Verschiedene Wege, Luxus Salon-fähig zu machen
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Verschiedene Wege, Luxus Salon-fähig zu machen

von Raphaela Kirschnick

’Luxury please’ lautete der Name der ersten Luxusmesse Österreichs, die im November 2006 für ein Wochenende erstmals mehr als Glamour in die Hofburg brachte.
100 Luxuslabel aus aller Welt präsentierten erlesene Produkte und 18.650 Besucher gaben an 3 Tagen 165 Mio. Euro aus. Tief Luft holen, denn das macht dann gerade mal 8.800 Euro pro Besucher. Von Auto bis Bürosessel über Schlüsselanhänger, Brillen, Geschirr gar bis zum Diamanten bestückten Handy um 1.2 Mio. Euro wurde dort alles angeboten – nur eben einen Tick luxuriöser als sonst. Kosmetikfirmen wie ‚Estee Lauder’ und ‚La Ric’ präsentierten dort den Luxus der Schönheit und Jugendlichkeit.

Nun kann man - mit gewissem Verständnis - das Ganze als allzu verrückt abtun. Man kann aber auch die Entwicklung erkennen: Luxus als Gegenentwicklung, beziehungsweise Ergänzung, zum „Geilen Geiz“! War Luxus bis dato ein Begriff, denn man als Normalmensch nicht wirklich für sich in Anspruch nahm, so ist dies mittlerweile völlig akzeptiert. Jeder darf sich etwas gönnen, in welchem Umfang auch immer.

Aber nicht nur materieller Luxus wurde angeboten, sondern auch viele Dienstleistungskonzepte präsentiert: Luxus Maniküre, Luxus Reisen, Luxus Restaurants, Luxus Hotel Service… . Am Ende der Messe stellte sich nur die Frage, wo denn eigentlich die Friseure waren. Gibt es in unserer Branche keinen Luxus?

Der Begriff Luxus kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „Verschwendung“. Laut Lexikon bezeichnet Luxus „Verhaltensweisen, Aufwendungen oder Ausstattungen, welche über das übliche Maß hinausgehen“, gefolgt von vielen weiterführenden Erläuterungen.
In jedem Fall aber ist Luxus etwas sehr eigenes, welches jeder für sich persönlich definiert. Und da Luxus kein geschützter Begriff ist, sollte er nicht nur auf den Konsum der teuersten Dinge reduziert werden. Eine besondere Dienstleistung, die man sich gönnt oder Zeit, die man der täglichen Routine stiehlt, kann ebenso als Luxus bezeichnet werden und liefert unserer Branche unzählige Möglichkeiten diese zu erfüllen.

Um ein ‚Luxus-Konzept’ im Salon umzusetzen, sollten Sie überlegen, welche Besonderheiten sich Ihre Kunden in Bezug auf Haar, Service und Dienstleistung wünschen. Patricia Grecht hatte im November 2006 ein solches Konzept in Ihrem bestehenden Salon ‚hairconcept Patricia Grecht’ umgesetzt. Mit „CPG&more“ wird den Kunden ein individuelles Luxusprogramm präsentiert. „Ich beschäftige mich schon seit geraumer Zeit mit dem Stellenwert von individuellen Bedürfnissen in unserer Zeit. Für viele meiner Kunden ist der Besuch beim Friseur nicht nur ein Termin wie jeder andere, sondern diese Zeit wird sozusagen als ‚Auszeit’ genossen.“, beschreibt Patricia Grecht ihren ersten Schritt und ergänzt: „Es ging darum, diesen individuellen Bedürfnissen Raum und Zeit zu geben.“.

Luxus Aussagen im Salon sollten von Produkt über Dienstleistung bis hin zu außergewöhnlichem Service alles abdecken. Das Wichtige: ein MEHR von allem sollte erkennbar sein.
Mit ‚CPG&more’ verspricht Patricia Grecht ein Mehr an Auszeit, uneingeschränkte Aufmerksamkeit und ein Mehr an Erfüllung individueller Kundenbedürfnisse.

Luxus Service ist sicherlich das sofort Erlebbare. Um sich im Luxus- Hotelleriebereich abzuheben, wird im ‚Ritz Carlton’ zu jedem Kunden eine eigene Akte anlegt. Dort werden die Vorlieben des Kunden vermerkt: Wie trinkt er/ sie den Kaffee, welche Suite wird bevorzugt, welche Magazine, Getränke, … sollten verfügbar sein. Bucht der Kunde ein Zimmer, so wird die Liste vorher durchgegangen und entsprechend bereitet sich das Personal auf den Kunden vor. Der Kunde betritt das Hotel und erfährt persönliche Aufmerksamkeit.
Bei Grechts gibt es eine Magazinbar. Wünscht der Kunde ein besonderes Magazin, wird dieses innerhalb von kürzester Zeit eigens für den Kunden in der nahe gelegenen Trafik besorgt.

Luxus Produkte müssen nicht immer teuer sein, aber das Besondere drückt sich natürlich meist auch im Preis aus. Ins Luxus-Segment der Haarpflege passen sicher alle Designermarken von ‚Aveda’ bis ‚Sebastian’. Besonders getoppt wird das ganze durch an Inhaltstoffen reiche Produkte wie ‚White Truffle Condtioner’ oder ‚Caviar Shampoo’ von Alterna, die zwischen 40,- und 60,- Euro liegen. Shiseidos friseurexklusive Linie ‚Senscience’ liefert den aus der Parfümeriewelt bekannten Premium-Namen gleich mit und Produkte wie z.B. ‚Seah Precious Pearls’ von Schwarzkopf bietet ein Produkterlebnis, wie man es aus dem hochwertigen Kosmetikbereich kennt.
Patricia Grecht entwickelte ihr individuelles Luxusprogramm rund um das neu entwickelte Farb- und Pflegeprogramm von ‚SASSOON’ (www.sassoon.com) und bietet damit eine friseurexklusive Linie von höchstem Qualitätsanspruch.

Luxus Dienstleistung ist nebst qualitativ hochwertigen Produkten unerlässlich. Individuelle Beratung und Zeit für den Kunden sind ein wichtiger Einstieg in die Behandlung. Aber auch Massage, Maniküre und abschließendes Tages-Make-up sind Ergänzungen, die im Preis einkalkuliert sein sollten.

Luxus ist sichtbar! Ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass die Verkäufer/innen bei Douglas immer einheitlich weiß angezogen sind und damit medizinische Fachkompetenz ausstrahlen? Achten Sie doch einmal auf den Auftritt der Mitarbeiter in gehobenen Lokalen. Studien zufolge hebt nämlich ein einheitliches Erscheinungsbild der Mitarbeiter den Wert eines Betriebes und vermittelt Kompetenz und Professionalität. Und Sie wissen ja: Man erhält niemals eine zweite Chance für den ersten Eindruck.

Luxus im Raum
und in der Gestaltung spiegelt das Konzept wieder. Dabei kann man natürlich den opulent dekorierten Raum genauso als Luxus empfinden wie die schlichte moderne Lounge. Wer ‚BUNDY BUNDY’s’ neuen Flagshipstore in Wien betritt, empfindet sofort einen Hauch des Besonderen. Der Kristallsaal, in welchem ein Swarowski-Kristalllüster den Mittelpunkt bildet, vermittelt mit seinen milden Creme-Farben und goldenen Spiegeln pures Luxusambiente.
Bei Grechts wurde der Raum bewusst schlicht, klar und streng gehalten: „Damit möglichst wenig von der Kundin ablenkt“, so Patricia Grecht über ihr Konzept.

Luxus leben heißt nicht unbedingt in Champagner zu baden. Aber wenn Sie Wein predigen sollten Sie nicht nur Wasser trinken. Das heißt, um glaubwürdig zu sein, sollten Sie etwas vom Luxus verstehen, den Sie ihren Kunden anbieten. Nur wer überzeugt ist von seinem Angebot, kann es entsprechend verkaufen.

Luxus Zielgruppe ist jedermann, es kommt auf die Bedürfnisse an. Die eine kleidet sich in H&M, schwört bei Taschen aber auf Louis Viton. Der andere fährt im Posche bei Hofer vor. Wieder andere legen Wert auf Kulinarik und lassen schon mal zu zweit 300 Euro im Restaurant, das Mobiliar daheim aber ist Ikea. Wieder andere sparen beim Essen und legen Wert auf Beauty. Wichtig ist eine Kundschaft, die von Ihrem Service und Angebot überzeugt wird. Die Überzeugungsleistung muss allerdings von Ihnen kommen.

Luxus Marketing findet sich in Aussagen und im Gedruckten wieder. Orientieren Sie sich an hochwertigen Unterlagen und Magazinen und lassen Sie sich von Design, Ästhetik und Hochwertigkeit inspirieren. In jedem Schritt der Kommunikation sollte sich Ihr Anspruch wiederfinden. Lassen Sie die Finger von selbst gebastelten Word-Dateien, die Sie im Copyshop drucken. Beauftragen Sie eine Agentur, Ihren einheitlichen und anspruchsvollen Auftritt zu gestalten. Luxus hat auch für Sie seinen Preis, allerdings überzeugen Sie mit konsequentem Marketingkonzept Ihre Kunden.

In diesem Sinne…wünsche ich Ihnen viele luxuriöse Tage in 2007!


Ihre Raphaela Kirschnick
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