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Friseure fragen ... Robert Cromeans antwortet
Interview

Friseure fragen ... Robert Cromeans antwortet

Seit bald 30 Jahren prägt der Mann mit den extravaganten Hüten die Marke Paul Mitchell. Als Trendsetter, Markenbotschafter und Autor ist der gebürtige Schotte auch über die Grenzen der Paul Mitchell Community hinaus kein Unbekannter. In Wien gab er sich die Ehre, zog die Parallelen zwischen Schneidekunst und Unternehmererfolg und stellte sich den Fragen seines Publikums.

Mache mehr oder verlange mehr dafür


Robert Cromeans zählt zu den zehn besten Friseuren und erfolgreichsten Salonunternehmern Amerikas und besitzt das Talent, Menschen mitreißen und motivieren zu können. Er füllt weltweit Veranstaltungssäle und begeistert Friseure nachhaltig mit seinem kreativen und unternehmerischen Geist. Mit österreichischen Friseuren plauderte er aus seinem Erfolgskästchen, sprach über die Vitalfunktionen seiner Salons und gab Impulse zur Gewinnsteigerung und Mitarbeiterfindung.


Robert Cromeans im PUBLIKUMS TALK


PUBLIKUM: Wie bist du so populär geworden?
Robert Cromeans: Weil ich das, was ich mache, mit Herz mache und weil alles, was ich tue, wie ich mich kleide und wie ich mich gebe, einen Business-Hintergrund hat.
Ich möchte die Herzen berühren und ich möchte, dass man mich nicht vergisst.
Und ich habe trotz Rückschlägen und Fehlern, wie wir sie alle haben und machen, niemals meine Visionen verloren.

PUBLIKUM: Bist du so verrückt wie du ausschaust?
Robert Cromeans: Ich bin NICHT verrückt, crazy oder durchgeknallt!
Für mich sind die anderen verrückt.
Peter Hartmann: Ich werde oft gefragt, ob er wirklich so verrückt ist, wie er aussieht. Nein, ist er nicht! Das ist Teil seines Business. Wenn er beispielsweise am Airport, beim Einchecken, wieder mal etwas länger braucht und die Leute hinter ihm schon etwas nervös werden, dann bleibt er höflich, „nice to the people“, plaudert mit ihnen, erzählt ihnen von seinem tollen Business und zückt nebenbei seine Visitenkarte.
Robert Cromeans: Aber ja: Wenn die Leute mich als crazy bezeichnen, dann seh ich das als Kompliment.

PUBLIKUM: Wie findest du neue Mitarbeiter?
Robert Cromeans: Heute viel einfacher, als vor 15 Jahren.
Wenn ich neue Leute finden möchte, dann mach ich „Hearing Events“, so eine Art Vorsprechen. Ich verbringe bewusst Zeit mit ihnen, versuche heraus zu finden, wie sie ticken. Der gute Haarschnitt allein reicht nicht aus! Genauso wenig, wie verrückt zu sein. Das spielt sich anfangs nicht! Denn wir sind nicht verrückt, und deshalb erfolgreich, sondern wenn, dann läuft das genau anders herum.
Ich brauch das Feuer in den Augen, das Lächeln und dass sie willig sind.
Und ich stelle keine Mitarbeiter ein, die aus der direkten Nachbarschaft kommen, denn dort gibt es jemanden, der wie ich, sein Business aufzieht, und dem werb ich nicht die Mitarbeiter ab. Das gehört sich nicht.
Ich pflücke die Äpfel aus der Baumkrone, nicht die, die bereits am Boden liegen.

PUBLIKUM: Wie findest du deine Balance?
Robert Cromeans: Beim Surfen und beim Snowboarden.
Und ich liebe es, Menschen zu beobachten, Filme zu schauen und natürlich die Recherche der bewegten Bilder auf you tube: zu sehen, wie sich Mädchen in ihrem Zimmer die Haare stylen - großartig!

PUBLIKUM: Wann bist du Friseur geworden?
Robert Cromeans: Als ich feststellte, dass Haare auf den Köpfen schöner Frauen wachsen.
Haare sind ein tolles Material und ich liebe die Interaktion, die man über Haare mit den Menschen haben kann.

PUBLIKUM: Was verlangst du für einen Haarschnitt?
Robert Cromeans: Vor 2009, vor der Wirtschaftskrise, da standen schon mal 1000 Dollar auf der Preisliste. Aber das hat sich geändert. Jetzt, nach 2009, sind es zwischen 400 – 450 Dollar.

PUBLIKUM: Wie machst du das in deinem Salon: Bietest du Schnitt, Farbe und Treatment als Paket an oder einzeln?
Robert Cromeans: In meinen Salons gibt es nur á la Carte, jede Dienstleistung wird extra berechnet, aber ich glaube, dass Packages durchaus ein gutes Tool sein können, auch um neue Ideen umsetzen zu können. Das ist ja immer so eine Sache: Wenn ich etwas Neues ausprobieren möchte, dann tu ich das niemals bei meinen Stammkunden, sondern immer nur bei Neukunden. Meine Stammkunden wären verwirrt, wenn plötzlich die „alten“ Dinge nicht mehr ausreichend gut sein sollten. Aber die Neukunden, die mich noch nicht kennen, kann ich damit von mir überzeugen.

PUBLIKUM: Wie gehst du mit Mitarbeitern um, die ständig rauchen? Oder mit Lehrlingen, die sich immer auf die Toilette zurückziehen, um mit ihren Handys zu spielen?
Robert Cromeans: Ganz einfach: Wer mich kennt, weiß auch, dass ich Leute rausschmeiße. Wer bei mir anfängt zu arbeiten, unterschreibt einen Vertrag, in dem alle Grundregeln, die Haus- und Kleiderordnung festgelegt sind. Daran muss sich jeder halten… denn:
Wenn du kein schwarz magst, magst du nicht meinen Dresscode, bist du bei mir nicht richtig.
Wenn du zu spät bist, bist du bei mir nicht richtig...
Die Kultur wird vorgelebt und nicht gekappt! Da ist kein Platz für Ego.


Fotocredit:
Thomas Meyer für imsalon
Für imSalon vor Ort: Katja Ottiger

www.paul-mitchell.de

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