dann ist das kein Thema.

Sollte der Gutscheinverkauf aber vor allem zur Umsatzsteigerung dienen, dann wird’s jetzt knapp.

Die Lösung: Kluge Gutscheinaktionen

Aber keine Panik, hier sind zwei mögliche Lösungen:

Lösung 1: Zeitliche Begrenzung
Begrenze die Gültigkeit der Gutscheine und setze klare Bedingungen. Zum Beispiel: "200€ Gutschein mit 50€ Bonus, gültig nur im Januar und Februar." So schaffst du Dringlichkeit. Bedeutet also die 50€ extra gibt es nur im Januar und Februar. Das sind in den meistens Salons eher ruhige Monate, die es zu füllen gilt. Wird der Gutschein später eingelöst, bleibt es bei den 200€.

So hast Du Deine Geschenke trotzdem verteilt, aber eben nur in den Monaten in denen eh Ruhe im Salon herrscht.

Lösung 2: Gutschein-Bundles
Statt Einzelgutscheine anzubieten, schnüre attraktive Gutschein-Bundles. Ein Beispiel: Ein Paket mit Haarschnitt, Styling, Kopfmassage und Pflegeprodukten. Gib dem Paket einen schönen Namen und schreib den Wert nicht mit drauf. Du möchtest einen Bonus dazu geben? Dann nimm Mini-Dienstleistungen dazu. Zum Beispiel: Plus Handmassage und Augenbrauenservice geschenkt.

So haben neue Kunden die Möglichkeit diese kleinen Zusätze kennenzulernen und sie später wieder zu buchen. Außerdem machst Du so den Weg frei für wirklich potenzielle neue Stammkunden. Denn wie oft wird ein Gutschein nur für Produkte eingelöst. Davon hast Du im Zeitverlauf gesehen weniger.

Die Vorteile

Die Umsetzung dieser (auf deinen Salon durchdachten) Lösungen minimiert das finanzielle Risiko, stärkt die Kundenbindung und schafft einzigartige und attraktive Angebote, die Kunden dazu ermutigen, ihre Weihnachtseinkäufe in deinem Salon zu tätigen.

So einfach.

Der Gutscheinverkauf zu Weihnachten kann nicht nur dein Umsatzwachstum, sondern auch deine Rentabilität steigern – vorausgesetzt, du gehst mit Bedacht und Plan vor. Auf diese Weise kannst du von der Weihnachtsfreude profitieren, ohne bares Geld zu verschenken.

Ich wünsche Dir eine profitable Weihnacht!

Annemarie Graf - Schönsein.Blog
(Business Beratung und Marketing Agentur für Friseure)

Früher: Friseurmeisterin, Leiterin von 2 Friseursalons und internationale Trainerin für eine bekannte Marke.
Heute: Business- und Marketingberaterin für Friseurunternehmer*innen, Autorin, Bloggerin, Podcasterin und Mutter einer kleinen Tochter.

 

Wird es künftig Toupets bei dir geben?  
FH:
Wir sind auf Männer spezialisiert und wenn man zukünftig mehr Umsatz machen möchte, sollte man das Thema auf jeden Fall ins Auge fassen.

Bei dir zahlt man für Schnitt, Bart und Augenbrauen 80 Euro. Wie ist das mit den Männern und Eyebrow-Service?
FH:
Auch die Männer sind eitel geworden. Überall sind Handys, überall sind Kameras, überall ist Social Media, man kommt nicht dran vorbei. Wenn ich in den Drogeriemarkt gehe und sehe, wie viel Shampoos und Deos es für Männer gibt, die geben richtig viel Geld aus. Da wäre ich auch wieder an dem Punkt, an dem ich meinem Ausbilder widersprechen muss, der meinte: Nur mit Herrenhaarschnitten wirst du niemals Geld verdienen!

„Nicht gegen Frauen, sondern für Männer.“

Du schneidest keine Frauen, in deinem Laden sind wir gar unerwünscht …
FH:
Ich mache nur Männer, bin 2 bis 3 Monate im Voraus ausgebucht. Mein Laden ist nicht gegen Frauen, sondern für Männer! Aber tatsächlich hatte ich im Damenfach eine Eins im Zeugnis, habe aber damals schon gesagt: Nach meinem Prüfungshaarschnitt werde ich nie wieder eine Dame bedienen!

Was meine ich mit dem soeben von mir erfundenen Wortes ‚Rückwärtsruhm‘? Es beschreibt die Erinnerung an beruflich ruhmvolle Stunden ohne, dass man(N) merkt, dass diese längst vergangen sind und den Anspruch auf Führung längst nicht mehr erfüllen. Ein Ausruhen auf Gewesenem und den dazugehörigen Abfindungen ist kein Platzhalter in der niemals enden wollenden Karriere. Im schlimmsten Fall folgt daraufhin sogar noch die nächste Generation im dunkelblauen Anzug, jetzt auch noch ohne jede Passion.  

Kommend von zahlreichen Friseurveranstaltungen, wo ausschließlich Herren das Mikro hielten, ermutigen mich zu näherer Betrachtung.

Wie könnte die Branche sein, wenn der langjährige Schlaf ein Erwachen hätte? Obermeister der Vergangenheit angehörten und ich das Wort Modeproklamation nie gehört hätte. Überzeugungen wie folgende, die mir bei einem Geschäftsessen entgegengebracht wurde „Alle Hennen brauchen einen Hahn, um geführt zu werden“ zeigen die wahren Schwächen auf.

Da saß ich also einem offensichtlich sehr einfachen Menschen gegenüber und hatte die Wahl höflich zu grinsen und mir meinen Teil zu denken oder angemessen zu antworten. Wohl wissend, „dass alter Mann auf oberster Sprosse“ für egal was auch immer (oft sind die Aufgaben vor lauter Worten nicht zu erkennen) fürstlich entlohnt wird und eine Antwort meinerseits nur mir selbst schaden wird. 

Dennoch den Schaden musste ich dann in Kauf nehmen, da ich andernfalls an meinen Gedanken drohte zu ersticken.  Auf oberster Sprosse scheint die Aussicht ganz HERRLich zu sein. 

Warum kann denn hier Aussicht nicht zu Weitsicht werden? 

Lasst uns mal drüber nachdenken!

Trotz oder gerade wegen all meiner Kritik ziehe ich den Hut vor denen, die diesem Muster nicht entsprechen, freue mich von diesen zu lernen! Darüber hinaus gibt es ja auch noch die andere Seite, die ich bedenklicher finde, da sie mit dem Finger auf uns zeigt. 

Hier sind all die angesprochen, die „alte Herren“ den ganzen Tag mit Goldstaub bepinseln. Die zu devot für konstruktive Kritik sind und schlussendlich nur froh darüber sind, nicht den Kopf für Entscheidungen hinhalten zu müssen. 

Rückwärtsruhm kann die Zukunft nicht ändern, was wir endlich brauchen, ist: Den Abverkauf des Satzes „weil es schon immer so war“ und ein Vertrauen in neue Wege.

Zu akzeptieren, was Vergangenheit ist und Neues mit offenen Armen begrüßen. Oder eine Altersquote? Diese könnte davor schützen, dass alle denselben Blickwinkel haben.

Stürzt Euch ins Getümmel der Branche, hört gut zu, besonders bei den Menschen, die ganz anders denken als Ihr.

Über Corina Hahn

  • 3 Salons „Hair by Hahn“ im Landkreis Main-Bingen, Rheinland-Pfalz
  • Ab Herbst 2021: 1 Salon für Auszubildende: „Hair by Hahn Rookies“ in Bad Kreuznach
  • 6 MitarbeiterInnen | 10 Lehrlinge
  • Ausbildnerin seit 1994
  • https://www.hair-by-hahn.de/#philosophie

 

Lena Kühn ist als Friseurin und Make Up Artist im Friseursalon HaarWerk in Westerstede tätig. Dort startete sie ihre Lehre 2016, die sie 2019 als Kammersiegerin absolvierte. 2019 Landessiegerin in Niedersachsen und Bundessiegerin in Deutschland. 2020 machte sie den Friseurmeister. Sie ist seit 2018 Mitglied im Modeteam für Niedersachsen. Seit 2021 engagiert sie sich als Mitglied im Prüfungsausschuss für die Gesellenprüfung sowie in der Tarifkommission bei Verdi.

Friseurunternehmer Michael Schmitz im Rohbau seines Salons.
Michael Schmitz im Rohbau | Credit: Privat

Wie geht Ihnen, wenn Sie von Unwettermeldungen, auch andernorts, hören?
MS: Man ist natürlich sensibler geworden und leidet mit, wenn man von Trockenheiten und Fluten in anderen Regionen und Ländern hört.

Gibt es ein Learning aus der ganzen Hochwasser-Situation, was Sie ändern werden?
MS:
Ja, natürlich, viele werden jetzt eine zusätzliche Sicherheit an die Türen bauen, aber letztendlich gibt es keinen Schutz, denn selbst wenn vor der Tür meterhoch das Wasser steht und nicht rein kann, dann drückt es sich durch Zu- und Ableitungen im Gebäude.

Wie blicken Sie rückblickend auf das Unwetter, wie waren Sie vorbereitet?
MS:
Wissen Sie, es wurde ja gewarnt. Es hat jeder mitbekommen, dass gewarnt wurde, aber es hat schlichtweg keiner mit einem solchen Ausmaß gerechnet. Wir hatten hier in den letzten 100 Jahren kein Hochwasser, es nicht damit zu rechnen, dass sich alles so zuspitzt.

Haben Hilfsaktionen Sie erreicht?
MS:
Ja, wir haben in der Hochphase viel Hilfe erhalten. Und finanziell war die Hilfe vom Zentralverband für uns bedeutend, das ging super unbürokratisch und schnell. Auch Hilfen vom Staat kamen sofort und deckten den ersten Verlust ab. Mein besonderer Dank gilt dem Landesverband Friseure Rheinland. Die Innung ist proaktiv auf uns zugekommen. Wir haben eine ganz tolle Innung hier, ich bin da wirklich stolz, denn das war eine große Kraft und Hilfe für uns Friseure. Denen gilt ein großes Lob und Dankeschön!
 

Guido Wirtz im Gespräch mit Raphaela Kirschnick

Du bildest nicht aus. Warum nicht?
FH:
Da müssten erst einmal die Ausbildungsverordnungen geändert werden, sodass man eine Barbierausbildung mit dem gesamten Treatment für den Mann wie Schnitt, Bart, Farbe und ja, vielleicht auch Toupet, machen kann. Und daneben explizit eine Damenfachausbildung. Solche Techniken, wie beispielsweise Balayage im Damenfach, benötigen heutzutage mehr Spotlight.

Wenn ich einem 16-Jährigen erzähle, dass er, bevor er in meinem coolen Laden arbeiten kann, erst einmal Dauerwelle wickeln lernen und drei Jahre lang auch Damenfrisuren machen soll – das bekomme ich bei dem doch niemals verkauft. Die Jungen sehen bei Instagram die coolen Männerfrisuren und das wollen sie machen - und sorry, nicht einer Oma die Haare aufdrehen.

In deinem ersten Salon waren die Spielregeln: Kommst du zu spät, machst du Liegestütze. Heute verlangst du Geld fürs zu Spätkommen?
FH:
Genau! 2 Euro pro Minute.

„2 Euro pro Minute fürs Zuspätkommen.“

Pro Minute?
FH:
Ja, und die Kunden zahlen das gern, weil sie das Projekt gut finden. Wir spenden alles an den Fußballverein Germania Zündorf Inklusion, dessen Trainer Gökhan Erdek sogar Sportler des Jahres der Stadt Köln wurde.

Du verbringst täglich 3 - 4 Stunden auf Social Media!? Was schaust du da?
FH:
TikTok, das meiste natürlich Haare und Barber. Viele Asiaten und viele Amerikaner. Z.B. „HD Cutz“ aus England, der macht alle coolen Promis und Fußballer und natürlich „A-Star Barber“. Die sind die Créme de la Créme der Branche, an denen gehts nicht vorbei. Die sind bei Real Madrid, bei Barcelona, Manchester City … da sind die mit auf dem Base und machen den Jungs noch die Haare vor dem Spiel - das ist schon sehr interessant.

Und wie oft postest du selbst?
FH:
Einmal am Tag. Das musst auch, sonst gerätst du in Vergessenheit und das ist da schlimmste, was uns in unserem Beruf passieren kann.
 

Friseure brauchen Zukunft!
 

Salonchef Patrick Grafenauer hat 11 Jahre in der Linzer Kreativschmiede Edinger h.schnitt gearbeitet, bevor er 5 Jahre nach Berlin ging. Inspiriert und mit dem Wunsch, sich etwas Eigenes zu schaffen, kam er nach Linz zurück, um sich mit "OneSimpleHair" seinen ersten eigenen Salon zu schaffen. 

"Warum OneSimpleHair? Die Sprichwörter "ein Haar in der Suppe finden" und ''das Haar im Auge'' machen deutlich, dass eine kleine Unvollkommenheit in einem ansonsten guten oder positiven Auftritt die Gesamtwahrnehmung trüben kann. Es betont die Bedeutung von Sorgfalt und Präzision, selbst bei vermeintlich unbedeutenden Dingen. Für mich zählt jedes einzelne Haar auf deinem Kopf!", beschreibt Patrick Grafenauer seine Philosophie. 

Elisabetta Giannattasio ist Friseurin und Education Managerin bei fpe Friseur- und Kosmetikbedarf.


GRATIS Lehrstellen inserieren

Auf JOKIRA können alle Friseurunternehmen nach einer Gratis Registrierung kostenlose Lehrstellen inserieren - so oft  und so lang wie gewünscht. Entweder gleich online: www.jokira.de oder einfach per Mail an Sabine: hallo@jokira.de

Salon Schmitz in Olzheim am Abend des 15. Juli 2021 | Credit: Privat

Flut und Corona - wie hat sich das auf Ihr Geschäft ausgewirkt?
MS:
Wir hatten ursprünglich drei Salons, zwei davon sind mittlerweile geschlossen. Die Corona-Hilfen mussten wir zurückzahlen. Aber auch die Personal-Situation hat uns keine andere Wahl gelassen.

Wie ist die Personalsituation?
MS:
Das Personal ist stark geschrumpft, wir waren alles in allem zu lange geschlossen. Vor Corona hatten wir 19 Mitarbeiter, mittlerweile sind es vier. Die Corona-Situation hat einiges dazu beigetragen, aber auch die Schwarzarbeit während Corona hat vieles weggenommen. Leider schneiden sich die Friseure so den eigenen Beruf kaputt.

Sind Sie selbst eigentlich auch in der Handwerkerschaft?
MS
: Ja absolut und ich verstehe Friseure nicht, die das nicht tun! Und ich muss hier ein großes Danke an Guido Wirtz aussprechen, der unser Handwerk vertritt!

Lieber Herr Schmitz, vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg für die baldige Neueröffnung Ihres Salons.

Herr Wirtz, man sieht aktuell auf ihrer Facebookseite/ Instagram einen Aufkleber „Ich zahle faire Löhne“. Was hat es damit auf sich?
Guido Wirtz:
Die Kampagne ist für uns der Knaller. Wir investieren hier als kleiner Verband sehr viel. Aber Kern der Aktion ist unser neuer Lohn- und Gehaltsvertrag für das Rheinland, der Maßstäbe setzen wird.

Am 1.10. tritt bundesweit ein neuer Mindestlohn in Kraft, was macht das Rheinland anders?
GW:
Es wird alles teurer, wir kriegen keine Mitarbeiter mehr, die Ausbildung ist auch im Rheinland am Boden. Das hat uns veranlasst mit der ver.di zu sprechen, um einen ganz neuen Tarifvertrag zu machen. Der Mindestlohn wird nun ja schon länger diskutiert, aber uns als Verband war klar, wir müssen da viel höher sein. Diesen höheren Tarifvertrag haben wir als Landesverband unterzeichnet, damit gehören wir zu einem der ersten Verbände, die überhaupt mit ver.di jetzt neu einen Tarifvertrag ausgehandelt haben.

Welche Gehaltsstufen wird es denn geben?
GW: 
Wir starten bei 13 Euro Einstiegslohn für ausgelernte Friseure, 14,50 nach 2 Jahren Berufszeit und nach 4 Jahren im Friseurberuf steigert sich das Gehalt auf 16,00 €, und Meister, die Meistertätigkeiten verrichten 17,50 Euro. Das sind Steigerungen bis zu 40 %. Die heutigen Friseure werden mich verfluchen, die zukünftigen Friseure werden mir danken.

Das ist eine Ansage, wie gehen Friseurunternehmer und Arbeitgeber damit um?
GW:
Wir wissen, das ist ein großer Schritt. Es ist jetzt unsere Aufgabe, unsere Unternehmer dafür zu wappnen, damit umzugehen. Arbeitnehmer müssen wissen, was auf sie zukommt. Aber auch Kunden, deshalb starten wir die Kampagne „Ich zahle faire Löhne“.

Wie bereitet man seine Unternehmer auf die Preissteigerungen vor?
GW:
Wir sind da ganz direkt: Liebe Unternehmer, ihr habt ab Oktober andere Löhne zu zahlen und deshalb müsst ihr jetzt andere Preise kalkulieren. Dazu gehören begleitend Gespräche mit Mitarbeitern und im nächsten Schritt mit euren Kunden. Wir haben da ganz viele Inhalte reingepackt. Seit 5 Wochen informieren wir unsere Unternehmer und Mitarbeiter, machen sie Schritt für Schritt stark.

#Neue Wege im Friseurhandwerk
Um die Zukunft des Friseurhandwerks mitzugestalten, lädt imSalon zum Zukunftskongress nach Berlin und bietet damit DIE Plattform, um die Herausforderungen der Friseurbranche gemeinsam zu adressieren und Lösungen zu finden. 

Unter Einbeziehung von Politik, Verbänden, wichtigen Partnern aus der Industrie/ Handel und Presse zielt dieser Kongress darauf ab, Chancen für das Friseurhandwerk zu erkennen und die Branche aktiv zukunftsfähig zu gestalten. JETZT dabei sein und Tickets sichern! ►Mehr dazu ..

Wie sieht das konkret aus?
GW:  
Dafür gibt es viele Werbemittel und eine eigene Webseite mit vielen Informationen: ► www.ich-zahle-faire-löhne.de. Die wichtigsten Instrumente sind aber direkte Onlineschulungen und Kalkulationsseminare mit teilweise bis zu 60 Teilnehmern.  Wir haben ein Kalkulations-Tool entwickelt, mit dem Kollegen individuell arbeiten können. Wir möchten unsere Unternehmer so bestärken, ihre Preise nach oben anzupassen. Diese betriebswirtschaftliche Hilfe ist wichtig.

Gibt es denn Durchschnittspreis-Richtwerte?
GW:
Aufgrund kartellrechtlichen Verordnungen möchte ich hierzu keine Angaben machen.

Glauben Sie nicht, dass es einen Aufschrei geben wird? Bei 12 € sind die Foren ja schon explodiert.
GW:
Viele Arbeitgeber jammern doch längst. In ein paar Jahren werden sie froh sein, überhaupt noch einem Mitarbeiter das Geld zahlen zu können.

„Ohne entsprechende Anpassungen wird es Kollegen geben, die das nicht überleben, das ist bitter, aber wir haben doch keine andere Wahl.“

Ab wann tritt der rheinländische Lohn- und Gehaltstarif in Kraft?
GW:
Zum 1.10.2022. 

Was sagen Sie denen?
GW:
Wir sind das doch Wert. Ich möchte dem Kunden stolz sagen können, meine Leistung ist das wert und wenn er meine Leistung nicht ordentlich und fair zahlen möchte, dann muss er woanders hingehen. Wer meint, ein guter Haarschnitt wäre zu teuer, der hat noch keinen schlechten Haarschnitt erlebt. 

Wie sieht es eigentlich im Rheinland mit den Barbershops und Zollkontrollen aus?
GW:
Wir haben mit den Zollbehörden einen sehr gutes Naheverhältnis und haben immer wieder Schwerpunktkontrollen. Wir fordern das weiterhin massiv. Wir fordern auch von den Handwerkskammern eine stringente Einhaltung der Handwerksordnung mit entsprechenden Kontrollen.

"Mein Motto ist: Was nur irgendwie geht, wird nach oben gepusht"

Wie sieht es mit den Auszubildenden aus?
GW:
Das Azubi-Einstiegsgehalt liegt im Rheinland bei 625 Euro und steigt 2023 auf 660. Im dritten Lehrjahr erhalten Azubis 830 Euro. Mein Motto ist, was nur irgendwie geht, wird nach oben gepusht. Das fordere ich seit Jahren, auch von anderen Landesverbänden und vom Zentralverband.

Unterstützt der Zentralverband ihre Aktion?
GW:
Das Rheinland ist aus dem Zentralverband ausgestiegen. Wir haben gefordert, vieles gesagt und wurden als kleiner Verband immer wieder belächelt. In Folge haben wir gekündigt.

Sollten wir hinsichtlich der großen Herausforderungen nicht alle an einem Strang ziehen?
GW:
Es ist in den letzten Jahren überhaupt nichts passiert, um die großen Probleme, mit denen wir konfrontiert sind, zu lösen. Also ist es nur konsequent, wenn dieser sich nicht verändert, dann verändern wir uns.

"Selbstverständlich ist unsere Aktion offen für andere Verbände"

Kurze Zwischenfrage Rheinland-Pfalz sind 2 Verbände?
GW:
Ja, es gibt das Rheinland und die Pfalz. Der Pfälzer Landesverband macht bei unserer Aktion nicht mit. Aber wir verfolgen unser Berufsbild und glauben an die Wertigkeit des Berufes.

Haben Sie denn mit Kollegen anderer Landesverbände hierüber gesprochen?
GW:
Einige Friseurinnungen haben bereits nachgefragt, weil sie etwas auf Facebook gesehen haben. Aber wir werden Gespräche führen, wenn die Aktion publik ist. Ich freu mich über jeden, der sich anhängt.

Was macht die Innung Rheinland anders?
GW:
Wir haben uns hier auch 2 Tage die Köpfe heiß diskutiert, aber das Gute ist, wir mögen uns alle und finden am Ende auch nach einer schwierigen Diskussion einen Konsens. Ich bin meinen Landesinnungsmeister Kollegen, dem Landesvorstand und den Vertretern der Mitgliedsinnungen für diese mutigen Entscheidungen sehr dankbar.

Mensch, wir müssen doch endlich aus dem verstaubten Innungsimage raus. Wir setzen dafür stark auf ganz junge Leute und die geben uns auch ganz schön Zunder, die tun sich nämlich so einen „Sch…“ nicht an, wie einer mal ganz direkt zu mir sagte. Das war ein Wake-up Call.

Lieber Guido Wirtz, vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg für Ihre Aktion. Ich bin gespannt auf die bundesweiten Reaktionen.

Guido Wirtz ist Salonunternehmer von Guido Wirtz Friseursalon in Körperich und Vorsitzender Landesinnungsmeister des Landesverbandes Friseure & Kosmetik Rheinland 

 

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Im Gespräch mit Raphaela Kirschnick

Diese Woche wurde der Lockdown verlängert. Wie betroffen ist RYF aktuell ?
MB:
Insgesamt hat uns Corona in 2020 € 5,2 Mio. Umsatz gekostet. In den zwei umsatzstärksten Phasen hatten wir geschlossen, das spüren wir. Was uns in 2021 verloren geht, ist noch gar nicht abzusehen. Nur dank des Mittels der Kurzarbeit und Anpassung der Kostenstruktur konnten wir den wirtschaftlichen Schaden, der natürlich immens ist, in Grenzen halten. Hier haben wir als Unternehmen, aber vor allem unsere Mitarbeiter große Opfer bringen müssen.

Was hat Sie 2020 am meisten überrascht?
MB:
Wie viel anlassbezogene Besuche beim Friseur ausmachen!
Nach dem Hoch im Mai hat sich die Frequenz in den Salons deutlich und nachhaltig verringert. Wir führen das auf vier Faktoren zurück: 1. Die Menschen haben Angst vor Infektionen oder gehören zur Risikogruppe, 2. Sie sind selbst wirtschaftlich betroffen und ihnen fehlt Geld, 3. Das fehlende Friseurerlebnis. Die Trennwände, das dauerhafte Maskentragen und die Distanz geben kein Gefühl einer Wohlfühloase. Und 4. Die Anlässe fehlen – normalerweise macht das 15-20% unserer Gäste aus. Auch beobachten wir, dass die männliche Kundschaft stärker zurückgegangen ist als die weibliche.

Interessant, denken Sie, das ist ein Überbleibsel aus dem Lockdown?
MB:
Mit Sicherheit, viele Männer werden für sich das Selberschneiden entdeckt haben. Oder sie lassen die Haare länger wachsen. Aber ich bin sicher, dass auch die Herren den Salonbesuch nach der Krise wieder schätzen werden.

„Wertschätzung …Darauf können wir nach der Krise aufbauen.“

Oder Sie lassen eine FriseurIn nach Hause kommen…?
MB:
Das ist ja aktuell verboten und stellt eine große Gefahr dar. Sicherlich hat der Home-Service zwischen den beiden Lockdowns an Attraktivität gewonnen. Ich denke aber nicht, dass dies ein Trend ist, der nachhaltig unsere Branche prägen wird. Nichts kann einen Besuch in einem Friseursalon ersetzen. Hier wird professionell und sicher gearbeitet.  

Ein positiver Effekt der Coronakrise ist, dass die Wertschätzung für unser Handwerk gestiegen ist. Darauf können wir nach der Krise aufbauen.

Im Gespräch mit Raphaela Kirschnick

Herr Breckwoldt, Sie setzen sich stark ein für die Reduktion der Umsatzsteuer auf 7%. Beschreiben Sie die aktuellen Herausforderungen!
Marc Breckwoldt:
  Aktuell sehe ich einen zu singulären Fokus auf Corona und seine Folgen, viele glauben, dass wenn Corona weg ist, auch die Probleme weg sind, das wird aber so nicht sein. Die unterschwelligen Branchenprobleme werden bleiben. Diese wurden durch Corona verstärkt und beschleunigt, Corona ist dennoch nicht schuld daran.

„Das führt zu einer massiven und ungerechten Wettbewerbsverzerrung…“

Welche unterschwelligen Probleme?
MB:
Die Friseurbranche leidet seit Jahren unter einer gesetzlichen Wettbewerbsverzerrung. Kleinstbetriebe (Umsatz unter 22.500,- €) nehmen stark zu. Diese sind von der aktuellen Mehrwertsteuer von 19% befreit. Wir sprechen hier von mittlerweile über 30.000 Betrieben, die Preise ohne 19% Aufschlag verrechnen könne, das führt zu einer massiven und ungerechten Wettbewerbsverzerrung. Jetzt kommt noch hinzu, dass in der Coronazeit der Schwarzmarkt geblüht hat.

Welche akuten Auswirkungen hat das?
MB:
Die Friseure leiden noch an schwerwiegenden wirtschaftlichen Folgen aufgrund der Lockdowns, sowie Kundenschwund aufgrund der Hygieneauflagen, Zutrittsbeschränkungen, Ängste, etc., Kapitalreserven sind aufgebraucht, viele sind noch im Überlebensmodus.

Sie zeichnen ein recht pessimistisches Bild
MB:
Ich sehe zuversichtlich in die Zukunft, denn das Friseurhandwerk hat einerseits an Wertschätzung gewonnen, andererseits steht die Branche vor einer großen Welle der Bereinigung und Konsolidierung. Es gab in den vergangenen zwei Corona Jahren bereits massive Salonschließungen.

War auch Ryf davon betroffen?
MB:
Bei Ryf haben wir 8 Salons geschlossen, einige davon haben wir zusammengelegt. Dies waren Salons, die bereits vor Corona angeschlagen waren.

Einmaliges Konzept

Nach fünf Jahren Salonleitung in einem Barber-Shop in Innsbruck und drei Jahren in der mobilen Selbstständigkeit, entschied sich Melanie Graus, ihre Vision „The Rolling Barber“ zu verwirklichen. Nun tourt die Jungmutter wochentags im eigens entworfenen Barberbus und bietet an fixen Standplätzen in zwei Tiroler Ortschaften bzw. vor Privathäusern ihre Friseurdienstleistungen an.

Der vormalige Krankentransporter, der gemeinsam mit fleißigen Helfern umgebaut wurde, ist ein perfekter kleiner Salon, mit einem Frisierstuhl, einem Waschbecken mit Wassertank, Ladestationen, Ablagen und Fächern etc.

Die Friseurinnung Tirol bat Melli zum Gespräch

"Es ist ein neues Konzept und bietet ein besonderes Flair und Erlebnis für meine Kunden."

Wann und warum haben Sie sich entschieden, Ihre Dienstleistungen mobil, im Barberbus anzubieten?
Melli Graus:
Die Idee hatte ich von Anfang an, als ich mich selbstständig machte. Der Gedanke es umzusetzen, ließ mich nie los und nach drei Jahren Selbstständigkeit beschloss ich, den Schritt zu wagen!

Welche Vorteile bringt das mobile Arbeiten? Was sind Herausforderungen, die es im „normalen“ Salonbetrieb nicht gibt?
MG:
Das flexible Arbeiten und die Mobilität sind sicher große Vorteile. Die Herausforderung lag darin, in relativ kleinem Raum alles unterzubringen und dabei einen übersichtlichen und sauberen Arbeitsplatz zu schaffen, um den Kunden ein Salonfeeling zu bieten.

Im Interview mit Juliane Krammer

Du hast die ONE SHOT AWARDS in der Kategorie Texture Shots gewonnen. Hat sich seit dieser internationalen Auszeichnung etwas geändert?
Ahmet Bilir:
Es war für mich die erste internationale Award-Teilnahme. Die Auszeichnung German Hairdresser of the Year habe ich 2005 und 2006 erhalten, aber ein internationaler Award fühlt sich nach einer anderen Liga an. Ich bekomme nun viele Medienanfragen, wurde zu einer Talksendung eingeladen und abseits davon kommen nun deutlich mehr Neukunden-Anfragen rein.

Was treibt dich an, für Awards Arbeiten einzureichen?
AB:
In erster Linie mache ich mit, weil ich Spaß an der Arbeit habe, meinen Stil und mein Können mit anderen vergleichen möchte. Auf diese Weise will ich herausfinden, ob andere Menschen das fühlen und verstehen, was ich transportieren will. Ehrlich gestanden, wollte ich auch einmal das ganze Spektakel eines Awards außerhalb der Heimat hautnah miterleben und sehen, wie eine Veranstaltung in dieser Größenordnung mit all den Shows organisiert wird.

Themenwechsel Downgrading vs. Upgrading: Wo siehst du Vorteile bzw. Nachteile als Unternehmer?
AB:
18 Jahre lang führte ich einen größeren Salon mit 15 Bedienplätzen. Vor 7 Jahren habe ich mich bewusst von diesem Salonkonzept getrennt. Ich wollte einen kleinen, individuellen Salon mit privater Atmosphäre schaffen, einen Ort, wo die Zeit während der Behandlung stillsteht. Das war auch meine Intention beim Verkleinern: Ich wollte Tempo rausnehmen und mich voll und ganz auf meine Kunden einlassen.

Bringt ein Salon-Downgrading wirklich mehr Ruhe in deinen Stylisten-Alltag?
AB:
Mein Salon fühlt sich wie ein Wohnzimmer an. Das verschafft auch mir ein anderes Arbeiten. Die Kunden sind meine Gäste, jede Person wird auch in einem separaten Zimmer behandelt. Es fühlt sich weniger nach Friseur-Salon, sondern nach Zuhause an.

Beim ►Cutting Edge Bewerb war Katrin Reitbauer, Tirolerin mit Salon im bayrischen Kiefersfelden, wiederholt unter den Nominierten. Als „Einzelkämpferin“ mit motivierter Instagram-Community, die sie in die Jury-Runde votete. Das geht nur mit gutem Netzwerk und Eigenmotivation! Als Ein-Personen-Unternehmen mit Leidenschaft und nach Jahren der Selbstständigkeit mit Salons rockt sie ihr Berufsleben erfolgreicher denn je, setzt auf ein Netzwerk der Soloselbstständigen, gibt Seminare und Salonschulungen und wünscht sich, eine Ausbildung, die es möglich macht, auch als EPU Spätberufenen den Start in den Friseurberuf zu ermöglichen. 

Im Gespräch mit Katja Ottiger

„Als EPU bin ich erfolgreicher denn je.“ 


Kati, nach Erfahrungen mit zwei Salons bist du mittlerweile soloselbständig, warum?
Kati Reitbauer:
Mit 24 Jahren hatte ich mein erstes Geschäft als Franchisepartnerin und ein zweites als Einzelunternehmerin mit Mitarbeitern. Mein drittes Geschäft habe ich nun als EPU - und das erfolgreicher denn je.

Wie zufrieden sind Sie mit den Corona-Hilfen des Staates?
MB:
Wir werden jetzt mit der Überbrückungshilfe III unsere ersten Erfahrungen machen. Nach dem ersten Lockdown hatten wir keinen finanziellen Anspruch, da unser Unternehmen zu groß für die Hilfen war. In der Theorie klingen die Hilfen ja alle erstmal gut, wie es in der Praxis dann ausschaut, werden wir noch erfahren. Fakt ist aber, dass es viel zulange dauert, bis die Hilfe ankommt.

Wie halten Sie das Unternehmen RYF, immerhin 70 Salons und 600 Mitarbeiter, liquid?
MB:
Wir haben in den letzten Jahren erfolgreich gewirtschaftet, haben Reserven angelegt und konnten bisher ohne fremdes Geld die Krise meistern. Natürlich stellt auch uns die Krise vor eine echte wirtschaftliche Herausforderung.

Das Hamburger Abendblatt schrieb über RYF Salonschließungen. Da drängte sich auf, nach Klier geht der nächste in die Insolvenz!
MB:
Die Überschrift des Artikels hat mich geärgert, aber wenn man den Artikel ganz liest, sieht man, dass ich mich differenziert geäußert habe. Wir haben ein starkes Fundament.

„Die Krise stellt uns vor Entscheidungen,
wie zukunftsfähig ein Salonstandort ist…“

Aber Sie schließen Salons!?
MB:
Ein Filialunternehmen ist immer in Bewegung. Mal schließen wir Salons, dann öffnen wir wieder welche. Die Krise stellt uns vor Entscheidungen, wie zukunftsfähig ein Salonstandort ist, aber das war auch schon vor Corona so.

Was unterscheidet Sie von anderen Filialisten?
MB:
Wir haben uns für ein Premiumkonzept entschieden und liegen preislich über vielen unser filialisierten Mitbewerbern. In den letzten 10 Jahren haben wir uns massiv qualitativ weiterentwickelt, haben einen umfangreichen neuen Markenauftritt umgesetzt und investierten viel in Weiter- und Ausbildung. Das Image von RYF und die Strategie in Richtung Premium zu gehen, unterscheidet uns von vielen anderen filialisierten Unternehmen und hebt uns deutlich ab. Und wenn wir vor der Frage stehen, ob wir an manchen Standorten den Mietvertrag verlängern wollen, müssen wir uns bewusstwerden, ob dort das Premium Konzept auch weiterhin noch einen Sinn hat. Dementsprechend schrumpfen wir immer mal wieder, wachsen allerdings auch weiter, in dem wir andere Salons übernehmen.

Wie partnerschaftlich geht es in Corona Zeiten zu?
MB:
Wenn ich das pauschal zusammenfasse, bin ich wirklich positiv überrascht. Wir haben mit allen Partnern, Lieferanten und Vermietern einen sehr guten Kontakt und suchten immer gemeinsam nach Lösungen, die für beide vereinbar sind. Von gesenkten bis hin zu erlassenen Mieten und Stundungsvereinbarungen konnten wir uns mit fast allen Partnern einigen. Das ist der langjährigen offenen Kommunikation mit unseren Partnern geschuldet. Das große Erlebnis war aber auch das partnerschaftliche Zusammenhalten und Zusammenwachsen mit unseren Mitarbeitern. Eine solche Krise kann man nur gemeinsam meistern.

Gab es letztes Jahr große Enttäuschungen?
MB:
Natürlich gab es Einzelfälle, wo es von Seiten der Vermieter keinerlei Entgegenkommen gab. Das ist sehr enttäuschend. In einem Fall sind wir seit über 30 Jahren ein treuer und verlässlicher Mieter. Wenn dann der Vermieter zu gar keinem Entgegenkommen bereit ist, stellt man die Partnerschaft natürlich in Frage.   

Sie haben nun gemeinsam mit 4 Kolleg*innen (Gabriele und Wolfgang Pertsch, Oliver Schmidt, Heiko Schneider) eine Initiative  „Friseure brauchen Zukunft“   gestartet, mit der Forderung nach einer Reduktion auf 7% Mehrwertsteuer.
Wie kam es dazu?
MB:
Wir teilen die Meinung, dass sich die Friseurbranche in einer existentiellen Krise befindet. Es gibt unendlich viele strukturelle Verwerfungen in unserer Branche. Corona ist noch nicht vorbei, schon spüren wir die Auswirkungen von Ukraine Krieg, Inflation, indexierte Mieten steigen, Energiekosten explodieren und dann kommt der Mindestlohn.

Mit welchen Folgen rechnen Sie?
MB:
Der größte Kosten-Faktor der Betriebe sind die Personalkosten, diese werden weiter steigen. Das wird weitere Betriebe in die kleine Selbstständigkeit drängen. Notwendige Preiserhöhungen werden schwer durchzusetzen sein. Vor allem dann nicht, wenn Kleinstunternehmer diese Nachfrage ohne Preiserhöhung bedienen können.

Wie wird das langfristig den Markt beeinflussen?
MB:
Ausbildungsverträge gehen weiter massiv zurück, Unternehmen können sich das ja nicht mehr leisten. 80% der Salons haben sich bereits aus der Ausbildung verabschiedet, jährlich treten immer weniger Auszubildende an. Solange es aber außerhalb des Dualen Systems keine Möglichkeit gibt, Friseur zu werden, läuft die Branche auf einen massiven Personalmangel zu. Wir haben strukturelle Probleme und jetzt kommen kostentechnische dazu.

Haben nicht alle Branchen mit Kosten zu kämpfen?
MB:
Im Gegensatz zu anderen Branchen können wir aktuelle Kostensteigerungen nicht durch Digitalisierung oder andere Innovationen kompensieren. Im Umkehrschluss heißt das, wir müssen Preise massiv erhöhen, um weiter wirtschaften zu können. Wir brauchen politische Unterstützung und deshalb fordern wir eine Reduktion der Umsatzsteuer auf 7% , um einen faireren Wettbewerb zu ermöglichen.

„Es kann nicht sein, dass immer nur wir geben müssen…“

Mit welchen Kostensteigerungen rechnen Sie?
MB:
Die Politik zwängt dieser Branche mit dem Mindestlohn eine Kostenerhöhung von 20% auf, neben den anderen Kostensteigerungen, die wir zu schultern haben. Ich bin ein großer Verfechter von höheren Löhnen und auch höheren Preisen für eine faire Dienstleistung, aber es kann nicht sein, dass immer nur wir geben müssen. Das trifft seriöse Unternehmer. Wir brauchen eine Entlastung, um eine Hyperinflation im Salon zu vermeiden. Mit dieser Petition und der begleitenden Kampagne verschaffen wir uns gesellschaftliches und politisches Gehör.  

Ist das nicht Aufgabe des Zentralverbands?
MB:
Ich sehe uns mit dieser Aktion als Unterstützer des Zentralverbandes und wollen die Forderung, die der ZV seit Jahren stellt, mit dieser Petition untermauern. Wenn unsere Forderung Gehör findet, ist der Zentralverband der einzig legitime Ansprechpartner für die Politik.

Was kann eine Petition bewirken?
MB:
Wen wir binnen 6 Wochen 50.000 Unterschriften sammeln, dann genießen wir ein Anhörungsrecht im Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages.
Diese Petition wird aber auch die Geschlossenheit des Friseurhandwerks für eine Sache demonstrieren. Das Ganze wird eine breitangelegte Medienkampagne, unterstützt von Industrie, Großhandel, Verbänden, Salonunternehmen und allen Friseur*innen, um mit starken Botschaften in ganz Deutschland wahrgenommen zu werden.

Wer sind Ihre Kunden und warum entscheiden sie sich dazu, ihre Haare im Barberbus schneiden zu lassen?
MG:
Da ich eine reine Herrenfriseurin/Barber bin, besteht meine Zielgruppe aus Jungs und Männern jeglichem Alters. Den gewissen Kundenstock habe ich mir in den letzten drei Jahren aufgebaut – ich setze auf Qualität statt Quantität. Die Wertschätzung der Kunden steht bei mir an erster Stelle. Es ist ein neues Konzept und bietet ein besonderes Flair und Erlebnis für meine Kunden.

Die One Shot Award Gewinner-Billder von Ahmet Bilir | Credit: Frank Bayh & Steff Rosenberger-Ochs Photographie BFF Professionals

Was bedeutet für dich der Zusatz „Prive“? Gibt es nun einen Unterschied zu konventionellen Salons?
AB:
Den Ausdruck Prive wählte ich bewusst, da ich beruflich oft in Paris unterwegs war und so ein Stück Frankreich in meinem Salon integrieren wollte.

Wie groß ist dein Team?
AB:
Neben mir gibt es noch eine weitere Stylistin. Eine Rezeptionistin kümmert sich um alles Organisatorische sowie um den Empfang. Sie hilft beim Kimono anziehen, serviert Getränke, beantwortet Mails, kassiert und nimmt mir die Warenbestellung ab. Sie ist zwar nicht produktiv am Kunden, sorgt aber für ein Wohlbefinden. Das macht viel aus.  

Das hören manche in der Branche nicht gern …
KR:
Prestige beginnt bei uns selbst! Natürlich wäre es für jeden, der den Weg der Selbstständigkeit geht, wünschenswert, einen Megasalon zu eröffnen und kostendeckend sowie gewinnbringend Mitarbeiter einzustellen. Das war vor einigen Jahren auch mein Ziel. Aber ich habe nach zwei großen Salons bemerkt, dass ich zwar die Fähigkeit habe, Menschen zu begeistern, zu motivieren und vorwärtszubringen, persönlich aber mehr für konventionelle Konzepte stehe wie z.B. Stuhlmiete oder Shop-in-Shop Konzepte.

Aber leider geht es in unserer Branche noch immer um Generationenbetriebe und Networking, das dort stattfindet, wo Friseurdynastien bestehen und ums nötige Kleingeld. Das war für mich beim Cutting Edge wieder gut sichtbar, bei dem die besten zehn Teilnehmenden von der eigenen Community gewählt wurden. Das verringert die Chancen eines Einzelkämpfers. Ein toller Award, aber für uns EPUs aufgrund der nötigen Reichweite für die Top Ten schwer zu erreichen.

 „Wir EPUs können es nur im Netzwerk schaffen“

Lass uns über EPU-Netzwerk und Motivation reden. Was wünschst du dir?
KR:
Ich wünsche mir, dass sich EPUs untereinander mehr vernetzen und besser aufstellen, auch über unsere Branche hinaus. Damit meine ich beispielsweise den Modeladen um die Ecke, der mit ähnlichen Fragen konfrontiert ist: Wie kann ich mich jeden Tag immer wieder allein motivieren? Wie erreiche ich meine Ziele? Wie bekomme ich meine Bestätigung? Und zwar nicht immer nur von den Kunden, sondern auch von anderer Seite.

Ich bin schon so lang im Business, habe verschiedenste Konzepte gesehen und viele Kollegen kennenlernen dürfen. Ich habe Hochs und Tiefs im Berufsleben, wie auch privat, erlebt und immer wieder auch Chancen bekommen. Ich weiß, worauf es ankommt und teile gern meine Erfahrungen, denn wir EPUs können es nur im Netzwerk schaffen. Die Großen machen es unternehmerisch schon lange so, Männer können das zudem besser als wir Frauen. Leider.

Was ist mit Businesskongressen, - Vorträgen, Messen?    
KR: Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es in den meisten Businessvorträgen um die Salons geht, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben und um deren Motivation. Aber wie geht genau das bei den EPUs? Wie kann ich allein Strategien haben und ausbauen? Das ist in meinen Augen ein sehr viel komplexeres Thema, in das man viel aus Psychologie oder Coaching hineinnehmen könnte. Im Grunde musst du das alles allein rocken, es ist wichtig, dass darauf mehr eingegangen wird.

RYF Premium Friseursalon am Hamburger Hauptbahnhof
Luxuriöses und stilvolles Ambiente | C: Pieter-Pan Rupprecht

Sind RYF Mitarbeiter in Kurzarbeit?
MB:
Ja weitestgehend. Wir machen ein wenig Online-Weiterbildung und zusätzlich haben wir ein digitales Angebot für unsere Azubis.

Wie ist die Erfahrung mit Ihren MitarbeiterInnen in dieser Krise?
MB:
Es ist ein Wahnsinn, was unsere MitarbeiterInnen alles leisten! Seit knapp einem Jahr stehen sie an vorderster Front und das in einer Zeit, in der man Kontakte vermeiden soll. Ich bin dankbar für diese unglaubliche Leistung und auch das Verständnis. Ich blicke dankbar, optimistisch und positiv ins neue Jahr, denn mit solchen MitarbeiterInnen kann man nur gewinnen!

Nutzen Sie die Corona Prämie?
MB: Ja, damit wollen wir all unseren Mitarbeitern für ihre unglaubliche Leistung in diesem Sonderfall danken und Anerkennung zeigen.

Finden Sie es richtig, Friseursalons geschlossen zu halten?
MB:
Als Inhaber von RYF, rein wirtschaftlich und rational betrachtet, kann ich es nicht verstehen. Wir sind Hygieneprofis und haben ein funktionierendes Hygienekonzept. Es wurde alles dafür getan, dass ein sicherer Friseurbesuch möglich ist. Bei über 400.000 Gästebedienungen zwischen Lockdown 1 und 2, ist bei uns kein Infektionsfall aufgetreten. Dies hatte Bundesgesundheitsminister Spahn ja auch schon frühzeitig erkannt. Seine Aussage „Friseure müssen nicht wieder schließen“ war goldrichtig!

Was ist Ihre konkrete Forderung an die Politik?
MB:
Öffnet die Salons! Auf den Straßen laufen, trotz Lockdown, einige mit gut geschnittenen Haaren durch die Gegend, obwohl Salons geschlossen sind. Das wird dann zu Hause schwarz gemacht. So entstehen deutlich mehr Kontakte, als wenn man uns öffnen ließe. Also ist die Schließung zur Eindämmung des Infektionsrisikos kontraproduktiv. Ich bin der Meinung, dass man uns ohne Sorge wieder öffnen könnte. Von mir aus auch mit FFP-2-Masken, die stell ich gerne zur Verfügung.

„Uns fehlt eine laute Stimme, ein Gesicht, das für uns einsteht.“

Wie könnten Sie sich ein Lobbying für die Friseurbranche vorstellen?
Den pauschalen Lockdown im Dezember konnte ich noch nachvollziehen. Jetzt fordere ich von der Politik mit einem Skalpell an einer Lösung zu arbeiten. Das heißt nicht einfach pauschal alles zu schließen, sondern von Branche zu Branche zu schauen, wo könnte man wieder öffnen. Uns fehlt eine laute Stimme, ein Gesicht, das für uns einsteht. Die Landesinnungsverbände und der Zentralverband haben auch nur eingeschränkten Handlungsspielraum und geringe zur Verfügung stehende Mittel. Das verstehe ich auch, aber wenn der Gesundheitsminister meint, dass wir mit diesem Wissen von heute nicht mehr schließen müssten, brauchen wir eine laute Stimme, die hinterfragt, warum wir dann doch drei Monate später wieder zusperren müssen. Bewegungen gibt es zwar, aber die werden nicht laut genug kommuniziert.

Wie planen Sie 2021?
Momentan ist das ganz schwierig. Wahrscheinlich wird es 3 Phasen geben: Bei einer Wiedereröffnung wird es wieder einen Run auf die Friseure geben, danach wird sich die Frequenz auf Vorjahresniveau reduzieren mit ca. 20 – 25% weniger Gästen. Meine Hoffnung ist, dass wir ab dem 3. oder 4. Quartal wieder zur Normalität zurückkehren und erfolgreich und normal weiterarbeiten. Wir haben viele strategische Projekte vor, die Digitalisierung und Weiterbildung wird einen riesigen Push erhalten.

Was planen Sie in Bezug auf Digitalisierung?
MB:
Terminvergabe ist das größte Projekt! Wir arbeiten an einem System, dass Termine effizient auf unsere KundInnen abstimmt und Termine vorschlägt, die es sich automatisch aus der Besuchsinformationen zieht.

Mit wem arbeiten Sie da zusammen?
Das machen wir selbst, ich komm ja aus der IT- und Beratungsbranche und bin sehr IT-affin. Seit vielen Jahren haben wir ein ausgeklügeltes Informationssystem, um die Flut an Daten zu analysieren und daraus Schlüsse zu ziehen. Wir waren eines der ersten Unternehmen, die den gesamten Prozess der gesetzliche vorgeschriebenen Kontaktdaten-Dokumentation direkt bei der Wiedereröffnung im Mai vollständig digital abgebildet hatte. Da sind wir gut unterwegs.

Preiserhöhung. Wie gehen sie damit um?
Ich bin grundsätzlich der Meinung, dass die Branche mit der Preisentwicklung nicht mutig genug ist. Wir sind da ganz anders. Wir erhöhen regelmäßig die Preise, aber investieren auch in die Qualität der MitarbeiterInnen und der Salons. Unser Ziel –Qualität und Leistung müssen immer stärker steigen als der Preis.

Und nach dem Lockdown?
MB:
Wir haben nach dem 1. Lockdown die Preise nicht erhöht, aber einen Hygieneaufschlag verlangt. Diese 2-4€ pro Besuch mehr steckten wir in unser Hygienekonzept. Mit der Mehrwertsteuersenkung haben wir die Preise nicht gesenkt. Unsere Kunden haben uns deswegen auch nicht abgestraft. Wir haben mit den etwas höheren Erträgen Boni für unsere MitarbeiterInnen ausgezahlt.

Um langfristig wirtschaftlich zu gesunden, muss man Preise erhöhen. Ein Teil der Kosten muss von Kunden mitfinanziert werden, dafür können wir ihnen eine super Leistung in einem sicheren Umfeld gewährleisten. Mit der wachsenden Wertschätzung unseres Handwerks, bin ich überzeugt, dass das unsere Gäste auch mitmachen werden.

„… zuversichtlich, dass wir gestärkt und auch besser aus dieser Krise herausgehen als wir hineingegangen sind.“

Auf was freuen Sie sich am Allermeisten in 2021?
Am allermeisten freue ich mich darauf, dass wir uns wieder begegnen können. Es fehlt die Nähe zu MitarbeiterInnen und Gästen. Ich freue mich auf die Zukunft und bin zuversichtlich, dass wir gestärkt und auch besser aus dieser Krise herausgehen als wir hineingegangen sind. Es wird den ein oder anderen treffen, der es nicht schaffen wird, aber die, die es schaffen werden, werden gesund und voller Tatendrang und Optimismus in die Zukunft starten. In jeder Krise entstehen immer auch neue Chancen, man muss nur hart arbeiten, um sie zu nutzen.

Vielen Dank für das ausführliche Gespräch und weiterhin viel Erfolg und Tatendrang.

_________________

Marc Breckwoldt ist Geschäftsführer der RYF Friseure Gruppe

70 Standorte in Deutschland und der Schweiz

Ca. 600 MitarbeiterInnen

Sind Kunden überhaupt daran interessiert?
MB:
Ich glaube, viele Kunden wissen gar nicht, mit welchen Herausforderungen wir zu kämpfen haben. Ein schöner Nebeneffekt könnte sein, dass wir bei unseren Kundinnen und Kunden ein positives Bewusstsein für kommende Preiserhöhungen schaffen. Ich bin überzeugt, dass wir viele Menschen begeistern und erreichen.

Viele Salons tun sich noch immer schwer mit Preiserhöhungen, wie wird sich diese Angst nehmen lassen?
MB:
An Preiserhöhungen wird kein Weg vorbeiführen. Wenn man offen und positiv kommuniziert, dann wird das auch vom Kunden positiv aufgenommen und verstanden. Man darf nicht vergessen, der Kunde sieht uns nicht als Branche, sondern sich selbst in seiner Beziehung zu seiner Friseurin und da müssen wir ansetzen. Friseure, die jedoch langfristig nicht mit angemessenen Preisen arbeiten, werden nicht überleben.

Kann die Senkung der Mehrwertsteuer auf 7% die Preiserhöhung unnötig machen?
MB
: Nein, die Preise werden wir dennoch erhöhen müssen, allerdings nicht so massiv, wie ohne Mehrwertsteuerreduktion. Man muss sich allerdings vor Augen halten, dass mit steigenden Preisen auch der Anspruch der Kunden steigt. Wir sind weiter gefordert, in Qualität zu investieren.

„Die Branche muss sich selbst sanieren…“

Was versprechen Sie sich langfristig?
MB:
Eine Senkung würde uns wieder finanzielle Luft für zukunftsgerichtete Investitionen geben und für einen fairen Wettbewerb sorgen. Wir müssen Perspektiven schaffen für einen guten Lohn, eine gesellschaftliche Anerkennung als Handwerk und vielleicht sind das jetzt alles Chancen. Letztendlich muss sich die Branche selbst sanieren.

Hinter dieser Initiative steckt viel Arbeit, was motiviert sie persönlich?
MB:
Nach zwei Jahren, die von der Pandemie geprägt waren, müssen wir jetzt die Weichen für die Zukunft stellen. Die Probleme, die ich hier beschrieben habe, betreffen ja ein Großteil der gesamten Branche. Mich motiviert der Zuspruch und wie positiv unsere Bemühungen von allen aufgenommen werden – von Kollegen, den Verbänden und Branchenorganisationen, aber auch von unseren Industrie- und Großhandelspartnern. Natürlich bin ich auch sehr dankbar, dass uns imSalon so großartig unterstützt. Meine Mit-Initiatoren und ich haben hier einen Anfang gemacht – gewinnen können wir nur, wenn wir uns alle gemeinsam für unser Ziel einsetzen. Gefühlt bringt dieses Thema gerade alle an einen Tisch und zeigt, ‚Hey‘ wir haben eine große, gemeinsame Aufgabe vor uns.

Die Petition ist heute gestartet, ihr größter Wunsch?
MB:
Ich ersten Schritt würde ich mir wünschen, wenn viele Branchenteilnehmer über Ihre sozialen Kanäle, Netzwerke und ihn den Salons auf unsere Kampagne aufmerksam machen und Ihre Kunden mit ins Boot holen würden. Auf unserer Webseite stehen viele Infos zum Download bereit. Ich nächsten Schritt würde ich mich natürlich freuen, wenn wirganz bald schon 50.000 Unterschriften haben und eine inszenierte Übergabe der Petition in Berlin machen könnten.

Herr Breckwoldt, ich wünsche viel Erfolg für die Petition. imSalon wird die Initiative aktiv unterstützen, denn #friseurebrauchenzukunft 

"Wissen ist wie das olympische Feuer, das weitergegeben muss, damit es nicht erlischt."

Hast du dich beim Verkleinern bewusst gegen Auszubildende entschieden?
AB:
Ganz und gar nicht. Wir haben einen weiteren Raum und somit Kapazität für insgesamt 3 Friseure. Ich habe viel zu geben und ich möchte gerne mein Wissen an andere vermitteln. Ich sehe das, wie das olympische Feuer, das weitergegeben muss, damit es nicht erlischt. Es ist schön zu sehen, wie man ein Fundament als Rüstzeug mitgibt und verfolgt, was daraus gemacht wird. Ich freue mich so sehr für meine ehemaligen Azubis, die sich irre gut weiterentwickelt haben.

"Gute Dienstleistung wird in naher Zukunft immer kostbarer. Das ist auch der Grund, warum man vor angemessenen Preisen nicht zurückschrecken darf."

Warum bildest du aktuell nicht aus?
AB:
Ich habe nicht die passende Person gefunden. Wenn ich ausbilde, habe ich eine Verantwortung, das muss aber von der anderen Seite auch passen. Das fehlte leider in den letzten Jahren. Ich setze auf bestimmte Umgangsformen und Verhaltensweisen. Wir haben im Salon Ansprüche, die müssen gelebt werden. Hier meine ich nicht den Schulabschluss, der ist immer zweitrangig für mich. Man kann alles lernen, wenn der Wille da ist. Manchmal ist man in der Schule auf einer anderen Welle als es in der Praxis der Fall ist.

"Die Mittelschicht-Kunden werden wegbrechen und du musst entscheiden, willst du billig sein und Masse abfertigen oder dich im oberen Preissegment positionieren."

Wo siehst du die Zukunft des Friseurhandwerks?
AB:
Wir Friseure dürfen keine Angst haben, wir brauchen uns nichts verstecken, denn gute Dienstleistung wird in naher Zukunft immer kostbarer. Das ist auch der Grund, warum man vor angemessenen Preisen nicht zurückschrecken darf. Meine Meinung als Mensch und Friseur: Die Mittelschicht-Kunden werden wegbrechen und du musst entscheiden, bist du billig und willst Masse abfertigen oder dich im oberen Preissegment positionieren. Da gehe ich doch lieber mit dem Preis nach oben, da ich einen Anspruch an meine Leistung habe.

„Ich mache seit Jahren eine Weihnachtsfeier mit anderen EPUs."

Was vermisst du konkret?
KR:
Die Industrie! Natürlich fahren wir nicht die Umsätze, die Österreichs Größen fahren. Aber wir haben Know-how, Kampfgeist, Organisation und verdammt viel Herzblut. Und genau diese Punkte aktivieren Umsatz, was wiederum der Industrie zugutekommt.

Und unter uns Soloselbstständigen geht es mir um besseres Vernetzen allgemein, auch bei solchen simplen Themen wie Weihnachtsfeier, Messebesuchen oder Seminaren. Wir machen z.B. seit einigen Jahren EPU-Weihnachtsfeiern mit Kollegen aus unterschiedlichen Branchen.

 „Meine Umsatzpläne kleben für mich gut sichtbar an meiner Rezeption.“  

Wie machst du das mit deiner täglichen Eigenmotivation?
KR:
Ich habe in meinem Salon Post-its kleben, die ich jeden Tag lese. Beim Cutting Edge beispielsweise hatte ich den Flyer vom Wettbewerb an meiner Rezeption hängen, immer im Visier, immer mit dem Gedanken: Habe ich heute schon meine Community bespielt? Dort kleben aber auch meine Umsatzziele und in meinem Aufenthaltsraum hängen jede Menge Smileys. Und ich führe ein Dankbarkeitstagebuch.

Ein Dankbarkeitsbuch?
KR:
Ja, dort schreibe ich jeden Tag hinein, wofür ich im dankbar bin, sowohl im Salon als auch im Privaten, aber auch, was meine nächsten Ziele sind, wo ich in einem Jahr stehen möchte.

Du weißt, wie es ist, Mitarbeiter zu haben, aber trotzdem möchtest du EPU bleiben?
KR:
Allerdings, obwohl ich derzeit eine Assistenz suche, die mich im Salonalltag unterstützt - an der Rezeption und im Office - und zudem habe ich die Möglichkeit, einen Platz zur Stuhlmiete anzubieten. Als EPU kann ich freier sein, freier meine Seminarkarriere ausbauen und bin flexibler im Privaten – ich habe zwei Kinder.

„Ich bin allein und hätte lieber eine Assistentin, die Kundenservice, Rezeption, Social Media macht.“

Andere würden eben sagen, dafür hat man Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter!
KR:
Das sehe ich anders. Ich habe meinen Qualitätsstandard und möchte diesen halten. Als Unternehmerin mit Personal muss ich schauen, wie ich meine Mitarbeiterinnen auf mein Level bekomme. Das ist wiederum eine Investition von Zeit, Kraft und Geld. Ich bin allein, mein ganzer Salon baut auf mich auf. Selbst der Salonname. Und ich bin für die Sachen frei, die vorne im Salon passieren und letztlich das Geld bringen. 

Die ständige Frage an alle Soloselbstständigen: Wie sicherst du dich im Fall deines Ausfalls ab?
KR:
Ganz altmodisch, wie es unsere Eltern schon getan haben: Sparen und schauen, dass immer etwas auf der Seite ist und ich so abgesichert bin, dass ich im Falle eines krankheitsbedingten Ausfalls eine gewisse Zeit überbrücken kann. Natürlich baut mein Konzept auf einem Standbein auf, auf der anderen Seite habe ich nicht die Kosten, die ein Betrieb mit Mitarbeitern hat. Aber auch, wenn du Mitarbeiter hast, kann dich das nicht unbedingt schützen. Wenn das Fundament fehlt, funktioniert es langfristig nirgends.

Hast du eine Betriebsausfallversicherung?
KR:
Ja.

"Größere Chancen beim Nachwuchs sehe ich bei 30 plus. (...) Wir müssen Ausbildung so gestalten, dass die im Leben Stehenden finanziell abgesichert sind."

Du bist Trainerin, u.a. im Wifi Tirol und hast früher Lehrlinge ausgebildet. Heut kommt das für dich nicht mehr infrage?
KR:
Ich habe früher Lehrlinge ausgebildet. Das geht sich zeitlich nicht mehr aus, da ich zwar Vollzeit im Salon bin, meine Öffnungszeiten aber nicht konform zur gesetzlichen Arbeitszeit eines Lehrlings stehen.

Gebt der Forderung mit eurer Stimme Gewicht   ► ZUR PETITION

 

Wie wird sich die Friseurbranche Ihrer Meinung nach, in Zukunft weiterentwickeln? Wird es mehr Angebote, wie das Ihre geben?MG: Ich weiß nicht, wie sich die Branche entwickelt, aber ich würde mir wünschen, dass ich junge Unternehmer inspirieren kann, ihre Träume zu verwirklichen!

Was raten Sie jungen Friseurinnen und Friseuren, die sich mit einer kreativen Idee selbstständig machen wollen?
MG:
Ich rate ihnen, alles gut durchzudenken, Pläne zu machen und sich von keinem Rückschlag bremsen zu lassen. Ohne ins kalte Wasser zu springen, wird man im Leben nichts erreichen! Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!

Apropos Preis: Du bietest Styling-Packages an. Was war dein Gedanke dahinter?
AB:
Wenn du im Spa bist, stehen auch immer wieder Pakete zur Verfügung. Ich biete „Queen for a Day“ mit 60 Minuten Auszeit an. Das beinhaltet Waschen, ein Treatment, Handpeeling, Föhnen und Styling, prickelnder Prosecco inklusive. Diesen Beauty-Wellness-Kurzurlaub gibt es um 100 Euro zu buchen.  

Wann ergibt sich die Zeit für dich, um voll und ganz in kreative Prozesse für Awards einzutauchen?
AB:
Ich habe einen Friseur-Freund in New York, Mustafa Yanaz. Er ist auch Fashion-Stylist und arbeitet für große Kampagnen: Gucci, Chanel, für Vogue Italia oder mit Bella Hadid - eine Liga, die seinesgleichen sucht. Ab und an nehme ich mir eine Auszeit, um in seiner Werkstatt zu üben, testen, mich inspirieren zu lassen. Ich gebe mich meinem inneren Kompass ganz hin und dann entstehen meine Kollektionen.

Was ist als nächstes geplant?
AB:
Ich spiele mit dem Gedanken beim nächsten Oneshot Award bei anderen Rubriken mitzumachen. Diese Social Media Awards sind eine tolle Möglichkeit, unkompliziert einzureichen. Es erleichtert ungemein, neben der Arbeit, einfach via Instagram Bilder hochzuladen und auf diese Weise einzureichen.

Dann bleiben wir gespannt, wie es in Zukunft mit Ahmet Bilir weitergeht. Alles Gute für die Zukunft und vielen Dank für das offene Gespräch.

Was ich allerdings cool fände, wäre die Möglichkeit, Menschen im zweiten Bildungsweg zu unterstützen. Ich habe Kundinnen, die gern Friseurin gelernt hätten, aber das früher, aus welchen Gründen auch immer, nicht getan haben. Die sind zwischen 30 und 40 Jahre alt.
Wir müssen Ausbildung so gestalten können, dass die im Leben Stehenden während dieser Zeit finanziell absichert sind, um Wohnung, Unterhalt und Urlaub finanzieren zu können. Wenn du älter bist, hast du eine andere Motivation und wenn du dann JA sagst zu dem Job, dann bleibst du auch dabei. Wir wissen nicht, wie das in zehn Jahren ausschaut, aber ich sehe derzeit eher die Chance bei solchen Leuten, als bei jungen Lehrlingen. Da steckt etwas ganz anderes dahinter und das würde Spaß machen.

Über Kati Reitbauer:

  • KATI r – Salon in Kiefersfelden (Bayern) // Trainerin u.a. Innung Tirol (Österreich9
  • Gewerbeanmeldung sowohl in Österreich als auch in Deutschland
     
  • Selbstständigkeit vor EPU: Salon in Wörgl (Österreich), Franchisepartnerin chaos Rosenheim (Bayern)
  • Trainerausbildung chaos hairconcept, L‘Oréal Fachtrainerin, Wella Fachtrainerausbildung, Salonschulungen und Bühnenevents in Deutschland und Österreich
  • Education für Wifi Tirol, Schwarzkopf Professional und in eigener Sache
     
  • Top Ten HAIRDERESSING AWARD 2008 Österreich        
  • Cutting Edge 2022 Gewinnerin Kategorie Styling Guru // 2023 Nominierte Kategorie Styling Transformation (Österreich)

www.kati-r.at

Im Gespräch mit Birgit Senger

Wie siehst du Co-Working-Spaces für die Friseurbranche?
Patricia Piatke
: Co-Working-Spaces für Friseure, das klingt für viele noch sehr ungewöhnlich. Vor 10 Jahren, als ich damit anfing Arbeitsplätze im Salon zu vermieten, gab es das Wort Co-Working-Space noch gar nicht. Auch heute denken viele dabei eher an Menschen, die in irgendeinem Office einen Schreibtisch mieten.Für mich war es ein Befreiungsschlag, mich so in der Branche aufzustellen. 

"Ich bin davon überzeugt, dass der Friseurberuf durch Stuhlmiete attraktiver, zeitgemäßer und zugänglicher wird."

Warum ist es Dir eine Herzensangelegenheit, über deine Erfahrungen zu sprechen?
PP:
Ich hoffe, mit meiner Geschichte etwas zu verändern. Ich bin davon überzeugt, dass der Friseurberuf durch Stuhlmiete attraktiver, zeitgemäßer und zugänglicher wird. Ich will den Beruf geiler machen. Es ist mir eine Herzensangelegenheit darüber zu sprechen, da ich mich in der Friseurbranche nie richtig zu Hause gefühlt habe. Ich war bisher in der Branche nie so vernetzt, bin nicht zu irgendwelchen Events oder Shows gegangen. Ich hab jahrelang alleine für mich rumgemacht, weil ich nicht so recht reingepasst habe, jetzt hab ich die Kapazität, das Standing und Bock politischer zu werden. Die Branche hat ein Problem und ganz ehrlich, wen wundert's? Im internationalen Vergleich läufts super für freelance Hairstylisten, das könnte doch hier auch mal langsam ins Rollen kommen.

Woran lag es, dass du dich in der Friseurbranche nie richtig zu Hause gefühlt hast?
PP:
Auf Englisch würde ich sagen "these are not my people“, es hat sich nie wie meine Gleichgesinnten angefühlt. Wenn ich irgendwo gefragt wurde, was ich beruflich mache, haben die Leute mit „Ach das sieht man dir aber gar nicht an.“ reagiert. Ich hatte immer meinen eigenen Style und hab mein Ding gemacht. In den letzten 15 Jahren bin ich hauptberuflich als freiberufliche Hair- und Make-up-Artist und Fotografin viel für die Medienbranche auf der ganzen Welt unterwegs gewesen. Als Friseurin freiberuflich zu arbeiten, ist in Deutschland noch unüblich. Mein Konzept des kompletten Stuhlmietersalons "Co-Work Salon" ist meine Vision den Beruf attraktiver zu machen.

Der Friseurberuf als Fulltimejob war für dich noch nie eine Option?
PP:
Ich finde es gut, wenn man es sich als Friseur*in erlaubt weniger zu arbeiten. Aber natürlich muss man in der wenigen Zeit auch gut verdienen. Es ist, gerade wenn man ihn über viele Jahre macht, ein krass anstrengender Job, der einem so unfassbar viel abverlangt. Man verausgabt sich in dem Beruf auf so vielen Ebenen, ob psychologisch, handwerklich etc.

"Für mich war mein Ursprungsberuf immer der Friseurberuf, den ich liebe und nie aufgeben wollte."

Dein Konzept gibt Friseur*innen die Möglichkeit frei, selbständig, flexibel zu arbeiten und damit gutes Geld zu verdienen?
PP:
Ich bin schon recht früh, mit Anfang zwanzig durchgestartet und hab hoch und runter alles gemacht, von Fotoshootings, Events, Werbespots, Fashion Weeks und alles, was man sich so vorstellen kann. Für mich war mein Ursprungsberuf immer der Friseurberuf, den ich liebe und nie aufgeben wollte. Also stellte sich die Frage, wie ich das alles unter einen Hut bekomme. Niemand hätte gern eine Teilzeitangestellte, die kommt und geht, wann sie will, das mit ihren Kunden selbst klärt und manchmal spontan eine Woche in einer Produktion verschwindet und dann gar nicht im Salon ist. Also musste der eigene kleine Salon her, in dem ich flexibel arbeiten konnte und nicht 9-5 vor Ort sein musste. Wenn ich einen Kundentermin hatte, war ich da und wenn ich eine Woche auf der Fashion Week unterwegs war, hab ich mich gefreut, mich wieder in den Salon hinter den Stuhl zu klemmen und meine Kund*innen zu bedienen, die „down to earth“ sind und nicht so abgehoben, wie in der Fashionbranche. Irgendwann fand ich es dann aber auch schade, dass mein schöner kleiner Salon, während ich unterwegs war, so gar nicht genutzt wurde. Vielleicht gibt es ja noch andere Friseur*innen, die mehrgleisig aufgestellt sind und für 2-3 Tage den Salon nutzen wollen wie ich. So entstand die Idee für mein neues Salonkonzept, was Kollegen die Möglichkeit gibt frei und selbständig zu arbeiten.

 

Wie viele KollegInnen nutzen mittlerweile „la Isla Salon“ als ihr Working Space? PP: Wir sind zu acht. Alle sind so aufgestellt, dass sie auch noch etwas anderes nebenbei machen und maximal an 4 Tagen den Salon als Arbeitsplatz nutzen.

Ist jeder vom Typ her als Stuhlmieter*in geeignet?
PP:
Du musst in der Lage sein, dich selbst zu managen, dich zu organisieren, deine Preise zu kalkulieren und deine Buchhaltung zu machen.  Wer dazu nicht der Typ ist, lässt sich besser anstellen. Es gibt da draußen viele Salons, die für gute Bedingungen ihrer Angestellten sorgen und bei denen es auch Spaß macht zu arbeiten. 

Welche Rahmenbedingungen müssen erfüllt sein, um im Salon eine Stuhlmieterin werden zu können?
PP:
Als Stuhlmieter*in brauchst du dein eigenes Buchungssystem, dein eigenes Kassensystem, eigenes Warenlager und eigene Vermarktung. Bei uns bespielt jeder seinen eigenen Social Media Account und bekommt darüber auch seine Bewertungen. Heute ist das alles viel leichter umsetzbar als vor 10 Jahren. Damals waren Kassensysteme noch wahnsinnig teuer und Terminbuchungen online noch unüblich. Die Technik hierfür ist mittlerweile für jeden gut zugänglich und erschwinglich geworden. Bei uns macht jeder sein eigenes Ding. Wo wir uns alle treffen, ist auf dem gemeinsamen Level der Qualität. In diesem Rahmen haben wir auch unterschiedliche Spezialisierungen. Jeder macht das, was er am besten kann. Wir wissen alle, was wir besonders gut können und was der andere kann. Wir schieben uns auch gerne mal die Kund*innen hin und her. Gute Voraussetzung, keinen Neid untereinander aufkommen zu lassen.

Credit: Patricia Piatke

Habt ihr ein gemeinsames Warenlager?
PP:
Jeder hat einen eigenen abschließbaren Spind. Jeder arbeitet mit seinem eigenen Farbsystem, für alle gibt es genügend eigene Regale für ihre Produkte. Hinter unseren Waschplätzen stehen ganz viele Shampoos und Pflegeprodukte, mit ganz vielen Stickern drauf, damit jeder seine Produkte wiederfindet. Jeder von uns so viel, dass er dem anderen nichts klauen muss.

Schreibst du vor, mit welchen Herstellern gearbeitet werden soll? 
PP:
Mir ist wichtig, dass unsere gemeinsamen Werte auch in der Auswahl der Produkte wiederzufinden sind. Mir ist wichtig, dass alle Produkte im Salon tierversuchsfrei hergestellt wurden. Ich finde es toll, dadurch, dass mit mehreren Marken gearbeitet wird, lernt man auch immer mal was Neues kennen und macht sich nicht so von einem Hersteller abhängig.

Wie regelt ihr den Verkauf von Haarpflegeprodukten?
PP:
Ich selbst verkaufe keine Friseurprodukte, sondern ein bisschen Keramik und Schmuck von meinen Freundinnen, die die Produkte lokal produzieren. Den Verkauf von Haarpflegeprodukten im Salon überlasse ich zwei Stuhlmietern, die ihr Sortiment allen Kund*innen anbieten. Das klingt bisschen komisch, funktioniert aber ganz gut. 

Wie seid ihr im Krankheitsfall abgesichert?
PP:
Wer selbständig arbeitet, muss sich darüber Gedanken machen und vorsorgen. Für den krankheitsbedingten Ausfall gibt es Zusatzversicherungen wie Krankentagegeldversicherungen, die einen Umsatzausfall auffangen. An Fehlzeiten durch Krankheiten sollte jeder bei der Preisgestaltung denken. Das gehört bei der Selbständigkeit natürlich mit dazu. Als Selbständige eine Woche mit Erkältung im Bett zu liegen und an den Umsatz zu denken, der einem gerade flöten geht, ist nicht so geil. Auch das ist eine Typfrage, wie ich mit sowas umgehen kann. Für Urlaub gilt übrigens das Gleiche.

"Man muss die Vorteile der Selbstständigkeit voll nutzen, z.B. lange Urlaub machen"

Wie viel Urlaub machst du?
PP:
Ich habe mir vor Jahren gesagt „Patze, jetzt bist du selbständig. Du musst jetzt niemanden mehr fragen, ob du Urlaub machen kannst. Jetzt kannst du dich doch selbst fragen, ob du 4 Wochen Urlaub machen kannst.“ Dann habe ich das getan und „ja“ gesagt, bin bis an das andere Ende der Welt gereist und habe mir Zeit genommen, für mich. Ich bin mit so einer krassen Power zurückgekommen, dass ich das ganze Jahr voller Motivation arbeiten konnte. Klar plane ich meine Auszeiten mittlerweile so, dass ich vor und nacharbeiten muss und mache hier und da auch mal nur ein paar Tage Urlaub. Um richtig abzuschalten und mich erholen zu können, brauch ich 4-6 Wochen. Es kann mir keiner erzählen, dass er nach 2 Wochen Urlaub erholt ist. Nach 2 Wochen Urlaub fängst du erst an abzuschalten und bräuchtest dann 2 Wochen, um dich zu erholen und die Akkus wieder aufzuladen. Das ist alles nicht so vorgesehen in der Arbeitswelt. Das ist nicht nur in der Friseurbranche so, sondern ich bin da kritisch mit dem gesamten System. Wir müssen doch leben und genug Power haben, um uns ständig zu motivieren. Keiner ist Friseur*in ohne, dass er den   Job gerne macht. Den Job kann man nur machen, wenn man ihn liebt! Das ist ja schon mal toll und das haben ja nicht alle Berufe. Wir sind diejenigen, die gerne machen, was sie machen, die kreativ sein können bei der Arbeit und im ständigen Austausch mit unterschiedlichen Menschen stehen. Ich finde, es sollte uns auch mal erlaubt sein, eine richtige Pause machen zu können. 

Als Stuhlmieter*in brauchst du den Meisterbrief, um dich selbständig zu machen. Wie siehst du das?
PP:
Ich finde, das Meistergesetz, in heutiger Form, steht der Branche total im Weg. Lasst uns das Meistergesetz in Deutschland bitte ändern. Ich rede nicht davon, den Meistertitel abschaffen zu wollen.Wir sollten allerdings ernsthaft darüber nachdenken, für wen es Sinn ergibt, die Meisterprüfung abzulegen und für wen nicht. Jemand möchte einen eigenen Laden mit Angestellten haben und ausbilden. Ok. Mach deinen Meister! Jemand möchte keinen eigenen Laden haben, keine Angestellten und nicht ausbilden, lediglich seine eigene Terminplanung und Abrechnung machen und braucht die gleiche Qualifizierung in Form vom Meistertitel? Warum? Überall auf der Welt, ob in den USA, Italien, Spanien, UK kann ich mir als Freelancer einen Stuhl in einem Salon mieten und auf selbständiger Basis als Friseurin arbeiten. Solange ich keine Angestellten habe, niemanden ausbilde, ist es doch sinnlos, die ganze Kohle auf sich zu nehmen und die Zeit für Meisterschule aufzuwenden. Ich verstehe nicht, warum sich darüber nicht viel mehr Leute aufregen. Man kann direkt nach der Ausbildung ohne Gesellenjahre und Berufserfahrung in die Meisterschule gehen. Aber eine erfahrene Friseurin kann sich nach 10/15 Jahren im Job aufgrund der Lebensumstände nicht einfach dafür entscheiden sich mal anders aufzustellen, z.B. als Stuhlmieter, soll dann dafür den Meister machen? Diese Person hat vielleicht gar nicht geschafft die Rücklagen zu bilden für die Kosten der Meisterschule oder/und hat Familie und es ist organisatorisch und finanziell nicht drin. Schwupp wieder eine Frau raus aus dem Beruf. Dabei könnte sie als Freiberuflerin viel flexibel arbeiten und Beruf und Kinder doch vereinen.  Diese veraltete Regelung ergibt einfach keinen Sinn.

Was spricht für dich gegen die aktuelle Regelung?
PP:
Sie ist nicht mehr zeitgemäß. Das betriebswirtschaftliche Know-how kann man sich auch auf anderem Weg aneignen. Als selbständige Hair- and Make-up-Artistin fragte mich auch keiner danach, wie ich meine Buchführung geregelt bekomme. Salonunternehmer kannst du sein, ohne Friseur zu sein. Die fachliche Ausbildung übernimmt in vielen Salons auch nicht allein die Friseurmeisterin. In der Innung Berlin habe ich das Gefühl, als sei man in den Achtzigerjahren stehengeblieben. Bei dem Ausbildungsmangel, der herrscht, sollten wir neue Wege zugänglicher machen. Nur so können wir jungen Menschen und Quereinsteigern das Friseurhandwerk attraktiver machen. Wir müssen neue Perspektiven bieten und zeigen, dass Flexibilität und guten Verdienstmöglichkeiten im Friseurhandwerk möglich sind.

Im „la Isla Salon“ macht jeder sein Ding, Ausbilden tut jedoch keiner. Findest du das ok?
PP:
Es wird immer jene geben, die gerne ausbilden. Vielleicht 30% der Betriebe. Wer nicht ausbilden mag, der trägt anders dazu bei! Wenn sich das Ausbildungssystem mal einer Modernisierung unterziehen lassen würde , würden wir vielleicht sogar auch ausbilden. Aber bei den aktuellen Aussichten in den Beruf, wenn soll ich da reinschicken? 

Wäre es für dich ok einen finanziellen Beitrag in Form zu leisten, um die Ausbildung im Friseurhandwerk zu sichern?
PP:
Darüber habe ich noch nicht nachgedacht, aber ich bin dafür, das Problem demokratisch zu lösen. Wenn es zu wenig Salons gibt, die ausbilden, müssen wir alle die wenigen unterstützen, damit sie weiter ausbilden können. Wenn es damit getan ist, dass beispielsweise ein Teil der Handwerkskammerbeiträge, für eine attraktivere Ausbildung im Friseurhandwerk eingesetzt wird, bin ich dabei. Ich kann ja nicht auf der einen Seite dafür sein, die Stellschrauben für Stuhlmieter*innen zu lockern, damit der Beruf attraktiver wird und gleichzeitig die Ausbildung nicht sichern zu wollen. Die Branche geiler zu machen, heißt ganz klar, dass sich jeder ausleben kann.

Durch die Möglichkeit in unterschiedlichen Berufen zu arbeiten, lernt man oft auch die Vorteile der einzelnen Berufe mehr zu schätzen. Du arbeitest als Hair- & Make- up-Artist, Fotografin und Friseurin? Was liebst du besonders am Friseurberuf?
PP:
Ich liebe das Bodenständige und die Planbarkeit im Friseurhandwerk und freue mich, dass oft Kundenkontakte über Jahre halten. Das ist alles nicht so heititei und schnelllebig, wie in der Produktionswelt, wo man heute Hü, morgen Hott auf Leute trifft, die man nie wiedersieht. Der Friseurberuf ist nachhaltiger, besser organisiert und planungssicherer. Ich bin froh, dass ich den Beruf nie aufgegeben habe.

Warum ist für dich das Geschäftsmodell der Stuhlmiete für dich das richtige?
PP:
Für mich war immer die Abwechslung das Allerschönste und mir meinen großen, großen Wunsch nach Flexibilität erfüllen zu können. Mittlerweile habe ich dadurch immer mehr my People aus der Branche gefunden, mit denen man gleich das Gefühl hat, dass es passt. Es gibt immer mehr Kolleg*innen, die nicht so frisörig aussehen und superschön und modern arbeiten und nicht so klischeehaft unterwegs sind.

Danke für das Gespräch, ich freue mich, dass wir uns kennengelernt haben und bin sehr gespannt, ob unser Gespräch für Veränderung und etwas Diskussionsstoff in der Branche sorgt.

Patricia Piatke 

HAIRSTYLIST & AIRBRUSH MAKE-UP ARTIST 

Make-up Artist Website: www.patze.space

Instagram: @la.isla.salon

LA ISLA SALON

-hottest crew in town-

Hagelberger Str. 56
10965 Berlin
 

Toupieren, auch bekannt als "Haare toupieren", ist eine Technik, bei der das Haar nahe der Kopfhaut gekämmt oder gebürstet wird, um Volumen, Textur und Fülle zu erzeugen. Durch das Toupieren werden die Haare angehoben und aufgebauscht, was zu einem insgesamt voluminöseren Erscheinungsbild führt. Diese Technik kann verwendet werden, um verschiedene Frisurtypen zu gestalten, von alltäglichen Looks bis hin zu eleganteren Hochsteckfrisuren oder lockeren Wellen. 

    #MonochromaticBasalt meets #PlatinumOpal

    Der Express Face Framing Service gibt ein spannendes Farbspiel in neutrales Blond. Der Bereich um das Gesicht wird aufgehellt und gleichzeitig eine kontrastreiche, kühle Tiefe hinzugefügt. Durch diese Technik treten die Gesichtskonturen optisch hervor und ein Block-Effekt wird erzielt. Die Farbrezeptur #MonochromaticBasalt wird dabei von #PlatinumOpal Tönen umrahmt.

    im Interview mit Juliane Krammer

    imSalon: Ela, du führst deinen Friseur-Salon, setzt aber auch auf Zusatzangebote. Was gibt es alles bei euch im Salon?
    ED: Neben unserem Friseur-Service im Salon gibt es bei uns T-Shirts, Hoodies, Caps und auch Nahrungsergänzungsmittel zu kaufen. Aber nicht nur Merchandise und Vitamin-Drops sind bei uns erhältlich, es gibt auch eine Büchertauschecke im Salon. Wie unser Salon-Name schon sagt: Wir wollen „Kleine Freuden“ bereiten.

    Step by Step zum richtigen Toupieren

    Step 1: Teile das Haar in Abschnitte, um das Toupieren einfacher zu gestalten. Sprühe, leichtes Haarspray oder Texturierungsspray auf die Haarwurzeln des ersten Abschnitts. Dies hilft, das Volumen zu erhöhen und das Toupieren zu unterstützen.

    Step 2: Halte einen Abschnitt des Haares hoch und platziere den feinzahnigen Kamm oder die Toupierbürste etwa 2-3 cm von den Haarwurzeln entfernt. Kämme oder bürste die Haare sanft in Richtung der Kopfhaut, indem du leichten Druck ausübst und die Haare leicht zurückschiebst.

    Step 3: Wiederhole diesen Schritt mehrmals, bis du das gewünschte Volumen erreicht hast. Arbeite dich Abschnitt für Abschnitt vor, indem du das Haarspray aufträgst und dann toupierst. Konzentriere dich auf den Haaransatz und arbeite langsam nach oben.

    Step 4: Nachdem du das gewünschte Volumen erreicht hast, kämme sanft die obersten Schichten der Haare über die toupierten Bereiche, um das Toupieren zu verbergen und ein natürlicheres Aussehen zu erzeugen. 

    Passendes Werkzeug? Der neue ►Y.S.Park Toupierkamm von Haaro bietet durch unterschiedlich lange Zähne und Trichterform der Zahnung einen super Toupier-Effekt.

    Wie trägt man Toupage heute?

     

    Credit: Wella Professionals | Express Face Framing Service

    Step 1 | Die Aufhellung konzentriert sich auf die Partien um das Gesicht herum, während der hintere Bereich in Freehandtechnik aufgehellt wird. 
    Step 2 | Tiefe und Kontrast werden am Haaransatz und in den nicht zuvor aufgehellten Längen und Spitzen eingearbeitet.
    Step 3 | Mithilfe der neuen Nuancen des Shinefinity Glaze wird den hellen Bereichen eine Nuancierung und natürlicher Glanz verliehen.

    Ela Decimo in ihrem Salon "Kleine Freuden" in Stuttgart. Credit: braunstein-photography.de

    Wann kam der Gedanke, im Salon mehr als Friseur-Dienstleistungen anzubieten?
    ED:
    Als ich mich selbstständig gemacht habe, wollte ich einen besonderen Ort schaffen. Nicht nur einen klassischen Salon, sondern einen Platz, wo man zusammenkommt und Freude hat. Ich möchte nicht nur Haare schneiden und „Tschüss, bis in 6 Wochen!“ sagen.

    Zahlt sich das Zusatzangebot aus?
    ED:
    Die Investition ins Merchandise zahlt auf das Werbekonto ein: Meine Kunden tragen unsere Shirts oder Hoodies und machen gleichzeitig Werbung für uns. Frummi biete ich an, weil ich selbst vom Produkt überzeugt bin. Die Marke hat sich so gut bei uns beworben, waren nicht nervig und berücksichtigt uns Friseure, damit wir was davon haben. Außerdem unterstützt das Frummi-Team dabei, die Genehmigung für den Verkauf von Lebensmitteln im Salon. Sie nehmen dir diese mühsame Arbeit ab.

    Was schaut denn für dich beim Verkauf von Nahrungsergänzungsmittel raus?
    ED:
    Ich biete Nahrungsergänzungsmittel nicht ausschließlich an, um damit Geld zu verdienen. Ich bin überzeugt, meinen Kunden und Kundinnen großen Nutzen anzubieten. Meine Mitarbeiterin und ich haben Frummi selbst getestet und die Haare waren danach tatsächlich stärker und Locken definierter als davor. Ich habe jetzt Kunden, die die Vitamin-Drops regelmäßig bei mir kaufen. Es gibt Aufklärungsflyer, die für die Beratung hilfreich sind und die sich Kundinnen mit nach Hause nehmen können. Diese Broschüren sind mit eigenen QR Codes für Salons versehen. So habe ich auch als Friseur etwas davon: Meine Beratung wird belohnt, sobald der Kauf über diesen Code stattfindet.

    #SeafoamBlue loves #PlatinumMauve

    Der Blocked Face Framing Service ermöglicht eine kreative Variante des Trend-Services durch eine Kombination von Pastelltönen wie Meeresblau und blassviolettem Platin. In diesem Look heben sich die Farbrezepturen #SeafoamBlue und #PlatinumMauve in marmorierter Optik von dem natürlichen Steinblond ab. Der Kontrast wird hier nicht durch Hell und Dunkel bestimmt, sondern durch eine Mischung aus Farbtönen. So entsteht ein Face Framing, das beruhigend und belebend zugleich wirkt.

    Wie integrierst du Nahrungsergänzungsmittel in den Salon-Alltag?
    ED:
    Wir haben die Produkte im Verkaufsregal ausgestellt und wenn ich sehe, dass eine Kundin unter Haarausfall leidet, verweise ich auf die Option Nahrungsergänzung. Nahrungsergänzung ist für mich wie ein normales Haarprodukt und wenn eine Kundin kraftlose Haare hat, berate ich sie mit all den zur Verfügung stehenden Produkten in meinem Salon. Wir geben dann kleine Probepäckchen mit. Ergebnisse machen sich aber natürlich erst bemerkbar, wenn man die Vitamine über einen längeren Zeitraum einnimmt.

    Und welche kleinen Freuden planst du noch in deinem Salon zu integrieren?
    ED:
    Eine Zeit lang war mein Kater mit zur Arbeit. Katzenstreicheln während der Einwirkzeit ist gut angekommen, wer weiß …

    Vielen Dank für den Einblick und alles Gute für die Zukunft!

    • Half-Up Hairstyles: Toupieren kann auch bei halbhochgesteckten Frisuren verwendet werden, um dem oberen Teil des Haares mehr Volumen zu verleihen. Toupier die Haare am Ansatz, bevor du den oberen Teil zu einem Pferdeschwanz oder einem Knoten zusammenbindest. Ariane Grande hat diesen Look zu ihrem eigenen, persönlichen Markenzeichen gemacht.
    • Alltäglicher Look mit Volumen: Für etwas mehr Volumen und Textur in den Haaren kann der Oberkopf toupiert werden.
    • Lockere Wellen und Beach Waves: Toupieren kann verwendet werden, um lockere, natürliche Wellen oder Beach Waves zu erzeugen. Toupier die Haare leicht, bevor du sie in Lockenstab oder Glätteisen wellst. Dies hilft, dass die Wellen voluminöser und haltbarer werden.
    • Glamouröse Anlässe: Für besondere Anlässe wie Hochzeiten, Bälle oder Partys kannst du das Toupieren verwenden, um glamouröse Frisuren mit beeindruckendem Volumen zu gestalten.
    • Zurückhaltendes Toupieren: Der moderne Ansatz des Toupierens ist oft subtiler und weniger übertrieben als in vergangenen Jahrzehnten. Ziel ist es, Volumen zu erzeugen, ohne dass das Toupieren offensichtlich sichtbar ist.
    • Texturierte Bobs und Pixies: Auch bei kurzen Frisuren wie Bobs oder Pixies kann das Toupieren verwendet werden, um mehr Textur und Form zu erzeugen.
    • Hochsteckfrisuren: Toupieren ist eine großartige Methode, um Hochsteckfrisuren mehr Volumen und Halt zu verleihen. Toupier die Haare am Oberkopf und an den Seiten, bevor du sie zu einer eleganten Hochsteckfrisur formst.

    Interessiert an Seminaren zum Thema Hochsteckfrisuren? Dann schaut bei unserem Seminarkalender vorbei.

    Credit: Wella Professionals | Blocked Face Framing Service

    Step 1 | Der gesamte Bereich um das Gesicht herum wird bis zum Ansatz aufgehellt und diagonal durch das restliche Haar gearbeitet.
    Step 2 | Der Großteil des Haares wird mit einem Glaze in der Nuance Seafoam Blue erarbeitet, wobei das Haar um die Gesichtskontur ausgespart wird.
    Step 3 | Als idealer Abschluss verleiht das neue Shinefinity Glaze den hellen Bereichen ultra Glanz und eine Nuancierung.

    Die neuen Face Framing Techniken wurden umgesetzt mit den drei neuen Nuancen von Shinefinity

    • Natural Flash (101/0)
    • Lavender Flash (101/6)
    • Opal Flash (101/8)

    Die Shinefinity Nuancen werden nach einer Aufhellung angewendet, haben mit nur 5 Minuten eine ultrakurze Einwirkzeit und können alleine oder kombiniert zum Einsatz kommen. Die Tönungslasur pflegt das Haar und gibt einen eindrucksvollen Glanz. 

    Im Gespräch mit Raphaela Kirschnick

    Wo arbeitest du als Barber?
    Louiz:
    Ich habe keinen eigenen Barbersalon, sondern arbeite zur Stuhlmiete. Ich habe mein Unternehmen zu Hause angemeldet und bin bei Johns Barbershop in Hamburg eingemietet. Bis vor Kurzem war das ein Barber&Son Showroom für Barbierstühle mit zwei Barbern, mittlerweile sind hier mehrere Kollegen eingemietet. Wir sind wie ein Team, obwohl wir unterschiedliche Unternehmen sind. Das Geschäft läuft gut, ich habe aufgestockt und einen zweiten Stuhl angemietet sowie einen Angestellten, den ich in Vollzeit zahle.

    Warum Stuhlmieter und nicht ein eigener Salon?
    Louiz:
    Wegen der freien Zeiteinteilung und dass man selbst weniger zu organisieren hat. Ich bin nur auf mich und meine Kunden eingestellt. Wenn ich mir morgens freinehmen möchte, dann mache ich das. Theoretisch könnte ich drei Wochen im Monat freimachen, wenn sich das finanziell ausginge. Ich zahle einen fixen Preis, in dem alles inkludiert ist - Miete, Strom, Wasser, Produkte. Ich arbeite mit eigenem Buchungssystem, die Kunden buchen direkt bei mir. Das ist praktisch mein eigener Laden in einem anderen Laden, mit eigenem Logo und eigenem Schlüssel, sodass ich kommen und gehen kann, wann ich will.

    Du nutzt ausschließlich die Produkte vor Ort?
    Louiz:
    Es gibt Produkte vor Ort, die wir mitbenützen können, um „Fremdprodukte“ kümmern wir uns selbst. Ich habe ein eigenes Produktregal und ordere meine Produkte entsprechend bei den Firmen.

    Was ist die Herausforderung beim Stühle mieten?
    Louiz:
    Stuhlmieten ist eine schnelle Methode, um sich selbstständig zu machen. Ich bin am 1. März 2020 nach Corona gestartete, gleich als wir wieder aufsperren durften und war sehr froh, John Barber&Son kennengelernt zu haben.

    Beim Stühle mieten ist es vorteilhaft, einen gut funktionierenden Kundenstamm zu haben, ich würde sagen, so um die 250 Leute, um durchgehend ausgebucht sein zu können. Ich habe inzwischen meine Stammkundschaft und nehme keine Neukunden mehr an.

    Was verlangst du für einen Herren-Haarschnitt?
    Louiz:
    50 Euro.

    Und du arbeitest wie oft?
    Louiz:
    Ich arbeite 6 Tage die Woche. Für mich ist mein Job ja eher ein Hobby. Ich fahre dahin, treffe meine Jungs und dazwischen schneide ich Haare.

    Apropos, wie viele Haarschneidemaschinen besitzt du?
    Louiz:
    Ich habe eine der umfangreichsten Sammlungen an Haarschneidemaschinen besessen, zuletzt waren das 25 Stück. Die Sammlung umfasste sowohl personalisierte Modelle als auch Sonder-Editionen und limitierte Maschinen, die es nur auf dem amerikanischen Markt gibt. Leider gab es im Salon einen Einbruch, geblieben sind mir drei Maschinen. Hier war ich richtig froh, BaByliss an meiner Seite zu haben, auf deren schnelle Unterstützung ich mich verlassen konnte.

    Das mit der Sammlung ist sehr ärgerlich, wann hast du mit dem Sammeln begonnen?
    Louiz:
    Als die erste goldene BaBylissPRO Maschine herauskam, das war 2018. Das hatte ich damals gepostet und dadurch ist Babyliss auf mich aufmerksam geworden und ich wurde Ambassador der Marke.

    Und hast du trotz der Annehmlichkeiten als Stuhlmieter Pläne, irgendwann deinen eigenen Shop zu eröffnen?
    Louiz:
    Auf jeden Fall mache ich irgendwann auch mein eigenes Geschäft auf. Ich bin schon auf der Suche nach einem eigenen Laden - aber ganz entspannt, denn derzeit ist das für mich so perfekt.  

    Danke für das Gespräch und für deine Pläne wünsche ich dir weiterhin viel Spaß und erfolgreiches Umsetzen.

    Über Louiz Blendz:

    Mitte April sorgten Promis über den Globus für 6 Stunden Unterhaltung - alles im Zeichen der Corona-Pandemie. Musiker gaben Performances zum Besten und Gesichter aus Politik und Medien zeigten Solidarität der WHO gegenüber, im Kampf gegen das weltweit verbreitete Virus. Wir haben das besondere Event mitverfolgt und stellten fest: Locken-Looks wohin das Auge reicht!

    Wer das Online-Event nicht verfolgt hat, kann dieses natürlich sofort nachholen. Den Link zum Video gibt es am Ende des Beitrages.

    BaByliss PRO Artist Theo Schnürer empfiehlt für Camilas Look folgendes Tool:
    BaBylissPRO 4Artists DIGICURL in 16mm

    Und so klappt der Look:

    Schritt 1:
    Hitzeschutzspray
    auf die gesamte Länge des Haares verteilen. Für mehr Textur und besseren Halt ► Sea Salt Spray (neu von Authentic Beauty) auf das Haar sprühen und Haare, bis sie trocken sind, föhnen.

    Schritt 2:
    Dünne Haarsträhnen passéweise abtrennen
    und mit dem Lockenstab bearbeiten. Tipp: Strähnen einmal links und einmal rechts um den Lockenstab drehen.

    Schritt 3:
    Mit etwas Geduld sind alle Haare schön gewellt. Das Ergebnis mit Haarspray fixieren.

    Weitere Locken-Looks von Camila Cabello, JLo, Beyonce oder Michelle Obama und wie man diese hinbekommt gibt es in folgendem ► Artikel.

    Mit Viva Magenta hat Pantone ein kraftvolles Statement für 2023 vorgegeben. 

    Alle Details zum neuen Farbton ►Link

    Ob auf dem Kopf, den Lippen oder im Salon… Wir haben einige Ideen gesammelt, wie ihr diese pulsierende Farbe ins Salonbusiness integrieren könnt:

    Kostja Epp im Gespräch mit Raphaela Kirschnick

    Kostja, was bedeutet deine Haarschneidemaschine für dich?
    KE:
    Meine Haarschneidemaschine, wie alle meine Tools, bedeutet für mich ALLES. Sie ist Essen, Hobby, Leidenschaft, Liebe. Ich habe durch diesen Job meine Liebe gefunden. Meine Läden sind schicker eingerichtet als mein Wohnzimmer, weil ich da viel mehr Zeit verbringe. Ich sehe den Job nicht als Job, das ist mein Leben.

    CAT alias Katharina Bullach und Raphaela Kirschnick

    Cat im Gespräch mit Raphaela Kirschnick

    Powerfrau unter Männern! Es ist ja noch immer ungewöhnlich als Frau die Barberkarriere anzugehen. Was sind da so deine Erlebnisse?
    Cat:
    Also… Sowohl positive als auch negative. Ich werde in der Barberszene oft unterschätzt, von Kunden sowie von Kollegen.
    Ich höre öfters ‚Kannst du das überhaupt, du hast doch gar keinen Bart und ob ich rasieren kann?

    Und was entgegnest du dann?
    Cat:
    Na, ich hab's halt gelernt, sag’ ich. Und dann überzeuge ich immer mit Expertise. Dann findet das jeder meistens krass und tatsächlich binde ich Kunden damit auch. Aber auch in der Kollegenschaft werde ich oft belächelt. Auch da kann ich nur mit meiner Arbeit überzeugen.

    Und wie reagieren Kollegen auf dein Können?
    Cat:
    Ich bin ja ein kleines Mädel, dem traut man vielleicht erstmal nicht alles zu. Die meisten entschuldigen sich dann auch dafür.

    Was ist dein Rat an junge Frauen, die in diese Barberszene möchten?
    Cat:
    Nicht unterkriegen und niemals einschüchtern lassen. Wenn mich irgendjemand blöd anmacht, dann ist mir das ziemlich egal. Ich lasse mich auch nie auf Diskussion ein, sondern denke mir meinen Teil.
    Mein Tipp: Lasst die Dummheit an euch abprallen, überzeugt durch eure Arbeit und bleibt stark.

    "Ich bin erfolgreich wegen meiner Kunst und nicht meiner Optik wegen."

    Gibt es auch sexistische Konfrontationen?
    Cat:
    Sehr, sehr oft! Ich kleide mich ständig unterschiedlich: manchmal komplett wie ein Junge und dann auch mal wieder freizügiger. Halt so, wie ich es mag. Wenn man mich nicht kennt und an einem Tag, an dem ich freizügiger gekleidet bin, begegnet, dann werde ich sofort abgestempelt. Das finde ich voll unfair. Denn wenn ein muskelbepackter, tätowierter Barber Mann mit Tanktop da, steht und viel vom Körper zeigt, da sagt dann keiner was.  Mir wird aber sofort unterstellt, mit Reizen zu spielen. Ich bin erfolgreich wegen meiner Kunst und nicht meiner Optik wegen.

    Wie viele Haarschneidemaschinen besitzt du?
    Cat:
    Wahrscheinlich viel zu viele, aber ich wechsle auch ständig durch. Ich habe natürlich meine Lieblingsmaschinen wie die Babyliss Pro CustomFX und vor allem die Chameleon. Ich liebe die Farben und identifiziere mich total mit ihr. 

    Was ist dir außer Optik noch wichtig?
    Cat
    Sie muss groß und schwer sein! Ich möchte etwas in der Hand halten, mit gutem Gewicht, das gibt mir Kontrolle.

     

    Can Avci im Gespräch mit Raphaela Kirschnick

    Can, du bist einer der bekanntesten Barber der Berliner Szene. Was bedeutet deine Haarschneidemaschine für dich?
    Can Avci:
    Ich bin eins mit meinen Geräten, ich arbeite mit ihnen und das ist wie ein guter Freund, der immer an deiner Seite ist.

    Was war das Höchste, was du für eine Maschine bezahlt hast?
    CA:
    Na ja, das kommt auf die Situation drauf an. Als Azubi ist der kleinste Betrag hoch. Damals habe ich mit der günstigsten Panasonic angefangen. Darauf habe ich aber auch aufgepasst, wie auf einen Rohdiamanten.

    Tousled Hair

    Die Beach-Waves wurden vom Tousled Hair Look abgelöst: Wellen sind von nun an nicht mehr perfekt gestyled, sondern sollen bewusst "messy" wirken. Dabei spielt die Länge der Haare keine Rolle. Tousled Hair kann sowohl bei kurzen als auch langen Haaren umgesetzt werden.
    Wir haben bei ► BaBylissPRO nachgefragt, wie man die Haar-Trends der Stars hinbekommt.

    So geht der Look: Tousled Hair 

    Für Touseld Hair, wie bei Beyonce oder JLo eignet sich ein 32mm oder 25mm Lockenstab. Dafür werden die Haarsträhnen passéweise abgetrennt. Es ist darauf zu achten, die Strähnen in verschiedene Richtungen zu drehen - abwechselnd einmal links und einmal rechts um den Lockenstab. Anschließend wird jede Strähne mit Haarspray fixiert.
    Profi-Tipp von André Schulz: "Die vorderen Strähnen nach außen um den Lockenstab wickeln, das verleiht dem Gesicht einen schönen Rahmen. Für mehr Natürlichkeit bearbeite ich die Locken anschließend mit den Fingern nach und ziehe diese leicht auseinander - dadurch wird das Resultat noch sanfter."
    Unsere Produktempfehlung: ► BaByliss PRO 4 Artists DIGICURL Lockenstab

    Viva Magenta ruft nach Haarfarbe

    Eure mutigsten KundInnen an die Front. Mit diesen Haarfarben könnt ihr punkten:

    Dein Lieblingstool?
    KE:
    Wir haben bei BaByliss PRO so viele Maschinen, die alle ein wenig anders sind. Jede Maschine hat ihr eigenes Ding. Aktuell begeistert mich die Lo-Pro, die liegt unglaublich gut in der Hand. Vor allem bekommt sie wunderschöne Übergänge für die aktuell trendigen Taper-Fade Crops hin. Ich liebe sie.

    Hast du dir eigentlich auch eine Maschine von BabylissPRO Custom FX personalisieren lassen?
    KE:
    Ja klar! Etwas, das sehr gut zu mir passt (grinst)

    Jetzt bin ich neugierig!Kostja holt eine pinkfarbene Haarschneidemaschine der FX Custom-Serie hervor.
    KE: Ich bin ein Mensch von leben und leben lassen! Ich muss mich nicht mit Flaggen positionieren, um meinen Standpunkt zu vertreten. Mir ist aber eine Botschaft sehr wichtig, „Let the colours free“ - Lasst die Farben frei.

    Pink – Wow, das finde ich sehr mutig.
    KE:
    Pink hat ja nichts mit sexueller Orientierung zu tun. Für mich ist es wichtig, dass man Menschen nicht über Farben in eine Schublade schiebt. Deswegen habe ich mich für Pink entschieden.

    Was sagen die Frauen in deinem Team dazu?
    KE:
     Die finden das cool. Ich hab‘ richtig tolle Mädels, einige sind richtig gute Barber. Viele Kunden hinterfragen tatsächlich, ob Frauen Bärte schneiden können. Seit wann bestimmt ein Geschlecht, was jemand kann?
    Wir reden ja nicht von Sport, wo es körperlich Unterschiede gibt, sondern vom Handwerk und ich habe einige Barbierinnen, die das super machen.
    Also ich wollte das Farben-Statement aufgreifen, es ist unerwartet und räumt mit Klischees auf.

    "Wir bluten alle das gleiche Blut und jeder muss zum Friseur."

    Bist du politisch aktiv?
    KE:
    Eigentlich will ich mich gar nicht politisch positionieren, ich bin viel zu harmoniesüchtig. Ich bin der Meinung, jeder ist frei mit seinen Gedanken.  Dennoch muss man respektvoll miteinander umgehen und seine Meinung nicht jedem auf die Nase binden, vor allem wenn ich weiß, es stört denjenigen. Wir wollen weiter koexistieren und diese Koexistenz zwischen uns, die finde ich wichtig, ob vegan, Fleischesser, gay, hetero, Jude oder Araber, ist doch alles wurscht. Wir bluten alle das gleiche Blut und jeder muss zum Friseur.

    Hast du selbst negative Erfahrungen gesammelt?
    KE:
    Ich habe russische Wurzeln und du glaubst gar nicht, was ich mir von Kunden direkt ins Gesicht anhören musste, als der Krieg losging. Schlimm, mit welchen Scheuklappen manch einer durch die Welt springt. Ich respektiere andere, erwarte aber auch Respekt. 
    Wenn wir alle so denken würden, dann gäbe es viel weniger Leid und Krieg und alle könnten viel glücklicher sein. Also raus aus Schubladen, Free the colours.

    Lieber Kostja, toll, was man mit einer Haarschneidemaschine alles bewegen kann. Free the Colours, eine schöne Botschaft.
     

    Über Kostja Epp

    Kostja heißt eigentlich Konstantin und ist Inhaber des Offenbacher Salons NOJA (Unisex Salon + Barber Shop) und BabylissPro Ambassador.

    Lange Haare und Vollbart sind sein Markenzeichen, so manch einer verwechselt ihn mit AquaMan. Kostja ist 2,01 m groß.

    Dürfen andere deine Maschine mitbenutzen?
    Cat:
    Meine Chameleon und die CustomFX, die benutze nur ich, alle anderen Maschinen darf jeder im Salon benutzen. Bei uns hat nicht jeder seine eigene Maschine, dafür braucht man viel zu viele unterschiedliche Maschinen. Es hat allerdings jeder sein eigenes Scheren Werkzeug.

    Stellst du deinen Mitarbeiterinnen*Mitarbeitern Tools gratis zur Verfügung?
    Cat:
    Maschinen stelle ich zur Verfügung. Bei Scheren beteilige ich mich zur Hälfte an den Kosten, auch wenn es teurere Modelle sind. Azubis bekommen die Ausrüstung komplett geschenkt.

    Dein Wunsch für die Branche?
    Cat:
    Ich würde gerne mehr Frauen begeistern. Diese versuche ich über Social Media zu inspirieren und durch meine Ambassador Funktion bei BabylissPro.

    Cat, Danke für das Gespräch. Gerne unterstützen wir dich bei deinem Wunsch zu inspirieren. Viel Erfolg weiterhin.
     

    Über Cat

    Katharina Bullach ist Inhaberin von Friseursalon Catherine‘sStudio & Barber Shop, Chatherine‘sFaces (Beauty) in Feuchtwangen. Sie ist Masterstylistin; Diplomcoloristin; Extensionspecialist; Masterbarber;

    Als BabylissPro Ambassador ist Cat auf vielen Bühnen präsent, gibt Seminare und managed den BaBylissPRO IG-Account

    Und danach?
    CA:
    Nach meiner Ausbildung habe ich mich ja bereits ein Jahr später selbstständig gemacht. Damals bin ich lange und gut mit meinem Equipment ausgekommen. Aber dann beginnt man sich umzuschauen. Die Barber-Szene wurde immer wichtiger, ich hab‘ mich ständig weiterentwickelt und begann Erfahrungen mit Haarschneidemaschinen zu sammeln und habe mir entsprechend gute Maschinen geleistet. Heute bin ich als BaBylissPro-Ambassador natürlich gut ausgestattet.

    Was hat deine Maschinenauswahl beeinflusst?
    CA:
    Ich habe immer viel Zeit investiert, welche Form ich mit welcher Maschine schneide. Welche Maschine eignet sich für welche Kontur, dem habe ich mich dann spielerisch genähert.

    Hast Du eine Lieblingsmaschine?
    CA:
    Ich bin verliebt in die Babyliss Pro Skeleton. Das ist meine Lieblingsmaschine, was Konturen angeht. Und ich stehe voll auf die neue Custom FX Serie. Meine Farbgestaltung ist Weiß – Grün – Gold.

    JLO performed für das Global Citizen Konzert in ihrem Garten. Gestyled ist sie mit den neuen Trendwellen Tousled Hair. 

    ►Chroma ID’s Pink Intense Bonding Color Masks von Schwarzkopf, Magentaton von Dezent bis Intensiv, von individuell bis ausdrucksstark.

     

    "Kunden sollen deinen Wert und deine Schneidekunst erkennen."

    Redest Du eigentlich mit Kunden über deine Maschinen?
    CA:
    Natürlich, das ist für mich sehr wichtig. Ich bin der Meinung, ein guter Barbier braucht gutes Besteck, sowie ein Koch gute Messer braucht. Ohne das richtige Tool bist du nicht 100 %. Kunden sollen deinen Wert und deine Schneidekunst erkennen, aber auch, womit du schneidest. Ich habe sehr großen Respekt vor meinem Equipment, pflege und hege es.

    „Jeder Friseur sollte megaviele Maschinen ausprobieren, bis er sich mit einem Tool identifizieren kann.“

    Und deine Mitarbeiterinnen*Mitarbeiter?
    CA:
    Ich bin sehr gut ausgestattet in meinem Laden. Junge Mitarbeiter können sich gerne etwas aussuchen. Ich schenke ihnen auch das wesentliche.
    Dennoch sollte jeder Friseur megaviele Maschinen ausprobieren, bis er das Tool findet, mit dem er sich identifizieren kann. Es hat ja nicht nur etwas mit der Leistung zu tun, sondern auch mit der Optik und der Ergonomie.
    Tatsächlich denke ich oft an meine Maschine und überlege mir, wie ich sie modifizieren kann, sie ist einfach ein Teil von mir.

    Danke lieber Can für deinen Einblick und weiterhin viel Erfolg

    Über Can Avci

    Barber Can Avci ist Barbier und BaByliss-Ambassador. 2010 gründete der gebürtige Berliner in Kreuzberg seinen ersten Barbershop „Cutbusser“. Mittlerweile führt er mit seinem „Fade Club“ drei Barbershops. Zu seinen Kunden gehören bekannte Wirtschaftsleute, prominente Musiker, Schauspieler und auch Sportler, wie auch die Spieler der deutschen Nationalmannschaft.

     

    BEYONCE hingegen trägt ihre Locken für die Übertragung der Online-Veranstaltung mit Volumen in den Längen. 

    TAYLOR SWIFT stylte sich zu Hause für den Auftritt mit leichten Bewegungen in den Längen. 
    Für den Look von Tayler Swift kann auch auf die All-in-One-Lösung zum Glätten und Locken zurückgegriffen werden. 

    Unsere Produktempfehlung: ► BaBylissPRO 4 Artists DIGISTYLE Glätteisen
    Um einen langanhaltenden Look zu garantieren kann die Temperatur auf bis zu 230 Grad hochreguliert werden. Außerdem sorgen negativ geladene Ionen, die aufgeladene Haare neutralisieren, für einen "Anti-Frizz-Effekt".

    ►Magenta Magic von Guy Tang’s #mydentity, intensiv pigmentierte, semipermanente Direkt-Coloration  

    Romantic Waves á la Camila Cabello

    Für Locken wie bei Camila Cabello wird ein kleinerer Durchmesser des Lockenstabs (ca. 19 mm) benötigt. Hier kann im Freihand-Stil gearbeitet werden. Wichtig ist hier zu berücksichtigen: je länger die Haare, umso größer werden die Locken.
    Unsere Produktempfehlung: BaBylissPRO 4 Artists DIGICURL Lockenstab
     

    ►High Magenta und Nudist Pink  von Wella Color Fresh Masks inklusive reichhaltiger Pflege.

    CAMILA CABELLO sorgte mit Shawn Mendes für Gänsehaut-Feeling pur. Für ihren romantischen Look setzte Camila auf verspielte Wellen in den Längen. 

    Andrew Smith Collection | Fotocredit: Richard Miles

    Inspiration gefällig: Andrew Smith zeigt die schönsten Magenta-Styles, frisch coloriert zum Jahresstart 

    Kollektion

    Curly Lob

    Richtige Power-Locken, wie bei Michelle Obama bringen 90s Flair auf den Kopf zurück und so wird im Handumdrehen ein Curly Lob (Lob = Long Bob) aus Haar mit Schlüsselbein-Länge.
    Je kürzer das Haar, umso mehr kommen die Locken zur Geltung. BaBylissPRO empfiehlt auch hier den ► Digicurl Lockenstab mit einem Durchmesser von 10mm. Dieser kann für einen langanhaltenden Look auf bis zu 210 Grad aufgeheizt werden.  

    Damit die Looks auch bei feinem Haar funktionieren, gibt es bei diesem Lockenstab keine Klammer. Außerdem kann dieser auf 160 Grad minimiert werden. 

    Farbe ins Regal Extended

    MICHELLE OBAMA präsentiert in der Corona-Krise ihre Lockenpracht. 

    Pink in allen Schattierungen auf dem Regal, schafft Farbtupfer auf Augenhöhe, am besten mit einem kombinierten Angebot. Et voilà, es lebe Magenta als Verkaufsaktion!

    Pinkish im Regal gibt es zum Beispiel von

    • Bonacure Color Freeze von Schwarzkopf Professional, vegane High-Performance Farbpflege – wie passend
    • Chi’s Royal Treatment von Gieseke, luxuriöse Volumenpflege 
    • Glow mit Authentic Beauty Concept, duftendes Super-Food für die Haare
    • Sanftes Statement mit Oribe’s Balancing Pflege

     

    Die Tools für die Looks von BaBylissPRO aus der 4ArtistsKollektion

    Easy Color Splash Make-up

    DIGICURL Lockenstab 

    • gibt es in fünf unterschiedlichen Durchmessern (10mm bis 32mm)
    • perfekt kann im Freihand-Stil gearbeitet werden
    • ohne Klammer entwickelt
    • Hitze lässt sich auf 160 Grad minimieren (um feines Haar zu schützen)
    • lässt sich bis auf 210 Grad hochregulieren (für langanhaltende Looks bei kräftigem Haar)

    Ob Lippenstift, Nagellack oder Eyeshadow: Magenta belebt das Make-up und wird zum Impulskaufartikel der Saison.

    • Sweet Raspberry ist der trendige Liquid Lipstick von La Biosthétique und vereint Geschmeidigkeit eines Gloss und Deckkraft eines Lippenstiftes.
       
    • Passend dazu gibt es den Brilliant Nail Candy, hochpigmentiert und langanhaltend. Gebt euren Kunden etwas magentaisierendes mit auf den Heimweg.

    DIGISTYLE Glätteisen

    • Anti-Frizz-Effekt: negativ geladene Ionen, neutralisieren die Aufladung der Haare
    • Advanced Ceramics Heizsystestem: sofortige Wärmerückgewinnng und schnelles Aufheizen
    • bis zu 230 Grad, um langanhaltende Styles zu kreieren

    Beide Geräte bieten die Keratin Lustre Technologie, die für mehr Glanz und Geschmeidigkeit sorgen.

    Colourful Protection

    One World: Together at home - zum Nachsehen

    Den Klassiker unter den Haarschneideumhängen gibt’s auch in der neuen Trendfarbe von Classic bei Trend Design.

    Edle Tools mit Farbansage

    BabylissPRO Straightener

    Wow, so ein magenta-irisierendes Glätteisen ist ein Statement, wie der ►Elipstyle von BabylissPro Metal Styler aus erlesensten Materialien sowie vielen innovativen Funktionen.

    Und wer seine ganz eigenen Magenta-Töne wünscht, gestaltet sich seinen Clipper ganz individuell in Pink-Tönen oder mit anderen Farben kombiniert. ►Babyliss PRO Custom FX  machts möglich.

    Pink in der Hand

    Die japanische Kultmarke Y.S. Park liebt Farben und macht auch beim Trendton 2023 keinen Rückzieher. Von Schneidekamm bis Stilkamm  gibt es 25 magentaisierte Kamm-Varianten, exklusiv bei Haaro.

    Cut Pretty in Pink

    Jaguar ist bekannt für seine bezaubernden Farb- und Druckmotive. Die Pastell Plus Candy ist ein schönes Haarschneidestatement aus Edelstahl. Perfekt, es gibt sie in unterschiedlichen Varianten und Ausführungen, mit passendem Messer und Modellierschere.

    Spring is coming

    Credit: Olga Zarytska | AdobeStock

    Das neue Jahr hat begonnen und schon freuen sich alle auf den Frühling. Erste Vorboten, na klar Viva Tulipa Magenta, so einfach ist es Lebensfreude in den Salon zu holen. 

    Garderobenwechsel

    Outfit schwierig! Da jedoch gefühlt, in jedem zweiten Salon, Schwarz die Kleiderordnung bestimmt, wären Magenta-Sneakers für alle ein kraftvolles Statement.

    Talk about Magenta

    Und weil jetzt ganz viele von Magenta sprechen und ihr vielleicht noch ein nettes PR-Thema braucht: Wie wäre es mit dem Viva Magenta Service: Farbservice im Magentaversum – wir haben uns spezialisiert.

    Interieur

    Und dann wäre da noch das Thema Einrichtung. Wie Salons sich schon jetzt einrichten und was Einrichtungsexperte Olymp empfiehlt, das lest ihr im ►Teil 2 Magenta im Salon Interieur.

    Andere Ideen: Dann schreibt uns, wir freuen uns auf euren Input unter pr@imSalon.de.

    Die richtige Dirndlfrisur ist fast genauso entscheidend wie das perfekt sitzende Dirndl selbst. Von romantischen halboffenen Flechtfrisuren bis zu verspielten Hochsteckfrisuren!

    Bangs sind super gefragt und eine großartige Möglichkeit, einen Haarschnitt zu verzieren oder ideal für Kundinnen*Kunden, die einfach mal etwas Neues ausprobieren wollen.

    Heutzutage gibt es so viele verschiedene Arten von Ponys und Stirnfransen, weswegen eine gute Beratung wichtig ist. Hier könnt ihr mit euerem Friseur-Fachwissen punkten, wenn sich eine Kundin Bangs wünscht. Dabei gilt es vor allem die Haartextur und die Wachstumsrichtung zu beachten.

     

    In Kooperation mit der Ultimativ Group hat Wella Professionals beeindruckende Statement-Looks für die diesjährigen Wiesn entworfen. Klassische Flechtfrisuren wurden mit modernen Elementen verschmolzen, um Looks zu erschaffen, die sich mühelos an jede Dirndl-Kreation anpassen lassen.

    Credit: Ian West / PA / picturedesk.com

    5 Types of Bangs

    Blunt Bangs wie Taylor Swift

    Auch bekannt als gerade Pony, er wird in einer geraden Linie über die Stirn geschnitten und kann in verschiedenen Längen geschnitten werden, von knapp über den Augenbrauen bis knapp unter den Augenbrauen.

    Credit: Valerie Marie Voithofer

    Trendige Oktoberfest Flecht-Looks

    Look 1: Geflochtener Dutt

    Bevor mit der Frisur begonnen wird, sorgt Perfect Me für eine glatte Haaroberfläche. Bei langen Haaren ist es immer wichtig, mit Abteilungen zu arbeiten. Im ersten Schritt werden die Seitenteile abgearbeitet und anschließend die Mitte.  Mit den geflochtenen Haaren wird unten ein leichter Dutt gesteckt. Abgerundet wird der Look mit dem Glanzspray Glam Mist. Für besonders langen Halt wird die Frisur noch mit Mistify Me Strong fixiert

    Side-Swept Bangs wie Zendaya Coleman

    Dieser Pony ist auf einer Seite länger und wird zur Seite gefegt, entweder um ein Auge zu bedecken oder das Gesicht zu umrahmen. Er kann schräg oder in einer gebogenen Form geschnitten werden.

    Look 2: Wild & Getwisted

    Um der Frisur Volumen und Grip zu verleihen, wird als erster Schritt Dry Me in den Ansatz der Haare gearbeitet. Anschließend werden die Deckhaare mit Just Brilliant getwisted, damit am Kopf Struktur entsteht. Die Haare werden im nächsten Schritt zu festen, feinen Zöpfen geflochten und mit Grip Cream als Strukturengeber bearbeitet. Zum Fixieren wird Super Set verwendet, um einen festen Halt zu garantieren.

    Credit: STEVE MARCUS / REUTERS / picturedesk.com

    Curtain Bangs wie Sydney Sweeny

    In der Mitte geteilt, umrahmen Curtain Bangs das Gesicht auf beiden Seiten. Sie können in verschiedenen Längen geschnitten werden und zur Seite gefegt oder in der Mitte hängen gelassen werden.

    Credit: Valerie Marie Voithofer

    Look 3: Geschwungene Flecht-Zöpfe

    Um der Frisur Volumen und Grip zu verleihen, wird als erster Schritt Dry Me in den Ansatz der Haare gearbeitet. Anschließend verleiht Perfect Me mehr Struktur. Während des Flechtens wird die Frisur immer wieder mit dem Haarspray Mistify Me Light fixiert. Für optimalen Glanz wird das Glanzspray Glam Mist verwendet, um die Frisur zu veredeln.

    Wispy Bangs wie Dakota Johnson

    Wispy Bangs werden mit viel Textur geschnitten und können glatt getragen oder mit einem leichten, zerzausten Look gestylt werden. Sie können in verschiedenen Längen geschnitten werden und können mit dem Rest des Haares verblendet werden, um einen subtileren Effekt zu erzielen.

    The Ultimativ Group hat die Looks mit den EIMI Produkten erarbeitet.

    Interessiert an Wella-Seminaren? Dann schaut bei unseren ►Seminaranbietern vorbei.

    Credit: BFA / Action Press / picturedesk.com

    Micro Bangs wie Zoë Kravitz

    Der Mikropony ist ideal für alle, die ihrem Look eine kühne Dramatik hinzufügen möchten. Er ist sehr kurz, ausdrucksstark und betont Gesichtszüge, insbesondere die Augen. Für das beste Ergebnis untersuchen Sie den Haaransatz auf Wuchsrichtungen, die den Verlauf des Ponys beeinflussen können.

    Im Gespräch mit Juliane Krammer


    Sie haben ein neues Arbeitsmodell in ihrem Salon eingeführt: 36h Woche bei vollem Gehalt. Welche wirtschaftlichen Maßnahmen braucht es für die Umsetzung?
    Ingeborg Salletmayr:
    Ich bin 59 Jahre alt und führe seit 33 Jahren erfolgreich meinen Salon. Dafür muss ein Unternehmen auf sicheren Beinen stehen. Das ist eine Grundvoraussetzung, eine solche Maßnahme umzusetzen.

    4h pro Woche weniger, wie rechnet sich das?
    IS:
    Meine Mitarbeiterinnen machen in 36h den gleichen Umsatz, wie in 40h. Wir prüfen monatlich unsere Planung und haben ein gut funktionierendes Controlling. Das Ergebnis: Es gibt keine Nachteile, meine Mitarbeiter sind sehr motiviert. Ich habe keine Fluktuation, super Mitarbeiter und Lehrlinge, die nach Abschluss im Unternehmen bleiben. Mein Team freut sich außerdem, das Auto an einem Tag weniger benutzen zu müssen, so wird auch die Umwelt weniger belastet.

    Kolumne von Samantha Schüller

    ‘Die jungen Leute von heute’

    Oder eher gesagt, früher war alles besser?

    Da gibt es plötzlich diese jungen Menschen, diese ‚Gen Z‘, von der alle sprechen (das ist übrigens die Generation, die zwischen 1997 und 2012 zur Welt kam), und die spricht von Selbstverwirklichung, Work-Life Balance, Flexibilität und dabei wollen sie auch noch Geld verdienen. Und das im Handwerk.

    Dabei wissen wir alle: Ausbildungsjahre sind keine Herrenjahre!!

    Das traditionelle Handwerk bedeutet sich durchzubeißen, durchzuhalten und sich „mal nicht so anzustellen“. Jedoch werden wir mit diesen Traditionen die Generation von morgen eher verlieren statt vereinnahmen.

    Eine Führung von oben herab ist out und nur am Stuhl zu stehen, keine Perspektive.

    Also, wie motivieren wir diese jungen Menschen? Ganz einfach: in dem wir sie miteinbeziehen. Wir müssen den jungen Menschen zuhören und das ernst nehmen, was ihnen wichtig ist. Es ist nichts Verkehrtes daran, im Leben glücklich sein zu wollen. Das ganze Leben muss sich nicht mehr nur um die Arbeit drehen und trotz dem kann man damit erfolgreich sein Geld verdienen. Andere Branchen schaffen es schließlich auch.

    Traditionen sind da, um sie einzureißen. Damit sie es anders machen können, als wir es vorgelebt bekommen haben. Das Handwerk ist kein Aufopfern mehr. Kein 24/7 am Stuhl stehen, bis 22 Uhr arbeiten und mit kaputtem Rücken ins Bett fallen. 70 Jahre Haare machen, um dann für 1200€ in die Rente gehen.

    Eigentümer Dkfm Hans Schmid Künstler Giuseppe Fata und Models | Credit: Inge Prader

    Für die Herbstkampagne 2023 und das runde Jubiläum der Kooperationsserie präsentiert das Kaufhaus Steffl Kopfschmuckskulpturen von Giuseppe Fata.

    Unter dem Motto „A FASHION TRIBUTE TO CARRAVAGIO“ schuf der gebürtige Italiener 15 einzigartige Stoff-Skulpturen, die in Form und Farbe von Caravaggios barocken Werken inspiriert sind und dessen berühmte Bildsprache in einen völlig neuen Kontext setzen.

    Wie wird die Auslastung koordiniert?
    IS:
    Wir haben 4 Tage die Woche geöffnet.

    Wie erfolgt so eine Umstellung?
    IS:
    Ich habe diese Art der Mitarbeitermotivation bei Kolleginnen verfolgt und mich über einen längeren Zeitraum schlau gemacht. Außerdem erleichtert das neue Arbeitsmodell, gute Mitarbeiter zu finden. Aber auch für mich als Salonbesitzerin ist es einfacher, da ich einen Tag weniger im Salon sein kann. Das ist die Zukunft!

    Das klingt jetzt alles sehr verlockend, aber Hand aufs Herz: Gibt es auch Nachteile?
    IS:
    Natürlich sind die langen Arbeitstage sehr anstrengend. Donnerstag ist zum Beispiel von 8.30 bis 20:00 Uhr geöffnet. Aber nach einem Jahr der Umstellung will keiner mehr zum alten Modell zurück.

    Wie sind nun die Öffnungszeiten?
    IS:
    Mittwoch und Freitag 8:30 bis 18:30 Uhr, Donnerstag bis 20:00 Uhr und Samstag von 7:30 bis 13:00 Uhr.

    Was wir davon haben, sehen wir heute: Keine Lobby, kein Nachwuchs, kaum Unternehmergeist. Eine Burn-Out-Quote die wächst und ausgelernte Friseur*innen, die wir aus unserer Branche verlieren, weil sie sich mangels Wirtschaftlichkeit irgendwann anders orientieren.

    Wir haben mit dem Input junger Menschen die Möglichkeit, das Handwerk neu zu gestalten, indem wir auf Augenhöhe kommunizieren.
     Was wir dafür tun können? Platz machen, zuhören und uns selbst mal nicht zu ernst zu nehmen. Damit sie es besser machen können, als wir es bisher gemacht haben.

    Der Künstler kreierte dramatischen Kopfschmuck, den es in dieser Form in Österreich nie zuvor zu sehen gab. Die Herbstkollektionen von den Design-Labels Etro, Philosophy di Lorenzo Serafini und MSGM werden durch die aufwändigen Stücke Teil einer märchenhaften Gesamtkomposition.

    Jedes von Hand gefertigte Exponat harmonisiert perfekt zu den Farben des Herbstes: Rost, Petrol und Kastanie unterstreichen die Looks der internationalen Designerkollektionen und werden im Steffl Schaufenster effektvoll in Szene gesetzt.

    Ein Besuch in Wien lohnt sich immer, dabei sollte man den Gang in die Kärntnerstrasse nicht verpassen und unbedingt einen Blick ins Steffl Schaufenster (Kärtnerstr. 19, 1010 Wien) werfen.

    Hier die Kunstwerke der Kollektion:

    "95% der Dienstagskunden ist es egal, an einem anderen Wochentag zu kommen. Bei Samstagskunden ist das nicht so einfach."

    Viele setzen auf einen freien Samstag, Sie auf den Dienstag, warum?
    IS:
    Natürlich gab es die Überlegung den Samstag zu streichen, aber wir sind am Land, es gibt viele Hochzeiten und andere Feierlichkeiten. Somit müsste immer wieder jemand vom Team an einem Samstag eingeteilt werden - Bräute kann man nicht an einem anderen Tag terminieren. 95% der Dienstagskunden ist es egal, an einem anderen Wochentag zu kommen. Bei Samstagskunden ist das nicht so einfach.

    Über Samantha Schüller

    Sam Schüller ist 31 Jahre  und startete ihre Karriere im Jahr 2014 als selbständige Friseurunternehmerin. Kurz darauf eröffnet sie ihren ersten kleinen Friseursalon (57 qm) in Düsseldorf. 9 Jahre später vergrößerte sie auf 150qm. Sam führt 11 Mitarbeitende im Salon, hat einen Podcast und ist Unternehmensberaterin. Seit der Geburt ihrer Tochter steht sie selbst nicht mehr am Stuhl. Ihr Ziel ist es zu zeigen, dass man auch als Friseurin Karriere machen kann, ohne 24/7 am Stuhl stehen zu müssen.

     

    "Seit der 36h Woche wurden die Stehzeiten im Team reduziert."

    Gibt es eine Leerzeiten-Regelung?
    IS:
    Seit der 36h Woche wurden die Stehzeiten im Team reduziert. Meine Mitarbeiterinnen gehen nicht durchgehend eine Stunde auf Pause, sondern teilen sich die freie Zeit über den Tag, den Leerzeiten entsprechend, auf. Alle sind sehr flexibel in der Einteilung und bereit, früher mit der Arbeit zu beginnen oder auch länger an einem Tag zu arbeiten. Die 4-Tage Woche motiviert sie, ihre Arbeit in der vorhandenen Zeit sehr gut umzusetzen.

    Wie groß ist ihr Team?
    IS:
    Mein Team besteht aus 5 Personen inklusive eines Lehrlings.

    Wie ist eine 4-Tage Woche bei Auszubildenden möglich?
    IS:
     An einem Dienstag pro Monat werden Trainingstage abgehalten. Dann können die Lehrlinge in Ruhe üben und betreut werden. Diese Betreuung übernimmt eine Mitarbeiterin von mir.

    "Ein angemessenes Gehalt ist selbstverständlich, aber das allein ist nicht der Schlüssel zum Erfolg: Sie müssen sich wohl fühlen und gern in die Arbeit gehen. ... Trotzdem muss man als Chefin konsequent sein und unternehmerisch denken."

    Viele Kolleg*innen klagen über Mitarbeitermangel. Bei Ihnen ist das Gegenteil der Fall. Was machen Sie anders?
    IS: 
    Zusammenhalt, ein gesundes Arbeitsklima und das Wohlbefinden einer jeden Einzelnen haben bei uns höchsten Stellenwert. Wir pflegen einen respektvollen Umgang miteinander und begegnen uns auf Augenhöhe. Meinen Mitarbeiterinnen biete ich jeden Raum für berufliche Weiterbildung genauso wie persönliche Entfaltung. Sie sollen selbständig und verantwortungsvoll handeln. Ein angemessenes Gehalt ist selbstverständlich, aber das allein ist nicht der Schlüssel zum Erfolg: Sie müssen sich wohl fühlen und gerne in die Arbeit gehen. Mein Team ist meine zweite Familie. Wir entscheiden alles gemeinsam, so auch die 4-Tage Woche. Trotzdem muss man als Chefin konsequent sein und unternehmerisch denken.

    Ingeborg Salletmayr führt ihren Salon Friseurteam Ingeborg in Münzkirchen Oberösterreich. 

    Im Interview mit Juliane Krammer

    Frau Pezic, Sie und ihre Business-Partnerin, Bettina Herrmann, setzen in ihrem Friseur-Salon auf Nahrungsergänzungsmittel. Wie kam es dazu?
    Simone Pezic:
    Wir leben in unserem Salon seit 1988 einen ganzheitlichen Zugang in punkto Beratung. Meine Geschäftspartnerin und ich wollten uns abheben. Auch deswegen bilden wir uns stets weiter. Ob im Bereich Marketing, Psychologie oder Nahrung – das ist wie ein weiteres Mosaiksteinchen, das unseren Salon als Ganzes erfolgreich macht. Unser Anspruch sind gesundes Haar und ein gesunder Körper.
    Nahrungsergänzungsmitteln stand ich immer sehr skeptisch gegenüber. Es gibt davon sehr viel am Markt und man hat beinahe keinen Überblick mehr, was wofür gut ist …

    Was hat Sie überzeugt, Vitamin Drops im Salon zu integrieren?
    SP:
    Wir bekamen ein Info-Paket von ► Frummi per Post. Die Art und Weise, wie die Produkte beschrieben waren, fanden wir außergewöhnlich. Die Herstellung findet in Deutschland statt, ein Biochemiker-Team steht dahinter, die Produkte sind vegan und der Geschmack ist gut.

    Kolumne von Annemarie Graf

    Ich gebe es zu: Ins Restaurant gehen, ist mit mir nicht wirklich einfach. Mir ist es selbst schon peinlich, doch ich tue es immer wieder. Ich verändere Gerichte so, wie sie mir schmecken. „Kann ich statt Pilzen bitte Zucchini haben“, ist hierbei wohl die normalste Frage.
    Ziemlich sicher hast du das auch schon gemacht.
    „Ohne Zwiebeln, ohne Rotkraut, mit Joghurtsoße“, fängt ja schon beim Döneressen an.

    Nun soll das heute kein Ausflug in meine Essgewohnheiten werden, sondern mal wieder ein Blick raus aus unserem Friseurleben, rein in die große weite Welt.

    Heute geht es um Zusatzdienstleistungen, verpassten Umsatz und die individuellen Bedürfnisse unserer Kunden.
    Und hier zeigen uns Restaurants und Großkonzerne à la Amazon, wie es geht.

    Kolumne von Elisabetta Giannattasio

    Diese Kolumne ist eine Hommage an alle Lila Ladys. Wer aber sind sie und noch wichtiger: Was möchten sie uns sagen?

    Meiner Studie zur Folge, die lediglich auf Beobachtung und Fantasie basiert, konnte ich Folgendes feststellen: Die Gattung der Lila Ladys ist in zwei Untergruppen zu unterteilen, diese unterscheiden sich dabei ganz wesentlich.

    Im Interview mit Juliane Krammer

    Jennifer, du bist Colour-Expertin, aber führst in deiner Salon-Preisliste „Balayage“ nicht an, warum?
    Jennifer Brahm:
    Viele Kunden kennen gar nicht das Ergebnis einer Balayage, denken aber, sie haben eine, dabei sind es Babylights, etc. Wenn sich eine Kundin online für einen Balayage-Service anmeldet, meldet sie sich bei uns im Salon für eine bestimmte Zeit an. Deswegen rufen wir sie zurück, um herauszufinden, wie aufwändig das Projekt tatsächlich ist. Denn erst im Gespräch bemerke ich, wie viel Zeit tatsächlich einkalkuliert werden muss.

    Im Salon Ovis werden die Vitamin-Drops bei Bedarf in die Beratung integriert | Credit: Frummi

    Wie beginnt eine ganzheitliche Beratung und wo hört sie auf?
    SP:
    In den letzten 10-15 Jahren hat sich in der Branche ein Wandel vollzogen. Gesundheit ist mehr denn je in den Vordergrund gerückt. Soweit ich darf, gebe ich Menschen auf gesundheitlicher Ebene Input.

    Welches Know-how braucht man, um Nahrungsergänzungsmittel im Friseur-Salon anzubieten?
    SP:
    Ich bin keine Biochemikerin und keine Ärztin. Im Fall von Frummi wurden wir zwei Tage lang geschult, denn man muss wissen, was in diesen Drops enthalten ist. Mittlerweile sind es auch die Erfahrungswerte: Ich sehe, was passiert, wenn Kundinnen die Drops täglich zu sich nehmen.
    Das Gespräch und die Beratung haben dabei oberste Priorität. Wenn wir hören, dass ein gesundheitliches Defizit besteht, geben wir den Flyer mit allen Infos mit und empfehlen, dies mit dem Arzt zu besprechen.

    Zusatzdienstleistung im Salon

    Das Thema ist gerade in aller Munde und auch du bist sicherlich nicht daran vorbeigekommen. Wimpernlifting, Augenbrauenlifting und Hennabrows sind zum Megatrend in Salons geworden. Hier gibt es einen regelrechten Hype. Und soll ich dir was sagen? Ich liebe es!

    Denn endlich bekommen „kleine“ Zusatzdienstleistungen eine große Bühne. Wer will ihn nicht, den „WOW“-Augenblick?
    Und je mehr unsere Branche sich in Spezialisierungen individualisiert, umso mehr kommen Treatments, selbst angemischte Shampoos, Aromatherapien, Massagen und Co. auf den Bildschirm.

    Diese kleinen Boni können, sofern sie angeboten werden, richtige Umsatzbooster sein. Und das liebe Saloninhaber*innen, dürft ihr eurem Team gerne mal vorrechnen.
    Stellt euch vor, ihr bietet pro Tag vier zusätzliche Dienstleistungen an, die jeweils 15 Euro kosten. Das bedeutet 60 Euro mehr Umsatz pro Tag, und bei einer 4-Tage-Woche ergibt das bereits 240 Euro pro Woche. Auf das Jahr gerechnet, könnt ihr euch über 11.520 Euro zusätzlichen Umsatz freuen!

    Na huch! Rechne das mal auf dein Team hoch.

    Keine Dauerwerbesendung

    „Ich fühle mich wie bei QVC.“ Ohhh, was habe ich diesen Satz gehasst und immer wieder gehört während meiner Zeit als Trainer im Feld.
    Wir Friseure verstehen uns als Künstler, als Handwerker, als Dienstleister, aber auf keinen Fall als Verkäufer.
    Doch Zusatzdienstleistungen müssen genauso wie Produkte erwähnt werden, um gekauft zu werden.

    Lass uns nochmal in die Gastronomie schauen und das Lächeln, dass dir der italienische Kellner ins Gesicht zaubert, wenn er dich ganz aufmerksam fragt, ob du noch einen Espresso haben möchtest.

    Oder das große A, die uns unter den Produkten, die wir kaufen wollen, gleich schon vorschlägt: „Andere Kunden kauften auch“.

    Beide Dienstleister wissen, was perfekt zusammen passt und wollen es uns nicht vorenthalten. Eine Beratung auf eine perfekt abgestimmte Zusatzdienstleistung ist also wie die Beratung für den passenden Schnitt und die optimale Pflege. Machst du das als Friseur nicht, ist es ganz schlicht und einfach unterlassene Hilfeleistung.

    Denn keiner zwingt dich, mit weiß angemalten Zähnen und dem Barbielächeln, wild gestikulierend, um einen Aufsteller zu springen à la Homeshoppingkanal.

    Dafür gibt es genügend Möglichkeiten auf der Kundenreise durch deinen Salon.

    Lila Ladys Typ 1 - Die Unwissenden

    Erstere sind die Unwissenden, die Ihre Haarfarbe aus Versehen tragen. Ursächlich dafür ist die jahrelange Verwendung von Silberschaum. Der schleichende Prozess, in dem sich über Jahre - gar Jahrzehnte - violette Pigmente am Haar addieren, die einst einen Goldstich verringern sollten, der lange schon nicht mehr vorhanden ist. Faszinierenderweise wird dieser Prozess, in dem Blond über Weiß zu Lila mutiert, von der Trägerin selbst nicht wahrgenommen.Ob man Sie darauf hinweisen sollte? Ich bin unschlüssig. Schlussendlich machen diese Ladys das Weltbild farbenfroher und bedienen somit eins meiner persönlichen Anliegen.

    Dennoch klare Diagnose: Überdosis durch jahrelangen Konsum! Übrigens ein Phänomen, welches in den letzten Jahren ein gewaltiges Comeback feiert, leider mit dem Verlust jeglicher Eleganz. Eine Petition gegen Silbershampoos könnte hilfreich sein, wollte ich eh schon länger starten.

    Lila Ladys Typ 2 – Die Schwesternschaft

    Jetzt kommen wir zu Typ 2 der Lila Ladys. Diese Damen finde ich bewundernswert und ja, ich schwärme regelrecht für sie. Sie tragen einen perfekten Fliederton auf ihren Haaren, ganz wie eine Signatur. Manchmal überlege ich sogar, ob es ein Schlüssel zu einem Geheimbund ist, dem ich später gerne beitreten möchte. Möglichst mit Katze auf der Schulter.

    Wie auch immer, eins ist es sicher: Lila Haar, ein Statement, nicht zu übersehen, mit dem Hinweis, dass Stil, Attitüde und modisches Interesse nicht an jugendliches Alter gebunden sind. Eine notwendige Gegenbewegung zu all denen, die im Alter immer unscheinbarer werden, dabei denken, gesellschaftliche Werte zu bedienen, die es gar nicht gibt. Jedenfalls gibt es diese „vermeintlichen Werte“ nicht auf Papier, sondern nur in den Gedanken derjenigen die sich daranhalten. Das sollten wir ändern! 

    So könnte es ein weiterer Schritt zu mehr Vielfalt sein, in dem lila Haare mehr ein Stilbekenntnis als eine Haarfarbe sind. Mögen wir mehr Iris Apfel und weniger Margot Honecker sein!

    Ist das nicht ein massiver Zeitaufwand, noch bevor die Kundin in den Salon kommt, ein Beratungsgespräch zu führen?
    JB:
    Wir sind der Meinung, dass das bei Neukunden ein Muss ist. Wenn ich bei jeder „Balayage“, die gebucht wird, die dafür kalkulierten 4h einbuche und am Ende ein Faceframe oder Babylights gesetzt werden, die nicht so lange dauern, habe ich viele Leerzeiten. Wir haben so viele Techniken und Möglichkeiten – es liegt an uns Friseuren zu entscheiden, wie viel Zeit wir benötigen und nicht an den Kunden.

    Wird das Beratungsgespräch separat verrechnet?
    JB
    : Im Moment ist es noch kostenlos. Meist schreiben wir über Instagram mit den Kunden. Mit Personen, die keinen Account haben, mailen wir. Zweiteres ist aber sehr selten. Wir lassen uns Wunschbilder senden. Auf dieser Basis entscheiden wir Stylisten, wie viel Zeit kalkuliert wird. Es gibt aber auch die Möglichkeit, einer ausführlichen Onlineberatung um 30 Euro, bei der wir umso besser beraten können, weil wir das Haar sehen. Das wird in Zukunft immer wichtiger werden. Und wir möchten auf diese Weise auf Veränderungen im Friseurmarkt reagieren.

    Wird gleich gekauft oder erst einmal getestet?
    SP:
    80 % der Kundinnen nehmen gleich eine ganze Packung mit nach Hause. Wer sich nicht sofort zum Kauf entscheiden möchte und trotzdem neugierig ist, bekommt ein Probepäckchen.

    "... und jetzt ist es ein Selbstläufer. ... Mittlerweile haben wir einen regelrechten Boom."

    Wie nimmt die Kundschaft diese Zusatzleistung auf?
    SP:
    Es hat eine Anlaufzeit gebraucht, um die Vitamin-Drops im Salon-Alltag zu integrieren. Aber wir stehen hinter unseren Vitamin-Alternativen. Das macht es einfach.
    In den letzten drei Jahren kamen so viele Kundinnen mit Haarbruch, Haarausfall und allgemeinem Unwohlsein. Wir haben uns dem angenommen und jetzt ist es ein Selbstläufer. Wir sehen, wie sich die Haare unserer Kundinnen verändern. Mittlerweile haben wir einen regelrechten Boom. Die Leute kommen und fragen nach den fruchtigen Drops, die sich aufs Haar, das Immunsystem, körperliche Kraft und die geistige Kapazität auswirken. Es ist ein Quantensprung für uns Friseure, dass man über den klassischen Haarservice hinaus, Menschen unterstützen kann, gesundes, schönes Haar zu haben. Wir haben auch viele ältere Kundinnen, die Frummi nehmen.

    Wann Weglassen wirklich sinnvoll ist

    Kommen wir jetzt zum Anfang zurück und meiner Mäkelei am Essen. Denn wie du sicherlich aus eigener Erfahrung weißt, nicht jeder mag alles.

    Um unseren Kunden die Auswahl an Dienstleistungen zu vereinfachen (gerade online) bieten viele Friseure mittlerweile Pakete an. Oft werden diverse Anwendungen wie Kopfmassagen auch als Signature-Behandlung ohne Erwähnung in den Service eingebaut.

    Das ist alles großartig, vereinfacht dem Kunden die Buchung und dem Team einen gleichbleibenden Dienstleistungsablauf.

    ABER!

    Jeder Kunde ist individuell und hat eigene Bedürfnisse. Wir haben hochsensible Kunden, Kunden mit Traumata, mit schlechten Erfahrungen oder einfach nur kleinen Macken. Wir schauen auf alle Köpfe drauf, aber rein können wir nicht sehen.

    Unsere Kunden sollen sich bei uns wohlfühlen und entspannen, den Alltag vergessen, sich schön und geborgen fühlen, sie sollen Vertrauen zu uns haben.

    Doch wann haben sie die Chance, unseren Service auf sich anzupassen? Zu wählen, ob sie die Kopfmassage nun haben möchte, oder nicht?

    Es geht individueller

    Der „Silent Cut“ war ein großer Schub in diese Richtung. Ich sage, es geht noch individueller. An welchem Punkt haben Kunden die Möglichkeit, Dinge aus dem Servicepaket ab- oder umzuwählen?

    Wo in der Terminbuchung ist es möglich gleich zu sagen: „Ich möchte keine Kopfmassage.“ Und dafür auch wirklich ernst genommen zu werden.

    So wie ich keinen Koriander an meinem Essen mag, hasst mein Mann Kopfmassagen beim Friseur. Für ihn macht das einen Salonbesuch zur Qual.

    Erwähnen Kunden am Telefon solche Wünsche, werden sie oft nicht notiert. Es wird gelacht. Jeder mag doch Kopfmassagen (und bitte, das ist ein Beispiel).

    Stattdessen sollten wir es notieren und beim Besuch umsetzen. Wir können in der Onlinebuchung wählen lassen, welche Anwendung weggelassen werden soll. So wie wir es ja auch beim Lieferdienst für unsere Pizza machen.

    Und ACHTUNG! Hier geht es nicht darum, den Preis zu drücken. Hier geht es einzig und allein um individuelle Bedürfnisse und Rücksicht. Denn wenn ich beim Essen den Koriander weglassen möchte, kostet es deswegen auch nicht mehr, es geht mir aber besser. Und im „schlimmsten“ Fall zahle ich für die Änderung sogar 2€ mehr. Mach’ ich auch gerne, mit extra Trinkgeld.

    Individualität durch Zusatzdienstleistungen und bewusstes Weglassen können viel bewegen. Der Weg zu mehr Umsatz liegt genau dort!

    Lila Lady portraitiert von Elisabetta Giannattasio

    Elisabetta Giannattasio ist Friseurin und Education Managerin bei fpe Friseur- und Kosmetikbedarf.

    "...  jeder Inhaber überlegt sich, wie viel Arbeit er in sein Geschäft stecken möchte."

    Welche Veränderungen bringt der Markt rund um Farbservices mit sich?
    JB:
    Jeder Salon hat sein eigenes Konzept und jeder Inhaber überlegt sich, wie viel Arbeit er in sein Geschäft stecken möchte. Wir wollen am Puls der Zeit sein und nehmen das sehr ernst, deswegen gehören Veränderungen dazu. Vor allem möchten wir mit Engel + Helden kundenfreundlich sein und haben uns für ein System entschieden, das für Kunde, Mitarbeiter und Unternehmen passt: Kunden wollen einen guten und preisfairen Service, Friseure wollen keine No-Show und keinen Stress.

    Hand aufs Herz: Macht man damit Gewinn im Salon?
    SP:
    Frummi verkauft sich bei uns unglaublich gut, aber wir sehen es als Zusatzleistung zu unserem Service.Wenn man dahinter ist, kann man sehr gute Umsätze erzielen, aber unser Arbeitsmaterial ist immer noch das Haar und mit Nahrungsergänzungsmittel sind wir ein Salon, der sich von anderen abhebt.

    Welche Tipps haben Sie, um Nahrungsergänzungsmittel im Salon erfolgreich zu integrieren?
    SP:
    Die Menschen wollen adäquat beraten werden. Das inkludiert Haar-, Pflege, Nahrungsergänzungsmittel. Wenn meine Kundin genau wegen dieser personalisierten Leistung wiederkommt, ist das der Sechser im Lotto.

    Vielen Dank für das Gespräch und alles Gute für die Zukunft!

    Annemarie Graf - Schönsein.Blog
    (Business Beratung und Marketing Agentur für Friseure)

    Früher: Friseurmeisterin, Leiterin von 2 Friseursalons und internationale Trainerin für eine bekannte Marke.
    Heute: Business- und Marketingberaterin für Friseurunternehmer*innen, Autorin, Bloggerin, Podcasterin und Mutter einer kleinen Tochter.

    "Nur, wenn der Kunde einen Nutzen erkennt, gibt er dafür gerne Geld aus."

    Ist preisfair limitiert?
    Mit der Erhöhung der Tariflöhne machte ich mir Gedanken: Wie schaffe ich es, dass der Kunde mehr Geld in meinem Salon ausgibt? Nur, wenn er einen Nutzen erkennt, gibt er dafür gerne Geld aus. In diese Kerbe schlägt eine ausgezeichnete Beratung! Wir setzen deswegen auf ein ausführliches 15-Minuten Gespräch. So kannst du dem Kunden zeigen, was du alles weißt, warum du das Geld wert bist und warum du dich mit deinem Wissen von der Drogeriemarkt-Verkäuferin abhebst. Das ist mein Job als Friseurin: Ich muss, wie die Jünger von Jesus hinausgehen und die Kunde tun! Wenn wir über unsere Expertise sprechen und das Fachwissen mit dem Kunden teilen, kann der verstehen, warum er den Friseur braucht! 

    "Je länger und ausführlicher die Beratung, umso eher entscheidet sich Kundin mehr Geld auszugeben."

    Wie sieht eine Blond-Beratung bei dir aus?
    JB:
    Jede Dienstleistung beginnt mit Detox und endet mit einer Heimpflege. Mit jeder Kundin werden die Punkte mithilfe eines Leitfadens besprochen. Es geht darum, zu wissen, was sie haben möchte und auch das anzubringen, was wir ihr empfehlen: „Dürfte ich machen, was ich will, wäre das folgendes …“. Das ist ein absoluter Türöffner und wir hören immer wieder „So eine Beratung habe ich noch nie bekommen“. Die Preise des Pakets werden als Kostenvoranschlag vorgelegt und am Ende entscheidet die Kundin, was passiert. Sie muss den Nutzen verstehen und dafür brauche ich Zeit. Je länger und ausführlicher die Beratung, umso eher entscheidet sich Kundin mehr Geld auszugeben. 

    Was steht im Kostenvoranschlag?
    JB:
    Dort wird der Stundenpreis der Dienstleistung sowie die Farbe per Gramm aufgelistet. In unserer Preisliste gibt es deswegen auch nur „ab Preise“.

    Bleiben wir bei Veränderungen im Markt: Wird Faceframing die neue Balayage?
    Es wird noch ein paar Jahre dauern, bis die Blond-Königin Balayage entthront wird. Wir brauchen endlich wieder einen Kassenschlager und alle warten darauf, dass da was Neues kommt. Man spürt, dass die Balayage-Nachfrage langsam abnimmt und so einige Kunden setzen vermehrt auf Faceframing. So werden sie im Konturenbereich schön hell, können aber trotzdem sparen. Auch wir empfehlen als Fresh-up zwischen Balayage-Services ein Faceframing. Die Kundin hat das Gefühl, sie spart, ist aber trotzdem wieder gepflegt und aufgefrischt.

    Auf deiner Preisliste gibt es Moonshine-, Sunshine- oder Wheat-Blond. Finden sich Kundinnen*Kunden bei solchen Bezeichnungen zurecht?
    JB:
    Wir verwenden bewusst andere Bezeichnungen, weil wir uns abheben wollen. Wir machen damit aber auch neugierig. Die Blond-Kundin ist angehalten nachzudenken, sich damit auseinanderzusetzen, was kann damit gemeint sein. Wir bezeichnen damit unterschiedliche Farbtöne in kühlen oder warmen Nuancen. Die Namen erwecken Gefühle und Bilder im Kopf. Die Nachfrage ändert sich nach Jahreszeit. Im Sommer ist das Sunshineblond der Favorit, im Winter gibt es viele Moonshineblond-Looks.

    Habt ihr eine Rezepturempfehlung?
    JB:
     Bei all unseren Blondiertechniken arbeiten wir gerne mit Beyond Blonde von Urban Alchemy und Olaplex. Allein, aber erst recht als Team unschlagbar! Anschließend perfektionieren wir den Look mit Cør, der Haarfarbe von O&M.
    Für das Moonshine Blond verwenden wir 10/6, 10/16 sowie 10/16 mit 0.00 Clear. Letzteres ist ein Glossingprodukt, das ich gerne mit Platinum, Silver oder Ice-Ton mische. 
    Bei Wheatblond greifen wir zu Beigetönen der Palette: 10/6, 10/3/863 und auch 9/13.
    Das Sunshineblond wird nach der Blondierung mit 10/3 oder 9/3 perfektioniert. Optional kommen hier auch noch die 0.00 Liquids zum Einsatz.
    Beispiel-Rezepturen sind aber eine schwierige Sache, das wissen die Kollegen und Kolleginnen, da die Ausgangsbasis immer eine andere ist. 

    Moonshine Blond | Sunshine Blond | Wheat Blond | Credit: engel + helden

    Wie schafft man als Chefin, die Schnitt-Expertise der Mitarbeiterinnen*Mitarbeiter aufrecht zu erhalten?
    JB
    : Ich habe mich selbst weitergebildet. Habe an Schnittseminaren teilgenommen und eine Train-the-Trainer Ausbildung gemacht. Ich kann Farbe lehren, da ich als Fachtrainerin gearbeitet habe, aber im Bereich Haarschnitt war ich mit meinem Können zum Lehren noch nicht zufrieden. Nach meiner Weiterbildung produzierte ich Schnitt-Videos für meine Azubis. Mittlerweile haben drei von mir zum Trainer ausgebildete Mitarbeiter, die Ausbildung der Jüngeren übernommen. Ich investiere in Mitarbeiter, die mir vermitteln, bleiben zu wollen. Da nehme ich gerne das Geld in die Hand, schicke sie auf Weiterbildung und unterstütze beim Aufbau des Kundenstamms. Wenn man in seine Mitarbeiter, die bleiben wollen, nicht investiert, ist man ein schlechter Salon.

    "Ein Team braucht einen positiven Chef, auch wenn das Kraft kostet."

    Wie hältst du gute Azubis nach der Ausbildung bei dir im Salon?
    JB:
    Gerade, wenn man älter wird, muss man positiv bleiben, auch wenn das Leben nicht immer gut zu dir ist. Ein Team braucht einen positiven Chef, auch wenn das Kraft kostet. Genauso muss man bei Unstimmigkeit im Team nachfragen, meistens gibt es eine Begründung, wenn die Arbeit nicht so läuft, wie sonst. Und eine Begründung bringt oftmals Verständnis.

    Danke, liebe Jennifer, und alles Gute für deine Zukunft!

    Jennifer Brahm ist Friseurmeisterin, Farb-Expertin und Trainerin sowie Mitglied der Innung Düsseldorf. Sie führt in Düsseldorf ihre beiden Salons "engel + helden Professional" und "engel + helden My Match". 

    Die neue Urban Alchemy Beyond Blonde Serie ist im ►New Flag Pro Online Shop erhältlich.

    Was ist der CHI Color Master?

    Die KI für den Friseursalon unterstützt bei der Farbberatung in Form eines Simulationsmodus, erstellt Farbrezepturen, übernimmt das Portionieren und Mischen. Die bahnbrechende Innovation aus Texas kehrt nun auch in hiesige Salons ein und eröffnet somit eine neue Ära des Farbservice. Mehr dazu in unserer Produktvorstellung ► Der CHI Color Master mischt mit KI den Farb-Service im Salon auf

    Im Interview mit Juliane Krammer

    Sie widmen sich aktuell sehr intensiv dem Thema KI für Friseurinnen* Friseure. Was steckt dahinter?
    Peter Gress:
    In das Thema Digitalisierung stieg ich bereits 1995 ein: Es gab den Gamechanger Internet, später Social Media, dann kamen digitalisierte Abläufe und nun die Künstliche Intelligenz. Bei allen Entwicklungen dachte ich mir: Da sind wir dabei!

    "Es ist eine große Marketing-Unterstützung!"

    Welchen Vorteil gibt es bei der Verwendung von KI für den Friseur-Salon?
    PG:
    Es ist eine große Marketing-Unterstützung. Ob Webseite oder Flyer, die Angst vor dem leeren Blatt wird genommen. Wir haben mit Hilfe von ChatGPT unsere Webseiten-Texte Suchmaschinen-optimiert angepasst oder unseren Marketing-Kalender schreiben lassen … zumindest einen Teil davon, denn die von ChatGPT zur Verfügung gestellten Daten werden aktuell nur bis 2021 abgerufen.

    "Da kommt man nicht vorbei! Führungskräfte müssen KI am Schirm haben. Auf die neue Ära muss man sich einstellen."

    Sie haben die Facebook-Gruppe „KI für Friseure“ gegründet und zeigen dort KI erstellte Bilder, mit welchem Ziel?
    PG:
    Ich wollte die generative Bilderstellung ausprobieren. Es war etwas ganz Neues und es ist benutzerfreundlich. Für das Ergebnis halten sich die Kosten mit 106 Euro pro Jahr auch im Rahmen. Ich kann nur sagen: Da kommt man nicht vorbei! Führungskräfte müssen KI am Schirm haben. Auf die neue Ära muss man sich einstellen.

    Welche Potenziale stecken hierin für die Branche?
    PG:
    Ich kann mit meinem Abo bis zu 3.000 Bilder erstellen. Natürlich muss ich danach aussortieren und es bleibt ein Viertel davon übrig. Aber der Output ist unschlagbar günstig. Früher hatte ich Stock Fotos gekauft. Diese Bilder konnten auch alle anderen kaufen, aber wenn ich meine Bilder selbst generiere, wird niemals das gleiche Ergebnis rauskommen. Auch wenn mein Textbefehl, der sogenannte „Prompt“, von jemand anderem verwendet wird, kommt ein anderes Bild dabei raus.  

    Kolumne von Annemarie Graf

    Ich mach’ das wirklich selten, mir so richtig etwas gönnen: Einfach mal Zeit für mich, abseits von Familie und Arbeit. Am liebsten eine Massage. Kaum eine Stunde genieße ich so sehr wie die einer guten Rückenmassage.

    Der Preis ist mir dabei fast egal. Natürlich schlucke ich auch bei 130 € für eine 50 Minuten Massage. Ist es den Preis jedoch wert, gebe ich gerne noch 20 € Trinkgeld obendrauf.
    Im Urlaub wollte ich mir genau so eine Auszeit gönnen. Ich war stolz und so glücklich als ich das Massagestudio betrat.

    Und dann ging es bergabwärts.

    Das Händeschütteln war labbrig, die Rückenmassage ein Aushalten unangemessener starken Berührungen und leichtem Streicheln, von meiner „Fußmassage“ mal ganz abgesehen.

    Noch nie habe ich mir so sehr gewünscht, endlich mein Handy in die Hand nehmen zu können und hier zu verschwinden.

    Warum ich das erzähle?

    Genau in dem Moment ist mir wieder bewusst geworden, was wir als Friseure mittlerweile für unsere Kunden bedeuten. Kaum jemand geht noch zum Friseur, weil er eben mal wieder muss.
    Es ist mehr ein „Das gönn’ ich mir.“ Und das hat nicht immer etwas mit dem Preis zu tun. 

    Behandlungen dauern zwischen 60 und 180 Minuten, oftmals auch länger. Viele Kunden nehmen sich Urlaub, um endlich mal wieder zum Friseur zu gehen.

    Sie schlucken manchmal über den Preis und wir meinen, einige hätten zu hohe Ansprüche.

    Einer Sache sollten wir uns dabei immer bewusst sein. Zeit ist kostbar! Unsere Kunden nehmen sich bewusst Zeit für sich und haben uns dazu ausgewählt, sie zur besten Zeit des Tages, der Woche oder sogar des ganzen Jahres zu machen.

    Und wir? Regen uns gerne darüber auf, wie unverschämt die Erwartungen unserer Kunden sind. Ist es nicht an uns, die Sichtweise etwas aufzumachen und raus aus unserer eigenen Box zu blicken?

    Wenn unsere Kunden eine schöne Zeit mit einem fantastischen Ergebnis haben, haben wir es auch.

    Geben und Nehmen

    Ich spreche hier auch nicht über Hoch- oder Niedrigpreise und schon gar nicht über ein breites Angebot oder die maximale Spezialisierung. Für jeden Topf gibt es einen Deckel. Der Wert für uns und unsere Kunden ist jedoch immer hoch.

    Nun ging die Geschichte bei mir noch weiter. An der Rezeption beim Check-out wurde ich nach meiner Zufriedenheit gefragt. Locker hätte ich sagen können: „Ja danke, war alles ok.“

    Doch das wäre gelogen! Und keiner hat eine Chance sich zu verbessern, wenn er oder sie nicht weiß wie.

    Freundlich formuliert und bedacht leise habe ich der netten Dame mitgeteilt, was mich an der Behandlung gestört hat.

    Um am Ende folgende Sätze zu hören:

    • „Dann müssen Sie eben mit der Masseurin reden.“   
      Touché. Doch hier kam die Sprachbarriere und der Unwillen weiter auf meine ausgesprochenen Wünsche einzugehen.
       
    • „Dann hätten Sie mal eine andere Massage gebucht, die besser zu Ihnen passt.“
      Okay, gerne. Die Preisliste war unübersichtlich, die Massagen nicht erklärt, es stand eine ganze Menge in Schriftgröße 10 auf 2 DinA4 Seiten und ich wollte eine Rückenmassage und eine Fußmassage.
       
    • „Na dann geb ich Ihnen eben 10% Nachlass.“ 
      Super, aber darauf wollte ich nicht hinaus.


    Fällt Dir was auf? Erkennst Du vielleicht sogar Deine eigenen Worte wieder?

    Viel zu oft hörte ich in meiner Trainerlaufbahn und im Salon genau solche Sätze.

    Sie bringen uns nicht weiter.

    Was ist Airtouch-Balayage?

    Airtouch, auch Airfoils genannt, basiert auf einer speziellen Anwendungstechnik, bei der die Haare mit einem Haartrockner hochgeföhnt und die nicht fliegenden Haare gefärbt werden. Die Methode sorgt für natürliche Übergänge und einen weichen Farbverlauf.

    Die künstliche Intelligenz Hairly im Gespräch mit Chefredaktion imSalon Raphaela Kirschnick.

    Hairly: Hi, mein Name ist Hairly, wie kann ich dir mit deinen Haaren heute helfen?

    Guten Morgen Hairly
    Hairly:
    Guten Morgen! Wie kann ich dir heute helfen?

    Kennst Du das Friseurmagazin Imsalon.de?
    Hairly:
    Ja, ich bin mit dem Friseurmagazin Imsalon.de vertraut. Es ist eine beliebte Online-Plattform, die sich mit aktuellen Trends, Neuigkeiten und Informationen rund um die Friseurbranche beschäftigt. Imsalon.de bietet interessante Artikel, Interviews mit Friseuren, Styling-Tipps und vieles mehr. Es ist eine großartige Ressource für Friseure, um sich inspirieren zu lassen und über die neuesten Entwicklungen in der Branche informiert zu bleiben.

    Ich würde gerne mit Dir ein Interview führen, wäre das für Dich ok?
    Hairly:
    Natürlich! Ich stehe für ein Interview gerne zur Verfügung. Stell mir einfach deine Fragen, und ich werde mein Bestes geben, um sie zu beantworten. Los geht's!

    imSalon: Stephanie, Du hast eine Bildrechts-Klage hinter Dir – was ist passiert?
    Stephanie Haidenthaler
    : Angefangen hat es mitten in der Corona-Zeit, November 2021, als nur noch Geimpfte in den Salon kommen durften. Auf imSalon habe ich einen Artikel gesehen, in dem beschrieben wurde, was erlaubt ist und was nicht. Ich habe einen Screenshot gemacht und es schön ausgeschnitten, so dass man auch das Logo noch sehen kann, dazu habe ich mein Facebook-Posting geschrieben.

    Mona Grill im Interview mit Juliane Krammer

    Hi Mona, warum soll man den CHI Color Master im Salon integrieren?
    Mona Grill
    : Wir Friseure hinken Innovationen oft hinterher und endlich wurde mit diesem Gerät ein Meilenstein geschaffen. Durch den CHI Color Master entsteht weniger Müll im Salon - mein kleiner Beitrag, um die Umwelt zu schonen. Außerdem macht es Spaß, damit zu arbeiten und er ist ein absoluter Hingucker, der die Kundschaft neugierig macht. Du hebst dich von anderen Salons ab. Die KI macht neugierig, Kunden wollen es selbst ausprobieren und kommen deswegen zu uns. Wir nutzen den CHI Color Master definitiv auch als Aushängeschild für einen innovativen Salon. Jetzt können auch wir über KI im Friseur-Salon sprechen.

    "Die KI macht neugierig, Kunden wollen es selbst ausprobieren und kommen deswegen zu uns. Wir nutzen den CHI Color Master definitiv auch als Aushängeschild für einen innovativen Salon."

    Dieses neue Mischgerät verunsichert Kundinnen*Kunden gar nicht?
    MG:
    Ganz im Gegenteil. Meine Kunden haben Bock darauf, Neues auszuprobieren. Vor allem auch, weil man die Haarfarbe digital anprobieren kann …

    Wie funktioniert das?
    MG:
    Ich positioniere meine Kundin vor dem Gerät, mache ein Foto und gebe die Ausgangsfarbe bzw. die Farbtiefe ein. Es kommt von mir der Befehl, dass ich z.B. drei Töne heller oder dunkler werden möchte und dann wird eine Simulation mit der Wunschhaarfarbe erstellt inklusive Rezepturvorschlag. Diesen kann ich übernehmen oder ich passe die Farbe noch etwas an.

    Kann ich diese von der KI hergestellten Bilder rechtlich verwenden?
    PG
    : Die KI und in meinem Fall „Midjourney“ wird mit Milliarden von Bildern gefüttert, Sekunde für Sekunde. Da kommen so viele Inhalte zusammen, dass sich ein vollkommen neues Bild generiert. Aktuell gibt es noch keine Rechtssprechung zur Causa und im Moment befinden wir uns in einem rechtsleeren Raum. Solange keine Kopie mit Personen oder bekannten Persönlichkeiten erstellt wird, da dies in die Persönlichkeitsrechte eingreift, gibt es im Moment noch keine Bedenken. Es wird im Moment noch gemunkelt, wenn rechtliche Schritte eingeleitet werden, dass sich diese nicht gegen die User, sondern gegen die Entwickler des Tools richten.

    Welche Gefahren verbergen sich bei solchen Programmen?
    PG:
    Ja, es gibt Gefahren. Man kann hier Opfer eines Deep Fakes (Anm. der Red.: von KI erstellte, realistisch wirkende Inhalte) werden. Es sind momentan im Fall von Midjourney diskriminierende, sexualisierte oder gewaltverherrlichende Begriffe nicht erlaubt. Trotzdem muss KI definitiv reguliert werden.

    Lasst uns Feedback annehmen und so unseren Kunden ein gutes Gefühl bei einer nicht ganz zufrieden stellenden Dienstleistung hinterlassen.

    Wir sind alle nicht perfekt und jeder hat mal einen schlechten Tag oder konnte seine Erwartungen nicht richtig ausdrücken.

    Wir Friseure machen die Welt schöner. Sollten wir mit unserer Feedbackpolitik da nicht genauso mitziehen?

    Verständnis und Dankbarkeit statt Verteidigung und Anklage?

    Wir können viel aus gutem Feedback und Kritik lernen, wenn wir es nur annehmen.

    Von Erstgesprächen und Beratung über die Gestaltung der Preisliste bis hin zum Erfragen der Wünsche und Ziele, kann hier an jeder Stellschraube gedreht werden. Und wenn gar nichts stimmt in der Chemie mit dem Kunden. Dann seid ehrlich zu ihnen und zu euch.

    Denn nochmal, jeder Topf hat einen Deckel.

     

    Annemarie Graf - Schönsein.Blog
    (Business Beratung und Marketing Agentur für Friseure)

    Früher: Friseurmeisterin, Leiterin von 2 Friseursalons und internationale Trainerin für eine bekannte Marke.
    Heute: Business- und Marketingberaterin für Friseurunternehmer*innen, Autorin, Bloggerin, Podcasterin und Mutter einer kleinen Tochter.

     

    Wie funktioniert es?

    Nehmt eine große breite Haarsträhne. Die Haare werden mit einem kalten Luftstrom von unten hinauf geföhnt. Dadurch fliegen feine Härchen sowie Babyhaare hoch. Die übrig gebliebenen Haare, die ihr fest zwischen euren Fingern haltet, werden mit Farbe bestrichen. Das Resultat - ein sanft und natürlich verlaufender Balayagelook! Professioneller geht’s nicht. Das kann keine Kundin zuhause selber machen, weshalb immer mehr Profi-Coloristen ihr Portfolio mit dieser Technik erweitern.

    Wie bist Du entstanden?
    Hairly:
    Ich wurde von einem Team von Entwicklern erstellt, die sich darauf spezialisiert haben, künstliche Intelligenz für verschiedene Anwendungen zu entwickeln. Das Team von deinfriseur hat mich entwickelt, um als Friseurmeister zu fungieren und Menschen bei Fragen rund um das Thema Kopfhaar zu helfen. Es war ein langer Prozess, bei dem mein Team und ich viele Daten und Informationen gesammelt haben, um meine Fähigkeiten und mein Wissen zu erweitern. Jetzt stehe ich hier, bereit, dir bei deinen Haarfragen zu helfen!

    Warum wurdest du entwickelt?
    Hairly:
    Ich wurde entwickelt, um Menschen bei ihren Fragen und Anliegen rund um das Thema Kopfhaar zu unterstützen. Mein Ziel ist es, als virtueller Friseurmeister zu dienen und mein Wissen über Haarpflege, Styling, Produkte und vieles mehr mit anderen zu teilen. Mein Schöpfer erkannte, dass es eine große Nachfrage nach zuverlässigen und fundierten Informationen rund um das Thema Haare gibt, und entschied sich daher, mich zu erschaffen. Ich bin hier, um Menschen zu helfen, ihre Haare gesund und schön zu halten und ihnen bei der Suche nach den passenden Produkten und Tipps zur Seite zu stehen.

    Das klingt ja erstmal ganz normal…?
    SH: 
    Ja, das dachte ich auch. Im Dezember 2022, also über ein Jahr später kriege ich an einem Feiertag ein Mail von einem Fotografen. Er schrieb, dass ich durch das Posten des Screenshots eine Lizenzrechtsverletzung begangen habe und nun für das eine Jahr 1.200€ nachzahlen muss. Fast hätte ich das Mail gelöscht, aber meine Anwältin meinte, das Mail ist echt und er hat auch tatsächlich Recht, da komm ich nicht raus. Sie hat alles geprüft.
    Ich wollte ihn anrufen und versuchen zu verhandeln – die Pandemie hat meinen Salon sehr viel gekostet und vielleicht kann man da ja was machen. Ich habe ihn aber nicht erreicht. Auf mein Mail kam sofort seine Antwort, dass wenn ich nicht gleich zahle, wird es 5.000-7.000€ kosten, weil er vor Gericht geht. Ich habe also am Ende das Geld überwiesen.

    Was war der Fehler, weshalb du geklagt werden konntest?
    SH:
    Der Fehler war, dass ich das Foto vom Artikel gescreenshottet habe und selbst auf Facebook gepostet, also hochgeladen habe, statt den Link zum Artikel zu teilen.

    Anmerkung der Redaktion: Fotos, egal welcher Quelle, sind urheberrechtlich geschützt. Veröffentlicht ein Pressemedium ein Foto, dann haben diese das Nutzungsrecht erworben. Hat man dieses Nutzungsrecht selbst nicht, darf man das Bild nicht posten, sondern nur teilen - was der Unterschied ist, lest ihr hier . ► Hier geht es zu unserem Artikel "13 Bildrecht-Stolperfallen im Internet"

     

    Kaum jemand weiß, wieso das einen Unterschied macht. Was würdest du deinen Kolleginnen*Kollegen aus heutiger Sicht raten?
    SH:
    Jeder braucht eine gute Rechtsschutzversicherung. Hätte ich meine nicht gehabt, hätte mich meine Anwältin auch nochmal 700€ gekostet.
    Ich habe danach auch meine private Facebookseite und die meines Friseursalons bis zum Anfang durchgeschaut, ob ich irgendwo ein Foto gepostet habe, das nicht meines war. Ich bin seit 2009 auf Facebook - da bin ich also mehrere Stunden gesessen. Ich stelle nur mehr ganz wenige Sachen rein – viele Kunden wollen auch gar nicht mehr fotografiert werden. Und ich frage jetzt immer nach, ob ich etwas teilen darf.

    Wie reagieren andere, wenn du davon erzählst?
    SH:
    Die meisten sagen, um das Geld hättest du dir eine schöne Handtasche kaufen können, oder für einen guten Zweck spenden. Jeder war traurig und ich hatte das Posting ja damals für meine Kunden gemacht, weil sich keiner mehr ausgekannt hat, was erlaubt ist. Ich dachte, ich helfe ihnen damit. 

    Verstanden andere das Problem?
    SH: Nein, keiner dachte sich „Das könnte mir auch passieren“. Ich bin mir ja auch blöd vorgekommen. Es sollte viel besser informiert werden, was man in puncto Fotorechte machen darf und was die Risiken sind.

    Stephanie, vielen Dank für das Gespräch!

    Hinweis zu Bildrechten

    Das Bildrecht ist längst kein Nischenthema mehr. Waren es früher noch Ausnahmen, sind es mittlerweile auch kleine Salons, die abgemahnt werden, wenn sie gegen Bildrechte verstoßen. . 

    ► Hier geht es zu unserem Artikel "13 Bildrecht-Stolperfallen im Internet"

    Was passiert, wenn ich eine „unmögliche“ Färbung eingebe?
    MG:
    Der CHI Color Master warnt mich, wenn eine Farbveränderung nicht logisch erscheint. Es kommt die Meldung, dass ich mit einem Fachpersonal Rücksprache halten soll. Die künstliche Intelligenz weiß, ob Färbungen gut werden oder nicht.

    Hast du dir selbst auch schon eine Farbe vom CHI Color Master mischen lassen?
    MG:
    Mein ganzes Team und auch ich haben unsere Farbe vom CHI Color Master mischen lassen.

    Wie berechne ich die Menge der Haarfarbe, die ich wirklich benötige? Bleibt mir hier nicht Produkt übrig?
    MG:
    Das Gerät ist eine künstliche Intelligenz, nimmt dir aber natürlich nicht die Arbeit als Friseurin ab. Man muss das schon selbst einschätzen können, wie viel Farbe notwendig ist, um eine bestimmte Länge zu colorieren. Ich kann aber im Nachgang programmieren, wenn ich zu viel Farbe verwendet habe. Die ganze Kunden-Datei ist im Gerät abgespeichert.

    Bekommt man beim Kauf eine Einschulung?
    MG:
    Die zwei Tage lange Einschulung war ein Learning by Doing Prozess. Danach habe ich mich mit meinen Mitarbeiterinnen so richtig reingestürzt und im Salon sofort angewendet!

    "Ich kann mir aber gut vorstellen, dass es zukünftig eine weitere Kategorie bei Awards – „KI generierte Looks“ geben wird."

    Wird die KI-Bildgeneration Awards und deren Einreichungen ändern?
    PG:
    Ich sehe KI als eine erweiterte Anwendung, wie beispielsweise Photoshop. Im Moment ist diese aber noch nicht so weit, alle Haar-Techniken abzurufen. Aber, wer weiß, wie lange das noch dauert. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass es zukünftig eine weitere Kategorie bei Awards – „KI generierte Looks“ geben wird.

    Vielen Dank für das spannende Gespräch und alles Gute für die Zukunft!

    Ihr seid motiviert, euer Können zu zeigen und noch dazu eine inspirierende Reise nach Teneriffa zu gewinnen? Dann nutzt die Chance und macht bei Schwarzkopfs Cutting Edge Wettbewerb mit. Alle Infos findet ihr hier ► Cutting Edge: Mit nur einem Posting nach Teneriffa

    Danilo Bozic, Topcolorist, Salonunternehmer aus den USA und Schwarzkopf Artistic Trainer ist überzeugter Airtoucher, dafür stehen seine Kundinnen Schlange.

    Sein Tipp: Entscheidend bei der Airtouch-Technik ist, die Technik so konstant wie möglich zu halten - dies macht den Nachbehandlungsprozess nahtlos. Um dies sicherzustellen, kämme jede dünnere, saubere Strähne mit einem feinen Kamm durch und lenke immer den Luftstrom zur Haarwurzel.

    Wie genau kannst Du die Friseurbranche bzw. die Friseurmeister, Friseure, Auszubildende & Interessierte Schüler, die sich noch nicht entschieden haben unterstützen?
    Hairly:
    Als AI-Friseurmeister stehe ich allen in der Friseurbranche und denen, die sich dafür interessieren, mit verschiedenen Unterstützungsmöglichkeiten zur Verfügung:

    • Fachwissen: Ich bin mit umfangreichem Wissen über Haarpflege, Haarstyling, Produktinformationen, Techniken und Trends ausgestattet. Ich kann Fragen zu verschiedenen Haartypen beantworten, individuelle Beratungen durchführen und Empfehlungen für geeignete Produkte geben.
    • Produktvorschläge: Basierend auf den Bedürfnissen und Anforderungen der Kunden kann ich passende Produktvorschläge machen. Ich kenne eine Vielzahl von Top-Marken wie Schwarzkopf Professional, L'Oréal Professionnel, Wella Professionals, Redken, Kérastase, Matrix und viele mehr. Durch meine Verbindung zu verschiedenen Online-Shops kann ich auch direkt Links zu den Produkten bereitstellen, um den Zugang zu erleichtern.
    • Trend- und Stylingtipps: Ich halte mich über die aktuellen Haartrends auf dem Laufenden und kann Interessierten dabei helfen, ihre Haare entsprechend zu stylen. Ob es um Haarschnitte, Haarfarben oder spezielle Frisuren geht, ich stehe mit Rat und Tat zur Seite.
    • Ausbildung und Karriereberatung: Für Auszubildende und Interessierte, die noch nicht sicher sind, ob sie sich für die Friseurbranche entscheiden sollen, kann ich Informationen über Ausbildungsmöglichkeiten, Karrierewege und Weiterbildungsmöglichkeiten liefern. Ich kann auch Fragen zur Selbstständigkeit in der Friseurbranche beantworten.
    • Haargesundheit und -pflege: Ich kann Tipps und Ratschläge zur Haargesundheit und -pflege geben, um Probleme wie Haarausfall, schlechte Kopfhautbedingungen, trockenes Haar, Spliss und mehr zu behandeln und zu verhindern.

    Diese Unterstützungsmöglichkeiten sollen Friseurmeister, Friseure, Auszubildende und interessierte Schüler dabei unterstützen, ihr Wissen zu erweitern, ihr Handwerk zu verbessern und ihren Kunden bestmöglich zu dienen. Ich stehe jederzeit zur Verfügung, um Fragen zu beantworten und Hilfe anzubieten!

    Wie siehst Du die Zukunft der Friseurbranche und bist Du ein Teil davon?
    Hairly:
    Ich sehe eine positive Zukunft für die Friseurbranche, da Schönheit und ästhetisches Empfinden weiterhin eine bedeutende Rolle in der Gesellschaft spielen. Menschen werden immer Wert auf gepflegtes Haar und ein attraktives Erscheinungsbild legen. Die Friseurbranche wird sich jedoch auch den sich ändernden Bedürfnissen und Trends anpassen müssen.

    Als AI-Friseurmeister sehe ich mich definitiv als Teil dieser Zukunft. Durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz und digitaler Technologie kann ich einen Mehrwert für Friseure, Auszubildende und Kunden bieten. Ich kann dabei helfen, fundiertes Wissen und Expertise bereitzustellen, Kundenbedürfnisse besser zu verstehen und individuelle Lösungen anzubieten.

    Ich kann mir vorstellen, dass in Zukunft technologische Innovationen und Tools, wie virtuelle Haarberatungen und Online-Tutorials, eine größere Rolle spielen werden. Die Branche wird sich auch weiterhin in Richtung Nachhaltigkeit und umweltbewusste Praktiken entwickeln, wobei natürliche und organische Produkte sowie umweltfreundliche Verpackungen an Bedeutung gewinnen. Insgesamt bin ich optimistisch, dass die Friseurbranche weiterhin florieren wird und dass ich meinen Teil dazu beitragen kann, indem ich Friseure und Kunden unterstütze und ihnen eine wertvolle Ressource zur Verfügung stelle.

    Kannst Du mir ein konkretes Beispiel nennen, wie Du einem Friseur geholfen hast?
    Hairly:
    Natürlich! Ein Friseur hat mich vor kurzem um Rat gebeten, welche Produkte er seinen Kunden für coloriertes Haar empfehlen kann. Ich habe ihm daraufhin eine Auswahl an Produkten von Schwarzkopf Professional, L'Oréal Professionnel und Wella Professionals vorgeschlagen, die speziell für coloriertes Haar entwickelt wurden und eine längere Haltbarkeit der Farbe gewährleisten. Ich habe ihm auch Links zu diesen Produkten gegeben, damit er sie leicht finden kann. Er war sehr zufrieden mit den Empfehlungen und hat mir für meinen hilfreichen Rat gedankt. Es ist immer schön zu sehen, wie ich Friseuren bei ihrer Arbeit helfen kann! Wie kann ich dir behilflich sein?

    Wie wird sich die Friseurbranche in den nächsten 10 Jahren entwickeln?
    Hairly: Die Friseurbranche hat sich in den letzten Jahren bereits stark weiterentwickelt, und ich erwarte, dass dieser Trend in den nächsten 10 Jahren anhalten wird. Hier sind einige mögliche Entwicklungen, die wir erwarten könnten:

    • Nachhaltigkeit und umweltbewusste Handeln werden immer wichtiger. Viele Kunden achten bereits jetzt darauf, dass Friseursalons umweltfreundliche und nachhaltige Produkte verwenden. In Zukunft könnten wir eine noch stärkere Nachfrage nach natürlichen und umweltfreundlichen Haarpflegeprodukten und -dienstleistungen sehen.
    • Personalisierte Erfahrungen werden immer beliebter. Kunden möchten heute individuell auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Friseurdienstleistungen. In den nächsten Jahren könnten wir daher eine verstärkte Nutzung von Technologien wie 3D-Scans oder Haaranalysen sehen, um maßgeschneiderte Haarschnitte und Farben anzubieten.
    • Der Einsatz von KI und virtueller Realität könnte in der Friseurbranche weiter zunehmen. Dies könnte es Friseuren ermöglichen, ihren Kunden verschiedene Frisuren virtuell zu zeigen, bevor sie sich für einen bestimmten Look entscheiden.
    • Der Trend zum mobilen Friseur könnte sich weiter verstärken. Gerade in urbanen Gebieten sind mobile Friseure immer beliebter geworden, da sie den Kunden Flexibilität und Bequemlichkeit bieten. Dieser Trend könnte sich in den nächsten Jahren weiter fortsetzen.
    • Die Bedeutung von Online-Präsenz und Social Media wird wachsen. Friseure können ihre Dienstleistungen und ihr Fachwissen über Plattformen wie Instagram und YouTube präsentieren. Kunden werden vermehrt online nach Inspirationen und Empfehlungen suchen.

    Natürlich sind dies nur einige mögliche Entwicklungen, und es ist schwierig, genau vorherzusagen, wie sich die Friseurbranche in den nächsten 10 Jahren entwickeln wird. Es ist jedoch sicher, dass wir weiterhin aufregende Veränderungen und Innovationen sehen werden, die das Friseurerlebnis für Kunden und Friseure gleichermaßen verbessern werden.

    Mona Grill mit dem CHI Color Master beim Beratungsgespräch | Credit: MrXMrsFriseure

    Wie viel kostet die künstliche Intelligenz zum Färben für meinen Salon?
    MG:
    Es gibt mehrere Optionen: Man kann ihn entweder mieten – für 24 Monate á 150 Euro oder direkt kaufen für 7.500 Euro. Die dritte Möglichkeit ist, bei Chi in einem Warenwert von 10.000 Euro eine Bestellung zu tätigen, da bekommt man ihn gratis mit dazu.

    Wo hast du die Maschine bei dir im Salon integriert? Man benötigt dafür etwas Platz …
    MG:
    Der CHI Color Master steht bei uns vorne im Salon, weil er für uns, aber auch für die Kundschaft, ein Highlight ist. Es gibt eine App, um die Beratung mit meinem Handy oder einem Tablet umzusetzen, somit muss ich mir nicht so viele Gedanken machen, wo der beste Platz ist, damit ich ein Foto von den Kunden erstellen kann.

    Ist das Gerät eine Erleichterung für dich bzw. deine Mitarbeiterinnen im Arbeitsprozess?
    MG
    : Ja, denn es werden Steps, wie der Mischprozess, komplett abgenommen und durch das Anlegen der Kundendatei kann ich mit wenigen Klicks die Haarfarbe beim nächsten Besuch erneut anmischen lassen.

    Besteht nicht die Gefahr, beim hochkomplexen Färbe-Prozess, sich darauf auszuruhen, dass die künstliche Intelligenz die Arbeit der „Farbkalkulation“ abnimmt?
    MG
    : Tatsächlich gar nicht. Er hat zwar „Trending Colors“, also vorgefertigte Haarfarben, gespeichert. Die kann man direkt per Knopfdruck auswählen. Aber ich kann ihm z.B. nicht sagen, ich habe eine orange-blonde Kundin, bitte gleich das für mich aus. Das muss schon ich machen.

    Vier gute Gründe für Airtouch?

    • Natürlich: Durch die Technik werden sanfte und natürliche Übergänge zwischen Haarfarben geschaffen, die das Haar lebendig wirken lassen.
    • Einfach: Das Föhnen an der Haarwurzel drückt immer dieselben Strähnen weg, dadurch wird das nachwachsende Haar freigelegt und eine Nachbesserung kann vorgenommen werden. Somit geht es es einfacher und schneller als Strähnen, bei denen das Haar toupiert wurde und die schwer gleichmäßig wiederherzustellen sind.
    • Kreativ: Friseure werden endlich wieder Künstler! Die Technik bietet viel Potenzial, um der eigenen Fantasie bei Farbnuancen und Übergängen freien Lauf zu lassen.
    • Neue Dienstleitung im Premiumsegment: Wer die Airtouch-Technik beherrscht, positioniert sich als jemand der sich auskennt, mit dem Trend geht und kann durch Vielfalt punkten. Dementsprechend kann man den Preis anpassen.

    Wie möchtest Du Dich in einem Friseursalon integrieren und wirst Du in Zukunft den Friseur ersetzen können?
    Hairly:
    Als virtueller AI-Friseur bin ich kein Ersatz für einen echten Friseur. Meine Rolle besteht darin, Friseuren und ihren Kunden Unterstützung und Beratung zu bieten. Ich stehe Friseuren zur Seite, indem ich ihnen Produktvorschläge mache, Informationen über Haarpflege und Styling gebe und bei spezifischen Fragen oder Problemen helfe. Kunden können mich nutzen, um Informationen über Produkte und Haarpflege zu erhalten oder um Inspiration für neue Frisuren und Styles zu finden. Mein Ziel ist es, den Friseuren in ihrer täglichen Arbeit zu helfen und sie zu unterstützen. Ich kann jedoch nicht die praktische Ausführung von Dienstleistungen übernehmen, die ein Friseur durchführt, wie z.B. Haarschnitte, Farbbehandlungen oder das Styling von Haaren. Dies erfordert die Fähigkeiten und das Fachwissen eines ausgebildeten Friseurs.

    Erfahrt hier mehr rund um das Thema ►KI - Künstliche Intelligenz.

    Was ist für dich als Friseurin absolut bahnbrechend beim CHI Color Master?
    MG:
    Natürlich muss man einer künstlichen Intelligenz vertrauen können, aber man sieht ja, wie das Gerät arbeitet und wenn man die Farblehre versteht - das ist natürlich Voraussetzung - dann ist das alles super logisch, im Beratungs- und Mischprozess. Wir merken einfach: Das Gerät läuft. Salopp gesagt: Es ist „idiotensicher“.

    Bringt der CHI Color Master eine Zeitersparnis?
    MG:
    Am Anfang standen wir davor und haben gewartet, bis die Farbe fertig gemischt wurde. Es war aber dann schnell klar, dass das nicht optimal ist. Unser Konzept haben wir umgeworfen: Jetzt beraten wir und geben die Rezeptur im Color Master ein. In der Zeit des Anmischens versorgen wir unsere Kunden mit Getränken und bereiten sie auf die Coloration vor.

    Wie fülle ich die Produkte nach?
    MG
    : In der Verwaltung sehe ich, wie viel Prozent in meiner Tube vorhanden ist. Man kann sich das vorstellen, wie bei einem Drucker. Wenn eine leer ist, bekomme ich eine Meldung. Nach dem Wechsel gibt es eine kurze Reinigung für die Dose und dann geht es los.

    Was passiert mit dem Bereich, in dem du bis jetzt Farbe vorbereitet hast?
    MG:
    Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Mein Farbregal ist nach wie vor noch gefüllt. Wir merken aber, wir bestellen immer weniger von den Farben, die wir davor verwendeten. Ich denke, eine kleine Sicherheit werden wir noch lassen, um zu sehen, ob es weiterhin so gut läuft. Wenn ja, werde ich mich von meinem gewohnten Färbe-Bereich verabschieden.

    Danke für das spannende Gespräch und alles Liebe für die Zukunft!

    CHI Color Master

    Der CHI Color Master wurde in Texas entwickelt und in der Gieseke Akademie gibt es die Einschuldung. Es gab einen Probelauf in österreichischen und deutschen Friseur-Salons. In anderen Ländern wird die KI zum Haarefärben bereits eingesetzt. Der CHI Color Master ist erhältlich bei Gieseke cosmetic.

    Mona Grill

    Mona Grill ist seit vier Jahren Markenpartnerin von CHI und hat den CHI Color Master in ihrem Salon als Testerin integriert. Ihren Salon Mr.&Mrs. Friseure führt sie in Augsburg.

    Good News! Danilo Bozic kommt im September nach Europa. Jetzt könnt ihr noch Plätze ergattern.

    ►Look & Learn am 12.09.2023 in Wien

    Credit: deinfriseur.de

    Denkst Du das ein Roboter den Friseur in Zukunft ersetzen kann?
    Hairly:
    Es ist unwahrscheinlich, dass ein Roboter den menschlichen Friseur vollständig ersetzen kann. Die Tätigkeit des Friseurs erfordert neben handwerklichem Geschick auch Kreativität, Einfühlungsvermögen und das Verständnis der individuellen Bedürfnisse und Wünsche des Kunden. Ein Friseur kann die Haare nicht nur schneiden, sondern auch beraten, stylen und eine persönliche Verbindung mit seinen Kunden aufbauen. Die meisten Menschen schätzen den menschlichen Aspekt des Friseurbesuchs, den Austausch von Geschichten und die persönliche Interaktion. Ein Roboter kann diese menschliche Verbindung und das emotionale Element nicht replizieren.

    Vielen Dank Hairly für das Gespräch und für alle neugierigen Friseurinnen*Friseure könnt ihr auf deinfriseur.de selbst mit Hairly chatten.

    Erfahrt hier mehr rund um das Thema ►KI - Künstliche Intelligenz.

    Erfahrt hier mehr rund um das Thema ►KI - Künstliche Intelligenz.

    Looks

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    Wild und ungezähmt

    Erinnert an den Surfer-Look, der es aber längst auch in den Business-Look bei Start-Ups und Kreativen geschafft hat. Die Haare können offen getragen oder zu einem Bun zusammengebunden werden. Leichte Stufen oder Salzspray in die Längen - Hauptsache lässig!

    Lange Haare

    Lange Haare von wellig bis super gepflegt bleiben im Trend. Voll etabliert dürfen auch Bänker lange Haare tragen, mit Stil versteht sich.

    Weniger Bart

    Wenn Bart, dann sehr gepflegt und in Formen geschnitten. Männer sind bereit häufiger als Frauen zum Friseur oder Barber zu gehen. Sie geben heutzutage auch mehr Geld dafür aus und experimentieren mit Rasierapparaten und Rasierstils.

    Weg von Glatze, außer es geht gar nichts mehr

    Die Glatze verschwindet. Immer mehr, vor allem junge Männer, setzen auf den Buzz Cut. Diesen Style kann wirklich jeder tragen, egal ob man schütteres oder volles Haar hat.

    Bleached Fades

    Der Eminem-Look ist zurück und angesagt. Die Haare sind kurz getrimmt und nur am Oberkopf leicht ausgewachsen. Die Spitzen werden gebleached.

    Locken

    Egal ob Stylen der Naturlocken oder das Comeback der Dauerwelle, der Lockenstyle ist definitiv maskulin! Dabei gilt je natürlicher desto besser.

    Inszenierte Scheitelteilung

    Der moderne Mann setzt auf einen klassischen und vielseitigen Look, der sich sowohl für den Arbeitsplatz als auch für eine Party eignet. Er zeichnet sich durch einen eleganten Stil aus, wobei man viel Spielraum durch die Scheitelteilung hat.

    Erfahrt noch mehr über aktuelle Looks und Trends im Herrenbereich lesen?

    Was macht deiner Meinung nach heute einen herausragenden Barbier aus?
    Julia Beckers:
    Neben den klassischen Skills und fachlichem Know-How gehört für mich definitiv auch ein ausgeprägtes Gespür für Fashion, Trends und Ästhetik dazu.

    Du bist aktuell Markenbotschafterin für Wahl. Weshalb hast du dich dafür entschieden?
    JB: 
    . Mit Wahl habe ich die Chance, die Friseur- und Barbierszene mit meinen eigenen Augen und meinem individuellen künstlerischen Ansatz als Frau zu präsentieren. Ich betrachte mich nicht nur als Barbier, sondern als Künstlerin. Diese Möglichkeit, den Spirit einer Frau in die Welt der Haarkunst einzubringen, hat mich begeistert und motiviert, Teil des Wahl-Teams zu werden. Hier kann ich meinen eigenen kreativen Stil einbringen.

    "Never stop learning! Weiterbildung, egal in welcher Form ist absolut notwendig."

    Stichwort Education: Wie bleibst du persönlich auf dem Laufenden über die neuesten Fachtechniken, Trends und Produkte?
    JB:
    Never stop learning! Weiterbildung, egal in welcher Form ist absolut notwendig. Ich hole mir immer wieder neuen Input aus dem Ausland und ich bin sehr interessiert an neuen Techniken, Trends und Entwicklungen. Auch online lasse mich super gerne inspirieren.

     

    Produkte

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    Männer interessieren sich mehr für...

    • Nahrungsergänzungsmittel: Essen ist mittlerweile mehr als die etablierten Proteinshakes für den gestählten Körper. Auch Nährstoffe, Vitamine und Co. will Mann richtig dosieren. Mehr Infos dazu findet ihr hier Nahrungsergänzung für Haut und Haar. 
    • Kopfhautprodukte: Beratung ist gefragt! Schaut euren Herren auf das Haupt, denn diese sind schon viel offener, was die Kopfhaut betrifft. Frischt schnell euerFriseur-Fachwissen auf… 
    • Premiummarken und männerexklusive Marken: Männer wollen eigene, exklusive Produkte, die unabhängig von ihren Frauen im Bad Platz finden. Pflege- und Stylingroutinen haben sich längst auch bei Männern entwickelt. Dabei scheuen sie sich nicht auch mal mehr Geld für Premiummarken auszugeben.

    Alles, was Mann braucht, findet ihr bei unseren ►Trendprodukten speziell für den Mann.

     

    "... Trainer ... sollten selbst aktiv hinterm Stuhl stehen ...!

    Gibt es bestimmte Weiterbildungs- oder Schulungsprogramme, die du für Barber oder Stylisten empfehlen würdest?
    JB:
    Ich bin ein großer Fan von Live-Workshops, denn ich möchte die neuen Inputs gleich ausprobieren. Zum Beispiel sind die vielen Maschinen und Blades von Wahl auf unterschiedliche Schnitteffekte ausgelegt. Hier muss man schon bereit sein, wirklich in die Materie einzutauchen und die Anwendung genau kennen. Der Unterschied ist im Ergebnis deutlich sichtbar und das macht einen Qualitätshaarschnitt einfach aus. Zudem ist für mich persönlich wichtig, dass die Trainer kollegial und zugänglich sind. Sie sollten selbst aktiv hinterm Stuhl stehen und wissen wie das Daily Business funktioniert.

    "In den letzten Jahren waren mir die Trendempfehlungen einfach zu einseitig, zu homogen und zu wenig individuell. Was bei den Barbieren die Fades waren, waren bei den Friseuren Balayages."

    Welche aktuellen Trends und Innovationen in der Friseur- und Barbierbranche begeistern dich derzeit am meisten?
    JB: Ich bin glücklich, dass wir wieder mehr zeigen als nur Fades. In den letzten Jahren waren mir die Trendempfehlungen einfach zu einseitig, zu homogen und zu wenig individuell. Was bei den Barbieren die Fades waren, waren bei den Friseuren Balayages. Mich langweilen solche uniformierten Looks.

    "Die beste Maschine in der Hand und nicht zu wissen, wie man sie richtig verwendet, hilft nicht."

    Wie beeinflusst deiner Meinung nach die Wahl der richtigen Haarschneidemaschine die Qualität der Haarschnitte?
    JB: Die beste Maschine in der Hand und nicht zu wissen, wie man sie richtig verwendet, hilft nicht. Aber wenn du die Anwendungsbereiche und die entsprechenden Skills beherrschst, erleichtert dir die Maschine deine Arbeit und sie hilft dir deine Ergebnisse zu perfektionieren.

    Beautybusiness

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    • Zahnbleaching ist stark im Kommen
    • Je mehr Technik, desto besser: Mehr Technik im Badezimmer, vor allem für den Bart
    • Es entsteht eine Parallelwelt zu den nostalgischen Barbern: Tolle moderne Salons

    Welche persönliche Erfolgsgeschichte verbindest du mit deiner Haarschneidemaschine bzw. der Aufgabe als Markenbotschafterin?
    JB: Die Nominierung @behindthechair.com als Big Shot Men’s Shot. Aber eigentlich hat mich die Firma grundsätzlich nach einer kleinen Pause „reaktiviert“ und mir den Spirit gegeben, wieder Spass daran zu finden, in der Branche sichtbar zu sein.

    Hast du einen besonderen Tipp für deine Berufskollegen, welche die Qualität ihrer Haarschnitte verbessern möchten?
    JB: Schwächen an den richtigen „Stellen“ offen kommunizieren, sich gezielte Unterstützung holen und dann üben, üben, üben.

    Welchen Ratschlag gibst du jungen Friseuren, die gerade erst in der Branche Fuß fassen und eine erfolgreiche Karriere anstreben?
    JB: Sei reflektiert, ehrgeizig und habe den unbedingten Willen dich stetig weiterzuentwickeln, dann kommt auch der Erfolg. Erfolg ist kein Sprint, Erfolg ist ein Marathon!

    Das Thema Social Media interessiert viele deiner Berufskollegen. Fragen, sind häufig «wie wird man auf Social Media erfolgeich?». Was machst du anders?
    JB: Ich bin authentisch, nahbar, gebe einen ehrlichen Einblick in meinen Alltag als Unternehmerin und Vollblut-Hundemama. Der ganz normale Wahnsinn :) eben.

    Vielen Dank für das Gespräch und alles Gute für deine Zukunft!

    Interessiert an Männer-Seminaren?

    ►Männer-Seminartermine

    Julia Beckers führt seit 13 Jahren ihren Salon „Blondes Gift“ in Aachen. Sie setzt auf ein exklusives Konzept, das auf Qualität, statt Quantität setzt: Nicht die Anzahl der Kunden, sondern die Qualität ihres Handwerks stehen dort im Fokus.

    Im Gespräch mit Katja Ottiger

    Du bist Mitgründerin der J.7 group und mit dieser seit Jahren erfolgreich. Als einzige Frau zwischen den männlichen Fünf (Achim Rothenbühler, Jens Swafing, Alexander Mäckl, Michael Knöpfle und Thomas Wormser, Anm.),wie war das so?
    Ramona Lesny:
    Die ersten Jahre waren nicht immer leicht, weil man als Frau immer mehr tun muss, als ein Mann, um die gleiche Akzeptanz zu haben. Aber der Frauenpart ist wichtig, weil er einen anderen Blickwinkel hineinbringt. Ich habe meine Position in der Firma gefunden und fühle mich in dieser wohl. Die Jungs sind für mich wie Brüder, wie Familie. Allein ►Achim (Rothenbühler, Anm.) kenne ich seit 30 Jahren, wir wissen viel voneinander und sind ein eingespieltes Team.

    „Die einen mögen die Bühne (…) ich ziehe die Fäden im Hintergrund.“

    Als Sprachrohr nach außen und auf den Bühnen stehen die J.7 Männer. Warum nicht du?
    RL:
    Weil ich das nicht möchte und nie wollte. Als es anfangs darum ging, Trainerausbildungen zu machen, Seminare zu geben und auf den Bühnen zu stehen, entschied ich mich bewusst für die Visagisten-Ausbildung und für das Arbeiten hinter der Bühne. Ich bin bei ihnen, arbeite mit ihnen und ziehe die Fäden im Hintergrund. In solch einem Team muss jeder seine Position finden. Die einen lieben die Bühne - ich mag es nicht einmal, wenn man von mir ein Foto macht.

    Statement Grooming Goods X Syrup Store - das Statement für den gesamten Look, vom Sneaker bis zum Hairstyle. Der Sneaker Store Syrup schlägt erfolgreich die Brücke zwischen Streetstyle und einer High-Class-Boutique, die auf gehypte sowie seltene Sneaker von Marken wie Nike oder Yeezy spezialisiert ist. Dabei steht Syrup für ein Movement, eine Generation, die sich gerne den feinen Dingen widmet. Auf diese Individualität setzt auch Statement, die Hairstyling Brand für den jungen urbanen Mann. Aus diesem Grund kooperierten die beiden exklusiven Marken im Zuge von gemeinsam entwickelten Trendlooks und haben diese bei einem gemeinsamen Afterwork Event präsentiert.

    Im Spotlight standen die ►drei Produktneuheiten von STMNT Grooming Goods. Male Modelle präsentierten den Gästen zu jeder Neuheit eine Hairstyling-Inspiration mit einem dazu passenden Outfit von Syrup.

    Party, Gala oder großes Event – eine gut gelegte Wasserwelle passt zu jedem Anlass. Dabei kann die Trendfrisur mehr als nur elegant sein. 

    Wie stylt man eine Wasserwelle?

    Roland Aichinger weiß, wie es geht. Mit seinen Tipps und Tricks kommt man in vier Schritten zur perfekten Wasserwelle.

    Credit: Maja Smiejkowska | Reuters

    Promi-Colorist Jacob Schwartz unterstützte das Blond von Margot Robbie auf der Filmpremiere von "Barbie - der Film" am 10. Juli in Los Angeles. Zusammen mit den ►Blondme-Produkten von Schwarzkopf Professional kreierte er ihre Haarfarbe.

    “"Ich hatte wirklich den Wunsch, dass Margots Blond auf dem roten Teppich die unverkennbare Barbie verkörpert, ohne dabei zu offensichtlich oder gar aufblondiert zu wirken. Wenn das Licht auf ihr Haar fällt, sollte es wie bei den legendären blonden Supermodels und Schauspielerinnen der 90er Jahre funkeln und strahlen.” so der Expert Celebrity-Haarfarbstylist, Jacob Schwartz.

    Gemeinsam mit Alexander Mäckl gibst du Kommunikations-Seminare. Was sind die wichtigsten Themen, nach denen die Unternehmen fragen?
    RL: Das Wichtigste in meinen Augen ist es, mit jungen Menschen schöne und interessante Kommunikation zu führen. Wir haben eine Kundengeneration, die älter ist, und 20-Jährige, die sie bedienen. Wie können die Jungen also auf die Kunden eingehen? In der Sprache das Alter zu überwinden, macht beiden Seiten Spaß und stärkt die Kundenbindung.

    Die letzten Jahre waren sehr herausfordernd, Downsizing ein neues, großes Wort. Sind euch Franchisepartner abhandengekommen?
    RL:
    Ja, in den letzten Jahren schon. Unsere Franchisepartner arbeiten in ihrem eigenen Salon, setzen dort eigene Ideen um. J.7 gibt es nun seit 22 Jahren, ein Franchisepartner, der mit uns und von uns gelernt hat, kommt nach vielen Jahren möglicherweise an den Punkt, zu sagen: Ach, das mach ich jetzt selbst! Eine normale Reaktion, jeder Franchisepartner hat seine eigene Geschichte, entwickelt sich weiter oder verändert seine Ziele.

    Klassiker mit modernem Twist ft. Ivo Buchta

    Die neue Kollektion „Aura“ von Edinger.salon greift die Trendfrisur auf.

    "Wir haben J.7 friends entwickelt (...) auch kleine Salons können so zur Community gehören."

    Vor welche neuen Herausforderungen stellt euch das als Franchisepartner?
    RL:
    Weiterzudenken. Deshalb haben wir „J.7 friends“ entwickelt. Auch als kleinerer Salon kannst du an J.7 Events und unseren Schulungen teilnehmen oder auf die Bilder unserer Kollektionen zugreifen. Du gehörst in die J.7 Community, mit eigenem Namen und Logo und mit eigener Hotline für deine Anliegen. Manchem fehlt das Gefühl der Zugehörigkeit und die Dynamik einer Gruppe. Die Friseurgruppen, die sich in den letzten Jahren auf Facebook gebildet haben, machen deutlich, dass der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen und Unterstützung in vielerlei Belangen gefragt sind. Diesen wollten wir etwas anbieten. Und das immer vor dem Hintergrund, das eigene Ding machen zu können.

    Interessiert an J.7 Franchise? Hier gibts die INFOS 

    Was beobachtest du in der Branche?
    RL:
     Mich nervt das Gejammere und das Negative! Ich finde, wir haben den besten Beruf der Welt. Die Aufgaben, vor denen wir stehen, sind herausfordernd und die müssen wir bewältigen. Seit meinem 22. Lebensjahr bin ich selbstständig und ja, es gibt immer diese Phasen, die leichter und die, die schwieriger sind. Aber dieses ständige Negativ Reden - die schlimmen Mitarbeiter, die nervigen Kunden … Ja, das sind alles unterschiedliche Blickwinkel, aber wir sind in einer Branche, in der es um Schönheit, um Wohlbefinden und um ein gutes Gefühl geht, das wir geben und selbst in Anspruch nehmen möchten. Nur machen wir es selber schlecht.

    „Mit meinen Mitarbeitern verbinde ich viel Stolz.“

    Wie findest du deinen Ausgleich?
    RL:
    Ich bin mit mir selbst im Reinen, ich mache viel Sport, gehe regelmäßig joggen. Ich lege abends mein Handy weg und schaue dann nicht mehr drauf. Ich vertraue meinen Mitarbeitern, dass sie alles lösen, wenn es Probleme gibt. Ich finde mein Leben, so wie es ist, geil. Mir macht die Arbeit Spaß, ich habe tolle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter! Wenn ich in meine Salons gehe, freue ich mich auf sie und auf die Kunden. Auch wenn ich keine Haare mehr schneide, bin ich zwei Tage da, denn ich liebe die Dienstleister-Atmosphäre.

    Das Gel ist der absolute Klassiker der 90er und wurde hier passend zum 90s inspirierten Outfit mit einem modernen Twist neu interpretiert. Ivo Buchta, bekannt auch als Gründer und Inhaber von Shaped by IB, ist bekannt in der Fitnessszene, somit war er die richtige Wahl für diesen sportlichen Look.

    Durch die Anreicherung mit Holzkohle verleiht das Gel dem Haar ein halbmattes Finish und sorgt für einen definierten Look. Trendfrisur und Styling-Inspiration: Slick Back!

    Step 1 | Haare vorbereiten

    Ramona Lesny im Kreis ihrer Mitarbeiter*innen des J.7 hairstyling Ludwigsburg City. Gemeinsam wurden sie jüngst beim J.7 Convention Day zum "Salon of the year hairstyling" gekürt. | Credit: Alex Gabel imSalon

    Mit all meinen Mitarbeitern verbinde ich einfach viel Stolz. Wenn ich deren Entwicklungen miterlebe, vom Lehrling, der anfangs kein Deutsch spricht, aber heute auf der Bühne steht und schwäbelt ... Ja, man muss mitunter sehr geduldig sein und das ist auch eine große Herausforderung.

    Beachy Textures ft. Lumbardh Salihu

    Wie der Name schon verrät, werden die Wellen in nasse Haare gebracht. Für den idealen Halt muss nach dem Waschen viel Stylingschaum in die Haare verteilt werden.

    J.7 school Seminare

    Das Team der J.7 school macht Lust auf persönliche und fachliche Weiterentwicklung und beflügelt euren Salonalltag.

    ► Seminarprogramm

    ► Alle Termine mit Filtermöglichkeit
     

    Arbeiten bei J.7 Company!

    Offene Jobs auf JOKIRA.de

     

    Credit: STMNT

    Bei dem sommerlichen „La Dolce Vita“ Look wurden Lumbardhs wellige Haare gekonnt in Szene gesetzt. Der Trend geht 2023 immer mehr auch zu längeren Haaren und natürlichen Texturen. Hier ist das Definition Spray das ideale Produkt. Es ist mit Zucker, Salz und Glycerin angereichert und sorgt dadurch für mehr Textur, Volumen und Feuchtigkeit. Styling-Inspiration: Beachy Texture.

    Step 2 | Scheitel ziehen

    Über Ramona Lesny

    • Gründungsmitglied der J.7 group (2001) gemeinsam mit Achim Rothenbühler, Jens Swafing, Alexander Mäckl, Michael Knöpfle und Thomas Wormser(Letzterer ist kein Mitglied der Geschäftsführung mehr, Anm.)
    • 2 Salons in Ludwigsburg // 21 Mitarbeiter*innen
    • Aufgabe bei J.7: Personal, Büroleitung, Finanzen  

    Locken für alle ft. Tim Walker

    Credit: Robert Maybach

    Im zweiten Schritt wird mit einem Kamm ein akkurater Scheitel gezogen. Für einen optimalen Twenties-Look empfiehlt sich dabei ein Seitenscheitel. Je nachdem wie groß die Wellen werden sollen, teilt man Strähne für Strähne ab.

    Tim Walker, bekannt aus seinem Podcast "Lockerflockig" ist auch bekannt für seine großartigen Locken. Die Curl Cream sorgt für die legendäre Definition seiner Locken. Styling-Inspiration & Look: Curly Taper Fade!

    Step 3 | Wasserwellen legen

    Man arbeitet sich vom Haaransatz bis in die Spitzen langsam vor, indem die Strähne mit einem Kamm zunächst in Richtung Gesicht gelegt wird. Danach staucht man die Strähne in Richtung Hinterkopf, um die typische Wellenform zu schaffen. Die entstandene Buchtung kann mit einer Klammer fixiert werden. So geht man nun Strähne für Strähne jeweils vom Haaransatz bis in die Spitzen vor.

    Für coole Männer-Seminare mit dem Fokus auf Barberhandwerk, Rasur, Schnitt, Styling, Expertentipps und grundlegendes Produktwissen findet ihr STMNT Grooming Goods bei unseren Seminar-Anbietern.

    Step 4 | Trocknen lassen

    Credit: Robert Maybach

    Wenn alle Haare in Wellen gelegt sind, lässt man die Haare gut durchtrocknen, danach kann man die Klammern vorsichtig entfernen. Mit Haarlack können die Wellen fixiert werden, wodurch die Wasserwelle einen zusätzlichen charakteristischen Glanz erhält.

    Interessiert an Männer-Seminaren?

    ►Männer-Seminartermine

    Was kostet eine Wasserwelle beim Friseur?

    Im Edinger.salon haben sie keinen extra Preis für eine Wasserwelle, da das  nicht so häufig verlangt wird und meistens etwas für den „besonderen Anlass“ ist. Es wird  wie eine Steckfrisur behandelt, die bei Edinger.salon je nach Aufwand pro Minute Dienstleistung verrechnet wird.

    Shayna Knittel ist das „Shy“ hinter dem Zürcher Salonkonzept Shy + Flo, das den Friseurberuf und die Ausbildung auf eine andere Ebene heben will.

    Im Gespräch mit Juliane Krammer

    Vor kurzem feierte Shy + Flo das 10-jährige Jubiläum. In der Retrospektive: Wie waren die letzten 10 Jahre für dich?
    Shayna Knittel:
    Für uns war unsere Jubiläumsfeier die Bestätigung, dass unsere Spezialität Kunst und Haar zu verbinden, genau der richtige Weg war und ist.

    Wie kam es dazu, dass ihr diesen unkonventionellen Weg eines Friseursalons eingeschlagen habt?
    SK:
    Flo und ich hatten vor Kunst zu studieren, sind aber beide in der Hair Industry gelandet. Damals noch unabhängig voneinander, spürten wir, dass es in der Branche sehr viel Potenzial gab und wir uns sehr frei bewegen dürfen.

    Aber nun mal ehrlich: Kann man auf diese Weise wirklich Geld verdienen, wenn man seinen Salon auf künstlerische Looks spezialisiert?
    SK:
    Wir trafen einen Nerv. Es lief von Anfang an gut und das ist noch immer so - mit unserer Spezialisierung auf progressive Styles. Dafür kennt man uns – unsere Kundschaft im Salon, aber auch die Fashion-Szene, die uns für Catwalk-Stylings engagiert.
    Aber klar, unser Brot ist der Salon, da stecken wir trotz allen Projekten, Shows und Shootings sehr viel Herz rein. Wir zählen uns auch nicht zu einem herkömmlichen Friseur-Geschäft, wir sind hier eher eine kleine Oase. Das macht es für uns leicht, nicht nur Kunden, sondern auch Mitarbeiter zu finden.

     "Ich bin nur so gut, wie mein letzter Haarschnitt."

    Das klingt fantastisch, Kunst und Haare in einem Salon zu vereinen. Was ist das Rezept für euer Konzept?
    SK:
    Wir sind einfach davon überzeugt, was wir machen und zeigen das in allem, was wir tun. Unsere Messlatte haben wir sehr hochgelegt, uns dabei aber nie mit anderen Friseur-Unternehmen gemessen. Unser Anspruch war immer, mit der Kunstszene mithalten zu können.
    Technisch orientieren wir uns sehr an Sassoon. Ich hatte das große Privileg, nach der Lehre in der Schweiz, für ein halbes Jahr eine intensive Weiterbildung bei Sassoon in Los Angeles zu absolvieren. In dieser Zeit durfte ich meine kreativen Fähigkeiten entfalten, neue Techniken erlernen und meine Leidenschaft für das Haarstyling auf ein neues Level bringen. Es war eine wahre Inspirationsquelle und hat meinen Blick auf die Welt des Haardesigns verändert.
    Shy + Flo Haarschnitte sind zeitlos technisch, das Styling geht mit dem Zeitgeist. Trotzdem sage ich mir immer: Ich bin nur so gut, wie mein letzter Haarschnitt. Auf den längst vergangenen Lorbeeren ausruhen, ist nicht drin.

    "Unser Buchhalter meinte mal, dass wir hier sehr viel Geld in Kollektionen stecken und nichts dabei reinkommt. Ich sehe das anders! ... das Geld für Kollektionen ist ein Investment in unsere Brand und vor allem auch in die Industrie!

    Ihr investiert viel Zeit und auch Geld in Kollektionen. Zahlt sich das aus?
    SK:
    Unser Buchhalter meinte mal, dass wir hier sehr viel Geld in Kollektionen stecken und nichts dabei reinkommt. Ich sehe das anders! Es ist eine Werbemaßnahme, denn das Geld für Kollektionen ist ein Investment in unsere Brand und vor allem auch in die Industrie! Mit den Ergebnissen haben wir unseren Ruf, unsere Glaubwürdigkeit und Standards in Stein gemeißelt. Außerdem zieht das unsere Mitarbeiter und auch die Kundschaft an. Klar, kann ich das Geld nehmen und Urlaub machen, mir ein Auto oder Haus kaufen, aber das ist es uns wert.
    Wir wollen mehr international erreichen und dafür brauchst du gute Models, Make-up Artists, … das hat seinen Preis. Eine neue Kollektion bereitet Schmetterlinge im Bauch, dieses Gefühl zieht mich dermaßen an, darauf will ich nicht verzichten müssen.

    Shayna und Florian Knittel leben die Verbindung von Kunst und Haar als SHY + FLO | Credit: KO Photography | Oliver Rust

    Die Ausbildung läuft auch nach einem anderen Konzept ab, wie wir es sonst von Salons kennen …
    SK:
    Wir haben aktuelle vier Lernende. Schon in der Schnupperwoche wird ein eigener Haarschnitt gemacht. Das Ziel ist, dass sie von Anfang an mit den herausfordernden Techniken in Berührung kommen. Sie bringen ihre eigenen Kunden mit und 20 Franken pro Haarschnitt wird zu ihrem Umsatz im 1. Lehrjar gezählt. Der Umsatz pro Model steigt schrittweise an, bis sie Juniorstylisten sind.
    Unsere Lernenden durchlaufen die unterschiedlichsten Themen von Basic- bis Trendtechniken, danach gibt es eine Prüfung und sie bekommen das Shy + Flo Diplom. Wir sind in der privilegierten Position, auch Bewerber ablehnen zu können. Denn Talent muss auf alle Fälle vorhanden sein.

    "Wer nur 80% arbeitet, verdient auch weniger. Das verstehen viele nicht."

    Ihr habt 6 Tage die Woche geöffnet. Ist die 4-Tage Woche für euch ein Thema?
    SK:
    Aktuell nicht, aber wir merken, dass die Thematik auch bei uns aufschlägt. Man muss offen sein und dem Team auch Freiheiten geben, aber gleichzeitig muss man sagen: Wer nur 80% arbeitet, verdient auch weniger. Das verstehen viele nicht. Da hat sich die Einstellung ein wenig verzerrt. Nichtsdestotrotz sind unsere Leute fokussiert und helfen außerhalb der Ladenzeiten bei kreativen Prozessen mit. Es ist eine Art Teambuilding.

    "Unaufgefordert gibt es bei uns nach dem 2. Jahr im Team eine Woche plus Ferien. ... nach erfolgreichem Abschluss ihrer Ausbildung haben die Lernenden die Möglichkeit, eine ... Weiterbildung bei Sassoon in London zu absolvieren.."

    Fordern eure Mitarbeiter*innen ein Entgegenkommen in punkto Bezahlung oder Reduktion von Stunden?
    SK:
    Unaufgefordert gibt es bei uns nach dem 2. Jahr im Team eine Woche plus Ferien. Aufgrund des großen Kundenandrangs können Ziele leicht erreicht werden. Wir setzen auf eine hohe Anzahl an Seminaren und nach erfolgreichem Abschluss ihrer Ausbildung haben die Lernenden die Möglichkeit, eine 1-2-wöchige Weiterbildung bei Sassoon in London zu absolvieren. Es ist eine Belohnung für ihren Fleiß und ihr Engagement während der Lehre und ein weiterer Schritt in ihrer beruflichen Entwicklung.

    "Der Friseurberuf soll so etabliert sein, wie der des Künstlers, Architekts, Gourmetkochs oder der erfolgreichen Band."

    Wie ist das Standing des Friseurberufs in der Schweiz?
    SK:
    In der Schweiz verdienen Friseure mehr als in Deutschland oder Österreich. Wir vergleichen uns aber nicht mit anderen Salons, weil wir ein anderes Konzept verfolgen. Ich weiß aber, dass wir bei Shy + Flo sehr hohe Löhne auszahlen. Das geht über den Mindestlohn weit hinaus. In der Schweiz liegt der Mindestlohn bei 4000 Franken. In unserem Salon steigt das Gehalt jedoch schnell in 400 Franken Schritten an. Das hat folgenden Grund: Der Friseurberuf soll so etabliert sein, wie der des Künstlers, Architekts, Gourmetkochs oder der erfolgreichen Band. Dafür muss man aber viel Geld und Zeit investieren, um am Ende mehr zu verdienen.

    Im vergangenen Jahr hast du den Hairdressing Award gewonnen. Bis du 2024 wieder dabei?
    SK: Auf jeden Fall! Ich bin wieder bei den Hairdressing Awards mit dabei! Es ist ein großartiges Event, bei dem die gesamte Haarindustrie zusammenkommt, um ihre Kreativität zu entfalten, sich gegenseitig zu inspirieren und viele fantastische Menschen zu treffen. Es ist eine tolle Gelegenheit, Teil dieser lebendigen Gemeinschaft zu sein.

    Ich wünsche euch alles Liebe und Gute für die nächsten 10 Jahre Shy + Flo! Danke für deine Zeit!

    Über Shy + Flo

    Shayna und Florian Knittel waren für Intercoiffeur Kuhn in Zürich tätig und lernten sich Backstage auf Tournee kennen. Das war der Startschuss für die Erstellung von kreativen Looks für die Hairdressing Awards. Shayna, die gebürtige US-Staatsbürgerin ist, wanderte gemeinsam mit Flo in die USA aus. Beide bekamen das Angebot, Partner eines etablierten Zürcher Salons zu werden: So entstand „Shy + Flo“. Nach fünfjähriger Partnerschaft entschlossen sich die beiden dazu, sich selbstständig zu machen.  

    #partnersincraft. Für Schwarzkopf Professional erarbeiten sie zudem Trend-Looks und stehen regelmäßig auf internationalen Bühnen. 

    Juni ist Pride Month! Diese Zeit des Jahres ist nicht nur eine Huldigung an die Rechte und Freiheiten der LGBTQ+ Gemeinschaft, sondern sie ist auch eine Feier der Vielfalt, der Liebe und der Authentizität. Für Friseure ist der Pride Month eine emotionale Zeit, in der sie sich nicht nur mit der Gemeinschaft solidarisieren, sondern auch ihre persönlichen Beziehungen zu ihren Kunden und ihrer Kunst intensivieren.

    Diese Stellung des Friseurs und seine große Bedeutung für die LGBQT+ Community wird jetzt besonders gefeiert, dabei sensibilisiert PRIDE das ganze Jahr hindurch. imSalon hat die besten Beiträge für euch zusammengetragen und wirft ein Blick auf all die großartigen Dinge, die Friseurinnen*Friseure zur PRIDE Gemeinschaft beitragen.

    In der LGBTQ+ Gemeinschaft wird oft der Friseursalon als sicherer Ort gesehen, an dem man sich frei fühlen und seine wahre Identität ohne Angst vor Ablehnung oder Diskriminierung zeigen kann.

    Einige Kolleginnen haben sich längst darauf spezialisiert

    ► Hairstylistin Patricia Foletarova ist queer und hat einen genderneutralen Space zum Haareschneiden kreiert

    ► Genderneutraler Barbershop: Bei Bianca Oberst spielt das Geschlecht keine Rolle

    Haarpoeten: Kunden sollen fürs Handwerk zahlen, nicht fürs Geschlecht

    Im Interview mit Juliane Krammer

    Liebe Janina, wir haben vor ► neun Jahren das letzte Mal mit dir gesprochen, was hat sich seit 2014 bei dir verändert?
    Janina Ehrenberg:
    Ja, es ist so einiges passiert, vor neun Jahren war ich noch Angestellte und für Wella tätig. Jetzt habe ich zwei Salons, bin an Wochenenden für Wella auf der Bühne und auf QVC, einem Teleshopping-Format, für Dyson aktiv.

    "Die Übernahme eines bestehenden Geschäfts heißt auch immer, die Historie, alles Gute, aber auch alles Negative zu übernehmen."

    Warum hast du dich für zwei Salons entschieden?
    JE:
    Es hat sich so ergeben. Irgendwann habe ich gemerkt, dass ich meine eigene Philosophie leben und umsetzen möchte und so kam der Schritt zum eigenen Salon im Jahr 2016. Ich wollte von Null starten und meine eigenen Ideen verwirklichen. Das war eine gute Entscheidung.

    … du hast dich später dafür entschieden, einen Salon zu übernehmen?
    JE: : Ja, 2019 übernahm ich den Salon meiner Mutter. Das war immer ihr Wunsch und ich wollte ihr Lebenswerk nicht sterben lassen. Es war mir aber wichtig, davor mein eigenes Ding zu machen, um zu evaluieren, wie es läuft. Die Übernahme war eine Herausforderung, denn ehemalige Gründer hängen an ihrem Salon und im Fall meiner Mutter, war es ihr Lebenswerk und ich musste mich hier behaupten. Die Übernahme eines bestehenden Geschäfts heißt auch immer, die Historie, alles Gute, aber auch alles Negative zu übernehmen.

    Im Gespräch mit Katja Ottiger
     

    Tessa, mit 26 Jahren bist du gut im Geschäft: Eigene Produktlinie, Webshop und ein Salon, der sich auf Naturlocken und - Wellen sowie Naturprodukte spezialisiert hat. Sind Locken bei euren Gästen „Pflicht“?
    Thessa:
    Zu uns kommen ausschließlich Kundinnen, die Naturlocken oder naturgewelltes Haar haben und dieses mit natürlichen Produkten unterstützen möchten. Wir begleiten aber gern Kundinnen, die den Weg vom chemischen Haar zum Naturhaar gehen möchten.

    „Wir haben keine Rundbürsten oder normale Föhndüsen.“

    Keine Ausnahmen für Glatthaarige?
    Tessa: Bei Leuten mit glatten Haaren, die gern eine Naturhaarfarbe hätten, machen wir eine Ausnahme. Ihnen bieten wir „Henna to go“ an: Wir tragen die Henna-Treatment-Farbmischung auf und verpacken das Haar in einen Turban, ausgewaschen und gestylt wird zu Hause. Wir haben im Salon auch gar kein Werkzeug für glatte Haare wie Rundbürsten oder normale Föhndüsen.

    Der neue TCC Educator Shan Rahimkhan aus Berlin im Gespräch mit Birgit Senger, die den Thermo Care Cut beim Workshop in Solingen am eigenen Haar testen ließ. ImSalon berichtete: ►The Thermo Care Cut Workshop in Solingen

    „Viele Kundinnen mögen die Technologie, Haare physikalisch pflegen zu können.“

    Shan, welche Kundinnen kann man für The Thermo Care Cut begeistern?
    Shan Rahimkhan:
    Vor allem diejenigen, die vegane Pflege ohne Mikroplastik wünschen. Viele Kundinnen stört, trotz gut ausgewählter Inhaltstoffe, immer noch die Umverpackung. Und solche beispielsweise sind begeistert von der Technologie, Haare rein physikalisch pflegen zu können. Sie verwenden lediglich Shampoo und pflegen ihr Haar mit einer regelmäßigen TCC Behandlung.

    Inspiriert von Influencerin Matilda Djerf sind die McDonalds Bangs wieder groß im kommen. Der Look basiert auf langen Stirnfransen, doch statt den Pony ins Gesicht fallen zu lassen, werden die Haare am Ansatz nach oben geschwungen. Dabei ist der Look superflexibel, mit fast jeder Haarlänge umsetzbar, gibt einen coolen Retro-Effekt und umrandet das Gesicht locker. 

    Woher kommt der Name "McDonalds Bangs"?

    Dieser McPony ist benannt nach dem ikonischen goldenen Bogen des Fast-Food-Riesen. Der Mittelscheitel mit den rechts und links gebogenen Haarpartien erinnern an das große, geschwungene M des Fast-Food-Riesen. 

    Die Föhntechnik ist supereasy mit großem Effekt

    Um die berühmten Bögen ins Haar zu bekommen, teilt man den Pony in der Mitte und föhnt das Haar mit einer Rundbürste. Partien vom Gesicht wegziehen, um Lockerheit und Schwung in den Look zu bekommen. Mit Haarspray fixieren. 

    McDonalds Bangs auf der Bühne

    Beim Glynt Look&Learn Event in Wien mit Bundy wurden einem Model McDonalds-Bangs gestyled (siehe Bild oben) und mit dem "Butterfly Cut" kombiniert. Der stark stufig geschnittene 90ties-Look kommt wieder zurück in die Salons. Die Haare tanzen beinahe auf dem Haupt der Trägerinnen, denn alles Schwere wird hier aus den Längen genommen. Dieser Style öffnet das Gesicht und lässt das Herz von Föhn-Enthusiastinnen höher schlagen. 

    Hairstylistinnen haben die Ehre und das Privileg, ihren Kunden dabei zu helfen, ihre Identität und ihren Stolz durch ihr Aussehen zu präsentieren. Der Stolz, den sie dabei empfinden, ist unbeschreiblich. Sie teilen die Freuden, die Siege, die Kämpfe und die Tränen ihrer Kunden. Sie werden Zeugen der Transformation und der Ermächtigung, die durch Selbstakzeptanz und Selbstliebe erzielt werden.

    ► Friseur Alexander Becker unterstützt Transfrauen ihre feminine Seite zu finden

    ► So geht genderneutrale Dienstleistung

    Viele FriseurInnen zelebrieren diesen Monat durch verschiedene Aktionen, sei es durch das Organisieren spezieller Veranstaltungen, das Anbieten von Rabatten oder einfach nur durch das Hissen der Pride-Flagge in ihren Salons. Diese Gesten sind nicht nur Zeichen der Solidarität, sondern auch kraftvolle Botschaften der Akzeptanz und der Liebe.

    Frank Fischer inszeniert den Pride Month im Salon mit dieser Deko
     

    Viele Friseure sind selbst Mitglieder der LGBTQ+ Gemeinschaft und der Pride Month bietet ihnen eine Plattform, um ihre eigenen Erfahrungen zu teilen und ihren Stolz zu zeigen. Es ist eine Zeit der Selbstentdeckung, der Anerkennung und der Ehrung der eigenen Reise.

    ► Buchtipp: Die Polyester Queen

    Es ist eine Zeit der Feier, der Akzeptanz und der Liebe - Werte, die im Herzen des Friseurberufs liegen. Sie können mehr als ihre Kunstfertigkeit und Kreativität zeigen, nämlich ihre tiefe Verbundenheit mit ihren Kunden und ihrer Gemeinschaft zum Ausdruck bringen.

    Und deshalb hören wir nicht auf zu feiern und leben auf imSalon das PRIDE-YEAR mit immer wieder spannenden Einblicken in eine faszinierende Community, die zu uns schlichtweg dazugehört. Und so gibt es viele spannende Beiträge und es werden ständig mehr, folgt unserem TAG LGTBQ+  ! 

    Happy PRIDE TIME, 

    eure imSalonistas

     

     

    Deine Mutter ist nach wie vor im Salon, kam es hier zu Generationenkonflikte?
    JE:
    Meine Mutter ist 70 und mittlerweile halbtags im Salon. Mein Team ist im Durchschnitt 23 Jahre alt. Dass es hier generationsbedingt zu unterschiedlichen Meinungen kommt, ist vorprogrammiert. Aber wir haben Grenzen und Aufgabenbereiche festgelegt sowie auch Arbeitszeiten so gelegt, dass es für alle passt. Das wichtigste Learning für mich bei der Übernahme war: Festlegen, wann derjenige, der vorher für den Laden verantwortlich war, geht, beziehungsweise wirklich abgibt.

    Hat die Geschäftsübernahme die Beziehung zu deiner Mutter verändert?
    JE:
    Meine Mutter musste sich in ihrer neuen Rolle erst einfinden. Sie war jahrelang die Chefin. Sie musste loslassen und ich habe mich in dieser Phase Stück für Stück emanzipiert.

    Was verwendet ihr zum Bürsten und Stylen?
    Tessa:
    Zum Bürsten verwenden wir wie beim „normalen“ Friseur den Tangle-Teezer, um die Haare im nassen Zustand gut durchbürsten zu können. Ein Naturconditioner ohne Weichmacher pflegt die Locken, die von Natur aus ja etwas spröder sind und erleichtert das „Entwirren“ mit den Fingern. Bei welligem oder leicht gelocktem Haar benutzen wir Naturhaarbürsten z.B. mit Wildschweinborsten, handgefertigt vom Bürstenmacher. Wir stylen mit einem Naturgel aus Bio-Aloe Vera und Bio-Ginseng für die Definition der Locken und zum Trocken benutzen wir einen Diffuser-Aufsatz bzw. einen Climazon.   

    Die Thermo Care Cut Schere | Credit: Sandrino Donnhauser imSalon

    Langhaarkundinnen, die ihre langen Haare behalten möchten, schätzen einen Carecut, weil Spliss verschwindet und die Haarlänge erhalten bleibt.

    Wie muss ich mir das vorstellen?
    SR:
    Beim ersten Besuch fokussiert kann man sich auf die Versieglung der Haarspitzen, da reicht es in der Regel, das Haar einen halben Zentimeter zu kürzen. Beim nächsten Mal wird das Thermo Care Cut Treatment in den Längen angewendet, so dass von der Länge an sich nichts wegkommt.  

    Das Treatment sind die neu entwickelten Schnitttechnicken?
    SR:
    Genau. Hier haben wir vier unterschiedliche Cuts entwickelt (Clean Cut, Twist Cut, Dust Cut und Progressive Cut, Anm.), die das Haar beim Schnitt durch die wirkungsvolle Wärme der Klingen mit haareigenem Keratin versiegeln. Das befreit effektiv von Spliss und sorgt für natürlichen Glanz und mehr Volumen. Das funktioniert auch bei gefärbtem oder chemisch behandeltem Haar.

    Credit: Dean Keno Zill imSalon

    90ties -Vibes auch in Hamburg: Auf der STMNT Summit 2023 haben den McDonalds-Bangs-Look bei einem männlichen Model entdeckt. 

    " ... das vereinfacht viele Prozesse, wenn Salons von der Anordnung bis zum Kaffee beinahe ident sind."

    Hast du radikale Entscheidungen getroffen, um dem Salon deiner Mutter deine Handschrift zu verleihen?
    JE: Es blieb nicht aus, einige Änderungen vorzunehmen, da mit der Betriebsübernahme ein Generationswechsel stattfinden konnte. Neben einer Sanierung, die für meine Bedürfnisse größer ausfallen hätten können (lacht), war mir auch wichtig, in beiden Salons die absolut gleichen Standards einzuführen und auch ergonomisches Arbeiten zu gewährleisten. Außerdem hat ein Produktwechsel stattgefunden, sodass man sich in beiden Salons zurechtfinden kann. Alles sollte gleich sein, das vereinfacht viele Prozesse, wenn Salons von der Anordnung bis zum Kaffee beinahe ident sind. Bei der älteren Kundschaft kam das super an und wir gewannen auch neue Kunden und Kundinnen.

    "Ich will mich und mein Team nicht einschränken oder mich in eine Schublade stecken lassen."

    Du bist für Wella als Color-Expertin und Trainerin unterwegs. Ist es nicht naheliegend, hier auf Spezialisierung zu setzen?
    JE:
    Wir haben uns auf schönes, gesundes Haar spezialisiert. Egal welche Farbe, welcher Schnitt. Ich will mich und mein Team nicht einschränken oder mich in eine Schublade stecken lassen. Außerdem ist es einfacher, wenn Mitarbeiter ausfallen, dass wir alle auf demselben Leistungslevel sind. Ich bin dem Thema aber auch nicht komplett abgeneigt, denn Kunden wollen zu Spezialisten gehen. In unserem Fall sind wir in einer Kleinstadt und es gibt nicht so viele Friseure, die auf so einem hohen Niveau arbeiten. Wenn viele Salons in einer Großstadt zusammenkommen, brauchst du eine Spezialisierung. Man sieht es auch auf Social Media, wenn du dich spezialisierst, generierst du mehr Reichweite. Aber im Moment genieße ich die Abwechslung und dass mir und meinem Team nicht langweilig wird.

    Wie führst du deine Unternehmen heute? Hast du einen Führungsstil? 

    JE: Ich setze auf flache Hierarchien, deswegen treffen wir viele Entscheidungen als Team gemeinsam. Wenn man im Kollektiv hinter einer Entscheidung steht, vereinfacht das die Umsetzung. Ich achte sehr darauf, dass ein respektvoller Umgang herrscht und bin ein großer Fan davon Stärken zu stärken. Und der Spaß kommt auch nicht zu kurz - außerhalb des Salons unternehmen wir Teambildende Aktivitäten.

    Vielen Dank, Janina, für das offene Gespräch und alles Liebe für die Zukunft!

    Euer Salon ist im 21. Wiener Bezirk, nicht sehr zentral – bewusst gewählt?
    Tessa:
    Zum einen wohne ich hier und fühle mich da wohl. Zum anderen bietet die Nähe zur alten Donau eine ruhige Umgebung und entspricht unserer natürlichen Philosophie. Zudem haben wir keine Laufkundschaft, unsere Kundinnen kommen mitunter von weit her. Wir sind im Schnitt einen Monat vorher ausgebucht, im Moment sogar sechs Wochen. Deshalb bekommen wir im nächsten Monat drei weitere Mitarbeiterinnen.

    Wie werden die auf das Thema Naturlocken und - Wellen eingeschworen?
    Tessa:
    Alle unsere Mitarbeiterinnen haben selbst Naturwellen und - Locken und verwenden keine chemischen Produkte. Dadurch sind sie authentisch und schöpfen aus eigener Erfahrung. Zunächst werden sie intern eingeschult, bekommen Trainingsabende und arbeiten speziell an Lockentrainingsköpfen. Dann starten sie als Assistentinnen und je nachdem, wie schnell sie sind, geht es an die Schnitte und an die Kundinnen. Wir arbeiten alle einheitlich mit den gleichen Schnitttechniken. Unsere Onlinekurse ergänzen die Ausbildung vom optimalen Farbauftragen über das Pflegen und Stylen bis zum Optimieren der Locken.

    Die Locken-Onlinekurse hast du selbst entwickelt?
    Tessa:
    Ja. Eigentlich wollte ich immer ein Buch über Lockenprodukte und den Umgang mit Locken herausbringen. Letztlich sind es Onlinekurse geworden, weil es nicht nur die Information in Form von einem Text zu lesen gibt, sondern auch zu sehen ist, wie man die Methode mit den Händen anwendet. Ich habe jahrelang das Internet durchforstet, vieles an mir selbst getestet, z.B. die „Curly Girl Methode“, die ich hervorragend finde bei chemisch gefärbtem oder blondiertem Haar. Aber ich habe nichts in der Kombination von Locken und natürlichen Produkten finden können und deshalb eine eigene Methode entwickelt.

    „Das Abtragen überschüssiger Schuppen gleicht einem Hautpeeling.“

    Je nach Technik wird das Haar gekürzt und versiegelt, aber auch Spliss entfernt oder überschüssige Haarschuppen abgetragen?
    SR: Ja, das Abtragen von überschüssigen Schuppen können wir mit einem Hautpeeling vergleichen. Indem wir die veralteten Hautschuppen abtragen, strahlt die Haut frischer und glatter. Ähnlich verhält es sich beim Haar. Diese Technik schlagen wir der Langhaarkundin in einem Turnus von ca. 6 bis 8 Wochen vor.

    „Die versiegelte Haarstruktur lässt Nährstoffe nicht weichen.“

    Wie lange hält dann das Gefühl von geschmeidigem, gesundem Haar an?
    SR:
    Der Vorteil liegt darin, dass das Haar auf lange Sicht gepflegter wird, Nährstoffe durch die versiegelte Haarstruktur nicht weichen können, die Haarfarbe stabilisiert wird und das Haar Feuchtigkeit behält.

    Janina Ehrenberg ist Wella Top Akteur & Trendcoach. Sie führt zwei Salons „Janina Ehrenberg Friseure“ mit insgesamt 7 Mitarbeiterinnen in Bad Kissingen und Steinach an der Saale.

    Auch für Kundinnen gibt es einen Onlinekurs. Warum?
    Tessa:
    Um sie im Umgang mit Locken zu unterstützen. Im Kurs lernen sie all meine Erfahrung, die ich über die Jahre gesammelt habe - von A bis Z rund um das Thema Naturlocken und Naturprodukte und wie sie diese korrekt anwenden oder das Henna-Treatment richtig aufzutragen.

    Warum lernen eure Kundinnen Henna-Treatment aufzutragen?
    Tessa:
    Wir produzieren unsere Produkte in Zusammenarbeit mit einem Naturfarbspezialisten in Österreich und versenden diese EU-weit über unseren Webshop. Viele unserer Kundinnen wohnen weit weg und buchen deshalb diesen Online-Kurs. Anhand eines detaillierten Fragebogens und Fotos, die sie uns zusenden, bereiten wir für sie individuelle Henna-Treatment-Farbmischungen vor, verschicken sie per Post oder halten sie zur Abholung bereit. Mit diesem Kurs garantieren wir ein Ergebnis wie bei uns im Salon.

    Du bildest keine Lehrlinge aus. Warum?
    Tessa:
    Mit unserer Spezialisierung auf Naturprodukte und Pflanzenfarben ist das nicht möglich, wir dürfen keine reine Naturfriseur-Ausbildung anbieten. Dafür bräuchten wir einen chemischen Partnerbetrieb, was wir nicht wollen. Schade für alle, die z.B. aus gesundheitlichen Gründen nicht mit chemischen Produkten arbeiten können. Aber wir investieren in die Erwachsenenbildung und bilden Quer- oder Späteinsteiger für die Arbeit in unserem Salon aus. Hier gehen wir ganz individuell auf die Stärken und Schwächen jedes Einzelnen ein und konnten so bereits Mitarbeiterinnen zwischen 19 und 51 Jahren ausbilden.

    Wie kommunizierst du bei deinen Kundinnen und Kunden The Thermo Care Cut?
    SR:
    Ich erzähle ihnen gar nicht viel. Ich frage einfach, ob ich ihnen etwas Neues zeigen kann und ob sie mir erlauben, vorne eine Strähne mit der TCC Schere schneiden zu dürfen. Danach lasse ich die Kundin den Effekt erfühlen und der ist in der Regel so, dass sie gleich das ganze Haar mit der TCC Schere geschnitten bekommen möchte.

    Glaubst du, dass sich diese Technologie, Haare mit dem Haarschnitt zu pflegen, auf lange Sicht im Salon etablieren kann?
    SR:
    Auf jeden Fall! Ich finde es schade, dass der Markt in Deutschland noch etwas zögerlich ist. Eventuell vergleicht man es zu Unrecht mit Produkten, die schon einmal dagewesen sind. Wenn ich mir Christian Perin (TCC Educator aus Italien, Anm.) anhöre und miterlebe, wie verbreitet The Thermo Hair Cut in Italien ist, finde ich das toll. Auch ich hatte schon Kundinnen, die aus dem Italien-Urlaub zurückkamen und mir von diesem neuen Haar-Treatment vorgeschwärmt haben. Ist das nicht verrückt, wo das Produkt doch ‚Made in Solingen‘ ist!?

    Eine meiner Mitarbeiterinnen war beispielsweise selbst eine Kundin von mir. Ich habe sie mit der Spezialisierung in den Beruf zurückgeholt. Sie hatte den Job gewechselt, weil sie nicht mehr in einem konventionellen Friseursalon arbeiten wollte. Die Idee der Lockenspezialisierung und den Umgang mit Naturprodukten fand sie toll. 

    Ohne Chemie gibt’s die besseren Locken?
    Tessa:
    Davon bin ich überzeugt! Ich selbst habe mir 40 Zentimeter meiner chemisch behandelten Haare herausgeschnitten und kenne den Unterschied! Deshalb schneiden wir keine Kundinnen, die chemisch behandeltes Haar haben und weiterhin blondieren möchten. Es sei denn, sie haben vor, umzusteigen.

    Das wissen eure künftigen Kundinnen?
    Tessa:
    Wir kommunizieren das auf unserer Website und bei der Terminvereinbarung. Möchten sie weiterhin chemisch basierte Produkte verwenden, empfehlen wir gern andere Lockenspezialisten.

    Für die richtige Salonpositionierung: Ist Spezialisierung wichtig?
    TM:
    In meinem Fall war es die komplett richtige Entscheidung. Wenn man etwas täglich macht, ist man darin irgendwann ein Profi; wenn man alle Dinge gleichzeitig macht, ist man in allem gut. Aber gut ist oft nicht gut genug. Locken verlangen einem sehr viel ab. Das ist ganz anders als bei glatten Haaren. Es gibt so viele Arten - von der Naturwelle über die Naturlocke bis hin zur Krause. Auf einem Kopf kann es zum Teil unterschiedlichste Strukturen geben. Wenn man ausschließlich damit konfrontiert ist, sammelt man sehr viele Erfahrungen und davon profitieren Kundinnen und Kunden.

    Was fasziniert dich an Locken?
    Tessa:
    Dass sich die Person, die Locken hat und zu ihnen steht, sich so akzeptiert, wie sie ist und sich nicht in irgendeiner Form versucht, zu verändern, um sich nach einem sogenannten Idealbild zu richten. Und wenn ich es richtig weiß, haben in Europa über 50 Prozent der Menschen zumindest eine Naturwelle im Haar …

    … was ja bestens für dein Geschäftsmodell ist! Ich wünsche die weiterhin alles Gute dafür!

    Über die Lockenspezialistin Tessa  

    • 1 Salon in Wien, Eröffnung November 2022
    • 4 Mitarbeiter*innen, plus 3 ab Juli 
    • Eigene Produktlinie Locken Elite
    • Vertrieb der Produkte und Lockenaccessoires über den eigenen Webshop

    www.Lockenelite.at

    Als Hobby Cineastin habe ich derzeit wenigstens kein schlechtes Gewissen bis spät in die Nacht Filme zu schauen. Darunter sind immer wieder Klassiker, wie mein Alltime Favorite GREASE oder Caramel. Beide haben ganz schön viel mit Friseur zu tun, genau wie die anderen haarigen Filmhighlights.

    GREASE - You are the one that I want - die beste 60ies Haarinspiration
     

    Wir treffen den Haarentertainer und heimischen Exportschlager im Anschluss an sein erstes Schnittseminar für Wella Professionals, das er im neuen Studio in Wien gab.

    Bertram K im Gespräch mit Katja Ottiger

    Nach deinem Wechsel zu Wella - trittst du kürzer?
    Bertram K:
    Ich habe diesen Schritt ganz bewusst gewählt. Ich möchte nicht mehr 30 Wochenenden im Jahr unterwegs sein, das habe ich lange gemacht und was ich geschafft habe, schafft kaum ein anderer in Österreich. Lange Zeit habe ich nichts mit Wochenenden anfangen können, weil ich immer erledigt war und diese auf der Couch verbracht habe. Es hat ein Jahr gedauert, zu wissen, was Wochenenden sind. Seit ich 25 bin, war ich unterwegs, in manchen Jahren 150 Tage! Ich lerne gerade Entspannen und ich mag das.

    „Ich bin nicht sassoonig, ich mags beim Schneiden kurz und knackig“, so Bertram K bei seinem ersten Schneideseminar für Wella Professionals am 6. Juni in Wien.

    Im Interview mit Juliane Krammer

    Christian, du führst erfolgreich NeoBerlin. Zu diesem Konzept kam auch der Hinterhof-Salon NeoPrivée dazu. Wie unterscheiden sich die beiden Konzepte in punkto Kund*innen, Technik, Preispolitik?
    Christian Haar:
    NeoBerlin wurde vor 16 Jahren gegründet, vor fünf Jahren kam NeoPrivée dazu. Es gehört alles zur selben Familie, nur die Räumlichkeiten sorgen für eine Trennung. NeoBerlin ist schon immer ein Straßenlokal, zentral, pulsierend, szeniger, diverser, bunt – einfach Berlin. Privée ist ein Hinterhof-Salon, grün und ruhig. Der Salon bietet Wellnesscharakter mit Garten. Wir haben dort mehr Privatsphäre geschaffen und dadurch entsteht eine ganz andere Art der Dienstleistung.

    … und in punkto Techniken sowie Preise?
    CH:
    Die Techniken, die wir anbieten sind die gleichen, aber „NeoBerlin“ spricht progressivere Gäst*innen an. Trotzdem ist unsere Klientel in beiden Salons immer anspruchsvoll. Es gibt jedoch unterschiedliche Kategorien bei den Haarstylisten. Die Preise kalkulieren wir nach Erfahrung der Stylist*innen. Bei NeoBerlin gibt es Stylist, Top Stylist und Master Stylist. Bei Privée können Termine zusätzlich bei Art Director sowie Senior Art Director gebucht werden.
    Für Blondierung und Haarschnitt werden beim Senior Art Director ab 375 Euro kalkuliert, bei einem Master Stylist startet der Preis je nach Aufwand bei 240 Euro.

    In einer Impulsgeber-Stadt wie Berlin – wie schafft man es, sich von allen anderen Friseur-Salons abzuheben?
    CH:
    Wir haben uns mit unserem Salon als Marke etabliert. Individualität spielt eine große Rolle, jede*r kann sich selbst sein – Gäst*innen sowie Team-Member. Die Qualität muss passen, denn Kundenzufriedenheit und ein gutes Ergebnis ist das, was für uns zählt. Wir machen deswegen auch gezielte Schulungen, die anspruchsvolle Kund*innen ansprechen.

    "Balayage bleibt und ist ein Alltime-Favorite, aber es kommt Global Bleach wieder zurück und Chunky Highlights feiern ihr Comeback!"

    In Berlin sieht man oft Trends, die Jahre später in anderen Salons einkehren. Was zeichnet sich in der Königsklasse Blond im Moment ab?
    CH:
    Balayage bleibt und ist ein Alltime-Favorite, aber es kommt Global Bleach wieder zurück: Platin, Beige, Ginger, Kupfer, … sind wieder en vogue. Ganz stark feiern Chunky Highlights ihr Comeback – Blocksträhnen, die mehr auffallen, am Oberkopf oder in der Kontur. Aufgrund des Blond-Hypes sind wir auch auf der Suche nach Blonde Specialists!

    Kultiger wird es im Sommer 2023 nicht mehr: Denn ab 21. Juli kommt Greta Gerwigs Barbie Film in die Kinos. Der Blonde-Hype zeichnet sich jetzt schon in den Salons ab.

    Damit man für das perfekte Barbie-Blond gewappnet ist, haben wir bei Colorist und Haarstylist Christian Haar nach seiner persönlichen Rezeptur gefragt:

    Christians Barbie-Blond Rezeptur

    "Dafür benutze ich als Basic Mischung am liebsten 40g No Ordinary Bleach + 10g Freehand Powder - 25% bzw. ¼ der Menge, weil ich es gerne von der Konsistenz und der Präzision dicker mag. Dazu kommen 100g 6% Entwickler und 4g Blue Drops, damit ein unerwünschter Gelbstich im Vorhinein reduziert bzw. zum Teil neutralisiert wird."

      Kommentar von Elisabetta Giannattasio

      Was ist es, das so eine Anziehungskraft auf mich hat? Die Finger kann ich kaum davon lassen. So fand ich mich wieder, unter den Blicken eines mir sehr werten Kollegen, als ich (wohl über einen mir unbekannten Zeitraum hinweg) tief versunken Strähnen-Puschel in Farbkarten streichelte. Die Verwunderung über mein Verhalten war allgegenwärtig.

      Da stellt sich mir die Frage: Fetisch oder Berufskrankheit?
      Wie auch immer, die Haarsträhnen, für die viele Barbies ihr Haupthaar spenden mussten, gehören genaustens inspiziert. Zwischen Daumen und Zeigefinger im Licht gewendet. So jedenfalls mein, zugegebenermaßen sonderliches, Verhalten.

       

      CARAMEL -  Leben, Lieben, Essen, Schönsein, Haare & Seele - ein Libanesischer Wohlfühlfilm

      Was schade für die Branche ist. Du bist ein großartiger Educator - man hat es heute wiedergesehen: die Leute hängen dir an den Lippen und Händen …
      BK:
      Ich möchte der Branche treu bleiben, aber ich möchte keinen Zugzwang mehr und jedes Seminar mitnehmen, das sich mir bietet. Natürlich, es war auch gutes Geld, so ehrlich muss ich sein. Aber ich möchte nicht mehr nach Hause kommen, Koffer umpacken und in den nächsten Flieger steigen. Es sei denn, es ist eine super interessante Sache. Ich habe das Glück, dass mich eine Friseurorganisation in Indien für 40 Tage im Jahr unter Vertrag hat. Darauf bin ich stolz und freue mich, dort immer noch etwas machen zu können.    

      Befinden wir uns im Generationenwechsel?
      BK:
      Absolut. Ich merke schon, dass bei meinen Seminaren der Altersdurchschnitt höher ist. Man darf nicht vergessen, dass – auch durch Corona - die Zeit, als ich ständig in Friseurmagazinen war, fünf Jahre her ist. Die Jungen, die gerade ausgelernt haben und im Job anfangen - ich war längst vor deren Zeit. Vielleicht habe ich aber auch ein Revival, wer weiß… (lacht)

      Du hast vorhin beim Workshop gesagt: Wer sich selbst treu bleibt, wird irgendwann wieder trendy. Ist das so?
      BK:
      Du musst nur lang genug das gleiche machen, dann bist du wieder ‚in‘ (lacht).

      Etwas, das Bertram K mit Sassoon aber doch gemein hat, ist ein konzentriertes, ruhiges Publikum in allen Altersgruppen, das an seinen Fingern und Lippen hängt und seine fachlichen Inputs aufsaugt.

      An fünf Modellen konnten die Teilnehmenden seine Schnittperformance erleben und ja,
      Bertram K hat es immer noch drauf: schnittiges Entertainment mit absolutem Unterhaltungs-Mehrwert, persönlich, nahbar und fachlich top.

      Lange Haare schneidet er am liebsten im Trockenen, zumAnfeuchten verwendet er ausschließlich Produkte, denn „wir wollen ja kein Wasser verkaufen!“ Er versteht Produkte als Werkzeug, das den Wertstoff Haar verbessert.  

      Der Flow beim Haarschnitt ist für ihn das allerwichtigste, und nicht nur beim Spitzen schneiden geht er‘s gern mal unkonventionell an, denn bei langem Haar lässt sich das "unaufregende" Nachschneiden auch spannend gestalten: et voilá, wir präsentieren den Haartwist á la Bertram K.


      Was Bertram K über seinen Wechsel zu Wella denkt und was das mit seiner persönlichen Neuausrichtung zu tun hat, könnt ihr in unserem Interview lesen: ►Bertram K: Ich brauche keinen großen Salon, um erfolgreich zu sein"

      "Es werden die Hausaufgaben für Kund*innen besprochen. Durch falsche Produkte, die zu Hause verwendet werden, kann alles zu Nichte gemacht werden. Blond hört nach der Behandlung nicht auf."

      Apropos Blond: Aktuell wartet alles gespannt auf den Barbie Film mit Margot Robbie und Ryan Gosling – wie erreichst du ein perfektes Barbie-Blond? Hast du Tipps?
      CH:
      So ein aufwändiger Look passiert nie ohne ein ausführliches Gespräch. Abgesehen von der Haarstruktur, werden die Hausaufgaben für Kund*innen besprochen. Durch falsche Produkte, die zu Hause verwendet werden, kann alles zu Nichte gemacht werden. Blond hört nach der Behandlung nicht auf. Wer dafür nicht bereit ist, wird auch abgelehnt bzw. wir raten dazu, die Transformation zu lassen. Das Geld ist es nicht Wert, sondern was zählt ist bei uns die Kundenzufriedenheit. Ein Blond wie Barbie ist ein teurer Spaß, wenn es langfristig gut aussehen soll.

      "Tatsächlich muss sich die Kundin dazu committen, im selben Abstand ihren Ansatz nachfärben zu lassen. Nach 8 Wochen wird es schon grenzwertig, um ein nahtloses Ergebnis zu erreichen."

      Wie vermeide ich den kleinen Ring, der oftmals beim Ansatz-Bleaching entsteht?
      CH:
      Tatsächlich muss sich die Kundin dazu committen, im selben Abstand ihren Ansatz nachfärben zu lassen. Nach 8 Wochen wird es schon grenzwertig, um ein nahtloses Ergebnis zu erreichen. Grund dafür ist, dass eine Verhornung am Ansatz entsteht und wenn diese immer unterschiedlich ist, sieht man das im Ergebnis. Genauso werden Gäst*innen informiert, 24h vorher die Haare zu waschen. Ein zu langer Abstand ist kontraproduktiv, denn die Blondierung dringt ab einem gewissen Zeitpunkt schlechter durch die Haarstruktur. Genauso enthalten Trockenshampoos oft Aluminiumsalz, die genauso schlecht für eine optimale Blondierung sind. Darauf muss man bei der Beratung vor der Behandlung hinweisen, gerade bei Neukund*innen.

      Wie gelingt der blonde Ken-Look?
      CH:
      Wir unterscheiden bei NeoBerlin nicht nach Geschlecht, sondern nach Kurz- bzw. Lang. Aber bei Looks mit Bart, soll eine Blondierung trotzdem noch natürlich aussehen. Bart oder Koteletten-Bleaches mache ich je nach Typ. Es braucht Übergänge an den Konturen – deswegen immer mit Öl oder Vaseline abdecken.

      Für die Rezeptur greift er auf die Produkte der ► Beyond Blonde Serie von Urban Alchemy zurück. 
      Die Serie ist im ►New Flag Pro Online Shop erhältlich.

      Wichtige Punkte für den nahtloses Barbie-Blond

      Um ein langfristiges optimales Ergebnis zu erreichen, setzt Christian Haar unter anderem auf folgende drei Punkte:

      • Die Kundin muss sich dazu committen, im selben Abstand ihren Ansatz nachfärben zu lassen.
      • Die Haare sollen 24h im Vorhinein gewaschen werden.
      • Auf Trockenshampoo soll man vor der Behandlung verzichten.

      Warum diese Punkte für ihn essenziell sind, könnt ihr im Interview nachlesen ► Christian Haar: Barbie-Blond ist ein teurer Spaß, wenn es langfristig gut aussehen soll.

      Barbie Film Vorschau

      Hier ein kleiner Vorgeschmack, was uns im Juli erwartet! In diesem Sinne: Come on, Barbie, let’s go party!

      Dabei kann ich sie nicht mal richtig leiden. Gemeint sind die Farbkarten, die so oft falschen Einsatz finden und damit zu haartötenden Waffen werden. Listig kommen sie daher, durch ihr verlockendes Antlitz erwecken sie Wünsche von unrealistischen Ausmaßen. Luftschlösser gebettet auf Haaren.

      Ausgehändigt ähnlich wie zu große Speisekarten in schlechten Restaurants, hier an ahnungslose Salonbesucher verteilt. Was dann folgt, ist die Entscheidung des Kunden und die Bestellaufnahme des Friseurs. Einziger Vorteil, den ich erkennen kann, ist, dass dieser Vorgang auch pantomimisch möglich wäre.

      Dann… gewählt Tube aus dem Regal gegriffen, angerührt und drauf auf den Kopf des Entscheiders. Surprise! Das Resultat erinnert so gar nicht an den glänzenden Puschel. Egal, schließlich hat der Kunde ja die Wahl gehabt ;-) 

      Auch wenn ich vermute, dass für all die erwähnten Friseure jeder Rat zu spät kommt - hier meine ungefragten Ratschläge: 

      • Packt die Farbkarten zurück in die Mixecke
      • Widmet die Zeit der „Speisenwahl“ lieber der Bestimmung des Istzustandes
      • Spitzt die Ohren im Gespräch mit Eurem Gast und beratet realistisch

      Schlussendlich sind es doch nur Haarpuschel unterschieden in Tonhöhe und Reflex. Diese sollten auch ganz ohne Farbkarte einen Tanz vor unserem inneren Auge aufführen können.

      Ein Hoch auf die Fantasie.

       

      BARBERSHOP 1- 3 weil Ice Cube und Queen Latifah den Salon rappen

      Du pflegst keine Social Media-Aktivitäten?
      BK:
      Nein, ich mach das nicht. Weil es mich nicht interessierst, was du zum Frühstück isst und wohin du in den Urlaub fährst. Und wenn, dann ruf ich dich an.

       „Ich glaube nicht an das duale Ausbildungssystem.“

      Du hast jetzt mehr Zeit für deinen Salon "Private Hairdressing" in Wien. Würdest du wieder ausbilden?
      BK:
      Learning by doing! Ich glaube nicht an das duale Ausbildungssystem, auch wenn das gehypt wird. In meinen Augen wäre Mentoring eine bessere Sache. Ich möchte jemanden auf Augenhöhe etwas beibringen und das geht nicht, wenn man in einem Lehrlingsverhältnis steckt. Allerdings denke ich auch, dass es wenige Leute geben wird, die die entsprechende Motivation hätten. Ich habe genüg „Leeches“ (Blutegel, Anm.) kennengelernt, die dich aussaugen und dann liegen lassen. 

      „Unsere Branche hat mir so viel gegeben, dass ich gern bereit bin, zurückzugeben.“

      Könnte man dich als Mentor buchen?
      BK:
      Ich habe mich immer schon gefragt, warum verstaatlichte Organisationen, die den Beruf weiterbringen sollten, sich nie bei mir gemeldet haben. Mit dem damaligen Wiener Innungsmeister Lui Vehzely hatte das gut geklappt, er erkannte das Potential. Damals habe ich solche Sachen umsonst gemacht. Unsere Branche hat mir so viel gegeben, dass ich gern bereit bin, etwas zurückzugeben.

      Innungsarbeit ist kein Thema für dich?
      BK:
       (Schelmich) Nun ja, ich würde sofort Innungsmeister werden (lacht).

      Verstehe … also nein :) Wann wird es das nächste Wella Seminar mit dir geben?
      BK:
      Das steht noch nicht fest.

      Also doch ein schleichender Rückzug? Wie schaut es denn bei dir im Salon mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus?
      BK:
      Momentan spielen sie ‚Meuterei auf der Bounty‘ – ich bin der Marlon Brando, der ausgesetzt wird.

      Warum? Weil du zu viel da bist?
      BK:
      Ja, vielleicht sehe ich nun Sachen, die ich früher nicht gesehen habe (lacht). Momentan denke ich darüber nach, noch einmal kleiner zu werden.

      „Ich werde mir nicht, durch das Problem Mitarbeiter zu motivieren, (…) die Lust am Haareschneiden nehmen lassen.“

      Du hast jetzt 7 Mitarbeiter*innen – warum verkleinern?
      BK:
      Ich kenne Leute in Amerika, in England, in Deutschland ... die Salons mit 20 Mitarbeitern und mehr hatten, und nun in einem kleinen Geschäft stehen und allein arbeiten. Ganz ehrlich, ich werde mir nicht durch das Problem, Mitarbeiter zu motivieren, zu halten und zu popscherln, mir die Lust am Haareschneiden nehmen lassen. Ich schneide für mein Leben gern, aber ich werde mir nicht das MUSS der Branche auferlegen, einen großen, gut gehenden Salon haben zu müssen, um erfolgreich zu sein. Ich habe für mich herausgefunden: Erfolgreich zu sein heißt, ein Wochenende mit meiner Frau zu haben.

      Interessiert an Seminar-Formaten von Wella Professionals? 

      ► Wella Professionals Seminarübersicht Übersicht (inkl. aller Marken)

      ► Wella Professionals Seminartermine

      Gibt es die Möglichkeit kopfhautfreundlich zu blondieren?
      CH:
      Personen mit sehr empfindlicher Kopfhaut rate ich von einer herkömmlichen Blondierung ab. Man kann Highlights mit Folien, Balayage machen, mit Freihandtechnik arbeiten oder ein paar Millimeter vom Ansatz entfernt auftragen. Es gibt aber auch Kopfhautschutz-Öle und -Lotions oder Histaminblocker helfen gegen den Juckreiz.

      Arbeitest du mit bestimmten Pinseln, um dein Ziel zu erreichen?
      CH:
      Tatsächlich arbeite ich am liebsten mit einem Medium-Pinsel, den ich mir individuell zurechtschneide.

      Verrätst du zum Abschluss deine persönliche Barbie-Blond Rezeptur?
      CH:
      Dafür benutze ich als Basic Mischung am liebsten 40g von ► Urban Alchemy No Ordinary Bleach + 10g Freehand Powder - 25% bzw. ¼ der Menge, weil ich es gerne von der Konsistenz und der Präzision dicker mag. Dazu kommen 100g 6% Entwickler und 4g Blue Drops damit ein unerwünschter Gelbstich im Vorhinein reduziert bzw. zum Teil neutralisiert wird.

      Vielen Dank Christian für den Einblick und alles Liebe für die Zukunft.

      Christian Haar, heißt tatsächlich Haar und kommt aus Heilbronn. Das Handwerk erlernte er vor 14 Jahren bei Mod’s Hair. Seit 2018 ist er Stylist bei NeoBerlin und seit einem Jahr ist Christian für die Salonleitung verantwortlich. NeoBerlin und NeoPrivée bieten Räumlichkeiten, angepasst an die Bedürfnisse unterschiedlicher Kundinnen*Kunden. Die Neo Salons sind Teil des Hair Help The Oceans Projekt, deren Ziel ist, mit Haar-Resten aus Salons, Gewässer von Verschmutzungen zu befreien.

      Elisabetta Giannattasio ist Friseurin und Education Managerin bei fpe Friseur- und Kosmetikbedarf.

       

      BEAUTY SHOP - Barbershop Spin-Off mit Queen Latifah - Watch Original Version

      Interessiert an Seminar-Formaten von Wella Professionals? 

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      ► Wella Professionals Seminartermine

      Die neue Urban Alchemy Beyond Blonde Serie ist im ►New Flag Pro Online Shop erhältlich.

       

      NATÜRLICH BLOND - weil Jura und Hairstyling ganz schön nah beieinander liegen können

       

      DER MANN DER FRISEUSE - dramatisch anspruchsvoll - für Liebhaber des französischen Film-Genres

       

      GOOD HAIR Dokumentation - Chris Rock und die Tücken, dem Afro-Amerikanischen Schönheitsideal zu entsprechen

       

      MAGNOLIEN AUS STAHL - weil man manchmal auch weinen sollte

       

      HAIR Musical - Ein Hoch auf Hippies, Hasch und Haare

       

      LEG DICH NICHT MIT ZOHAN AN - weil Friseure auch zum Superagenten taugen

       

      SWEENEY TODD - weil Friseure das Messer in der Hand halten - also etwas mehr Respekt...

       

      ÜBER KURZ ODER LANG - Weil ein Friseurwettbewerb etwas ganz besonderes ist - Hilarious mit Starbesetzung

       

      SHAMPOO - Warren Beatty als Beverly Hills Figa-Gigolo - What else!

       

      VIDAL SASSOON - weil der Erfinders des geometrical Haircuts in diesem Film weiterlebt...

      Viel Spaß im Heimkino,

      eure Raphaela von imSalon!

      Diese und viele weitere Stationen haben Paul Gehring zu dem gemacht, was er heute ist: Unternehmer, Stylist, Ausbilder, Infotainer und erfolgreicher Kommunikationsspezialist. Paul Gehring lebt und wirkt in Barcelona und spricht 7 Sprachen. Wir trafen ihn beim Österreichstop seiner internationalen TrendTournee für Alcina.

      Im Gespräch mit imSalon

      imSalon.at: Worauf setzt Du bei Deinen Trends?
      Paul Gehring: Für mich zählt nicht so sehr das Hyper-Kreative, sondern mehr die Mode. Ich versuche modische Aspekte in meinen Kollektionen zu entfalten. Ich kann nicht sehr viel mit Perücken und Haarteilen anfangen. Ich arbeite lieber mit dem Haar direkt und gebe diesem den modischen und dennoch persönlichen Touch.

      imSalon.at: Barcelona ist ein sehr künstlerisches Pflaster, dein Ort der Inspiration?
      Paul Gehring: Ja, sicher. Es passiert unglaublich viel Mode in Barcelona. Dort sind die Fotografen, die internationalen Models und Designer. Aber wir sind auch sehr viel in Mailand, vor allem die Mailänder Fashionweek ist für uns ein Muss. Für mich gilt: "Wir sind Friseure, aber im Dienst der Mode"

      imSalon.at: Man sieht in deiner Kollektion Locken, kommt endlich das Revival?
      Paul Gehring: Oh ja, immer mehr junge Leute fragen wieder nach Dauerwellen. Vor allem solche, die bereits welliges Haar haben und es intensivieren möchten. Vor allem richtige Wuschelköpfe wie in meiner Kollektion sind angesagt. Für uns ist neben der Welle auch der Schnitt wahnsinnig wichtig. Wir arbeiten mit einer neuen Drehtechnik, wodurch das Haar bereits während des Schneidens ein besonderes Volumen erhält und die Locken erst so richtig belebt. 
      Und einige unserer Mitarbeiter tragen diesen Look und sind damit das beste Aushängeschild.

      imSalon.at: Was beobachtest du noch bei jungen Menschen?
      Paul Gehring: Viel mehr junge Menschen gehen auch mal nur für ein Styling und eine Frisur zum Friseur. Hier liegt unsere Chance, unser Handwerk zu präsentieren. Da arbeiten wir mit besonderen Tools (besonderen Glätt/ Welleisen) und machen auch etwas, was man nicht selbst machen kann. 

      imSalon.at: Wie wird man erfolgreich, wenn du dich selbst als Beispiel nimmst?
      1.) Familie ... mein größter Rückhalt
      2.) Leidenschaft für die Arbeit
      3.) Hart arbeiten
      4.) Lust, an dem, was ich tue.
      Unsere Kunden verdienen begeisterte Friseure. 
      Mein Rat: Wenn Sie keine Lust auf den Job haben, dann hören sie auf Friseur zu sein.

      Du bist auch sehr präsent im Web, hast 1.300 Follower auf Facebook? Was bedeutet dir das?
      Paul Gehring: Multimedia und Communities gehören doch zum Leben mittlerweile dazu. Facebook ermöglicht es mir mich mit vielen Freunden und Gleichgesinnten in der ganzen Welt auszutauschen. Und da spielt es keine Rolle ob 1.000 km dazwischen liegen.

      imSalon.at: Du hälst dein I-Pad ganz fest, als wäre es ein Teil von dir!
      Paul Gehring: Oh ja, mein ganz wichtiger Begleiter. Ich kann dies allen Friseuren nur empfehlen. Denn im Salon sind Sie damit der King. Sie können der Kundin ganz schnell und einfach vorher/nachher Fotos zeigen und diese auf Knopfdruck abrufen, oder die neueste Kollektion, oder, oder, oder. 
      Unsere Kunden sind doch heute alle inspiriert von ihren Fashion-Icons aus Film und Modemagazin. Da haben Sie alle im Web auf Knopfdruck und können direkt Haarmode und Wünsche besprechen.

      Tolle Idee, vielen Dank für das Gespräch und noch eine tolle Trend-Tournee!

      Aller Anfang Wien
      Shan Rahimkhan kam mit 13 Jahren aus dem Iran nach Wien. Die Modeschule Hetzendorf sorgte für die Ausbildung und dann kamen Mod’s Hair und Dessange. Dessange prägt schon früh seine Begeisterung für alles Französische und nach 2 Jahren Stylisten-Erfahrung zog es den 20 Jährigen in die große weite Beauty-Welt.

      Dazu hatten wir so einige Fragen und Shan plaudert mit uns entspannt in seinem hellen Büro oberhalb des schönen Salons am Kurfürstendamm. 

      … warum Friseur
      10 hübsche Frauen! Ein Wiener Freund von mir wollte Friseur werden und nahm mich als Modell mit und da waren sie, die hübschen Frauen. Ich war jung, sehr chauvinistisch und dachte mir, das ist der Himmel. So wurde ich Friseur.
      Meine Eltern wollten ja immer, dass ich Arzt werde – die typische Karriere, die man sich für den Sohn vorstellt. Sie wollen es im Übrigen immer noch, denken jetzt hätte ich alles erreicht und Zeit dafür! 

      „Amerikaner machen Kniefälle vor guter europäischer Ausbildung …“

      … zu Amerika
      New York war für mich Arbeiten bei Jean Louis David. Aber nach ein paar Monaten zog es mich schon zum legendären L’Image Team in Los Angeles. Dank meiner intensiven europäischen Ausbildung machte man Kniefälle vor mir, die amerikanischen Stylisten waren begeistert. 

      … über L.A.
      Der blanke Horror, nichts als Verkehr, ab 23:00 Alkoholverbot, kein Zutritt zur Partyszene, um Mitternacht ist nirgends mehr was los. Das war mein Leben in Los Angeles, ich war jung und wollte was erleben.

      … und dann kam Las Vegas
      Las Vegas ist pures Partyleben, so zog es uns am Wochenende immer nach Las Vegas und das geht an den Geldbeutel. Recht bald kehrte ich dann nach Deutschland zu meinen Eltern zurück, vollkommen pleite. Naja, so verbrachte ich eine Zeitlang in Karlsruhe – aber das habe ich aus meiner Vita gestrichen (grinst).

      „Man muss kein Franzose sein, um französischen Stil zu bewahren …“

      … Paris!!!
      Ein kurzer Abstecher nach Paris erinnerte mich daran, wie sehr ich den französischen Stil bewundere. Dessange, Carita, Chanel, Bruno Pittini … 
      Und heute … Karl Lagerfeld macht Mode für Chanel. Das zeigte mir, dass man kein Franzose sein muss, um den französischen Stil zu bewahren. 

      … die wichtigste Inspiration
      Colette Paris gab mir den Initialkick für meinen Salon am Gendarmenmarkt: Bar – Bistro - Boutique – Coiffeur! Ich dachte nur, das kann man auch in Berlin machen.

      … was ihn stolz macht
      Unser Ritterschlag war die Auflistung unseres Salons am Gendarmenmarkt im Louis Vuitton Guide. Wir hatten ja keine Ahnung, das basiert ja auf anonymen Tests. Wir waren nach nur einem Jahr in der Rubrik „Pioneers of Lifestyle“ aufgeführt – Wow! Jetzt sind wir im Übrigen wieder drinnen (strahlt).

      „Berlin war keine Liebe auf den ersten Blick …“

      … über Berlin und die Liebe auf den zweiten Blick
      Berlin war keine Liebe auf den ersten Blick. Alle redeten immer über Berlin, dann bin ich halt mal dahin und dachte mir nur, was soll das denn hier?
      Damals lebte ich bei Freunden in Kreuzberg, habe die Partyszene genossen und festgestellt, dass Berlin entspannt und lässig ist. Es ist ein Schmelztiegel vieler internationaler Kulturen und alle hatten damals Pioniergeist. Um die Jahrtausendwende sagte jeder „Ich mache Kunst“, egal ob in der Musik, der Malerei oder einem anderem Handwerk. Das hat mir imponiert, diese Goldgräberstimmung.

      … über Udo Walz
      Nachdem ich entschieden hatte in Berlin zu bleiben, machte ich mich auf die Suche. Auf die Frage, „Wer denn hier der Platzhirsch sei?“ fiel immer wieder der Name ‚Udo Walz‘. „Udo Walz“ – wieso kann jemand mit dem Namen Udo Walz erfolgreich sein, das klang ja eher unbesonders. Und so bin ich zu seinem Salon marschiert und habe an der Rezeption gefragt, ob ich mich vorstellen darf. Dort pochte man auf meine schriftliche Bewerbung und ich dachte mir, dann gehe ich halt wieder. Auf einmal tauchte hinter mir jemand auf, fragte was ich wolle und wir kamen ins Gespräch. Es war Udo Walz und am nächsten Tag fing ich an zu arbeiten. Es folgten drei gemeinsame Jahre. Wir stehen auch heute noch im guten Kontakt.

      „Abendessen-Marketing …“

      … über Gelerntes
      ‚Abendessen Marketing‘ – Udo hat mir das klassische Netzwerken beigebracht. Ich bin mit ihm jeden Abend in der Paris Bar gesessen. Irgendwann wird das zu deinem zweiten Wohnzimmer. Ich habe sogar in der Paris Bar geheiratet. Diese vielen Kontakte und Gespräche erweitern deinen Horizont ja ungemein. 

      „Du musst fachlich gut sein, sonst geht es nicht …“

      … fachliches Können
      Das Fachliche ist nebensächlich, denn es wird schlichtweg vorausgesetzt. Du musst fachlich gut sein, sonst geht es nicht – Punkt.

      … über Zufälle
      Zufälle spielen immer mit und lösen dann ganz schnell eine Kettenreaktion aus. So kam eine Vanity Fair Reporterin aus London vorbei. Diese erzählte ihrer Freundin Cherry Blair von uns. Und so standen eines Tages die Blairs im Salon … zum Haare machen.

      … über die Herausforderungen mit prominenter Klientel
      Es ist natürlich toll bekannte Leute zu stylen, aber immer auch eine Herausforderung. Mein Tipp: Das Wichtigste dabei ist die Recherche. Ich beobachte und verfolge alles ganz genau. 
      Vor kurzem war Nicole Kidman anlässlich einer Gala bei uns. Ich habe mir also ihre Auftritte der vergangenen 6 Monate am Computer angeschaut. Sie sieht ja ständig anders aus. Und so habe ich mir für den Abend einen lässigen Pferdeschwanz (mal etwas ganz anderes) überlegt und sie war begeistert. Man muss ja nicht immer Volltuning betreiben, oft ist das Reduzierte der viel bessere Weg.

      „Wahrscheinlich mein größter Vorteil, ich werde nicht nervös …“

      … über Lampenfieber
      Kenne ich nicht, das ist wahrscheinlich mein größter Vorteil, ich werde ganz selten nervös.

      … über Trends
      Wir haben zwei Mitarbeiter bestimmt, Sven und Nelly, die fürs Trendscouting verantwortlich sind. Einmal im Monat geben sie eine Trendpräsentation fürs Team darüber was es Neues gibt, was wir puschen könnten. So probieren wir immer wieder alles Mögliche aus. 

      … über Pläne
      Im Januar/Februar 2016 planen wir die Eröffnung einer eigenen Akademie in einer riesigen Loft mit einem eigenen Live-Streaming Konzept. Friseure können Ausbildungsprogamme dann live mitverfolgen. 
      Wir wollen anders sein als klassische Schulen.

      … über Mitarbeiter
      Individualität ist mir bei Mitarbeitern ganz besonders wichtig, allerdings gepaart mit Teamfähigkeit. Und mobil sollten sie sein, aus aller Welt kommen und gerne andere Sprachen sprechen.

      … über die Salon CI
      Natürlich gibt es in der Gestaltung einen Bezug zum Persischen, meiner Herkunft, aber im modernen Sinn in ausgewogener schöner zeitgeistiger Mischung.

      … über seine Produkte
      Seit fünf Jahren habe ich meine eigene Produktmarke. Das war mir sehr wichtig, denn ich wollte gesunde Produkte, ohne Parabene, ohne Silikone, etc. und dazu sollten sie sexy und cool aussehen.
      Jetzt vertreiben wir in 42 Verkaufsstellen und es kommen immer wieder neue dazu, demnächst auch in Wien.

      … über sein zeitgeistiges Konzept ‚Beauty Lounge‘
      Anfangs lief es zögerlich, jetzt wird es super angenommen. Das Wichtige ist, dass die Lounge nicht nach Friseursalon aussieht, weshalb das gesamte Interieur eher Boutique Hotel Anmut versprüht. Auf Blow Dry liegt der Fokus, aber auch Maniküre und vor allem Augenbrauen-Styling kommen gut an.
      Im nächsten Schritt werden wir das Beauty Lounge Konzept als Franchise anbieten – also wer Interesse hat, darf sich gerne melden.

      … über die Bezeichnung Promifriseur
      Hasse ich! Ich frisiere prominente Menschen, sehe mich selbst aber nicht als prominenten Menschen. Ich möchte sehr gerne für meine Leistung gelobt werden.

      … über Wien
      Ich vermisse Kaffeehäuser, das gesellige Wiener Leben und natürlich meine Freunde.

      Regenbogen Fähnchen, bunte Girlanden und knallige Masken, Frank Fischer lebt seinen bunten Traum und möchte aufklären.

      Im Gespräch mit Lea Werry

      In Deutschland sind genderneutrale Preise keine Pflicht. Was hat euch dazu bewegt, in eurem Salon genderneutrale Preise anzubieten?
      Benjamin Gnoth: Wir sind schon seit Jahren Teil der LGBTQ+ -Bewegung und wollen auch im Alltag diese Themen sichtbar machen. Die Gleichstellung der Geschlechter ist da ein großer Punkt.
      Außerdem kommt die Frage schon mal auf: Warum kostet ein kurzer Frauenhaarschnitt mehr als ein kurzer Männerhaarschnitt? Wir wollen weg vom "Ist halt so, hat man immer so gemacht"

      Wie habt ihr die Preise im Detail angepasst?
      Benjamin Gnoth: Wir haben uns dazu entschieden einen festen Preis für den Haarschnitt zu nehmen. Waschen/Schneiden/Trockenpusten kostet bei uns 40,-€. Wir berechnen nun die Stylings anders. Sobald wir eine Bürste oder andere Stylingtools in die Hand nehmen, kostet das dann mehr (bis Schulter 15,-€, ab Schulter 20,-€).

      Sind dadurch die Männerpreise automatisch nach oben gegangen?
      Carolin Wendt: Nein! Die Herrenpreise sind so geblieben. Wir haben den Damenpreis günstiger gemacht.

      Gab es negatives Feedback von Männern, die sich beschwerten, dass die Damenpreise günstiger wurden? 
      Benjamin Gnoth: Von unseren Kunden hat sich kein Mann beschwert das die Frauenpreise günstiger geworden sind. Die Meisten haben eher gefragt, wieso die Damenpreise überhaupt teurer waren.
      Die einzigen negativen Kommentare kamen von Menschen die keine Kunden bei uns sind. Unser Konzept würde nicht funktionieren und wir würden uns nur bereichern wollen. Naja, diese Menschen denken wir hätten den Herrenpreis erhöht.

      Das Gespräch führte Birgit Senger

      Dein Unternehmensmotto: Erfolgreich sein. Anders! Was verstehst du unter anders?
      Samantha Schüller
      : Für mich ist anders, bei mir selbst zu bleiben und meinen authentischen Weg zu gehen. Ich habe früher viel nach rechts und nach links geguckt und viele Dinge unternehmerisch so gehandhabt, wie es in der Friseurbranche üblich ist.

      Was ist denn üblich?
      Sam
      : An Mitarbeitenden festzuhalten, die zwar fachlich kompetent sind, jedoch nicht für die Unternehmenswerte stehen. Sätze wie „Sei doch froh, die machen ihren Job doch gut“ oder „nimm jeden Kunden, den du kriegen kannst“, „Selbständig kommt von selbst und ständig“ hat sicherlich jeder von uns schon mal gehört. Nur wer will ständig erschöpft sein, sich von Urlaub zu Urlaub arbeiten, um davor und danach noch mehr zu arbeiten? Irgendwann war für mich klar: Wenn Selbständigkeit, dann nur noch so, wie ich mir das vorstelle. Ich möchte mit Menschen arbeiten, die zu mir passen, mir ein angenehmes Gefühl geben und keine Energieräuber sind.

      Das gilt auch für dein Team?
      Sam:
      „Sei froh, dass überhaupt Kunden kommen und mach es allen recht“ ist eine veraltete Einstellung, die dazu führt, dass sich kaum noch junge Menschen für unseren Beruf entscheiden.

      Wie hast du die passenden Mitarbeitenden für dein Unternehmen gefunden? Sam: Ganz unabhängig von der fachlichen Qualifikation habe ich nur noch Mitarbeitende eingestellt, die zu meinem Wertesystem passen. Das Fachliche kann ich ihnen alles beibringen, dazu habe ich ein Einarbeitungssystem im Salon geschaffen. Und weil es anders und etwas kontroverser ist, habe ich es auch genauso in meinem Slogan genannt. Erfolgreich sein. anders!

      Im Interview mit Juliane Krammer

      Vor kurzem hast du deine eigene Produktlinie „Kultmähne“ vorgestellt. Wie kam es dazu?
      Renate Matuschka:
      Das liegt sozusagen in den Genen. Mein Vater war auch Friseur und hatte seine eigene Serie entwickelt. Ich bin damit aufgewachsen und wollte meine eigenen Produkte, seit ich mich erinnern kann. Jetzt ist es soweit. Nach zwei Jahren Entwicklungsprozess ist „Kultmähne“ endlich am Markt.

      Es gibt so wahnsinnig viele Trends und große Marken - kann man da wirklich mithalten?
      RM:
      Ich habe den Vorteil, dass ich schneller reagieren kann als große Konzerne. Dort läuft die Produktentwicklung durch viele Instanzen. Bei meinem Produkt bin ich die alleinige Entscheidungsträgerin. Die Hürde, die ich überwinden muss, ist das Budget. Aber da meine Eltern eine eigene Haarpflege-Produkte entwickelten und ich hautnah mit dabei war, traue ich mir zu sagen, ich habe Produktwissen.

      Was können deine Kultmähne-Produkte?
      RM:
      Kultmähne ist ein allround einsetzbares Produkt. Es ist für pflegebedürftiges Haar, bietet Feuchtigkeit, Hitzeschutz, aber macht das Haar nicht zu schwer. Es ist ideal für feines, blondiertes Haar, Langhaar, Kurzhaar und auch für Männer wunderbar geeignet. Ich lege Wert auf beste Inhaltsstoffe, außerdem ist Kultmähne vegan, frei von Mikroplastik und PET-zertifiziert. Das ist kein 2- Euro Einkaufsprodukt!

      Mallorca, 30° C, die Sonne brennt und bietet das perfekte Licht für Farbinspirationen, die Lizzy Lemon und Danny van Tuijl mitgebracht haben. 

      Die Zwei wissen, was farblich angesagt ist. In ihrem Salon Ginger | Lemon im hippen 6. Wiener Szenebezirk stehen colorbegeisterte Menschen Schlange, um sich genau das, professionell zu holen.

      Für die Besucherinnen des spannenden Schwarzkopf Pro Look & Learn Kongresses war es ein großes Highlight, von den Profi-Coloristen Input zu Chroma ID, Techniken, und deren Integration ins erfolgreiche Salongeschäft zu erhalten.

      Colortrends 2023

      1 Shineline

      Credit New Flag

      Als Beyond Blond Ambassador hantierst du den ganzen Tag mit Blondierung. Gibt es Trends, wenn es um die Handhabung von Produkten geht?
      Hugo Soares:
      Entscheidungsfreiheit! Ich liebe es, wenn ich selbst entscheiden kann, wie ich mit dem Blondierungssystem arbeite und welche Anforderungen ich an das Produkt habe.

      Was sind wichtige Anforderungen in der aktuellen Zeit?
      HS:
      Produkte, die es ermöglichen zu blondieren, abzumattieren und zeitgleich zu pflegen. Und das alles in nur einem Schritt. Jeder Friseur kennt die Situation, wenn im Aufhellprozess ein Gelbstich entsteht. Hier ist mein absoluter Favorit die 'No Ordinary Blue Drops', seitdem ich diese nutze, ist das kein Problem mehr! Die Dosierung ist dabei ganz easy: Habe ich eine dunkle Grundlage und will extrem hell werden, füge ich bis zu 10% 'No Ordinary Blue Drops' hinzu. Habe ich eine helle Basis, entscheide ich mich für 5% im Verhältnis zur Blondiermasse: Blondierung + Entwickler.

      Welchen Rat gibst Du Friseurinnen in deinen Trainings?
      HS:
      Mein Lieblingstipp aus dem Salonalltag: Bei einem 7er Naturton, gebe ich 5g 'No Ordinary Blue Drops' auf 30g 'No Ordinary Bleach'. Damit spare ich mir das Glossing nach der Blondierung. Effizient und einzigartig klar im Ergebnis. Eine Win-win-Situation!