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Pierre Reistroffer ist französicher German Hairdresser of the Year
Interview

Pierre Reistroffer ist französicher German Hairdresser of the Year

Wir haben mit dem spätberufenen Coiffeur und German Hairdresser oft the Year 2015 gesprochen, dessen gut laufender Salon in Saarbrücken nicht nur an seinem kaufmännischen Studium liegt ...

Fakten

geboren und aufgewachsen in Forbach in Frankreich
Kaufmännisches Studium und anschließende Kurzlehre in Frankreich
Seit November 2013 Salonunternehmer
1 Salon in Saarbrücken "L'APPART" | 2 Mitarbeiter
French Hairdressing Awards: 2008 Newcomer | 2012 Pressse
German Hairdressing Awars 2015: Damen West | Hairdresser oft the Year 2015



Pierre Reistroffer über


… das hinter sich gelassene Studium und den Wunsch Coiffeur zu sein
Um mir während meines Studiums etwas Geld dazu zu verdienen, hab ich gelegentlich als Modell gearbeitet und dadurch den Beruf des Friseurs von seiner tollsten Seite kennengelernt, von der kreativen und schönen. Da hab ich zunehmend Lust bekommen und nach meinem Studium eine verkürzte Lehre in dem Salon begonnen, in dem ich immer wieder Modell war. Ich bin dann auch 8 Jahre als Friseur dort geblieben.

… über seine Ausbildung in Frankreich
Weil ich schon älter war und ein abgeschlossenes Studium habe, konnte ich die verkürzte Lehre in einer Privatschule machen. Die duale Ausbildung dauert ein Jahr und man hat ausschließlich die fachlichen Fächer zu absolvieren. Ich war unter der Woche in der Schule und an den Wochenenden und einen Nachmittag im Salon.



… den Neuanfang in Deutschland
Ich hatte immer wieder auch deutsche Kundinnen, meine Frau habe ich so kennengelernt. Und obwohl Deutsch nicht mein Lieblingsfach in der Schule war, kam irgendwann die Idee, dass das schon klappen könnte, nach Deutschland zu gehen und etwas Eigenes zu machen.

"Ich habe immer wieder das Gefühl, dass sich viele Friseure gemütlich auf dem ausruhen, was sie können."



… über das Image des Berufes und was das heißt
Ich finde, es hat sich in den letzten Jahren verbessert, es war schon schlimmer. Nur, bei den Schulungen, die ich gebe, habe ich immer wieder das Gefühl, dass sich viele Friseure gemütlich auf dem ausruhen, was sie können und dabei die eigentliche Basis vergessen, die aber für unser Image so wichtig ist: Die Mode! Das ist doch neben einem guten Handwerk die wichtigste Grundlage unseres Berufes. Wir müssen über Trends Bescheid wissen! Die Mode ist heute überall gegenwärtig, man kann nicht mehr sagen, wir sind hier im Dorf. Das Interesse dafür ist nicht diskutierbar.

"Beim Friseur sollte man gut die Haare geföhnt bekommen."



… Handwerkliche Unterschiede Deutschland vs. Frankreich?
Ich sehe da keine allzu großen Unterschiede. Aber ich lege schon sehr viel Wert auf Föhnerei mit der Rundbürste. Egal ob wellig, lockig oder glatt, beim Friseur sollte man gut die Haare geföhnt bekommen, ein Glätteisen kann ich auch zu Hause verwenden. Ich föhne sehr gern kopfüber, bevor ich den Schnitt im Trockenen noch einmal kontrolliere. Denn das ist etwas, dass viele Kundinnen auch zu Hause tun. Mittlerweile ist das schon ein Spiel bei uns: „Wann muss ich den Kopf nach vorne geben?“



… französische Frauen und ihr Stil und Styling
Ich denke, dass französische Frauen einen Tick klassischer sind. Aber mittlerweile verschwimmen die Unterschiede. Die Laufsteg-Mode der Designer sind durch die globalen Medien gegenwärtig und französische Frauen kaufen diese Mode genauso, wie beispielsweise die deutschen Frauen.

… den Trend Bart und seinen eigenen
Ja, es gibt im Moment sehr viele Bartträger und es werden nicht weniger. Ich würde auch gern mehr Männertrends und Bartpflege im Salon anbieten, aber dazu fehlen mir die Personalmöglichkeiten. Barbier ist ein extra Beruf und braucht viel Zeit und Aufmerksamkeit. Aber mein Hauptgeschäft sind die Frauen. Mein Salon ist gut gestartet, zurzeit muss man bei uns 6 Wochen auf einen Termin warten. Und durch den Award sind es auch ein paar Kunden mehr geworden.
Es ist schwer, passende Mitarbeiter zu finden, vielleicht für mich auch etwas schwieriger, weil ich in der deutschen Branche noch nicht so gut vernetzt bin. Aber bald habe ich Verstärkung von einem Freund, der derzeit noch in Kanada ist.

… sein Preissegment
Im Verhältnis zu den anderen hier bin ich eher hochpreisig, Schnitt mit Föhnen um die € 70,-.

… den Titel Hairdresser oft the Year
Das hatte ich nicht erwartet. Ich sagte bei der Verleihung noch zu meiner Frau: Hier müssen wir jetzt gar nicht hinhören, der geht an jemand anderen. Ich hatte ja nur die Kategorie Damen West gewonnen.



… seine Ideen hinter den Bildern
Ich wollte etwas klassisches, einfaches, klares machen ohne Photoshop. Ein starkes Image, das die Schönheit des Modells hervorhebt.

… und den Werbefaktor GHDA
Auf jeden Fall ist mein Name innerhalb der Branche präsenter, Kollegen sehen meine Arbeiten, das ist ein Riesenfaktor. Bei den Endverbrauchern, denke ich, ist der Award nicht sehr präsent, dafür wird er zu wenig beworben. Obwohl so tolle Sachen dabei waren, dass ich mir wünschen würde, diesen Arbeiten ein größere Verbreitung zu ermöglichen, um das Potential der Friseure nach außen zu bringen. Z.B. über soziale Netzwerke, hier kann man die meisten Leute erreichen.

… den nächsten Award
Ich werde nicht darum herum kommen.



… Fotograf und Fotokollektion
Ich mache regelmäßig Fotokollektionen, einfach so zum Spaß, das liegt mir einfach am Herzen. Ich habe einen Fotografen, mit dem ich schon recht lange zusammenarbeite. Ich habe immer eine klare Vorstellung, von dem, was ich mache möchte und gebe dem Fotografen ganz genaue Anweisungen. Mein Fotograf muss sehr flexibel sein.

… Wünsche an die Branche
Die größten Probleme liegen schon am Anfang bei der Lehre. Die Prüfungen sind altmodisch und gehen nicht mit der Zeit. Die klassische Basis ist gut, superwichtig und unbedingtes Muss. Aber was ist mit neuen Farbtechniken? Die sind so wichtig im Salon. Die machen doch den größten Teil des Jobs aus. Es gibt so viele neue Highlight- und Farbtechniken mit tollen Produkten, auch ohne Folien und Hitze. Das sollte man von Anfang an mehr nutzen und flexibler sein, was aber nicht heißen soll, die Basis zu vernachlässigen, sondern zu ergänzen. Hier geht es auch um Respekt im Umgang mit Haaren.


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Fotocredit: Dominique Carbone Artiste Photographe


Mai 2015
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