LIV-Vorstandsmitglied Mike Hecker, Bundesinnenminister Alexander Dobrindt und Doris Ortlieb, Geschäftsführerin LIV Bayern beim gemeinsamen Treffen | Credit: LIV Bayern

23.10.2025

Bundesinnenminister Dobrindt sagt Unterstützung für Friseurhandwerk zu

Beim 55. Bayerischen Wirtschaftsgespräch der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) machte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt deutlich: Das Friseur- und Kosmetikerhandwerk kann auf seine Unterstützung zählen.

Auf die Fragen von ►Doris Ortlieb, Geschäftsführerin des Landesinnungsverbands (LIV) Bayern, kündigte Dobrindt an, mögliche Veränderungen bei Arbeitserlaubnissen für Selbstständige zu prüfen.

Arbeitserlaubnisse im Fokus

Ortlieb hatte im Rahmen der Veranstaltung auf eine zunehmende Problematik im Friseurhandwerk hingewiesen: Immer mehr Klein-Selbstständige erhielten Arbeitserlaubnisse, während gleichzeitig der Fachkräftemangel wachse. 

„Wir beobachten, dass die Zahl von Einzelselbstständigen ohne Meisterbrief oder ausreichende Qualifikation zunimmt – und das führt zu Wettbewerbsverzerrungen“, betonte Doris Ortlieb.

Alexander Dobrindt nahm die Kritik ernst und stellte eine Überprüfung der aktuellen Rechtslage in Aussicht: „Es hat auch in der Vergangenheit Arbeitserlaubnisse für selbstständige Tätigkeiten gegeben. Ob sich die Praxis verändert hat, kann ich derzeit nicht beurteilen – aber ich werde der Frage nachgehen“, so der Minister.

Sollte sich herausstellen, dass sich neue, problematische Strukturen etabliert hätten oder gar Missbrauch vorliege, wolle man „entsprechend gegensteuern“.

Schwarzarbeit im Visier

Ortlieb nutzte die Gelegenheit außerdem, auf das Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz hinzuweisen, in das das Friseur- und Kosmetikerhandwerk künftig aufgenommen werden soll. Besonders Barbershops und Nagelstudios seien laut Doris Ortlieb anfällig für unlautere Strukturen.

„Uns ist wichtig, dass die Branche in die Umsetzung des Gesetzes einbezogen wird. Nur gemeinsam können wir gegen Missstände und Schein-Selbstständigkeit vorgehen“, so Ortlieb. Unterstützt wurde sie dabei von LIV-Vorstandsmitglied Mike Hecker, der ebenfalls an dem Wirtschaftsgespräch teilnahm.

Sorge um faire Wettbewerbsbedingungen

Mit Blick auf das Friseurhandwerk – insbesondere die Vielzahl an Barbershops – zeigte Dobrindt Verständnis für die Sorgen der Branche. Nicht jeder Betrieb sei tatsächlich in dem Bereich tätig, den er offiziell angebe, so seine Vermutung.

„Ich verstehe die Verärgerung, die hier entsteht – vor allem, weil Wettbewerbsverzerrungen dauerhaft nicht akzeptabel sind“, so Alexander Dobrindt. „Wir werden die Situation aufmerksam beobachten und gegebenenfalls Maßnahmen ergreifen.“

Signal der Unterstützung

Bundesinnenminister Dobrindt sicherte abschließend zu, die Hinweise aus dem Handwerk ernst zu nehmen und sowohl rechtlich als auch administrativ prüfen zu lassen. Für das bayerische Friseur- und Kosmetikerhandwerk ist dies ein wichtiges Signal: Die Anliegen der Branche sind auf Bundesebene angekommen – und werden gehört.