Eamonn Boreham & Chris Hunnings auf Label M Mission
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Eamonn Boreham & Chris Hunnings auf Label M Mission

Label M's Chris Hunnings (Business Development Manager) und Eamonn Boreham (International Artistic Director) besuchen Österreich. Für uns eine tolle Möglichkeit ein wenig mehr über das Markeninnenleben zu erfahren.

Bild: Chris Hunnings - Raphaela Kirschnick - Eamonn Boreham - Thomas Prihoda

imSalon: Und, wie ist euer erster Eindruck von Österreich?
EB: Österreich ist so zivilisiert, sauber, schön, alles ist so organisiert, andere Länder sind da viel unorganisierter.
CH: So viel haben wir ja noch nicht gesehen.

Eamonn, DU bist von Anfang an bei Label M, noch länger bei Toni&Guy?
EB: Ja, bereits in der Ausbildungszeit hat es mich zu Toni&Guy gezogen. Dabei bin ich geblieben und habe die Expansion miterlebt. Nach 29 Jahren Reise in der Branche lernt man viel, wird ein richtiger Experte.



Die Ausbildung hat dich zu Toni&Guy gebracht, erkläre mir das?
EB: Ich war Lehrling und auf meinem ersten Trip ging es zur Salon International und habe dort den ganzen Tag mit großen Augen gestanden. Ich komme ja nur ein Stückchen außerhalb Londons und dann sah ich Toni Guy!
Diese Bühnenpräsenz, wow! Sie verkauften ein Buch „Montage“ und das nahm ich mit. In den darauffolgenden 6 Monaten habe ich alle Techniken im Buch auswendig gelernt. Dann habe ich mich dort beworben, nach 6 Wochen Training durfte ich als Stylist arbeiten und nach 1,5 Jahren im Salon war ich erlaubt als Trainer zu starten, das war es, was ich werden wollte. Und irgendwann war ich so weit, dass ich die Akademie leitete.

Bilderbuchkarriere! Oder gab es auch Schattenseiten?
EB: 1995 habe ich Toni&Guy verlassen, ich wollte etwas Eigenes machen. Das war „Haringtons“, Salons, die den Suburban Flair Londons verbreiten sollten, gepaart mit extrem hohen Standards. Kreativ war ich, aber Business, das war einfach nicht mein Ding. Das musste ich mir dann schmerzhaft eingestehen.
Zufällig habe ich 2002 Toni Mascolo bei einem Award Dinner wiedergetroffen und ihm mein Leid geklagt. Er hat mir sofort ein Angebot gemacht zurückzukommen und ich ging zurück.

"Auf eine gute Entscheidung fallen 10 Schlechte..."



Eine neue Chance?
EB: Toni hat mir immer gesagt auf eine gute Entscheidung fallen 10 schlechte. Ja, das baut auf, jeder macht Fehler, allerdings sollten wir daraus lernen.

Dann kam Label M?
EB: Zu meinem Glück startete Toni&Guy 2005 mit Label M, damals mit 30 Produkten. Toni Mascolo hatte ja bereits die TIGI Entwicklung begleitet und so konnte er all seine Erfahrung hier einbringen.

Wie viele Toni&Guy Salons gibt es?
CH: In UK gibt es 240 Toni&Guy Salons und 700 Concept Salons. Toni&Guy ist da eine richtig große Marke. Im Rest Europas ist Italien führend, natürlich der Name „Mascolo“, aber auch die Skandinavier sind sehr gut.

Und in welchen Ländern?
CH: Oh, das sind viele, insgesamt 62! Österreich war übrigens das 44ste Label M Land.

Euer Erfolgsrezept?
CH: Naja, ich glaube fest daran, dass es mit Leidenschaft produziert wird. Mittlerweile gibt es über 80 starke Produkte darunter Serien für Organic und Männer. Wir versuchen ja auch immer wieder Trendströme zu bedienen.

„Wissenshungrige Klienten sind der eigentliche Trend…“



Und das sind zurzeit welche?
EB: Naja, noch 2005 waren Haare matt, der ‚Surfer‘ Look boomte und dann kam ‚Smoothing‘, weich fallendes Haar. Zurzeit ist alles wieder glamourös! Frau trägt Haar schulterlang und sehr glänzend. Parallel kommt auch wieder der Sea-Salt-Trend. Trends sind so vielfältig geworden.
Ich glaube der wichtigste Trend für uns sind die wissenshungrigen Klienten, die ständig etwas anderes wollen und sich super auskennen.

Pflege verzeichnet zurzeit als einzige Kategorie signifikanten Wachstum? Wie sieht das bei euch aus?
EB: Wir setzen bei der Pflege vor allem auf Schutz (Protection). Schutz vor Stress, Umwelteinflüssen, chemischen Behandlungen. Unser Protein Spray ist dabei der große Renner.



Eure Produktpalette ist vielfältig, wollen Kunden das wirklich?
EB: (lacht) Bis in die Achtziger kamen wir alle mit genau 5 Styling-Produkte aus: Haarspray und den guten alten Föhnlotionen. Dann kamen Gel und Mousse, die Innovationen der 80er.
Das war der Kick-off für zahlreiche Styling Revolutionen, ich sage nur: Anti-Frizz, Wachs, Pomade, Glanzprodukte, Matt-Pasten, und so weiter.
Seien wir doch ehrlich, als Friseur hat sich unsere Art Haare zu schneiden nicht sehr stark gewandelt. Aber die Art, wie wir mit Haaren umgehen, die hat sich gewandelt und dafür benötigen wir Produkte, jeder seine Lieblinge.

Welche Rolle spielt dabei die Aus- und Weiterbildung?
EB: Education ist die Seele unserer Marke! Ein wichtiger Aspekt ist Brain-Training. Einige der besten Friseure unserer Branche sind gar nicht erfolgreich. Und dann gibt es sehr erfolgreiche Salonunternehmer, die alles andere als die besten Friseure sind. Jeder hat unterschiedliche Stärken! Stärken stellen wir beim Training in den Fokus.

„Kunden gehen nur aus einem einzigen Grund zum Friseur…“



Welche Fehler machen Friseure?
EB: (lacht) Die Kundenmotivation zu verklären, immer nur Beauty-Denken. Kunden gehen aus nur einem einzigen Grund zum Friseur: Sie haben ein Problem und suchen einen Experten!

Wow, ich dachte man will einfach schön sein und verwöhnt werden?
EB: Nein, entweder ist das Haar zu lang, zu kurz, zu stumpf zu ungewaschen, zu splissig, … Das ist das Problem, dazu wird eine Lösung gesucht.
Das damit verbunden, dann auch Beauty und Wellness und all diese Marketing-Dinge hineinfallen, ist aber sekundär, hierüber differenzieren sich Salons. Das ist Marketing.

Wie sieht ein typischer LabelM Salon aus?
CH: Von Leidenschaft geprägt! Leidenschaft mit sich, mit Produkten und mit Weiterbildung.
Ein Label M Salon mag Auswahl, liebt Fashion, Trends und ist ambitioniert. Er möchte Produkte die nicht in Drogerien oder Großhandelsregalen zu finden ist.

Ist eigentlich eine Haarfarbe geplant?
EB: Naja, eigentlich sind wir ja noch ein Baby am Friseurmarkt! Aber in 10 Jahren (lächelt geheimnisvoll), vielleicht wird es dann bereits ein kleines Sortiment geben, irgendwann.

Wie viele Label M Salons gibt es derzeit in Österreich?
CH: Zurzeit etwa 140 (Konzeptsalons und Einsteiger) plus 1 Toni&Guy Salon.
Vor 2 Jahren hat Hair Haus Austria die Distribution, Thomas Prihoda und sein Team haben sogleich den Newcomer Award gewonnen

Was hat er anders gemacht als andere?
CH: Er hat sich Zeit genommen, die Marke zu verstehen. Er hat einen Ambassador – Circle aufgestellt durch welchen er früh einen hohen Qualitätsstandard einziehen konnte.

Organic ist in aller Munde, läuft es bei euch erfolgreich?
EB: Die Nahrungsmittelindustrie ist massiv von Bio geprägt, aber die Beautyindustrie, nein, da setzt es sich noch nicht durch. Nahrung ist innen, Shampoo außen, das ist der Unterschied. Wir haben es versucht, es funktioniert, aber verhalten.

Und eure Männerserie?
EB: Das ist doch ein Generationenthema. Die jungen Männer wollen ihr eigenes Ding machen und individuelle Produkte. Mein Sohn würde niemals Frauenprodukte nutzen.

Ein anderer Trendbegriff in der Haarpflege : Anti Aging!
EB: Um Himmels Willen. Bei uns heißt das Rejuvenating (Verjüngend) Es kommt hier doch auf die Wortwahl an. Anti Aging gibt es ja mittlerweile schon für 30jährige, was soll das denn vermitteln?
Wir arbeiten mit den aus der „Verjüngungs-Beauty-Industrie“ bekannten „Hylauronsäure“ und da versteht Kundin sofort was gemeint ist, das ist gelernt.

Mit wem entwickelt ihr eure Produkte?
EB: Wir haben einen Produkteentwickler, das ist Sascha Mascolo. Er übergibt neue Produkte dem Artistic Team und Ausgewählte gehen dann zu Testzwecken an Salons. Auf der London Fashion Week werden neue Produkte dann von den Sessionstylisten zum ersten Mal angewendet und danach kommt es in der Regel in den Friseurmarkt.

Haircutter sind cool, hairdresser gar nicht...



Sessionstylisten sind in London sehr bekannt, tragen sie auch zu einem positiven Image bei?
EB: Oh ja! London ist da sowieso strange! Haircutter sind cool, hairdresser gar nicht. Junge Stylisten wollen alle Sessionstylisten werden und bei Shows an Sets arbeiten.
Eigentlich waren Haare nie wirklich Teil der Fashionindustrie, aber durch die Arbeit der Sessionstylisten hat sich das in den vergangenen 15 Jahren stark verändert. Die Symbiose wird von Jahr zu Jahr stärker. Das unterstützt wunderbar unsere Markenpositionierung.

DANKE für das Gespräch und viel Spaß in den kommenden drei Tagen in Österreich.

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Oktober 2016





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