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Zeitschriften - entmündigen Sie Ihre Kundin nicht!
Beratung & Kundenservice

Zeitschriften - entmündigen Sie Ihre Kundin nicht!

Frei nach dem Motto: „Der Teufel liegt im Detail“ zeigen wir an dem einfachen Beispiel „Zeitschriften“ auf, wie man eine Kundin häufig nicht nur entmündigt, sondern diese mitunter beleidigt.

Ich gebe Ihnen ein konkretes Beispiel. Neulich war ich in einem Salon in Villach. Man führte mich zum Platz und da ich ein wenig warten musste, wurden mir sofort 3 Zeitschriften mit dem Kommentar: „Etwas zum Lesen!“ auf die Ablage gelegt.

Toll? Naja, gespannt, woher die Friseurin wusste, was ich so lesen möchte, öffnete ich den Lesezirkel-Umschlag. Ich war schlicht entsetzt!: ‚Goldenes Blatt’, ‚Frau im Spiegel’ und eine vier Wochen alte ‚Woman’. Sehe ich aus wie eine ‚Goldene Blatt’ Leserin?

In einer so kleinen Handlung liegen so viele Fehler: Unhöflichkeit, weil nicht nachgefragt wurde. Entmündigung , weil die Kundenmitsprache nicht erwünscht ist. Beleidigung, da man Magazine hinlegt, die einen betroffen in den Spiegel sehen lassen. Und mit einer alten Zeitung macht man ein klares Statement über seinen Salon: „Wir sind überholt!“

Alles ganz subtil, alles so nebensächlich, meint man. Es geht ja nur um Zeitschriften, oder? Jedoch steckt dahinter viel Kraft. Denken Sie mal daran, worauf Sie schauen, wenn Sie in ein Geschäft, ein Restaurant etc. gehen. Ist es wirklich nur das Angebot oder das Essen? Eben!
Sie können all diese Kleinigkeiten in Ihrem Salon ändern. Als kleiner wichtiger Bestandteil im großen Salon-Portfolio könnten Zeitschriften bereits das i-Tüpfelchen sein, das Ihnen Pluspunkte einbringt.


Zeitschriften als Service...
„Liebe Kundin! Wir möchten Ihnen die Zeit bei uns so angenehm wie möglich machen. Darf ich Ihnen in der Zwischenzeit eine Zeitschrift reichen? Ja? Was möchten Sie denn gerne lesen? Wir haben Diverses zur Auswahl im Bereich Klatsch& Tratsch, Mode, Politik & Wirtschaft, aber auch Fachmagazine zum Thema Gesundheit, Auto, ...“
Nehmen Sie der Kundin niemals vorweg, was sie möchte.
Kennen Sie die Kundin bereits länger, so wissen Sie vielleicht bereits, was die Kundin möchte. Dennoch: So wie der Satz: „Wie immer!“ beim Frisieren gehasst wird, so wird er es auch beim Zeitungslesen sein. Ein paar Sekunden Extra-Zeit, um das richtige Angebot abzuklopfen, dürfte nicht zuviel verlangt sein.

Bei „Patricia Grecht“ in Wien holt man die Zeitschrift sogar auf Kundenwunsch. „‚British Vogue’? Kein Thema!“ - und ein Mitarbeiter läuft zum nächsten Kiosk. Dies ist natürlich ein Service, der nur mit entsprechender Infrastruktur zu bewältigen ist. Kunden wissen besonderen Service zu schätzen.


Zeitschriften als Positionierungsmerkmal ...
Es gibt in Österreich ca. 2.500 Zeitungen und Zeitschriften, rechnet man Fachmagazine und Lokalblätter aller Art mit. Da gibt es einiges zur Auswahl, vor allem Zeitschriften, die ihr Kollege nebenan nicht unbedingt hat.
Neulich war ich in Wiens ‚Schneideraum’. Da gab es Magazine wie ‚Architectural Digest’ und andere Designer Magazine. Dies sagt sehr viel aus über den Salon und gibt ihm einen modernen, anspruchsvollen und zeitgeistigen Touch.
Da ich mir diese Zeitschriften nicht unbedingt kaufen würde, war ich begeistert darüber, einfach mal darin zu blättern und mir interessante Inspirationen holen zu können.
Natürlich sollte Ihre Zeitschriften-Auswahl auf Ihr Klientel oder Ihr Wunschklientel abgestimmt sein. Mit der klassischen Auswahl liegen Sie als Basis meist richtig.
Aber außerdem können Sie Ihrem Salonkonzept entsprechend Ihrem Zeitschriften-Mix eine zusätzliche Würze verleihen.

Bei BM Haarstudio in Spittal wurde aus diesem Grund eine Liste erstellt, auf der einen Monat lang Kunden Ihre Zeitschriftenwünsche ankreuzen konnten. Danach wurde der Zeitschriften-Mix überarbeitet und viele vermeintlich relevante Magazine konnten gestrichen werden. Dafür wurde um Magazine, die nicht jeder hat, erweitert.

Lesezirkel sind mir persönlich eher unsympathisch. Auch wenn sie eine recht günstige Möglichkeit bieten sich mit Zeitschriften abzudecken, so stellen sich bei mir sofort folgende Gedanken ein: „Lästiges Warten in Arztpraxen“, „überall das Gleiche zum Lesen“ und unter Umständen: „Alte Zeitschriften“.

Zeitschriften als Ausdruck der Aktualität ...
Zeitschriften haben ein Ablaufdatum, es prangt uns von jeder Titelseite entgegen. Es wird auch von Ihrer Kundin gesehen.
Herbstmode im Frühjahr, Erdbeerrezepte im November, die Neujahrsrede vom Bundeskanzler im August? Frisieren Sie nach dem gestrigen Kenntnisstand? Sind Ihre Produkte vom Vorjahr? Diese Fragen drängen sich da zwangsläufig auf.

Zeitschriften mal anders ...
Zeitschriften sind das eine, aber wie sieht es aus mit Zeitungen? Tageszeitungen vermisse ich häufig in den Salons. Auch hier muss es nicht gleich die ganze Palette sein. Mit 2 Tageszeitungen, einem Massenmedium wie Krone, Kurier, Österreich und einem Titel wie Presse oder Standard bieten Sie eine Auswahl und Sie können Ihre Kunden mit aktuellen Neuigkeiten versorgen.

Zeitschriften als Ausdruck der Emanzipation ...
Eine Endverbraucherin beschrieb mir mal folgendes Szenario auf Ihre Bitte nach der Zeitschrift ‚Format’: „Was, ‚Format’ wollen Sie? Na dann hole ich den mal aus der HERRENABTEILUNG!“
Aufwachen, HALLO … auch Frauen interessieren sich für Politik, Wirtschaft und Weltgeschehen. Wer hier schläft, verpasst eine wirklich starke Zielgruppe.
Schließlich sind 80% unserer Kundschaft weiblich und die haben viele unterschiedliche Interessen.

Zeitschriften als Respekt-Beweis ...
Fragen Sie immer nach den Wünschen und erweisen Sie Ihrer Kundin damit den Respekt, den sie verdient. Sie ist mündig und hat eine Meinung und eigene Vorstellungen. Leider verabsäumen wir das Nachfragen nur allzu gerne und unter Umständen dann auch in noch wesentlicheren Dingen, ich denke da nur an Dinge wie Kundenwünsche beim Frisieren, … .

Kundinnen werden immer anspruchsvoller und wählerischer. Das Angebot ist da. Lassen Sie Ihrer Kundin die Freiheit, selbst auszuwählen, sonst werden vielleicht Sie demnächst abgewählt.


Weitergedacht ...
Eine ganz nette Idee setzte Christa Wessely’s Cut’nCurl Salon in Wien um. Im Salon gibt es eine Bücherwand. Wer mag, kann im Salon ein Buch beginnen und es sich ausleihen, bis er das nächste Mal wieder kommt.
Am allermeisten begeisterte mich hier das Angebot: Von Günther Grass bis Ken Follet ist hier alles von anspruchsvoll bis trivial enthalten.
Na, das geht doch mal gegen das übliche Friseur-Klischee!

Zeitschriften sind nicht unsere Kernkompetenz, aber ein wesentlicher Bestandteil unserer Definition von SERVICE und KUNDENVERSTÄNDNIS. Machen Sie auch in diesem Bereich alles richtig, um Ihren Salon in der Gesamtheit zu einem rundum erfolgreichen Konzept zu stärken.

In diesem Sinne frohes Lesen …


Ihre Raphaela Kirschnick

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