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ZV stellt sich weiter gegen Sonderwege in der Friseurausbildung
Zentralverband des deutschen Friseurhandwerks

ZV stellt sich weiter gegen Sonderwege in der Friseurausbildung

Diesmal trifft es La Biosthetique und deren Zusatzausbildung 'Hair&Beauty Artist' - harte Worte...

"Keine Sonderwege in der Friseurausbildung" lautet die Überschrift der aktuellen Pressemeldung des ZVs. Konkret geht es um eine Zusatzausbildung von La Biosthetique zum 'Hair& Beauty Artist'. Ein Programm, welches Friseurlehrlingen noch einen zusätzlichen Beautyfeinschliff geben soll.

Der Hauptvorwurf liegt mal wieder an den damit verknüpften Einzelinteressen des Anbieters. Ach nein? Jedes Unternehmen, welches wirtschaftlich denkt, verknüpft mit Maßnahmen eigene Interessen. Das heißt aber noch lange nicht, das diese schlecht sind, nur schlecht gemacht werden dürfen, offensichtlich. Ein weiterer Versuch, dem Nachwuchs, den wir alle händeringend brauchen, die Ausbildung schmackhaft zu machen, wird eindrucksvoll bekämpft.

Außer, dass angeblich jeder Verein, Verband, Verbund, Ver-Schlagmichtot hinter der Entscheidung stehen soll, ist die Argumentation, wie auch bereits bei L'Oreal's Beautyschool-Aus, recht dünn. Ich verstehe es nicht! Zumal ich doch recht viele Verbandsmenschen kenne, die ale Zusatzausbildungen genossen haben, bei Harder, Meininghaus und und und. Die kostet im übrigen auch, egal, ob ich noch lerne oder nicht. So kann ich dieser Argumentation nicht folgen.

Der ganze Markt wartet auf positive Zeichen, das ist keines.

Raphaela Kirschnick

Die Pressemeldung im Kompletttext


Die Berufsausbildung im Friseurhandwerk, die im dualen Ausbildungssystem vor allem durch die Handwerksordnung (HwO) und das Berufsbildungsgesetz (BBiG) klar geregelt ist, sichert die Unabhängigkeit und Zukunft des gesamten Friseurhandwerks. Davon ist der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks (ZV) mit seinen dreizehn Landesinnungsverbänden und über 260 Innungen überzeugt.

Eine sogenannte private Ausbildung, wie sie derzeit von La Biosthétique beworben wird, ist kritisch zu sehen. „Die gesetzlichen Vorgaben setzen enge Grenzen, die auch für Modelle dieser Art gelten“, sagt ZV-Präsident Harald Esser. Unterstützung erhält der Verband dabei vom Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) in Berlin, den Handwerkskammern, den Spitzen der Gewerkschaften und vor allem von den zuständigen Kultusministerien der 16 Bundesländer.

Umgehungskonstruktionen zur dualen Ausbildung in Form von ergänzenden privatschulischen Einrichtungen, die nicht in einem dauerhaften, öffentlichen und besonderen pädagogischen Interesse stehen, müssen nach Ansicht der Vertreter der Handwerksorganisationen kritisch überprüft werden. Ziel ist, dass die berufliche Ausbildung im Friseurhandwerk weiterhin gesetzeskonform realisiert und die Berufsschulpflicht gemäß der Kultushoheit der Länder umgesetzt wird.
Der Zentralverband ist davon überzeugt, dass ein Ausbildungs- oder Prüfungstourismus nicht die Zukunft und Modernisierung des Friseurhandwerks voranbringt, sondern nur die Einzelinteressen einiger weniger unterstützt. Konkret kritisiert der Zentralverband eine Sonderausbildung nach Vorgaben einer Kosmetikfirma (La Biosthétique). Darüber hinaus werden beim Ausbildungsvertrag Kündigungsbedingungen eingefordert, die mit dem Berufsbildungsgesetz konform sind und den Schutz der Auszubildenden nicht außer Acht lassen. Weiter müssen die gesetzlichen Vorgaben der Kostenfreiheit der Ausbildung gewahrt sowie die Teilnahme an der überbetrieblichen Ausbildung (ÜBA/ÜBL) gewährleistet sein.

Der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks hat dazu bereits intensive Gespräche mit La Biosthétique geführt. Die aktuelle Kommunikation des Unternehmens greift einem Spitzengespräch zwischen Handwerk und Unternehmen leider vor. Der Zentralverband wird konsequent die Grundrechte der dualen Berufsbildung im Friseurhandwerk verteidigen.


www.friseurhandwerk.at

Fotocredit: Nina Bröll | www.broell.cc />
Mai 2017

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