Anzeige

08.03.2019

Klinck: Wesentliche Sanierungsschritte der Friseurkette in Umsetzung

Klinck kann gut 70 Prozent der Salons und etwa 90 Prozent der Arbeitsplätze erhalten und erreicht Umsatzwachstum entgegen dem Markttrend

Klinck kann gut 70 Prozent der Salons und etwa 90 Prozent der Arbeitsplätze erhalten - Nachfolgelösungen für Schließungssalons stehen in Aussicht - Klinck erreicht Umsatzwachstum entgegen dem Markttrend

Der Insolvenzverwalter der Friseurkette Klinck, Rechtsanwalt Dr. Jens-Sören Schröder, hat gemeinsam mit der Geschäftsleitung um den Branchenexperten Dieter Bonk (vormals Vorstand Marketing/Vertrieb der Klier Hair Group) ein Restrukturierungskonzept erarbeitet, das derzeit sukzessive umgesetzt wird.

Klinck wird sich von unrentablen Standorten trennen, kann aber voraussichtlich mit 68 von 95 Salons etwa 70 Prozent der Standorte in der Kette halten. Für die übrigen 27 Salons – von denen fünf bereits vor dem Insolvenzantrag gekündigt waren und 22 vom Insolvenzverwalter mit Wirkung zu Ende Mai gekündigt wurden – werden derzeit Gespräche mit möglichen Übernehmern geführt. Hier zeichnen sich bereits einige Nachfolgelösungen konkret ab. Zudem werden Mitarbeiter nach Möglichkeit in andere Klinck-Filialen übernommen. Insgesamt werden nach jetzigem Stand voraussichtlich 90 Prozent der vorhandenen Arbeitsplätze erhalten bleiben.

„Die Klinckianer, wie sich die Mitarbeiter selbst nennen, sind zuversichtlich und unterstützen die Restrukturierung aktiv“, sagt Insolvenzverwalter Schröder. Erste Erfolge der Restrukturierung zeichnen sich bereits ab. Gegen den Branchentrend ist Klinck im Januar sogar ein Umsatzzuwachs gelungen. „Darauf sind alle stolz“, sagt Branchenexperte Bonk, der das Familienunternehmen nicht nur stabilisieren, sondern nach der Restrukturierung auch wieder behutsam expandieren will.

Mit der Schaffung moderner Prozesse und eines „fresh-up“ für die Markenkonzepte soll Klinck als Familienunternehmen wieder erfolgreich werden. Darüber hinaus werden auch Gespräche mit möglichen Investoren über einen Einstieg bei Klinck geführt.

Zum Hintergund
Die Friseur Klinck GmbH betreibt 95 Salons in sieben Bundesländern mit einem Schwerpunkt Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern und beschäftigt knapp 750 Mitarbeiter. Die Geschäftsführung hatte am 28.11.2018 beim Amtsgericht Kiel Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens wegen drohender Zahlungsunfähigkeit gestellt. Hintergrund für den Insolvenzantrag waren Liquiditätsengpässe wegen Umsatzrückgängen in den Jahren 2017 und 2018.

Der Grundstein für die heutige Friseur Klinck GmbH wurde 1928 vom Friseurmeister Wilhelm Klinck mit der Eröffnung des ersten Salons in Kiel gelegt. Sein Sohn Wolf-Dieter Klinck und seine Ehefrau Bärbel haben Friseur Klinck über viele Jahre auf- und ausgebaut. Heute wird der Betrieb von ihren Töchtern Monika und Susanne Klinck als Geschäftsführerinnen geleitet. Für die Fortbildung der Beschäftigten gibt es eine eigene Friseurfachschule in der Gruppe, die nicht von dem Insolvenzantrag betroffen ist.