

01.08.2025
Zukunft beginnt nun mal mit mutigen Entscheidungen
"Der Veränderungsnotstand ist mittlerweile gravierend!" Jörg Dittrich, Präsident des ZDH, fordert nach dem Beschluss über den Bundeshaushalt 2026 sowie zur Finanzplanung bis 2029 Entlastung statt leerer Versprechen.
Trotz begrüßenswerter Investitionen in den Standort Deutschland stößt der aktuelle Beschluss des Bundeskabinetts über den Bundeshaushalt 2026 sowie zur Finanzplanung bis 2029 am 30. Juli beim Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) auf deutliche Kritik.
Strukturelle Reformstaus und fehlende politische Verlässlichkeit
Präsident Jörg Dittrich mahnt: Kleine und mittlere Handwerksbetriebe warten weiterhin vergeblich auf versprochene Entlastungen bei Stromkosten und Einkommenssteuer. Im Handwerk wächst die Sorge über strukturelle Reformstaus und die fehlende politische Verlässlichkeit. Jörg Dittrich appelliert an die Bundesregierung, jetzt entschlossen gegenzusteuern – mit klaren Signalen für Wachstum, Ausbildung und Zukunftssicherheit:
„Der vom Bundeskabinett beschlossene Bundeshaushalt 2026 knüpft an die Leitlinien des diesjährigen Finanzrahmens an und enthält sinnvolle Investitionen in den Standort Deutschland. Kein Verständnis hat das Handwerk dagegen dafür, dass zentrale Versprechen zur Entlastung kleiner und mittlerer Betriebe keinen Niederschlag finden. Bisher ist weder die angekündigte Stromsteuersenkung für alle Betriebe in der Planung bis 2029 berücksichtigt, noch die im Koalitionsvertrag zugesagte Einkommenssteuerentlastung.
Betriebe und Beschäftigte des Handwerks verlassen sich weiter darauf, dass die zur Mitte der Legislaturperiode angekündigte Entlastung für kleine und mittlere Einkommen in der Einkommenssteuer kommt. Hier muss die Koalition dringend nacharbeiten. Auch fehlt es weiter an konkreten Schritten für die nötigen Strukturreformen im Steuer- und Abgabensystem, bei den Lohnzusatzkosten, im Sozialversicherungssystem sowie der Bürokratieentlastung. Der Veränderungsnotstand ist mittlerweile gravierend.
Keine Freiräume für Wachstum
Es krankt an Freiräumen für Wachstum. Auch, um die langfristige Finanzierung des enormen Schuldenbergs überhaupt zu ermöglichen. Aus Sicht des Handwerks muss die Bundesregierung deshalb die strukturellen Ursachen der wirtschaftlichen Schwäche konsequent angehen.
Dafür braucht es die zügige Umsetzung der versprochenen Entlastungsmaßnahmen bei Stromkosten und Einkommenssteuer, konkrete Vorschläge aus den Expertenkommissionen zu Sozialstaats- und Schuldenbremsenreformen bis zum Herbst sowie klare Zukunftsinvestitionen. Dazu zählen auch die Modernisierung der fast 600 überbetrieblichen Bildungsstätten, die Sanierung beruflicher Schulen, die Bereitstellung von Mitteln für das Azubiwohnen sowie eine verlässliche Finanzierung des Aufstiegs-BAföG. Der Bundeshaushalt 2026 darf kein Steinbruch sein, er muss ein Signal des Aufbruchs und der strukturellen Erneuerung setzen.
Über Jörg Dittrich
Jörg Dittrich ist Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH). Er ist gelernter Dachdeckermeister, sowie Bauingenieur/Diplom-Ingenieur (FH) für Hochbau.
Seit 1997 ist er gleichberechtigter, alleinvertretungsberechtigter Geschäftsführer der Dachdeckermeister Claus Dittrich GmbH & Co. KG. Daneben belegt er zahlreiche Ehrenämter, darunter Präsident der Handwerkskammer Dresden, Präsident des Sächsischen Handwerkstages e. V. und andere.

