Alleinstellung im Markt
Marketing & PR

Alleinstellung im Markt

Im englischen und auch im deutschsprachigen Raum ist dafür die Abkürzung UDP (Unique selling proposition) gebräuchlich. Kein Marketing-Seminar ohne die Aufforderung zur Einzigartigkeit:
Sie müssen sich in ihrem Markt eine Alleinstellung erarbeiten!


Damit ist auch gemeint:
Sie dürfen nicht austauschbar sein, denn wer austauschbar ist – so sagt ein anderer Marketingspruch – muss mit dem Preis runter.

* Anders als alle anderen (4A-Prinzip)
ist zu wenig, vor allem dann, wenn der Kunde nicht erkennen kann, was anders ist und welchen Nutzen das Anderssein für ihn hat. Darauf kommt es in erster Linie an.

** Auffallend anders als alle anderen (5A-Prinzip)
ist schon besser. Ein einzigartiger Name für den Salon, den bis dahin noch keiner hatte, signalisiert zwar eine Alleinstellung, nutz aber außer einem höherem Aufmerksamkeitswert nicht viel, wenn dahinter nicht eine Unternehmensphilosophie steht, die eine bessere Leistung als die bei den Mitarbeitern verspricht.

Wenn durch den Namen nicht deutlich wird, was der Laden eigentlich anbietet, nutzt die ganze Originalität des Namens herzlich wenig. Deshalb ist die Forderung:

*** Angenehm auffallend anders als alle anderen (6A-Prinzip)
Aus dieser Forderung ergibt sich fast zwangsläufig die Zielsetzung, auffallend besser sein zu wollen, als alle anderen. Das „alle“ überfordert aber im Zeitalter der grenzenlosen Information. Es ist nicht wichtig, in einer Stadt mit 50.00 Einwohnern etwas zu tun, was selbst Friseure in Weltstädten nicht machen. Deshalb ist die Frage viel interessanter:

Können wir für unsere Kunden das Gleich an unseren Standort machen, was andere Friseure in Weltstädten erfolgreich praktizieren, aber keiner unserer direkten Mitbewerber?

Deshalb ist es besser, auch wenn es komplizierter klingt:
**** Angenehm auffallend anders als alle Angebote (7A-Prinzip)

Es ist nun ein weit verbreiteter Irrglaube, dass das eine (anders) das andere (besser) automatisch auslöst. Das andere – was ein Unternehmen von den Angeboten seiner Mitbewerber unterscheidet – muss nicht besser sein, das bessere jedoch ist automatisch anders als bei den Mitbewerbern. Um anders zu sein, müssen andere Standards gesetzt werden, um besser zu sein, müssen die in der konkreten Situation eines Standortes gültigen Standards besser eingehalten werden.

Anders zu sein, macht mehr Spaß, besser zu sein, macht mehr Mühe, sowohl, um es zu erreichen, als auch, um es bekannt zu machen.

Erst wenn das Anderssein stabilisiert wird, d.h. neue Standards weiter verbessert werden, dann wird aus anders besser.
Das Verbessern bisher gültiger Standards ist weniger spektakulär und auch anstrengender. Zunächst
Einmal muss die Einsicht im Team vorhanden sein, verbesserungsfähig zu sein.

Mit der vermuteten Qualität der eigenen Arbeit ist es wie mit der Intelligenz, sie scheint gleichmäßig verteilt zu sein, weil jeder glaubt, er hätte genug davon.

Bei Vorträgen und Shows gibt es Beifallstürme, wenn Innovationen verkündet oder auch nur gefordert werden, auch wenn sie für die eigene Situation unbrauchbar sind. Der Unterhaltungswert ist hoch. Müdes Gähnen und Abschalten ist jedoch abzusehen, wenn dazu aufgefordert wird, das bisherige besser zu machen, selbst wenn dazu gleich konkrete Tipps geliefert werden.

Es ist zugegebenermaßen nicht einfach, die Einzigartigkeit gegenüber vorhandenen und zukünftigen Kunden nicht nur durch neue Dienstleistungen, Arbeitsmethoden, Modetrends oder Produkte, sondern durch den Hinweis, das, was alle Mitbewerber machen, besser zu machen, herauszustellen.

Deshalb hier ein paar Formulierungsvorschläge für Kundeninformationen und Werbung:
• Wir versuchen das, was Friseure gewöhnlich machen, ungewöhnlich gut zu machen
• Richtig Haare schneiden können die meisten Friseurinnen und Friseure. Den richtigen Haarschnitt zu machen viel weniger!
• Nicht weil wir anders sein wollen, sind wir besser, sondern, weil wir ständig besser werden wollen, sind wir anders!
• Die Freude über den billigen Haarschnitt kann kurz sein, die Reue über die kurz geschnittenen Haare lang anhalten: ein Zentimeter pro Monat!
• Friseur ist nicht gleich Friseur.
• Die Beratungsqualität ist am unterschiedlichsten. Sie können sich bei uns unverbindlich beraten lassen, ehe wir uns auf einander einlassen.
• Unsere Philosophie ist:
• Angenehm auffallend anders als alle anderen alternativen Angebote. Das gilt für Behandlung, Beratung, Organisation und Atmosphäre. Dafür haben wir konkrete Qualitätsstandards.



Quelle:
Dieter Schneider "Viel Erfolg im Umgang mit Friseurkunden", Marktlücke Verlag

info@marktluecke-verlag.de

www.marktluecke-verlag.de

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