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Said Rubaii: Vollprofi am Anfang
Interview

Said Rubaii: Vollprofi am Anfang

Said Rubaii im Gespräch mit Birgit Senger

Fakten:

8 Jahre icono | Fachtrainer und Art Director Cut&Color
GHDA | mehrfach nominiert | Gewinner 2012 Herren & Presse
Fashion Shows & Fotokollektionen, national und international
seit Oktober 2016: "Said Rubaii Hairstylist" in Berlin Mitte


Begeistert führt mich Said Rubaii durch seinen neuen Salon im Industrial Chic, zeigt mir den Haken am Arbeitsplatz für meine Handtasche, damit das gute Stück nicht auf der Erde stehen muss. Auf der Ablage vor dem Spiegel genug Platz für Zeitschriften und Kaffeetasse. Die Wege sind kurz gehalten, das Licht ist gut dosiert, am Waschplatz nicht zu hell, da soll Kunde entspannen. Ist beim Abspülen der Farbe mehr Licht gewünscht, können die Lampen, von der Decke hängend, zum Kopf geschwenkt werden. Die Rezeption aus Vollholzblöcken, ein Schmuckstück in Funktionalität und Design.

imSalon: Was war Dir bei der Gestaltung deines ersten Salons wichtig?
Said Rubaii: Ich wollte vom Look her auf jeden Fall was Industrielles haben. Mir sind viele Friseursalons zu glatt, zu viel weiß, häufig sind immer die gleichen Arbeitsplätze zu sehen. Wenn meine Frau und ich verreisen, sehen wir uns immer Friseursalons an und lassen uns inspirieren. Vor allem in Australien! Wir haben uns viel damit beschäftigt, welche Details für die Kunden wichtig sind und was wir Friseure brauchen. Danach haben wir gemeinsam mit einem Architekten Möbel anfertigen lassen, die einzigartig und funktionell sind.



"Erfolgreich sein bedeutet ... gut von unserer Arbeit leben zu können und genug Zeit für Familie zu haben."



imSalon: Welche Vision hast du mit deinem Salon?
Ich arbeite hier zusammen mit meiner Frau. Wir haben unterschiedliche Stärken und Visionen, die wir jedoch gemeinsam umsetzen. Meine Vision ist es, eine Marke zu erschaffen, ich könnte mir gut vorstellen, noch einen weiteren Salon zu eröffnen. Meiner Frau Tatjana ist wichtig, das wir erfolgreich sind. Erfolgreich bedeutet für sie, dass wir gut von unserer Arbeit leben können und uns dennoch genug Zeit für Familie und Kind bleibt.

imSalon: Du hast deinen Salon an einer der Hauptschlagadern Berlins eröffnet, coole neue Läden sprießen hier nur so. Wie seid ihr zu dieser Location gekommen?
Als Friseur kennt man viele Leute und man hört viel. Wir haben erfahren, dass dieser Gebäudekomplex saniert wird und neue Gewerberäume entstehen. Da haben wir zugegriffen.



imSalon: Shows, Modemagazine, Fotoshootings, du bist viel umher gereist. Jetzt bindest du dich örtlich?
Nur durch die Weltgeschichte zu tingeln ist auch nichts für mich. Ich brauch' eine Basis. Eigentlich bin ich neben großer Leidenschaft für meine Arbeit ein sehr familiärer Typ. Das hier ist der perfekte Ort, Job und Familie in Zukunft besser zu verbinden.

imSalon: Viel Zeit, viel Geld, gute Kontakte... um sich für den "Hairdresser of the Year" nominieren zu lassen, braucht man was am meisten?
Sicherlich brauchst du viel Zeit. Gute Kontakte sind wichtig und wenn Du das Geld hast, solltest du die Leute, die mit dir zusammen arbeiten, auf jeden Fall auch angemessen bezahlen.

"Am Anfang habe ich jeden Job gemacht, um Erfahrung zu sammeln."



imSalon: Hair and Make-Up Artist und Salonarbeit - geht das beides parallel?
Ich habe gelernt Prioritäten zu setzen und mich zu organisieren. Am Anfang habe ich jeden Job gemacht, um Erfahrung zu sammeln und bekannt zu werden. Momentan wird mir sehr viel angeboten und ich suche mir ganz gezielt aus, was ich machen möchte. Denn der Salon steht für mich im Vordergrund.
Das Schöne ist, dass ich gemeinsam mit meiner Frau entscheiden kann, was ich mache. In diesem Jahr war ich bei den German Hairdressing Awards in 3 Kategorien nominiert. Wenn man das zusammen festlegt und organisiert, bereit ist, ein Wochenende zu opfern, dann bekommt man das auch gut hin.



imSalon: Ein Wochenende reicht da doch nicht aus, oder?
Hm, stimmt. Wenn ich von Shootings und Fashionweek erzähle, finden das immer alle ganz toll. Ich brenne für das, was ich tue. Mein Tag ist nicht zu Ende, wenn ich aus dem Salon gehe. Es geht zu Hause weiter. Ich sehe mir auf Instagram viel an, was die Kollegen national und international machen, oder poste selbst meine Arbeit. Einige Kontakte und Jobs habe ich durch meine Onlinepräsenz bekommen. Viele finden die Jobs, die ich angeboten bekomme total toll, aber wenn ich frage "Würdest Du das machen wollen?", sagen viele: "Ach nee, das wär mir zu anstrengend! Meine Wochenenden und meine Freizeit dafür zu opfern, sehe ich nicht ein." Das ist bedauerlich.

"Mein Tag ist nicht zu Ende, wenn ich aus dem Salon gehe."



imSalon: Was fasziniert dich am Friseurberuf?
Alles! Beruf würde ich das gar nicht nennen! Es gibt zwei Sachen, die ich gerne mache: Sport und Haare. Ich gehe nicht zur Arbeit, um Geld zu verdienen, sondern weil das mir Spaß macht.

"Ich mag es, wenn Haar aussieht wie Haar..."



imSalon: Welche Looks begeistern dich, wenn Du in Zeitschriften oder online stöberst?
Ich mag es, wenn Haar aussieht wie Haar! Mich begeistern die Friseure in Australien, dort ist alles viel technischer und kreativer als bei uns. Die haben ein anderes Gefühl für Haare. Bei uns in Deutschland sehen Haare leider oft zu plastisch aus.



imSalon: Was macht für dich den perfekten Look aus?
Um einen "Wow-Effekt" zu bekommen, darfst du niemals nur auf die Haare fokussieren. Du musst den gesamten Look im Blick haben, technisch perfekt sein und die Kreativität oben drauf packen.

"Was oft fehlt, ist der Anspruch an die eigene Arbeit und Leidenschaft."



imSalon: Woran liegt es, dass die Arbeit von deutschen Stylisten dich oft weniger begeistert?
Was ich häufig vermisse, ist der Anspruch an die eigene Arbeit und die Leidenschaft.

imSalon: Wer mehr Anspruch und mehr Leidenschaft sehen und erleben will, dem empfehle ich einen Blick in euren Salon zu werfen! Ich wünsch euch viel Erfolg!


Credits: Poschmann Design GmbH | www.hairstylistberlin.de

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November 2016
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