Ist es schwieriger eine Waschmaschine zu reparieren als Haare zu schneiden?
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Ist es schwieriger eine Waschmaschine zu reparieren als Haare zu schneiden?

Oder ist es anspruchsvoller ein 3-Gänge Menü zu kochen als eine Coloration vorzunehmen? Ist es wertvoller das Auto zum Service zu bringen als sich eine neue Frisur machen zu lassen?

Schwierig zu beantworten. Je nachdem in welcher Situation man sich befindet, werden Wertungen und damit die Entscheidung, welche Leistung wir zu welchem Preis konsumieren, unterschiedlich ausfallen.
Dabei stellt sich vordergründig die Frage, welchen materiellen WERT man der jeweiligen (Dienst-)Leistungen beimisst. Denn abgesehen von der Tatsache, dass Menschen sehr subjektiv an diesen Entscheidungsprozess herangehen, werden verschiedene Bemessungssysteme akzeptiert.

Will sagen: keiner wundert sich über Kosten von 400,- Euro, wenn das Auto zum Service muss und einige, oft kleine, Reparaturen anstehen. Wir finden es normal, wenn ein Handwerker eine Reperatur in Rechnung stellt, die meist den Tagesumsatz eines Friseurs übersteigt. Doch sobald es an die Wertigkeit – in Geld gemessen (!) – einer Friseurdienstleistung geht, geraten viele ins Grübeln.
Schnell kommt ein Argumentations-Slalom in Fahrt, der alle – vom Billiganbieter bis zum Schwarzarbeiter – mitnimmt. Bei der oft doch recht emotional geführten Debatte über eine sehr rationelles Thema vermisse ich zumeist eines: eine realistische, auf klaren Fakten basierende Ein-schätzung dessen, was als Preis am Ende der Behandlung stehen MUSS (richtig gelesen: nicht soll, sondern muss).

Jeder Unternehmer, der anständig kalkuliert und seine Mitarbeiter seriös bezahlt, muss diesen Wert kennen. Errechnet ist er vergleichsweise einfach:
1.500,- Euro Brutto-Monats-Lohn mit knapp über 30% Lohnnebenkosten und mal 14 gerechnet, ergibt gut 27.500,- Euro Lohnkosten/Mitarbeiter im Jahr.
Gegenrechnung:
Bei ca. 210 Arbeits-Tagen mal 8 Stunden betragen die reinen Lohnkosten einer Friseurin rund 16,50 Euro die Stunde. Leider muss man an der Stelle darauf hinweisen, dass die oft deutlich zu geringe Auslastung mit einzuberechnen ist – das bedeutet bei 50%iger Auslastung muss das Doppelte eingenommen werden, damit auch die nur rumgestandene Stunde sich rechnet.

Unterstellen wir ein Auslastung von 2/3, ergibt dies trotzdem noch knapp 25,- Euro die Stunde. Eine vernünftige Kalkulation zugrunde gelegt, sollte dieser Wert nicht mehr als 45% der Einnahmen aus-machen, was dann 66,- Euro MUSS-Umsatz pro Stunde ergibt.
Zugegeben, das ist keine Kalkulation, die die individuellen Gegebenheiten jedes Unternehmens und die unterschiedlichen Materialkosten berücksichtigt, aber allemal ein Richtwert.

Aufgabe ist nun, diesen spezifisch auf Ihr Unternehmen und die von Ihnen angebotenen Dienstleistungen umzurechnen und den Wert am Markt zu kommunizieren und durchzusetzen. Wie bei vielen Dingen beginnt dies beim eigenen Bewusstsein – und dem der Mitarbeiter.


© Juni 2013 - Martin Stolzlederer, Businesscoaching

Martin Stolzlederer ist Businesscoach und spezialisiert auf Friseurunternehmen.
Bei Fragen rufen Sie an unter +49 (0)176 / 32 32 38 43 oder senden Sie eine Mail an info@stolzlederer.com

www.stolzlederer.com

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