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Wie entsteht ein Trainingskopf?
Industrie & Handel

Wie entsteht ein Trainingskopf?

Bevor wir den Trainingskopf von L’Image im Salon vor uns haben und wir diesen nach Belieben frisieren, waschen, föhnen, schneiden und stylen können, hatte dieser einen langen Weg hinter sich…

Beginnen wir mit den Haaren…


Verwendet werden vorwiegend Echthaare aus Indien, da es dort üblich ist, Haare als Opfergabe an den Tempel zu spenden. Auch Köpfe mit chinesischem Echthaar findet man im Sortiment von L’Image, die von Haarhändlern in den Dörfern Chinas eingekauft werden. Asiatische Länder sind die einzigen, in denen noch Haar geopfert wird. Die Tatsache, dass die Haare naturbelassen sind, ist wichtig für die spätere Haarqualität des Trainingskopfes.



Zur Vorbereitung der Haare


Die Haare werden zu Beginn einem Veredelungsprozess unterzogen. Dabei wird die Cuticula (Schuppenschicht) ganz oder teilweise entfernt. Danach werden die Haare gewaschen, gepflegt, entwirrt, nach Haarlänge sortiert und abschließend erfolgt der Blondierungsprozess auf die gewünschte Haartontiefe.



Da asiatisches Haar von Grund auf sehr dunkel ist, braucht man sieben Bleaching-Vorgänge, bis die Haare für einen blonden Trainingskopf verwendet werden können.

Weil durch den extremen Aufhellungsvorgang sehr viele Haare kaputt und somit verloren gehen, sind Trainingsköpfe mit 70 cm langem blondem Haar die teuersten im Produktionsprozess.

Die Phasen des Werdens


Zunächst wird für ein neues Trainingskopf-Modell von L’Image ein Gesicht entworfen, auf deren Basis eine Wachsform modelliert wird, die als Kontrollmotiv dient. Durch das verformbare Wachsmaterial können noch Änderungen vorgenommen oder Gesichtszüge bearbeitet werden.

Wenn die finale Wachsfigur nun dem L’Image-Kreativteam gefällt, wird nach dieser Vorgabe eine Mutterform aus Metall angefertigt. Der Preis für solche Mutterformen liegt bei $ 20.000, verständlich also, dass der Entwurf neuer Gesichter für das Übungskopf-Unternehmen eine große Investition ist. Momentan besteht das Sortiment von L’Image aus sechs Gesichtstypen, Haarfarbe oder Haarlänge wird an das jeweilige neue Modell angepasst.

Die Metall-Mutterformen dienen dann als Gussformen für die aus PVC bestehenden Häute.



Jetzt geht’s den Köpfen an die Haare…


Auf links gedreht, werden die Kopfhäute nun mit ca. 100 Gramm Haar pro Kopf und mit drei Haaren pro Stich ausgefüllt. Eine geübte Stecherin schafft das innerhalb eines Tages.



Zur Fertigstellung der Köpfe werden die Haare nach dem Implantieren innen verklebt und abrasiert. Die abschließende Aufschäumung mit PU-Schaum, auch als Bauschaum bekannt, und Verstöpselung macht die Köpfe stabil und standhaft.

Jetzt fehlt nur mehr der letzte Schliff!


Ein Air-Brush-Makeup nach den Vorgaben der Gesichtsdesigner verleiht dem Trainingskopf den letzten und wichtigen Schliff. Und so sehen sie dann auch so menschlich und lebhaft aus, wie wir sie aus unseren Salons kennen.



Nach schlussendlicher Qualitätskontrolle werden die Trainingsköpfe in China verschifft und begeben sich auf eine drei- bis viermonatige Reise, bevor sie in Hamburg ankommen, austransportiert werden und in den heimischen Salons als Frisurenmodelle zum Einsatz kommen.


Trainingsköpfe zu produzieren ist ein sehr langes Verfahren, da alles von feinster Handarbeit geschaffen wird. L’Image legt besonderen Wert darauf, den Arbeitern und Arbeiterinnen in China einen ethisch einwandfreien Arbeitsplatz zu bieten. Auf Kinderarbeit wird gänzlich verzichtet. Einmal jährlich wird die Produktionsstätte in China besucht und die Ethik-Richtlinien im Zuge dessen überprüft.



Beim Verwenden eines Trainingskopfes sollte man sich zu Herzen nehmen, dass Haare ein begrenzter und wertvoller Rohstoff sind. Es wird immer schwieriger und teurer an qualitativ hochwertiges Echthaar zu kommen.

In Zukunft wird es vermehrt zum Thema werden auf Ersatzressourcen umzusteigen, sei dies Büffelbauch- oder Ziegenhaar. Aber auch Proteinhaare, Kunsthaare aus einem Naturprodukt, die eine günstigere Variante zum Echthaar darstellen, finden vermehrt Verwendung. Wenn sie auch nicht zum Blondieren geeignet sind, so kann man Proteinhaare dunkler färben, schneiden und an den Köpfen wunderbare Hochsteckfrisuren kreieren.


Fotocredits: L'Image

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April 2017

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