Victoria Hunter, Larry Raspanti und die Angst vor Blond
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Victoria Hunter, Larry Raspanti und die Angst vor Blond

Die ersten Stylisten, die ihre eigene Blondierung erfanden sind die New Yorker Whittemore House Inhaber Victoria Hunter & Larry Raspanti. Und weil wir wissen wollen, was in New York gerade angesagt ist, haben wir uns ins Seminar in Wien geschmuggelt. Nadine Hak und Gerhard Macher von Pure Haircare distribuieren die Marke Whittemore House seit Sommer 2017 in Europa und baten die zwei Vollblut-New-Yorker zum Workshop mit ihren Kunden. Ihr Motto dabei „Pushing Boundaries“ – An Grenzen führen…

imSalon: Willkomen in Wien, was ist euer Ziel für das heutige Seminar?
Larry Raspanti:
Pushing Boundaries! (lacht) Wir wollen die Coloristen alle an ihre Grenzen führen, was Blondieren anbelangt.

„Fear is the only thing that holds us back to pushing boundaries.“



Was ist beim Blondieren für Friseure die größte Herausforderung?
LR:
Angst!!! „Fear is the only thing that holds us back to pushing boundaries.“ Die Friseure haben ständig Angst. Angst falsch zu färben, zu viel abzuschneiden, Angst vorm Kunden. Du wirst das heute hier sehen.
VH: Ja, viel Angst. Das hat oft mit Selbstvertrauen zu tun. Wenn man sich viel weiterbildet, dann schwindet die Angst.

Welches sind die häufigsten Fehler von Coloristen?
LR:
Ich mag nicht von Fehlern sprechen. Wir wachsen alle mit unseren Aufgaben. Ängste loszulassen, das ist der einzige Challenge.

Was kostet bei euch im Salon eine Hairpainting Session?
VH:
Das kommt natürlich darauf an, was, wieviel und wer. Aber bei mir zwischen 450 und 800 $. Bei einem unserer Coloristen ab 250 $.

Ihr habt mal eben eure eigene Blondierung entwickelt Whittemore House! Mit wem habt ihr diese entwickelt?
VH:
Also das möchten wir nicht verraten, aber wir haben mit einem italienischen Labor zusammengearbeitet.
LR: Das hat so unglaublich viel Spaß gemacht, denn wir haben den Chemikern das Blondieren beigebracht. Wir haben tatsächlich im Labor mit Modellen gestanden und den Chemikern gezeigt wie wir arbeiten, wie ein Tennislehrer kam ich mir da vor. (umarmt mich von hinten um mir zu zeigen, wie man den Pinsel hält)

Lustig!
LR:
Ein Artist arbeitet einfach anders und dafür wollten wir Lösungen.
VH: Wenn es gäbe, was wir wollten, hätten wir uns sicher nicht so ins Zeug gelegt, aber jetzt haben wir die perfekte Blondierung fürs kreative Arbeiten.



Kompliment, das ist ziemlich beeindruckend, das gibt es nicht oft.
VH:
(stolz) Ja, eines Tages kam Michael Gordon von Bumble&Bumble in unseren Salon und sagte nur, wisst ihr eigentlich, was ihr da gemacht habt. „You are the only colorists in the world that actually made their own bleach and who are not working with a gigantic colorline“. Und da hab ich das irgendwie erst richtig realisiert. Ich hab ganz überrascht geantwortet „OH, how funny“!
LR: Jetzt, wo du das erwähnst, bekomme ich richtig Gänsehaut. (zeigt mir seinen Arm)

Da stellt sich die Frage wozu, es gibt ja unendlich viele Blondierungen?
VH:
Ganz einfach, es gab nicht, was wir brauchten, eine Blondierung die das Haar pflegt und gesund hält, die schneller aufhellt und auch irgendwie natürlich ist. Da schaut dich jeder an und fragt, ob du spinnst.
LR: Das meiste am Markt basiert auf alten Rezepturen, wir brauchen in Manhattan etwas zeitgeistigeres.

Welche Haartrends passieren gerade in New York?
VH:
Viele, wir beobachten das ja aus der High Fashion Perspektive.
LR: Ombré ist groß. Das machen wir natürlich oft, schöne Farbgraduierungen von hell nach dunkel.
VH: Beachy Hair, natürliche Farben und vor allem Blond ist in! Die New Yorker Frau möchte, dass ihre Frisur teuer und zugleich mühelos ausschaut. So wie tolle Jeans und ein einfaches Top. Das kann billig aussehen oder wirklich edel.

Was sind eure liebsten Tools?
VH:
Mein Pinsel und meine Hände
LR: Meine Hände. Ach nein, natürlich das Produkt (lacht laut) natürlich ist das Produkt das wichtigste … Whittemore!

Und wie steht ihr zu den ganzen Rainbow Colors?
VH:
Das ist ein Generationenthema.
LR: Ja, das beobachte ich auch. Es ist das Rebellische der jungen Generation. Haare sind doch das beste Tool der Teenager. Sobald sie dürfen, kommt derzeit punkig oder pastellig. In ein paar Jahren kommt dann wieder etwas ganz anderes.

Färbt ihr viele Männer?
VH:
Nein, nicht wirklich. Wir empfehlen das auch gar nicht, weil es meistens nicht gut aussieht.

Was ist eure Lieblingsfarbe?
VH: Blond und Rot. Mehr blond und dann ganz viele unterschiedliche Blondtöne in einem.

Aktuelle Trendfarbe in New York?
LR:
Ungelogen, jede Frau will noch immer blond sein. Wir haben gerade einen Beitrag für die New York Times gemacht, Blond ist DAS Thema Nr 1. Vor allem die asiatischen Frauen mit pechschwarzen Haaren kommen alle zu uns und wollen weißblond werden. Das sieht auch immer richtig klasse aus.

Ok und zum Abschluss. Macht ihr weiter als Entwickler, arbeitet ihr an neuen Produkten?
LR:
Ja! Derzeit am Entwickler! Auch das Thema Blondierung und Kopfhaut ist uns ein großes Anliegen, da arbeiten wir an einem ganz neuen Ansatz. Und dann haben wir noch so einige Ideen, aber die verraten wir nicht. (lacht)

Danke für eure Zeit, ein tolles Seminar und weiterhin viel Erfolg für eure Entwicklungen.

Über Victoria Hunter

Erfinderin und Salonbesitzerin Whittemore House in New York
Davor Karriere als Color Director bei Bumble & Bumble
Hairpainting Profi bei Fashion Shows


Über Larry Raspanti

Erfinder und Salonbesitzer Whittemore House in New York
Haare färbender Freigeist mit hoher Kompetenz in Men’s Grooming
Session Colorist Fashion und Entertainment Events


-> Weitere Beiträge zu Whittemore House
-> Informationen rund um pure haircare

April 2018

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