LÄUSE ALARM …
Beratung & Kundenservice

LÄUSE ALARM …

… lesen Eltern immer wieder genervt in den Mitteilungsheften ihrer Kinder. Wer nicht gerade in die ‚Entlausungsstation im Arsenal‘ gehen möchte, muss sich anders behelfen. Aber wie, wenn man sich aussätzig fühlt.

Vor zwei Jahren hatte mein Sohn Läuse, so richtig viele. Ich war radikal, hab ihm einfach den Schädel kahl rasiert und einen Tag das Haus geputzt. Zugegeben, das würde ich heute anders machen, aber heute kenne ich mich aus und habe viel dazu gelernt. Vielen Eltern geht es ähnlich, sie stehen hilflos vorm Kopf und trauen sich nicht zu fragen, weil man noch immer häufig mit gerümpfter Nase angeschaut wird. Nicht wenige Kinder sind dann dazu verdonnert in der Schule nicht zu erwähnen, dass sie Läuse haben.

Daher appelliere ich heute an alle Friseure, dabei mitzuhelfen mit einigen Vorurteilen aufzuräumen. Allen voran der Irrglaube, dass man dreckig lebt, wenn man Läuse hat. Im Gegenteil, je säuberer das Haar, umso wohler fühlen sich Läuse.

Fakt ist Läuse sterben nicht aus, sondern werden immer mehr zur Plage. Meine Theorie:

1.) Viele Eltern verschweigen, dass ihr Kind Läuse hat! Zum Einen ist es die Scham, zum Anderen muss an den meisten Schulen der mühsame Nachweis der Entlausung erbracht werden. Dieser kostet Zeit und ist äußerst unangenehm.
2.) Eltern kaufen billige, jedoch nutzlose Produkte mit viel Marketing Bla Bla und sind überzeugt die Brut sei weg. Zudem sind die Läuseviecher mittlerweile immun gegen das meiste am Markt.
3.) Viele Eltern wissen gar nicht wie Läuse aussehen, beziehungsweise wonach sie überhaupt schauen sollen. Und dann stehen sie da und schicken die Kinder weiter in die Schule. Denn mal kurz durchs Haar schauen bringt nichts, da muss man schon akribisch vorgehen. Zum Friseur traut sich auch keiner, da man dort umgehend heimgeschickt wird. Und da meist ohne Rat, was zu tun ist. Bloß raus aus dem Salon „Aussätzige“! Natürlich kann ich verstehen, dass man Läuse im Salon nicht gebrauchen kann. Dennoch ist es Fakt, dass Läuse nicht springen und nur ungern den Kopf, auf dem sie nisten, verlassen. Also sollte man zumindest nicht in Panik fallen, sondern Kundin ruhig zur Seite nehmen und erklären, was zu tun ist. Und das bitte so, als wäre es das Allernormalste auf der Welt.

Meine Tipps wären da:

1.) Ab in die Apotheke und Hammermittel kaufen. Die Apotheker kennen sich in punkto Läusemittel ganz gut aus. Meine Favoriten: ‚Jacutin Pedicul‘, ‚Infecto Pedicul‘ oder ‚Goldgeist forte‘. IDEAL wäre natürlich, wenn Sie als Haarspezialist, ebenjene im Salon führen.
2.) Finger weg vom Billigkram aus dem Drogeriemarkt, hilft null komma gar nix (das weiss ich aus Erfahrung).
3.) Kind behandeln und dann penibel das Haar Schritt für Schritt durchkämmen und in ganz feine Passes abteilen. So können Nisse für Nisse und tote Läuse aus dem Haar gezogen werden. Das mit dem Nissenkamm ist auch so eine Sache. Die Plastikkämme taugen gar nichts, die Metallkämme quälen den Befallenen. Wesentlich schonender und gründlicher, wenn auch zeitaufwendiger, ist das händische entfernen. BITTE zeigen Sie der Mutter wie, die meisten haben keine Ahnung.
4.) Kissen waschen! Auf dem Rest befindet mit großer Wahrscheinlichkeit nichts.
5.) In einer Woche wiederholen.
6.) Noch besser: Sie bieten diesen Service im Salon an, zu einem Zeitpunkt, an welchem niemand anderer im Salon weilt und verlangen dafür richtig viel Geld. Ich könnte Ihnen aus dem Stehgreif 10 Mütter nennen, die 100 Euro hinlegen würden, wenn ihr Kind ordentlich entlaust würde und diese nicht ins Arsenal muss. Ein regelmäßiger ‚Läusecheck‘ könnte auch ein ganz gutes Business sein.
7.) PS: Den besten Tipp habe ich von einer englischen Mutter bekommen: Whiskey! Als altes schottisches Hausrezept auf den Kopf, killt er garantiert alle Läuse und macht die Mama ganz locker … Stiftung Raphaelatest: Höchst empfehlenswert!

Und die Herren von der Stadtregierung, die die Kinder offiziell „zur Entlausung in die Wiener Desinfektionsanstalt im Arsenal“ senden gehören bestraft, da sie das „sich aussätzig fühlen“ nur unterstützen. Außerdem läuft bei diesem Begriff bei mir ein ganz anderer Film im Kopf ab. Es hört sich für mich verdächtig nach etwas anderem an, gruselig, einfach ganz schlimm ….

Als Fazit bin ich wieder bei meinem Punkt angelangt, das echte Haarspezialisten sich auch mit dem leidigen Thema Läuse auseinandersetzen sollten. In Deutschland gab es im vergangenen Jahr offiziell 2 Millionen Menschen (vorwiegend Kinder) mit Läusebefall, na das ist doch eine Zielgruppe!

Vielleicht mögen Sie ja mit uns zu diesem Thema diskutieren! Wir freuen uns über Ideen und Ansätze bei unserer FACEBOOK Diskussion.


Ihre Raphaela Kirschnick


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