

06.11.2025
Ver.di fordert Ausbildungsumlage
2,9 Mio. Menschen haben keinen Berufsabschluss. ver.di fordert mehr Unterstützungsangebote, um Fachkräftemangel zu entschärfen und erachtet dafür auch eine Ausbildungsumlage als notwendig…
2,9 Mio. Menschen waren 2025 ohne Berufsabschluss. In Zeiten des Fachkräftemangels, wo auch Friseurunternehmer händeringend nach Nachwuchs suchen, sind dies Nachrichten, die nur mit Kopfschütteln aufgenommen werden können.
Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) zeigt sich im Zuge der Veröffentlichung des Berufsbildungsberichts 2025 besorgt über die konstant hohe Zahl junger Menschen ohne Berufsabschluss.
„Wir dürfen uns nicht damit abfinden, dass 2,9 Millionen junge Menschen keinen Berufsabschluss haben. Alle Beteiligten müssen Maßnahmen ergreifen, um diesen traurigen Rekord im zweiten Jahr in Folge abzubauen. Schließlich ist eine gute Berufsausbildung eine wichtige Grundlage für ein erfolgreiches Berufsleben“, sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler. Auch die Bundesregierung sei dringend aufgefordert, wirkungsvolle Unterstützungsangebote auszubauen, damit sich der Fachkräftemangel nicht noch weiter verschärfe.
Forderungen ver.di:
- Schulische Berufsorientierung stärken
- Ausweitung Jugendberufsagenturen
- Ausbau von Sprachkursen
- Ausbildungsumlage für ausbildende Betriebe
Ausbildungsumlage
Laut Berufsbildungsbericht beteiligt sich nicht einmal mehr jeder fünfte Betrieb an der betrieblichen Ausbildung, im Friseurhandwerk ist es gerade mal jeder zehnte Betrieb.
„Viele Arbeitgeber, die über fehlende Fachkräfte jammern, machen sich einen schlanken Fuß. Das ist nicht akzeptabel“, so Bühler. „Für junge Menschen ohne Ausbildungsplatz muss ein engmaschiges Auffangnetz gespannt werden. Die von der vorherigen Bundesregierung eingeführte gesetzliche Ausbildungsgarantie reicht nicht aus. Ergänzend braucht es eine Ausbildungsumlage, damit wieder mehr Betriebe ausbilden.“
Vorbildlich sei hier der landesweite Ausbildungsunterstützungsfonds des Landes Bremen; auch Berlin treibe entsprechende Pläne voran. „Der Bund und die anderen Bundesländer sind dringend aufgefordert zu handeln, damit junge Menschen eine gute Perspektive auf dem Ausbildungsmarkt haben“, forderte die Gewerkschafterin.
Was ist der Ausbildungsunterstützungsfonds des Landes Bremen?
Der Ausbildungsunterstützungsfonds des Landes Bremen ist seit 2023 eine Solidarinitiative, die kleineren Betrieben in Bremen helfen soll, ihre duale Ausbildung besser zu gestalten. Er finanziert sich durch Beiträge aller Betriebe, wobei ausbildende Betriebe, insbesondere kleinere, finanzielle Unterstützung erhalten. Neben der finanziellen Förderung bietet der Fonds auch Dienstleistungen wie Beratung und Weiterbildungen an.

