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Der Lebens-Abschnitts-Look
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Der Lebens-Abschnitts-Look

Trennungsfrisuren, Happy-Divorce-Termin oder neuer Lebensabschnitt Look! Marketing Gag auf Kosten anderer oder nicht zu verachtendes Dienstleistungspotential?
„Partner weg, Haare ab!“ titelt die Cosmopolitan in ihrer aktuellen Ausgabe und zeigt verschiedene Stars mit neuem Look nach Promitrennung. Im Mai titelt ‚der Standard‘ „ Neue Geschäftsidee: Die Scheidungsfrisur“ und verzerrte damit eine Aussage aus Katharina Strassls Presseaussendung zum selbigen Thema. In vielen wütenden Postings wurde sich beschwert, böse Friseure würden nun Profit aus anderer Menschen Leid ziehen.

Eine meiner Freundin wurde im letzten Jahr glücklich geschieden und feierte eine Scheidungsparty inkl. Scheidungs-Geschenke-Tisch, da Ex-Mann den halben Hausrat mitnahm und es eine Küche zu füllen galt. Warum nicht? Niemand möchte Scheidungen glorifizieren, aber in einer Gesellschaft in der 43% aller Ehen nach durchschnittlich 10 Jahren (Quelle: Statistik Austria 2012) geschieden werden, ist nicht jeder Geschiedene unglücklich, sondern bereit für einen neuen Lebensabschnitt. Und dieser wird von Frauen gern mit einem neuen Look begleitet. Klar nicht bei allen, aber wir promoten ja auch Ballfrisuren und dennoch, viele Frauen erscheinen gänzlich unfrisiert auf dem Parkett.

Lebensabschnittsveränderung ist Thema, aber wie kommunizieren.

Friseuren wird hier in jedem Fall Feingefühl abverlangt. Plumpes ‚Wir machen dich wieder attraktiv für die Männerwelt‘ indiziert da sicher das Falsche. Nein, Friseur sollte sich als Wegbegleiter auch in dieser Phase sensibel positionieren und darf Optionen anbieten. Ob „Trennungs-Frisur“ , „Lebensabschnitts-Look“ oder „Happy Divorce Date“ … gefragt ist Verständnis für die Wünsche der Kundin und kein „So wie immer“.

Albert Bachmann hat sich in Deutschland dem Thema gewidmet und ist bei Kollegen und Kunden auf sehr viel positive Resonanz gestoßen. „Unsere Kunden finden die Idee toll, sie schmunzeln ein bisschen, wissen nicht ob es ernst gemeint ist und wenn wir drüber reden, sind sie überzeugt und meinen, „Wenn ich in der Situation wäre, ich würde kommen“.“ berichtet Albert Bachmann und ergänzt, „Ich denke, wir sind vielleicht noch ein bisschen früh dran, aber für die kommenden Jahre wird es ein Thema werden. Mein Leitspruch ist immer: „Besser ich bin gerüstet und brauche es nicht, als dass ich es brauche und hab es nicht!“



Als Friseur sollte man sich der vielen Motive der Kundinnen bewusst sein und diese vorsichtig herausschälen. Was wird gewollt, warum, wie soll es weitergehen! Hier kann man sich als Profi an Kundenseite enorm profilieren.

Katharina Strassl weiß aus Erfahrung: „Veränderungen sollten immer eine Verbesserung bringen und nicht nur gemacht werden, um einfach nur "anders" zu sein! Ich verbringe weit mehr Beratungszeit für Scheidungs/Trennungs - als für Hochzeitsfrisuren!“, und ergänzt, „In manchen Fällen schicke ich Kundin auch noch mal unverrichteter Dinge nach Hause, damit sie noch mal darüber schlafen kann. Meist aber haben die Frauen schon ein genaues Bild von ihrem neuen Kopf, denn das tragen sie schon lange in sich herum und jetzt ist es an der Zeit, aus den Träumen Realität werden zu lassen. Wenn diese Veränderung vollbracht ist, schweben sie aus dem Salon!“



Die Hochzeitsfrisur wird am schönsten Tag ihres Lebens getragen … mit dem neuen Lebensabschnitts-Look geht man in die nächsten Monate. Einfühlungsvermögen, Professionalität und ein Auge für das Richtige sind gefragt, eben die Leistung guter Stylisten.

Ja, die Aktion ist ungewohnt und ein wenig heikel! Wenn darüber diskutiert wird, gut für den Friseur, der es initiiert hat, ein mancher würde sich diese PR nur wünschen.

Raphaela Kirschnick | Juli 2012

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