Gleichberechtigung …
Beratung & Kundenservice

Gleichberechtigung …

… und was die Friseurbranche daraus macht!
Eine kritische Betrachtung …

Eine konstante Diskussion durchzieht die Medien: Quotenregelung, Gehälterspanne, Frauenchancen, Gleichberechtigung, usw., eine Auseinandersetzung, die, dem ersten Anschein nach, unsere Branche nur am Rande tangiert. Ernst wird es, wenn eine Ministerin jungen Mädchen empfiehlt verstärkt technische Berufe zu ergreifen oder die Friseurlehre durch die Medien abgewertet wird.

Da drängt sich der Blick nach innen auf, dienen wir denn überhaupt als gutes Vorzeigebeispiel? Schaut man in die Spitzen unserer Zunft begegnet einem nämlich gehörig viel Testosteron, vor allem in den wichtigen Vorzeigepositionen.
Obwohl Frauen zu 90% die Branche dominieren, stehen im Vordergrund auch bei uns die Männer.
Die Innungspositionen sind weitestgehend von Männern besetzt, da steht‘s 7:2. Die Bundesinnungsposition hatte noch nie eine Frau inne. Für die IFM Frisurenmode stand wenigstens 1 Frau neben 3 Männern auf der Bühne. Aber auch andere Friseurorganisationen (Intercoiffure) sind in überwiegend männlicher Hand.
Auch die Industrie stellt männliche Friseure an die Front, so sind die Vorzeigeakteure bei Schwarzkopf - Tom Kroboth, Wella - Eugen Soleiman, Goldwell - Mario Krankl, L’Oréal - Bertram K., Paul Mitchell - Guiseppe Petrelli und so geht’s immer fort … Geht man eine Ebene darunter, so sieht man auch hier weit und breit kaum Frauen. Also von 50:50 sind wir meilenweit entfernt. Ausnahmen gibt es nur wenige.

Bleibt nur noch die Frage nach dem Warum? Sind es denn nach wie vor die Frauen, die sich lieber im Hintergrund halten, haben sie weniger Selbstbewusstsein als Männer oder ist es noch immer zu viel Doppelbelastung, die keine Zeit lässt für die Front? Vielleicht werden Frauen auch in unserer Branche nicht genug gefördert oder gar von Männern blockiert, wie es in anderen Berufssparten häufig vorgeworfen wird. Oder wollen die vielen Friseurinnen lieber Männer auf der Bühne sehen? Der Grund liegt sicher irgendwo dazwischen und hat viele Ursachen.

Fakt ist: Es gibt so viele tolle Frauen, die Bewegung ins Geschehen bringen könnten. Wenn wir also unseren gesellschaftlichen Beitrag zur Chancengleichheit leisten wollen, dann ist es an der Zeit etwas zu ändern.

In diesem Sinne … wünsche ich mir für den Anfang eine 50/50 Ratio in der Spitze der Friseurbranche. Damit setzen wir ein wirkliches Zeichen und zeigen von innen heraus, dass Frauen bei uns wirklich großartige Chancen haben. Wenn wir dies leben und demonstrieren werden wir vielleicht wieder attraktiver bei den jungen Mädchen.


Ihre Raphaela Kirschnick


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