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Businessimpulse 2012 | TEIL 1
Marketing & PR

Businessimpulse 2012 | TEIL 1

Der Blick über den Tellerrand, ein Ausbrechen aus der Routine, offenen Auges durch die Stadt ziehen und bei anderen Geschäften Entwicklungen beobachten … das gibt Impulse. Gepaart mit gesellschaftlichen Trendprognosen kann man so fürs eigene Business ganz viel Neues entdecken.

Zwei beliebte Fragen von mir:
1.) Was können wir heute beobachten, um für morgen vorbereitet zu sein?
2.) Was müssen wir heute bewegen, um in Zukunft erfolgreich zu sein?
Also was ist das Morgen im Heute?

Silver Society, Individualisierung, Lokalismus, Female Shift, Authenticity, Eco Fun, Selfness, Bio-Boom und viele andere ähnlich plakative Begriffe beschreiben Trend-Felder und wollen Orientierung geben im vielschichtigen gesellschaftlichen Wertewandel.
Auch die vielseitigen und immer genauer beschriebenen Ziel- und Konsumentengruppen bieten grandiose Möglichkeiten für neue Konzepte und gezielte Marketingmaßnahmen: Silver Surfer, Cafe Latte Mom, Early Adults, Three Screen Generation, LOHAS,…
Solche Entwicklungen und Strömungen sind wichtig für den Markt und werden vom ‚Zukunftsinstitut‘ im alljährlichen Trendreport beschrieben.
Wir haben einige dieser Trends unter die Lupe genommen und auf Ihre Relevanz für unsere Branche abgeklopft. Gleichzeitig haben wir Ideen gesammelt, die vieles davon bereits umsetzen. Dieses Ideen-Potpourri präsentieren wir Ihnen heute … es soll zum Denken anregen und zum Weiterspinnen inspirieren, auch wenn vieles davon zunächst absurd klingen mag. Absurd und nach ScienceFiction klang vor einigen Jahren auch ein Touch-Screen-Smartphone mit Navi und Internet.
So soll dieser Beitrag im Wesentlichen die Trends erklären und Impulse für Ihre tägliche Arbeit, neue Salonkonzepte oder Ihre Marketingstrategie geben.

von Raphaela Kirschnick

Trendfeld: INDIVIDUALISIERUNG
„Ich bin Ich“ singt Rosenstolz, „…Darf mich nur nicht verlieren“ und trifft den Puls einer ganzen Generation. Der Fokus aufs eigene ICH, das Sich-Abgrenzen-Wollen führt zu unzähligen Werbekampagnen. Dass sich zum Schluss dann doch wieder alle ähnlich sind, stört dabei nicht. Hauptsache das eigene Selbstbewusstsein fühlt sich authentisch und gut an.
Diesem Megatrend entspringen viele Subtrends, die für die Beautywelt zahlreiche Perspektiven bieten. Allen voran ...
... SELFDESIGN: Baustelle Körper

Schönheitschirurgie boomt! Ausgaben dafür steigen, gleichzeitig sinkt das Alter derer, die sich unter das Messer legen rapide. Eine Nasenkorrektur zum 18ten, keine Seltenheit mehr. Was ist da noch echt, kann man sich fragen: Haare färben, künstliche Nägel, Haare verlängern, Zähne bleichen, Lippen aufspritzen,… das alles ist längst etabliert wie die allmorgendliche Tagescreme.
Diejenigen, die daran verdienen wollen schlafen nicht und knabbern längst am Kuchen mit. Dentalkliniken bieten nebst Bleichen auch Kosmetikbehandlungen und Nageldesign an (z.B. e’pur in Wien). Dies dient der Portfolio Abrundung aber auch der Neukundengewinnung.

Freilich freut sich die Kundin über alles unter einem Dach. Spas erweitern ihre Dienstleistungen und sind ein immer beliebter werdendes Weekend Get-Away. In Frankreich gehen Zahnärzte auf die Barrikaden, weil Spas das Zähnebleichen erfolgreich mit ins Programm aufgenommen haben (www.azamay.com), in New York öffnen Dental Spas ihre Pforten. Nur Friseursalons überlassen gerne noch all das den anderen.

Impulse für Friseure:
Erweitern Sie Ihr Portfolio, nutzen Sie Netzwerke
--> Botox Abende (in Amerika ist die Botoxkabine im Salon längst Usus)
--> Nageldesign (separat oder während des Frisurenstylings)
--> Koop mit Zahnarzt & Visagistin (Komplettes BeautyPackage – Haar&Gesicht&Zahn)
Überprüfen Sie Ihren Beratungsablauf
--> Legen Sie endlich sämtliche 08/15 Schemata ab
Kein „So wie immer“ mehr! Geben Sie ihren Kunden mehr denn je das Gefühl bei Ihnen individuell behandelt zu werden
Seien auch Sie individuell
--> Ultimativ Group macht nicht „Dauerwelle“ sondern „Latexumformung“ und plötzlich lassen sich die Jungen Ihr Haar dauerhaft umformen (siehe Artikel)
--> Top Stylist als Gast Star: Bei Kastor&Pollux in Wien 1. sind regelmäßig Stylisten aus Hamburg und Berlin zu Gast, die internationalen Flair mitbringen und Knowhow
Fazit: begeisterte Kunden/ Hangar 7 lässt grüßen!
--> Mitarbeiter X-change Programme: Senden Sie Mitarbeiter 4 Wochen nach London und posaunen Sie die Rückkehr hinaus
--> ‚Locken-Wochen BE CURLY‘ (Denken Sie an den Erfolg von Tschibo & Co)
Seien Sie anders
--> Hund&Herrchen Tag
--> Styling auf der Straße/ vorm Club/ im Bad
Seien Sie authentisch …

…denn eng verknüpft sind Individualisierung und AUTHENTIZITÄT


Trendfeld: AUTHENTIZITÄT
Individuelle Salonkonzepte zeigen Ihren Fingerabdruck, sind Ausdruck Ihrer Kreativität. Kunden wollen Individualität in ihrem Umfeld spüren, es (miter)leben und sich mit emotionalen Welten identifizieren. Die erfolgreichen, expandierenden Ketten der vergangenen Jahre leben solche Konzepte mit denen sich die Gesellschaft identifiziert:
>> Starbucks (Wohnzimmer Flair für alle, die nicht allein zu Hause sitzen wollen)
>> LUSH (bunte Duftwelt)
>> IKEA (Raumkonzepte zum Direkt drin wohnen, skandinavisch, designt und leistbar)
>> Vapiano (gesundes Fast Food, italienisches Flair zu hohen Preisen)
>> Forever 21 (Billigmode in luxuriösem Ambiente)

In der Gestaltung Ihrer Salonkonzepte können Sie sich austoben. Ausschauen wie alle anderen jedoch ist Tabu, das war einmal. In Österreich gibt es schon einige Wegbereiter:

NUDE | Die Haarschneiderei | BUNDY BUNDY | BarSchneiderei | BertramK
Um nur einige zu nennen!

Trendfelder: SINNSUCHE & ORIENTIERUNG
In Zeiten des permanenten Informationsflusses, Reizüberflutung auf allen Sinneskanälen, einem Überangebot sämtlicher Konsumartikel und ständig neuer Dinge beginnen wir uns nach Rückzugsmöglichkeiten zu sehnen, suchen nach dem Persönlichen, nach dem was unser Leben wieder ein wenig einfacher macht.

Was unser Leben leichter macht, wird gekauft. Sogenannte ‚Concept Stores‘ erleichtern uns den Einkaufsprozess und bieten zunehmende freundliche Beratung in gut organisierten und schönen Ladenkonzepten. „Curated Consumption“ (für mich vororganisierter Konsum) wirkt der Frustration im Überangebot entgegen und hilft uns mit einer konkreten Kaufanleitung.

Ausgelebt wird dies in der Kreation von Themenwelten, die Angebote emotional inszenieren, damit einfacher machen und uns auf mehreren Ebenen ansprechen.
„Benvenuto Roma“ schreibt Tschibo und verkauft binnen kürzester Zeit ein paar Tausend Lasagne-Schüsseln. Man fühlt sich wohl in so einer Welt, man versteht sie und baut eine emotionale Bindung dazu auf. In jedem anderen Fall würde man an einem Regal mit einer Riesenauswahl an Lasagne-Schüsseln cool vorbeilaufen- nur Tschibo hat inspiriert und damit gleich zum Kauf angeregt.
Oder denken Sie nur an die aktuell emotionalen Welten rund um Darbo Konfitüre oder Manner Schnitte!

Impulse für Friseure:
Worin liegt das Erlebnis Friseur? Nur im neuen Schnitt, der neuen Farbe oder doch im gesamten Beauty/Wellness Erlebnis?
Es gibt einen Grund weshalb gute Salonkonzepte, die sich zudem im Hochpreissegment bewegen, entsprechenden Zulauf haben und von Krise kaum etwas spüren.
Fragen Sie sich regelmäßig: Entführen Sie Ihre Kundin in eine besondere Welt?
Inszenieren Sie monatlich Themen rund ums Haar: Z.B. „Langhaarwochen“ mit Produktfokus, Accessoires, Bürsten und einer eingehenden Beratung nur zu diesem Thema. Fordern Sie die Industrie zur Unterstützung auf.
Fun Faktor Friseur … Lehnen Sie sich an eine TV Serie an, an etwas aktuelles und seine Sie kreativ … „Desperate Housewifes-Night“

Nostalgie boomt! Ist ihnen schon mal aufgefallen wie viele Produkte und Stores plötzlich wieder in „altem Gewand“ erscheinen?
Zelebrieren Sie Ruhe, Persönlichkeit und geben sie den Kunden das Gefühl bei Ihnen durchatmen zu können!
Die Haarschneiderei in Graz hat ein ganzes Konzept darum erstellt und lebt dieses bis ins kleinste Detail aus … nur die Frisuren sind selbstverständlich zeitgemäß.


Geben Sie Ihren Kunden(-Beziehungen) einen Sinn.
Neulich kaufte ich bei BALLY in Wien Schuhe. Ein paar Tage später erhielt ich per Post einen handgeschriebenen Brief:

… Gelebte Kundennähe, eine Geste, die man heute nur mehr selten vorfindet, schon gar nicht handgeschrieben und definitiv nicht in der Post …. Wenn Sie genauso begeistert sind wie ich, überlegen Sie, wie sich so etwas im Salon umsetzen ließe: Grüße Ihrer Mitarbeiterinnen an jede Neukundin, die gerade den Salon verlassen hat, oder eine handgeschrieben Karte an jede Kundin, die gerade Schweres durchmacht („Liebe Frau Sandner, es hat mir sehr leid getan zu erfahren…“) oder einfach nur ein Mitfreuen: ehrlich, authentisch und individuell, sprich: gelebte Kundennähe!


Ende Teil 1

Lesen Sie in der kommenden Woche: Businessimpulse Teil 2 über Eco Moral, Eco Fun, Neo Ökologie‚ LOHAS und Nachhaltigkeit

Lesen Sie in zwei Wochen: Businessimpulse Teil 3 über Singlegesellschaft, Female Shift, Silver Society, Early Adults und Neue Männer

NICHT VERPASSEN: Der Live Vortrag zum Thema:
Raphaela Kirschnick – Businessimpulse 2012 am 25.03.2012 um 12:30 AUSTRIAH HAIR Wien

Quelle: Ideen und Inspiration Megatrend Report Zukunftsinstitut (www.zukunftsinstitut.de)

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