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Credit: Andonis Vassiliadous

04.11.2018

Stuhlmiete Reloaded

Im Juni 2011 eröffnete Bertram K seinen eigenen Salon in Wiens trendigem 7ten Bezirk. Es ist ein gelungenes Salonkonzept der Extraklasse: mit Hinterhof Flair, NY-Loft-Atmosphäre und individuell ausgewählten Design-Elementen. So viel geballte Kreativität und Dynamik schlagen sich auch im Mitarbeiterkonzept nieder, denn auch hier geht BertramK seinen ureigenen Weg.

Im Juni 2011 eröffnete Bertram K seinen eigenen Salon in Wiens trendigem 7ten Bezirk. Es ist ein gelungenes Salonkonzept der Extraklasse: mit Hinterhof Flair, NY-Loft-Atmosphäre und individuell ausgewählten Design-Elementen.
So viel geballte Kreativität und Dynamik schlagen sich auch im Mitarbeiterkonzept nieder, denn auch hier geht BertramK seinen ureigenen Weg.

BertramK’s VISION
In seinem arbeitsintensiven Leben als gefragter, internationaler L’Oréal Bühnenakteur hat er immer auch parallel im Salon gearbeitet. Zum einen, um den Kontakt zum Salonalltag nicht zu verlieren, somit auf der Bühne glaubwürdig zu sein und zum Zweiten, weil er einen großen und sehr treuen Wiener Kundenstamm hat. Für diesen hat er sich in den vergangenen Jahren immer wieder in Wiener Salons eingemietet und diese dort betreut.
Diese positive Erfahrung möchte er weitergeben. „Leute die bei mir arbeiten, sollen glücklich sein.“ erklärt BertramK. Und so beschäftigt er in seinem international buntgemischten 6köpfigen Team 3 Stuhlmieter (2 mit Stuhlmiete, 1 mit Umsatzbeteiligungsmodell), 1 festangestellte Directrice und 2 Lehrlinge.
Stuhlmiete ist für Bertram K ein Zukunftsmodell, denn es ermöglicht gestandenen Friseuren ihren Erfolg selbst zu messen und zu bestimmen. „Ich lebe gut und ich möchte, dass die Leute, die bei mir arbeiten genauso gut leben können, sie sollen ihre Umsätze für sich haben.“ ist Bertram K von seinem Konzept überzeugt.
Als Konzept eignet sich Stuhlmiete dabei besonders für all diejenigen, die nebenbei auch auf der Bühne stehen oder für Firmen viel im Trainer-Einsatz sind. Sie können dann flexibler ihre eigene Zeit einteilen und sind niemandem Rechenschaft schuldig.

Die Miete
Den Mietpreis verrät BertramK nicht, lässt uns aber wissen, dass es eine ganz einfache Rechnung ist. Miete, Betriebskosten, Lehrlinge und sonstige allgemeinen Ausgaben werden auf einen Platz umgelegt. Diese Platzmiete ist vom einzelnen zu entrichten, wie häufig der Mieter dann anwesend ist, ist seine Sache.
Dafür wird die gesamte Saloninfrastruktur zur Verfügung gestellt.
Auch die Lehrlinge können von allen genutzt werden. Es übernehmen auch alle Mitverantwortung für die Ausbildung der Lehrlinge und nehmen sich abwechselnd für Trainingseinheiten Zeit. Eine Fixmiete zieht Bertram K. der Umsatzbeteiligung vor, aus einem einfachen Grund: „Als ich noch selbst Stuhlmieter war, hatte ich immer die höchsten Umsätze und jeder hat an mir mitverdient. Insofern finde ich eine fixe Stuhlmiete fairer und jeder einzelne kann seinen Gewinn für sich einbehalten.“

Produktnutzung
Produkte sind nicht in der Miete inkludiert und werden separat abgerechnet! In Strichlisten tragen die Stylisten ihren Produktverbrauch ein. „Großes Vertrauen ist dabei Voraussetzung,“ wirft BertramK ein „ sonst funktioniert das Ganze so oder so nicht.“
Die Produkte werden zum Einkaufspreis verrechnet und Prozente, die BertramK von den Lieferanten erhält, werden 1:1 weitergegeben.
„Loyalität kann man nicht kaufen“, weiß BertramK, „von daher ist Ehrlichkeit ganz wichtig“, und hält sich auch selbst an diese Werte, ist extrem offen in seinem Team.

Mitarbeiterstruktur
Die „Directrice“, wie Bertram K seine fixangestellte FriseurIn liebevoll nennt , hat die wichtige Aufgabe ihm den Rücken freizuhalten. Sie übernimmt dabei auch Aufgaben wie Lagerhaltung und Rezeption. BertramK kann sich so voll auf seine Kundinnen und das Künstlerische konzentrieren.
Wichtig ist BertramK, dass er Leute um sich hat, die ihn seit Jahren begleiten, so war vom Tag 1 im Salon ein eingespieltes Team am Werken. Nun freut er sich auf viele neue interessante Gesichter, die sein Team verstärken.

Arbeitszeiten/ Öffnungszeiten
Jeder Stylist hat einen eigenen Schlüssel und kann, wann immer er möchte den Salon nutzen.
Allerdings gibt es fixe Salonöffnungszeiten an welchem Lehrlinge und Directrice anwesend sind.
Montag und Dienstag stehen den „private Appointments“ zur Verfügung, wo der Salon bewusst nicht voll sein soll. Mittwoch bis Freitag ist von 10:00-20:00 und Samstag von 10:00-16:oo geöffnet. In der hippen Neubaugasse ist dies unumgänglich, da will man mit anderen Läden mithalten und den Kunden den späten Nachmittags-Service bieten.

Preise bei ‚BertramK [PhD]‘
Bertram k lässt den Stylisten hier freie Hand, gibt allerdings ein Preisniveau vor, an welchem sich die Stylisten orientieren müssen. (Beispiel Damenschnitt: Zwischen € 55,- - € 95,-) So hat jeder seine eigene Preisstruktur, aber eben im Salongefüge. Jeder Stylist vertritt vor seinen Kunden die eigenen Preise.
„Ich finde ein moderates Preissystem wichtig. Wir wollen hier normale Leute haben, die im selben sozialen Gefilde sind wie wir. Ich mag nicht die super Gestelzten. Die Leute die zu uns kommen wollen sich die Preise leisten, weil sie Wert auf Qualität legen.“ erklärt BertramK seine Preispolitik.
Wir haben Spaß bei der Arbeit und die Kunden haben damit viel mehr Spaß bei uns Kunde zu sein.



Voraussetzung
Das Wichtigste: Stylisten benötigen eine Befähigungsnachweis oder eben eine Meisterprüfung, das ist notwendig, um sich einzumieten, für viele Friseure noch eine Hürde. Freilich ist letztendlich jeder sein eigener Chef, benötigt seine eigene Sozialversicherung, Steuernummer, etc.

Klassischer Chef will er nicht sein, „Auf Augenhöhe kommunizieren“ lautet BertramK‘s Motto. Wir sind alle per Du und Respekt wird großgeschrieben. „Allerdings muss man sich Respekt hart erarbeiten, er kommt nicht damit, dass man den Lohnzettel ausfüllt. Dies glauben leider noch viel Chefs in Österreich und ist der erste Schritt zur Mitarbeiter-Demotivation.“ Ist BertramK überzeugt.
Und so schwärmt er abschließend: „Ein guter Chef ist in meinen Augen menschlich und fachlich toll, so wie mein großes Vorbild Anthony Mascolo.“

 

Anmerkung der Redaktion:  Aktuell (2018) vermietet Bertram K keine Stühle!