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Angelo Seminara - ein englischer Ausnahmekünstler im Interview
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Angelo Seminara - ein englischer Ausnahmekünstler im Interview

Angelo Seminara räumt regelmäßig bei den britischen Hairdressing Awards ab, allen voran in der Kategorie "Avantgarde". Seine Kunstwerke, versehen mit höchstem Anspruch an das künstlerische Können, sind immer zeitgeistig versehen mit neuen Ideen und Anregungen ohne den Angelo Seminara typischen Finegerabdruck zu hinterlassen.

Monika Pricklinger vom Team edinger h_Schnitt sprach mit Angelo exklusiv für imSalon.at

Angelo Seminara ist International Creative Director bei TREVOR SORBIE

Woher nehmen Sie Ihre Inspiration – das ist wahrscheinlich eine sehr gewöhnliche Frage… ?
Nein, das ist keine gewöhnliche Frage – es ist in der Tat sogar eine sehr interessante Frage. Ich glaube, darum geht das alles eigentlich. Alles im Leben hängt davon ab, mit wem du unterwegs bist, wer dein Ehemann oder deine Freunde sind, wie deine Umwelt ist, wo du lebst, wo du geboren bist und wo du aufgewachsen bist. Ich glaube, das alles beeinflusst deine Arbeit, deine Karriere und auch deinen Erfolg. Aus dieser Sicht war ich immer ein bisschen wie ein Schwamm, der alles aufsaugt. Ich mag das. Ich muss darüber nicht einmal mehr nachdenken. Ich bleibe immer aufmerksam und versuche, alles zu beobachten, alles zu sehen. So hole ich mir meine Inspiration.

In deiner Umgebung geschehen viele Interessante Dinge – wie zB Fashion Shows, Editorial Shootings,…
Ja, ich arbeite auch in der Modebranche. Da werde ich in Sachen Mode, neue Fabrikate, Schnitte, Stoffe und Farben „unterrichtet“. Aber dies ist nicht wirklich meine hauptsächliche Tätigkeit, es gibt zu viele Wettbewerbe, es gibt zu viel zu sehen und zu wissen. Die Designer erfinden stets neue Sachen – so wie zB John Galliano und Co. Ich konzentriere mich lieber auf Designer wie Yoshi Yamamoto.
Der andere Punkt dabei ist: in der Modebranche gibt es ganz andere Budgets als in der Friseurbranche…

Welchen Einfluss hat die Salonarbeit auf dich? Wirst du dadurch ebenso inspiriert? Arbeitest du auch noch im Salon?
Ich liebe die Salonarbeit. Ich glaube, Salonarbeit ist sehr wichtig für jeden Friseur, einfach um am Zahn der Zeit zu bleiben. Auch als Top-Stylist sollte man immer noch im Salon arbeiten. Das ist wie bei einem Fußballer – er muss stets auf den Fußballplatz um zu trainieren. Wenn man mit trainieren aufhört ist man weg vom Fenster.

Nimmst du deine Erfahrung mit zum Kunden oder ist es umgekehrt – inspiriert dich der Kunde?
Wenn ich für die Modebranche arbeite – zB Editorial Shootings, dann ist die Frisur nur ein Element des Bildes. Da geht nicht alles ums Haar - sondern die Kleider sind wichtig… Somit sollte die Frisur nicht stärker wirken als die Kleider! Bei der Salonarbeit willst du dem Kunden gefallen. Egal welches Alter der Kunde hat – ob Kind oder ältere Dame – du probierst immer, das Beste herauszuholen und diese Person glücklich zu machen. Darum geht es doch in dieser Branche. Es geht nicht um Competitions, Fashion Shows oder Editorial Shootings! Es geht um die gute Arbeit am Kunden. Mach ihn glücklich wenn er bei dir im Sessel sitzt!

Also erfüllen Sie eher die Kundenwünsche als dass Sie den Kunden mit Ihrem Wissen und Ihrer Erfahrung beeinflussen wollen?
Das nennt man Vertrauen, und Vertrauen kommt immer mit der Zeit. Wenn ein Kunde das erste Mal bei dir ist, dann vertraut er dir vielleicht wegen deinem Ruf oder weil du berühmt bist. Aber er vertraut dir nicht wirklich. Es ist das erste Mal und er will dir vertrauen. Er kennt dich nicht richtig, war noch nie mit dir im Gespräch… - das ist interessant und es ist viel Psychologie dabei.

Wie verfahren Sie mit Ihren Ideen? Wenn Sie eine Idee haben – testen Sie diese erst, probieren Sie ein bisschen aus und gehen dann weiter und führen Sie aus?
Ich glaube mit den Jahren bin ich zu einem Ideensammler geworden. Ich sammle Ideen und verwende Sie dann, wenn ich sie brauche. Also finde ich eher heraus, wofür ich die Idee verwenden kann: ein Kunde, eine Fashion-Show oder ein Fotoshooting… So habe ich einen Haufen Ideen, welche ich jederzeit verwenden kann wenn ich sie brauche. Aber: auch der größte Packen an Ideen bringt manchmal rein gar nichts – dann ist die Kreativität gefragt und man muss sich in dem Moment etwas einfallen lassen. In diesem Job geht’s um die Sinne, um Gefühle und Emotionen. Es muss Platz für Spontanität da sein. Ein Fehler kann ein Desaster sein, aber wenn man ihn in ein Wunder verwandeln kann – dann ist das richtig nett und interessant!

Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?
Ich weiß es nicht. Mein Traum war es immer, einen Garten mit einigen Pflanzen zu besitzen. Aber das wird erst irgendwann in der Zukunft kommen. Ich habe in der Bronx, in Oslo und London gelebt – alles sind große Städte. Die sind vielleicht angenehm um auszugehen, jedoch kann man nicht einfach stehen bleiben und seinen Blick über die Natur schweifen lassen. Ich liebe Architektur aber die Natur gibt mir einfach mehr. Das ist ebenfalls eine Quelle der Inspiration.


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Originalversion English:

How do you get your inspiration – it’s a very common question maybe… ?
No – it’s not a common question – it’s a very interesting question actually. I think that’s what it is all about really… Anything in life depends on who you go around with, who is your husband, who is your friends, your environment, where you are, where you were born, where you grew up. I think that’s influential into your work, your career and your success actually. In this case I’ve always been like a little sponge – absorbing everything. I like it. I don’t have to think about it. I always look around and I am very attentive. That is how I get my inspiration.

Your surrounding is filled with interesting happenings like catwalks, fashion shows, editorials…Yes, I’ve been working also in the fashion industry. That just makes you aware of fashion, the new fabrics, cuts, textures and colors. But that’s not really my main thing because there are too many conventions, there are loads of conventions – even there are things you see and see and see! The designers always come up with new stuff – like John Galliano, and so on. I rather look at the people like Yoshi Yamamoto.
The thing is also: there are different budgets we have in the hairdressing industry versus the fashion industry.

Which influence does your salon work imply? Are you as well inspired through salon works? Do you still do a lot of salon works?
I love doing salon works. I think it’s very important for every hairdresser to actually stay always tight in. Even when you become a professional hairdresser – you should always work in the salon. It’s like a footballer. He has always to practice in the football pitch. When you stop learning – you’re out.

Do you get that experience and take it to your client or is it rather the opposite – do your clients inspire you?
If I am working for editorials for fashion – the hair is just being an element of the photography. There’s not all about the hair – just the clothes are important. The hair shouldn’t be stronger than the clothes. When you’re in the salon – you try to please an individual. It can be anyone in any age – from children to elder woman and so on. You have to try and please in the best possible way that person and make that person happy. That’s the biggest thing in this industry. Not the fashion shows or the competitions or the photographs. The best thing you can do in this business is doing a good job for your client. Make him happy when he’s in the chair.

So you rather try to fulfill their wishes rather than pushing them further with your knowledge and your experience?
It’s called trust. And trust usually comes with the time. When you have a client for the first time, they might trust you because you’re famous or good recommended. But they trust you not really. It’s the first time. They want to trust you. They don’t really know you, they have never had an interaction with you. It’s interesting – there’s a lot of psychology in it.

How do you proceed with your ideas? If you have got an idea – do you practice it first, maybe try it out a little bit and then you proceed in doing, photographing it?
I think over the years I became a collector of ideas. So I collect ideas and I use them when I need to use them. So I find out for what I can use it. A client, a fashion show, a photo-shooting,… So I have a back of ideas that I can always use when I want it. But if you have the biggest pack of ideas is not useful sometimes - you have to create at the moment. This job is about senses, feelings, emotions – there are a lot of senses so you have to have the idea in the moment. There has to be space for spontaneity. A mistake can be a disaster but you have to turn it into a miracle – then it is quite nice!

Where do you see yourself in 5 years?
I don’t know. My dream was always to have a garden and some plants. But these things come up in the future. I love nature. I’ve being living in the Bronx, Oslo and London – big cities. They are nice to go out but you can’t stop and look at the nature. I love architecture but nature gives me a lot more. It’s a source of inspiration.
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GB: Angelo Seminara changes the agenda

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