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Kopfkünstlerin Jutta Gsell - Interview
Interview

Kopfkünstlerin Jutta Gsell - Interview

Die schwierige Rolle der Frau auf der Bühne, ihr Brillentick, ihre Rolle als Farbtesterin und wie das alles mit einem strengen, grauen Dutt zusammen hängt...

Eine große Brille als Markenzeichen und immer einen Businesstipp fürs Publikum in petto, Jutta Gsell liebt Plaudereien aus ihrem Salonalltag. Seit 30 Jahren ist sie Friseurin, seit 11 Jahren gibt sie Schulungen und ist für Wella Professionals on Tour.

Fakten

Geboren und aufgewachsen in Pülfringen
1 Salon in Bad Mergentheim „Kopf-Kunst“, seit 1998
7 Mitarbeiter | 5 Auszubildende
Wella TopAkteurin, Wella Color Club Member



imSalon: Auf Ihrer Website findet sich das Zitat des Liedermachers Wolf Biermann „Nur wer sich ändert bleibt sich treu“. Ihr Lebensmotto?
Ja, das ist voll mein Lebensmotto! Ich genieße Veränderungen, versuche sie natürlich auch zu provozieren und liebe es, mich diesen zu stellen, weil sie einen immer weiter, meistens vorwärts, bringen.

imSalon: War Friseurin Ihr Traumberuf von Anfang an?
Als Friseurin habe ich schon in den Kinderschuhen begonnen, ich habe es mehr als genossen, den grauen Dutt meiner Oma umzustylen. Sie hatte immer einen sehr strengen, festen Dutt - war so auf dem Bauernhof. Immer wenn Sie Zeit hatte, hab ich sie frisieren dürfen, diese tollen, langen, grauen Haare. Und sehr früh durfte ich ihr schon die Haare schneiden!

imSalon: Wie sehen Sie das Thema Frauen auf der Bühne? Wir hören ja immer wieder, vorwiegend von der männlichen Fraktion: Frauen möchten nicht, können nicht, wegen der Kinder…
Ich empfinde es schwieriger, als Frau auf der Bühne. Aber vor allem deshalb, weil der Beruf der Friseurin vor allem von Frauen ausgeübt wird. Und welche Frau lässt sich schon gerne von einer Frau was sagen? Wie auch im Salonalltag kommt es ganz anders, wenn ein Mann zu einer Frau sagt, dass sie toll aussieht, als wenn es eine Frau tut...



imSalon: Wann standen Sie das erste Mal auf einer Bühne und wie sind Sie dahin gekommen?
Ich stand das erste Mal in Stuttgart bei der Landesmeisterschaft für 45 Minuten auf der Bühne und war total aufgeregt, aber es hat auch wahnsinnig Spaß gemacht.

imSalon: Ihr Tipp an junge Friseurinnen und Friseure, in die Weiterbildung, die es auch auf die Bühne zieht?
Um im Friseurberuf weiter zu kommen, braucht es ALLES, (Mentor, glückliche Fügungen...). Aber vor allem das WOLLEN und damit natürlich auch die Bereitschaft unermüdlich dafür zu üben, zu testen und auszuprobieren.

imSalon: Brillen sind Ihr Markenzeichen. Wie viele haben Sie denn aktuell?
Zu meinem Brillentick kann ich sagen, ich wechsle zur Zeit zwischen ca. 10-15 Modellen, die Brille ist für mich wie ein Kleidungsstück - ich trage ja auch nicht immer das gleiche Shirt.

imSalon: Und brauchen Sie die wirklich?
Ja, ich sehe wirklich gut - schlecht. Seit meinem 15. Lebensjahr trage ich Brillen - und immer gerne.



imSalon: Sie sind Mitglied im Wella Color Club. Wie kann ich mir das vorstellen: Farben testen, Feedback geben, weiterentwickeln?
Im Color Club sind wir quasi die 'Finalen Tester'. Wir bekommen früher die neuen Farbprodukte vorgestellt. Wir erkunden dann das Einsatzgebiet und die Vielseitigkeit der Produkte. Manchmal sind wir auch in den unmittelbaren Entwicklungsprozess involviert.

imSalon: In Zeiten des Internets gibt es auch immer mehr die Möglichkeit, Step Techniken als Videos zeitlich frei verfügbar ins Wohnzimmer zu holen. Auch Wella e-Learning zielt darauf ab. Was halten Sie von dieser Art der Education?
Das Internet, e-learning bedeutet für mich, zeitgemäß zu sein - UP-TO-DATE. Dieses Lernprogramm steht rund um die Uhr zur Verfügung. Das Internet richtet sich nach dem Wann, Wo und Wie ICH Lust habe, zu lernen.

imSalon: Wie handhaben Sie die Weiterbildung Ihrer Mitarbeiterinnen?
Auch bei uns im Salon wird ge-e-learned. Und meine Mädels werden von mir abgefragt, was sie wann, wie, warum machen.
Jeden Dienstag gibt es bei uns den Trainingsabend. Eine Plattform für all meine Mitarbeiter, ihren Verwandten und Freunden die Haare zu machen und hier neue Techniken und Produkte auszuprobieren.
Ich habe damit alles Wichtige abgedeckt: das Umfeld meiner Mitarbeiter sieht gut aus, das Neue wird ausprobiert und nach Geschäftsschluss sind auch lebhafte Diskussionen möglich. Und es ist für keinen ein ' Muss'.
Aber es zahlt sich aus: Einige meiner Mädels haben schon den ein oder anderen, großartigen Preis gewonnen.

imSalon: Woher holen Sie sich Ideen?
Unsere Ideen und Inspirationen kommen zum einen von Fashion TV - ist bei uns im Salon fest installiert – auch Instagram, Pinterest und ebenso You Tube – sind immer wieder Lieferanten für neue Ideen und Möglichkeiten.
Dann probiere auch ich dienstags immer wieder Neues aus. Ich habe zu Hause auch einen Trainingskopf, der mir jederzeit ohne zu murren zur Verfügung steht.

imSalon: Ihre Wünsche an die Branche?
Ich wünsche unserer Branche, dass die Wertigkeit und das Können, das der Friseurberuf verlangt, von allen gewürdigt werden, denn eigentlich ist es doch der tollste Beruf den Frau/Mann ergreifen kann.

www.kopf-kunst.de


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Das Interview führte Katja Ottiger

Dezember 2014

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