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Der britische TIGI Educater Phil Downing im Talk
Interview

Der britische TIGI Educater Phil Downing im Talk

Wohlhabende Friseure und Nachwuchsprobleme in Grossbritannien, ein freier Platz für jeden, der mehr Selbstbewusstsein braucht und warum für ihn persönlich nur lange Haare infrage kommen.

imSalon: Phil Downing, Inspirational Youth legte die Grundlage für deine Karriere im TIGI Education Team. Was hast du anders gemacht, um die Aufmerksamkeit des Creative Teams zu gewinnen?
Phil Downing: Es ging nicht darum, etwas anders zu machen, sondern zu nutzen und umzusetzen, was ich gelernt hatte. Nachdem ich beim TIGI IY teilgenommen hatte, wurde ich TIGI Markenbotschafter und arbeitete gleichzeitig in einem TIGI Salon. Später bot man mir einen Job bei TIGI als Regional Educator an. Nach einigen Jahren wurde ich in das TIGI Creative Team berufen. Es war ein aufregender und zufriedenstellender Weg, aber natürlich musste ich hart arbeiten, um meine Ziele zu erreichen.

imSalon: Was war deine Intension am IY mitzumachen?
Ich arbeitete damals in einem zukunftsorientierten, kreativen Salon, dessen Selbstverständnis es war, dem Team Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten. Glücklicherweise war ich in diesem der Auserwählte, der sich für das Bootcamp bewerben durfte.

"Es ist wichtig, sich Zeit für die Bewerbung zu nehmen"



imSalon: Welche Tipps gibst du Teilnehmern und Bewerbern?
Die Anforderungen und Erwartungen werden jedes Jahr höher. Es ist ganz wichtig, sich für die Bewerbung Zeit zu nehmen. Es geht nicht nur um Cut & Colour, wir wollen sehen, dass die Leute sich damit auseinandersetzen, eine Leidenschaft für Hairdressing haben, sich sehr für Mode und Kultur interessieren und gleichzeitig auch gute Präsentationskompetenzen haben. Und selbstverständlich ist es auch ganz wichtig, dass man den Wunsch hat, ein Teil des Teams zu sein.



imSalon: In Österreich, oder auch in Deutschland, wird es immer schwieriger Stylisten für jegliche Arten von Wettbewerben zu gewinnen. Wie schaut das Großbritannien aus?
TIGI IY bietet jungen Hairdressern eine großartige Möglichkeit und eine gute Grundlage für eine erfolgreiche Karriere. Ehemalige Teilnehmer sind heute Saloninhaber, erfolgreiche Stylisten und Gewinner der British Hairdressing Awards. Wir haben keine Schwierigkeiten damit, Bewerber zu finden, aber es erfordert natürlich Engagement vom Salon und den Teilnehmern. Es ist wichtig, dass sie erkennen und schätzen, einen Platz innerhalb des Teams zu bekommen und zu haben.

"Anfangs ist Hairdressing nicht gut bezahlt ... es gibt viele wohlhabende Hairdresser in Großbritannien"



imSalon: Bei uns heißt es oft, als Friseur verdienst du zu wenig und die fehlende Anerkennung wird häufig kritisiert. Wie siehst du das Image des Hairdressers in Großbritannien, auch abseits der Großstädte?
Am Anfang der Karriere ist Hairdressing nicht gut bezahlt. Es braucht viel Zeit und sehr viel harte Arbeit, um das Top Level zu erreichen, aber es gibt viele wohlhabende Hairdresser in Großbritannien. Abseits der Großstädte zu leben verhindert nicht unbedingt den Erfolg. Es ist wichtig, ein starkes Geschäft zu haben, einen großartigen Kundenservice und eine große Qualität zu bieten sowie einen gut funktionierenden Vertrieb. Darüber hinaus ist es wichtig, sein Augenmerk auf Teambuilding, Aus- und Weiterbildung und zu guter Letzt auf Expansion zu legen.

"In Großbritannien ist es schwierig, Auszubildende zu finden."



imSalon: Gibt es Probleme Branchennachwuchs zu generieren?
Der Bed Head Hair Space im Osten Londons ist ein kleiner Salon, sodass wir nicht viele Mitarbeiter haben, aber diese sind alle qualifiziert und in unserer Akademie gibt es auch nur einen Assistenten. Grundsätzlich ist es jedoch in Großbritannien schwierig, Auszubildende zu finden. Ein Grund dafür ist, dass die Schulen versuchen, die Schüler zu motivieren zur Schule zu gehen bis sie 18 Jahre alt sind. Daher beginnen immer weniger ihre Ausbildung im Alter von 16 Jahren.

"Ich fegte Böden und kochte Kaffee. Das war Teil des Prozesses, ein Stylist zu werden."



imSalon: Wo hast du deine Ausbildung gemacht?
In meiner Heimatstadt Derby. Ich arbeitete in einer kleinen Salongruppe und in meinem zweiten Lehrjahr jobbte ich an meinem freien Tag, war für 18-20 Monate Assistent. Ich fegte Böden und kochte Kaffee. Das war Teil des Prozesses, ein Stylist zu werden. Ich wollte den Salonboden unter den Füßen haben und Haare machen, es war für mich nur ein kleines Opfer, das sich am Ende ausgezahlt hat.



imSalon: Wie arbeitet es sich mit Anthony Mascolo?
Anthony hat mich gelehrt, immer ich selbst zu sein, expressiv zu sein und meine Kreativität und Ideen immer weiterzubringen. Manchmal stand ich im Hintergrund und habe ihn bei seiner Arbeit beobachtet, nicht nur, was er mit seinen Händen kreiert, sondern auch, wie er eine Balance zwischen Modellen, Inszenierung und ein Gefühl für die Kampagne oder Kollektion schafft. Das ist wirklich etwas ganz besonderes zu sehen.

imSalon: Du kommst viel herum. Welches Land hat dich bisher am meisten beeindruckt?
Indien wird immer einen Platz in meinem Herzen habe, es kann stolz auf die natürliche Schönheit und warmherzigen, freundlichen Menschen sein.

imSalon: Was hast du immer dabei, wenn du unterwegs bist?
Meinen Mac, Kopfhörer, I-D Magazine und natürlich die neueste TIGI Kollektion. Ich habe eine Schwäche für Musik und Kino, sie füllen die Lücken zwischen meinen Reisen. I-D ist meine erste Modebibel. Das Herumreisen, um die Kollektion und Ideen mit anderen gleichgesinnten Hairdressern zu teilen, ist am Ende alles, worum es geht. Oh, und ein guter Jogginganzug! Ich habe gelernt, dass es sehr wichtig ist, sich wohl zu fühlen und es bequem zu haben, wenn man reist.

imSalon: TIGI als Marke präsentiert sich perfekt im Internet und in den sozialen Netzwerken. Wie nutzt du soziale Medien? Wie wichtig sind diese im Bereich Education?
Die digitale Welt ist sehr wichtig für TIGI und verändert sich kontinuierlich. Jede Marke hat seine eigenen Facebook-und Instagram-Accounts. Auch das TIGI Creative Team hat einen eigenen Instagram-Account, auf dem wir unsere Kollektionen und Academy Bilder teilen (TIGIcreativeteam). Jedes Teammitglied hat zudem seinen persönlichen Account auf Instagram, unweigerlich folgen uns auch andere Hairdresser, sodass es uns einen zusätzlichen Weg gibt, um unsere Arbeit zu präsentieren.



imSalon: Du trägst dein Haar immer lang. Schon einmal selbst über eine Typveränderung nachgedacht?
Ehrlicherweise muss ich sagen, dass ich mein Haar aus reiner Faulheit wachsen lasse. Je länger sie werden, desto weniger muss ich tun, damit es so liegt. Mein Haar ist von Natur aus sehr lockig. Wenn es einfach zu lang ist oder an Tagen, an denen ich es nicht bändigen kann, dann binde ich sie zusammen. Locken sind tendenziell temperamentvoll.

imSalon: Wenn du ein Produkt wärst, welches wäre das?
TIGI Joyride – der Name sagt alles.

imSalon: Wen möchtest du gern einmal stylen und warum?
Alle und jeden. Haare sollte ein Einblick in den Charakter und die Persönlichkeit eines jeden geben. Also jeder, der mehr Selbstbewusstsein braucht, ist mehr als herzlich willkommen, auf meinem Stuhl Platz zu nehmen! Jedoch wäre es natürlich ein riesige Ehre gewesen, Bowie zu stylen. Wir brauchen mehr extrovertierte Menschen wie ihn in unserer heutigen Welt, Styling sollte keine Grenzen haben.

imSalon: Wenn du dich beim diesjährigen IY umschaust, was kannst du selbst von den Youngstylisten lernen?
Das deutsche Team war dieses Jahr überragend. Junge Talente sind heutzutage sehr selbstbewusst und haben viele Ideen. Ich denke, dass auch die sozialen Medien wie Instagram, Facebook und Pinterest eine visuelle Verbindung zwischen uns allen schafft. Die Jugend unterstützt Social Media ganz stark und ich denke, dass es ihre Ideen und Bestrebungen befeuert. Wie schon gesagt, Jahr für Jahr steigt die Messlatte. Das ist natürlich fantastisch für unsere Branche, je kreativer und leidenschaftlicher junge Hairdresser sind, desto besser ist das für unsere Branche.

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Juli 2016

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