

11.12.2025
„Der faire Salon“ startet neues Online-Portal fürs Friseurhandwerk
Die Wertegemeinschaft „Der faire Salon“ stellt ihren neuen Online-Auftritt vor. Die Plattform befasst sich mit anhaltenden Strukturproblemen im Friseurhandwerk - mit einer Einladung an Betriebe, die ihre Arbeit bewusst werteorientiert ausrichten wollen: Haltung, Fairness und Zukunftsfähigkeit sollen im Mittelpunkt stehen.
Seit 2000er: Massive Einbrüche im Friseurhandwerk
Billigketten traten auf den Plan, Unternehmen gerieten aufgrund der Dumping-Preise unter Druck und auch fragwürdige Arbeitsbedingungen rückten die Branche in ein schlechtes Licht. Niedriglöhne, Lohndumping, Sozialbetrug – viele Betriebe standen vor der Frage, wie sie unter diesen Bedingungen seriös arbeiten sollten.
„Wenn Qualität dauerhaft dem Preis geopfert wird und Mitarbeitende zur Verschleißware werden, leidet nicht nur die Branche, sondern auch das Bild des Berufes insgesamt.“
„Friseurinnen erhielten für Vollzeitstellen teils nur 500 Euro Monatslohn – eine Zeit vor dem Mindestlohn, geprägt von Ausbeutung“, beschreibt Initiator ► Rene Krombholz, Friseurunternehmer, Fachautor und Gründer von Der faire Salon, rückblickend die Situation. Seine Diagnose: „Wenn Qualität dauerhaft dem Preis geopfert wird und Mitarbeitende zur Verschleißware werden, leidet nicht nur die Branche, sondern auch das Bild des Berufes insgesamt.“
Aus dieser Kritik entstand die Idee einer Wertegemeinschaft, die sich am europäischen Kodex für Friseure orientiert – einem Leitbild, das faire Arbeitsbedingungen, hochwertige Dienstleistung und verantwortungsvolles Wirtschaften zusammenführt.
„Schatztruhe“ – Wissen aus dem Salonalltag, neu strukturiert
Über Jahre hat Krombholz Fachartikel und Praxisberichte veröffentlicht, die Probleme und Lösungsmöglichkeiten im Salonalltag beleuchten – von Mitarbeiterführung über Preisgestaltung bis hin zu Kundenkommunikation. Mit dem Relaunch des Portals wurde dieser Bereich grundlegend überarbeitet und als „Schatztruhe“ neu aufgesetzt.
Selbstreflexion, Mitarbeiterführung, Kundenbindung
Der neue Aufbau startet mit einem ungewohnt kritischen Schritt: Selbstreflexion. Betriebe sollen zunächst ihre eigenen Stärken und Schwächen analysieren – nicht nur wirtschaftlich, sondern auch in den Bereichen Teamkultur, Kundenbindung und Positionierung. Weitere Schwerpunkte sind:
- Marketing und Sichtbarkeit
- Mitarbeiterführung und Teamkultur
- Kundenbindung und Servicequalität
Dazu liefert die Plattform praxisnahe Hilfen, Checklisten und Beispiele. Gerade beim Thema Mitarbeiter sieht die Wertegemeinschaft einen zentralen Hebel. Viele Unternehmen kämpfen mit Personalmangel, hoher Fluktuation oder geringer Identifikation. Das Portal will daher nicht nur Managementwissen liefern, sondern auch konkrete Werkzeuge an die Hand geben – etwa Leitfäden für Teamgespräche, Zielvereinbarungen oder Erfolgskontrollen.
Mitglieder-Servicepaket
Neben Inhalten und Leitfäden bietet Der faire Salon seinen Mitgliedern ein Servicepaket, das die Außenwirkung unterstützen soll. Dazu gehören unter anderem:
- Gütesiegel als sichtbares Zeichen für Fairness und Qualität
- ein Salonfinder, der Mitgliedsbetriebe präsentiert
- Werbemittel und Pressemeldungen zur eigenen Kommunikation vor Ort
- „Schatztruhe“ mit praxisnahen Standards fürs Tagesgeschäft
Im Vordergrund steht dabei nicht die reine Marketingunterstützung, sondern die Verbindung von innerer Haltung und äußerer Darstellung: Werte, die im Salon gelebt werden, sollen auch nach außen erkennbar werden.

